Der Museums-Verein für Hessen-Cassel 1903-1927 und der Kasseler Museumsverein 1927-1947 Eine Studie zur Geschichte des Vereins Joachim Schröder Joachim Schröder Der Museums-Verein für Hessen-Cassel 1903-1927 und der Kasseler Museumsverein 1927-1947 Eine Studie zur Geschichte des Vereins Kassel 2012 kassel university press Die Publikation besteht aus Teil 1: Studie (S. 1-129), Teil 2: Dokumentenanhang (S. 1—129) und einer Aktenübersicht des Museumsvereins (S.1-99). Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.dnb.de abrufbar. ISBN 978-3-7376-5048-9 DOI: http://dx.medra.org/10.19211/KUP9783737650489 URN: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0002-450483 © 2017, kassel university press GmbH, Kassel www.upress.uni-kassel.de Printed in Germany Der Museums-Verein für Hessen-Cassel 1903-1927 und der Kasseler Museumsverein 1927-1947 Eine Studie zur Geschichte des Vereins von Joachim Schröder Teil 1: Studie Kassel 2012 - I - Vorwort Im Jahr 2010 erhielt ich von der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) als Vorsitzender des Museumsvereins Kassel e.V. mehrere Aktenordner, ein Protokollbuch und ein Mitgliederbuch des im Titel genannten Vorläufer-Vereins. Der Verein ist sicherlich vor allem für das Hessische Landesmuseum, das heute zur MHK gehört, eine nicht unerhebliche Facette seiner Geschichte und soll daher in dieser Studie ausführlicher dargestellt werden. An dieser Stelle möchte ich zunächst einigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der MHK danken: Gunda GARMS, die sich an der Entzifferung eines Briefes von Wilhelm VON BODE an Johannes BOEHLAU beteiligte, Gisela Bungarten und Justus Lange, die bei der Aktensuche behilflich waren; Gregor BÖRRIES, der in der Bibliothek des Hauses und anderswo einige Raritäten ausfindig machte; Antje SCHERNER und Marika SCHÄFER, die bei der Suche nach Unterlagen zu Erwerbungen des Museumsvereins behilflich waren; Karsten GAULKE, der Fotos und Informationen zu Objekten des APK beisteuerte; Martina LÜDICKE, die Informationen zu einer Hersfelder Tracht beisteuerte. Akten des 1928 gegründeten Museumsverbands für Kurhessen und Waldeck, in denen auch einige den Kasseler Museumsverein betreffende Vorgänge zu finden waren, stellte Ulrike ADAMEK zur Verfügung. Ekkehard SCHMIDBERGER, dem ehemaligen Kustos der Abteilung Kunsthandwerk und Plastik im Hessischen Landesmuseum, danke ich für die gründliche Durchsicht der Übersicht über die Leihgaben des ehemaligen Museumsvereins und die weiter führenden Literaturangaben. Weiter danke ich den Mitarbeiterinnen des Stadtarchivs Kassel Petra KRENZ und Margit MENNECKE, denen ich die meisten biographischen Angaben zu den ersten Mitgliedern des Vereins und die Archivalien zu anderen Kasseler Vereinen verdanke; hierfür danke ich auch Volker HARMS-ZIEGLER, Institut für Stadtgeschichte Frankfurt; Roland KLAUBE, ehemaliger Leiter des Stadtarchivs Kassel; Thomas HEILER, Stadtarchiv Fulda; Hans-Eppo Freiherr VON DÖRNBERG, Oberaula-Hausen; Sandra BAUMGARTEN, Stadtarchiv Marburg; Monika RADEMACHER, Stadtarchiv Hanau; Mark OPALKA, Stadtarchiv Braunschweig. Kristin HARTISCH, Bundesarchiv Berlin, danke ich für die Nachweise der NSDAP-Mitgliedschaft einiger Mitarbeiter der Staatlichen Kunstsammlungen Kassel. Hans-Jürgen KAHLFUß verdanke ich den Nachweis der Mitgliedschaft der ersten Museums- Vereins-Mitglieder im Verein für Hessische Geschichte und Landeskunde. Für den Nachweis einer 1941 nach Karlsruhe verkauften Madonna danke ich Holger JACOB-FRIESEN, Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, und Katharina SIEFERT, Badisches Landesmuseum Karlsruhe. Für die Überlassung von Chroniken anderer Museumsvereine oder Literatur- und Quellenhinweise danke ich Georg ABEGG und Andreas KEUL, Bremen; Bernhard BALKENHOL, Kassel; Harald GÖRTZ, Frankfurt; Jörg STREICHERT, Köln; Dieter SCHULZ, Hannover; Bettina HELD, Berlin; Adriane SIEMPELKAMP, Krefeld; Andrea LANGER und Matthias NUDING, Nürnberg; André ODIER, Berlin; Günther GROMKE, Leipzig; Helga REICH, Kassel; Jens FLEMMING, Hamburg; Peter GERCKE, Kassel; Ditfried KRAUSE-VILMAR, Kassel; Agnes TIEZE, Marburg. Ein besonderer Dank gilt meiner Frau Christiane SCHRÖDER, die die Studie kritisch begleitet und mit großer Geduld und Akribie gegengelesen hat. - III - Inhaltsverzeichnis Einleitung 1 1. Kapitel: Der Museums-Verein für Hessen-Cassel (1903-1927) 4 1.1 Gründung des Vereins 4 1.1.1 Vorbereitung 4 1.1.2 Konstituierung 5 1.1.3 Beitrittsaufruf 6 1.1.4 Satzung 8 1.1.5 Unterzeichner des Beitrittsaufrufs 9 1.2 Mitglieder 1906 14 1.2.1 Zahl der Mitglieder 14 1.2.2 Wohnorte 19 1.2.3 Altersstruktur und Soziale Schicht 19 1.3 Gründungsmuster des Museums-Vereins für Hessen-Cassel 20 1.4 Sozialgeschichtliche Einordnung des Museums-Vereins für Hessen-Cassel 22 1.5 Vernetzung von Vereinen für Kunst und Wissenschaft in Kassel 24 1.5.1 Kunstverein zu Cassel 25 1.5.2 Handels- und Gewerbeverein 25 1.5.3 Verein für Hessische Geschichte und Landeskunde 27 1.5.4 Verschönerungsverein Cassel 27 1.5.5 Kaufmännischer Verein 28 1.5.6 Kurhessische Gesellschaft für Kunst und Wissenschaft 28 1.5.7 Zusammenfassung und Tabelle 29 2. Kapitel: Arbeitsweise des Museums-Vereins für Hessen-Cassel 33 2.1 Chronik der Versammlungen 33 2.2 Aktivitäten des Museums-Vereins für Hessen-Cassel 43 2.2.1 Führungen 43 2.2.2 Vorträge 43 2.2.3 Sonstiges 44 2.3 Mitgliederzahlen, Mitgliedsbeiträge und Finanzen des Museums-Vereins für Hessen-Cassel 45 2.4 Erwerbungen des Museums-Vereins für Hessen-Cassel 49 2.4.1 Finanzielle Situation des Königlichen Museums 49 2.4.2 Erwerbungen des Museumsvereins im Einzelnen 50 2.5 Zusammenfassung 61 3. Kapitel: Der Kasseler Museumsverein (1927-1947) 63 3.1 Umbenennung und Belebung des Vereins; Mitglieder des Arbeitsausschusses 63 3.2 Satzung des Kasseler Museumsvereins 67 3.3 Chronik der Versammlungen und Arbeitsweise des Kasseler Museumsvereins 69 3.3.1 Versammlungen 1928-1933 69 3.3.2 Chronik 1933-1945 75 3.4 Mitglieder des Kasseler Museumsvereins 78 3.4.1 Mitgliederzahlen, Mitgliedsbeiträge und finanzielle Situation 78 3.4.2 Mitgliederstruktur 82 - IV - 3.4.3 Zusammenfassung 85 3.5 Aktivitäten des Kasseler Museumsvereins 85 3.5.1 Kultureller Führer und Kulturelle Mitteilungen 85 3.5.2 Ausstellungen 92 3.5.3 Vorträge, Führungen und Ausflüge 95 3.5.4 Die Kulturelle Arbeitgemeinschaft 99 3.5.5 Führungen und Vorträge in der Regie des Museumsvereins 1934-1940 105 3.6 Zusammenfassung zu den Veranstaltungen 116 3.6.1 Personen, die Veranstaltungen durchführten 117 3.6.2 Zeitpunkt der Veranstaltungen 117 3.6.3 Anzahl und Orte der Veranstaltungen 117 3.6.4 Themen der Veranstaltungen 118 3.7 Erwerbungen und finanzielle Unterstützung von Einrichtungen der Staatlichen Kunstsammlungen Kassel 120 3.8 Auflösung des Kasseler Museumsvereins 121 Literaturverzeichnis 124 Einleitung Am 20. Juni 1947 schrieb der Volkswirt Bruno JACOB auf dem Briefbogen des Kasseler Museumsvereins E.V. unter seiner Privatadresse Goethestraße 68 – die bisherige Adresse JACOBs, die auch für den Museumsverein als Geschäftsadresse galt, nämlich Salzmannstr. 2, ist durchgestrichen - an den Museumsdirektor Dr. Hans VOGEL, Kassel: „Wie schon mündlich verabredet, habe ich die Geschäfte des Kasseler Museumsvereins vorläufig abgeschlossen, um Ihnen das Material zu treuen Händen zu übergeben. Auch wenn ich hoffen will, dass es in nicht zu ferner Zeit möglich sein wird, den Verein zu rekonstruieren, sobald die staatlichen Sammlungen wieder benutzbar und als Grundlage für die Tätigkeit des Vereins brauchbar sind. Dann stehe ich auch, soweit meine Gesundheit das dann noch gestattet, wieder gern zur Verfügung. […]“1 Mit diesem Schreiben begann die offizielle Auflösung des Vereins, der 1903 unter dem Namen Museums-Verein für Hessen-Cassel gegründet und 1927 in Kasseler Museumsverein E.V. umbenannt wurde. Der Wunsch Bruno JACOBs, „in nicht zu ferner Zeit […] den Verein zu rekonstruieren“, ging nicht in Erfüllung. Über die Geschichte dieses Vereins gibt es meines Wissens nur den Aufsatz von Jürgen M. LEHMANN in der Festschrift zum 75-jährigen Bestehen des Hessischen Landesmuseums Kassel im Jahr 19882, der eine kurze Chronik des Vereins und seiner Tätigkeiten enthält. Wie ist darüber hinaus die Quellenlage? Die Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) ist im Besitz der Akten des Vereins (künftig zitiert als „Aktenverzeichnis“): - sechs Ordner, chronologisch geordnet, enthalten Vorgänge des Vereins vom 28. Januar 1903 bis zum 17. April 1958, einen Kontoauszug der Dresdner Bank mit einer handschriftlichen Notiz des damaligen Direktors VOGEL vom 21. April 1959. Dabei sind viele Vorgänge, die eigentlich dem 1928 gegründeten Museumsverband für Kurhessen und Waldeck zuzurechnen sind, mit dem der Museumsverein längere Zeit eine Bürogemeinschaft gebildet hatte, bevor die Geschäftsstelle des Museumsverbands im Ständehaus am Ständeplatz 8 untergebracht war; viele Seiten sind mit einer blauen Ziffer nummeriert, andere, nur dem Museumsverein zuzuordnende wiederum nicht; In der nach Datum geordneten Aktenübersicht sind die Akten wie folgt vermerkt: Nr. des Aktenver- zeichnisses Nummerierung durch blaue Ziffern Datum der Akten Ordner 1, Verz. 1 1 bis 393 28. Januar 1903 bis 17. März 1930 Ordner 2, Verz. 2 1 bis 357 21. März 1930 bis 18. Oktober 1932 Ordner 3, Verz. 3 1 bis 207, nach 205 Nr. 6-8 20. Oktober 1932 bis 30. Januar 1935 Ordner 3, Verz. 4 64 bis 177, danach nicht nummeriert bis 3. Juni 12. Juli 1935 bis 16. März und bis 29. Juni 1936 Ordner 4, Verz. 5 1 bis 216, danach nicht nummeriert bis 09.06.1944 30. Juni 1936 bis 29. März und bis 09.06.1944 Ordner 5, Verz. 6 nicht nummeriert 20. Juni 1947 bis 21. April 1959 danach einige Schreiben bis 29. Oktober 1960, zuletzt 27.07.2000 1 Aktenordner Museumsverein 6, Datumsablage ohne Seite 2 Jürgen M. LEHMANN, Der Museums-Verein für Hessen-Cassel. In: 75 Jahre Hessisches Landesmuseum Kassel 1913-1988. Kunst in Hessen und am Mittelrhein 28, Darmstadt 1988, S. 137-139 2 - ein Protokollbuch, das die Sitzungen vom 5. Dezember 1905 bis zum 31. März 1930 auf 69 Seiten festhält (künftig zitiert als „Protokollbuch“); - ein Mitgliederbuch, das die Namen der persönlichen und genossenschaftlichen Mitglieder sowie ihre Beitragszahlungen von 1928 bis 1944 auf den Doppelseiten 1-87 sowie auf den Seiten 90 und 93-95 verzeichnet (künftig zitiert als „Mitgliederbuch“); - das Inventarverzeichnis des Hessischen Landesmuseums B XXII a, das Erwerbungen des Museums-Vereins von 1904 bis 1910 enthält; - mehrere Ordner des 1928 gegründeten Museumsverbands für Kurhessen und Waldeck, in denen sich auch den Kasseler Museumsverein betreffende Vorgänge befinden - Bestand 150 des Staatsarchivs Marburg, Akten des Oberpräsidiums der Provinz Hessen-Nassau 1866-1937 (1944), hier der Abschnitte J, Ziffer 4 b Landesmuseum (Gemäldegalerie und Museum) sowie Ziffer 6, Wissenschaftliche und kulturelle Vereine, hier Gründung eines Museumsvereins 1903-1907, Nr. 18343 Zu den Quellen können auch die Publikationen des Vereins, die später ausführlicher behandelt werden, selbst gerechnet werden: - Johannes BOEHLAUs Bericht über den Museums-Verein für Hessen-Cassel aus dem Jahr 19064; - der Führer Kassel 1928/295 über die kulturellen Einrichtungen und Verbände der Stadt Kassel, der im Stadtarchiv Kassel vorhanden ist, sowie die dazu gehörigen, ab 11. November 1928 alle 14 Tage herausgegebenen Kasseler Mitteilungen über Veranstaltungen der Stadt Kassel; für beide Publikationen zeichnete der Kasseler Museumsverein als Herausgeber; - Kataloge der Ausstellungen des Museumsvereins im Hessischen Landesmuseum, und zwar 1928 über Edward VON STEINLE6, Alt-China7, Hessische Trachtenbilder JUSTIs8 sowie Zeichnungen aus der Sammlung DEIKER9; - Einwohnerbücher bzw. Adressbücher von Kassel von 1928 bis 1939, in denen der Kasseler Museumsverein verzeichnet ist. Schon aus diesen Angaben ist zu ersehen, dass der Verein im kulturellen Leben Kassels eine nicht unbedeutende Rolle spielte. Bei der Untersuchung der Geschichte des Vereins leiten mich folgende Fragen: 3 F. SCHWANDER / E. FRANZ, Repertorien des Staatsarchivs Marburg, Bestand 150. Oberpräsidium der Provinz Hessen-Nassau 1866-1937 (1944), bearbeitet im Rahmen der Archivschule Marburg unter Aufsicht von Regierungsrat Dr. F. SCHWANDER, abgeschlossen von Regierungsarchivrat Dr. E. FRANZ, Marburg 1963 4 BOEHLAU, Johannes: Bericht des Museums-Vereins für Hessen-Cassel, Dezember 1903 bis 1. Juli 1906, Cassel 1906, Gebrüder Gotthelft, Königl. Hofdruckerei 5 KASSELER MUSEUMSVEREIN (Hg.): Kassel 1928/29. Die kulturellen Einrichtungen und Verbände in der Stadt und ihre Veranstaltungen. November – April, herausgegeben vom Kasseler Museumsverein im Bärenreiter- Verlag zu Kassel, o. O. u. J. [Kassel 1928] 6 KATALOG STEINLE 1928: Kasseler Museumsverein. Der Veröffentlichungen 1. Heft. Edward von STEINLE. Nachlasssammlung seiner Werke aus Kasseler Privatbesitz. Ausgestellt im Hessischen Landesmuseum vom 22. April 1928 bis 20. Mai 1928, o. O. u. J. [Kassel 1928] 7 KATALOG ALT- CHINA 1928: Kasseler Museumsverein. Der Veröffentlichungen 2. Heft. Alt-China in Kunst und Kunstgewerbe. Aus Kasseler Privatbesitz. Ausgestellt im Hessischen Landesmuseum vom 11. Juli bis 7. Oktober 1928, o. O. u. J. [Kassel 1928] 8 KATALOG TRACHTENBILDER JUSTI 1929: Kasseler Museumsverein. Der Veröffentlichungen 3. Heft. Die Hessischen Trachtenbilder von Ferdinand JUSTI. Aus dem Besitz der Familie. Ausgestellt im Hessischen Landesmuseum vom 17. März bis 11. April 1929, Kassel 1929 9 KATALOG DEIKER ZEICHNUNGEN 1930: Kasseler Museumsverein. Der Veröffentlichungen IV. Heft. Meisterliche Handzeichnungen aus Privatbesitz. Sammlung DEIKER. Ausgestellt im Hessischen Landesmuseum Winter 1930/31, Kassel 1930 3 Welche Hintergründe hatte die Gründung des Vereins 1903? Welche Vorbilder gab es? Welchem Typus eines Museumsvereins, verglichen mit den in der Forschung über solche Vereine genannten Typen, entsprach er? Welche Ziele hatte der Verein? Welche Personen und Einrichtungen unterstützten den Verein, und wer waren seine Mitglieder? Wie arbeiteten die Vereinsorgane? Welche Aktivitäten entfalteten sie für die zu unterstützenden Museen Fridericianum und das spätere Hessische Landesmuseum bzw. die Gemäldegalerie? Wie war die finanzielle Situation, und welche Gegenstände erwarb der Verein? Was veranlasste die Umbenennung des Vereins 1927? Wie war das Verhältnis des Museumsvereins zu anderen kulturellen Vereinigungen? Wie veränderte sich der Verein in den späten 20er und frühen 30er Jahren, wie verhielt er sich während der Zeit des Dritten Reichs? Der Museumsverein Kassel e. V., der 1974 neu gegründet worden ist, knüpfte nicht an den Vorläufer-Verein an10: War er damals in Vergessenheit geraten? Möglicherweise war die enge Verbindung von Mitgliedern der Institution „Staatliche Kunstsammlungen Kassel“ zum Nationalsozialismus – fast alle wissenschaftlichen Mitarbeiter waren nach Auskunft des Bundesarchivs Berlin NSDAP-Mitglieder - und die Steuerung des Vorläufer-Vereins durch die Direktoren, vor allem durch Kurt LUTHMER, ein Grund, sich nicht in die Rechtsnachfolge zu begeben. Diese Studie soll einen für die Geschichte der Bürgergesellschaft der Stadt Kassel wichtigen Verein wieder ans Licht bringen und einen Beitrag zur Stadtgeschichte zum Jubiläum „Kassel 1100“ im Jahr 2013 leisten. 10 Klaus LOMETSCH, 25 Jahre Museumsverein Kassel e.V. Ein Rückblick von 1974-1999. In: 25 Jahre Museumsverein Kassel e.V., S. 3-17, Kassel 1999. In der Broschüre gibt es keinen Verweis auf den früheren Verein, obwohl Vorfahren von Klaus LOMETSCH und Dr. Karl VÖTTERLE, der 1974 dem Gründungsvorstand angehörte, Mitglieder im Vorgänger-Verein waren. 4 1. Kapitel: Der Museums-Verein für Hessen-Cassel (1903-1927) 1.1 Gründung des Vereins 1.1.1 Vorbereitung Vor der Gründung des Vereins wandten sich am 28. Januar 1903 der Geheime Regierungsrat Dr. Oscar EISENMANN11 und Museumsdirektor Dr. Johannes BOEHLAU12 an den Regierungspräsidenten in Kassel mit der Absicht, ein „Comité“ für die Gründung eines Museums-Vereins für Hessen-Cassel zu bilden. „Solche Museumsvereine sind mit gutem Erfolge von der Leitung staatlicher und städtischer Museen gegründet, in erster Linie auch vom Königlichen Museum zu Berlin13, und ihr Wirken ist ein überaus segensreiches. Mehr als andere Anstalten hat unser Museum es nötig, dass ein solcher Verein zu Hilfe kommt.“14 Die Unterzeichner baten um Prüfung des Beitrittsaufrufs sowie eines Satzungsentwurfs und Erlaubnis zu weiterem Handeln. Sicherlich gab es mit dem damaligen Regierungspräsidenten Dr. mult. h. c. August Bodo Wilhelm Klemens Paul VON TROTT ZU SOLZ15 mündliche Vorabsprachen, denn er gehörte zu den Unterzeichnern des späteren Beitrittsaufrufs. Schon am 3. Februar 1903 erhielt EISENMANN die Antwort, dass der Regierungspräsident die Vereinsgründung „in vollem Maße“ billige.16 Am 15. Februar übersandten EISENMANN und BOEHLAU dem Oberpräsidenten der Provinz Hessen-Nassau, Ludwig Hubert VON WINDHEIM, einen Entwurf der Statuten des geplanten Museumsvereins mit der Bitte, mit ihm darüber sprechen zu können17. Zwei Tage später schrieben beide an VON WINDHEIM, dass sie „auf Veranlassung des Kammerherrn Baron von Pappenheim […] eine Eingabe wegen Unterstützung des zu gründenden Museumsvereins schon jetzt an den Communallandtag eingereicht haben“, und sie baten ihn, den Antrag „hochgeneigtest unterstützen zu wollen“ 18. Wie eng die Kommunikation zwischen den Spitzen der Behörden war, geht daraus hervor, dass schon am 16. April 1903, also ein dreiviertel Jahr vor der Gründung des Vereins, der Bezirksverband des Regierungsbezirks Cassel beschloss, dem Museums-Verein für Hessen- Cassel mit einem Beitrag von 50 Mark beizutreten19. Carl Rabe VON PAPPENHEIM, der 11 Dr. Oscar EISENMANN (14.01.1842 in Berlin – 21.08.1933 in Karlsruhe) war von 1877 bis 1908 Direktor der Königlichen Gemäldegalerie in Kassel; vgl. Stadt Kassel (Hg.): Kassel Lexikon, Kassel 2009, Bd. 1, S. 160; er korrespondierte freundschaftlich mit Wilhelm VON BODE. 12 Dr. Johannes BOEHLAU (30.09.1861 Halle (Saale) – 24.09.1941 Göttingen) war ab 1892 Direktorialassistent bei Dr. Oscar EISENMANN, seit 1902 Direktor des Museums Fridericianum, seit 1913 des von ihm initiierten und gemeinsam mit EISENMANN geplanten Hessischen Landesmuseums in Kassel; vgl. Ulrich SCHMIDT (Hg.): 75 Jahre Hessisches Landesmuseum Kassel 1913-1988, Kunst in Hessen und am Mittelrhein 28, 1988; Biographien der wissenschaftlichen Mitarbeiter am Hessischen Landesmuseum 1913-1988, S. 159 13 Hiermit ist der von Wilhelm VON BODE, dem Leiter des Kaiser-Friedrich-Museums (heute Bode-Museum) in Berlin, 1896 initiierte und 1897 gegründete Kaiser-Friedrich-Museums-Verein gemeint. 14 Aktenverzeichnis 1, S. 1 15 Dres. mult. h. c. August Bodo Wilhelm Klemens Paul VON TROTT ZU SOLZ (29.12.1855 Gut Imshausen bei Bebra - 27.10.1938 ebd.) war von 1909 bis 1917 preußischer Kultusminister, 1917-1919 Oberpräsident der Provinz Hessen-Nassau und hatte weitere bedeutende Funktionen inne; als Marschall der althessischen Ritterschaft war er Kurhessen besonders verbunden; vgl. Georg WANNAGAT (Hrsg.), Kassel als Stadt der Juristen (Juristinnen) und der Gerichte in ihrer tausendjährigen Geschichte. Kurzbiographien von Karl-Heinz NICKEL, Harald SCHMIDT, Florian TENNSTEDT, Heide WUNDER, Köln u. a. 1990, S. 521 16 Der Regierungspräsident vom 03.02.1903, I.N. 2450, B. N° 1508, Aktenverzeichnis 1, S. 10 17 Staatsarchiv Marburg, Bestand 150, Oberpräsidium der Provinz Hessen Nassau, Nr. 1834, Bl. 3; die Grundzüge der Statuten sind ebd., Bl. 6, zu finden; in ihnen war noch ein Beitrag „von nicht unter 50 Mark“ geplant. 18 ebd., Bl. 4 19 Aktenverzeichnis 1, S. 17; der Bezirksverband und seine Abgeordneten im Kommunallandtag, zusammengesetzt aus Abgeordneten der Land- und Stadtkreise (§ 7 ProvinzialO), waren als Organe der Selbstverwaltung eine kommunalständische Vertretung für den Regierungsbezirk Kassel innerhalb der 5 Präsident des Kommunallandtags, gehörte ebenfalls zu den Unterzeichnern des späteren Beitrittsaufrufs. Am 17. Oktober übersandte BOEHLAU dem Oberpräsidenten VON WINDHEIM den Aufruf zur Gründung des Museumsvereins für Hessen-Cassel; es sei für das Gelingen der Sache von ausschlaggebender Bedeutung, „auch Eure Exzellenz für uns zu gewinnen“. VON WINDHEIM sagte seine Unterstützung zu20. Im November 1903 gab das Königliche Amtsgericht Hinweise für die Gestaltung der eingereichten Satzung, so zu den Bestimmungen über den Ein- und Austritt, zur Festsetzung des Beitrags, zu den Voraussetzungen, unter denen die Mitgliederversammlung einzuberufen sei, zur Form der Einberufung und zur Beurkundung der Beschlüsse mit Bezug auf den § 58 Abs. 1 des BGB. Außerdem verwies das Schreiben auf die Bedingungen für die Eintragung in das Vereinsregister21. 1.1.2 Konstituierung Am 5. Dezember 1903 fand nachmittags 5 1/2 Uhr die „Konstituierende Mitgliederversammlung des Museumsvereins für Hessen-Cassel“ im Hotel Schirmer am Ständeplatz statt. Das Protokoll verzeichnet die Anwesenheit von 22 Herren22: „Oberpräsident v. Windheim, Regierungspräsident v. Trott zu Solz, Konsistorialpräsident v. Altenbockum, Geheimer Kommerzienrat Pfeiffer, Geheimer Regierungsrat Dr. Knorz, Geheimer Regierungsrat Dr. O. Eisenmann, Oberregierungsrat Obervorsteher v. Baumbach, General Eisentraut, Oberst Kieckebusch, Prof. Dr. v. Drach – Marburg, Oberbürgermeister Müller, Oberbürgermeister Dr. Antoni – Fulda, Kommerzienrat Plaut, Landesrat Dr. Osius, v. Mansbach, Stadtrat Ruetz, Stadtrat Rosenzweig, Stadtrat Eubell, Grosskaufmann Hackländer, Grosskaufmann F. Köhler, Bankier Fiorino, Museumsdirektor Dr. Boehlau.“23 EISENMANN eröffnete, schlug DR. KNORZ als Sitzungsleiter vor, und BOEHLAU begann: „Herr Boehlau dankt Namens der Museumsverwaltung den Herren, die sich zur Begründung des Museums- Vereins haben bereit finden lassen, schildert die Notlage des Museums und spricht über die Aufgaben des Vereins, als die er die Vervollständigung der Kunsthistorischen Sammlungen und deren Nutzbarmachung für das Publikum durch Vorträge und Führungen bezeichnet.“24 Begründet wurde die Vereinsgründung demnach mit der „Notlage des Museums“, der Aufgabe der Ergänzung der kunsthistorischen Sammlungen und ihrer öffentlichen Vermittlung. Bei der Diskussion des Satzungsentwurfs wurden besonders die „Nutzbarmachung der Sammlungen für die gewerblichen Schulen, für Industrie und Handwerk“25 und der Bildungsaspekt betont, indem wie in Berlin regelmäßige Führungen, besonders für Schulklassen der höheren Schulen, angeboten werden sollten. Da dies das Zeitbudget der Direktoren überfordere, müssten Hilfskräfte hinzugezogen werden. preußischen Provinz Hessen-Nassau; zu seiner Verwaltung wurde ein Landesausschuss gebildet, dessen Vorsitzender der Landesdirektor bzw. ab 1901 der Landeshauptmann war; von 1894-1918, also zur Zeit der Gründung des Museums-Vereins für Hessen-Cassel, war Wilhelm Giesebert Hermann RIEDESEL ZU EISENBACH Landeshauptmann; von 1899-1917 war Carl Rabe VON PAPPENHEIM-LIEBENAU (19.8.1847 Dürrenhof bei Eisenach – 28.3.1918 Kassel) Präsident des Kommunallandtags; vgl. WANNAGAT wie Anm. 15, S. 120 f.; vgl. auch Wikipedia 22.03.2011 20 Staatsarchiv Marburg, wie Anm. 17, Bl. 7 21 Schreiben des Königlichen Amtsgerichts, Abt. 13, Az. 13 VI 45/03 an Museumsdirektor Dr. BOEHLAU; Aktenverzeichnis 1, S. 18 und 19 22 Protokollbuch, S. 1 23 ebd. 24 ebd., S. 2 25 ebd. 6 Erwerbungen des Vereins sollten als Leihgaben überlassen werden, wobei auf ein künftiges Landesmuseum oder kunstgewerbliches Museum, auf das solche Leihgaben übertragen werden sollten, verwiesen wurde.26 Der Beitrag wurde mit 30.- Mark festgesetzt, einem Betrag, der damals einem Verdienst von zwei bis drei Wochenlöhnen eines Handwerkers entsprach und somit von vornherein die Exklusivität der Mitglieder sicherte. Die Festsetzung eines noch höheren Beitrags wurde „aufgrund der gemachten Erfahrungen“, wie BOEHLAU einwand27, allerdings abgelehnt: Vermutlich waren dies Erfahrungen anderer Vereine. Schließlich wurde ein „Ausschuss“ gebildet: „Nach Beratung der Satzung wird die Wahl des Ausschusses vorgenommen. Herr Eisenmann schlägt vor folgende Herren in den Ausschuss [6] zu wählen: Herrn v. Trott zu Solz, Freiherrn Riedesel zu Eisenbach, v. Schwertzell – Ziegenhain, Müller, Antoni, Pfeiffer, Knorz, Plaut, Vogt, Ruetz, Henschel, Kieckebusch, Heräus- Hanau, und die beiden Museumsdirektoren. Auf Antrag des Herrn Pfeiffer wird beschlossen, auch ein in Marburg wohnendes Mitglied in den Ausschuss zu wählen, und zwar schlägt Herr Knorz dafür Herrn v. Drach vor. Die anwesenden Mitglieder nehmen die Wahl dankend an. Herr Eisenmann übernimmt es, den Ausschuss zur endgültigen Festsetzung der Satzung demnächst zusammenzurufen.“28 Das Protokoll war unterzeichnet mit Dr. Knorz / Vorsitzender (ad hoc) / Boehlau / Schriftführer (ad hoc). Damit waren die Weichen für den künftigen Vorstand gestellt. Am 14. Dezember berichtete das Kasseler Tagblatt über die erfolgreiche Gründung des Museums-Vereins für Hessen-Cassel; als Vorsitzender wurde Herr Geheimer Regierungsrat Dr. KNORZ, als Schriftführer Herr Dr. BOEHLAU, als Schatzmeister Herr PLAUT erwähnt, bevor diese überhaupt gewählt worden waren. Die 1. Sitzung des geschäftsführenden Ausschusses gemäß § 7 der Satzung fand am 18. Dezember 1903 statt. Von den 15 gewählten Mitgliedern waren nur 7 anwesend; damit war der Ausschuss beschlussfähig. Die redaktionellen Änderungen an der Satzung wurden gebilligt, und als Vorstand wurden die Herren KNORZ als Vorsitzender, PLAUT als Schatzmeister und BOEHLAU als Schriftführer gewählt.29 1.1.3 Beitrittsaufruf Im Dezember 1903 wurde ein Beitrittsaufruf 30 veröffentlicht, der an 244 Privatpersonen, neun Vereine in Cassel und 21 Kreise verschickt wurde; ihm waren die Statuten beigefügt, die auf der Gründungsversammlung am 5. Dezember 1903 beraten, am 18. Dezember in der Ausschuss-Sitzung verabschiedet und anschließend beim Amtsgericht eingereicht wurden. Der Aufruf erläuterte die Hintergründe und Ziele des Museums-Vereins für Hessen-Cassel ausführlich31. 26 Die Forderung nach einem Neubau für die kulturhistorisch und landesgeschichtlich bedeutenden Sammlungen hatte BOEHLAU schon 1898 in einer an die preußische Kultusverwaltung gerichteten Promemoria erhoben, die 1906 durch das Geschenk eines Bauplatzes am Wilhelmshöher Tor seitens der Stadt Kassel sowie den Kontakt mit dem Münchener Architekten Theodor FISCHER konkretere Formen annahm; vgl. Ulrich SCHMIDT, 75 Jahre Hessisches Landesmuseum 1913-1988, Kunst in Hessen und am Mittelrhein 28, Darmstadt 1988, S. 8 27 Protokollbuch, S. 3 28 ebd., S. 5/6 29 ebd., S. 6/7 30 Protokollbuch, S. 7: Bericht BOEHLAUs auf der ersten ordentlichen Mitgliederversammlung am 25.03.1904 31 Aktenverzeichnis 1, Beitrittsaufruf, 3 Seiten gedruckt, ohne Seite; vgl. Anhang, Dokument 2 7 „Hochgeehrter Herr! Die Unterzeichneten wenden sich heute an Sie im Interesse der ehrwürdigen Schöpfung eines hessischen Landgrafen, des Friedrichs-Museums. Es gilt diesem Institute zu frischem Leben zu verhelfen und es wieder zu dem zu machen, was es nach dem Willen seines erlauchten Stifters sein sollte: eine Bildungsstätte für unser Volk. Früher als andere Fürsten erkannte Landgraf Friedrich II den hohen erzieherischen Wert einer öffentlichen Kunstsammlung, und ein Menschenalter eher als z. B. in Berlin nur der Plan zur Gründung eines Museums auftauchte, erhob sich auf das Geheiss des weitblickenden Fürsten der Monumentalbau des Museum Fridericianum. Hier fanden die Kunstschätze und die Merkwürdigkeiten Aufnahme, die seine Vorfahren gesammelt hatten und die er eifrig vermehrte. Jedermann hatte freien Eintritt zu den Sammlungen, die für die wissenschaftliche Forschung wie für die künstlerische Erziehung der Gebildeten nutzbar sein sollten. […] Die preussische Regierung griff auf die Gedanken und Absichten Friedrich II zurück. Wieder wurden die Sammlungen dem allgemeinen Besuche geöffnet und in den Dienst der Forschung und Bildung gestellt. Viel geschah seitdem für das Museum, und dankend haben wir die Fürsorge unseres jetzigen Landesherren und seiner Regierung zu rühmen. Aber die Stellung, die das Museum nach den Absichten seines Stifters haben sollte und hatte, hat es noch nicht wieder erreicht.“32 Es bestand also die Absicht, dem Museum Fridericianum „zu frischem Leben zu verhelfen“ und es wieder zu einer Bildungsstätte für das Volk zu machen, wie es der Stifter, Landgraf Friedrich II., wollte. Deswegen habe dieser „die Schatzkammer des fürstlichen Hauses, deren Kleinodien noch heute der Stolz unserer Sammlungen sind“, in dem Museum ausgestellt. „Marmorstatuen füllten die Säle, kostbare Gemmen und Bronzen“33. Nun folgte der sicherlich eigentliche Beweggrund für die `segensreiche´ Vereinsgründung, die nicht ausreichenden Mittel des Museums für Erwerbungen: „Aber seit jener Zeit ist das Gute sehr erheblich im Preise gestiegen, weil zahllose Museen und Privatsammler sich die immer seltener werdenden Stücke ersten Ranges streitig [2] machen. Mit den Mitteln, mit denen man noch vor 40 Jahren kaufen konnte, was Not tat, lässt sich heute die Aufgabe des Museums, wie wir sie oben fassten, nicht erfüllen.“34 Dazu kam die Sorge für die „Altertümer und Kunsterzeugnisse der hessischen Heimat“. Der Verein für hessische Geschichte und Landeskunde habe nicht die nötigen Mittel, „um alles zu retten, was durch Verkauf oder Verfall dem Lande verloren zu gehen droht.“35 Das Museum habe in Arbeitsteilung mit dem Geschichtsverein Landesaltertümer erworben, die in die Sammlung passten. Vor dieser dringenden Aufgabe sei die Aufgabe der Erweiterung der kunstgewerblichen Sammlung fast ganz zurückgetreten; „zahlreiche Erzeugnisse althessischen Kunstfleisses“ würden deswegen „ins Ausland“36 verkauft. Es folgte der Appell an die bürgerlich-patriotische Gesinnung: Obwohl der preußische Staat seiner Verpflichtung zur Erhaltung des - einzigen - Provinzialmuseums in vollem Umfange nachkomme, werde, „wer es wohl mit unserem engeren Vaterlande meint, […] bei dieser Lage der Dinge die Hände nicht in den Schooss legen.“37 Was größeren und kleineren Museen in vergleichbarer Lage in Berlin38, Frankfurt39, Hannover und Braunschweig40 gelungen sei, müsse auch in Hessen 32 Beitrittsaufruf, wie Anm. 31, S. 1 33 ebd., S. 1 34 ebd., S. 1/2 35 ebd., S. 2. Die Sammlung des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde (VHG) war zum Teil in Marburg, zum Teil im Museum Fridericianum, später im Hessischen Landesmuseum untergebracht: Johannes BOEHLAU war von 1893 bis 1928 im Auftrag des VHG Konservator für diese Sammlung; vgl. Hans-Jürgen KAHLFUß, 175 Jahre Verein für hessische Geschichte und Landeskunde 1834-2009, 5 Bände; Bd. 4 Kurzbiographien, Anlagen (DVD), S. 7 und S. 32 36 wie Anm. 31, S. 2 37 ebd. 38 Gemeint ist hier der in Anm. 13 erwähnte Kaiser-Friedrich-Museums-Verein in Berlin. 39 Hier ist der am 27. Juni 1899 gegründete Städelsche-Museumsverein gemeint; Andreas HANSERT: Geschichte des Städelschen Museums-Vereins, hg. vom Vorstand des Städelschen Museums-Vereins, Frankfurt 1994, 8 gelingen. Man wolle zwar nicht mit den größten Museen konkurrieren, aber das Casseler Museum so weiterentwickeln, dass es seiner Aufgabe gerecht werden könne. Aus Einsicht in die soziale Bedeutung der Kunst gelte es nicht, „ein staatliches Institut zu unterstützen, sondern es gilt mit dem Staate gemeinsam zum Wohle unserer Stadt und unseres Landes zu wirken.[…] Unsere kunstliebende Bevölkerung, unser Anregung suchendes Handwerk soll im eigenen Lande, in der ihnen allen nahen Hauptstadt vorbildliche Erzeugnisse alten Kunstschaffens finden. Vor allem soll hier in möglichst lückenlosen Reihen die alte hessische Kunst vertreten sein. […]41 Die Unterzeichneten wenden sich nun an Sie mit der Bitte, auch an Ihrem Teile mitzuhelfen und Ihren Beitritt zu dem Vereine zu erklären.42 Welche Zielvorstellungen und welche historische Perspektive lassen sich aus diesem Beitrittsaufruf, der von BOEHLAU und EISENMANN verfasst worden ist, ablesen? Einmal ging es um die Unterstützung eines Landesmuseums für das ehemalige Kurhessen, das dem damaligen Regierungsbezirk Kassel im Wesentlichen entsprach. Dieses Museum war 1903 noch das Museum Fridericianum, auf dessen Stifter, Landgraf Friedrich II., schon der erste Satz Bezug nahm. Es ging um die Sammlung der „Kunstschätze“ und „Merkwürdigkeiten“, die die Landgrafen zusammengetragen hatten. Die „Schatzkammer des fürstlichen Hauses“ und ihre „Kleinodien“ seien heute noch der Stolz der Sammlungen. Hiermit deutete sich die historische Perspektive an, die zehn Jahre später, 1913, den großen „Culturhistorischen Festzug“ anlässlich des 1000-jährigen Jubiläums der Stadt Kassel prägte: eine Betonung des hessischen Fürstengeschlechts und seiner Verdienste für das Land und die Residenzstadt.43 Dazu kam die Sorge um die „Erzeugnisse althessischen Kunstfleißes“, die als vorbildlich auch für das „Anregung suchende Handwerk“ galten. Die althessische Kunst sollte „in möglichst lückenlosen Reihen“ vertreten sein. Die Bedeutung, die die Sammlungen für die Bildung der Bevölkerung haben sollten, wurde hervorgehoben. Inwiefern dieses Ziel realisiert wurde, wird im Abschnitt 2.2 behandelt. 1.1.4 Satzung Die Zielvorstellungen und die historische Perspektive schlugen sich auch in der Satzung des Vereins nieder. Dort heißt es in „§ 1 Name und Zweck des Vereins im Allgemeinen“: Der Verein habe den „Zweck dazu beizutragen, dass das Museum Fridericianum in Cassel den von seinem erlauchten Stifter Landgraf Friedrich II ihm gestellten Aufgaben der Förderung der Wissenschaft und der Verbreitung künstlerischer Bildung immer besser und vollständiger entsprechen könne.“ „§ 2 Im Besonderen Der Verein sucht diese Ziele zu erreichen S.11 40 Hiermit ist sicherlich der „Verein zur Förderung und Vermehrung des städtischen Museums in Braunschweig“ gemeint. Die am 19. Mai 1869 veröffentlichten Statuten sehen ausdrücklich vor, „durch freiwillige Beiträge“ finanzielle Mittel sowie Leihgaben und Kunstobjekte zur Vermehrung der Sammlung des 1865 eröffneten Museums beizutragen. Vgl. Bert BILZER / Gerd SPIES, Das Städtische Museum Braunschweig. In: Kulturgeschichtliche Museen in Deutschland, Bd. 6, Hamburg 1968, S. 8 f. 41 wie Anm. 31, S. 2 42 wie Anm. 31, S. 3 43 vgl. hierzu ausführlich: Stefan SCHWEIZER, Geschichtsdeutung und Geschichtsbilder. Visuelle Erinnerungs- und Geschichtskultur in Kassel 1866-1914. Göttinger Gespräche zur Geschichtswissenschaft, Bd. 22, Göttingen 2004; so ist der „Culturhistorische Festzug“ neben dem Akademiedirektor Hermann KNACKFUß u. a. von BOEHLAU maßgeblich mitgestaltet worden; a.a.0., S. 260 9 a) Durch Erwerbung von Kunstwerken, namentlich hessischen Ursprungs, die der Königlichen Museumsdirektion als Leihgabe zur Ausstellung im Erdgeschoss der Gemäldegalerie oder im Friedrichsmuseum übergeben werden b) Durch Veranstaltung von öffentlichen Vorträgen […] c) Durch Einrichtungen, wonach es dem Publikum, insbesondere auch Gewerbetreibenden u. s. w. ermöglicht wird, unter sachkundiger Führung die Sammlungen kennen und würdigen zu lernen.“ 44 Die Perspektive ist rückwärts gewandt, eher dynastiegeschichtlich, wie SCHWEIZER zeigt: „Die ideen- und mentalitätsgeschichtlichen Grundlinien eines zunehmenden Romantizismus und Traditionalismus sowie Elemente eines die wilhelminische Geschichtskultur bestimmenden populären Historismus lassen sich auch in der niederhessischen Provinzialhauptstadt nachweisen.“45 Die Formulierung im Abschnitt c) im § 2 der Satzung war sicherlich dem Wunsch der Mitglieder geschuldet, die im Handels- und Gewerbeverein aktiv waren. Der Vorsitzende Dr. KNORZ erwähnte in einem Brief vom 27. April 1906 an die Landkreise Eschwege, Fulda, Gelnhausen, Hersfeld und Schlüchtern, in dem er um Beitritt zum Museums-Verein bat, dass die Kreise an das Germanische Museum in Nürnberg Beiträge zahlten. Das Museum der Provinz habe jedoch einen noch größeren Anspruch auf Unterstützung: „Zählt es doch zu seiner wichtigsten Aufgabe, alle Erzeugnisse hessischen Kunstfleisses zu erwerben und in der Hauptstadt des Landes zu einem Bilde der hessischen Kunst- und Kulturentwicklung zusammenzustellen. Der Neubau des Museums steht bevor […]. Wollen wir nicht hinter anderen deutschen Ländern und Landesteilen in beschämender Weise zurückstehen, so gilt es alle Mittel daranzusetzen, um von den viel gefährdeteren und in ihren Beständen bereits stark gelichteten Altertümern unserer Heimat zu retten, was zu retten ist, damit die historische Abteilung des neuen Museums die Vergangenheit des Hessenlandes in würdiger Weise darstelle.“46 Hier wurde die hessische Kunst- und Kulturentwicklung in den Vordergrund und die Kasseler Perspektive zurückgestellt. Diese Perspektive, verknüpft mit einem patriotischen Appell, betonte BOEHLAU auch in seinem Bericht über die Vereinstätigkeit 1906: „Und ferner erinnere ich daran, dass unser Verein es zu seiner Hauptaufgabe macht, die beweglichen Kunstdenkmäler unseres Landes dem Lande erhalten zu helfen. Das neue Museum in Cassel soll ein Bild der kunst- und kulturgeschichtlichen Entwicklung Hessens geben. Um das zu erreichen, bedarf es der Mitarbeit aller zu Ehre des hessischen Namens. Wir hoffen, dass dieser Appell, der Appell an die hessische Heimatliebe, innerhalb und ausserhalb Cassels nicht ungehört verhallt.“ 47 Die Satzung unterschied sich in einigen Punkten von den im Jahr 1903 dem Oberpräsidenten zugesandten „Grundzügen“48: So wurde statt eines 15-köpfigen Vorstands ein Arbeitsausschuss eingerichtet, der einen dreiköpfigen Vorstand wählte; so gab es keine Ankaufskommission, sondern die Vorschläge zum Erwerb von Objekten wurden vom Vorstand gemacht. 1.1.5 Unterzeichner des Beitrittsaufrufs Der Beitrittsaufruf wurde von 46 Personen unterzeichnet. „Die Unterzeichneten wenden sich nun an Sie mit der Bitte, auch an Ihrem Teile mitzuhelfen und Ihren Beitritt zu dem Vereine zu erklären. 44 Aktenverzeichnis 1, ohne Seite, gedruckte Satzung S. 1 45 SCHWEIZER, wie Anm. 43, S. 23 46 Aktenverzeichnis 1, 27.04.1906, ohne Seite 47 BOEHLAU, wie Anm. 4 S. 10 48 vgl. Anm. 17 10 v. Altenbockum, Konsistorialpräsident; Dr. Antoni, Oberbürgermeister, Fulda; v. Baumbach, Oberregierungsrat a. D., Ritterschaftl. Obervorsteher; Graf v. Berg, Polizeipräsident; Dr. Boehlau, Museumsdirektor; F. Canthal, Stadtverordnetenvorsteher, Handelskammerpräsident, Hanau; Deichmann, Rittergutsbesitzer, Lembach; v. Drach, Professor, Marburg; Dr. Eisenmann, Geh. Reg.-Rat, Museumsdirektor; Eisentraut, Generalmajor a. D.; v. Eschwege, Regierungsrat; Eubell, Architekt, Stadtverordneter; A. Fiorino, Bankier; Dr. Gebeschus, Oberbürgermeister, Hanau; Freiherr v. u. z. Gilsa, Hoftheaterintendant; Dr. Göbel, Geh. Reg.-Rat, Mitglied des Hauses der Abgeordneten, Fulda; Hackländer, Grosskaufmann; Dr. Hahn, Oberlehrer, Frankfurt a. M.; C. Henschel, Fabrikant; Dr. W. Heräus, Fabrikant, Hanau; O. Hosse, Kommerzienrat, Hanau; v. Keudell, Landrat, Eschwege; Kieckebusch, Oberst a. D.; Dr. Knorz, Geh. Reg.-Rat; F. Köhler, Grosskaufmann; E. Küster, Geh. Medizinalrat, Professor, Mitglied des Herrenhauses, Marburg; v. d. Malsburg, Wirklicher Geh. Rat, Schloss Escheberg; v. Mansbach; Müller, Oberbürgermeister; v. Pappenheim-Liebenau, Vorsitzender des Kommunallandtags, Mitglied des Hauses der Abgeordneten; C. Pfeiffer, Geh. Kommerzienrat; G. Plaut, Kommerzienrat, Stadtverordneter; Freiherr Riedesel zu Eisenbach, Landeshauptmann; G. Rosenzweig, Fabrikant, Stadtverordneter; Ruetz, Stadtrat; Salzmann, Fabrikant; v. Scharfenberg, auf Kalkhof bei Wanfried; Dr. Schier, Justizrat, Stadtverordneter; L. W. Schöffer, Gelnhausen; v. Schwertzell, Landrat, Ziegenhain; Dr. Stölting, Konsistorialrat; v. Trott zu Solz, Regierungspräsident; Ulrich, Eisenbahndirektionspräsident; Vogt, Kommerzienrat; Wegmann, Kommerzienrat; v. Windheim, Oberpräsident der Provinz Hessen-Nassau.“ Diese stattliche Reihe von Personen verlangt eine genauere Analyse hinsichtlich der beruflichen, politischen, wirtschaftlichen und sozialen Stellung, die durch die Mitgliederanalyse im Jahr 1906 ergänzt wird. Zunächst sind zehn Spitzen staatlicher Behörden der preußischen Provinz Hessen-Nassau, deren Hauptstadt Kassel – als Kompensation für den Rangverlust nach der 1866 erfolgten Annexion Kurhessens – war, zu nennen: - Ludwig Hubert VON WINDHEIM (27.6.1857 Oschersleben - 15.1.1935 Königsberg) war Oberpräsident der Provinz Hessen-Nassau49; - Dres. mult. h. c. August Bodo Wilhelm Klemens Paul VON TROTT ZU SOLZ (29.12.1855 Gut Imshausen bei Bebra - 27.10.1938 ebd.) war Regierungspräsident des Bezirks Kassel50; - Freiherr Wilhelm Giesebert Hermann RIEDESEL ZU EISENBACH (10.3.1850 Darmstadt - 6.11.1918 Kassel) war der Landeshauptmann des Bezirks Kassel51; - Karl Rabe VON PAPPENHEIM-LIEBENAU (19.8.1847 Dürrenhof bei Eisenach - 28.3.1918 Kassel) war der Vorsitzende des Kommunallandtags des Bezirks Kassel und Mitglied des preußischen Hauses der Abgeordneten52; - Franz ULRICH (3.3.1844 Hersfeld - 14.10.1914 Kassel) war der Präsident der Eisenbahndirektion Kassel, seit 1896 gleichzeitig Präsident des von ihm gegründeten Eisenbahnvereins53; - Karl Ludwig Hermann Kurt Graf VON BERG-SCHÖNFELD (25.2.1856 Berlin- ???) war der Polizeipräsident, der allerdings schon 1905 nach Hannover ging54; - Dr. Ludwig KNORZ (23.3.1847 Fulda - 12.4.1911 Kassel), Geheimer Regierungsrat, war der Geschäftsführer, von 1893-1909 der Direktor der Hessischen Brandversicherungs- anstalt, 1903-1910 außerdem Direktor der Landesversicherungsanstalt Hessen- Nassau55; - Alexander VON KEUDELL (16.1.1861 Schwebda - 24.6.1939 Göttingen)56; er war Landrat des Kreises Eschwege und ein Schwiegersohn des 1912 verstorbenen Oscar HENSCHEL; 49 Dem Oberpräsidenten unterstand die Aufsicht über die gesamte Verwaltung der Provinz Hessen-Nassau. 50 WANNAGAT, wie Anm. 15, S. 521 51 Der Landeshauptmann war der Vorsitzende des Landesausschusses eines Bezirksverbands, hier derjenige Kassels; vgl. Anm. 19 52 vgl. Anm. 19 53 Stadtarchiv Kassel, S 1 Nr. 2348 54 Stadtarchiv Kassel, Meldeblatt 55 WANNAGAT, wie Anm. 15, S. 448 56 Jochen LENGEMANN unter Mitarbeit von MITTELDORF, Andrea und SCHMIDT, Roland: MdL Hessen 1808- 1996, Biographischer Index, Marburg 1996, S. 211 11 - Gerhard Friedrich Wilhelm August Karl VON SCHWERTZELL (2.7.1854 Marburg - 1.4.1919 ebd.) war Landrat des Kreises Ziegenhain; er war von 1892 bis 1919 Mitglied im Kommunallandtag57 und königlicher Kammerherr; - Karl (Carl) Ferdinand Ernst Eberhard Hans VON ALTENBOCKUM58 (19.5.1842 Kassel - 25.10.1910 ebd.) kann man als Konsistorialpräsidenten auch zu den Spitzen der Behörden zählen. Die Oberbürgermeister dreier größerer Städte waren ebenfalls Unterzeichner: - August MÜLLER (12.2.1856 Dortmund - 10.4.1926 Kassel) war von 1900 bis 1912 Oberbürgermeister von Kassel 59; - Dr. jur. h. c. Georg ANTONI (21.2.1862 Hannover - 5.7.1942 Essen) war von 1894 bis 1930 Oberbürgermeister von Fulda 60; - Dr. Eugen GEBESCHUS (12.12.1855 Demmin - 11.11.1936 Hanau) war von 1893 bis 1916 Oberbürgermeister von Hanau61. Sieben Parlamentarier, überwiegend von kommunalen Selbstverwaltungsorganen, unterzeichneten: - Dr. jur. Heinrich SCHIER (1.5.1844 Paris - 1.9.1918 Kassel), Justizrat, Rechtsanwalt und Notar; er war von 1890-1894 frei-konservativer Reichtagsabgeordneter für den Wahlkreis Hanau, Gelnhausen, Bad Orb; von 1895 bis 1898 war er in Kassel als Abgeordneter im Ständigen Bürger-Ausschuss, danach von 1900-1918 als Stadtverordneter tätig, davon seit 1900 als stellvertretender Stadtverordneten- Vorsteher und von 1912 bis 1918 als Vorsteher62; - Carl PFEIFFER (17.2.1844 Kassel - 17.10.1912 ebd.), Geheimer Kommerzienrat, war von 1895 bis 1912 im Ständigen Bürgerausschuss bzw. als Stadtverordneter in Kassel tätig, davon 1895 bis 1906 und 1910 bis 1912 als Vorsteher63; PFEIFFER war Vorsitzender der Handelskammer und wurde zum Ehrenbürger der Stadt Kassel ernannt; er war Mitinhaber des Bankhauses Ludwig Pfeiffer; - Carl RUETZ (30.7.1841 Kassel - 24.7.1930 ebd.), Kaufmann, wurde als Privatmann geführt; er war von 1880 bis1898 im außerordentlichen und im Ständigen Bürgerausschuss, von 1898 bis1902 Stadtverordneter, von 1902 bis 1919 unbesoldeter Stadtrat64; - Gustav PLAUT (31.12.1854 Allendorf - 23.06.1928 Kassel), Kommerzienrat, lebte seit 1876 in Kassel, war von 1898 bis 1918 Stadtverordneter, von 1918 bis 1919 unbesoldeter Stadtrat; er war als Bankier Mitinhaber des Bankhauses Mauer und Plaut, 1908 bis 1914 Filialdirektor der Dresdner Bank, die das Bankhaus übernahm; von 1896 bis 1928 Mitglied der Handelskammer, Mitglied des Kommunallandtags, Vorstand der Lenoir-Stiftung und der Mond-Stiftung, Aufsichtsrat in mehreren Firmen, lange Zeit Vorsteher der jüdischen Gemeinde65; - Georg ROSENZWEIG (2.7.1857 Kassel - 19.3.1918 ebd.), Kommerzienrat, war Königlicher Hoflieferant und Inhaber der Firma L. J. Rosenzweig sowie der Farben- 57 LENGEMANN, wie Anm. 56, S. 353 58 Karl von ALTENBOCKUM war von 1894-1908 Präsident des Konsistoriums der kurhessischen Landeskirche. 59 LENGEMANN, wie Anm. 56, S. 473 60 LENGEMANN, wie Anm. 56, S. 55 61 Wikipedia, 27.03.2011 62 Jochen LENGEMANN, Bürgerrepräsentation und Stadtregierung in Kassel 1835-1996. Ein Handbuch von Jochen Lengemann, Bd. 1: Einführung, Übersichten und Index der städtischen Mandats- und Amtsträger. Hg. im Auftrag der Stadtverordneten-Versammlung Kassel. Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen 60,1 (= Publikationen der Kulturstiftung der Stadtsparkasse Kassel Nr. 1), Marburg 1996, S. 479 63 LENGEMANN, wie Anm. 62, S. 475 64 LENGEMANN, wie Anm. 62, S. 477 65 LENGEMANN, wie Anm. 62, S. 475 12 und Lackfabrik Rosenzweig und Baumann; er war von 1890 bis 1898 Abgeordneter im Außerordentlichen und Ständigen Bürgerausschuss, 1898 bis1917 Stadtverordneter, 1917 bis 1918 unbesoldeter Stadtrat66; - Otto VOGT (1.8.1852 Kassel - 3.11.1932 ebd.), Geheimer Kommerzienrat, war Besitzer eines Mühlenbetriebs am Finkenherd, von 1885 bis 1898 im Ständigen Bürgerausschuss in Kassel, 1898 Stadtverordneter und von 1898 bis 1924 unbesoldeter Stadtrat67; - Friedrich (Fritz) CANTHAL, (9.4.1848 Hanau - 9.11.1922 ebd.), war 1891 bis 1918 Präsident der Industrie- und Handelskammer Hanau, 1898 bis 1908 Stadtverordnetenvorsteher in Hanau; dort war er auch Präsident der Zeichenakademie (www.hanau.de/ehrenbürger). Diese Personen könnte man bis auf Heinrich SCHIER auch zum Wirtschafts-Großbürgertum zählen. Eine Gruppe von zehn weiteren höheren Beamten und Offizieren gehörte zu den Unterzeichnern: - Carl VON BAUMBACH (14.12.1860 Kassel - 19.9.1911 Breslau) war ehemaliger Landrat von Gelnhausen und Oberregierungsrat a. D., von 1898 bis 1903 Mitglied des Kommunallandtags, Ritterschaftlicher Obervorsteher68; - Prof. Dr. Carl Alhard VON DRACH (23.6.1839 ? – 1.5.1915 Kassel) war bis 1895 in Marburg Professor für Mathematik, seit 1902 nebenamtlich, ab 1909 hauptamtlich Bezirkskon- servator in Kassel und in dieser Funktion Geheimer Regierungsrat in Kassel69; - Dr. phil h.c. Gustav EISENTRAUT (7.6.1844 Bleicherode - 6.3.1926 Kassel), Generalmajor a. D., war von 1901 bis 1924 Vorsitzender des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde70; - Baron Herting VON ESCHWEGE (6.9.1863 Ziegenhain - nach 1930 Jestädt), Regierungsrat71; - Freiherr Adolf Ludwig Carl Ernst VON UND ZU GILSA (13.8.1838 Idstein – 19.6.1910 Kassel) war Hoftheaterintendant Kassel ab 1875 und königlicher Kammerherr72; - Dr. Anton GÖBEL, Geheimer Regierungsrat, Provinzialschulrat a. D., Mitglied des Hauses der Abgeordneten, Fulda73; - Dr. August HAHN (11.5.1860 Gelnhausen – 6.11.1938 Frankfurt am Main), Oberlehrer, Frankfurt am Main; er unterrichtete Mathematik am Wöhler-Realgymnasium in Frankfurt am Main74; - Ernst Paul Peter Arthur (von) KIECKEBUSCH (12.1.1845 Hohenselchow – ?.7.1912 Hoof bei Kassel), Oberst a. D.; er war Stadtverordneter von 1898 bis 190375; verheiratet war er mit Erna HENSCHEL, Tochter von Oscar HENSCHEL76; 66 LENGEMANN, wie Anm. 62, S. 477; Kassel-Lexikon Bd. 2 wie Anm. 10, S. 174; Stadtarchiv Kassel S 1 Nr. 2087 67 LENGEMANN, wie Anm. 62, S. 483; Hessische Allgemeine Zeitung, 13. November 1982 68 Die Stiftung der Althessischen Ritterschaft, auch als Ritterschaftliches Stift Kaufungen bekannt, ist 1532 von Landgraf Philipp dem Großmütigen gestiftet worden; sie wird von dem Erbmarschall zu Hessen aus der Familie RIEDESEL ZU EISENBACH nominell geleitet und von drei aus den Reihen der Ritterschaft bestimmten Ritterschaftlichen Obervorstehern geführt; vgl. Wikipedia 27.03.2011 69 KAHLFUß, wie Anm. 35, S. 7 und S. 56 70 KAHLFUß, wie Anm. 35, S. 4 und S. 61 71 Stadtarchiv Kassel, Meldeblatt 72 Kassel Lexikon Bd. 1, wie Anm. 11, S. 220 f. 73 Stadtarchiv Fulda, Adressbuch 1894; sonst keine näheren Angaben ermittelt 74 Institut für Stadtgeschichte Frankfurt am Main, Meldeblatt; Programm des Wöhler-Realgymnasiums in Frankfurt am Main, Ostern 1908, S. 4; dort führte er den Titel Professor. 75 LENGEMANN, wie Anm. 62, S. 469 76 Walter HERMSDORFF: Kassel, Ein Blick zurück, Geschichten aus der Geschichte, Kassel 2005, S. 129 13 - Professor Dr. Ernst KÜSTER (2.11.1839 Kalkofen/Kreis Usedom/Wollin – 1930 vermutlich Berlin) Geheimer Medizinalrat; er war Direktor der medizinischen Klinik in Marburg und Mitglied des Herrenhauses; 1907 verzog er nach Berlin77; - Dr. Gustav STÖLTING (20.3.1850 Wülfinghausen – 22.3.1907 verzogen nach Eimbeckhausen), Konsistorialrat; er war Rittergutsbesitzer in Eimbeckhausen78. Als weitere Gruppe kann man vier Rittergutsbesitzer nennen: - Ernst August Ludwig Ferdinand DEICHMANN (22.6.1856 Lembach – 29.7.1921 ebd.), war Rittmeister a. D., Rittergutsbesitzer in Lembach bei Borken; er war von 1887 bis 1919 im Kommunallandtag und Provinziallandtag; - Dr. jur. Hans VON DER MALSBURG (5.6.1831 Escheberg bei Breuna – 2.2.1908 Kassel), Wirklicher Geheimer Rat, Exzellenz, Schloss Escheberg bei Breuna, war von 1886 bis 1904 im Kommunallandtag, dort von 1890 bis 1899 Präsident79; - Freiherr Carl VON MANSBACH (19.6.1850 Bodenhausen bei Zierenberg – 6. 2.1922 Bodenhausen); er war Privatmann80; - Karl Xaver VON SCHARFENBERG (28.11.1849 Bremen – 18.4.1922 Kalkhof), Rittergutsbesitzer und Königlicher Kammerherr, Kalkhof bei Wanfried81; er war Stadtrat, 1. Beigeordneter und 1884-1886 Bürgermeister von Wanfried; aus seiner Dienstzeit als Offizier in Bonn nach 1870 war er bekannt mit Kaiser Wilhelm II., der damals in Bonn studierte. Schließlich unterzeichneten zehn zum Wirtschafts-Großbürgertum zu rechnende Personen: - Julius EUBELL (17.7.1847 Kassel – 31.3.1915 Kassel); er war Architekt und ein erfolgreicher Immobilienunternehmer, von 1898 bis 1906 Stadtverordneter82; - Alexander FIORINO (28.5.1842 Kassel - 1.5.1940 ebd.), war Kaufmann und Bankier, Mitinhaber des Bankhauses Fiorino & Sichel, General-Agent der Hamburg-Bremer Versicherungsgesellschaft; er war Kunstfreund, Numismatiker und Sammler, sozial für das jüdische Waisenhaus engagiert, Führer der Gesellschaft „Humanität“ u.v.a.83; - Friedrich Heinrich Emil HACKLÄNDER (30.1.1854 Dortmund – nach 11.5.1913 Hann. Münden), Großkaufmann; er war Inhaber der heute noch bestehenden Eisen-, Stahl- und Metallgroßhandlung84; - Karl Anton Theodor HENSCHEL (3.10.1873 Kassel – 11.12.1924 ebd.), Fabrikant; er übernahm 1912 die bedeutendste Firma Kassels - Lokomotivbau - von seiner Mutter Sophie Henschel85; - Dr. phil. Jean August Wilhelm HERÄUS (09.01.1860 Hanau – 20.10.1948 ebd.), Fabrikant; er trat 1887 in das Werk seines Vaters ein, übernahm 1889 mit seinem Bruder die Leitung der Firma; ab 1898 war er Stadtverordneter, ab 1907 im Magistrat der Stadt Hanau86; - Wilhelm Alexander Otto HOSSE (10.1.1844 Hanau – 16.02.1916 ebd.), Kommerzienrat; 77 Stadtarchiv Marburg, Meldeblatt, und Inge AUERBACH, Catalogus professorum academiae Marburgensis, 2. Band 1911-1971, Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen, Bd. 15, 2, 1971, S. 298 78 Stadtarchiv Kassel, Mappe B 6/1 und Meldeblatt 79 LENGEMANN, wie Anm. 56, S. 252 80 Stadtarchiv Kassel, Meldeblatt 81 KAHLFUß, wie Anm. 35, S. 180 82 LENGEMANN, wie Anm. 62, S. 462; Kassel Lexikon, wie Anm. 11, S. 173 83 PRINZ, Wolfgang: Jüdische Bürger aus Kassel vor 1933. In: Helmut BURMEISTER und Michael DORHS (Hg.) unter Mitarbeit von Alfred HÖCK: Fremde im eigenen Land. Beiträge zur Kultur- und Sozialgeschichte der Juden in den alten Kreisen Hofgeismar, Kassel, Wolfhagen und in der Stadt Kassel. Verein für Hessische Geschichte und Landeskunde e. V., Zweigverein Hofgeismar. Hofgeismar 1985, S. 49 f. 84 Stadtarchiv Kassel B 6/1 und Meldeblatt 85 Wikipedia, 02.08.2011 86 Wikipedia, 06.05.2011 14 1907 erhielt er den Titel Geheimer Kommerzienrat für seine Tätigkeit als Mitinhaber der Zigarrenfabrik P. G. Hosse Wwe in Hanau; er war vielfältig sozial aktiv und spendete z. B. zum 100-jährigen Firmenjubiläum 60.000 Mark für unterstützungs- bedürftige Arbeiter87; - Friedrich (Fritz) KÖHLER (19.5.1851 Kassel - 30.9.1925 ebd.)88, Großkaufmann; - Ludwig Wilhelm SCHÖFFER (31.3.1831 Gelnhausen - 17.9.1904 ebd.) aus Gelnhausen; er be- trieb mit einem russischen Fabrikanten die erste Glühlampenfabrik in den Nieder- landen89; - Heinrich SALZMANN (3.2.1851 Spangenberg - 3.11.1915 Kassel); er war ab 1908 Kommerzienrat und Gründer der Salzmann-Werke in Kassel-Bettenhausen, die zeit- weise zu den größten Textilunternehmungen Deutschlands gehörten90; - der Kommerzienrat und Fabrikant Peter WEGMANN (16.3.1843 Köln – 29.5.1912 Bad Kissingen) war 1882 Gründer und seitdem Inhaber der Firma Wegmann & Co. in Kassel-Rothenditmold für Fahrzeugbau, später Rüstungsindustrie (vgl. HERMS- DORFF, wie Anm. 76, Nr. 1184). Dazu kamen die beiden Initiatoren Dr. Oscar EISENMANN und Dr. Johannes BOEHLAU91. Von den 46 Unterzeichnern waren 18 (39%) Juristen und 16 (35 %) Unternehmer; 15 (33 %) hatten einen Adelstitel, 11 einen akademischen Titel, davon drei den Doktortitel honoris causa. 1.2 Mitglieder 1906 1.2.1 Zahl der Mitglieder Um die Analyse der Unterstützer bzw. Mitglieder, den historischen Hintergrund und die Typisierung des Vereins genauer vornehmen zu können, ergänze ich nun die Mitglieder, die BOEHLAU in seinem Bericht über die Tätigkeiten des Vereins von 1903 bis zum Juli 1906 nennt92. Auf S. 5 wird für den 1. Juli 1906 berichtet: „Dem Verein traten 15 Verbände und Korporationen und 78 Mitglieder, davon vier „lebenslängliche“ bei. Sein Jahreseinkommen beläuft sich auf rund 3500 M. […] Durch Tod verloren wir die Herren L. W. Schöffer in Gelnhausen und M. Wallach in Cassel, durch Wegzug aus Hessen Exzellenz von Trott zu Solz, Oberpräsident der Provinz Brandenburg, und Graf Berg, Regierungspräsident von Hannover.“ Außer Martin WALLACH waren die verstorbenen bzw. ausgeschiedenen Mitglieder Unterzeichner des Beitrittsaufrufs. Sechs Unterzeichner waren, außer dem verstorbenen Ludwig SCHÖFFER, Hanau, keine Mitglieder: Graf Kurt VON BERG-SCHÖNFELD; Eugen GEBESCHUS, Hanau; Freiherr Adolf VON GILSA, Kassel; Dr. Anton GÖBEL, Fulda; August VON TROTT ZU SOLZ. Am 1. Juli 1906 gab es somit 78 persönliche Mitglieder, davon vier „lebenslängliche“, und 15 korporative Mitglieder. Bei den vier „lebenslänglichen“ Mitgliedern, die einmalig 1000 Mark als Beitrag zahlten, handelte es sich um Sigmund ASCHROTT, Sophie HENSCHEL, Karl Anton Theodor HENSCHEL, der den Beitrittsaufruf schon unterzeichnete, aus Kassel, und Richard MÜLLER aus Fulda: 87 Stadtarchiv Hanau 88 Stadtarchiv Kassel B 6/1 und Meldeblatt 89 Wikipedia, 09.05.2011 90 Wikipedia, 02.08.2011 91 vgl. Anm. 11 und Anm. 12 92 BOEHLAU, wie Anm. 4, S. 20-22 15 - Sigmund ASCHROTT (14.6.1826 Hochheim am Main – 5. 5.1915 Berlin), Kommerzienrat, war der „Vater der Kasseler Leinenindustrie“93, bei dem Salomon FRÖHLICH, Mitinhaber der Firma Fröhlich & Wolff, Moritz GOTTSCHALK und Heinrich SALZMANN „gelernt“ hatten, bevor sie ihre Firmen aufbauten; er war ein erfolgreicher Immobilienunternehmer und bedeutender Mäzen in Kassel94; - Caroline Elisabeth Francisca Sophie HENSCHEL (11.11.1841 Gut Rothenhoff/Porta Westfalica - 5.2.1915 Kassel) übernahm 1894 die Firma ihres Mannes und leitete sie bis zur Übernahme 1912 durch ihren Sohn Karl Anton Theodor HENSCHEL95; - Richard MÜLLER (6.10.1851 in Fulda – 14.11.1931 ebd.) war von 1893 bis 1924 Reichs- tagsabgeordneter für die Zentrumspartei; nach ihm wurde 1983 die ehemalige städtische Berufsschule in Fulda benannt96. Die weiteren 36 Mitglieder, die nicht zu den Unterzeichnern des Beitrittsaufrufs gehören, waren: Stadtrat C. ANDRÈ; Th. BAUMANN, Cassel; Professor C. BRÜNNER, Cassel; Dr. F. BÜDING, Cassel; Ritterschaftlicher Obervorsteher H. V. DÖRNBERG ZU HAUSEN, Cassel; Geheimer Regierungsrat J. V. DÖRNBERG, Cassel; A. ENDERT, Bischof von Fulda (†); Fabrikant G. ENGELHARDT, Cassel; M. FELDSTEIN, Cassel; Bergwerksbesitzer Ernst O. FRANK [sic!], Cassel; Fabrikbesitzer Salomon FRÖHLICH, Cassel; Hofdruckereibesitzer Gebr. GOTTHELFT, Cassel; Großkaufmann A. HARLOFF, Cassel; Direktor F. HENKEL, Cassel; Jos. HESS, Cassel; Bürgermeister H. JOCHMUS, Cassel; Architekt A. KARST, Cassel; Fabrikbesitzer M. LIEBERG, Cassel; H. MÖLLER, Cassel; Maurermeister Ch. MÜLLER, Cassel; Bankier Karl L. PFEIFFER, Cassel; Geheimer Kommerzienrat L. PFEIFFER [?]; Großkaufmann H. REUSE, Cassel; A. RITTERSHAUSEN, Cassel; H. RUBENSOHN, Cassel; Königl. Baurat Aug. SCHÄFFER, Cassel; Justizrat Dr. W. SCHEFFER, Cassel; Ludwig SCHNELL, Fabrikant, Cassel; G. SCHRÖDER, Cassel; Stadtältester und Rittergutsbesitzer G. SEIDLER, Cassel; Fabrikbesitzer E. SETHE, Cassel; A. STERNBERG, Cassel; Phil. STOCK, Gelnhausen; Freiherr W. V. STUMM, Exzellenz, Holzhausen; H. THORBECKE, Cassel; G. H. TROST, Cassel97. Gliedern wir wieder nach den oben genannten Gruppen: Spitzen von Behörden: - Julius von DÖRNBERG ZU HAUSEN (25.01.1837 Hausen - 11.03.1922 Kassel), Geheimer Regierungsrat, war von 1882 bis 1907 Landrat des Landkreises Kassel98; - Adalbert ENDERT (22.12.1850 in Setzelbach bei Rasdorf - 20.07.1906 Fulda), Bischof von Fulda, der kurz vor der Drucklegung von BOEHLAUs Bericht starb, kann man zu den Spitzen von Behörden rechnen.99 Angehörige von Parlamenten, insbesondere von kommunalen Selbstverwaltungsorganen: - Carl ANDRÉ (1838 ? - 31.10.1918 Kassel), Bankier, war von 1895-1898 Stadtrat, von 1898 bis 1918 unbesoldeter Stadtrat in Kassel; er erhielt die Ehrenbezeichnung „Stadtältester“; als Bankier war er Mitinhaber der Bankgesellschaft André & Herzog, Kölnische Straße 21100; - Georg SEIDLER (21.2.1842 Kassel – 26.12.1923 ebd.) war seit 1874 im Kasseler 93 HERMSDORFF, wie Anm. 76, Nr. 1239, HNA vom 18.6.1988 94 vgl. Wikipedia, 28.05.2011 95 HERMSDORFF, wie Anm. 76, und Wikipedia 02.08.2011 96 vgl. Wikipedia, 28.05.2011 97 vgl. BOEHLAU, wie Anm. 4, S. 20-22 98 Stadtarchiv Kassel, S1 Nr. 1016 und Meldeblatt 99 Wikipedia 06.05.2011 100 LENGEMANN, wie Anm. 62, S. 457 u. ö.; Stadtarchiv Kassel, S 1 Nr. 4034 16 Außerordentlichen Bürgerausschuss und Ständigen Bürgerausschuss, zeitweise Stadtrat; von 1898 bis 1902 war er unbesoldeter Stadtrat, von 1902 bis 1919 unbesoldeter Beigeordneter; 1899 erhielt er die Ehrenbezeichnung „Stadtältester“101 und wurde am 14. Mai 1919 Ehrenbürger102; beruflich war er Maurermeister bis 1888, dann Besitzer des von Griesheimschen Guts in Philippinenhof, wohnte aber in Kassels Prachtstraße Schöne Aussicht Nr. 7; er war ein geselliger und humorvoller Unterhalter, wegen seiner Witze und Anekdoten berühmt, weswegen während der Sommeraufent- halte Kaiser Wilhelms auf der Wilhelmshöhe etliche Begegnungen stattfanden, bei denen sich der Kaiser die neuesten Witze erzählen ließ103. Beide könnte man auch zum Wirtschafts-Großbürgertum zählen. Zu den Beamten und Offizieren kann man vier Mitglieder rechnen: - Professor Carl BRÜNNER (4.12.1847 Karlsruhe - 17.1.1918 ebd.) war als Maler und Kunstgewerbler Lehrer an der Kunstgewerbeschule in Kassel104; - Referendar Dr. jur. Friedrich BÜDING (20.6.1868 Kassel, 10.10.1907 nach Frankfurt verzogen)105; - Bürgermeister Hermann JOCHMUS (17.6.1853 Dessau - 03.9.1933 Kassel) war von 1896 bis 1914 zweiter Bürgermeister in Kassel106; - August SCHÄFFER (21.5.1833 Rinteln - 21.8.1908 Kassel), war Königlicher Baurat107. Rittergutsbesitzer waren zwei weitere Mitglieder: - Reichsfreiherr Hugo Friedrich Wilhelm von DÖRNBERG ZU HAUSEN (2.4.1844 Kassel - 27.2.1930 ebd.); er hatte Jura studiert, war Erbküchenmeister, Preußischer Kammerherr, Rechtsritter des Johanniterordens, Ritterschaftlicher Obervorsteher des Stifts Kaufungen; im Sommer lebte er auf seinem Gut in Hausen bei Oberaula, im Winter in Kassel108; - Freiherr Wilhelm VON STUMM (25.1.1869 Frankfurt a. M. - 30.3.1935 Berlin)109, Diplomat seit 1894, zeitweise Legationssekretär in Brüssel, St. Petersburg, London, spielte in der sog. Julikrise vor Beginn des 1. Weltkriegs eine einflussreiche Rolle; im Bericht BOEHLAUS 1906 wird er als „Exzellenz, Holzhausen“ bezeichnet; möglicherweise liegt hier eine Verwechslung mit dem Freiherrn Ferdinand Eduard VON STUMM vor, *12.03.1843 in Neunkirchen/Saar: Die Familie von Stumm stammte aus dem Saarland; er war zeitweise kaiserlicher Botschafter in Madrid – der Sohn Friedrich Wilhelm wurde am 18. Mai 1888 in Madrid geboren - und lebte mit seinen vier Kindern in Holzhausen, Kreis Kirchhain110. Außerdem wurde der Stadtälteste Georg SEIDLER „Rittergutsbesitzer“ genannt. 24 Mitglieder kamen aus dem Wirtschafts-Großbürgertum, z. T. aus dem Mittelschicht- Bürgertum: - Theodor BAUMANN (6.6.1858 Kassel - 14.1.1922 ebd.) führte den Titel „Königlicher Hoflieferant“ und war Mitinhaber der Firma Rosenzweig & Baumann, Jordanstr. 5111; 101 LENGEMANN, wie Anm. 62, S. 116, 138 und 481; Stadtarchiv Kassel, S 1 Nr. 3774 102 HERMSDORFF, wie Anm. 76, Nr. 1282, Hessische Allgemeine, 20. Mai 1989 103 ebd. 104 Stadtarchiv Kassel, S 1 Nr. 871 105 Stadtarchiv Kassel, Meldeblatt 106 LENGEMANN, wie Anm. 57, S. 209 und 468; Stadtarchiv Kassel, S1 Nr. 496 107 Stadtarchiv Kassel, Meldeblatt 108 Stadtarchiv Kassel, S 1 Nr. 1027; Brief seines Enkels Hans-Eppo von Dörnberg vom 28.06.2011 109 vgl. Wikipedia, 06.06.2011; 110 Freiherrliches Taschenbuch 1905, Gotha, Verlag Julius Perthes, S. 794 111 Stadtarchiv Kassel, Meldeblatt 17 - Georg Wilhelm ENGELHARDT (30.4.1859 Kassel - 11.2.1944) war Fabrikant und Inhaber der Chasalla-Schuhfabrik; er galt als Pionier für naturgemäße Fußbekleidung und gesundheitsgerechtes Schuhwerk112; - Max FELDSTEIN (12.12.1861 Cassel - nach 1938) führte ebenfalls den Titel „Königlicher Hoflieferant“; er war Kaufmann und Inhaber der Firma Feldstein & Berger, die Uniformen herstellte113; - Ernst Otto FRANCKE (16.4.1838 KASSEL - 18.5.1913 KISSINGEN) war Bergingenieur, im Jahr 1906 Rentner, bei dem im Adressbuch neben seiner Wohnung in der Kölnischen Straße 59 eine Sommerwohnung in der Steinhöferstr. 9 angegeben ist114; - Salomon FRÖHLICH (10.12.1840 Rexingen – 20.7.1911 Kassel), Kommerzienrat; er war Mitinhaber der Firma Fröhlich & Wolff, die Segeltuche, Wagen- und Zelttuche herstellte115; - Gebrüder GOTTHELFT: Die Brüder Carl, Richard, Theodor und Wilhelm waren Verleger und Inhaber der „Hofbuchdruckerei“; sie gaben das 1853 von den Brüdern Carl und Adolph GOTTHELFT gegründete Casseler Tageblatt heraus; Carl GOTTHELFT (29.6.1887 Kassel - 26.1.1931 Kassel) war dort Redakteur, ab 1917 Chefredakteur. Richard GOTTHELFT, den man 1933 mit seiner Frau tot in ihren Betten auffand, war Verleger116; in BOEHLAUs Bericht 1906 steht nicht, welcher der Brüder Mitglied war, sondern nur „Hofdruckereibesitzer“; da Carl und Richard 1928 als Mitglieder geführt werden, ist anzunehmen, dass einer, vermutlich Richard, als Mitglied anzusehen ist; - Adolph HARLOFF (22.9.1853 Peplow (Mecklenburg) - nach 1.11.1914 Kassel) war Groß- kaufmann und Inhaber der Kohlen-, Koks- und Brikett-Großhandlung sowie einer Reederei117; - Friedrich HENKEL (12.05.1850 - 01.11.1911) war Direktor des Kreditvereins118; - Josef HESS (17.12.1849 Rotenburg - 07.02.1926 Kassel) war Mühlenbesitzer und Inhaber der Firma H. Hess und Söhne119; - Anton KARST (21.5.1861 Mainz - 6.3.1919 Kassel) war seit 1891 selbstständiger Architekt in Kassel, seit 1900 mit dem Architekten Hans FANGHÄNEL assoziiert; als erfolgreicher Unternehmer entwarf er historistische Gebäude wie die Handelskammer 1899, das Hotel Schirmer am Ständeplatz 1900, das Königliche Hoftheater 1907-09, die Villa Henschel auf dem Weinberg, das Warenhaus Tietz 1913 in der Oberen Königstraße u. v. a.120; - Moritz LIEBERG (24.6.1851 Kassel - 20.6.1927 ebd.) war Inhaber der Firma Lieberg & Co, die einen Kupferhammer und ein Walzwerk betrieb; der Vater Wolf LIEBERG hatte 1869 den Messinghof gekauft121; - August Hermann MÖLLER (15.3.1825 Kassel - 28.6.1916 ebd.) war als Kaufmann ehemals Inhaber der Weiß-, Bettwaren- und Aussteuer-Betriebs in der Königstraße122; - Johann Christoph MÜLLER (7.9.1859 Kassel - 8.12.1932 ebd.) war Inhaber eines Maurer- und Steinhauer-Betriebs123; 112 Stadtarchiv Kassel, Meldeblatt und S 1 Nr. 292; Kasseler Post 30.04.1929 und öfter 113 Stadtarchiv Kassel, Meldeblatt; Adressbuch Kassel 1906 114 Stadtarchiv Kassel, Meldeblatt; Adressbuch Kassel 1906 115 Stadtarchiv Kassel, Meldeblatt; Heiko SCHÄTZLÉ, Betriebschronik der Textilfabrik Fröhlich und Wolff, www.uni-kassel.de/gis/KULADIG/ Losse etc., 06.08.2011 116 Stadtarchiv Kassel, Meldeblatt; HERMSDORFF, wie Anm. 76, Nr. 329, Hessische Allgemeine 07.12.1968 117 Adressbuch Kassel 1906, S. 93 f. und Stadtarchiv Kassel, Meldeblatt 118 KAHLFUß, wie Anm. 35, Bd. 4, S. 94 119 KAHLFUß, wie Anm. 35, Bd. 4, S. 96; Adressbuch Kassel 1906, S. 104 120 Stadtarchiv Kassel, S 1 Nr. 3115; Adressbuch Kassel 1906, S. 125 121 www.uni-kassel.de/gis/...; Adressbuch Kassel 1906, S. 157 122 Adressbuch Kassel 1906, S. 177; Stadtarchiv Kassel, Meldeblatt 123 Adressbuch Kassel 1906, S. 180; Stadtarchiv Kassel, Meldeblatt 18 - Geheimer Kommerzienrat L. PFEIFFER: Hier muss es sich um eine Verwechslung handeln: Der Firmengründer Ludwig PFEIFFER starb 1893; sein Sohn August Ludwig starb 1892, sein Sohn Carl (siehe oben S. 11) war Geheimer Kommerzienrat; der Sohn von August Ludwig wiederum war der folgende Karl Ludwig PFEIFFER; - Dr. h. c. Karl Ludwig PFEIFFER (5.9.1874 Kassel - 14.6.1952 Kassel), Bankier, seit 1899 Mitinhaber des Bankhauses Pfeiffer124; - Carl REUSE (11.10.1844 Kassel - 18.11.1922 Kassel) war als Großkaufmann Mitinhaber der Firma Köhler, Reuse & Co. in der Marienstraße125; - August RITTERSHAUSEN (23.4.1833 Kassel - 25.7.1911), Kaufmann, Rentner; von 1874- 1880 war er im Ständigen Bürgerausschuss, von 1880 bis 1890 im Außerordentlichen Bürgerausschuss in Kassel126; - Hermann (Herz) RUBENSOHN (23.1.1837 Beverungen - 27.5.1919 Kassel) war Kaufmann und firmierte als Rentner127; - Johann Ludwig Georg Wilhelm SCHNELL (05.09.1860 Volkmarsen - 19.07.1924 Kassel) war Kaufmann und Inhaber der Firma Philipp Schnell, die im Adressbuch als „Chromo-, Buntpapier, Leim- und Gelatine-Fabrik, Philippinenhöfer Weg und Hegelsbergstraße“128 angegeben wird; - Georg SCHRÖDER (23.12.1874 Kassel - 20.8.1960 ebd.) war Kaufmann und Inhaber der Papierhandlung, Buchdruck- und Gravieranstalt am Druselplatz129; - Eduard Chr. Philipp SETHE (24.9.1843 Wesel - 23.4.1932 Kassel) war Mitinhaber der Firma Wegmann & Co.130; - Carl Adolf STERNBERG (4.10.1840 Trier – 5.2.1917 Kassel) war Vorstandsmitglied der Kohlenhandels-Gesellschaft „Glückauf“131; - Philipp STOCK (29.11.1857 Gelnhausen – 5.7.1927 ebd.), Großkaufmann132; - Franz Heinrich THORBECKE (16.4.1864 Bamberg; 18.2.1929 verzogen nach Bamberg) war Fabrikant133; - Georg Heinrich TROST (1844 - 2.4.1917 Kassel) war Großkaufmann und Inhaber der Lebensmittel-Großhandelsgesellschaft Trost & Comp. in der Artilleriestraße134. BOEHLAU nannte außerdem 15 Verbände und Korporationen, die dem Verein beigetreten waren: - der Bezirksverband für Hessen-Cassel135; - die Landkreise Cassel, Fritzlar, Fulda, Homberg, Rinteln, Schlüchtern, Wolfhagen, Ziegenhain; - die Residenzstadt Cassel; - der Handels- und Gewerbeverein Cassel, der Verein für Hessische Geschichte und Landeskunde, der Kaufmännische Verein Cassel, der Verschönerungsverein Cassel136. Für die weitere Auswertung lege ich der Einfachheit halber die 78 Mitglieder des Jahres 1906 124 Stadtarchiv Kassel, Meldeblatt 125 Adressbuch Kassel 1906, S. 207; Stadtarchiv Kassel, Meldeblatt 126 Stadtarchiv Kassel, Meldeblatt 127 Adressbuch Kassel 1906, S. 216; Stadtarchiv Kassel, Meldeblatt 128 Adressbuch Kassel 1906, S. 237; Stadtarchiv Kassel, Meldeblatt 129 Adressbuch Kassel 1906, S. 241; Stadtarchiv Kassel, Meldeblatt und S 1, Nr. 2233 130 Adressbuch Kassel 1906, S. 249; Stadtarchiv Kassel, Meldeblatt 131 Adressbuch Kassel 1906, S. 260; Stadtarchiv Kassel, Meldeblatt 132 KAHLFUß, wie Anm. 35, Bd. 4, S. 203 f. 133 Adressbuch Kassel 1906, S. 267; Stadtarchiv Kassel, Meldeblatt 134 Adressbuch Kassel 1906, S. 269; Stadtarchiv Kassel, S 1 Nr. 84 135 vgl. Anm. 19 136 Zu diesen Vereinen vgl. das Kapitel 1.5 Vernetzung von Vereinen, S. 24 ff. 19 zugrunde, lasse also die von BOEHLAU im Bericht 1906 genannten ausgeschiedenen bzw. verstorbenen Mitglieder sowie die Personen, die zwar den Beitrittsaufruf unterzeichnet hatten, aber nicht Mitglieder wurden, weg. 1.2.2 Wohnorte 1906 wohnten 57 Mitglieder (= 73 %) in der Stadt Kassel, zwei in den Vororten Bettenhausen und Rothenditmold; im näheren Umland (Escheberg bei Zierenberg, Hoof, Lembach bei Borken, Liebenau, Wolfhagen) wohnten vier Mitglieder; in der nordhessischen Region (Eschwege, Kalkhof bei Wanfried) zwei Mitglieder, in Frankfurt ein Mitglied, in Fulda drei (bzw. zwei) Mitglieder, in Gelnhausen ein Mitglied, in Hanau drei Mitglieder, in Marburg zwei Mitglieder, in Ziegenhain ein Mitglied; Sigmund Aschrott wohnte schon in Berlin. An der Verteilung der Wohnorte lässt sich einerseits das Ziel ablesen, ein landesweiter Förderverein für ein Landesmuseum zu sein, das das ehemalige Kurhessen, dem der Regierungsbezirk Kassel entsprach, repräsentierte; andererseits war die Dominanz der in Kassel Ansässigen überdeutlich. Dies lag sicherlich in der Funktion Kassels als vormaliger Residenzstadt und als Hauptstadt der Provinz Hessen-Nassau begründet. Der frühe Beitritt des Bezirksverbands zum Verein und die Mitgliedschaft von acht Landkreisen bestätigte sicherlich dieses Ziel. Bei der Frage danach, wie der Verein 'funktionierte', wird zu prüfen sein, ob es sich verwirklichen ließ. 1.2.3 Altersstruktur und Soziale Schicht Von zwei Mitgliedern (Gebrüder Gotthelft, da nicht bekannt ist, wer der vier Brüder Mitglied war, und Anton GÖBEL) können die Lebensdaten nicht angegeben werden. Von den übrigen 76 Mitgliedern sind zwei (= 2,7 %) in den 1820er Jahren geboren, neun (= 11,7 %) in den 1830er Jahren, 27 (= 36 %) in den 1840er Jahren, 24 (= 32 %) in den 1850er Jahren, 12 (= 15,4 %) in den 1860er Jahren und drei (= 4 %) in den 1870er Jahren. Die in den Dekaden 1840 bis 1850 geborenen 51 Personen (68 %) haben demnach ihre beruflichen und gesellschaftlichen Erfahrung im Wesentlichen in der preußischen Zeit nach 1866 gemacht, dabei auch den enormen wirtschaftlichen Aufstieg Kassels im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts erlebt, ihn zum großen Teil selbst mitbewirkt. Bei einem durchschnittlichen Alter von 53,4 Jahren hatte der größte Teil der Mitglieder den Höhepunkt seiner beruflichen Karriere erreicht. „Nach Konjunktur und Krise der Gründerjahre erlebte Kassel seit den 90er Jahren eine längere wirtschaftliche Aufschwungphase und die endgültige Entwicklung zur Industriegroßstadt. Im vielseitigen Spektrum der Branchen, viele mit hohem Exportanteil, dominierten Metallverarbeitung und Textilproduktion. Die bedeutendste und bekannteste Firma in Kassel war Henschel, die mit ihrem Schwerpunkt Lokomotivbau eine führende Stellung in Europa erobern konnte. Waggonbau (Gebr. Credé [1897], Wegmann [1882 angekauft]), Maschinenbau AG (vorm Beck & Henkel) sowie die Federstahl-Industrie erreichten auf ihren Gebieten beachtliche Marktanteile. Die Kasseler Textilindustrie verdankte der äußerst erfolgreichen Tätigkeit des Sigmund Aschrott ihren Aufstieg und ihre Spitzenstellung in Deutschland bei der Spezialfabrikation schwerer Leinen für Segeltuche und technische Zwecke. Die Gründer der Firmen Fröhlich & Wolff (1867), Salzmann (1876) und Gottschalk (1881) hatten alle zeitweilig bei oder mit Aschrott gearbeitet. Feinmechanik (Breithaupt & Söhne, seit 1762; Otto Fennel Söhne, 1851), pharmazeutische Bedarfsartikel (1868) oder die Farbenfabrik von Rosenzweig & Baumann (1823) zählten zu den älteren Betrieben.“137 Die Firma Salzmann wurde in vier Jahrzehnten der größte Repräsentant ihrer Branche in Deutschland mit insgesamt fünf Fabriken.138 137 Gerd FENNER / Sabine KÖTTELWESCH, Eine Stadt vor 100 Jahren. Kassel. Bilder und Berichte, München 1995, S. 45 138 vgl. ebd., S. 49 f. 20 Die Mitglieder des Museums-Vereins für Hessen-Cassel im Jahr 1906 waren eine illustre Männergesellschaft (Ausnahme: Sophie Henschel); sie gehörten zur Elite der Stadt Kassel und anderer Orte des ehemaligen Kurhessen: - 12 Spitzen von Behörden, Städten, Landkreisen und großen Verbänden; - zehn prominente Parlamentarier, vor allem Mitglieder von kommunalen Selbstverwaltungsorganen; - 13 höhere Beamte und Offiziere; - sieben Rittergutsbesitzer; - 36 Angehörige des Wirtschafts-Großbürgertums; von den Parlamentariern könnte man acht zusätzlich zu dieser Gruppe zählen: mit 44 sind dies also mehr als die Hälfte der Mitglieder des Museumsvereins! Die meisten Namen der bei FENNER genannten großen Kasseler Industriebetriebe stehen auf der Mitgliederliste des Museumsvereins. Man kannte sich also, man war 'unter sich'. Beispielhaft soll hier die Handelskammer herangezogen werden: Das Adressbuch des Jahres 1906 verzeichnete als Kasseler Mitglieder der Handelskammer, spätere Industrie- und Handelskammer, Hohenzollernstr. 54: „Geh. Kommerzienrat C. Pfeiffer, erster Vorsitz., Kommerzienrat Otto Vogt, zweiter Vorsitz., [… zwei weitere Personen] Fabrikant S. Fröhlich, Kommerzienrat Carl Henschel, [eine weitere Person], Grosshändler Fr. Köhler, [eine weitere Person], Kommerzienrat Gustav Plaut, [eine weitere Person], Kommerzienrat Gg. Rosenzweig, [eine weitere Person]“139. Von 13 Kasseler Mitgliedern der Kammer waren sieben Mitglieder im Museumsverein. Auch der Vorsitzende der Handwerkskammer W. ZIMMERMANN war Mitglied im Museumsverein140. Fritz CANTHAL war in Hanau Vorsitzender der Handelskammer. Wenn man die Straßen, in denen die Kasseler Mitglieder des Museumsvereins wohnten, heranzieht, unterstreicht die Einschätzung, dass es sich um die gesellschaftliche Elite der Stadt handelt: Man wohnte in den 'gehobenen' Vierteln an der Schönen Aussicht, am Weinberg, auf der Terrasse, in der Humboldtstraße, Olgastraße, Annastraße etc. 1.3 Gründungsmuster des Museumsvereins für Hessen-Cassel Die Gründung des Museums-Vereins für Hessen-Cassel und die Zusammensetzung der Mitglieder folgt einem der drei Muster, die Andrea MEYER in ihrer Studie zum Verein der Freunde der Nationalgalerie beschreibt141: Einige Museumsvereine gingen aus Kunstvereinen hervor, die die Einrichtung eines Museums angestrengt hatten; Beispiel dafür ist der 1857 gegründete Kölnische Museumsverein, dessen Auftrag der Erwerb von Kunstwerken für das Wallraf-Richartz-Museum war142 Bei anderen Museumsvereine schlossen sich die Bürger von vornherein zur Gründung einer musealen Einrichtung zusammen; Beispiel hierfür ist der Verein deutsches Gewerbemuseum zu Berlin. Andrea MEYER konstatiert einen dritten Weg, der zur Gründung von Museumsfördervereinen führte: Die Eigeninitiative von Direktoren bereits existierender Sammlungen. 139 Adressbuch Kassel 1906, Teil II, S. 12 140 FENNER, wie Anm. 137, S. 13 141 vgl. Andrea MEYER, In guter Gesellschaft. Der Verein der Freunde der Nationalgalerie Berlin von 1929 bis heute. (= Bürgerlichkeit. Wertewandel. Mäzenatentum, hg. von Thomas W. GAETHGENS, Jürgen KOCKA und Reinhard RÜRUP, Bd. III), Bonn 1998, S. 18 ff. 142 Vgl. Rainer BUDDE, Maler, Museen und Mäzene – die Geschichte einer Freundschaft, in: Freunde des Wallraf-Richartz-Museums und des Museums Ludwig e.V. (Hg.), Redaktion Jörg STREICHERT, 150 Jahre Freunde. Kunst erleben – Kunst fördern. Festschrift zur 150-Jahrfeier der Freunde des Wallraf- Richartz-Museums und des Museums Ludwig e.V., Köln 2007, S. 14 21 „Beispielhaft dafür ist der Kaiser Friedrich-Museums-Verein, der im Jahr 1897 gegründet wurde und als Vorbild für andere nationale und europäische Unterstützungsvereine gilt. Sein Gründungsvater war Wilhelm von Bode, der 1896 von ihm beratene und weitere wohlhabende Sammler aus dem Reichsgebiet in diesem Förderverein zusammenführte. Ihre Mitgliedsbeiträge sollten nicht nur der Erwerbung von Kunstwerken - die Bode in der Regel vorgeschlagen hatte -, sondern auch Vorfinanzierungen für die Gemäldegalerie und die Skulpturenabteilung garantieren. Die Werke blieben Eigentum des Vereins und wurden den beiden Sammlungen, bzw. dem 1904 eröffneten Kaiser Friedrich-Museum, als Leihgaben überlassen. […] Mit der Anschaffung kanonisierter, auf dem internationalen Kunstmarkt umworbener Meisterwerke trug der Verein nicht nur entscheidend zur kulturellen Repräsentation des deutschen Kaiserreichs bei. Seine Besonderheit lag auch darin begründet, dass er eine neue Variante des kollektiven Mäzenatentums begründete, die von den zuvor skizzierten bürgerlichen Vereinen abwich“143. BODE beschränkte sich bei seiner 'Requirierung' von Mitgliedern nicht nur auf die Berliner Gesellschaft, sondern suchte sie im ganzen Reichsgebiet. BOEHLAU suchte Mitglieder aus dem ehemaligen kurhessischen Gebiet, nicht nur aus Kassel. Nach Karsten BORGMANN steht der Kaiser Friedrich-Museums-Verein für das neue Modell eines „organisierten Mäzenatentums“144, das in der Forschungsliteratur auch als „kollektives“ oder „korporatives“ Mäzenatentum bezeichnet wird. „Aufgrund seines über nationale Grenzen hinausreichenden Modellcharakters, seiner Bedeutung für Berlin und das Engagement bürgerlicher wie adliger Kunstfreunde kann der Kaiser Friedrich-Museums-Verein als eine wichtige Referenzinstitution für den Verein der Freunde der Nationalgalerie angesehen werden.“145 Werner KNOPP beschreibt die Rolle des Kaiser Friedrichs-Museumsvereins so: Dieser auf Initiative Wilhelm von Bodes 1896/97 ins Leben gerufene Verein sei „Gründungstypus der heute in aller Welt blühenden Freundes- und Fördervereine. Grundgedanke dieser Zusammenschlüsse ist es, die traditionelle Förderung der Museumsarbeit durch Mäzene zu organisieren und damit auf Dauer sicherzustellen […]. Der hochkarätig besetzte Kaiser Friedrich-Museums-Verein (Mitglied Nr. 1 war Kaiser Wilhelm II.) wurde schnell zu einem Forum für ständigen Dialog zwischen Museen und engagierter Öffentlichkeit.“146 Wie aus dem Beitrittsaufruf für den Museums-Verein für Hessen-Cassel 1903 hervorgeht, beriefen sich BOEHLAU und EISENMANN ausdrücklich u. a. auf „Berlin“. Insofern war der Kaiser-Friedrichs-Museumsverein auch Referenz-Institution für den Museums-Verein in Kassel oder für den 1906 in Stuttgart auf Initiative des Direktors der Königlichen Gemäldegalerie Konrad von LANGE gegründeten Stuttgarter Galerieverein147, dessen Schirmherr und erster Stifter der württembergische König Wilhelm II. war. Für Kassel war darüber hinaus – ähnlich wie für Berlin – der Museumsverein ein wichtiger Motor für die Gründung eines neuen Museums: in Kassel das Hessische Landesmuseum, in Berlin das heutige Bode-Museum. Die illustren Mitglieder, 'Persönlichkeiten von Rang und Einfluss', konnten dieses Vorhaben befördern und aufgrund ihrer Finanzkraft die Sammlungen erweitern. Dies war angesichts der Situation in Kassel um so wichtiger: BOEHLAU wurde in seinem Tätigkeitsbericht 1906 deutlicher als im Beitrittsaufruf von 1903 und betonte seine Auffassung, dass wegen der erweiterten Aufgaben des Museums Fridericianum dessen 143 MEYER, wie Anm. 141, S. 20 f. 144 vgl. Karsten BORGMANN, Der Kaiser Friedrich-Museums-Verein und die bürgerliche Kunstförderung im wilhelminischen Kaiserreich, in: 100 Jahre Mäzenatentum. Die Kunstwerke des Kaiser-Friedrich-Museums- Vereins, hg. vom Kaiser-Friedrich-Museums-Verein, Berlin 1997, S. 31 145 MEYER, wie Anm. 141, S. 21; der Verein der Freunde der Nationalgalerie in Berlin wurde auf Initiative von Ludwig JUSTI, dem Direktor der Nationalgalerie, vorher Volontär bei Wilhelm von Bode in der Gemälde- galerie und Direktor des Städelschen Kunstinstituts in Frankfurt, 1929 gegründet. 146 Werner KNOPP, Einst und Jetzt. In: Kaiser-Friedrich-Museums-Verein (Hg.), Berlin 2006, S. 10-18 147 Karin VON MAUR, Kunst vereint. 100 Jahre Stuttgarter Galerieverein. Eine Chronik. Redaktion: Susanne KECK, hg. vom Stuttgarter Galerieverein e.V., Stuttgart 2006, S. 7 ff. 22 Ausstattung an Räumen, Personal und Mitteln für Erwerbungen “weiter und weiter hinter den bescheidensten Anforderungen zurückblieb“ und „am Ausgange dieses [19.] Jahrhunderts […] die glänzende Schöpfung Landgraf Friedrichs einen betrübenden Tiefstand erreicht“ habe. Das gelte besonders für die „mehr und mehr in ihrer Bedeutung“ erkannte „Sorge für die Altertümer des Landes, die ohne ausschliessliche Rücksicht auf ihren Kunstwert als Erzeugnisse der kultur- und kunstgeschichtlichen Entwicklung unserer engeren Heimat zu sammeln sind“, und zwar „die vorgeschichtlichen Altertümer des Landes, die hessischen Münzen und vor allem das lange unterschätzte Gebiet der `Volkskunst´ “148. Außerdem seien die Preise für die bei wachsendem Wohlstand immer begehrteren Altertümer in ungeahnter Weise gestiegen.149 „Soll es damit anders werden, soll das Museum wieder ein lebendiger Kulturfaktor für unser engeres Vaterland werden, so bedarf es einer durchgreifenden Reform, die nur der Staat durchführen kann.“ 150 BOEHLAU drückte aber mit Zuversicht die Hoffnung aus, „dass unter den Auspizien unseres regierenden Königs, Kaiser Wilhelm II., in absehbarer Zeit geholfen werden wird.“151 Und nun erwähnte er den Einfluss der oben aufgeführten illustren Vereinsmitglieder: „Und unser Verein kann das Verdienst in Anspruch nehmen, dass eine Reihe seiner Mitglieder und Freunde in wirksamster Weise für die Besserung unserer Verhältnisse an maßgebender Stelle eingetreten sind.“152 Dies setzte sich fort: Von 1909 bis 1917 war das Gründungsmitglied des Museums-Vereins für Hessen-Cassel August Bodo Wilhelm Klemens Paul VON TROTT ZU SOLZ, preußischer Kultusminister, in dessen Ägide das Hessische Landesmuseums erbaut und 1913 zum Stadtjubiläum Kassels eingeweiht wurde. 1.4 Sozialgeschichtliche Einordnung des Museums-Vereins für Hessen-Cassel Warum dieses Modell „Museumsverein“ in Berlin, Kassel und anderswo so zugkräftig war, begründet Wolfgang J. MOMMSEN in der Sammlung von Abhandlungen Bürgerliche Kultur und politische Ordnung – Künstler, Schriftsteller und Intellektuelle in der deutschen Geschichte 1830 – 1933 in dem Abschnitt Die Stiftung bürgerlicher Identität. Kunst- und Museumsvereine 1820 – 1914153. „ In der Kultur fand das von der großen Politik ferngehaltene Bürgertum einen Bereich, in dem seine Emanzipationsbestrebungen nicht staatlich behindert wurden und in dem es eine eigenständige Identität entfalten konnte. Die Förderung von Theater, Musik, Literatur und bildender Kunst […] war ein Feld, in der gesellschaftliche Anerkennung des einzelnen Bürgers im Kreise gleich gesinnter Individuen Ausdruck finden konnte. Die sozialen Selektionsmechanismen des bürgerlichen Vereinswesens und gerade der Kunstvereine waren geeignet, das Selbstgefühl der Bürger zu heben; desgleichen konnten hier die wirtschaftliche Leistung und der Erfolg des einzelnen gesellschaftliche Anerkennung finden. […] Die Bürger konnten darauf setzen, dass die Mitgliedschaft in einem Kunstverein oder seltener einem Museumsverein der eigenen gesellschaftlichen Rangstellung förderlich sein und diese gebührend unterstreichen werde.“154 MOMMSEN erläutert ausführlich die Rolle der „demokratischen“ Kunstvereine für die Herausbildung einer bürgerlichen Identität: Sie identifizierten sich mit Kulturen, die eine Affinität zu bürgerlichen Wertidealen aufwiesen, wie die Renaissance, wie die griechische und römische Antike. Außerdem hätten die Kunstvereine dazu beigetragen, eine vornehmlich bürgerlich bestimmte Kunst zu fördern, „indem sie das Monopol der dynastischen Höfe und der Hocharistokratie auf mäzenatischem Gebiet durchbrachen“, und dazu beigetragen, Kunst- und Kunstverständnis in breitere Schichten zu tragen.155 Mit der zunehmenden Ausweitung der Mitgliedschaft der Kunstvereine auf 'niedrigere' Schichten habe ein Teil der bürgerlichen 148 BOEHLAU, wie Anm. 4, S. 4 149 vgl. ebd. 150 ebd. 151 ebd. 152 ebd. 153 Wolfgang J. MOMMSEN, Die Stiftung bürgerlicher Identität. Kunst- und Museumsvereine in Deutschland 1820-1914. In: Bürgerliche Kultur und politische Ordnung, Frankfurt 2000, S. 46-58 154 MOMMSEN, wie Anm. 153, S. 49 155 vgl. MOMMSEN wie Anm. 153, S. 51 23 Eliten das Interesse an den Kunstvereinen verloren; es sei gegen Ende des Jahrhunderts zu einem Qualitätsverfall der von den Kunstvereinen erworbenen Kunstwerke gekommen. „Die Kunstvereine versanken großenteils in Mediokrität und einer Mentalität, die nur Herkömmliches und Bewährtes für gut befand und die fortschrittlichen Kunstrichtungen weitgehend vernachlässigte. Dieser Umstand vor allem war es, der dazu führte, dass seit den 1870er Jahren und dann verstärkt seit der Jahrhundertwende eigenständige Museumsvereine entstanden, die im Regelfall in offenem Gegensatz zu dem örtlichen Kunstverein sich die Förderung der Sammlungen der jeweiligen örtlichen Museen zur Aufgabe setzten.“156 Ein solcher Gegensatz zwischen Kunstverein und Museumsverein traf für Kassel nicht zu, wie später noch zu belegen sein wird. Während sich diese Initiativen ursprünglich noch ganz im Rahmen des bürgerlichen Bewusstseins zum Ziel gesetzt hätten, „dass alle Bürger die feinsten geistigen Kräfte in sich und andren zu mehren suchen und die öffentliche Pflege der ideellen Güter unterstützen“ [Wiesbadener Gesellschaft für bildende Kunst 1870]157, so sei es in der Folge geschehen, dass keineswegs alle Bürger, sondern die mit dem wirtschaftlichen Aufschwung im Zuge der sprunghaften industriellen Entwicklung entstandene schmale Schicht des gewerblichen und industriellen Bürgertums sich dieser Aufgabe angenommen habe. „Die bestehenden oder neu gegründeten Museumsvereine unterschieden sich radikal von dem Massencharakter der Kunstvereine. Sie setzten sich aus Großindustriellen, Bankiers und erfolgreichen Kaufleuten zusammen. Die sehr hoch angesetzten Mitgliedsbeiträge schlossen die Mitgliedschaft aus den mittleren und unteren Rängen des Bürgertums von vornherein aus; auch die Spitzen der Beamtenschaft waren hier, von wenigen Ausnahmen abgesehen, nicht mehr zu finden. Vielfach ging die Gründung solcher Museumsvereine von bedeutenden Museumsdirektoren aus, die sich auf diese Weise zusätzliche Mittel für den Ankauf von Kunstwerken zu verschaffen suchten […].“158 Letzteres traf für Kassel in jedem Falle zu, wobei die Spitzen der Beamtenschaft – bei Mommsen als Ausnahme bezeichnet – sehr wohl Mitglieder des Museums-Vereins waren. Mommsen führt als bekanntestes Beispiel den schon erwähnten 1897 gegründeten Kaiser- Friedrich-Museums-Verein an, erwähnt den Elberfelder Museumsverein, der August von der HEYDT eine erstklassige Sammlung moderner Kunstrichtungen zu verdanken habe, sogar zwei Fördervereine der Bremer Kunsthalle sowie den Hamburger Verein von Kunstfreunden von 1870. „Sozialgeschichtlich gesehen handelte es sich um ein neues Phänomen. Diese Museumsvereine folgten nicht länger dem Grundmuster bürgerlicher Kunstförderung. Ihre Mitglieder fühlten sich nicht mehr in erster Linie als Angehörige des Bürgertums im herkömmlichen Sinne; vielmehr gehörten sie zur wirtschaftlichen Führungselite der wilhelminischen Gesellschaft und sahen sich selbst als solche. Sie verkehrten mit den Spitzen der Staatsbehörden und den Ministerien auf gleicher Ebene und hatten nicht selten Zugang zum Monarchen.“159 Diese Nähe zum Monarchen habe ich bei einigen der Mitglieder des Museumsvereins für Hessen-Cassel hervorgehoben; die nicht nur pflichtgemäße Würdigung der Leistung des preußischen Staates im Beitrittsaufruf 1903 und BOEHLAUs Bericht 1906160 weisen in die gleiche Richtung. MOMMSEN wertet das so: 156 MOMMSEN, wie Anm. 153, S. 54 157 ebd. 158 ebd., S. 55 159 ebd., S. 56 160 vgl. BOEHLAU, wie Anm. 4, S. 4 24 „Es versteht sich, dass sie [die Mitglieder der Museumsvereine] sich, anders als die bürgerlichen Mitglieder der Kunstvereine anfangs des Jahrhunderts, voll und ganz mit dem bestehenden politischen und wirtschaftlichen System identifizierten, nicht aber mit liberaler Politik. Die Förderung von Kunst und Wissenschaft wurde nicht länger, oder jedenfalls nicht in erster Linie, verstanden als ein Mittel zur Stärkung der bürgerlichen Identität gegenüber den Dynastien und der Hocharistokratie. In der Steigerung des Ansehens und der Mehrung des Kunstbestandes der öffentlichen Museen, namentlich jenen des Staates, sahen diese Gruppen vielmehr ein Mittel, um ihren eigenen gesellschaftlichen Status angemessen zur Geltung zu bringen und indirekt zu stabilisieren. Hier trat ein neues Lebensgefühl zutage. Für die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Eliten im wilhelminischen Deutschland war das Sammeln von Kunst und die Förderung öffentlicher Kunstsammlungen ein Weg, um dabei zu sein und den eigenen gesellschaftlichen Rang auch öffentlich zu demonstrieren. […:] das Sammeln und die oft sich daran anschließende Schenkung großer Kunst aus vergangenen Kunstepochen an öffentliche Museen war geeignet, eine Steigerung des Selbstgefühls des Sammlers bzw. Stifters zu bewirken, zum zweiten wurde die die dadurch bewirkte Erhöhung des Ansehens des Kaiserreichs als eines Kulturstaates als Steigerung auch des gesellschaftlichen Status der Elite empfunden, der man angehörte. Dies war insbesondere dann der Fall, wenn es sich um Objekte bzw. Kunstwerke handelte, deren welthistorischer Rang als unbezweifelbar verbürgt gelten durfte.“161 In der Folge davon entwickelte sich nach MOMMSEN parallel ein neues Mäzenatentum, das sich auch den modernen Kunstrichtungen öffnete und die künstlerische Avantgarde förderte; seit der Jahrhundertwende habe eine „Dekomposition“ des Bürgertums als einer idealiter homogenen Schicht eingesetzt. „Im Zuge dieser Entwicklung büßten Wissenschaft, Kunst und Kultur ihren hohen Stellenwert für das bürgerliche Selbstverständnis zunehmend ein.“162 Dieser These möchte ich an späterer Stelle für die Kasseler Szenerie deutlich widersprechen. Die folgende These allerdings scheint auch für Kassel zuzutreffen: „Die Professionalisierung des Kunstbetriebs, im Zusammenspiel mit dem Aufkommen eines differenzierten Kunstmarktes, in dem eine wachsende Zahl von Mäzenen in die Schlüsselpositionen der Kunstförderung einrückte, wirkte sich in gleicher Richtung aus. Die Kunstvereine verloren nunmehr weitgehend die Funktion der Gewährleistung eines breit gefächerten Kunstmarktes, die sie anfänglich mit einigem Erfolg wahrgenommen hatten; ebenso sank ihre Bedeutung als Förderer von öffentlichen Museen immer mehr ab. Diese ging nahezu gänzlich auf die Museumsvereine über, die eine ganz andere Ausrichtung hatten. Angesichts ihrer ausgesprochen großbürgerlich-elitären Zusammensetzung konnten diese nicht mehr als bürgerliche Institutionen im engeren Sinne gelten. Überdies ging die Initiative in den Museumsvereinen zumeist an die in aller Regel städtisch bzw. staatlich alimentierten Museen und deren Direktoren über.“163 Die beiden letzten Aussagen werden sich in dem Kapitel, in dem die Funktionsweise des Museumsvereins für Hessen-Cassel beschrieben wird, bestätigen lassen. 1.5 Vernetzung von Vereinen für Kunst und Wissenschaft in Kassel Neben dem Verschönerungs-Verein, dem Handels- und Gewerbeverein sowie dem Kaufmännischen Verein, die Mitglieder im Museums-Verein waren, spielten die Vereine für Kunst und Wissenschaft in Kassel - der Verein für Hessische Geschichte und Landeskunde, der Kunstverein zu Cassel, der Museums-Verein für Hessen-Cassel und ab 1912 die Kurhessische Gesellschaft für Kunst und Wissenschaft - durchaus eine wichtige Rolle für das bürgerliche Selbstverständnis in Kassel, anders als Wolfgang Mommsen dies konstatiert. Ich versuche, die Personen, die sich in diesen Vereinen in leitenden Funktionen engagierten oder dort Mitglieder waren, zusammenzustellen; ich beschränke mich auf diese Vereine, obwohl sich sicherlich andere Kunst und Wissenschaft ebenso auf die Fahnen geschrieben 161 MOMMSEN, wie Anm. 153, S. 56 162 ebd., S. 57 163 ebd. 25 hatten; Bezugspunkt sind die 78 Mitglieder des Museums-Vereins für Hessen-Cassel im Jahr 1906. 1.5.1 Kunstverein zu Cassel Für den 1835164 gegründeten Kurhessischen Kunstverein, später Kunstverein zu Cassel liegt im Stadtarchiv Kassel unter B 6/1 ein Verzeichnis der Aktionäre vor, das wohl aus dem Jahr 1907 stammt, nachdem Johannes BOEHLAU den Vorsitz des Kunstvereins übernommen hatte. Wenn man die ersten 10 Nummern, die für 'Seine Majestät, der Deutsche Kaiser' reserviert waren, sowie weitere Nummern für Aktionäre165 mit mehreren Aktien (z. B. acht für Henschel etc.) und die nicht verwendeten Nummern weglässt, kommt man auf 713 Personen, die Aktionäre waren. Außerdem liegt aus dem Jahr 1902 ein Verzeichnis der – außerordentlichen – Mitglieder vor: Hier handelte es sich um 181 Personen, 57 Männer und 124 Frauen, vor allem Ehefrauen von Aktionären. Mit 42 (54%) Personen waren mehr als die Hälfte der Mitglieder des Museums-Vereins auch Aktionäre im Kunstverein, dazu noch 20 Ehefrauen von Museums-Vereins-Mitgliedern. Im Jahr 1907 löste sich der „Cyklus der Kunstvereine westlich der Elbe“, dem der Kurhessische Kunstverein seit 1838 angehörte; die Ausstellungen des „Cyklus“ liefen durch die Kunstvereine von Hannover, Magdeburg, Halle, Halberstadt, Braunschweig, Kassel und Münster. „Mit Bedauern stellte der Rechenschaftsbericht den damit verbundenen Verzicht auf die große Herbstausstellung heraus; sie sei schließlich Hauptattraktion im kulturellen Leben der Stadt und somit Zierde des Vereins gewesen […]. Sicher hätte eine wie bisher gehandhabte Durchführung der permanenten Ausstellung den chronischen Mitgliederschwund nicht aufhalten können. Nur neue Ideen und Impulse konnten aus der schwierigen Situation herausführen. Ein neuer Vorstand mit dem Museumsdirektor Dr. Boehlau (Landesmuseum) als Vorsitzenden und dem Bankier und Mäzen Dr. Pfeiffer als Stellvertreter nahm diese Herausforderung an.“166 Der Ausstellungssaal im Kunsthaus wurde umgestaltet, es wurde elektrische Beleuchtung eingerichtet und ein Ausstellungsplan mit acht jährlichen Ausstellungen erstellt. Die Ausstellung 1908 leitete eine neue Ära ein, und die Zahl der Mitglieder stieg von 591 auf 979.167 Johannes BOEHLAU, Initiator und Schriftführer im Museums-Verein, und Carl PFEIFFER, dessen Bruder Ludwig 1906 Mitglied im Museums-Verein war, waren demnach die Protagonisten der Erneuerung des Kunstvereins. Von einem Gegensatz zwischen dem Museums-Verein und dem Kunstverein, wie Mommsen allgemein konstatiert168, war also in Kassel keine Rede. 1.5.2 Handels- und Gewerbeverein Der Handels- und Gewerbeverein wurde 1855 gegründet. Der Zweck des Vereins war „die Förderung und Hebung der Gewerbe und des Handels, zu dessen Erreichung er einerseits auf die Fortbildung und Anregung seiner Mitglieder zu erhöhter industrieller Tätigkeit durch gegenseitige Besprechungen, Vorträge, Nachweisungen, Darbieten von literarischen Hilfsmitteln, Mustern und Modellen, 164 Manfred MARX / Heiner GEORGSDORF: 150 Jahre Kasseler Kunstverein. Manfred MARX: Vom Kunstverein für Kurhessen zum Kunstverein zu Kassel. Heiner GEORGSDORF: Der Kasseler Kunstverein 1948-1985, Kassel 1985, S. 6 165 Aktionäre beteiligten sich an den Verlosungen der von den Kunstvereinen erworbenen Kunstwerke. 166 MARX, wie Anm. 1649, S. 69 167 vgl. MARX, wie Anm. 164, S. 70 f. 168 vgl. MOMMSEN, Anm. 156 26 bedacht sein“ wollte; außerdem wollte er die gewerblichen Zustände durch Erteilung von Gutachten und Anträgen zur Gesetzgebung an die Staatsbehörden bessern169. Dem Verein gelang 1872 die Errichtung einer Gewerbehalle als Ausstellungsgebäude, deren Verwaltung der Ausschuss des Vereins kontrollierte. Seit Ende der 1890er Jahre hatte der Verein etwa 460 Mitglieder170. In der Darstellung des Vereins, die der Rektor Wilhelm SCHANZE zum 50. Jubiläum im Auftrag des Vereinsvorstands verfasste, ist eine 15-seitige Mitgliederliste abgedruckt, auf der 451 Mitglieder, drei Ehrenmitglieder und 19 korporative Mitglieder verzeichnet sind. Carl RUETZ, ein Unterzeichner des Beitrittsaufrufs zum Museums-Verein, war Vorsitzender des Ausschusses des Vereins171. Von den 78 im Jahr 1906 verzeichneten Mitgliedern des Museums-Vereins waren 54, also 69 %, gleichzeitig Mitglieder im Handels- und Gewerbeverein. Größtes Ereignis für den Handels- und Gewerbeverein dieser Zeit war die Jubiläums- Gewerbeausstellung vom 1. Juli bis zum 4. September 1905 in der Orangerie in der Karlsaue und in einer gewaltigen Halle - 90 m lang, 27 m breit - auf dem Gelände der späteren Hessenkampfbahn172. Zur Vorbereitung wurden Ausschüsse gebildet, in denen Personen vertreten waren, die auch Mitglieder im Museums-Verein waren: im Hauptausschuss als Vorsitzender Oberbürgermeister August MÜLLER, als Ehrenmitglieder Oberpräsident der Provinz Hessen-Nassau Ludwig Herbert VON WINDHEIM, Oberpräsident der Provinz Brandenburg August Bodo Wilhelm Klemens Paul VON TROTT ZU SOLZ, Polizeipräsident Graf Kurt VON BERG, Geheimer Regierungsrat Julius VON DÖRNBERG ZU HAUSEN, Geheimer Kommerzienrat Carl PFEIFFER, Landeshauptmann Wilhelm Giesebert Hermann RIEDESEL ZU EISENBACH173; im Hauptausschuss als Mitglieder Museumsdirektor Dr. Johannes BOEHLAU, Geheimer Regierungsrat Dr. Oscar EISENMANN, Architekt Julius EUBELL, Geheimer Regierungsrat Dr. Ludwig KNORZ, Stadtrat Carl RUETZ174; im geschäftsführenden Ausschuss, in dem die eigentliche organisatorische Arbeit geleistet wurde, ebenfalls Julius EUBELL und Carl RUETZ. Einige Namen wiederholen sich in anderen Ausschüssen. In der 3. Ausschusssitzung des Museums-Vereins am 9. Januar 1905 beantragte Carl RUETZ, der Museumsverein solle auf der Gewerbeausstellung einen Schrank mit Erwerbungen ausstellen. Dies wurde beschlossen175, und BOEHLAU schrieb im Bericht des Museums- Vereins 1906: 169 Wilhelm SCHANZE, Kurze Darstellung der Geschichte und Tätigkeit des Handels- und Gewerbevereins zu Cassel. Zur Jubelfeier seines 50jährigen Bestehens im Auftrage und unter Mitwirkung des Vorstands auf Grund der Akten und anderer Hilfsmittel abgefasst von Rektor W. SCHANZE, Mitglied des Ausschusses des Handels- und Gewerbevereins. Herausgegeben im Juli 1905 vom Vereinsvorstand, Selbstverlag des Vorstandes. Druck von Gebr. Schönhoven, Cassel, S. 19 170 ebd., S. 45 171 ebd., S. 160 ff. 172 vgl. Wilhelm SCHANZE, Die Jubiläums-Gewerbeausstellung in Cassel vom 1. Juli bis 4. September 1905. Im Auftrage des geschäftsführenden Ausschusses und unter Mitwirkung der Ausstellungsleitung und der Vorsitzenden der einzelnen Ausschüsse bearbeitet von Rektor W[ilhelm] SCHANZE. Mitglied des Ausschusses des Handels- und Gewerbevereins. Hg. im März 1906 vom geschäftsführenden Ausschusse. Verlag des Handels- und Gewerbevereins in Cassel, Cassel 1906 173 ebd., S. 7 174 ebd., S. 8 175 Protokollbuch, S. 15 27 „In der Casseler Jubiläums-Gewerbeausstellung im Sommer 1905 hat unser Verein durch die Museumsdirektion einen grossen Schrank mit hervorragenden Erzeugnissen alter hessischer Porzellan- und Fayencefabriken des 18. Jahrhunderts aus eigenen sowie aus staatlichem und städtischem Besitz ausgestellt.“176 1.5.3 Verein für Hessische Geschichte und Landeskunde Der Verein für Hessische Geschichte und Landeskunde, gegründet 1834 vom Bibliothekar der Landesbibliothek, Dr. Karl BERNHARDI, seinem Kollegen an der Landesbibliothek, dem Bibliothekssekretär Dr. Heinrich SCHUBART, dem damaligen Privatgelehrten Georg LANDAU sowie dem von ihnen für eine Vereinsgründung gewonnenen Prof. Dr. Christoph VON ROMMEL, dem Direktor des Staatsarchivs, war einer der ältesten Vereine in Kassel, zugleich neben dem Kunstverein, der 1835 gegründet wurde, der mit den meisten Mitgliedern177. Von 1901 bis 1924 war Gustav EISENTRAUT der Vorsitzende – ein Unterzeichner des Beitrittsaufrufs für den Museums-Verein für Hessen-Cassel. Gerade VON ROMMEL prägte das dynastiegeschichtlich dominierte Geschichtsbild der Residenzstadt Kassel178. Am 1. Oktober 1904 hatte der VHG 1710 Mitglieder; im Stadtkreis Kassel wohnten allein 538 Vereinsmitglieder179. Von den 78 im Jahr 1906 genannten Mitgliedern des Museums-Vereins waren 45 Personen, also 58%, gleichzeitig Mitglieder im VHG. Folgende der 1906 genannten Mitglieder des Museums-Vereins hatten Funktionen im VHG: Johannes BOEHLAU war von 1893-1928 Konservator für die Sammlungen des VHG180; Oscar EISENMANN war sein Vorgänger als Konservator von 1891-1893; Carl Alhard VON DRACH war von 1901-1906 Konservator der Sammlung mittelalterlicher hessischer Altertümer des VHG, danach auf Schloss Marburg; Gustav EISENTRAUT war von 1901-1924 Vorsitzender des VHG, danach Ehrenvorsitzender bis zu seinem Tod 1926; Friedrich HENKEL war von 1904- 1911 Schatzmeister des VHG; Ludwig KNORZ, von 1904 bis 1911 Vorsitzender des Museums-Vereins, war von 1891 bis 1911 stellvertretender Vorsitzender des VHG. Daraus wird ersichtlich, dass diese Personen in mehreren Vereinen Ämter hatten. 1.5.4 Verschönerungsverein in Cassel Für den Verschönerungs-Verein in Cassel liegt im Stadtarchiv Kassel unter B 21, Nr. 5, ein Karton mit Archivalien vor. Der Tätigkeitsbericht aus dem Jahr 1916 weist aus, dass der Verschönerungs-Verein am 22. November 1866, also elf Jahre nach dem Handels- und Gewerbeverein, schon nach der preußischen Annexion, gegründet wurde. Er nahm sich zunächst vor, den so genannten Schlossberg, zwischen Kattenburg und Renthof gelegen, der „im Jahr 1866 theils Schutt- und Trümmerhaufen, theils wüster im Unkraute wuchernder Grasplatz“ und damit „eine der größten Unzierden der Stadt bildete“181, zu gestalten. Im Verlaufe seines Bestehens förderte der Verein u. a. die Errichtung des Spohr-Denkmals 1877, die Vollendung des Aussichtsturms bei Elfbuchen 1879, etliche Schmuckanlagen für Kasseler Stadtplätze und Ruhebänke an Ausflugszielen, den Bau des Aussichtsturm am Hohen Gras 1888, den Papin-Brunnen 1906, die Aufstellung der zwei vergoldeten Bronzelöwen an der Freitreppe vor dem neuen Rathaus 1908, den Stadthallen-Brunnen 1914. Im „2. Schriftbuch 1900-1924“ wird die Generalversammlung am Donnerstag, 24. März 1904, Gewerbehalle, protokolliert. Auf der letzten Seite dieses Protokolls findet sich nach der 176 BOEHLAU, wie Anm. 4, S. 6 177 vgl. KAHLFUß, wie Anm. 35, Bd. 1, S. 9 und S. 239: 1896/97 hatte der Zweigverein Kassel 407 ordentliche Mitglieder 178 vgl. hierzu SCHWEIZER, wie Anm. 43, S. 64 ff. und bes. S. 75 ff. 179 vgl. KAHLFUß, wie Anm. 35, Bd. 1, S. 138 180 KAHLFUß, wie Anm. 35, Bd. 4, S. 7 und S. 32; die Angaben über die „einfache“ Mitgliedschaft stammen aus der „Historischen Mitgliederdatei VHG 1834 bis heute“ und wurden mir von Hans-Jürgen KAHLFUß zur Verfügung gestellt. 181 Tätigkeitsbericht des Verschönerungs-Vereins 1916, S. 6; Stadtarchiv Kassel, B 21, Nr. 5 Mappe 7 28 Unterzeichnung durch den Schriftführer RUETZ die Notiz: „Der Vorstand beschloß die Mitgliedschaft bei dem Museums-Verein in Hessen-Cassel“182 Im Jahr 1906 hatte der Verschönerungs-Verein in Cassel 523 Mitglieder. Vorsitzender war der Geheime Regierungsrat Dr. Ludwig KNORZ, Stadtrat Carl RUETZ war Schriftführer, Architekt Julius EUBELL war Beisitzer im Vorstand. Ein Mitglieder-Verzeichnis liegt im Tätigkeitsbericht für das Jahr 1896 vor183: Von den dort aufgeführten 460 Mitgliedern gehörten im Jahr 1906 38 Personen auch dem Museums-Verein an, also 48% von dessen Mitgliedern. Es ist anzunehmen, dass von den bis 1906 hinzugekommenen 63 Mitgliedern der Verschönerungs-Vereins auch einige zum Museums- Verein gehörten. 1.5.5 Kaufmännischer Verein Zum Kaufmännischen Verein liegen keine aussagekräftigen Archivalien über die Anzahl und Namen der Mitglieder vor. Im Casseler Adressbuch findet man für das Jahr 1906184 einen Hinweis auf das Vereinslokal Hohenzollernstr. 54 und auf den Vorstand; ich erwähne nur diejenigen, die 1906 auch Mitglieder im Museums-Verein waren: Fritz KÖHLER war Vorsitzender des Kaufmännischen Vereins, im Vorstand waren Carl Ludwig PFEIFFER, Georg ROSENZWEIG und Franz Heinrich THORBECKE; Otto VOGT zählte zu seinen Förderern185. 1.5.6 Kurhessische Gesellschaft für Kunst und Wissenschaft Die Mitgliederverzeichnisse der 1912 gegründeten Kurhessischen Gesellschaft für Kunst und Wissenschaft (KGKW) sind im Archiv der Museumslandschaft Hessen Kassel im Schloss Wilhelmshöhe vorhanden. Die KGKW hatte sich zum Ziel gesetzt, „die höheren geistigen Interessen in unserer engeren Heimat […] zu pflegen, um insbesondere dem weitverbreiteten Drang nach stärkerer Fühlung mit den Ergebnissen und Fortschritten der Wissenschaft entgegenzukommen, um endlich die idealen Faktoren unserer Kultur wieder wirksam werden zu lassen“; zu diesem Zweck sind regelmäßige wissenschaftliche Vorlesungen und Vorträge geplant186. Die Vorträge sollten wissenschaftlich sein, aber die Vortragsweise „allgemein verständlich und in der Form gefällig und anregend sein“187. 19 (24%) der 1906 genannten Mitglieder des Museums-Vereins waren 1912/13 auch Mitglieder der KGKW, die 1912 schon 201 Mitglieder hatte, am 1. Januar 1913 304 und am 1. Januar 1914 333 Mitglieder188. Johannes BOEHLAU gehörte 1911 zu den Gründungs- Initiatoren der KGKW und war von 1912 an bis 1931, also noch drei Jahre nach seiner Pensionierung, Schriftführer der Gesellschaft.189 Von 1912-1914 war Karl RABE VON PAPPENHEIM Vorsitzender der KGKW, Vorsitzender des Kommunallandtags und des Provinziallandtags, einer der Unterzeichner des Beitrittsaufrufs und Mitglied des Museums- Vereins. - Die KGKW feierte am 26. Februar 2012 ihr 100-jähriges Bestehen! 182 Stadtarchiv Kassel, B 21 Nr. 5, Verschönerungsverein, 2. Schriftbuch 1900-1924 183 Stadtarchiv Kassel, Tätigkeitsbericht des Verschönerungs-Vereins 1896, ebd. 184 Adressbuch 1906, Teil II, S. 65 185 HERMSDORFF, wie Anm. 76, S. 978 186 Peter GERCKE, Kurhessische Gesellschaft für Kunst und Wissenschaft. Vorlesungen und Vorträge 1912 bis 2002/2003, Kassel 2003; Vorläufiges Programm der geplanten Vorlesungen , S. 115 187 ebd. 188 Mitgliederverzeichnisse in den Akten der MHK 189 GERCKE wie Anm. 186, S. 112 ff. 29 1.5.7 Zusammenfassung und Tabelle Insgesamt waren fünf der Mitglieder des Museums-Vereins in fünf der anderen genannten Vereine, 18 Mitglieder waren in vier anderen Vereinen, 21 Mitglieder waren in drei anderen Vereinen, 17 Mitglieder in zwei anderen Vereinen und 7 Mitglieder in noch einem anderen Verein. Besonders interessant ist die Vernetzung der aktiven Mitglieder, die in der folgenden Tabelle erfasst sind; ich beschränke mich auf die Zeit bis 1918. Name Museums- Verein 1906 Kunst- verein 1907 Verein für Hess. Gesch. 1906 Ver- schön.- Verein 1906 Handels- u. Gew.- Verein 1905 Kurhess. Ges. für Kunst u. Wiss. 1912 Kaufm. Verein 1906 BOEHLAU, Johannes 1903 Initiator, 1904-1928 Schriftfüh- rer 1907-1910 Vorsitzen- der 1893-1928 Konserva- tor der Sammlun- gen 1905 Mitglied, Ausschuss für die Gewerbe- ausstellung 1911 Initiator, 1912-1931 Schriftfüh- rer, Ehren- mitglied DRACH, Alhard von 1903 Beitrittsaufruf 1907 Ausschuss 1914-1915 Vorsitzender 1901-1906 Konserva- tor der Sammlun- gen in Marburg 1914 Ehrenmit- glied EISENMANN, Oscar 1903 Beitrittsaufruf 1904 Ausschuss 1891-1893 Konserva- tor der Sammlun- gen 1896 Mitglied 1905 Mitglied 1905 Ausschuss Gewerbe- ausstellung 1912 Mitglied EISENTRAUT, Gustav 1903 Beitritts- aufruf 1906 Mitglied 1914 Aus- schuss 1873-1926 Mitglied 1901-1924 Vorsitzen- der 1896 Mitglied 1905 Mitglied 1912 Mitglied EUBELL, Julius 1898-1906 Stadtverordneter 1903 Beitritts- aufruf 1906 Mitglied 1907 Aktionär 1877-1912 Mitglied 1896 Mitglied 1906 Vorstand 1905 Mitglied 1905 Ausschuss Gewerbe- ausstellung HENKEL, Friedrich 1906 Mitglied 1907 Aktionär 1904-1911 Schatz- meister 1905 Mitglied HENSCHEL, Karl Anton 1904-1919 Stadtverordneter 1903 Beitritts- aufruf 1903 Ausschuss 1905 Kassenprüfer 1907 Aktionär 1905 Mitglied 1912 Mitglied KIECKEBUSCH, Ernst von 1903 Beitritts- aufruf 1903 Ausschuss 1907 Aktionär 1906-1913 Mitglied 1905 Mitglied 1912 Mitglied KNORZ, Ludwig seit 1894 Stadtrat und 1898-1902 beigeordnetes Magistratsmitglied; 1906-1908 Stadtverordneter 1903-1913 Vorsitzender 1907 Aktionär 1891-1913 Stellvertre- tender Vorsitzender 1896 Mitglied 1906-1913 Vorsitzender 30 Name Museums- Verein 1906 Kunst- verein 1907 Verein für Hess. Gesch. 1906 Ver- schön.- Verein 1906 Handels- u. Gew.- Verein 1905 Kurhess. Ges. für Kunst u. Wiss. 1912 Kaufm. Verein 1906 PAPPENHEIM, Karl Rabe von 1903 Beitritts- aufruf 1906 Mitglied 1873-1918 Mitglied 1912-1914 Vorsitzender PFEIFFER, Carl 1885-1912 Bürger- Ausschuss bzw. Stadtverordneter; StBA Vorst. 1895- 1898; StVV 1904- 1906 und 1910- 1912 1903 Beitritts- aufruf 1903 Ausschuss 1907 Stellv. Vorsitzender 1872-1912 Mitglied 1905 Mitglied 1912 Mitglied PFEIFFER, Dr. Karl Ludwig 1913-1921 Stadtverordneter Kassel 1906 Mitglied 1907 Aktionär 1913-1921 Mitglied 1905 Mitglied 1912-1943 Schatzmeister 1906 im Vorstand PLAUT, Gustav 1898-1918 Stadtverordneter, 1918-1919 unbesoldeter Stadtrat 1903 Beitritts- aufruf 1903 Ausschuss 1904-1927 Schatz- meister 1907 Aktionär 1898-1928 Mitglied 1905 Mitglied 1912 Mitglied RIEDESEL ZU EISENBACH, Giesebert 1903 Beitritts- aufruf 1903 Ausschuss 1916-1918 Vorsitzender 1895-1919 Mitglied 1896 Mitglied 1905 Mitglied 1912 Mitglied ROSENZWEIG, Georg 1890 Außerordent- licher und Stän- diger Bürgeraus- schuss; 1898-1917 Stadtverordneter, 1917-1918 unbe- soldeter Stadtrat 1903 Beitritts- aufruf 1906 Mitglied 1907 Aktionär 1894-1918 Mitglied 1896 Mitglied 1905 Mitglied 1912 Mitglied 1906 im Vorstand RUETZ, Carl 1880-1895 außerordentlicher und Ständiger Bürgerausschuss; 1898-1902 Stadt- verordneter; 1902- 1919 unbesoldeter Stadtrat 1903 Beitritts- aufruf 1905 Kassen- prüfer 1907 Aktionär 1903/04- 1921 Mitglied 1896 Mitglied 1906 Schrift- führer 1905 Vorsitzen- der 1912 Mitglied SEIDLER, Georg 1874-1895 Außerordentlicher und Ständiger Bürgerausschuss; 1898-1902 unbe- soldeter Stadtrat; 1902-1919 Beigeordneter 1906 Mitglied 1907 Aktionär 1904-1923 Mitglied 1896 Mitglied 1905 Mitglied 1912 Mitglied 31 Name Museums- Verein 1906 Kunst- verein 1907 Verein für Hess. Gesch. 1906 Ver- schön.- Verein 1906 Handels- u. Gew.- Verein 1905 Kurhess. Ges. für Kunst u. Wiss. 1912 Kaufm. Verein 1906 THORBECKE, Friedrich 1906 Mitglied 1907 Aktionär 1896 Mitglied 1905 Mitglied 1912 Mitglied 1906 im Vorstand VOGT, Otto 1885-1898 Stän- diger Bürgeraus- schuss; 1898 Stadt- verordneter, 1898- 1924 unbesoldeter Stadtrat 1903 Beitritts- aufruf 1906 Mitglied 1907 Aktionär 1886-1932 Mitglied 1896 Mitglied 1905 Mitglied 1912 Mitglied 1906 Mitglied Wir sehen also zwanzig Personen, die in einem oder mehreren Vereinen Aufgaben übernahmen und darüber hinaus in weiteren Vereinen Mitglieder waren; zehn davon waren langjährige Parlamentarier. Dieser Personenkreis war für die Stadtgesellschaft Kassels und sicherlich für die kulturelle Szene entscheidend. Man denke nur daran, dass die Initialzündung zu den Festplanungen für die 1000-Jahrfeier 1913 im Januar 1912 offenbar vom Kasseler Kunstverein ausging, der eine Kommission zur „großen und würdigen Feier des tausendjährigen Jubiläums der alten Hessenresidenz“ einsetzte, und dass „Akademiedirektor Hermann Knackfuß, die Museumsdirektoren Johannes Böhlau und Georg Gronau sowie der […] Architekt Julius Eubell“ als Protagonisten auftraten. „Vorerst plante dieses Gremium die Organisation einer >Deutschen Kunstausstellung< und brachte Ideen für ein temporäres Naturtheater in der Karlsaue ein. Bis Mai 1912 hatten die Ausschüsse ein umfangreiches Festprogramm entworfen.“190 Und über die Zusammenstellung der Gruppen im großen Culturhistorischen Festzug „hatten vermutlich Knackfuß, Orèans [Zeichenlehrer an der Kunstgewerbeschule, der die Grundrisse der Zugfolge, die jedem Teilnehmer seinen Platz zuwiesen, gefertigt hatte], die beiden Museumsdirektoren Boehlau und Gronau sowie der Vorstand des Geschichtsvereins gemeinsam entschieden.“191 An den Zahlen, wie viele Mitglieder des Museums-Vereins in anderen Vereinen Mitglieder waren, an der Vernetzung der Protagonisten, in vorderster Linie Johannes BOEHLAUs, und der Vorstands- bzw. Ausschuss-Mitglieder zeigt sich, dass zumindest für Kassel Wolfgang MOMMSENs These, in dieser Zeit hätten „Kunst und Kultur ihren hohen Stellenwert für das bürgerliche Selbstverständnis zunehmend“ eingebüßt192, nicht zutrifft. Dies ist besonders an der – sicherlich eine Art Ersatz für eine fehlende Universität darstellenden - Kurhessischen Gesellschaft für Kunst und Wissenschaft abzulesen, die mit dem Ziel gegründet wurde, gerade diese Bereiche zu fördern, die großen Zulauf hatte und mit anderen Vereinen mit ähnlichen Zielen personell vernetzt war. Der Kreis der Parlamentarier war darüber hinaus politisch sehr homogen: Die meisten gehörten zu den Nationalliberalen: Carl PFEIFFER, Karl Ludwig PFEIFFER, August RITTERSHAUSEN, Georg ROSENZWEIG, Carl RUETZ, Otto VOGT (früher Deutsche Freisinnige Partei); zum Zentrum gehörten: Georg ANTONI (Fulda), Dr. Ludwig KNORZ, Richard MÜLLER (Fulda); zu den Konservativen und Freikonservativen gehörten: Graf Percy VON BERNSTORFF, Dr. Georg SCHIER, August Bodo Wilhelm Klemens Paul VON TROTT ZU SOLZ; parteilos waren Julius EUBELL, Friedrich (Fritz) HACKLÄNDER, Karl HENSCHEL, Fritz KÖHLER, Christoph MÜLLER, Georg SEIDLER, Heinrich TROST. Zu den Sozialdemokraten gehörte zu dieser Zeit niemand; sie spielten wegen des preußischen Dreiklassen-Wahlrechts auf kommunaler Ebene damals keine Rolle. 190 SCHWEIZER, wie Anm. 39 , S. 224 191 SCHWEIZER, wie Anm. 39, S. 260 192 vgl. MOMMSEN, Anm. 156 32 Das „kulturelle Milieu“ in der Stadt Kassel war somit aristokratisch bis großbürgerlich-elitär und politisch konservativ bis liberal geprägt. Adel, 'Besitz und Bildung' blieben 'unter sich', man kannte sich aus Verbänden und Vereinen, man war im Museumsverein wie in anderen Vereinen oder Gesellschaften mit dem Selbstbewusstsein, zur wirtschaftlichen und politischen Führungselite der wilhelminischen Gesellschaft zu gehören. Für diese Rolle hatte der Museumsverein für Hessen-Cassel eine herausragende Funktion. Dies bestätigt im Wesentlichen MOMMSENs Befund über die Rolle der frühen Museumsvereine. 33 2. Kapitel: Arbeitsweise des Museums-Vereins für Hessen-Cassel 2.1 Chronik der Versammlungen Wie „funktionierte“ der Museums-Verein? Welches waren seine Organe und wie arbeiteten sie? Welche Vereinsaktivitäten lassen sich aus den Akten ablesen? Wer bestimmte die Richtung der Arbeit? Die Satzung, die am 26. März 1904 dem Amtsgericht zur Eintragung ins Vereinsregister vorlag, legte im § 11 die Rechte der Mitgliederversammlung fest. Sie sollte jährlich in den ersten drei Monaten des Jahres einberufen werden. „Sie nimmt die etwa erforderlichen Ausschusswahlen vor, hört und prüft den Rechenschaftsbericht des Vorstands und berät über etwaige Anträge der Mitglieder.“ In der Regel sollte mit der Versammlung ein öffentlicher Vortrag verbunden sein, und die angeschafften Gegenstände sollten ausgestellt werden. Im § 7 wurde festgelegt, dass die Mitgliederversammlung einen „geschäftsführenden Ausschuss“ auf die Dauer von drei Jahren wählte, der aus mindestens 15 Mitgliedern bestand. Die beiden „Königlichen Museumsdirektoren“, also der Direktor der Gemäldegalerie Dr. Eisenmann und der Direktor des Museum Fridericianum, Dr. Boehlau, gehörten dem Ausschuss kraft Amtes an, auch wenn sie nicht Mitglieder des Vereins waren. Wenn ein Ausschuss-Mitglied ausschied, „ergänzt sich der Ausschuss […] durch Zuwahl eines Vereinsmitglieds, vorbehaltlich der Zustimmung der Mitgliederversammlung.“ Der § 8 bestimmte, dass der Ausschuss „aus seiner Mitte den Vorstand von drei Mitgliedern“ wählte: „den Vorsitzenden, den Schatzmeister und den Schriftführer mit gegenseitiger Vertretungsbefugnis.“ Nach § 10 war der Ausschuss bei 5 anwesenden Mitgliedern beschlussfähig. Nach § 9 entschied der Ausschuss auf Antrag des Vorstandes über Erwerbungen und traf die zur Erreichung der Vereinziele notwendigen Maßnahmen. Über die konstituierende Versammlung wurde oben im Abschnitt 1.1.2 berichtet. Zur 1. Ausschusssitzung am 18. Dezember 1903 im Hotel Schirmer am Ständeplatz hatte DR. EISENMANN eingeladen. Von den 15 gewählten Ausschuss-Mitgliedern waren sieben anwesend: „Landeshauptmann Freiherr Riedesel zu Eisenbach, Geheimer Regierungsrat Dr. Knorz, Oberst Kieckebusch, Kommerzienrat Plaut, Professor v. Drach, Stadtrat Ruetz, Museumsdirektor Dr. Boehlau“193. In der Sitzung wurden nur zwei Punkte behandelt: „1. Die redaktionellen Änderungen der Satzung, vorgeschlagen von Herrn Knorz, werden durchgesehen und genehmigt. 2. Als Vorstand werden die Herren Knorz als Vorsitzender, Plaut als Schatzmeister, Boehlau als Schriftführer gewählt.“194 Am 15. Januar 1904 berichtete das Kasseler Tagblatt über die Gründung des Museumsvereins und hebt hervor: „Der Verein hat sich die Förderung unserer Sammlungen und deren Erschließung zur Aufgabe gemacht“; die Aufforderung zur Unterstützung bei der Mitgliederwerbung schloss sich an195. Am 25. März 1904 fand die 1. ordentliche Mitgliederversammlung im Kaufmannshaus in der früheren Hohenzollernstraße 46 statt; das Protokoll196 verzeichnet 11 Teilnehmer. 193 Protokollbuch, S. 6 f. 194 ebd., S. 7 195 Kasseler Tagblatt, 15.01.1904 196 ebd., S. 7-10 34 1. Der Vorsitzende Dr. KNORZ teilt mit, dass der Verein zur Eintragung beim Amtsgericht angemeldet worden sei. 2. Der Schriftführer Dr. BOEHLAU berichtet, dass die Aufforderung zum Beitritt an 244 Privatpersonen, 9 Vereine in Cassel und 21 Kreise verschickt worden sei. Bisher seien 74 Privatpersonen mit 30 Mark, 3 Kreise mit 40 und 50 Mark, 3 Vereine mit 30 Mark, der Bezirksverband mit 300 Mark und die Stadt Cassel mit 500 Mark Mitglieder geworden; die Summe der Mitgliedsbeiträge betrage 3310 Mark. Es seien Führungen für Lehrer der höheren Schulen, besonders für die Antikensammlung geplant, und es gebe schon 33 Anmeldungen; für Volksschullehrer sollen die Antiken und die Gemäldegalerie im Mittelpunkt stehen. Ein Cyklus von 5 Vorträgen über antike Plastik sei für den Winter des Jahres 1904/05 geplant. 3. Diskutiert wird die Interpretation der Ausdrücke „hessische Altertümer“ und „nicht-hessische Kunstgegenstände“ im § 15 sowie im § 3 der Satzung: Der MV 1905 sei eine authentische Interpretation der Ausdrücke vorzulegen, in dem Sinne, dass diese gleichwertig seien; in einer späteren Satzungsänderung sollten diese beiden Worte durch ein gleich lautendes ersetzt werden. Die Mitgliedschaft von 74 Personen, 3 Kreisen, 3 Vereinen, der Stadt Cassel und des Bezirksverbands schon im ersten Jahr bestätigt die beschriebene gute Vernetzung. Allerdings erhöhte sich die Zahl der Mitglieder, abgesehen vom Beitritt weiterer Kreise und eines Vereins, in den Folgejahren nur unwesentlich. Die geplanten Führungen und Vorträge sollten den Anspruch bestätigen, den Bildungsauftrag der Museen zu unterstützen. Am 26. März 1904 teilte das Königlich Preussische Amtsgericht mit: „Der Verein Museums-Verein für Hessen-Cassel in Cassel ist heute unter N° 40 in das Vereinsregister des Königlichen Amtsgerichts zu Cassel eingetragen worden. Cassel, den 26. März 1904 [Siegel] Königliches Amtsgericht Abt. 13“197 Die 2. Ausschusssitzung fand ein halbes Jahr später, am 23. September 1904, im Hotel Schirmer statt. Das Protokoll verzeichnete198: [S. 10] Anwesend die Herren: Landeshauptmann v. Riedesel, Geheimrat Knorz, Geheimrat Eisenmann, Stadtrat Ruetz, Direktor Boehlau. Entschuldigt fehlen die Herren: Oberbürgermeister Müller, Oberbürgermeister Antoni, Professor v. Drach, Kommerzienrat Plaut, Kommerzienrat Vogt, Oberst Kiekebusch. Herr Knorz konstatiert die Beschlussfähigkeit. Herr Boehlau berichtet über die für 1904 zur Anschaffung verfügbaren Mittel; er schlägt die Gegenstände vor und erläutert sie und nennt die Preise. [S. 11] „Die Vorschläge finden den Beifall der Anwesenden.“ Die Anschaffung wird beschlossen, der Schriftführer mit der Anlegung eines Inventars beauftragt, das in künftigen Versammlungen aufliegen soll. Vorschlag Knorz: Nach Vorbild anderer Vereine sollen auch fremde Kunstgelehrte von Ruf zu Vorträgen herangezogen werden. Vorbild: Städelscher Museumsverein in Frankfurt. Freiherr von Riedesel erwähnt einen Aufruf der Societé des amis de Louvre; 20 Francs Beitrag, ca. 2000 Mitglieder. Der Aufruf wird dem Schriftführer zu den Akten des Vereins gegeben. Von den 15 Ausschuss-Mitgliedern waren nur fünf anwesend. Das reichte nach § 10 der Satzung für die Beschlussfähigkeit aus. Fünf Ausschuss-Mitglieder fehlten entschuldigt, die übrigen fünf wurden nicht erwähnt. Leider sind die Erwerbungen und die Preise nicht protokolliert und der Aufruf der Louvre- Gesellschaft – sie ist ebenfalls nach dem Berliner Vorbild gegründet worden - findet sich nicht in den Akten. Die 3. Ausschusssitzung fand am 9. Januar 1905 im Evangelischen Vereinshaus, das in der früheren Hohentorstraße 19 gegenüber der Martinskirche lag, statt199, und zwar vor der sich anschließenden zweiten ordentlichen Mitgliederversammlung. 197 Aktenverzeichnis 1, S. 14 198 vgl. Protokollbuch, S. 10-12 199 Protokollbuch, S. 13-15 35 Anwesend: Oberst Kieckebusch, C. Henschel, Geheimrat Eisenmann, Kommerzienrat Plaut, Stadtrat Ruetz, Museumsdirektor Boehlau. Entschuldigt: Geheimrat Knorz, Dr. Heräus 1. Der Schriftführer Boehlau leitet in Vertretung die Sitzung, verliest das Protokoll und erstattet Bericht über das verflossene Vereinsjahr. Mitglieder: 4 lebenslängliche Mitglieder200; 77 Mitglieder; 4 Kreise; 4 Vereine; Bezirksverband; Stadt Kassel. 2. Im Jahr 1904 habe es keine Vorträge gegeben, dafür 2 Führungen von je 7 Stunden in der Antikensammlung. Anschaffungen sind lt. Protokoll der 2. Ausschusssitzung getätigt worden; die Jahresrechnung sei von Kommerzienrat Plaut verfasst, von C. Henschel und Ruetz geprüft. 3. Antrag an die Mitgliederversammlung: Die Ausdrücke „Altertümer“ und „Kunstgegenstände“ seien gleichbedeutend. 4. Der Vortrag von C. Neumann wird nachträglich gebilligt. 5. Boehlau beantragt für März eine Ausstellung der wertvollen Sammlung vorderasiatischer alter Teppiche von Haus Ihmsen/Constantinopel und R. Holstein/Berlin auf Kosten des Vereins. Kieckebusch: Mehr Wert auf Erwerbungen legen! Boehlau: Nur Kosten von 150-200 Mark! Exceptioneller Fall! Antrag wird angenommen. 6. Ruetz beantragt, dass der Museumsverein auf der Gewerbeausstellung einen Schrank mit Erwerbungen ausstellt. Die Stadt werde sich mit Altertümern aus ihrem Besitz beteiligen. Der Antrag wird angenommen. Ende der Sitzung: 8 Uhr. Es fällt auf, dass erneut nur sechs Mitglieder des Ausschusses anwesend waren. Der wesentliche Zugewinn an Vereinsmitgliedern bestand in den „lebenslänglichen“ Mitgliedern, die einmalig 1000 Mark Beitrag entrichteten. Zwei Führungen wurden durchgeführt, Vorträge fanden nicht statt. Das Protokoll der 2. ordentlichen Mitgliederversammlung, die sich an die Ausschusssitzung anschloss, war kurz201: 1. Herr Boehlau begrüßt die erschienenen Mitglieder, Gäste und sonstigen Anwesenden. Er berichtet über die Eintragung in das Vereinsregister. Herr Plaut gibt eine Übersicht über die Finanzlage des Vereins. 2. Der Antrag des Ausschusses, die Ausdrücke „Altertümer“ und Kunstgegenstände“ als gleichbedeutend anzusehen, wird angenommen. Nach Schluss der Versammlung: Vortrag von Prof. Dr. C. Neumann über Naturgefühl und Landschaftsmalerei. Vermutlich war auch die Versammlung, deren Teilnehmerzahl nicht protokolliert ist, kurz, um den anschließenden Vortrag zu hören. Die 4. Ausschusssitzung im Büro der Gemäldegalerie ist im Protokollbuch nicht datiert202, fand aber sicherlich in den ersten beiden Monaten des Jahre 1906 statt. Anwesend die Herren: Geheimrat Knorz, Landeshauptmann Riedesel zu Eisenbach, Geheimrat Eisenmann, Kommerzienrat Plaut, Stadtrat Ruetz, Dr. Boehlau. 1. Der Schriftführer erstattet unter Verlesung des Protokolls des letzten Ausschusses und der Mitgliederversammlung Bericht über die Tätigkeit des Vereins im verflossenen Jahr und über den Stand des Vereins. Über den Kassenbestand berichtet Herr Plaut. 2. Die Herabsetzung des Beitrags wird nach längerer Debatte auf Antrag Knorz weiterer Überlegung empfohlen. Die Mehrzahl der Mitglieder war nicht der Überzeugung, dass der Verlust von 700 Mark pro Jahr durch Herabsetzung auf 20 Mark durch den Eintritt neuer Mitglieder ausgeglichen werde. 3. Zur Anschaffung wird eine Fuldaer Porzellangruppe im Preis von 5000 Mark durch Boehlau vorgeschlagen. Die Wichtigkeit der Stücke rechtfertige, dass der Verein die Mittel von zwei Jahren aufwende. Die Anschaffung wird vorbehaltlich der Zustimmung der Mitgliederversammlung beschlossen. „4) Auf Antrag Ruetz wird der Museumsdirektor ermächtigt, auf den bevorstehenden Auktionen der Sammlungen Eisenmann und Schneider nötigenfalls auf Rechnung des Vereins geeignete hessische Altertümer zu erwerben.“ 5. Boehlau wird auf seinen Antrag hin beauftragt, einen gedruckten Jahresbericht nach dem Muster des vorgelegten Berichts des Städelschen Museumsvereins vorzubereiten. 200 vgl. Satzung, § 6 201 Protokollbuch, S. 16 202 vgl. ebd., S. 17-19 36 Auch zu dieser Ausschusssitzung waren nur sechs Mitglieder erschienen. Entschuldigungen wurden nicht protokolliert. Es zeigte sich immer mehr, dass die Aktivitäten des Vereins von der Initiative Boehlaus abhingen. Der Jahresbericht für die Jahre 1903-1906, den BOEHLAU verfasste, wurde tatsächlich gedruckt. In ihm kam eine gewisse Enttäuschung BOEHLAUs zum Ausdruck, der sich größeren Erfolg des Vereins erwartet hatte: „Die Unternehmungen des Vereins und seine Erwerbungen haben sich nach seinen noch bescheidenen Mitteln richten müssen. Wir haben das feste Vertrauen, dass diese Mittel wachsen werden. Es ist zwar nicht zu leugnen, dass der Aufschwung von Handel und Industrie, an dem Cassel in hohem Masse beteiligt ist, für das künstlerische Leben unserer Stadt noch nicht die Früchte getragen hat, die man erwarten durfte: Die alte Anschauung sitzt noch zu fest, dass Kunst ein äusserst entbehrlicher Luxusartikel sei.“203 Gelobt wurde dagegen die Stiftung eines Bauplatzes für das neue Landesmuseum und als „glänzendes Beispiel“204 die Schenkung von 200 000 Mark für den Neubau des Museums durch Herrn Kommerzienrat ASCHROTT, ebenfalls lebenslängliches Mitglied im Museumsverein. Vermutlich hatte BOEHLAU seiner Enttäuschung auch in einem Begleitbrief, mit dem er den Bericht an Wilhelm VON BODE, den Direktor des Kaiser Friedrich-Museums in Berlin, geschickt hatte, Ausdruck verliehen. Wilhelm von Bode antwortete am 20. Januar 1907. Er lobte den Erfolg des Museums-Vereins und tröstete mit der Bemerkung, dass „auch unser Verein […] im ersten Jahr nicht viel mehr Jahresbeiträge“ hatte205. Die Diskussion um eine Senkung des Mitgliedsbeitrags ist ein Hinweis auf das Stagnieren der Mitgliederzahlen. Dass sie abgelehnt wurde, bestätigt den eher elitären Charakter der Mitgliedschaft, war aber wohl auch eine realistische Einschätzung. In den Akten finden sich Briefe des Vorsitzenden Dr. KNORZ an die Landkreise Fulda, Hersfeld, Gelnhausen, Schlüchtern, Wolfhagen, Eschwege, die um Beitritt gebeten werden206; diese Werbeaktion war bis auf Hersfeld erfolgreich. Die 3. ordentliche Mitgliederversammlung fand am 4. Mai 1906 im Kaufmannshaus statt207. „1) Herr Knorz begrüßt die erschienenen Mitglieder und bittet um Indemnität [Schuldlosigkeit] wegen des späten [S. 20] Termins der Versammlung, die satzungsgemäss in den drei ersten Monaten des Jahres hätte zusammengerufen werden müssen. Dienstliche Abhaltungen einiger Vorstandsmitglieder hätte die Einhaltung des Termins verhindert. 2) Der Schriftführer erstattet Bericht über die Tätigkeit des Vereins und seines Bestandes. 3) Der Kassenführer legt den Kassenbericht vor. Um Prüfung werden die Herren Ruetz und Fiorino gebeten. 4) Die Anschaffungen werden gutgeheissen. Darauf Schluss der Sitzung. Dr. Knorz. Boehlau“ Teilnehmerzahlen wurden auch diesmal nicht protokolliert, inhaltliche Angaben zu den Vereinstätigkeiten, dem Kassenbestand und den Anschaffungen wurden nicht gemacht. Auskunft gab hierüber der Jahresbericht BOEHLAUs 1906, der für die Analyse der Mitglieder ausgewertet wurde und bei dem Kapitel über die Erwerbungen erneut herangezogen wird. 203 BOEHLAU, wie Anm. 4, S. 8 204 ebd. S. 10 205 Aktenverzeichnis 1, 20.01.1907, ohne Seite 206 Aktenverzeichnis 1, 27.04.1906, ohne Seite 207 vgl. Protokollbuch, S. 19-20 37 In den Akten findet sich ein Formbrief vom 15. Januar 1907208, mit dem der Jahresbericht für die Zeit von 1903 bis 30. Juni 1906 verschickt wurde. Die 5. Ausschusssitzung am 26.04.1907 im kleinen Saal des Kaufmannshauses lag vor der Mitgliederversammlung209. Anwesend die Herren: Geheimrat Knorz, Geheimrat Eisenmann, Kommerzienrat Plaut, Kommerzienrat Henschel, Direktor Boehlau 1. Boehlau: Berichterstattung über die Vereinstätigkeit; Plaut: Kassenbericht. 2. Boehlau legt die zur Anschaffung empfohlenen Stücke „teils im Original, teils in Photographien“ vor; die Anschaffung wird genehmigt. Das Protokoll verzeichnete keine Entschuldigungen anderer Ausschussmitglieder; man hatte sich an die Präsenz von nur fünf bis sechs Personen wohl schon gewöhnt. Inhalte der Berichte wurden nicht protokolliert: Der Schriftführer BOEHLAU hatte sie ja „im Kopf“. Die 4. ordentliche Mitgliederversammlung, die am 26.04.1907 abends folgte, fand auch im kleinen Saal des Kaufmannshauses Platz210. 1. Knorz bittet wieder um Indemnität wegen des verspäteten Termins. 2. Boehlau erstattet Bericht über die Vereinstätigkeit. 3. Plaut legt die Buchungen vor, Fiorino und Ruetz werden um Prüfung gebeten. 4. Die Anschaffungen werden genehmigt. 5. Der bisherige Ausschuss wird wiedergewählt, wobei statt des verzogenen Regierungspräsidenten v. Trott zu Solz dessen Nachfolger Graf v. Bernstorff gewählt wird. Nach Schluss der Sitzung tritt der Ausschuss zusammen und wählt aus seiner Mitte den bisherigen Vorstand wieder. Erneut wurden weder Teilnehmerzahlen noch Inhalte protokolliert. Führungen oder Vorträge wurden nicht erwähnt. Der wieder gewählte Vorstand mit Dr. KNORZ, BOEHLAU und PLAUT wurde am 7. Juni 1907 vom Königlichen Amtsgericht bestätigt. Am 12. Juni 1908 wurden die Ausschusssitzung und die 5. ordentliche Mitgliederversammlung im kleinen Saal des Kaufmannshauses ungetrennt durchgeführt211. 1. Knorz bittet wieder um Indemnität wegen des verspäteten Termins. 2. Boehlau erstattet Bericht über die Vereinstätigkeit und gibt in Vertretung des Kassenführers eine Übersicht über die finanzielle Lage. 3. Die Anschaffungen werden genehmigt. Knorz Boehlau Auch dieses Protokoll enthält keine Inhalte und keinen Hinweis auf die Teilnehmerzahl. Man kann wegen der fehlenden Trennung der Sitzungen annehmen, dass die Zahl gering war. Die 6. Ausschusssitzung fand erst am 22. Februar 1910 im Kaufmannshaus statt. Im Protokoll wird dies ausführlich begründet212. 1. In Vertretung des erkrankten Vorsitzenden [Dr. KNORZ] eröffnet der Schriftführer [BOEHLAU] die Sitzung. Er bittet um Indemnität für das Nichteinberufen des Ausschusses und der Mitgliederversammlung im Jahr 1909 und entschuldigt es mit der Krankheit des Vorsitzenden und der eigenen Überbürdung mit Geschäften, da er als 208 Aktenverzeichnis 1, 15.01.1907, ohne Seite 209 vgl. Protokollbuch, S. 21 210 vgl. Protokollbuch, S. 22-23 211 vgl. Protokollbuch, S. 23-24 212 vgl. Protokollbuch, S. 24-26 38 Vertreter des Galeriedirektors den Vorsitz im Kunstverein zu übernehmen gehabt, außerdem die Pläne für das Landesmuseum vorzubereiten gehabt habe. 2. Boehlau erstattet Bericht über den Mitgliederbestand und die Vereinstätigkeit. 3. Der Schatzmeister [PLAUT] gibt eine Übersicht über die finanzielle Lage des Vereins. Die Herren Ruetz und Fiorino sind für die Prüfung verantwortlich. 4. Die Anschaffungen – oberhessischer Schrank von 1604, Casseler Wanduhr von Nettmann und Flörsheimer Fayence - werden genehmigt. 5. An Stelle des aus dem Verein ausgeschiedenen Herrn Landrats v. Schwertzell wird Herr Landrat v. Keudell- Eschwege kooptiert. An Stelle des verzogenen Geheimrats Eisenmann213 tritt satzungsgemäß der neue Galeriedirektor Herr Dr. Gronau. Boehlau [später] ges. Dr. Knorz Das Protokoll wies deutlich aus, dass ohne Johannes BOEHLAUs Initiative die Vereinstätigkeit ruhte. Er übernahm nach EISENMANNs Wegzug von 1907 – 1910 den Vorsitz des Kunstvereins214 und war für dessen positive Entwicklung verantwortlich. Die Kunstvereins-Ausstellung 1908 leitete neue Ära ein; die Zahl der Mitglieder stieg von 591 auf 979. 1909 war das Glanzstück eine Hans Thoma-Ausstellung; im Sommer 1909 gab es eine „Französische Kunstausstellung“ mit Rodin, Bourdelle, Renoir, Monet, Henri Rousseau, mit mehr als 4000 zahlenden Besuchern. 1910 löste Dr. Gronau, Direktor der königlichen Galerie, Dr. Boehlau im Vorsitz ab.215 Die Planung des Hessischen Landesmuseums war nach Festlegung des Bauplatzes – die Stadt Kassel hatte ihn anlässlich der Silberhochzeit Kaiser Wilhelms II. und der Kaiserin Auguste Victoria am 25. Februar 1906 den Majestäten geschenkt – im Jahr 1907 mit den ersten Vorskizzen Theodor FISCHERs und einem Bauprogramm BOEHLAUs in ein konkreteres Stadium getreten und verlangte in den folgenden Jahren seinen ständigen Einsatz. Im Mai 1909 wurde ein vierter Entwurf dem Kaiser auf Schloss Wilhelmshöhe vorgelegt und nach dessen Einwänden umgearbeitet, bis im April 1910 die Bauarbeiten begannen.216 Somit war seine Begründung für die fehlenden Aktivitäten sehr plausibel. In der der Ausschusssitzung nachfolgenden 6. ordentlichen Mitgliederversammlung wurde über Mitgliederwerbung diskutiert: 1. Die Berichte des Schriftführers und des Schatzmeisters werden entgegengenommen. Justizrat Scheffer regt erneute Propaganda für den Verein an. Herr Rubensohn weist auf Gewinnung von Mitgliedern aus den Kreisen der Gewerbetreibenden durch Vorträge hin. Herr Ruetz rät bis zur Fertigstellung des Landesmuseums zu warten. Auf Anregung von Herrn Plaut wird in Aussicht genommen, schon jetzt einzelne Herren für den Verein zu gewinnen unter Hinweis auf das Ziel und die Bedürfnisse des neuen Museums, die Dr. Boehlau nach der Bewilligung der ersten Baurate durch das Abgeordnetenhaus in einer geeigneten Zeitschrift (Hessenland) darlegen werde. 2. Anschaffungen werden genehmigt. 3. Der bisherige Ausschuss wird mit den vom Ausschuss schon vorgeschlagenen Änderungen wiedergewählt. Die anwesenden Ausschussmitglieder nehmen die Wahl an.217 Eine erneute Mitgliederwerbung fand in den Akten keinen Niederschlag. Im Anschluss an die Versammlung trat der Ausschuss erneut zusammen und wählte die bisherigen Vorstände BOEHLAU und PLAUT, auch den erkrankten Vorsitzenden Dr. KNORZ, wieder; das Amtsgericht bestätigte die erneute Bestellung des Vorstands am 22. März 1910. Dr. KNORZ starb am 12. April 1911. 213 Oscar EISENMANN war 1908 nach seiner Pensionierung nach Karlsruhe gezogen. 214 vgl. oben Abschnitt 1.5.1, S. 25 215 vgl. MARX, wie Anm. 164, S. 71 216 vgl. Ulrich SCHMIDT, 75 Jahre Hessisches Landesmuseum 1913-1988, In: Kunst in Hessen und am Mittelrhein 28, Darmstadt 1988, Kapitel: Zur Chronologie der Ereignisse, S. 10 f. 217 Protokollbuch, S. 26-28 39 Bis zur nächsten Versammlung vergingen fast vier Jahre, in denen das Hessische Landesmuseum geplant, erbaut und eingerichtet wurde. Das 1000-jährige Stadtjubiläum, der historische Festzug und die deutsche Kunstausstellung im Jahr 1913 belegten die Protagonisten des Museumsvereins mit Beschlag, dazu kamen noch Krankheit und Tod des ehemaligen Vorsitzenden Ludwig KNORZ. Am 30. Januar 1914 versammelte sich der Ausschuss zu seiner 7. Sitzung im Hotel Schirmer. Als neuer Vorsitzender wurde der seit 1909 als Bezirkskonservator amtierende ehemalige Marburger Professor Carl Alhard VON DRACH vorgeschlagen. Die Genehmigung von Erwerbungen wurde nicht beschlossen, da die Gegenstände, zum Teil Möbel, nur im Museum zu besichtigen seien. Wichtiger war die ordnungsgemäße Zusammensetzung der Gremien: 4) Der Schriftführer berichtet über die Veränderungen im Mitgliederbestand und der durch Tod und Austritt notwendig gewordenen Wahlen. Der Ausschuss hat an Stelle des verstorbenen Geheimen Kommerzienrat Pfeiffer, Herrn K. L. Pfeiffer, an Stelle des ausgetretenen Stadtrat Ruetz Herrn A. Fiorino kooptiert. An Stelle des ausgetretenen [33] Herrn Oberbürgermeister Müller soll der Mitgliederversammlung Herr Oberbürgermeister Koch, an Stelle des verstorbenen Herrn Oberst v. Kieckebusch Herr Generalmajor Eisentraut vorgeschlagen werden.218 In der Mitgliederversammlung, die sich der Ausschusssitzung am gleichen Abend anschloss, sowie in der der Versammlung folgenden erneuten Ausschusssitzung wurden die personellen Vorschläge gebilligt. 1) Die Versammlung nimmt den Bericht des Schriftführers und des Schatzmeisters entgegen. Eine neue Propaganda, wie sie schon 1910 Herr Justizrat Scheffer angeregt hat, wird wiederholt anempfohlen. 2) Wahl des Ausschusses Es werden die Herren Geheimrat A. v. Drach, Kommerzienrat G. Plaut, [35] Museumsdirektor Dr. J. Boehlau, Oberbürgermeister Antoni-Fulda, Regierungspräsident Graf Bernstorff, Geheimer Kommerzienrat Dr. ing C. Henschel, Dr. W. Heraeus-Hanau, Landeshauptmann Freiherr W. Riedesel zu Eisenbach, Kammerherr und Landrat v. Keudell-Eschwege, Geheimer Kommerzienrat O. Vogt und Galleriedirektor [sic] Dr. O. Gronau wiedergewählt. Bestätigt wird die Zuwahl von Herrn K. L. Pfeiffer und A. Fiorino, neugewählt werden die Herren Oberbürgermeister Koch und Generalmajor G. Eisentraut. Der Ausschuss besteht somit aus der durch die Satzung vorgeschriebenen Mindestzahl von15 Mitgliedern. 3) Die vorgeschlagenen Unternehmungen für 1914 werden genehmigt. Herr Kommerzienrat Rosenzweig schlägt jedoch vor, den Eintritt für alle der bis zum 1. April sich Meldenden auf 1 M. festzusetzen. Dies wird nach längerer Debatte beschlossen. Nach Schluss der Sitzung tritt der Ausschuss zusammen und wählt aus seiner Mitte den bisherigen Vorstand wieder. Herr Geheimrat A. v. Drach als Vorsitzenden, Herrn Kommerzienrat G. Plaut als Schatzmeister, Herrn Dr. J. Boehlau als Schriftführer. Der Schriftführer/Boehlau Der Vorsitzende /Drach219 Das Amtsgericht bestätigte am 31. Januar 1914 den neuen Vorstand. Die von BOEHLAU vorgeschlagenen „Unternehmungen“ des Vereins - Führungen für die Mitglieder des Vereins und ein Zyklus von Vorträgen über das moderne Kunstgewerbe - wurden nur zum Teil verwirklicht, wie in der 8. Ausschusssitzung am 4. März 1915 berichtet wurde: „2) Der Schriftführer erstattet Bericht über die Unternehmungen des Jahres 1914, die zum größten Teil durch den Krieg verhindert worden sind. Das betrifft in erster Linie die Abhaltung eines Cyklus von Vorträgen über das moderne Kunstgewerbe. Herr Museumsdirektor Dr. Schäfer-Lübeck war hierfür gewonnen, und die Besprechungen mit Gewerkschaften und Vereinen wegen Besuch der Vorlesungen hatten schon begonnen, als der Krieg ausbrach. Auch die in der vorigen Mitgliederversammlung gewünschte Agitation für den Verein musste des Krieges wegen unterbleiben. Die Führungen im Museum sind durch den Schriftführer und [38] Herrn 218 vgl. Protokollbuch, S. 32-33 219 vgl. Protokollbuch, S. 34-35 40 Direktor Lüer von der Kunstgewerbeschule abgehalten worden. Die Rechnungen sind durch die Herren Ruetz und Fiorino geprüft und richtig befunden worden. 3) Da Oberbürgermeister Koch zunächst noch nicht dem Verein beizutreten wünscht, soll er gebeten werden, als Vertreter der Stadt dem Ausschuss beizutreten. 4) Es wird vorgeschlagen, im kommenden Jahr a) 2000 M für die Unterstützung der Herausgabe des großen Katalogs der Casseler Antiken zu verwenden. b) 1000 M für den nach Beendigung des Krieges abzuhaltenden Vortragskurs über modernes Kunstgewerbe bereitzuhalten, ebenso c) 600 M für Ausgabe eines gedruckten und mit Abbildungen versehenen Berichts für die Mitglieder, der gleichzeitig als Werbemittel dienen soll. d) den verfügbaren Rest der Jahreseinnahmen für etwa sich bietende Anschaffungen zu verwenden. Dem wird zugestimmt. Zu a) wird der Wunsch geäußert, den Mitgliedern den [39] Katalog für einen Vorzugspreis zur Verfügung zu stellen. Der Schriftführer wird beauftragt mit dem Verleger in Verhandlung darüber einzutreten, ob er den vor Erscheinen des Katalogs sich meldenden Mitgliedern einen Vorzugspreis von 10 M (statt 30 M) zugestehen will. Danach Schluss der Sitzung. Boehlau Drach“220 Bei dem „Katalog der Casseler Antiken“ handelte es sich um den ersten wissenschaftlichen Katalog, den die zweite wissenschaftliche Mitarbeiterin Dr. Margarete BIEBER 1915 bei Elwert in Marburg veröffentlichte221. Im Vorwort wurde erwähnt, dass die Kurhessische Gesellschaft für Kunst und Wissenschaft und der Museums-Verein für Hessen-Cassel durch ihre Beiträge das Erscheinen der Arbeit ermöglicht hätten. Die Verhandlungen mit Elwert ergaben, dass der Katalog, der im Buchhandel 30.- Mark kosten sollte, an die Mitglieder des Museumsvereins nur für 20.- Mark abgegeben werden konnte. Der Katalog wurde laut Abrechnung vom 11.11.1915 von 22 Mitgliedern für den Preis von 10.- Mark erworben, 10.- Mark übernahm der Museumsverein, der sie aus dem in der 8. Mitgliederversammlung beschlossenen Fonds für Werbezwecke entnahm.222 Die wie üblich der Ausschusssitzung folgende 8. ordentliche Mitgliederversammlung wurde so protokolliert: „Die Mitgliederversammlung nimmt die Berichte des Schatzmeisters und des Schriftführers entgegen und stimmt der Verwendung der Mittel für 1915 zu.“223 Die 9. Ausschusssitzung sowie die 9. ordentliche Mitgliederversammlung fanden am 5. September 1916 im Zimmer des Landesausschusses im Ständehaus statt, sicherlich auf Wunsch des neu zu wählenden Vorsitzenden Freiherr V. RIEDESEL ZU EISENBACH, der dort als Landeshauptmann residierte. Der bisherige Vorsitzende Carl Alhard VON DRACH war am 1. Mai 1915 gestorben. 3) An Stelle der Herren v. Drach und Eisentraut sollen die Herren Exzellenz Stumm in Holzhausen und Ehrenberg gebeten werden, in den Ausschuß einzutreten. [41] 4) Der Schriftführer erstattet den Bericht über das Jahr 1915. Der Verein hat 3 Mitglieder durch den Tod verloren, nämlich Geheimrat v. Drach, Frau Geheimrat Henschel und Geheimrat Aschrott. Ausgetreten ist Herr General Eisentraut. Als Unterstützung für die Herausgabe des großen Katalogs des Casseler Antiken sind 2000 M bezahlt worden.224 Neu in diesem Kreis war nur der Kaufmann Otto EHRENBERG (28.5.1849 Wolfenbüttel – 19. Juli 1928 Kassel), der Mitglied im Handels- und Gewerbeverein sowie in der Kurhessischen Gesellschaft für Kunst und Wissenschaft war. 220 Protokollbuch, S. 38-39 221 Margarete BIEBER, Die antiken Skulpturen und Bronzen des königl. Museums Fridericianum in Cassel, im Auftrage der Museumsdirektion herausgegeben von Margarete Bieber, Marburg 1915 222 Brief BOEHLAUs vom 31.03.1915, Aktenverzeichnis 1 ohne Seite 223 Protokollbuch, S. 39 224 vgl. Protokollbuch, S. 41 41 Die Mitgliederversammlung bestätigte die Neuwahlen wie gewohnt. Schon am 6. September bestätigte das Amtsgericht: „Das Vorstandsmitglied, Geheimrat A. v. Drach, ist gestorben. An seiner Stelle ist Landeshauptmann Freiherr von Riedesel zu Eisenbach, Cassel, gewählt. Eingetragen am 6. September 1916.“225 Die 10. Ausschusssitzung sowie die 10. Mitgliederversammlung fanden am 16. Juli 1919 im Büro des Landesmuseums statt, damit anschließend die Neuerwerbung, eine Nürnberger Madonna, besichtigt werden konnte. An der Ausschusssitzung, die eine halbe Stunde dauerte, nahmen – satzungswidrig – nur vier Personen teil: Anwesend die Herren: Plaut, Fiorino, Weber (als Vertreter des Herrn Oberbürgermeisters), Boehlau 1) Das Protokoll der vorigen Sitzung wird verlesen. Der Mitgliederversammlung soll die Wiederwahl des Ausschusses, an Stelle des verstorbenen Landeshauptmanns v. Riedesel zu Eisenbach die Zuwahl Herrn v. Gehrens, seines Nachfolgers, sowie die Zuwahl Herrn Eisentrauts empfohlen werden, der wieder dem Verein beigetreten ist. 2) Der Schriftführer berichtet über die Jahre 1916 bis 1918. Eine Sitzung hat 1917 und 1918 nicht stattgefunden, teils der Zeitverhältnisse wegen, teils weil keine wichtigeren Angelegenheiten vorlagen. Der Verein hat durch Tod und Austritt viele Mitglieder verloren. Zu jetziger Zeit scheint eine Werbetätigkeit aussichtslos, doch soll versucht werden, die Hinterbliebenen der verstorbenen [44] Mitglieder Rosenzweig, Rubensohn und Salzmann als Mitglieder zu gewinnen, ebenso Herrn Kommerzienrat Wertheim.226 Die Mitgliederversammlung war ebenfalls kurz: Bestätigung der Berichte und Wiederwahl des bisherigen Ausschusses. Zuwahl von Landeshauptmann v. Gehren und General Eisentraut.227 Der Ausschuss bestand damit – satzungswidrig – nur aus 10 Mitgliedern. „Nach Schluss der Sitzung wählt der Ausschuss aus seiner Mitte den Landeshauptmann v. Gehren als Vorsitzenden, Kommerzienrat Plaut als Kassenführer, Museumsdirektor Dr. Boehlau als Schriftführer. Der Vorsitzende: J. W. v. Gehren Der Schriftführer Boehlau“228 Reinhard VON GEHREN, Dr. jur. h. c. (24.12.1865 Ziegenhain – 8.6.1930 Karlsbad), gehörte zu der Gruppe höherer Beamten im Museums-Verein: von 1896-1918 Landrat in Homberg, 1912- 1918 konservativer Abgeordneter im preußischen Landtag sowie von 1921-1930 Mitglied im preußischen Staatsrat, von 1918-1930 Landeshauptmann des Bezirks Hessen und somit Nachfolger des nur drei Jahre als Vorsitzender des Museums-Vereins amtierenden Landeshauptmanns RIEDESEL ZU EISENBACH. Die Vereinstätigkeit wurde also nach dem 1. Weltkrieg fortgesetzt, als wenn nichts geschehen wäre. Es wurde nur auf die „Zeitverhältnisse“ verwiesen, deretwegen Versammlungen nicht stattgefunden hätten. In den Jahren der Inflation ruhte die Vereinstätigkeit bis 1923. Erst am 28. März 1923 fanden die 11. Ausschusssitzung und die anschließende 11. ordentliche Mitgliederversammlung im Geschäftszimmer des Landesmuseums statt. Der Ausschuss beschäftigte sich wieder mit seiner Zusammensetzung und vor allem mit einer Erhöhung des Mitgliedsbeitrags. 225 Aktenverzeichnis 1, S. 52 226 Protokollbuch, S. 43-44 227 vgl. Protokollbuch, S. 44 228 Protokollbuch, S. 45 42 „Anwesend die Herren: Ehrenberg, Eisentraut [hs. Bleistift-Ergänzung + ], Fiorino, Plaut, Boehlau, später Dr. Luthmer 1. Das Protokoll der vorigen Sitzung wird verlesen. 2. An Stelle des ausgeschiedenen Herrn Grafen Bernstorff wird Herr Dr. Luthmer vorbehaltlich der Zustimmung der Mitgliederversammlung in den Ausschuss gewählt; er nimmt darauf an der Sitzung teil. 3. Der Schriftführer bittet unter Darlegung der Ursachen um Indemnität für den Ausfall der Sitzungen 1920-1922 und erstattet den Geschäftsbericht und Kassenbericht. Der Rechnungsabschluss ist durch Herrn Fiorino geprüft und richtig befunden. 4. Es wird nach langer Aussprache beschlossen, den Mitgliedsbeitrag auf 100.- Mark zu erhöhen und in möglichst großem Umfange nur Mitglieder zu werben, die um eine Erhöhung der Beiträge auf Selbst- einschätzung gebeten werden. Der Betrag für die lebenslängliche Mitgliedschaft wird auf 5000 M festgesetzt. Dies ist nicht als Änderung der Satzung anzusehen, da die Erhöhung nur der Entwertung des Geldes entspricht. Die Werbung hat durch Zuschriften zu erfolgen, die die bisherige Tätigkeit der Kommission erwähnen. Die anwesenden Herren erklären sich auch zu persönlicher Werbung bereit. Herr Fiorino meldet Herrn Szager mit einem Jahresbeitrag von 500.- M an. Hierauf Schluss der Sitzung. Der Vorsitzende [nicht unterzeichnet] Der Schriftführer Boehlau“229 Erstmals tauchte in diesem Kreis Dr. Kurt LUTHMER (19.6.1891in Zabern/Elsass - 11.9.1945 in Marburg) auf: Er hatte Archäologie und Kunstgeschichte in Straßburg und München studiert, hatte 1914 über oberhessische Baukunst promoviert, war von 1920-1922 Lehrer für Kunstgeschichte an der Kunstakademie in Kassel und ab 1. April 1922 Kustos am Hessischen Landesmuseum. 1925 erhielt er den Professorentitel, am 1. Oktober 1928 wurde er der Nachfolger BOEHLAUs als Museumsdirektor. Die Erhöhung der Mitgliedsbeiträge war sicherlich fast eine 'Verzeiflungstat': Wenn man vergleicht, dass im Januar 1923 in Kassel ein Pfund Roggenbrot 136.-, im Juni schon 555.- Mark, und ein Pfund Zucker im Januar 350.-, im Juni 1600.- Mark kosteten230, so sieht man die Vergeblichkeit der Anstrengungen, durch Erhöhung der Mitgliedsbeiträge einen Inflationsausgleich zu schaffen. Unter dieser Perspektive ist auch die Mitteilung der Firma Henschel & Sohn vom 10. April 1923, in der die Zuwendung eines einmaligen Betrags von 20.000 Mark an den Museums-Verein angekündigt wird231, als „Tropfen auf den heißen Stein“ zu betrachten: Aufgrund der Geldentwertung entsprach die Spende de facto nicht einmal dem Geldwert von 10.- Mark des Jahres 1914!232 In der Mitgliederversammlung am gleichen Abend wurden die Beschlüsse des Ausschusses bestätigt, und es erfolgte die Wiederwahl des Vorstands. „Nach Schluß der MV wählt der Ausschuß aus seiner Mitte den bisherigen Vorstand wieder. Dieser besteht somit aus: 1. Herrn Landeshauptm. v. Gehren als Vorsitzenden 2. Herrn Kommerzienrat Plaut als Schatzmeister 3. Herrn Museumsdirektor Dr. Boehlau als Schriftführer“233 In den darauf folgenden Jahren waren keine Aktivitäten der Vereinsgremien zu verzeichnen. 2.2 Aktivitäten des Museums-Vereins für Hessen-Cassel Die Ziele des Vereins waren laut Satzung erstrangig die Erwerbung von Kunstwerken, danach die Veranstaltung von öffentlichen Vorträgen und schließlich sachkundige Führungen für das 229 Protokollbuch S. 46 230 HERMSDORFF, wie Anm. 76, S. 84 231 Aktenverzeichnis 1, S. 64 232 vgl. Gustav STOLPER u.a., Deutsche Wirtschaft seit 1870, Tübingen 1964, S. 99, Tabelle 11 233 Protokollbuch, S. 47 43 Publikum, insbesondere auch für Gewerbetreibende, um die Sammlungen kennen und würdigen zu lernen. Wie sah es mit der Verwirklichung dieser Ziele aus? 2.2.1 Führungen „Im Sommer 1904 wurde in zwei acht- bis zehnstündigen Führungen die Sammlung der antiken Abgüsse mit Lehrern hiesiger höherer Lehranstalten besichtigt.“234 Für das Jahr 1914 waren Führungen für die Mitglieder des Vereins im Landesmuseum geplant: „Die Führungen im Museum sind durch den Schriftführer [BOEHLAU] und [38] Herrn Direktor Lüer von der Kunstgewerbeschule abgehalten worden.“235 Die einzige bemerkenswerte Aktivität des Jahres 1919 bestand in der Finanzierung von Führungen junger Handwerker im Landesmuseum, die der Handels- und Gewerbeverein durchführen will. Die Zustimmung zu der benötigten Summe von 1500.- Mark beantragte der Vorstand beim Ausschuss mit einem Rundschreiben: „Museumsverein für Hessen-Cassel / Cassel, 6. September 1919 Der Handels- und Gewerbeverein beabsichtigt, im hiesigen Museum Führungen junger Handwerker zu veranstalten, die durch ausgesuchte Fachleute zum Teil auswärtiger Lehranstalten in die Technik der Möbel, Eisenarbeiten und anderer kunstgewerblicher Erzeugnisse in längeren Kursen eingeführt werden. Es sind dafür erhebliche Geldaufwendungen erforderlich. Nach § 2 c unserer Satzung fällt die Unterstützung solcher Einrichtungen in den Bereich unserer Aufgaben. Nachdem der Krieg unseren Verein zu längerer Untätigkeit genötigt hat, scheint es mir doppelt wichtig, diese Gelegenheit zu ergreifen, um uns zu betätigen. Wir beantragen daher die Ermächtigung, dem Handels- und Gewerbeverein eine Unterstützung bis zu 1500 M zur Veranstaltung dieser Kurse zur Verfügung stellen zu dürfen. Die Mitwirkung des Museumsvereins wird in den Ankündigungen zum Ausdruck gebracht werden. Auf Grund des § 10 der Satzungen bringen wir den Antrag zur schriftlichen Abstimmung. Fall[s] wir binnen 8 Tagen keine Nachricht erhalten, nehmen wir an, dass Sie dem Antrage zustimmen. Der Vorsitzende: v. Gehren / Der Kassenführer: Plaut / Der Schriftführer: Boehlau“236 Am 10. Oktober 1919 erfolgte die Bestätigung an den Handels- und Gewerbeverein, dass die Summe bewilligt werde. Die Vorträge und Führungen junger Handwerker fanden durch technische Sachverständige im Landesmuseum statt, die der Museumsverein mit 1500.- Mark finanzierte. In einem Brief des Handels- und Gewerbevereins vom 21. Mai 1920 wurde bestätigt, dass der Kursus von Professor Niebel-Münster über die Gestaltung und Dekorierung von Schreinerarbeiten stattgefunden und das regste Interesse gefunden habe; er könne als erfolgreich und in jeder Hinsicht gelungen bezeichnet werden. Es fanden etwa 15 Führungen und Vorträge statt. Ein Beitrag des Museums-Vereins von 1200.- Mark wurde erbeten.237 Aus dem Kassenbuch von 1920 und 1921 ging hervor, dass wohl drei Führungen für Mitglieder stattgefunden hatten, da 30.- Mark für eine entsprechende Mitteilung an Mitglieder ausgegeben wurden. Führungen „für das Publikum“ sind demnach selten, für „Gewerbetreibende“ einmal 1919 durchgeführt worden. 2.2.2 Vorträge Das Protokollbuch der ersten Mitgliederversammlung am 25. März 1904 verzeichnet einen 234 BOEHLAU, wie Anm. 4, S. 6 235 Protokollbuch, S. 37 f.; leider werden weder die Zahl der Führungen noch die Zahl der Teilnehmer genannt. 236 Aktenverzeichnis 1, S. 55 237 Aktenverzeichnis 1, S. 56 und S. 58 44 geplanten Cyklus von 5 Vorträgen über antike Plastik im Winter d. J.238 Diese Vorträge kamen nicht zustande. Anstelle dessen: „Im Januar 1905 hielt […] Herr Professor C. Neumann aus Kiel einen Vortrag über Naturgefühl und Landschaftsmalerei.“ 239 Der für 1914 geplante Cyklus von Vorträgen über das moderne Kunstgewerbe, die der Museumsdirektor Dr. SCHÄFER-Lübeck halten sollte, kam wegen des Kriegs nicht zustande. Dass so wenige Vorträge in Regie des Museums-Vereins stattgefunden haben, hing sicherlich auch mit den Vorlesungen der 1912 gegründeten Kurhessischen Gesellschaft für Kunst und Wissenschaft zusammen, deren Schriftführer Johannes BOEHLAU war. Hier die Übersicht über kunstwissenschaftliche Vorlesungen in der Zeit, als BOEHLAU gleichzeitig Schriftführer des Museums-Vereins war: Im Verzeichnis der Vorlesungen finden sich für 1912 (genauere Daten nicht bekannt) Prof. Dr. Walter GOETZ, Tübingen: Kultur der Renaissance; für Februar 1914 Prof. Dr. Wilhelm WAETZOLDT (Halle/S.): Wege und Ziele der modernen Malerei; für Januar 1915 Prof. Dr. Richard HAMANN, Marburg/L.: Französische Kathedralen240; für März und April 1916 Privatdozent Dr. Oskar FISCHEL, Berlin: Entwicklung der Tracht vom Mittelalter zu neuerer Zeit241; für Februar und März 1917 Privatdozent Dr. Eugen LÜTHGEN, Köln: Meisterwerke deutscher Plastik des Mittelalters242; für Februar und März 1918 erneut Prof. Dr. Wilhelm WAETZOLDT (Halle/S.): Einführung in das Wesen der graphischen Künste sowie ders. für März und April 1919: Deutsche Graphik des 15. und 16. Jahrhunderts243; für März 1920 Prof. Dr. Oskar F. WALZEL, Dresden: Die Romantik; für März 1921 erneut Prof. Dr. Richard HAMANN, Marburg/L: Über die neuesten Strömungen in der modernen Kunst244; für Januar und Februar 1922 Privatdozent Dr. Walther BREMER, Marburg/L.: Die vorgeschichtlichen Kulturen Europas; für Dezember 1922 Museumsdirektor Dr. E. KRÜGER, Trier: Römerkultur in Stadt und Land auf deutschem Boden; für April 1923 Galeriedirektor Dr. Georg GRONAU, Kassel: Florentiner Kunst im Zeitalter der Renaissance; für den Winter 1923 Bezirkskonservator Dr. Alois HOLTMEYER, Kassel: Bau- und Kunstdenkmäler von Kassel und Kustos Dr. Kurt LUTHMER, Kassel: Die deutschen Kolonisationsbewegungen im Mittelalter und ihre künstlerische Auswirkung; für November und Dezember 1924 Prof. Dr. ing. H. SOEDER, Kassel: Die großen Baugedanken im Kirchenbau von der romanischen Zeit bis zum Barock245; für März 1926 Prof. Dr. Paul JACOBSTHAL, Marburg/L.: Griechische Vasenmaler246; für Januar 1927 Prof. Dr. Friedrich BACK, Darmstadt: Bilder aus der mittelrheinischen Kunstgeschichte; für Februar und März 1928 erneut Kustos Prof. Dr. Kurt LUTHMER, Kassel: Peter Paul Rubens247. Dies ist eine eindrucksvolle Reihe von Vorlesungen. Der Aufwand, für den Museums-Verein zusätzliche Vorträge zu organisieren, war für BOEHLAU sicherlich einfach zu groß. 2.2.3 Sonstiges Ausstellungen gehörten eigentlich nicht zu den Vereinszielen. Eine Ausnahme bildete die preisgünstig zu präsentierende Teppich-Ausstellung 1905, wohl mit dem Ziel, Käufer der Teppiche als Stifter für das Museum zu finden. „Im März und April […1905] fand eine Ausstellung alter orientalischer Teppiche, Brokate und Stickereien des 16.-18. Jahrhunderts im Friedrichsmuseum statt. Die ausgestellten Stücke, die ein Zimmer und die beiden großen Säle des Museums füllten, waren uns von dem Hause Ihmsen & Co. in Konstantinopel und Herrn R. Holstein in Berlin freundlichst zur Verfügung gestellt worden.“ 248 238 Protokollbuch S. 7-10 239 ebd. 240 GERCKE, wie Anm. 186, S. 8 241 ebd., S. 9 242 ebd., S. 10 243 ebd. 244 ebd., S. 11 245 ebd., S. 12 246 ebd., S. 13 247 ebd., S. 14 248 BOEHLAU, wie Anm. 4, S. 6 45 Die Durchführung dieser Ausstellung ging auf eine Anfrage BOEHLAUs im Januar 1905 und ein Angebot der Firma HOLSTEIN zurück. Die Firma übernahm alle Transportgebühren, und der Museumsverein brauchte nur 297,00 für die Teppichausstellung zu bezahlen: Die Versicherung gegen Feuer kostete 87,50 Marke, gegen Einbruch 175,00 Mark, das Wach- und Schließinstitut 20,00 Mark, Stempel und Polizeigebühren 12,00 Mark249. Eine im Briefwechsel zwischen Richard HOLSTEIN und BOEHLAU erwähnte Korrespondenz von Max IHMSEN mit Oskar HENSCHEL, die Irritation auslöste, sollte wohl dazu führen, dass die Teppiche von HENSCHEL für das Museum gekauft würden, was aber nicht geschah und von HOLSTEIN in einem Brief vom 27. April 1905 so kommentiert wurde: „Schade nur, dass sich kein Liebhaber gefunden hat, der die Teppiche großmütig ihrem Museum geschenkt hätte.“250 Auch Publikationen gehörten nicht ausdrücklich zu den Vereinszielen. Der schon mehrfach zitierte Bericht des Museums-Vereins für Hessen-Cassel über die Zeit vom Dezember 1903 bis zum 1. Juli 1906 war der einzige gedruckte Bericht des Vereins. Der schon erwähnte Antikenkatalog von Margarete BIEBER wurde mit 2000.- Mark unterstützt.251 2.3 Mitgliederzahlen, Mitgliedsbeiträge und Finanzen des Museums-Vereins für Hessen- Cassel Bevor die Erwerbungen in den Blick genommen werden, werden die Finanzen des Vereins, die von der Mitgliederzahl abhingen, kurz beleuchtet. Die folgenden Zahlen ergeben sich aus den spärlichen Berichten in den oben zusammengestellten Ausschusssitzungen, aus dem Tätigkeitsbericht BOEHLAUs 1906 und aus den wenigen erhaltenen Abschriften aus den Kassenbüchern. 25.03.1904252: 74 Privatpersonen mit 30 Mark Beitrag, 3 Kreise mit 40 und 50 Mark, 3 Vereine mit 30 Mark, der Bezirksverband mit 300 Mark, die Stadt Kassel mit 500 Mark Mitglieder. 1904 kann man also 82 Mitglieder ansetzen. Nr. Mitglieder Einzelbeitrag in Mark Summe in Mark 1 74 Privatpersonen 30 2220 2 3 Kreise 2 x 40, 1 x 50 130 3 3 Vereine 30 90 4 Bezirksverband 300 300 5 Stadt Kassel 500 500 Summe 1904 3240 09.01.1905253: 4 lebenslängliche Mitglieder, 77 Privatpersonen, 4 Kreise, 4 Vereine, Bezirksverband, Stadt Kassel. Man kann also 91 Mitglieder ansetzen. 249 Aktenverzeichnis 1, ohne Seite, 20. März 1905 250 Aktenverzeichnis 1, ohne Seite 251 Protokollbuch, S. 41 252 Protokollbuch, S. 7-10 253 Protokollbuch, S. 13-15 46 Nr. Mitglieder Einzelbeitrag in Mark Summe in Mark 1 4 lebenslängliche Mitglieder 1000 4000 2 74 Privatpersonen 30 2310 3 4 Kreise 3 x 40, 1 x 50 170 4 4 Vereine 30 120 5 Bezirksverband 300 300 6 Stadt Kassel 500 500 Summe 1905 7400 26.04.1906254: Keine Nennung von Mitgliederzahlen; vier weitere Kreise traten bei. Im Tätigkeitsbericht von 1903 bis 1. Juli 1906 wird auf S. 5 für den 1. Juli 1906 aufgezählt: „Dem Verein traten 15 Verbände und Korporationen und 78 Mitglieder, davon vier „lebenslängliche“ bei. Sein Jahreseinkommen beläuft sich auf rund 3500 M.“ Insgesamt waren es also 93 Mitglieder. Nr. Mitglieder Einzelbeitrag in Mark Summe in Mark 1 78 Privatpersonen, davon vier lebenslängliche Mitglieder, die keinen weiteren Beitrag zahlen 30 2220 2 9 Kreise 5 x 30, 3 x 40, 1 x 50 320 3 4 Vereine 30 120 4 Bezirksverband 300 300 5 Stadt Kassel 500 500 Summe 1906 3460 26.04.1907: Keine Nennung von Mitgliederzahlen; der Kreis – Gelnhausen – trat bei255. Nr. Mitglieder Einzelbeitrag in Mark Summe in Mark 1 78 Privatpersonen, davon vier lebenslängliche Mitglieder, die keinen weiteren Beitrag zahlen 30 2220 2 10 Kreise 6 x 30, 3 x 40, 1 x 50 350 3 4 Vereine 30 120 4 Bezirksverband 300 300 5 Stadt Kassel 500 500 Summe 1907 3490 12.06.1908256: Keine Nennung von Mitgliederzahlen; vier Mitglieder schieden aus (Umzug, Tod). Man kann von einem vergleichbaren Betrag wie 1907 ausgehen. 22.02.1910257: Keine Nennung von Mitgliederzahlen. Man kann von vergleichbaren Beträgen wie 1908 ausgehen. 254 Protokollbuch, S. 17-19 255 Der Kreis Gelnhausen; Schreiben vom 16.04.1907, Aktenverzeichnis 1, S. 44 256 Protokollbuch, S. 23-24 257 Protokollbuch, S. 24-26 47 30.01.1914258: Keine Nennung von Mitgliederzahlen. Es gab allerdings einen Rückgang von mindestens elf Mitgliedern (Tod); eine neue Werbekampagne wurde sicherlich auch deswegen empfohlen. Man muss von niedrigeren Beträgen ausgehen. 04.03.1915259: Keine Nennung von Mitgliederzahlen. Man kann von zurückgehenden Zahlen und Beträgen ausgehen, da weitere fünf Mitglieder gestorben sind. Eine Werbekampagne gab es wegen des Krieges nicht. 05.09.1916260: Der Verein verlor drei weitere Mitglieder durch Tod. Im Kassenbuch wurde eine Kriegsanleihe von 3860.- Mark verzeichnet. 15.07.1919: In der Abschrift des Kassenbuchs der Dresdner Bank261 wurden nur die Beiträge von 23 Mitgliedern aus der Stadt Kassel (690 Mark), fünf aus der Provinz (180 Mark) und von 12 Vereinen und Corporationen (1150 Mark) verzeichnet, insgesamt 2020 Mark. Insgesamt hat der Verein damit wohl nur noch 28 Privatpersonen und 12 korporative, insgesamt 40 Mitglieder! Der Kassenbestand betrug insgesamt 3568,25 Mark. 16.07.1919262: Der Verein hat viele Mitglieder durch Tod und Austritt verloren. Zahlen wurden nicht genannt. Von 1908 bis 1919 verstarben insgesamt 27 der Mitglieder des Jahres 1906, darüber hinaus waren sicherlich einige verzogen oder ausgetreten. Die erwähnten Austritte und eventuelle Eintritte lassen sich nicht nachweisen. 31.12.1920 (Kassenbuch-Abschrift): Die Mitgliedsbeiträge betrugen insgesamt 1430 Mark. Das lässt auf weiteren Rückgang der Mitgliederzahlen schließen. Der Kassenbestand betrug 7.966,25 M gegenüber 5.738.- M am 01.01.1920263. 31.12.1921 (Kassenbuch-Abschrift): Die Mitgliedsbeiträge betrugen nur noch 1370 Mark. Das lässt auf weiteren Rückgang der Mitgliederzahlen schließen264. Der Kassenbestand betrug 8.945,55 M. 31.12.1922 (Kassenbuch-Abschrift): Die Mitgliedsbeiträge ohne die Stadt Kassel betrugen 1220 Mark; die Stadt Kassel hatte 500 Mark zugewendet. Die Mitgliederzahlen waren demnach erneut rückläufig. Der Kassenbestand betrug 11.109,25 Mark265. Wie wenig dieser Betrag noch wert war, zeigt der Vergleich, dass ein Guthaben von 10.000 Mark aus dem Juni 1914 am 1. Januar 1923 noch 2,35 Mark wert war! 28.03.1923266: Keine Nennung von Mitgliederzahlen. 12.12.1927267: BOEHLAU stellte auf der 12. außerordentlichen Mitgliederversammlung fest, dass nach § 14, Abs. 2 der Satzung die Anwesenheit von drei Vierteln sämtlicher Mitglieder, 258 Protokollbuch, S. 31-34 259 Protokollbuch, S. 37-39 260 Protokollbuch, S. 40-42 261 Aktenverzeichnis 1, S. 53-54 262 Protokollbuch, S. 43-44 263 Aktenverzeichnis 1, S. 59-60 264 ebd. 265 Aktenverzeichnis 1, S. 61-62 266 Protokollbuch, S. 46 267 Protokollbuch, S. S. 51 48 d. h. von mindestens 21 Mitgliedern erforderlich gewesen wäre, um eine Satzungsänderung zu beschließen. Da aber diese Zahl nicht erreicht wurde, war die Versammlung nicht beschlussfähig. Man kann daraus schließen, dass der Verein nur noch 28 Mitglieder hatte. Zusammenfassung: Der Höchststand mit 93 Mitgliedern war 1906 und 1907 erreicht; danach war der Mitgliederbestand kontinuierlich rückläufig. Werbekampagnen wurden immer wieder angemahnt, aber nicht durchgeführt. Aufgrund des Altersdurchschnitts war bis 1919 ein großer Teil der Mitglieder gestorben, etliche waren ausgetreten, preußische „Karrierebeamten“ waren versetzt worden. Nur ein Eintritt ist 1923 im Protokoll vermerkt. Aufgrund der Kassenbuch-Abschrift vom 15. Juli 1919 kann man von 40 Mitgliedern ausgehen, auch wenn vielleicht bis dahin nicht alle Mitgliedsbeiträge eingegangen waren; die Zahl der Mitglieder sank in den folgenden Jahren bis auf oben erwähnten 28 Mitglieder ab. In den Jahren 1920 bis 1927 wurden kaum Ausgaben gemacht, abgesehen von 3.000.- Mark, die Ende 1922 als Zuschuss zu den Kosten der Reise hiesiger Gewerbetreibender zur Gewerbeschau nach München an die Stadt Kassel gezahlt wurden268. Einige Mitgliedsbeiträge lassen sich nachweisen; die in Klammern gesetzten Zahlen sind die geschätzten Beiträge aufgrund der nachweisbaren Sterbedaten der Mitglieder: Jahr Beiträge in Mark Jahr Beiträge in Mark 1904 3240 1914 [3140] 1905 7400 1915 [2990] 1906 3490 1916 [2930] 1907 3570 1917 [2870] 1908 [3570] 1918 [2780] 1909 [3570] 1919 2020 1910 [3540] 1920 1430 1911 [3420] 1921 1370 1912 [3260] 1922 1720 1913 [3200] Für die Jahre 1923-1927 lassen sich wegen der Folgen der Inflation und der fehlenden Ausschusssitzungen keine sinnvollen Zahlen angeben. Erst in der Ausschusssitzung am 24. November 1927, in der die Weichen für den Neuanfang des Vereins gestellt wurden, wurde ein Guthaben des Vereins bei der Dresdner Bank angegeben: Bei der Umstellung der Rentenmark am 15. November 1923 und der Einführung der Reichsmark am 1. Januar 1924 wurde das Vereinsvermögen wohl mit etwa 800.- Mark bewertet269. Was diese Zahlen für die Erwerbungen für das Landesmuseum bedeuten, lässt sich aus dem Inventarverzeichnis, das für die Jahre 1904-1919 einige Eintragungen enthält, belegen. Diese Erwerbungen werden im folgenden Abschnitt beschrieben. 268 Aktenverzeichnis 1, S. 63 269 Protokollbuch, S. 49 49 2.4 Erwerbungen des Museums-Vereins für Hessen-Cassel 2.4.1 Finanzielle Situation des Königlichen Museums Zum Königlichen Museum gehörten das Museum Fridericianum und die Gemäldegalerie an der Schönen Aussicht. Beide Einrichtungen waren sicherlich chronisch unterfinanziert; BOEHLAU betonte mehrfach die Notlage der Museen. In einer ausführlichen Eingabe „An die königliche Regierung, Abteilung für Kirchen und Schulwesen, Cassel“ vom 10. April 1904270, also kurz nach Gründung des Museumsvereins für Hessen-Cassel, stellten Eisenmann und Boehlau die finanzielle Situation dar. „Die unterzeichnete Direktion bittet, die Königliche Regierung wolle sich beim Herrn Minister dafür verwenden, dass die für Museum und Gemäldegalerie jährlich zur Verfügung stehenden sächlichen Fonds, zusammen 8070 Mark, erhöht werden, somit statt 8070 Mark nunmehr 11860 Mark in den Etat eingesetzt werden.“ Im bisherigen Etat Kapitel 122 Titel 29.1 waren von den 8070 Mark an sächlichen Mitteln für Mobilien und Inventar für das Museum 120 Mark, für die Galerie 400 Mark vorgesehen. Die übrigen sächlichen Mittel waren für Kanzleiarbeiten etc., Verwaltung und Reinigung sowie vermischte Aufgaben vorgesehen. „Als der Etat aufgestellt wurde, richtete sich die Grundtätigkeit der Museumsdirektion auf die Anlegung einer Abguß-Sammlung; daneben wurden einige Ausgrabungen im Lande gemacht, deren Funde wissenschaftlich zu verwerten damals die Zeit noch nicht gekommen schien. Die übrigen Zweige der Sammlungen: die Antike, die Münzen, die kunstgewerblichen Altertümer wurden nur durch zufällige Erwerbungen hin und wieder vermehrt. Eine systematische Arbeit auf diesen Gebieten blieb damals ebenso ausgeschlossen wie eine Nutzbarmachung für das Publikum. Heute finden alle Abteilungen gleichmäßig Pflege. Mit der Arbeit des Sammelns geht die wissenschaftliche Verarbeitung des Erworbenen und wissenschaftliche [Bl. 15] Untersuchungen Hand in Hand, und neuerdings wurde auch die Unterweisung des Publikums und seine Anleitung zum Verständnis der bildenden Kunst in die Reihe der regelmäßigen Arbeiten aufgenommen. Dieser Zweig der Tätigkeit bedeutet auch für die Leitung der Gemäldegalerie eine Erweiterung ihres ursprünglichen Arbeitskreises. Mit den Aufgaben sind die Bedürfnisse der Anstalten gewachsen. In erster Linie gilt dies von den Büchern, den Zeitschriften und den Abbildungswerken.“271 Der zusätzliche Bedarf, z. B. für wissenschaftliche Literatur, wurde detailliert begründet und aufgelistet. Die Eingabe erreichte einen Teilerfolg: Mit Erlass des Ministers der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten vom 18. Mai 1905, U IV Nr. 819, wurde der Titel für die sächlichen Ausgaben für das Etatsjahr 1905 von 8070 auf 9000 Mark jährlich angehoben.272 Ein weiterer Erfolg war der Erlass vom 18. November 1905, U IV Nr. 3082273: In ihm wurde „in Aussicht genommen, zur dauernden Verstärkung des Fonds zur Erhaltung und Vermehrung der Sammlungen der Gemäldegalerie daselbst [in Kassel] einen Betrag von „5 000 M“ in den Entwurf zum nächstjährigen einzustellen. Der Betrag ist in erster Linie zur Erhaltung der vorhandenen Gemälde bestimmt.“ Für beide Museen wurde erst für 1911 ein Betrag von 1800 Mark „zur Vervollständigung der Bibliothek“ bewilligt. Bei dieser spärlichen Finanzausstattung , die sich in den kommenden Jahr nur unwesentlich verbesserte, machten Mitgliedsbeiträge von 3240 Mark im Jahr 1904, 7.400 Mark im Jahr 1905 und zwischen 3.570 und 3.140 Mark in den Jahren bis 1914, die überwiegend für Erwerbungen ausgegeben wurden, gut ein Drittel der „sächlichen Mittel“ aus, die ja nur zu einem geringen Teil für Erwerbungen eingesetzt werden konnten. 270 Staatsarchiv Marburg, Bestand 150, Nr. 1490, Bl. 13-17 271 ebd., Bl. 14-15 272 ebd., Bl. 43 273 ebd., Bl. 47 50 2.4.2 Erwerbungen des Museumsvereins im Einzelnen In der 2. Ausschusssitzung am 23. September 1904274 wurde der Schriftführer mit der Anlegung eines Inventars für Erwerbungen beauftragt, das in künftigen Versammlungen aufliegen sollte. Inzwischen waren schon 14 Gegenstände angeschafft worden. Die Erwerbungen sollten laut Satzung, § 2 a, „namentlich hessischen Ursprungs“ sein und der „Königlichen Museumsdirektion als Leihgabe zur Ausstellung im Erdgeschoss der Gemäldegalerie oder im Friedrichsmuseum“ übergeben werden. Im § 3 der Satzung wurde bestimmt, dass „hessische Altertümer“ einem künftigen Landesmuseum, „kunstgewerbliche Gegenstände“ einem künftigen Kunstgewerbemuseum leihweise übergeben werden können. Im Jahr 1904 war also noch nicht klar, wie die künftige Museumslandschaft aussehen könnte. Auch im § 15, der den Verbleib des Vereinsvermögens bei Auflösung des Vereins regelte, ist von eventuell zwei künftigen Museen, einem Staatlichen Landesmuseum und einem städtischen Kunstgewerbemuseum, die Rede: „Im Falle der Auflösung des Vereins wird dessen gesamter Besitz, abgesehen von etwaigem Barvermögen (vgl. letzten Absatz), dem Preussischen Staat überwiesen, mit der Bestimmung, dass der Besitz im Museum zu Cassel einstweilen aufbewahrt bleibt, dass aber die hessischen Altertümer bei Gründung eines hessischen Landesmuseums in Cassel dem Verband oder der rechtsfähigen Person, welche das Landesmuseum gegründet hat, mit der Massgabe als Eigentum überwiesen werden, dass sie in diesem Landesmuseum öffentlich ausgestellt bleiben. Die nichthessischen Kunstgegenstände dagegen sollen der Residenzstadt Cassel in dem Fall eigentümlich überwiesen werden, wenn sie ein städtisches Kunstgewerbemuseum in Cassel errichtet. Auch hier ist die Bedingung der Überweisung, dass die betreffenden Kunstgegenstände in dem Kunstgewerbemuseum öffentlich ausgestellt bleiben. Etwaiges Barvermögen fällt nach Tilgung noch vorhandener Schulden dem Preussischen Staat zum Zwecke der Verwendung zugunsten des Museum Fridericianum in Cassel zu.“ Eine weitere Bestimmung enthielt der § 9 der Satzung: „Bei den Erwerbungen soll unter der Voraussetzung der Gegenseitigkeit jeder Wettbewerb mit dem Diöcesanmuseum in Fulda, den städtischen Sammlungen in Cassel und den Sammlungen des hessischen Geschichtsvereins in Marburg und des Geschichtsvereins in Hanau vermieden werden.“ Ein solcher Konfliktfall ist nicht nachweisbar. Zum Inventarverzeichnis B XXII a: - Das Inventarverzeichnis weist 14 Nummern im Jahr 1904 auf, fünf Nummern in den Jahren 1905-06, eine Nummer im Jahr 1908, vier Nummern in den Jahren 1909-10. Zwischen den Nummern 1909-10/23 und 1909-10/33 fehlen Eintragungen. - Im Inventarverzeichnis fehlen der am 5. September 1916, Protokollbuch S. 40-42, erwähnte Augsburger Silberpokal mit dem Wappen von Schmalkalden sowie den Wappen der Bürgermeister und zweier Ratsherren, außerdem die im Protokollbuch S. 44-45 erwähnte deutsche Skulptur, eine Nürnberger Madonna, die anstelle der Fuldaer Porzellangruppe erworben wurde. Sie wurde am 16. Juli 1919 nach der 10. ordentlichen Mitgliederversammlung besichtigt. Man kann also sagen, dass die meisten Erwerbungen in den Jahren 1904 bis 1906 getätigt worden sind. Was wurde erworben? - 1904 wurden 12 Keramik-Gegenstände angeschafft, eine Taschenuhr und eine Bronzefigur. - 1905-06 waren es drei Keramik-Gegenstände, eine Holzfigur, ein Eichen-Hochschrank und ein kleiner Stollenschrank. 274 Protokollbuch S. 11 51 - 1908 wurde ein weiterer Schrank erworben. - 1909-10 zwei Keramik-Gegenstände und eine Wanduhr. Insgesamt wurden demnach 24 Objekte, davon 17 Keramik-Gegenstände, drei Schränke, zwei Uhren, eine Holzfigur und eine Bronzefigur erworben. Zwei Drittel der Objekte waren demnach Keramik-Objekte. Dazu kamen die nicht inventarisierte Nürnberger Madonna und der nicht inventarisierte Silberpokal, insgesamt also 26 Objekte. Dies entspricht Ekkehard SCHMIDBERGERs Befund: „Altertümer des Landes und heimisches Kunstgewerbe wurden nach [und auch vor!] dem Ersten Weltkrieg die erklärten Sammlungsschwerpunkte. Es entstanden auf Vorhandenem aufbauend die einzigartigen Bestände zum Fuldaer […] und zum Kasseler Porzellan […], sowie die vermutlich bedeutendste Sammlung hessischer Fayencen.“275 BOEHLAU schrieb 1919 über diese Bestandserweiterung: „Weder eine systematische Entwicklung der Sammlung antiker Skulpturen noch ein Ausbau des kostbaren Bestandes der alten Schatzkammer zu einem Kunstgewerbemuseum hätte den örtlichen Bedürfnissen entsprochen. Dagegen forderten die Denkmäler der Kunst- und Kulturgeschichte des Landes dringend Fürsorge und Sammlung. So ist aus dem Museum Fridericianum klassizistischen Ursprungs ein hessisches Landesmuseum geworden, das die Pflege der heimischen Altertümer als seine vornehmste Pflicht betrachtet […] und es ist der Grund zu den Abteilungen gelegt worden, die dem alten Museum fehlten: der hessischen Möbel, Keramik, Schmiedearbeiten, der militärischen, kirchlichen, handwerklichen und bäuerlichen Altertümer.“276 Leider sind weder im Inventarverzeichnis des Museums-Vereins B XXII a noch in den Zugangsbüchern Preise der Erwerbungen genannt. Dies bedarf noch weiterer Nachforschungen. Vergleicht man das Verhältnis der erworbenen Objekte mit dem Zugangsinventar von 1903 bis 1906, so entspricht dies der sonstigen Erwerbungspraxis: - Von 51 Nummern des Zugangsbuchs 1903 sind 42 (= 82,4%) Keramik-Objekte, fünf Glasobjekte, ein Bronze-Objekt, 1 Stobwasser-Objekt (lackierte Pappmaché-Dose aus Braunschweig) und ein Militaria-Objekt; Nummer 15 ist gestrichen; - Von 62 Nummern des Zugangsbuchs 1904 sind 56 (= 90,0 %) Keramik-Objekte, zwei Möbel, ein Glas, ein kirchliches Objekt, ein Militaria-Objekt; - Von 69 Nummern des Zugangsbuchs 1905 sind 34 (= 55,7 %) Keramik-Objekte, 20 Musikinstrumente, drei Möbel, zwei Holzfiguren, vier volkskundliche Objekte, zwei Miniaturen, ein Militaria-Objekt, ein Stobwasser-Objekt, ein japanisches Skizzenbücher, ein Emaille-Objekt; - Von 194 Nummern des Zugangsbuchs 1906 sind 176 (= 90,7 %) Keramik-Objekte, sechs Glas-Objekte, fünf Militaria-Objekte, vier Möbel-Objekte, zwei Musikinstrumente, eine Holzfigur277. BOEHLAU berichtete 1906 über die bis dahin vom Museumsverein getätigten Erwerbungen278: „Von den Anschaffungen der Jahre 1904-1906 ist vor allem die reizvolle Gruppe aus der berühmten Fuldaer Porzellanmanufaktur (1765 bis gegen 1790) zu erwähnen, deren Abbildung S. 3 bringt. Sie ist durch die naive 275 Ekkehard SCHMIDBERGER u.a.: Schatzkunst 800 bis 1800, Kassel 2001, S. 25 276 ebd. 277 Diese Zahlen sind wegen der Streichungen, Ergänzungen durch Kleinbuchstaben a, b etc. und als fehlend bezeichneten Objekte in den Zugangsbüchern nur als Anhaltswerte zu verstehen. 278 BOEHLAU, wie Anm. 4, S. 6 f.; die Erwerbungen sind, dem Inventarverzeichnis folgend, im Anhang zusammengestellt und mit ausführlichen Beschreibungen sowie der einschlägigen Literatur erläutert. 52 Anmut der Komposition und die Feinheit der Bemalung gleich ausgezeichnet. Es ist unser besonderes Anliegen, die Erzeugnisse unserer alten hessischen keramischen Fabriken zu sammeln, und es gereicht uns zu besonderer Genugtuung, wenn wir so hervorragende Stücke, wie es die erworbene Gruppe ist, mit unseren Mitteln dem Lande erhalten können. Ein Jahr vor der Gründung des Vereins musste die Museumsdirektion eine ihm [sic] angebotene kostbare Fuldaer Porzellangruppe aus Mangel an Mitteln einem auswärtigen Sammler überlassen. Dasselbe wäre diesmal unfehlbar wieder geschehen, wenn unser Verein nicht eingegriffen hätte.“ Diese Fuldaer Gruppe kostete 5000.- Mark. Im Protokollbuch wurde von der 4. Ausschusssitzung am 26. April 1906 mitgeteilt: „3. Zur Anschaffung wird eine Fuldaer Porzellangruppe im Preis von 5000 Mark durch Museumsdirektor Dr. Boehlau vorgeschlagen, der die Höhe des Preises erklärt und es durch die Wichtigkeit des Stückes für gerechtfertigt erklärt, dass der Verein die Mittel von fast zwei Jahren daranwendet. Die Anschaffung wird vorbehaltlich der Zustimmung der Mitgliederversammlung beschlossen.“279 Abb. 1 Figurengruppe, Fuldaer Porzellan, MHK, Inv.-Nr. MV 1905-06/15 Ohne weitere Begründung heißt es am 5. September 1916 im Protokollbuch, dass auf Antrag des Schriftführers [BOEHLAU] beschlossen wurde, die Fuldaer Porzellangruppe, die im Jahre 1906 für einen Preis von 5000.- M erworben wurde, zu veräußern, falls ein Preis von mindestens 20.000.- M dafür erzielt werden könne. Diese Summe sollte zur Verfügung stehen, um bei Gelegenheit eine künstlerisch wertvolle Plastik zu beschaffen.280 279 Protokollbuch, S. 17; Inv.-Nr. MV 1905-06/15; Abb. 1 280 vgl. Protokollbuch, S. 41 f. 53 Am 16. Juli 1919 berichtete BOEHLAU, dass die 1916 beschlossene Veräußerung der Fuldaer Gruppe und Beschaffung einer deutschen Skulptur erfolgt sei. Sie wurde nach Schluss der Mitgliederversammlung besichtigt. - Auch dort wurde keine Begründung gegeben.281 Man kann nur vermuten, dass der hohe Preis, der erzielt wurde, lockte, und dass die Fuldaer Gruppe wegen anderer Fuldischer Porzellane entbehrlich erschien. Dass der erzielte Preis in den folgenden Jahren, in denen nichts weiter angeschafft wurde, um für eine größere Erwerbung zu sparen, durch die Inflation wertlos wurde, war sicherlich nicht vorauszusehen. Eine Erklärung liefert SCHMIDBERGER: „Der permanente Geldmangel der Kriegs- und Nachkriegszeit zwang Boehlau jedoch, den Aufbau der Skulpturensammlung durch Veräußerung von Sammlungsbeständen zu finanzieren und ihn schließlich einzustellen.“282 Die damals beschaffte Nürnberger Madonna ist im Inventarverzeichnis des Museumsvereins nicht enthalten. „Von Erzeugnissen der Casseler Porzellanfabrik (1766-1788) wurde das S. 5 abgebildete in Grün und Eisenrot bemalte und mit vergoldetem Kupfer gefasste Flacon283 erworben, technisch wie künstlerisch ein Meisterstück, ferner eine Suppenterrine in Rokokoformen284 und eine Zuckerdose285 mit sehr lebendigen Genreszenen bemalt. Abb. 2 Flacon, Casseler Porzellan, MHK Inv.-Nr. MV 1904/1 281 vgl. Protokollbuch, S. 44 282 SCHMIDBERGER, wie Anm. 275, S. 24 f. 283 BOEHLAU, wie Anm. 4, S. 6; Abb. 2, ebd. S. 5; Inv.-Nr. MV1904/1; um 1770 284 ebd. MHK, Inv.-Nr. KP 2000 79 a und 79 b, MV 1904/2 285 ebd. MHK, Inv.-Nr. KP 1956-80, MV 1904/3; siehe Abb. 4 a und b 54 Abb. 3 a Terrine mit Deckel und Untersatz, Casseler Porzellan, MHK, Inv.-Nr. KP 2000 79 a, MV 1904/2 Abb. 3 b Untersatz der Terrine mit Deckel, Casseler Porzellan, MHK, Inv.-Nr. KP 2000 79 b, MV 1904/2 Abb. 4 a Zuckerdose, Casseler Porzellan, MHK, Inv. Nr. KP 1956-80, MV 1904/3 Abb. 4 b Zuckerdose, Casseler Porzellan, MHK, Inv. Nr. KP 1956-80, MV 1904/3 „Aus der Steitz-Hillebrechtschen Steingutfabrik in Cassel (Ende des 18. Jahrhunderts) rührt die Vase Seite 7 her, die in ihrer Farbenstimmung von ungewöhnlich vornehmer Wirkung ist: der Grund des Vasenkörpers und des Deckels ist ein dunkles Rostbraun, Fussplatte, Henkel, Deckelknopf und alle Verzierungen sind gelblich-weiss, mit Gold gehöht.“286 286 ebd., MHK, Inv. Nr. KP 2000-78, MV 1904/4, siehe Abb. 5 55 Abb. 5 Potpourri-Vase, Casseler Steingut, MHK, Inv.-Nr. MV 1904/4 „Hessischen Fayencefabriken entstammen zwei weitere Stücke: eine reich mit Blumen bemalte Rokokoterrine, die die Flörsheimer Marke trägt287, und ein Hanauer Halskrug aus dem Ende des 17. Jahrhunderts mit Darstellung des Cruzifixus zwischen Maria und Johannes.“288 „Ein Werk der großen Kunst ist eine Holzgruppe der Madonna mit dem Leichnam Christi, die aus einer Fritzlarer Kirche stammt. Wir erwarben sie in diesem Jahre auf der Versteigerung der Schneiderschen Sammlung nicht nur ihrer Herkunft wegen, sondern weil sie wohl geeignet ist, von dem Pathos der Kunst des Barocks und von deren Formensprache einen Begriff zu geben. Die Gruppe bildet den Anfang zu einer Sammlung von Holzskulpturen, die in unserem Museum bislang fast gänzlich fehlen, ein Mangel, der durch keine noch so grosse Zahl von Abgüssen ausgeglichen werden kann.“289 „Von besonderem Interesse für Cassel ist sodann eine Dose aus Schildpatt, in deren Deckel ein sehr gutes Miniaturbrustbild Wilhelms VIII., des feinsinnigsten unter unserer kunstliebenden Landgrafen, des Begründers unserer Gemäldegalerie, angebracht ist.“290 „Erwähnen wir noch die Bronzestatuette der Pallas, auf deren Schild das Monogramm der Maria Amalia, Gemahlin Landgraf Carls, eingraviert ist, ein altes gutes Ausstattungsstück aus dem Schlosse in Wabern […. ]“.291 287 BOEHLAU, wie Anm. 4, S. 6; MHK, Inv.-Nr. KP MV 1904/5, siehe Abb. 6 288 ebd., S. 8; MHK, Inv.-Nr. KP 1940-416 = MV 1904/6; siehe Abb. 7 289 ebd., S. 8; MHK, Inv.-Nr. 1905-06/15 290 ebd.; Inv.-Nr. 1905-06/14 291 ebd.; Inv.-Nr. 1904/12; siehe Abb. 8 a-d 56 Abb. 8a Minerva, MHK Inv. Nr. MV 1904/12 – B VIII.191, recto „Dazu kommen zwei ausgezeichnete Meissener Porzellane, die aus der Sammlung E. Habich stammen: eine grosse Schüssel mit japanischem Blumendekor292 und ein Schälchen für den Puderquast mit fein ausgeführten Seelandschaften, ein Kabinet[t]stück der Porzellanmalerei.“293 Abb. 9a Schüssel, Meißner Porzellan, MHK, Inv. Nr. KP 2000-81, MV 1904/09 Abb. 9b, Schüssel, Meißner Porzellan, MHK, Inv. Nr. KP 200-81, MV 1904/09, Unterseite 292 ebd.; Inv.-Nr. 1904/09; siehe Abb. 9 a und b 293 ebd.; Inv. Nr. 1904/10; siehe Abb. 10 a und b 57 Abb. 10a Schälchen für den Puderquast, Meißner Porzellan, MHK, Inv. Nr. KP 1956-77, MV 1904/10 Abb. 10b Schälchen für den Puderquast, Meißner Porzellan, Deckel, MHK, Inv. Nr. KP 1956-77, MV 1904/10 „Ferner zwei Nürnberger Fayencen, ein durchbrochener Korb294 und ein sog. Sternkrug295, dessen ringförmiger Körper jederseits durch eine à jour gearbeitete sternförmige Rosette geschlossen ist.“ „Schließlich der durch Landgraf Wilhelm IV. begründeten bedeutenden Uhrensammlung des Museums sich einfügend, eine silbervergoldete Taschenuhr aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts von Wille in Heidelberg, mit reich ziseliertem Deckel.“296 Abb. 11 Taschenuhr von Will, Heidelberg, MHK, Astronomisch-Physikalisches Kabinett, Inv. Nr. APK U 111, MV 1904/13, Foto: Gaulke In BOEHLAUs Bericht wird eine Erwerbung aus dem Jahr 1904, die im Inventarverzeichnis eingetragen ist, nicht erwähnt: - MV 1904/11, Cölner Steinzeugkrug297. Möglicherweise erwähnt BOEHLAU ihn nicht, weil es sich dabei wirklich nicht um eines der „hessischen Altertümer“ handelt. 294 ebd.; Inv.-Nr. 1904/7 295 ebd.; Inv.-Nr. MV 1904/8 296 ebd.; Inv.-Nr. MV 1904/13; MHK, Astronomisch-Physikalisches Kabinett, Inv.-Nr. APK U 111 297 MV 1904/11 58 Drei Erwerbungen, die im Inventarverzeichnis unter 1905/06 verzeichnet sind, sind möglicherweise erst nach Drucklegung des Berichts erworben worden: - MV 1905/06/17: Eichenhochschrank298; - KP 2000-80, MV 1906/06/18: Porzellangruppe „Der Winter“299; Abb. 12 b Porzellangruppe Der Winter MHK, Inv. Nr. KP 2000-80, MV 1906/06/18 - MV 1905/06/19: Fliese mit dem Brustbild Friedrichs II.300 Abb. 13 Fliese mit dem Brustbild Friedrichs II., Kassel, Städtische Sammlungen, ehemals Inv. Nr. MV 1905/ 1906/19 298 MV 1905/06/17 299 KP 2000-80, MV 1906/06/18; siehe Abb. 12 a-d 300 MV 1905/06/19; siehe Abb. 13 59 Die späteren Erwerbungen seien nun aufgeführt: - MV 1908/20: Kleiner Stollenschrank, zu dem keine weiteren Angaben gemacht werden; - KP MV 1909-10/21: Eingelegter Schrank301; - MV 1909-10/22: Casseler Wanduhr von Nettmann302; - KP 1940-452 = MV 1909-10/23: Flörsheimer Fayenceterrine303; - KP 1956-63 = MV 1909-10/33: Porzellan-Kaffeekännchen304. Abb. 14 Eingelegter Schrank, MHK, Inv. Nr. KP MV 1909-10/21 Abb. 15 Flörsheimer Fayenceterrine, MHK, Inv. Nr. KP 1940-452, MV 1909-10/23 301 KP MV 1909-10/21: Eingelegter Schrank von Münzenberg; Protokollbuch vom 22.10.1910, S. 25: „Die Anschaffungen - oberhessischer Schrank von 1604, Casseler Wanduhr von Nettmann und Flörsheimer Fayenceterrine werden genehmigt.“ Abb. 14. 302 MV 1909-10/22: Protokollbuch, ebd. 303 KP 1940-452 = MV 1909-10/23: Flörsheimer Fayenceterrine, Abb. 15. 304 KP 1956-63 = MV 1909-10/33: Porzellan-Kaffeekännchen, darauf Bäuerin mit Spinnrad und Krämer; Abb. 16 a und b. 60 Abb. 16a Porzellan-Kaffeekännchen, MHK, Inv. Nr. KP 1956-63, MV 1909-10/33 Abb. 16b Porzellan-Kaffeekännchen, MHK, Inv. Nr. KP 1956-63, MV 1909-10/33 Das Inventarverzeichnis enthält zwischen den Nummern 1909-10/23 und 1909-19/33 keine Eintragungen; es fehlt der am 5. September 1916, Protokollbuch S. 40-42, erwähnte Augsburger Silberpokal mit dem Wappen von Schmalkalden und den Wappen der Bürgermeister und zweier Ratsherren ebenso wie die am 16. Juli 1919 erwähnte Nürnberger Madonna (siehe oben, S. 52). Wenn man die Erwerbungen mit dem Ziel der Satzung – hessische Altertümer zu erwerben - vergleicht, so entsprechen sie ihm überwiegend; von 24 verzeichneten Erwerbungen sind 18 Hessen zuzurechnen: - 6 x Casseler Porzellan (Nrr. 1, 2, 3, 18, 19, 33), - 1 x Casseler Steingut (Nr. 4), - 2 x Flörsheimer Fayence ( Nrr. 5, 23), - 1 x Hanauer Fayence (Nr. 6), - 1 x Fuldaer Porzellan (Nr. 15) mit der erwähnten Verkaufsgeschichte, - 1 x Fritzlarer Madonna (Nr. 16), - 1 x Schrank aus Münzenberg (Nr. 21), - 1 x Sakristeischrank aus Wiechdorf bei Niedenstein (Nr. 17), - 1 x Wanduhr aus Cassel (Nr. 22), - 1 x Bronzefigur aus dem Waberner Schloss (Nr. 12), wobei über die Provenienz nichts gesagt wird. - 1 x Schildpattdose (Nr. 14) mit dem Brustbild Landgraf Wilhelms VIII. - Dazu zu rechnen wäre der nicht im Inventarbuch aufgeführte Augsburger Silberpokal, der aber sicherlich eine Schmalkaldener Auftragsarbeit war. Die beiden Meißner Porzellane (Nr. 9 und 10), die beiden Nürnberger Fayencen (Nrr. 7 und 8), ebenso der Cölner Steinzeugkrug (Nr. 11) sind sicherlich als Vergleichsobjekte zu betrachten. Nicht in das Raster „hessische Altertümer“ gehören die statt der Fuldaer Porzellangruppe gekaufte Nürnberger Madonna (nicht im Inventarverzeichnis) und die Taschenuhr (Nr. 13) von Will[e] aus Heidelberg; BOEHLAU erklärte ihre Erwerbung allerdings ausdrücklich damit, 61 dass sie sich der bedeutenden, von Landgraf Wilhelm IV. begründeten Uhrensammlung einfüge. 2.5 Zusammenfassung Zur Arbeitsweise des Vereins lässt sich sagen, dass er nur „funktionierte“, wenn BOEHLAU als Schriftführer initiativ wurde. Dies ist bei vergleichbaren Vereinen ebenso festzustellen305. So berichtet Karin VON MAUR in ihrer Chronik zum Stuttgarter Galerieverein, der 1906 als Förderverein auf Initiative des „Inspectors der Galerie“ Konrad VON LANGE gegründet worden war: „Als Konrad von Lange im Laufe des Jahres 1907 sein Mandat im Vorstand aufgab, verlor der Verein seinen Spiritus Rector und seine anfängliche Schwungkraft.“306 Die Vorsitzenden waren zumeist 'Galionsfiguren', die die Reputation nach außen sichern sollten; Ludwig KNORZ war von 1904 bis 1911 sieben Jahre bis zu seinem Tode Vorsitzender; Alhard VON DRACH – er war als ehemaliger Bezirkskonservator ausgewiesener Fachmann - war nur ein Jahr bis zu seinem Tode Vorsitzender; Wilhelm Giesebert Hermann RIEDESEL VON EISENBACH nur zwei Jahre bis zu seinem Tode. Der Schatzmeister Gustav PLAUT war Bankier bei der Dresdner Bank, führte die Bücher gewissenhaft, entwickelte aber keine eigenen Initiativen. Vorstandssitzungen wurden nicht protokolliert; es hat sie vermutlich nicht gegeben, es sei denn in informeller Weise bei einem der sonstigen Treffen. Die Belastung BOEHLAUs durch seine vielfältigen Aktivitäten – sie wurden oben aufgeführt –, der 1. Weltkrieg, den die Generation der Mitglieder zwar nicht als aktive Teilnehmer miterlebte, der aber das alltägliche Leben belastete, der Umbruch 1918/19 und die sich anschließende Phase der Inflation führten immer wieder zu langen Pausen in den Vereinsaktivitäten: Die Bitte um „Indemnität“, dass wieder ein nach Satzung vorgeschriebener Termin versäumt worden sei, zieht sich als roter Faden durch die Protokolle. An den Ausschusssitzungen nahmen in der Regel nur fünf bis sieben Mitglieder teil; die auswärtigen Mitglieder kamen fast nie. Die Konstruktion eines für den Bereich des ehemaligen Kurfürstentums Hessen-Cassel agierenden Vereins war offensichtlich nicht praktikabel. Der Anspruch, als Museums-Verein für Hessen-Cassel tätig zu sein, wurde zwar an der Mitgliedschaft einiger Landkreise und einiger weniger Personen sichtbar, konnte aber sonst kaum eingelöst werden. Für die Mitgliederversammlungen wurden an keiner Stelle Teilnehmerzahlen genannt. Man wird davon ausgehen müssen, dass die anwesenden Ausschussmitglieder mit den sich anschließenden Mitgliederversammlungen fast identisch waren; so fanden die letzten Ausschusssitzungen sowie die anschließenden Mitgliederversammlungen im Direktorenbüro im Landesmuseum statt. Aus den Versammlungen wurden selten inhaltliche Beiträge protokolliert, wegen der Teilnehmer-Übereinstimmung nicht verwunderlich. Der Hauptzweck, nämlich die Geldmittel für Erwerbungen zu erhöhen, ließ sich zwar in den Jahren von 1904 bis 1910 einigermaßen verwirklichen, wurde aber aufgrund der 305 vgl. MOMMSEN, wie Anm. 153, S. 55 306 Karin von MAUR: Kunst vereint. 100 Jahre Stuttgarter Galerieverein. Eine Chronik. Redaktion: Susanne KECK, hg. Stuttgarter Galerieverein e.V., Stuttgart 2006, S. 10 62 Zeitumstände und der sinkenden Mitgliederzahl immer weniger erfüllt. Hier hatte BOEHLAU sicherlich mehr erwartet. Wenn man die satzungsgemäßen Vereinsaktivitäten anschaut, so waren sie eher spärlich; BOEHLAU verwandte neben den vielen anderen oben genannten Arbeitsfeldern offensichtlich mehr Energie für die Vorträge der Kurhessischen Gesellschaft für Kunst und Wissenschaft. Ob man bei diesem Befund tatsächlich von „bürgerschaftlichem Engagement“ sprechen kann, erscheint zumindest fraglich; die überwiegend großbürgerlichen Vereinsmitglieder waren weitgehend passiv. Allerdings darf man den Verein nicht isoliert sehen, sondern muss die oben beschriebene Vernetzung des Personals und ihr Engagement in anderen Vereinen und sonstigen Funktionen berücksichtigen. Man kann demnach sagen: Der Museumsverein für Hessen-Cassel wurde initiiert, de facto geleitet und organisiert von dem Direktor des Museums zur Unterstützung der Institution. Er wurde begleitet von einer kleinen, illustren Gruppe auch sonst engagierter und einflussreicher Persönlichkeiten. Sie konnten als Mitglieder und Beitragszahler eines relativ exklusiven Vereins ihr eigenes Renommee erhöhen, entwickelten oder organisierten aber selbst für das Museum oder für die Mitglieder keine Initiativen oder Aktivitäten. Ein geselliges Vereinsleben ist nicht fassbar. Da der Verein seit 1919 seine gesellschaftliche Funktion in der Weimarer Republik nicht mehr in der bisherigen Form erfüllen konnte, da die Inflation Mittel für Erwerbungen unmöglich machte und da der Nutzen für die Mitglieder kaum greifbar wurde, kam es gegen Ende der Amtszeit von Johannes BOEHLAU zum Niedergang des Vereins, der 1927 nur noch 28 Mitglieder hatte. Die letzte Versammlung des Museums-Vereins für Hessen-Cassel fand 1927 statt: Die Umbenennung und Neuaufstellung des Vereins wurde noch von BOEHLAU in die Wege geleitet. 63 3. Kapitel: Der Kasseler Museumsverein e.V. (1927-1947) 3.1 Umbenennung und Belebung des Vereins; Mitglieder des Arbeitsausschusses Wie wir gesehen haben, gab es in der Zeit nach 1918 nur zwei Sitzungen des Museums- Vereins für Hessen-Cassel: 1919 und 1923. Weder im Protokollbuch noch in den Akten finden sich Vorgänge in den folgenden Jahren, bis am 24. November 1927 die 12. Ausschuss-Sitzung im Hause von Otto EHRENBERG, der seit 1916 Mitglied des Ausschusses war, in der Querallee 21 stattfand. „Anwesend die Herren: Boehlau, Ehrenberg, Fiorino, K.L.Pfeiffer, Otto Vogt. Der Schriftführer berichtet über den Plan des Vorstandes, den Museums-Verein, der seine Tätigkeit während des Krieges, der Inflation und der Deflation hatte einstellen müssen, wieder neu ins Leben zu rufen. – vergl. Protokoll der 11. Ausschußssitzung. – Er führt aus, dass der Verein auf eine neue Basis gestellt werden müsse, insofern als 1.) die Kosten der Mitgliedschaft erheblich herabgesetzt werden; 2.) den Mitgliedern größere Vorteile aus der Mitgliedschaft entstehen müssten. Er schlägt vor einen Aufruf, den er im [49] Konzept vorlegt, an eine größere Anzahl Kasseler Persönlichkeiten zu versenden, diese dann persönlich aufzusuchen und für den Verein gewinnen zu lassen. Gleichzeitig müsse eine Mitgliederversammlung einberufen werden, die über die notwendige Satzungsänderung zu beschließen habe. Der Schriftführer bittet, das Guthaben des Vereins bei der Dresdner Bank Filiale Kassel in der Höhe von etwa 800.- RM. für die Kosten der Werbung, der Drucksachen usw., zu verwenden, den Vorstand zu ermächtigen; 3.) es auch notwendig sei, den Namen des Vereins zu ändern, da er nach Gründung des Marburger Museumsvereins und der wahrscheinlich bevorstehenden Gründung anderer hessischer Vereine seine Tätigkeit nicht mehr auf den ganzen Regierungsbezirk erstrecken, sondern sie im Wesentlichen auf die Stadt [50] Kassel und ihre Umgebung beschränken müsse. Nach ausführlicher Aussprache genehmigt der Ausschuß die Anträge des Vorstandes. Schluß der Sitzung 6 Uhr. Der Vorsitzende [nicht gezeichnet] Der Schriftführer Boehlau“307 Der Plan, den bisherigen Museums-Verein „wieder neu ins Leben zu rufen“, wurde mit mehreren Argumenten begründet: - die Kosten der Mitgliedschaft müssten gesenkt werden, - es müssten den Mitgliedern größere Vorteile entstehen, - der Name des Vereins müsste geändert werden, da sich seine Tätigkeit wegen der Gründung des Marburger Museumsvereins308 und wahrscheinlich anderer Vereine auf die Stadt Kassel und die Region beschränken müsse. Selbstbeschränkung auf Kassel und die Region und Öffnung des Vereins für eine breitere bürgerliche Beteiligung waren damit angesagt. Dieser Plan führte zur Einladung zu einer 12. außerordentlichen Mitgliederversammlung, die am 12. Dezember 1927, 6 ½ Uhr im Antikensaal des Landesmuseums stattfinden sollte, um eine Änderung des Namens und der Satzung vorzunehmen. Wegen der Befürchtung, dass diese Versammlung aufgrund geringer Beteiligung nicht beschlussfähig sein würde, wurde 307 Protokollbuch, S. 48-50 308 Der Museumsverein Marburg e.V. wurde 1927 nach einem u. a. von dem Kunstgeschichtsprofessor Richard Hamann unterzeichneten Aufruf gegründet; schon im Mai 1927 zählte Hamann 2000 Anmeldungen; vgl. Agnes TIEZE: Ausstellungskatalog Marburg 2009, Wege zur Moderne, Richard HAMANN als Sammler, hg. vom Museum für Kunst und Kulturgeschichte Marburg, S. 14, Anm. 1: Schreiben von HAMANN an Geheim- rat TROELTSCH vom 27.5 1927. Der Museumsverein, den zumindest anfangs Hamann auch als Vorsitzender leitete, leistete finanzielle Unterstützung für das am 30. Juli 1927 im Ernst-von-Hülsen-Haus eingeweihte Kunstinstitut der Stadt Marburg, das neben den Beständen der Universität – z. B. die umfangreiche Sammlung seit dem 17. Jahrhundert gemalter Professorenbildnisse – die Sammlungen des Hessischen Geschichtsvereins und des Altertumsvereins Marburg, kirchliche Leihgaben sowie ältere Kunst und kulturgeschichtliche Objekte, die als Spenden eingegangen waren, vereinte und für das eine Gemäldegalerie geplant war. 64 vorsorglich zu einer zweiten Versammlung um 7 ½ Uhr eingeladen, die ohne Berücksichtigung der Zahl der Erschienenen beschlussfähig wäre.309 Tatsächlich war die außerordentliche Mitgliederversammlung nicht beschlussfähig, da nur Johannes BOEHLAU, Alexander FIORINO, Kurt LUTHMER, Otto VOGT und August WORINGER anwesend waren, worauf anschließend die 13. außerordentliche Mitgliederversammlung, die beschlussfähig war, tagte. An ihr nahmen außer den oben Genannten 40 Damen und Herren teil310; die erwähnte gesonderte Anwesenheitsliste ist in den Akten nicht enthalten. Die Versammlung beschloss die Namens- und Satzungsänderung und tagte darauf anschließend als 1. Mitgliederversammlung des Kasseler Museumsvereins. Sie wählte einstimmig den Arbeitsausschuss: „Beichhold, Major a. D., Fabrikant, Humboldtstr. 31 Dr. Boehlau, Dir. D. Staatl. Sammlungen [nachträgliche Änderung: ausgesch. Dafür eingetr. Verlagsbuchhändler Vötterle, Rasenallee 77/79] Brunner, Bankdirektor, Dresdner Bank Dietrich, Regierungsrat, Thoméestr. 5 Paul Ehrenberg, Fabrikdirektor, Weinbergstr. 35 Fiorino, Kaiserstr. 13 E v. Keudell, Präsident d. Komm.-Landt., Schloß Wolfsbrunn b. Eschwege Legal, Intendant [gestrichen] Lewinsohn, Rechtsanw. u. Notar, Unt. Königstr. 58 Dr. Luthmer, Professor, Landesmuseum K. L. Pfeiffer, Bankier, Olgastr. ¼ Ernst Rubensohn, Fabrikdir., Terrasse 13 Sautter, Professor, Schöne Aussicht Dr. Schellmann, Landesrat, Herrmannstr. 6 Dr. Simons, Oberreg. Rat, Oberpräsidium Dr. Stadler, Oberbürgermeister, Rathaus O. Vogt, Geh. Komm. Rat, Schöne Aussicht 8311 Fr. Stadtrat Joh. Vogt, Ob. Königstr. 47 Zimmermann, Präsident der Handwerkskammer, Friedr. Wilhelmstr. 4“ Dr. Möbius, Kustos, Landesmuseum“312 Von diesen zwanzig Ausschussmitgliedern waren nur fünf Personen schon am 1. Juli 1906 Mitglieder des Museums-Vereins für Hessen-Cassel; ihre Lebensdaten sind oben erwähnt: Johannes BOEHLAU, Alexander FIORINO, Alexander von KEUDELL, K. L. PFEIFFER, Otto VOGT. Somit trat ein Generationswechsel ein. Der erwähnte Intendant Ernst LEGAL wurde gestrichen, da er laut Mitgliederbuch 1928 verzog; die anderen Mitglieder des Ausschusses; 309 Protokollbuch, S. 50 310 Protokollbuch, S. 52 311 Otto VOGT schied im März 1931 aus dem Ausschuss aus. LUTHMER schrieb ihm aus diesem Anlass folgenden Brief: „Sehr geehrter Herr Kommerzienrat! Von Ihrem uns übermittelten Wunsche, aus dem Ausschuss des Kasseler Museumsvereins ausscheiden zu dürfen, nehmen wir mit dem Ausdruck herzlichen Bedauerns Kenntnis. Wenn wir uns auch der Berechtigung Ihres Wunsches nicht verschließen, so möchten wir uns doch bei dieser Gelegenheit erlauben, Ihnen für Ihre Mühewaltung um das Gedeihen des Kasseler Museumsvereins aufrichtig zu danken und geben uns der angenehmen Hoffnung hin, dass Sie auch künftig Ihr Wohlwollen uns bewahren werden. Genehmigen Sie, hochverehrter Herr Kommerzienrat, die Versicherung unserer vorzüglichsten Hochachtung Ergebenst Kasseler Museumsverein e.V. i.V. /L/“ Otto VOGT starb am 3. November 1932 im Alter von 80 Jahren. 312 Protokollbuch, S. 53 65 BOEHLAU wurde nachträglich wegen seiner Pensionierung zum 30. September 1928 gestrichen, dafür wurde Karl VÖTTERLE eingesetzt: - Robert BEICHHOLD (24.10.1875 Ingolstadt - 3.11.1960 Kassel) war Major a. D.; er studierte Jura und Volkswirtschaft in München; seit 1910 war er mit Paula SALZMANN, der Tochter des Kommerzienrats und Firmeninhabers Heinrich SALZMANN verheiratet; er war Geschäftsführender Gesellschafter und Komplementär der Firma Salzmann313. 1936 wurde BEICHHOLD Mitglied des vom Landeskulturverwalter und der Reichskammer der bildenden Künste im Einvernehmen mit dem Gauleiter, dem Oberpräsidenten und der Stadtverwaltung eingesetzten neuen Vorstands des Kunstvereins314; Karl Ludwig PFEIFFER wurde als Vorsitzender als unerwünscht abgesetzt. - Heinrich BRUNNER (1882 - 03.04.1969) arbeitete von 1911 – 1948 bei der Dresdner Bank und hatte ab 1924 als Bankdirektor die Mitleitung der Filiale Kassel inne315. - Erich DIETRICH (24.04.1884 Stralsund, zugezogen von Flensburg 15.03.1919, zog am 1.7.1937 nach Münster) war Finanzrat und Regierungsrat316. - Paul David EHRENBERG (22.08.1884 Altona, emigrierte am 11.9.1933 nach Amsterdam) war Fabrikdirektor317; - Alexander LEWINSOHN (1.8.1880 Graudenz - 13.1.1964 Southhall, England) studierte Jura in Berlin und Königsberg und war in Kassel Rechtsanwalt und Notar318; er war Vorsitzender des jüdischen Gemeindevereins, Kunstkenner und Sammler, besonders von frühem chinesischem Porzellan, das er zusammen mit Willy Gotthilf dem Landesmuseum als Leihgabe zur Verfügung stellte. 1935 erhielt er Berufsverbot, wurde am 9. Nov. 1938 festgenommen, nach Buchenwald deportiert und bis Dezember 1938 dort inhaftiert. 1939 gelang ihm die Flucht nach England, unter Zurücklassung aller Vermögenswerte und Kunstgegenstände; - Prof. Dr. Kurt LUTHMER (19.06.1891in Zabern/Elsass - 11. 9.1945 in Marburg) war vom 1.10.1928 bis 1945 Direktor der Staatlichen Kunstsammlungen Kassel. LUTHMER wurde laut Auskunft des Bundesarchivs Berlin am 1.5.1937 Mitglied der NSDAP. - Moritz Ernst RUBENSOHN (16.08.1873 Kassel - gemeldet 28.03.1938 in Berlin) war seit 1900 Direktor der Jute-Spinnerei und Weberei in Kassel; 1938 wurde er im Zuge der Ari- sierung zum Verkauf seines Aktienanteils gezwungen. Er war 1905 schon Mitglied des Handels- und Gewerbevereins, war 1907 als Aktionär im Kunstverein verzeichnet, 1912 der Kurhessischen Gesellschaft für Kunst und Wissenschaft319; - Mit Hans SAUTTER (5.5.1877 München – 15.12.1961 Kassel) war erstmals ein Mitglied der SPD im Ausschuss des Kasseler Museumsvereins: Er war seit 1906 Lehrer an der Kunstgewerbeschule Kassel, wurde 1919 zum Professor ernannt und 1931 Direktor der Kunstgewerbeschule. 1933 wurde er entlassen, politisch verfolgt und mehrfach inhaftiert. Er war von 1919 bis 1929 unbesoldeter Stadtrat.320 Nach dem 2. Weltkrieg schuf er das Mahnmal für die Opfer des Faschismus im Fürstengarten auf dem Weinberg; - Dr. August Heinrich Oskar Otto SCHELLMANN (19.11.1880 Kassel – 02.10.1953 ebd.) war im Kommunalverband für die Abteilung Kulturpflege mit Denkmalpflege, Inventarisierung der Bau- und Kunstdenkmäler, Förderung der vor- und 313 Stadtarchiv Kassel, S 1 Nr. 767 314 vgl. MARX, wie Anm. 164 S. 92-94 315 Stadtarchiv Kassel, S 1 Nr. 873 316 Stadtarchiv Kassel, Meldeblatt 317 Stadtarchiv Kassel, Meldeblatt 318 PRINZ, wie Anm. 83, S. 52 319 Stadtarchiv Kassel, S 1 Nr. 4320 und Meldeblatt 320 LENGEMANN, wie Anm. 62, S. 240 und S. 478; Kassel-Lexikon, wie Anm. 11, Bd. 2, S. 185 66 frühgeschichtlichen Forschung der Universität Marburg verantwortlich, außerdem einer der Initiatoren des Museumsverbands, dem sich der Kasseler Museumsverein anschloss;321 - ein weiterer Jurist war Dr. jur. Karl SIMONS (30.01.1877 Neuss - ?; 8.6.1933 nach Sigmaringen verzogen322); er war Oberregierungsrat im Oberpräsidium für die Provinz Hessen-Nassau und hier für den Kulturbereich zuständig; - Dr. rer. pol. h.c. Herbert STADLER (30.4.1880 Mühlhausen/Elsaß – 17.2.1943 Berlin) war einer der preußischen Karrierebeamten: Er machte sein Jura-Studium in Straßburg, Berlin und Köln, war 1902-1906 Referendar im elsass-lothringischen und preußischen Verwaltungsdienst und hatte diverse Funktionen im Elsass; 1920 wurde er Ministerialrat im Reichs-Innenministerium, 1923 Regierungs-Vizepräsident in Kassel und schließlich als Mitglied der DDP Oberbürgermeister in Kassel ab 05.10.1925; am 24.03.1933 schied er auf Druck der Nationalsozialisten aus dem Amt und wurde zum 01.05.1933 in den Ruhestand versetzt;323 - Dr. h. c. Karl VÖTTERLE (12.4.1903 Augsburg – 29.10.1975 Kassel) war Verleger, seit 1927 in Kassel und Inhaber des heute noch bestehenden Bärenreiter-Verlags; wegen eines Artikels im Wochenblatt Der Sonntagsbrief 1934, der sich gegen die Aufforderung der Nationalsozialisten zur Vernichtung unwerten Lebens richtete, wurde er 1935 aus der Reichspressekammer ausgeschlossen; unter Vorbehalt mehrerer Verpflichtungen wurde der Ausschluss zurückgenommen. 1953 erhielt er den Ehrendoktor von der Philosophischen Fakultät Kiel und von der Theologischen Fakultät Leipzig „für seine kirchliche und liturgische Arbeit und sein verlegerisches Bekenntnis in der Zeit der antichristlichen Diktatur“324; 1974 war er Gründungsmitglied des neuen Museumsverein Kassel e.V.325; - erstmals war eine Frau Mitglied des Ausschusses: Johanna VOGT (16.6.1862 Elberfeld – 11./12.3.1944 Berlin) war für die Deutsche Demokratische Partei (DDP) von 1919 bis 1933 Stadtverordnete und unbesoldete Stadträtin326; sie war Privatlehrerin; 1907 ist sie als Aktionärin des Kunstvereins verzeichnet, 1913 als Mitglied in der Kurhessischen Gesellschaft für Kunst und Wissenschaft; - Wilhelm ZIMMERMANN (1876 Forsbach - ???) war von 1898-1924 Stadtverordneter und Präsident der Handwerkskammer; - schließlich gehörte Prof. Dr. Hans MÖBIUS (2.2.1895 Frankfurt – 28.11.1977 Bad Homburg) kraft Amtes dem Arbeitsausschuss an; er war von 1928-1942 Kustos bzw. Oberkustos der Antikensammlung und der Sammlung Vor- und Frühgeschichte und des Münzkabinetts im Hessischen Landesmuseum; 1928 trat er in den Verein für Hessische Geschichte und Landeskunde ein, wurde 1929 Mitglied der Kurhessischen Gesellschaft für Kunst und Wissenschaft und war von 1934-1942 ihr Schriftführer; 1937 wurde er NSDAP-Mitglied; von 1942-1963 war er Direktor des Martin-Wagner-Museums der Universität Würzburg327. Die soziale Zusammensetzung der Ausschussmitglieder unterschied sich somit von der des Museums-Vereins in einigen Aspekten: Die Spitzen der Provinz- und Bezirks-Körperschaften fehlten aus verständlichen Gründen, da der Verein sich auf Kassel und die Region beschränken wollte; sie blieben aber wie z. B. der Landeshauptmann VON GEHREN Mitglieder; 321 Stadtarchiv Kassel, S 1 Nr. 2163 und Meldeblatt 322 Stadtarchiv Kassel, Meldeblatt 323 WANNAGAT, wie Anm. 19, S. 514; LENGEMANN, wie Anm. 62, S. 269, 295 und 481 324 Wikipedia, 22.03.2011 325 Kassel Lexikon, wie Anm. 11, Bd. 2, S. 197 326 LENGEMANN, wie Anm. 62, S. 252 und 483; Stadtarchiv Kassel B 6/1 327 Kassel Lexikon, wie Anm. 11, Bd. 2, S. 76 f.; SCHMIDT wie Anm. 216, S. 164; KAHLFUß, wie Anm. 35, Bd. 4, S. 148; GERCKE, wie Anm. 186, S. 138 67 einige Spitzen von Behörden waren vertreten, weiterhin Zugehörige des Wirtschafts- Großbürgertum und höhere Beamte; allerdings waren erstmals eine Frau und ein SPD- Mitglied im Arbeitsausschuss. (Zur Struktur der Mitgliedschaft insgesamt vgl. Abschnitt 3.4.2, S. 81) 3.2 Satzung des Kasseler Museumsvereins Die Satzung des umbenannten Vereins behielt als Ziel bei, das Hessische Landesmuseum dabei zu unterstützen, „wichtige Erzeugnisse der alten Hessischen Kunst dem Lande zu erhalten, die Wissenschaft zu fördern, künstlerische Bildung zu verbreiten“.328 Diese Ziele sollten erreicht werden „ a) durch Erwerbung von Kunstwerken namentlich hessischen Ursprungs, die dem Hessischen Landesmuseum als Leihgabe übergeben werden, b) durch Veranstaltung von öffentlichen Vorträgen, Ausstellungen und Versammlungen zur Besprechung einschlägiger Fragen, c) durch fachkundige Führungen in den Sammlungen.“329 Neu war in diesem Paragraphen die Erwähnung der Durchführung von Ausstellungen als Vereinsziel. Neu waren außerdem die im § 6 aufgeschlüsselten vier Kategorien von Mitgliedern: „1. Genossenschaftliche: solche Mitglieder, die einem wirtschaftlichen, gesellschaftlichen oder Berufsverbande angehören, der korporativ beitritt, zahlen nach freier Vereinbarung mit den Vorständen der Verbände pro Kopf des Mitglieds bis zu zwei Mark Jahresbeitrag. Dieser berechtigt zu freiem Eintritt sowohl in die Staatlichen Kunstsammlungen, als auch zu den darin stattfindenden Ausstellungen und Vorträgen, sofern nicht bei einzelnen Sonderausstellungen oder Vorträgen die Erhebung eines besonderen Eintrittsgeldes vom Vorstand festgesetzt wird. In letzterem Falle erhalten die Mitglieder eine Preisermäßigung. 2. Einzelmitglieder: Beitrag jährlich sechs Mark; außer den gleichen Rechten haben sie das Anrecht auf Zuteilung einer Jahresgabe in Gestalt eines Kunstblattes oder einer besonderen Publikation. 3. Stifter: Den Titel eines Stifters erhalten diejenigen Mitglieder, welche jährlich einen Beitrag von mindestens 50 Mark oder einmalig 1000 Mark zahlen. Sie haben dieselben Rechte wie die unter 1 und 2 genannten Mitglieder und erhalten als Jahresgabe das Marburger Jahrbuch für Kunstwissenschaft. 4. Ehrenmitglieder: Zum Ehrenmitglied kann auf Vorschlag des Vorstandes ernannt werden, wer sich hervorragende Verdienste um die Staatlichen Sammlungen, den Museumsverein oder das hessische Kunstleben erworben hat. […]“330 Die erklärte Absicht, dass den Mitgliedern größere Vorteile entstehen sollten, wurde durch die Regelung für genossenschaftliche Mitglieder, die über ihren 'Stammverein' einen günstigen Beitrag zahlten, und die Regelung des freien Eintritts für alle Mitglieder, auch für Führungen und Sonderausstellungen, unterstützt. Die Legitimation für den freien Eintritt erteilte der Preußische Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung mit einem Erlass vom 9. Januar 1928, Az. U IV Nr. 29. Der freie Eintritt galt danach für die Gemäldegalerie und das Hessische Landesmuseum. In dem Werbungsschreiben des Kasseler Museumsvereins e.V., das nach der Umbenennung verschickt wurde, wurde dieser freie Eintritt auf die Städtische Galerie, die Kasseler Schlösser, das Naturkundemuseum und das 1923 gegründete Tapetenmuseum ausgedehnt. Außerdem wurde eine, in der Satzung nicht erwähnte „Familienbeikarte“, die man für 1.- Mark neben der „Hauptkarte“ für 6.- Mark Jahresbeitrag erwerben könne, angepriesen, sodass „auch Minderbemittelte an der Arbeit und den Vorteilen des Kasseler Museumsvereins 328 Aktenverzeichnis ohne Seite, gedruckte Satzung § 1 329 ebd., Satzung § 2 330 ebd., Satzung § 6 68 teilhaben“ könnten.331 Dies deutete auf die Absicht hin, die bisherige großbürgerliche Mitglieder-Klientel 'nach unten' zu erweitern. Anfang Juni 1929 wurde in einem Brief an die Mitglieder mitgeteilt, dass die Jahresgabe 1929, nämlich die Hessenkunst (Jahrbuch für Kunst- und Denkmalpflege in Hessen und im Rhein- Main-Gebiet 23. Jahrgang 1929), sonntags an der Kasse des Landesmuseums abgeholt werden konnte. Der Nutzen für die Mitglieder wurde auch hiermit deutlich332. Der Geschäftsführende Ausschuss gemäß § 7 der Satzung sollte aus mindestens 15 Mitgliedern bestehen, wobei der Direktor und der Kustos der Staatlichen Sammlungen in Kassel ständige stimmberechtigte Mitglieder waren. Dieser Ausschuss wählte gemäß § 8 der Satzung aus seiner Mitte wie bisher den Vorstand von drei Mitgliedern mit gegenseitiger Vertretungsbefugnis. Neu war, dass zur „Erledigung der laufenden Vereinsgeschäfte und zur Organisation der Werbung […] dem Vorstande vom Arbeitsausschuss ein Geschäftsführer sowie das sonst erforderliche Geschäftspersonal zur Verfügung gestellt werden“ könne. Die übrigen Bestimmungen entsprachen der alten Satzung, außer, dass gemäß § 15 nur noch das Hessische Landesmuseum im Falle der Auflösung als Empfänger des Vereinsvermögens genannt wurde. Die Bestimmungen zu den Organen des Vereins – Mitgliederversammlung, die einen Ausschuss wählte, der wiederum den Vorstand aus seiner Mitte wählte - blieben im Wesentlichen erhalten und waren auch nicht demokratischer als die des Vorläufervereins. Auf der Urschrift der Satzung, die im Protokollbuch zwischen die Seiten 51 und 53 eingeklebt wurde, wurde unten auf S. 7 handschriftlich vermerkt und mit einem Stempel des Preuss. Amtsgericht Cassel versehen: „Vorstehende Satzung ist in das Vereinsregister eingetragen. Kassel, den 6. Juni 1928. Pape, Justizobersekretär als Urkundsbeamter der Geschäftsstelle des Amtsgerichts“. In den Akten befindet sich ein aus dem Jahr 1937 stammender handschriftlicher Entwurf einer neuen Satzung333, den vermutlich Bruno Jacob angefertigt hat. Ein maschinenschriftlicher Entwurf befindet sich in einer ungeordneten Mappe des Museumsverbands. Der Museumsverein sollte in Rembrandt-Vereinigung (Kasseler Museumsverein) umbenannt werden und Förderverein nicht nur für das Hessische Landesmuseums, sondern auch für die Gemäldegalerie, das Kupferstichkabinett und das Landgrafenmuseum sein. Der Entwurf sah außerdem eine neue Struktur der Vereinsorgane vor: Vorstand, Beirat, Kuratorium, Mitgliederversammlung mit geheimer Wahl des Vorsitzenden für fünf Jahre, der wiederum den Schriftführer, Schatzmeister, die Mitglieder des Beirats und Kuratoriums ernennen sollte. Diese Änderungen hätten dem seit 1933 geforderten „Führerprinzip“ entsprochen. Die Mitgliedschaft ordentlicher Mitglieder sollte auf Antrag vom Vorstand genehmigt werden. Eine ausdrückliche Einschränkung der Mitgliedschaft auf 'arische' Personen war nicht vorgesehen. Da aber für den Beirat der NSDAP-Gauleiter für Kurhessen, der Oberpräsident der Provinz Hessen-Nassau und der Oberbürgermeister vorgesehen waren, wäre abzusehen gewesen, dass Juden nicht aufgenommen worden wären. Die übrige Mitgliedschaftsstruktur entsprach der Satzung von 1927. 331 Aktenverzeichnis 1, ohne Seite und Datum 332 Aktenverzeichnis 1, S. 263 333 Aktenverzeichnis 5, Januar 1937, ohne Seite 69 Das Kuratorium sollte „außer dem Vorsitzenden erstmalig aus vier Personen aus dem Kreise derjenigen Stifter“ bestehen, „welche anlässlich der Neueröffnung der Staatlichen Sammlungen für den Verein und seine oben bezeichneten Zwecke das Stiftungskapital von RM 20.000.- aufgebracht haben.“334 Sie sollten auch über die Verwendung der Mittel entscheiden. Dieser Satzungsentwurf wurde offensichtlich nicht verwirklicht, wie an der in späteren Jahren unveränderten Bezeichnung Kasseler Museumsverein abzulesen ist. 3.3 Chronik der Versammlungen und Arbeitsweise des Kasseler Museumsvereins 3.3.1 Versammlungen 1928-1933 Am 11. Januar 1928 fand die 1. Ausschusssitzung in der Bibliothek des Landesmuseums statt. Anwesend die Damen und Herren: Boehlau, Dietrich, P. Ehrenberg, Fiorino, Legal, Lewinsohn, Luthmer, Pfeiffer, Reichhard, Schellmann, Simons, Stadler, Frl. Joh. Vogt Es fehlen mit Entschuldigungen die Herren: Brunner, Zimmermann Herr Boehlau eröffnet mit einer kurzen Begrüßung die Sitzung und verliest das Protokoll der letzten Mitgliederversammlung vom 12. Dezember 1927. 1. Wahl des Vorstandes: Nach einem Vorschlag des Herrn Fiorino werden die Herren Oberbürgermeister Dr. Stadler zum Vorsitzenden, Geheimrat Boehlau zum Schriftführer, Bankdirektor Brunner zum Schatzmeister gewählt.335 Der Vorsitzende STADLER blieb auch nach seinem Ausscheiden aus dem Amt des Oberbürgermeisters von Kassel Vorsitzender des Kasseler Museumsvereins und wurde in den Kasseler Adressbüchern von 1934 bis 1939 – ab 1940 wurden keine Vereine mehr eingetragen – unter Kasseler Museumsverein immer als Oberbürgermeister i. R. bezeichnet336. Er blieb bis 1942 nominell Vorsitzender und starb 1943 in Berlin; ein neuer Vorsitzender wurde nicht gewählt. BRUNNER blieb bis zuletzt Schatzmeister des Kasseler Museumsvereins. BOEHLAU blieb noch ein Jahr im Amt des Schriftführers, bis LUTHMER ihn 1928 ablöste; LUTHMER blieb bis zu seinem Tode 1945 Schriftführer des Kasseler Museumsvereins. Neu war die Erwähnung eines Geschäftsführers, den der Ausschuss gemäß Satzung § 8 bestellen konnte. 4. Werbemittel: Herr Boehlau berichtet über die Verwendung der dem Fonds des „Museumsvereins für Hessen- Kassel“ entnommenen M 800.-, welche an Herrn Dr. Pissin für seine Tätigkeit in den Monaten November und Dezember v. J. gezahlt worden sind. Er erhielt: M 500.- für den Monat Dezember und einen Zuschuss von 300.- [für den Monat Dezember], da er in dieser Zeit seinen dauernden Aufenthalt in Kassel nehmen musste und dadurch zur Führung eines doppelten Haushaltes gezwungen war. Herr Boehlau bittet ferner um nachträgliche Genehmigung weiter entstandener Auslagen in Höhe von M 230,30 (Lieferung von: 1000 Satzungen, 1500 Rundschreiben, 1000 Briefbogen und Couverts, 6500 Mitglieds-Karten). Diese Anträge werden angenommen. Ferner beantragt Herr Boehlau, Herrn Dr. Pissin zunächst für die Monate Januar bis März gegen eine monatliche Vergütung von M 300.- als Geschäftsführer anzustellen und weitere M 50.- monatlich für das Büro zu bewilligen; auch dieser Antrag wird mit einer Stimmenthaltung angenommen, nachdem in [58] einer längeren Diskussion eine evt. gemeinsame Geschäftsführung (Bürogemeinschaft) mit dem Museumsverband behandelt und als erwünscht bezeichnet wird. Schluss der Sitzung 10 ¼ Uhr. Boehlau337 334 Maschinenschriftlicher Entwurf der Satzung, § 9 305 vgl. Protokollbuch, S. 53 336 Kasseler Adressbuch 1934, S. 96 337 vgl. Protokollbuch, S. 57 f. 70 Dr. Raimund PISSIN (25.11.1878 Berlin – 11.12.1961 Hahnenklee-Bockwiese) war wohl Kunsthistoriker; 1927 trat er auch dem Verein für Hessische Geschichte und Landeskunde bei338. Er hatte offensichtlich die erste Werbeaktion für den Kasseler Museumsverein durchgeführt und war dafür vorgesehen, für den Museumsverein und den im Entstehen begriffenen Museumsverband die Geschäftsführung zu übernehmen. Im Vorgriff auf einen Beschluss des Ausschusses hatte er schon im Dezember 1927 eine Vergütung erhalten; für 300.- Mark sollte er für Januar bis März 1928 angestellt werden, außerdem sollten für Kosten des Büros 50.- Mark zur Verfügung stehen.339 Eine den Museumsverband für Kurhessen und Waldeck vorbereitende Sitzung fand am 16. August 1927 in Fulda statt. Johannes BOEHLAU hielt hier das Fachreferat, in dem er die Begründung für einen solchen Verband lieferte: Eine Reihe von kleineren und größeren Museen in dem genannten Gebiet werde überwiegend von Personen geführt, denen fachwissenschaftliche und museumstechnische Schulung fehle, sodass die Museen ihren wesentlichen Zweck, Bildungsanstalten für das Volk zu sein, verfehlten. BOEHLAU führte aus: „Ein Verband, in dem die sämtlichen Museen Kurhessens und Waldecks in einer Arbeitsgemeinschaft zusammengefasst werden, würde durch Werbung bei Kreisen, kreisfreien Städten, Korporationen, Vereinen und Privatpersonen Mittel aufzubringen haben, um den Etat der Museen zu verstärken, eine dauernde Beratung und Unterstützung in Bezug auf Sammeltätigkeit, Konservierung und Ausstellung durch die fachlich geschulte Leitung der Museen in Kassel und Marburg zu ermöglichen, sowie durch Unternehmungen wie Ausstellungen, Vorträge, Führungen, Ausflüge usw., weiteste Kreise für die Museen und ihre Aufgaben zu gewinnen.“340 Der Museumsverband wurde am 21. April 1928 in den Räumen des Hessischen Landesmuseums gegründet. Ordentliche Verbandsmitglieder konnten alle Körperschaften des öffentlichen Rechts und alle Museumsvereine in Kurhessen und Waldeck sowie aus dem Kreise Biedenkopf werden.341 BOEHLAU wurde in geübter Tradition auch noch Schriftführer des Museumsverbands.342 Der Ausschuss des Kasseler Museumsvereins stimmte auf der Sitzung am 11. Januar 1928 einem Anschluss an den Museumsverband zu343. Mehrere Aktivitäten des Geschäftsführers PISSIN wurden greifbar, z. B. in einem Brief vom 9. Februar 1928 an den Generalkonsul V. DAEHNE in New York, in dem dieser gebeten wurde, einen Spendenaufruf des neu begründeten Kasseler Museumsvereins dem Vorstand des Vereins ehemaliger Hessen in New York zuzuleiten344. Ob dieser Aufruf Erfolg hatte, ist nicht nachzuweisen. Am 16. März 1928 legte PISSIN einen „Voranschlag“ für das Geschäftsjahr 1928 des Museumsvereins vor.345 Er kalkulierte den Etat des Vereins aufgrund der Erfahrungen des ersten Quartals mit 400 zu erwartenden Mitgliedern, 60 Stiftern und 3000 genossenschaftlichen Mitgliedern sehr hoch, sicherlich auch, um sein eigenes Gehalt zu legitimieren. 338 KAHLFUß wie Anm. 35, Bd. 4, S. 162 339 vgl. Protokollbuch, S. 57 340 Harry THOMAS: 60 Jahre Hessischer Museumsverband. Eine Chronik 1928-1988. Kassel 1988, S. 9 341 ebd. S. 10 342 vgl. Aktenverzeichnis 1, S. 104: Am 29.12.1928 teilt Pissin der Dresdner Bank mit, dass der „bisherige Schriftführer des Kasseler Museums-Vereins und -Verbandes, Herr Geheimrat Dr. Joh. Boehlau, […] mit Ablauf des 15. ds. Mts. sein Amt niedergelegt [hat]. An seine Stelle ist mit dem genannten Tage Herr Direktor Dr. Kurt Luthmer getreten. Hochachtungsvollst [gez. Pissin?] 343 Protokollbuch, S. 56 344 Aktenverzeichnis 1, S. 70 und S. 71 345 Aktenverzeichnis 1, S. 73 und S. 74 71 „Frühestens nach Abschluss des 1. Geschäftsjahres wird sich herausstellen können, ob der Etat des Museumsvereins die Belastung mit dem Gehalt eines Geschäftsführers tragen kann. Bei der Erwägung dieser Frage wird der Gesichtspunkt im Vordergrund stehen müssen, dass die Tätigkeit des Museumsvereins sich nicht in der Heranschaffung von Geldmitteln erschöpft, sondern dass eine seiner wichtigsten Aufgaben darin besteht, durch Veranstaltung von Vorträgen, und Ausstellungen, nicht zum wenigsten durch persönliche Werbung nach und nach alle für kulturelle und museale Fragen interessierte Personen in seinen Kreis zu ziehen. Aus diesem Kreise wird dann in besonders wichtigen Fällen die Leitung der Staatl. Sammlungen sich Hilfsquellen erschließen, die ihr sonst schwer zugänglich blieben. Die enge Verbindung vom „Kasseler Museumsverein“ und „Museumsverband für Kurhessen und Waldeck“ soll auch äußerlich dadurch dokumentiert werden, dass die praktische Geschäftsführung beider Vereinigungen durch Personal-Union verbunden wird und dass beide Vereinigungen eine Bürogemeinschaft in den Räumen des Landesmuseums haben. Von dem gedeihlichen Ausbau des „Museumsverbandes für Kurhessen und Waldeck“ hängt zu einem Teil auch die Entwicklung des Etats des „Kasseler Museumsvereins“ ab. Es liegt daher auch im Interesse des Museumsvereins, den Geschäftsführer wirtschaftlich so zu stellen, dass er in der Lage ist, seine ungeteilte Arbeitskraft und Zeit der Leitung und Förderung beider Vereinigungen zu widmen.“346 Seine zukünftige Aufgabe sah er demnach darin, neben persönlicher Werbung für den Verein auch Vorträge und Ausstellungen zu organisieren, und dies in Personalunion als Geschäftsführer des Kasseler Museumsvereins und des Museumsverbands für Kurhessen und Waldeck, woraus sich, wie man heute sagen würde, Synergien ergeben würden. Er wurde offensichtlich das ganze Jahr 1928 über beschäftigt, und seine Tätigkeit kommt in den Aktivitäten des Museumsvereins deutlich zum Ausdruck. Am 11. Januar 1929 fand die zweite Ausschusssitzung in der Bibliothek des Landesmuseums statt. Hierfür hatte PISSIN mit Datum vom 24.12.1928 einen „Bericht des Geschäftsführers des Kasseler Museumsvereins an den Arbeitsausschuss über das Geschäfts- jahr 1928“ verfasst347. Ausführlich wurde über die Mitgliederwerbung berichtet; die weiteren Aktivitäten wie der Führer Kassel 1928/29 Die kulturellen Einrichtungen und Verbände und ihre Veranstaltungen und die Ausstellungen, die im Namen des Kasseler Museumsvereins durchgeführt wurden, werden im Abschnitt „Aktivitäten des Museumsvereins“ beschrieben. Zur Ausschusssitzung selbst: Anwesend die Herren: Brunner, Fiorino, Lewinsohn, Luthmer, Schellmann, Simons, Stadler, Vötterle. Entschuldigt fehlen die Herren: Dietrich, v. Keudell [Paul Ehrenberg entschuldigte nachträglich sein Fernbleiben mit einer Geschäftsreise348] 5.15 Uhr Eröffnung durch Herrn Stadler. 1. Neuwahl des Schriftführers Luthmer ohne Diskussion als Nachfolger von Boehlau gewählt. 2. Bericht über das Geschäftsjahr, erstattet von Herrn Luthmer349 Immerhin acht der 15 Ausschussmitglieder waren anwesend, um den neuen Schriftführer Prof. Dr. Kurt LUTHMER zu wählen, der die künftigen Geschicke des Kasseler Museumsvereins in bewährter Tradition steuerte. BOEHLAU war zum 30. September 1928 mit 67 Jahren pensioniert worden, und LUTHMER war ab 1. Oktober 1928 sein Nachfolger als Direktor der Staatlichen Kunstsammlungen Kassel, in Personalunion Direktor des Landesmuseums und der Gemäldegalerie. 346 ebd., S. 74; die Geschäftsstelle des Museumsvereins und des Museumsverbands war ab August 1928 im Erdgeschoss des Torwachtgebäudes, Wilhelmshöher Platz 6; die Miete kostete 65.- Mark; vgl. Ordner 1 des Museumsverbands, Nr. 230 347 Aktenverzeichnis 1, S. 107-115 348 Aktenverzeichnis 1, S. 169 349 Protokollbuch, S. 59-63; eine maschinenschriftliche Fassung des Protokolls im Aktenverzeichnis 1, S. 116- 118 72 In dieser Sitzung wurde auf Bitte des Vorsitzenden STADLER beschlossen, BOEHLAU der nächsten Mitgliederversammlung als Ehrenmitglied des Kasseler Museumsvereins vorzuschlagen.350 LUTHMERs Bericht über das Geschäftsjahr folgte dem von PISSIN vorbereiteten Bericht. Zum geplanten Vertrag mit dem Geschäftsführer wurde festgestellt: Keine Festanstellung möglich, Besoldung im bisherigen Umfang nicht aufrecht zu erhalten; Dr. Pissin mit Monatsgehalt von 150.- Mk einverstanden, wenn die restlichen 150.- Mk vom Museumsverband übernommen würden. Die finanzielle Lage des Museumsverbandes auch sehr bedrängt. Brunner: Museumsverein sei ohne die volle Kraft einer werbenden Persönlichkeit nicht lebensfähig. Luthmer: Ein junger Fachmann des Museums, unterstützt von einer Schreibkraft, könne wohl die Werbung übernehmen.351 Eine Entscheidung hierüber wurde noch nicht getroffen, sodass PISSIN weiterhin als Geschäftsführer des Museumsvereins und des Museumsverbands arbeitete. LUTHMER suchte im Hintergrund offensichtlich nach einem anderen Geschäftsführer für den Museumsverein und den Museumsverband. So findet sich in den Akten352 ein Schreiben von Dr. DINGELDEY aus Leipzig vom 2. Mai 1929, der die angebotene Stelle ablehnte: Er sei jetzt im Verlagsbuchhandel beschäftigt und verdiene ebenso viel wie er in Kassel ab 1. Oktober verdienen könne; außerdem gebe es keine Gewähr, dass die Kasseler Stelle lange bestehen bleibe – es gebe schon genügend arbeitslose Kunsthistoriker! In einem Schreiben LUTHMERs vom 15. April 1929353 an Landesrat SCHELLMANN, den Museumsverband betreffend, wurde eine Kündigung PISSINs als Geschäftsführer erwähnt, und am 1. Juni 1929354 schickte LUTHMER eine Abschrift der Kündigung PISSINs zur Kenntnis an den Landeshauptmann VON GEHREN, der Vorsitzender des Museumsverbands war, und an Oberbürgermeister STADLER, der Vorsitzender des Museumsvereins war. Diese Kündigung zum 30. Juni 1929, die LUTHMER nur mit STADLER, der auch stellvertretender Vorsitzender des Museumsverbands war, besprochen hatte, wurde von LUTHMER so begründet: „Der Grund zu dieser vorzeitigen Kündigung liegt in der Ungewissheit der finanziellen Lage der beiden Korporationen [Museumsverein und Museumsverband] im Laufe des nächsten Jahres, da angesichts der Etatschwierigkeiten von Stadt, Bezirksverband und evtl. weiterer Mitglieder nicht mit einem Budget gerechnet werden kann, das Ihre Weiterbeschäftigung ermöglichte. Sollte sich die Finanzlage der beiden Verbände derart bessern, dass die Voraussetzung für Ihr Verbleiben gegeben wäre, so würde einer Verlängerung Ihrer Beschäftigungszeit bis zum 30. September 1929, wie ursprünglich vorgesehen, nichts im Wege stehen.“355 Diese Kündigung widersprach dem Vertrag zwischen dem Vorstand des Museumsverbands und PISSIN, der eigentlich eine Kündigung frühestens am 1. Juli 1930 zum 31. Dezember 1930 festlegte356. Der Vorsitzende des Museumsverbands, Landeshauptmann VON GEHREN, bedauerte in einem Schreiben vom 5. Juni 1929, dass er keine Gelegenheit hatte, vor der Kündigung Stellung zu nehmen, und hielt es für „dringend erwünscht, dass Herr Pissin […] wenigstens bis zum 1. Oktober mit seinen vollen bisherigen Bezügen beschäftigt wird.“357 350 Protokollbuch, S. 63, 351 vgl. ebd., S. 62 352 Aktenverzeichnis 1, S. 249-250 353 Aktenverzeichnis 1, S. 242 354 ebd. S. 259 und 260; die Kündigung selbst ist nicht in den Akten des Museumsvereins; im Aktenordner 1 des Museumsverbands (1.1.1927- 30.06.1935), Nr. 259, ist das am 15. Mai 1929 datierte Kündigungsschreiben enthalten. 355 Ordner 1 des Museumsverbands, Nr. 259 356 ebd., Nr. 69 357 ebd,. Nr. 300 73 In der dritten Ausschusssitzung am 21. März 1930 wurde wieder ausführlich über die Geschäftsführung gesprochen. „Eine längere Diskussion entspinnt sich über den Antrag des bisheri-[66]gen Geschäftsführers Dr. Pissin, ihm eine Entschädigung von M 500.- zu gewähren. Der Antrag wird angenommen. Herr Sautter weist besonders darauf hin, dass Herr Pissin in keiner Sozialversicherung eingetragen sei und beantragt, nachträglich durch Einzahlung der Beträge die Aufnahme in die Arbeitslosenfürsorge zu erwirken. Herr Simons schlägt vor, von den M 500.- , die zur Entschädigung für Herrn Pissin bestimmt sind, M 300.- sofort bei seinem Ausscheiden auszubezahlen, die übrigen M 200.- zur Aufbringung der Versicherungsbeiträge zu verwenden. Da diese Summe voraussichtlich nicht genügen wird, soll der Rest vom Museumsverband aufgebracht werden. Herr Stadler sagt zu, sich für die nachträgliche Bewirkung der Sozialversicherung bei [67] dem Arbeitsamt einsetzen zu wollen. Die Weiterführung der Geschäfte soll nach einem Vorschlag Herrn Luthmers einer ständigen billigen Bürokraft und einem von Fall zu Fall zu beauftragenden Hilfsarbeiter des Museums anvertraut werden.“ Am 26. März 1930 wurde die Aufnahme in die Arbeitslosenfürsorge tatsächlich in einem längeren Schreiben an die AOK Kassel beantragt358. Die Anmeldung des Geschäftsführers des Kasseler Museumsvereins, Dr. Pissin, der gleichzeitig Geschäftsführer des Museumsverbandes für Kurhessen und Waldeck sei, sei versehentlich unterblieben. Dr. Pissin habe am 1. April 1928 die Geschäftsführung zunächst probeweise übernommen, und der Abschluss eines Angestelltenvertrags sei in Aussicht genommen worden. „Infolge der ungünstigen Wirtschaftslage wurde dann schließlich von der endgültigen Anstellung eines hauptamtlichen Geschäftsführers Abstand genommen und Dr. Pissin nur vorläufig weiter beschäftigt, um vor allen Dingen die Arbeiten für die vom Museumsverband unternommene Ausstellung „Das Land Waldeck“ durchzuführen. Dr. Pissin hat für seine Tätigkeit als Geschäftsführer des Museumsverbandes und des Museumsvereins zusammen eine monatliche Vergütung von M 600.- bezogen, die allerdings vom 1. Januar 1930 ab mit Rücksicht auf die verminderte Arbeit für den Museumsverein auf M 500.- gekürzt worden ist. Da am 1. September 1928 durch Erhöhung der Versicherungsgrenze [9] auf M 700.- das Gehalt in den Bereich der Versicherungspflicht fiel, sind also die Beträge von diesem Termin an nachzuzahlen. In der Anlage wird die Anmeldung Dr. Pissins überreicht. Der hiernach fällige Betrag für die Arbeitslosenfürsorge mit (6 x 9= 144.-; 3 x 10.50 = 31,50) M 175.50 wird überwiesen werden.“ /Paraphe: Für Dir. Prof. Dr. Luthmer / Dr. M. Möbius, Kustos PISSIN arbeitete tatsächlich bis zum 31. März 1930 für den Museumsverein, wie der ausführliche „Überblick über die Vereinstätigkeit 1928-1930“ zeigt359, und für den Museumsverband, wie die Einnahmen und Ausgaben im Rechnungsjahr 1930 belegen360. In dem Prüfbericht vom 9. Juli 1931361 wurden etliche Mängel aufgelistet und die Buchführung PISSINs kritisiert: fehlende Verwendungszwecke, fehlende Abrechnungen, fehlende Begründungen für Ausgaben. Neben der finanziellen Enge der beiden Korporationen, die ihn beschäftigten, lagen sicherlich auch hierin Gründe für die Kündigung. Im Protokoll der Vorstandssitzung des Museumsverbands am 15. Juni 1931 wurde im Tagesordnungspunkt 8 eine einmalige Beihilfe für Dr. PISSIN in Höhe von 200.- Mark beschlossen362. Was später aus Dr. Raimund PISSIN geworden ist, konnte ich nicht ermitteln. In der o.g. 3. Ausschusssitzung wurde erstmals die geplante Kunstbibliothek erwähnt, die im Torwachengebäude eingerichtet werden sollte, erwähnt. Eine Genehmigung seitens des Finanzministeriums stehe noch aus363. LUTHMER erbat für die Bibliothek einen Zuschuss von 1000.- Mark. Mit dem Protokoll dieser Ausschusssitzung endet das Protokollbuch auf S. 69. 358 Aktenverzeichnis 2, S. 8 f. 359 ebd. S. 11-14 360 Ordner 1 des Museumsverbands, Nr. 227, datiert am 10.7.1920 361 ebd. Nr. 226-224 362 Ordner 1 des Museumsverbands, Nr. 218 363 Protokollbuch S. 68 74 Die Geschäftsführung wurde ab 1. Mai 1930 von Bruno JACOB (4.10.1881 Kassel -28.4.1954 ebd.) übernommen. Er war gleichzeitig Geschäftsführer des Museumsverbands; dies wurde von LUTHMER so begründet: „Seit dem 31.3.30 erfolgten Ausscheiden von Dr. Pissin ist zu dem in der gleichen Mitgliederversammlung [des Museumsverbands] ausgeworfenen Betrag von M 100.- je Monat vom Mai ab der bekannte hessische Historiograph Bruno Jacob, der seit langem uns ein treuer Helfer war, für die Erledigung der Korrespondenz tätig. Wir hatten versuchsweise während des Monats April den Geschäftsführer ganz eingespart, doch erwies sich das als undurchführbar. Herr Jacob kommt jeden 2. Tag zur Aufarbeitung der Eingänge. Der Museumsverein leistet für die von ihm mitgeleistete Arbeit einen Zuschuss von M 50.-.364 JACOB machte nach dem Besuch des Realgymnasiums in Kassel eine Ausbildung als Exportkaufmann und studierte in Jena sechs Semester Volkswirtschaft, Geschichte und Philosophie. 1907 wurde er Teilhaber der Buchdruckerei Trömner in Kassel, 1919 Chefredakteur der Tageszeitung „Der Niedersachse“ in Hameln. Als junger Mann war er Mitglied der Hessischen Rechtspartei, „um seiner oppositionellen Stellung zur preußischen Annektion Ausdruck zu verleihen“365, und er vertrat die föderalistischen Ideen des Konstantin FRANTZ. 1923 ließ er sich dauerhaft in Kassel als Journalist und freier Schriftsteller nieder. Schwerpunkt seiner Publikationen waren wirtschafts- und sozialgeschichtliche Themen. Aufgrund seiner Kenntnisse und seines Engagements für hessische Belange erhielt er den Beinamen „Hessenjacob“. 1924 trat er dem Verein für Hessische Geschichte und Landeskunde bei, 1952 wurde er dort Ehrenmitglied366. Er beteiligte sich an Projekten, die das Hessische Landesmuseum zusammen mit dem Museumsverband z. B. zur Trachten- und zur Mühlenforschung durchführte. In einem Schreiben an Oskar Henschel, in dem er um Unterstützung für die Publikation einer Wirtschaftsgeschichte für Kurhessen bat, berichtete er, er habe durch die Inflation sein Vermögen verloren und ein Augenleiden habe ihn an den Rand der Blindheit gebracht367. So war er auf jeden kleinen Verdienst angewiesen. JACOB erhielt pro Monat je 50.- Mark für die Führung der Korrespondenz des Museumsverbands und des Museumsverein. Als Postadresse des Museumsvereins galt ab jetzt die Salzmannstr. 2, wo Bruno JACOB wohnte. Am 2. Oktober 1931 schrieb LUTHMER an den Bürgermeister Gustav LAHMEYER anlässlich JACOBs 50. Geburtstag am 4. Oktober 1931: „Der Schriftsteller Bruno Jacob, Bettenhausen, Salzmannstraße 2, feiert am kommenden Sonntag, den 4. Oktober, seinen 50. Geburtstag. Sie werden den Namen zweifellos aus den fast Sonntag für Sonntag in den verschiedenen Kasseler Zeitungen wiederkehrenden fleißigen und immer geschickt geschriebenen Darstellungen aus der heimatlichen Geschichte kennen. Bruno Jacob darf zweifellos als der fleißigste Publizist und Interpret heute gelten. Ich glaube, dass schon dies genügen dürfte, um ein kurzes Glückwunschschreiben an ihn zu rechtfertigen. Aber ich möchte auch darauf aufmerksam machen, dass er lange der Geschäftsführer, sowohl vom Museumsverband wie Museumsverein gewesen ist und noch ist, in deren Leitung der Herr Oberbürgermeister führend tätig ist. Ich würde mich freuen, wenn Sie der Anregung entsprechen wollten.“ Am 3. Oktober erschien im Hessischen Kurier tatsächlich ein ausführlicher Artikel über Bruno JACOB, der als einer der treuesten Söhne des Hessenlandes charakterisiert wurde368. 364 Brief an den Landesrat Schellmann vom 2. Oktober 1930, Ordner 1 des Museumsverbands, Nr. 72 365 Hessischer Kurier vom 3.10.1931 anlässlich des 50. Geburtstags von Bruno Jacob, Aktenverzeichnis 2, S. 263 366 vgl. Kassel-Lexikon, wie Anm. 11, S. 292; Martina LÜDICKE: Der Nachlass Bruno Jacob – und warum er für die Volkskunde ein Glücksfall ist. In: Bernd KÜSTER (Hg.): Jahrbuch 2009. Museumslandschaft Hessen Kassel, Kassel 2010, S. 100-101; KAHLFUß, wie Anm. 35, Bd. 4, S. 8 und 110 367 Aktenverzeichnis 3, S. 123 368 Aktenverzeichnis 2, S. 262 und S. 263 75 Eine Mitgliederversammlung, die im Jahr 1930 gemäß Satzung nach drei Jahren hätte stattfinden müssen, ist aus den Akten nicht zu ersehen. Erst am 8. Dezember 1931 fand die vierte Ausschusssitzung im Lesesaal des Kupferstichkabinetts, das in der Torwache eingerichtet worden war, statt. Tagesordnung: 1. Jahresbericht 1930/31 2. Rechnungslegung 3. Verschiedenes „Vor Beginn der Sitzung soll 11 Uhr 30 im Landesmuseum erstmals die neue Abteilung historischer Kostüme des 17. bis 19. Jahrhunderts besichtigt werden, nach Schluß auf Wunsch die Einrichtung des Kupferstichkabinetts und der Kunstbibliothek.“ Der Vorsitzende369 Eine Bestätigung oder Neuwahl des Vorstands war nicht vorgesehen, ein Protokoll ist nicht in den Akten. In den folgenden Akten gibt es keinen Nachweis für irgendeine weitere Ausschusssitzung oder Mitgliederversammlung. Der Museumsverband beendete offensichtlich die Beschäftigung Bruno JACOBs Ende August 1932. Seitdem führte wohl Dr. E. BECKER die Geschäfte des Museumsverbands und gab als seinen neuen Dienstsitz die Adresse „Ständehaus, Ständeplatz 8“, an370. Am 24. Oktober 1932 forderte der Museumsverein vom Museumsverband 100.- Mark Honorar für Bruno JACOB, „der zum 1. Juli noch nicht gekündigt war“, zurück, da es der Museumsverein ausgelegt hatte371. Bruno JACOB blieb Geschäftsführer des Museumsvereins und erhielt 50.- Mark Honorar pro Monat, und er führte gerade in der Zeit, als LUTHMER im Heer diente, die Geschäfte kommissarisch. So veranlasste er z. B. die Überweisung seines eigenen Honorars für Dezember 1943 selbst372. 3.3.2 Chronik 1933-1945 Die erste Spur der Machtübertragung an Adolf Hitler am 31. Januar 1933 zeigte sich in der Kündigung des Regierungspräsidenten Dr. Ferdinand FRIEDENSBURG (17.11.1886 Schweidnitz – 15.3.1972 Berlin) am 20. März 1933: „Herr Regierungspräsident Dr. Friedensburg sieht sich infolge seines Ausscheidens aus dem Amt als Regierungspräsident leider genötigt, die Mitgliedschaft zu kündigen. Es wird auftragsgemäß gebeten, dementsprechend das Weitere zu veranlassen. gez. Kurz /Stempel Regierung Kassel, Kanzlei/ Nr. 75“ 373 FRIEDENSBURG war mit einem Telegramm des preußischen Ministerpräsidenten Hermann GÖRING vom 12. Februar 1933 in den Ruhestand versetzt worden374. Andere Kündigungen der Mitgliedschaft werden im Abschnitt 3.4.1 „Mitgliederzahlen, Mitgliedsbeiträge und finanzielle Situation“ zusammengestellt. Die Akten weisen darüber hinaus die üblichen Geschäfte aus. Auf die „Gleichschaltungsaktivitäten“ des neuen Regimes verweist am 8. Dezember 1933 die Abschrift eines Schreibens der Reichskammer der bildenden Künste an den Museumsverein Marburg, Az. I.40./8.12 Tgbch. Nr. 1183/33. Darin wird gemäß § 4 der Verordnung zur Durchführung des Reichskulturkammergesetzes vom 1. November 1933 (RGBL. I, S. 797) aufgefordert, zur Prüfung der Aufnahme in die Reichskulturkammer Unterlagen einzureichen: 369 vgl. Aktenverzeichnis 2, S. 289 370 vgl. Aktenverzeichnis 2, S. 345 371 Aktenverzeichnis 3, ohne Seite 372 vgl. Aktenverzeichnis 5, 10.12.1943, ohne S. 373 Aktenverzeichnis 3, ohne Seite 374 vgl. HERMSDORFF, wie Anm. 76, Nr. 246; FRIEDENSBURG gehörte als überzeugter Demokrat der DDP an; nach dem 2. Weltkrieg war er einer der Gründer der CDU in Berlin und der sowjetisch besetzten Zone, von 1948 – 1952 war er im Berliner Abgeordnetenhaus, schließlich noch kurze Zeit Bundestagsabgeordneter. 76 „1) Satzung des Vereins, 2) Mitgliederliste, 3) Geschäftsbericht über die Tätigkeit in den Jahre 1931-1933, 4) Name, Berufe und Personalangaben der Vorstandsmitglieder, 5) Mitteilung, ob und in welcher Weise das Führerprinzip bei dem Verein durchgeführt ist, 6) Mitteilung, ob der Verein eine Gleichschaltung im Sinne autoritärer Führung vollzogen hat, 7) Jahresbescheinigungen des Vereins für die Jahre 1931-1933, 8) Vermögensbilanz, abschließend mit dem 15. November 1933. Für die Einreichung der angeordneten Unterlagen setze ich eine Frist bis zum 15. Dezember 1933. Im Auftrage: gez. Hoffmann“ In den weiteren Akten lässt sich kein entsprechender Vorgang für den Kasseler Museumsverein finden, und es findet sich auch kein Schreiben an die Reichskammer der bildenden Künste. LUTHMER hat diese Aufforderung möglicherweise ignoriert oder wurde aufgrund seiner erfolgten Anpassung nicht weiter behelligt. Ein Indiz dafür ist, dass der abgesetzte Oberbürgermeister Dr. STADLER weiterhin formell Vorsitzender des Museumsvereins blieb, obwohl er seines Amtes enthoben wurde. Ein Schreiben der Reichskammer für bildende Künste vom 8. Oktober 1935 ist an den Kasseler Museumsverein e.V. gerichtet, der demnach unverändert bestand: Dort wird bestimmt, dass Mitglieder eines Verbands oder Vereins, der der Reichskammer für bildende Künste angehört, korporative Mitglieder in der Reichskammer für bildende Künste sein können, aber der Verband oder Verein nicht umgekehrt korporatives Mitglied im Museumsverein sein kann375. Möglicherweise sind Mitgliederversammlungen und Ausschusssitzungen mit Öffentlichkeitscharakter auch unterblieben, um Satzungsänderungen zu vermeiden, wie sie in anderen Museumsvereinen vorgenommen wurden. „Gleichlautend wurden vom Ministerium für Volksaufklärung und Propaganda Schreiben versandt: „Neuordnung im Kunstleben, Gleichschaltung sämtlicher Künstlervereine und Kunstvereine. Laut Erlass des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda vom 28.7.1933 müssen bis zum 15.8.1933 die Vorsitzenden der Vereine einen Vorschlag zur Satzungsänderung und für einen neuen Vorstand nach Berlin einreichen.“376 Der Verein der Freunde des Wallraf-Richartz-Museums in Köln zum Beispiel, dessen Ehrenvorsitzender Dr. Konrad ADENAUER war, ließ sich bis 1936 Zeit, um seine Satzung zu ändern. „Die alte Satzung ließ man in wesentlichen Teilen unverändert, einzig der § 3 wurde umformuliert: „Inländer, welche die Reichsbürgerschaft nicht erwerben können, können nicht Mitglieder werden“ – man vermied bewusst eine Diffamierung der jüdischen Mitglieder.“377 Die Satzung des Kunstvereins zu Kassel wurde 1935 geändert: Nichtarier können nicht Mitglied des Vereins sein.378 Auch die Freunde der Hamburger Kunsthalle änderten ihre Satzung: Die Mitgliedschaft konnte ab 1. Januar 1936 „nur von Reichsbürgern oder von solchen Personen erworben werden, die die Voraussetzungen des Reichsbürgergesetzes vom 15. September 1935 und der dazu erlassenen Ausführungsbestimmungen erfüllen.“379 375 Reichskammer der bildenden Künste, Der Landesleiter Kurhessen, Az. 615/35 K/D1 vom 8.10.1935, Aktenverzeichnis 4, ohne Seite 376 Freunde des Wallraf-Richartz-Museums und des Museums Ludwig e.V. (Hg.), Redaktion Jörg STREICHERT: 150 Jahre Freunde. Kunst erleben – Kunst fördern. Festschrift zur 150-Jahrfeier der Freunde des Wallraf- Richartz-Museums und des Museums Ludwig e.V., Köln 2007, S. 21 377 ebd. 378 MARX, wie Anm. 164, S. 94 379 Johannes GERHARDT, Die Geschichte der Freunde der Kunsthalle. Gedruckt im Auftrag der Freunde der 77 Bisherige jüdische Mitglieder konnten nur dann hoffen, im Verein zu bleiben, wenn sie durch entsprechende finanzielle Mittel für diesen von Nutzen waren. Aber vorher gab es wohl schon einen 'inoffiziellen' Arierparagraphen, denn mit Beginn des Geschäftsjahres im Oktober 1935 hatten praktisch alle jüdischen Mitglieder den Verein verlassen.380 Entsprechende Vorgänge lassen sich in den Akten für den Kasseler Museumsverein nicht nachweisen. Der erste Brief, der von LUTHMER mit „Mit freundlichem Gruß und Heil Hitler“ unterzeichnet wurde, stammt vom 17. April 1934. 1937 wurde LUTHMER Mitglied der NSDAP. In andere Zusammenhänge wie das Programm der NS-Kulturgemeinde, die für den ganzen Regierungsbezirk Vorträge zusammenstellte, ließ LUTHMER sich einbinden. Der Kasseler Museumsverein war mit einem Schreiben der „NS-Kulturgemeinde i. d. N.S.- Gem. „Kraft durch Freude“ Gau Kurhessen“ vom 31. August 1934 aufgefordert worden, der N.S.-Kulturgemeinde korporativ beizutreten, „um sich an der gemeinsamen Arbeit zum Wohle unseres Volkes nach Ihren Kräften zu beteiligen.“381 Die Anfrage LUTHMERs am 16. Oktober 1934 an Dr. Albrecht KIPPENBERGER, den Leiter des Kunsthistorischen Museums in Marburg, sich mit einem Vortrag zur Verfügung zu stellen, zeigt seine Aktivität. Allerdings belegt der Brief auch seine Skepsis gegenüber diesem Vorhaben: „Die Sache ist so gedacht, dass auf Anforderung der einzelnen örtlichen Gemeinden etwa Frankenberg, Hersfeld usw. die Vortragenden an noch näher zu bestimmenden Terminen sich bereithalten. Ein kleiner Beitrag zur Vergütung von Unkosten ist vorgesehen. Hoffentlich sind Sie mit dem Vortrag einverstanden. Ich glaube ja kaum, dass das Programm in dem von der Kulturgemeinde verlangten Umfang überhaupt zur Durchführung kommt. […] Mit deutschem Gruß /gez. Luthmer/“382 Die späteren Programme der Führungen in den Kasseler Museen zeigen, dass LUTHMER den Museumsverein relativ unabhängig zu halten verstand. Er führte ihn jedoch 'nach Gutsherrenart', ohne jemanden zu fragen und ohne Rechenschaft abzulegen, und bediente sich seiner Finanzmittel nach Gutdünken. Dies belegt eine Aktennotiz Bruno JACOBs vom 29. Dezember 1938: „Liebes Frl. Habermehl383! Beifolgenden Brief nebst Scheck und Quittung für ein neues Scheckheft lassen Sie bitte unterschreiben, auch das Geld und das Scheckheft bei der Bank abholen. Letzteres scheint mir auch besser, als wenn es wieder als Einschreibbrief gesandt wird. – Auch hat Prof. L. eine ganze Reihe Abhebungen bei der Dresdner Bank vorgenommen, vielleicht können Sie jetzt bequem noch feststellen, wofür und mir Belege beschaffen. Besten Dank im Voraus. Für das neue Jahr die herzlichsten Wünsche. Ihr Bruno Jacob“384 LUTHMER musste sich nach Beginn des Bombenkriegs darum kümmern, die Bestände der Museen auszulagern; er selbst wurde am 1. Februar 1941 zum Heeresdienst einberufen385 und wurde dort in einer Militärbibliothek eingesetzt. Seitdem ruhten auch die Aktivitäten des Kasseler Museumsvereins. Kunsthalle. Hg. von Ekkehard NÜMANN für die Freunde der Kunsthalle. Redaktion: Kathrin ERGGELET, Dorothee GERKENS, Hamburg 2007, S. 28 380 vgl. ebd., S. 29 f. 381 Ordner des Museumsverbands 1, Nr. 151 382 Aktenverzeichnis 3, S. 173 383 Emma HABERMEHL (1897 – ???) war die Sekretärin LUTHMERs im Hessischen Landesmuseum, verrichtete im Amt Arbeiten für den Museumsverein und war das Bindeglied zu Bruno Jacob. Von 1924 – 1957 war sie Sekretärin der Kurhessischen Gesellschaft für Kunst und Wissenschaft; vgl. GERCKE, wie Anm. 186, S. 139; sie war NSDAP-Mitglied. 384 Aktenverzeichnis 5, S. 216 385 Aktenverzeichnis 5, Februar 1941, ohne Seite 78 Am 23. März 1943 wurden die Mitglieder darüber benachrichtigt, dass wegen des Krieges weitere Aktivitäten nicht möglich seien. Über die Auflösung des Vereins wird im Abschnitt 3.5.5 berichtet. 3.4 Mitglieder des Kasseler Museumsvereins e.V. 3.4.1 Mitgliederzahlen, Mitgliedsbeiträge und finanzielle Situation Schon im November und Dezember 1927 führte Dr. Raimund PISSIN als designierter Geschäftsführer des wieder zu belebenden Museumsvereins offensichtlich eine Werbekampagne durch. Er legte nach Umbenennung des Vereins ein Mitgliedsbuch an, das später auch von Bruno JACOB bis 1944 sehr sorgfältig geführt wurde (siehe Abschrift im Anhang). Die oben beschriebene Absicht des neu orientierten Vereins, den Beitrag beträchtlich zu senken und größeren Nutzen für die Mitglieder zu bringen, trug Früchte. Auf der 1. Ausschusssitzung des Vereins am 11. Januar wurde berichtet: „Herr Boehlau macht Mitteilung über das Ergebnis der bisherigen Werbung: 145 ordentliche Mitglieder 19 Stifter mit zusammen jährlich M 1050.- einmalige Stiftung zum Gründungsfonds M 2150.-“386 Im Tätigkeitsbericht des Geschäftsführers am 28.12.1928 schrieb Raimund PISSIN über die Mitgliederwerbung387: „Bei der Werbung von Mitgliedern für den Museumsverein stellte sich bereits nach kurzer Zeit heraus, dass die Gewinnung von Einzelmitgliedern, welche auch nur den satzungsgemäßen Jahresbeitrag von M 6.- aufzubringen willens waren, ebenso zeitraubend wie schwierig ist. Die Schwierigkeiten lagen zum Teil in der wirtschaftlichen Depression, welche während des Berichtsjahres in allen Kreisen Kassels immer stärker fühlbar wurde, z. Teil sind sie wohl auch begründet in der Mentalität des Kasseler Bürgers der den Neuerungen jeder Art nur zögernd, ja, mit einem gewissen Misstrauen herangeht. Freiwillige Beitrittserklärungen erfolgten in den seltensten Fällen, schriftliche Bearbeitung einzelner Persönlichkeiten blieb meist erfolglos, auch persönliche Werbung brachte nicht immer den gewünschten Erfolg.“ Am Ende des Jahres 1928 wurde der Höchststand an Mitgliedern erreicht: Das Mitgliedsbuch weist 255 Einzelmitglieder und 25 genossenschaftliche Mitglieder auf. Dieser Stand wurde am Ende des Jahres 1929 mit 239 Einzelmitgliedern und 34 genossenschaftlichen Mitgliedern fast gehalten. Am 21. März 1930 wurde auf der Ausschuss-Sitzung erwähnt, dass der Verein 206 Mitglieder habe388. Dies stimmt mit der Zählung im Mitgliedsbuch, für das Ende des Jahres1929 fast überein. Am Jahresende 1930 wurden 200 Einzelmitglieder und 39 genossenschaftliche Mitglieder gezählt. In der folgenden Übersicht werden die Mitgliederzahlen aufgrund des Mitgliedsbuchs zusammengestellt. 386 Protokollbuch, S. 55 387 Aktenverzeichnis 1, S. 388 Protokollbuch, S. 65 und Abschrift 79 Anzahl der Mitglieder und Beitragsaufkommen des Kasseler Museumsvereins 1928 bis 1943 1 2 3 4 5 6 7 Jahr Anzahl der Einzel- Mitglieder Beiträge RM der Einzel- mitglie- der Genossen- schaft- liche Mitglieds- vereine Beiträge RM der genossen- schaftlichen Mitglieder Summe RM Sp. 3+5 Bemerkung 1927 145 870 870 1927 19 Stifter 1250 1250 Werbekampagne durch Dr.Pissin 1927 einmalige Stiftung 2150 2150 1928 255 3421 25 690 4111 Werbekampagne für Einzelmitglieder 1929 239 3106 34 588 3694 Werbekampagne für genossenschaftliche Mitglieder 1930 200 2504 39 706 3210 1931 166 1892 29 369 2261 Austritte aus wirtschaftlichen Gründen 1932 132 1125 25 375 1500 Viele Austritte jüdischer Bürger 1933 110 976 25 304 1280 ebenso 1934 91 832 33 325 1157 Beitritt von 13 Schulen 1935 86 777 26 379 1156 1936 80 754 28 269 1023 1937 73 612 26 307 919 1938 66 562 21 323 885 1939 61 523 19 251 774 1940 61 617 13 118 735 1941 58 597 12 71 668 1942 53 597 1 3 600 1943 44 414 1 3 417 23579 5081 28660 Den genossenschaftlichen Mitgliedsvereinen wurde ein Kontingent von Mitglieds-Karten zugeschickt, die sie an ihre eigenen Mitglieder für je 1.- RM, z. T. auch für 0,50 RM verkauften. Die nicht verkauften Karten wurden i. d. R. zurückgeschickt, die eingezogenen Beträge auf das Konto des Museumsvereins überwiesen oder bar im Landesmuseum bei Fräulein Erna Habermehl abgegeben. Im Mitgliedsbuch wurden die Anzahl der verkauften Karten und die jeweiligen Beträge, die bezahlt wurden, vermerkt. Der Kunstverein zu Kassel zum Beispiel war von 1928 bis 1933 genossenschaftliches Mitglied; seine Mitglieder erhielten Karten als korporative Mitglieder. Einige Einzelmitglieder wechselten in den Status der Mitglieder, die über ihren Verein Mitgliedskarten erhielten. Dies wurde auch für andere Vereine (Bühnenvolksbund, Kommunalbeamte, Offiziersbund, Wilhelmsgymnasium) bei den Einzelmitgliedern vermerkt. Viele Einzelmitglieder, die z. B. einen Beitrag von 7.- RM oder mehr zahlten, erhielten eine oder mehrere so genannte „Beikarten“ für Familienmitglieder; dies wurde ebenfalls im Mitgliedsbuch vermerkt. Bei den Einzelmitgliedern sind die Institutionen, die regelmäßig einen festen Beitrag leisteten, aber keine Karten für korporative Mitglieder erhielten, mitgezählt: Mitgl.-Nr. Institution RM 145 Dresdner Bank Filiale Kassel (bis 1943) 25 195 Kunstverein zu Kassel (bis 1930, dann korporatives Mitglied) 20 227 Kreisausschuß für den Landkreis Kassel 25 245 Kreiskommunalkasse Ziegenhain (bis 1934) 30 246 und 247 Verkehrsverein Kassel, Rathaus (bis 1929) 30 248 Stadt Kassel, Rechnungsamt (bis 1942) 100 253 Deutsches Tapetenmuseum (bis 1943) 10 80 Dr. LUTHMER, Dr. HALLO, Dr. HELM, Dr. MÖBIUS, alle Mitarbeiter des Landesmuseums, zahlten keine Beiträge; sie sind aber als Einzelmitglieder mitgezählt. In den folgenden Jahren sanken die Mitgliederzahlen rapide389; die Gründe lagen in den Austritten, die - auch von vermeintlich gut situierten Personen - mit der sich verschlechternden wirtschaftlichen Lage begründet wurden, schließlich in der Ausgrenzung der jüdischen Mitbürger. Einige Beispiele für Austritte aus wirtschaftlichen Gründen: - Richard FUHSE, Mitglieds-Nr. 78, meldete sich am 31. 12. 1930 ab, „da die außerordentlich traurigen Zeiten und der katastrophale Rückgang der Wirtschaft mich zu diesem Schritte zwingen.“ 390 - Landesrat Dr. Otto SCHELLMANN, Mitglieds-Nr. 120, schrieb am 1. Januar 1931: „Zugleich sehe ich mich genötigt, aus finanziellen Gründen meinen Austritt aus dem Verein mitzuteilen.“391 - Am 4. Mai 1931 schrieb der Inhaber des Ratskellers, Max FRANKE, Mitglieds-Nr. 281, dass er wegen der Betriebsaufgabe zum 1. Juni „um Anerkennung der Kündigung der Mitgliedschaft in Anbetracht der außerordentlich schlechten wirtschaftlichen Lage“ bitte.392 - Am 27. Dezember 1931 schrieb Studienrat Fritz GOENS, Mitglieds-Nr. 217, dass er wegen der bevorstehenden neuen Gehaltskürzung die Mitgliedschaft kündige.393 - Sogar der Präsident des Oberlandesgerichts Dr. Heinrich ANZ, Mitglieds-Nr. 53, schrieb: „Zu meinem lebhaften Bedauern zwingen mich die wirtschaftlichen Verhältnisse, meinen Austritt aus dem Museumsverein zu erklären.“394 - Das Kündigungsschreiben des Dozenten für Kunstgeschichte an der Kasseler Akademie Dr. Hans VOGEL, Mitglieds-Nr. 287, solle zum 1. April 1932 „infolge der geplanten Auflösung der Kunstakademie“ akzeptiert werden.395 - Der Geheime Regierungsrat Alfred DÜNKELBERG, Mitglieds-Nr. 215, schrieb am 19. Juni 1932: „Die fortgesetzte steigende Verminderung der Dienstbezüge der Berufsbeamten durch die bekannten Notverordnungen zwingt auch mich wie so viele andere Beamte, alle nicht unbedingt gebotenen Ausgaben zu unterlassen.“396 - Auch ein genossenschaftliches Mitglied, die Gewerkschaft der Angestellten, schrieb am 18. Mai 1931: „Da die Not der Angestellten diesen nicht mehr gestattet, auch die kleinsten Ausgaben für kulturelle Dinge aufzubringen, müssen auch wir aus dieser Erkenntnis die Konsequenzen ziehen und unsere Vereinbarung, an Sie jährlich einen Pauschalbetrag von M 50.- zu zahlen, kündigen.“397 - Der Reichsverband deutscher Tonkünstler und Musiklehrer e.V. schickte am 20. Januar 1933 die ihm zugesandten 20 Karten für korporative Mitglieder zurück: „Wir sind stets um die Werbung von korporativen Mitgliedern bemüht; die wirtschaftliche Not macht sich aber im Musiklehrerberuf in besonders erschreckender Weise bemerkbar.“398 Austritte aus politischen und organisatorischen Gründen und Austritte der jüdischen Mitglieder nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten häuften sich im Jahr 1933. 389 vgl. die Tabelle im Anhang 390 Aktenverzeichnis 2, ohne S. 391 Aktenverzeichnis 2, ohne S. 392 Aktenverzeichnis 2, ohne S. 393 Aktenverzeichnis 2, ohne S. 394 Aktenverzeichnis 2, ohne S. 395 Aktenverzeichnis 2, S. 298 396 Aktenverzeichnis 2, ohne S. 397 Aktenverzeichnis 2, ohne S. 398 Aktenverzeichnis 3, ohne S. 81 - Der Regierungspräsident Dr. Ferdinand FRIEDENSBURG verließ am 20. März 1933 den Museumsverein (vgl. oben S. 74). - Am 10. Oktober 1933 schrieb der jüdische Bürger Max FELDSTEIN, Mitglieds-Nr. 34: „Als Nichtarier fühle ich mich gezwungen, hierdurch meinen Austritt aus Ihrem, von mir hochgeschätzten Vereine, zu erklären. Ich bedaure dies umsomehr, als ich schon seit langen Jahren die Ziele und Bestrebungen Ihres Vereins stets gern und freudig unterstützt habe. Hochachtungsvollst Max Feldstein“399 - Emilie EHRENBERG, selbst Mitglieds-Nr. 50, schrieb am 20. Oktober für ihren Sohn, den Fabrikanten Paul EHRENBERG, Mitglieds-Nr. 72, der Mitglied des Arbeitsausschusses war und am 11. September 1933 nach Amsterdam emigrierte: „Im Auftrag meines Sohnes teile ich Ihnen in Beantwortung Ihrer gef. Zuschrift mit, dass er von Kassel weggegangen ist, daher aus Ihrem Verein ausgetreten ist und keinerlei Beiträge mehr zahlt. Hochachtungsvoll Frau Emilie Ehrenberg“400 - Erschütternd ist das Schreiben des Kaufmanns Dr. Kurt GRÜNBAUM, Mitglieds-Nr. 224, vom 21.12.1933: „Ich bedauere, Ihnen die mir frdl. übersandte Mitgliedskarte für 1934 anliegend wieder zurückgeben zu müssen. Da nach wiederholten Auslassungen der massgeblichen Stellen ein Jude weder das Recht noch die Fähigkeit hat, sich um Dinge des deutschen Kulturlebens zu kümmern, sehe ich keine Möglichkeit, meine Mitgliedschaft im Museumsverein aufrecht zu erhalten. Dass für mich wie für die Mehrzahl der deutschen Juden gleichwohl der Anteil an der deutschen Kultur unverlierbarer Besitz ist, vermag an diesem Tatbestand leider nichts zu ändern. Mit vorzüglicher Hochachtung! Dr. Kurt Grünbaum“401 - Am 8. Oktober 1935 schrieb der Landesleiter Kurhessen der Reichskammer der bildenden Künstler an den Museumsverein: Mitglieder des früheren Reichsverbandes der bildenden Künstler könnten heute, wo an Stelle dieses Verbandes die Reichskammer der bildenden Künste als Reichsbehörde getreten sei, nicht mehr korporative Mitglieder des Museumsvereins sein. Einzelmitgliedschaft sei selbstverständlich möglich. gez. Dersch 402 Am Ende des Jahres 1933 waren nur noch 110 Einzelmitglieder und 25 genossenschaftliche Mitglieder verzeichnet. 1934 traten 13 Schulen neu bei, möglicherweise auf Aufforderung staatlicher Stellen hin, sodass es wieder 33 genossenschaftliche Mitglieder waren, aber die Zahl der Einzelmitglieder sank auf 91. Am 29. Juni 1936 teilte der Vorsitzende des Kreisausschusses Ziegenhain mit, dass der Kreis die Mitgliedschaft im Kasseler Museumsverein kündige, dafür Mitglied im Museumsverband würde403. Bis zum Jahr 1943, dem letzten Jahr, in dem Einträge im Mitgliederbuch zu finden sind, sank die Zahl auf 44 Einzelmitglieder und ein genossenschaftliches Mitglied, den Deutschen Sprachverein. Die finanzielle Situation lässt sich an den Kassenberichten ablesen, die nur für den 31.12.1930 und den 31.12.1931 erhalten sind. Im Jahr 1930 wurden zu einem Bestand von 165,25 Mark 3362,00 Mark an Beiträgen eingenommen und 3.455,03 Mark ausgegeben. Die größten Posten waren 1550,00 Mark für Gehälter, 564,95 Mark für Jahresgaben und 529,88 Mark für Vorträge. 184,00 Mark betrug der Beitrag zum Museumsverband. Aber auch für Kohlen mussten 51,60 Mark bezahlt werden. Diese Zahlen stimmen mit den Berechnungen aufgrund des Mitgliedsbuches fast überein. 399 Aktenverzeichnis 3, ohne S. 400 Aktenverzeichnis 3, ohne S. 401 Aktenverzeichnis 3, ohne S. 402 vgl. Aktenverzeichnis 4, ohne S., 08.10.1935, Reichskammer der bildenden Künste, Der Landesleiter, Kurhessen, Az. 617/35 K/Dl 403 Aktenverzeichnis 4, ohne Seite 82 Im Jahr 1931 wurden zu einem Bestand von 62,10 Mark nur noch 2424,00 Mark an Beiträgen eingenommen; 1746,70 Mark, davon 925,00 Mark für Gehälter und 283,10 Mark für Vorträge wurden für „sachliche Unkosten“ ausgegeben, aber auch 539,00 Mark für Kostüme und einen „Zirkel Bürgi“: Dieser Zirkel ist im Inventarverzeichnis für Leihgaben des Vereins nicht aufgeführt. 3.4.2 Mitgliederstruktur Nach § 6 der Satzung sollten Stifter mindestens 50.- Mark Jahresbeitrag zahlen. Am Ende des Jahres 1928 gab es 28 Stifter, davon zwei Firmen, 1929 waren es noch 23, 1930 noch 16, 1931 noch 10, 1932 noch fünf, 1933 noch drei Stifter; danach zahlten bis 1943 nur Oskar Robert HENSCHEL und die Filiale der Dresdner Bank, bei der der Kasseler Museumsverein sein Konto hatte, mehr als 50 Mark Beitrag. Die soziale Zusammensetzung der Mitglieder hatte Ähnlichkeit mit der elitären Struktur der Gründungsphase zu Beginn des Jahrhunderts; in einigen Aspekten unterschied sie sich aber durchaus von ihr. Weiterhin gehörten dem Verein Spitzen von Behörden an: Oberlandesgerichtspräsident Dr. Heinrich ANZ, Präsident des Landeskirchenausschusses Dr. Otto BÄHR, Landgerichtspräsident Philipp DALTROP, Regierungspräsident Dr. Ferdinand FRIEDENSBURG, Landeshauptmann Dr. Reinhard VON GEHREN, Polizeipräsident Dr. Adolf HOHENSTEIN, Landesbibliotheksdirektor Dr. Wilhelm HOPF, Oberstudiendirektor Prof. Dr. Adolf KEWE, Präsident des Landesfinanzamts Paul VON LAER, Direktor der Kunstgewerbeschule Prof. Dr. Hermann LÜER, Reichsbahndirektionspräsident Georg MARTIN, Oberstudiendirektor PAECHELMANN, Generalstaatsanwalt Ernst Carl Edmund RASCH, Landeskulturpräsident Gustav REINHARD, Präsident der Oberpostdirektion Walter SCHENK, Präsident des Landesverwaltungsamts Dr. Theodor SCHROEDER, Oberpräsident Dr. Rudolf SCHWANDER, Direktor der Landeskreditkasse Dr. Karl Emil Albert SCHWARZKOPF, Oberbürgermeister Dr. h. c. Ernst STADLER, Vizepräsident des Oberpräsidiums Dr. Hans VOLCKART, Direktor der Kunstakademie Prof. Kurt WITTE, Direktor der Wohnstätte Ernst ZIMMERLE, Präsident der Handwerkskammer Wilhelm ZIMMERMANN. Dazu kamen ehemalige, z. T. hohe Militärangehörige, Verwaltungsbeamte, Professoren, Kirchenbeamte, Lehrer; von den 308 Ziffern des Mitgliederbuchs waren dies insgesamt 83 (26,9 %) Personen. Zu den Angehörigen aus Handel und Gewerbe gehörten 127 (41,1 %) Personen, gelegentlich auch Firmen. Dabei waren nicht nur Angehörige des Wirtschafts-Großbürgertums, sondern auch Mittelstands-Gewerbetreibende wie ein Uhrmachermeister oder ein Radio- und Photo- Geschäfts-Inhaber. Einen größeren Anteil an den Mitgliedern als bisher stellten die freiberuflich tätigen Akademiker wie Apotheker, Ärzte, Architekten, Ingenieure, Künstler, Rechtsanwälte: Dazu kann man 54 (17,5 %) Personen rechnen. Ohne Berufsangaben waren 44 (14,3 %) Personen. Von den genannten Mitgliedern waren vier Stadtverordnete: Julie VON KÄSTNER, Julius ROSENSTOCK, Hans SAUTTER, Johanna VOGT. 83 Einen großen Anteil machten die Mitglieder jüdischen Glaubens aus: Ich stellte 53 Personen (17,2 %) fest404. Damit waren die jüdischen Mitglieder im Vergleich zu ihrem Anteil an der Kasseler Bevölkerung von etwa 1,4 % im Jahr 1933 deutlich überrepräsentiert405. Die genossenschaftlichen Mitglieder gemäß § 6 der Satzung waren ein buntes Gemisch. Der Geschäftsführer Raimund PISSIN schrieb in seinem Tätigkeitsbericht am 24.12.1928406: Wegen der mühsamen Arbeit der Gewinnung von Einzelmitgliedern „erwies es sich als immer notwendiger, das Schwergewicht auf die Werbung genossenschaftlicher Mitglieder im [114] Sinne des § 6 Ziffer 1 unserer Satzung zu legen. Die korporative Werbung von Mitgliedern bezweckt, in immer breiteren Schichten der Bevölkerung Kassels Verständnis für die Aufgaben und Ziele der Museumsarbeit zu wecken. Auch bei dieser Arbeit musste jeder Schritt Boden mühsam erkämpft werden; aus der Anlage 1 [nicht erhalten] ist ersichtlich, mit welchen Vereinen, Verbänden und Organisationen Verbindung angeknüpft wurde.[…] Von Anfang an haben wir in enger Fühlungnahme mit dem Deutschen Beamtenbund, Ortsgruppe Kassel, und deren Leiter, Herrn Regierungsrat Dietrich gearbeitet, dem wir für oft und gern erteilten Rat zu danken haben. Auch mit den großen Organisationen der Arbeiter- und Angestelltenverbände ist über den genossenschaftlichen Beitritt erfolgreich verhandelt worden. [113] Ein besonderer Dank gilt hier Herrn Professor Sautter für seine wirksame Vermittlung bei unserem Bemühen, die Gewerkschaften für eine Unterstützung der kulturellen Aufgaben des Museumsvereins zu gewinnen. So haben sich bis jetzt der Zentralverband der Angestellten und der Bund der technischen Angestellten und Beamten, wenn auch nur zunächst mit einem geringen festen Beitrag, korporativ angeschlossen. Der Vorstand des Butab (Bund technischer Angestellten und Beamten) schreibt uns dazu: „Unsere Hauptverwaltung in Berlin hat für diese Mitgliedschaft einen Betrag von M 25.- zur Verfügung gestellt. Die Mitgliedschaft soll ab 1. Januar 1929, dem Beginn des Geschäftsjahres, beginnen. Die weitere Mitgliedschaft wird davon abhängen, welches Interesse unsere Mitglieder dem Museumsverein entgegenbringen, und wie sich dieselbe vorteilhaft auf unsere Mitglieder auswirkt.“ Ebenso hat sich angeschlossen der Deutschnationale Handlungsgehilfenverband, und der Gewerkschaftsbund der Angestellten. Auch Herr Stadtverordneter Braunersreuther407 hat seine Mitarbeit für das kommende Jahr in Aussicht gestellt.“ Durch die Aufnahme von Vereinen und Verbänden mit unterschiedlicher sozialer und politischer Provenienz und Zielsetzungen wurde eine Öffnung des Museumsvereins zu „breiteren Schichten“ durchaus erreicht. Folgende Vereine waren zu unterschiedlichen Zeiten zwischen 1928 und 1943 Mitglieder und zahlten jährlich unterschiedlich hohe Beiträge für die korporative Mitgliedschaft ihrer eigenen Mitglieder: - Kunstverein zu Kassel (1929-1933), - Kasseler Hausfrauen-Verein, ab Dez. 34: Reichsgemeinschaft Deutscher Hausfrauen, Ortsgruppe Kassel (1929-1934), - Offizier-Wohlfahrtsgemeinschaft, Ortsgruppe Kassel (1928-1941), - Reichsbund der Deutschen Kapital- und Kleinrentner (1928-1941), - Preußischer Philologenverband, Ortsgruppe Kassel (1928-1936), - Töchterheim Elisabethenhaus (1928, 1936-1937), - Volkshochschule Kassel (1928-1931), - Kasseler Lehrerverein, ab 1933: NS-Lehrerbund, Kreis Kassel, Kassel (1928, 1930-1931) - Katholischer Männerverein (1928-1931), - Reichsverband bildender Künstler, Ortsgruppe Kassel (1928-1932), - Kreislehrerverein (1928-1930), 404 Diese Zahl ergab ein Vergleich der Liste im Mitgliederbuch mit der Liste der am 30. Januar 1933 in Kassel wohnenden Bürger jüdischen Glaubens; vgl. Beate KLEINERT und Wolfgang PRINZ: Namen und Schicksale der Juden Kassels 1933-1945. Ein Gedenkbuch. Hg. vom Magistrat der Stadt Kassel, Stadtarchiv, Kassel 1986, S. 11-82 405 Vgl. ebd, S. 243 406 Aktenverzeichnis 1, S. 114-113 [Zählung in umgekehrter Reihenfolge] 407 Fritz BRAUNERSREUTHER war von 1924-1929 Stadtverordneter, von 1927-1929 Fraktionsvorsitzender der SPD. 84 - Vaterländischer Frauenverein (1928-1940), - Reichsverband der deutschen Tonkünstler und Musiklehrer e.V., ab 24.12.34: Reichsmusikkammer in Kassel, Ortsmusikerschaft Kassel (1928-1935), - Bühnenvolksbund e.V., ab 5.12.34: N.S. Kulturgemeinde in der NS-Gemeinschaft „Kraft durch Freude“, Ortsverband Kassel (1928-1934), - Kreisgruppe Kassel der Kommunalbeamten- & Angestellten Preussens e.V., ab Dez. 1934: Reichsbund der Deutschen Beamten e.V., Kreis Kassel-Stadt, Fachschaft „Gemeindeverwaltungen“ (Stadtverwaltung) (1928-1940), - Eisenbahn-Verein e.V. (1928-1941), - Hausfrauenschule des Evangelischen Diakonie-Vereins (1928-1941), - Gewerkschaftsbund der Angestellten (1928-1930), - Deutschnationaler Handlungsgehilfenverband (1928-1931), - Bund der Inspektoren und Amtmänner der deutschen Reichspost, Bezirksgruppe Kurhessen (1928-1932), - Vortragskreis der Christengemeinschaft e.V. (1928-1938), - Anthroposophische Gesellschaft, Zweig Kassel (1928-1930), - Βund der technischen Angestellten und Beamten (1928-1931), - Verein für Erdkunde (1929-1930), - Zentralverband der Angestellten, Ortsgruppe Kassel (1929-1933), - Deutscher Sprachverein (1929-1943), - Kantgesellschaft (1929-1930), - Verein für Naturkunde (1929, 1932, 1934-1935, 1937), - Verein der weiblichen Handels- und Büroangestellten, ab Januar 1935: Deutsche Arbeitsfront (1929-1934), - Arbeiter-Fortbildungsverein, ab 1931: Verein für Volksbildung (1928-1938), - Verein für Aquarien- und Terrarienkunde Cassel e.V. (1930), - Verkehrsverein Kassel (1929-1930, 1933), - Verein für Heimatschutz in Kurhessen und Waldeck (1929-1930, 1933), - Verband der Post- und Telegrafengehilfinnen Kassel (1930, 1932-1941), - Offizierskorps, Gruppenkommando 2 (1930, 1932-1935, 1940), - Kommandantur (früher Gruppenkommando) (1925-1940), - Schulen: Lyzeum mit Studienanstalt, ab 1931 Malvida von Meysenbug-Schule; Lehrerkollegium des Städtischen Oberlyzeums, Jacob-Grimm-Schule; Mädchen-Mittelschule Luisenschule; Mädchen-Mittelschule Amalien-Schule; Bürgerschule 14, Gräfestraße; Bürgerschule 11, Magazinstraße; Bürgerschule 8, Sommerweg 1; Bürgerschule 4, Königstor 58; Realgymnasium I, Paul-von-Hindenburg-Schule; Wilhelmsschule, Humboldtstraße 1; Bürgerschule 9, Mauerstraße 8; Bürgerschule 15, xxx; Bürgerschule 30, Hegelstraße 6; Bürgerschule 3, (Knaben), Luisenstr. 1; Bürgerschule 10 (Mädchen), Untere Karlsstraße 4; Realgymnasium II, Schomburgstraße; Bürgerschule 1, Sedanstraße 20; Bürgerschule 27, Lehrerkollegium; Adolf-Hitler- Oberrealschule, Kölnische Straße; Bürgerschule 25, Osterholzstraße; Bürgerschule 5 (Knaben), Bernhardistraße; Bürgerschule 26, Kassel-Bettenhausen; Bürgerschule Kassel-Niederzwehren. 408 Diese genossenschaftlichen Mitglieder waren unterschiedlich lange Zeit Mitglieder und hatten unterschiedlich viele korporative Einzelmitglieder. Hervorzuheben wären die Offizier-Wohlfahrtsgemeinschaft (1928-1941), der Reichsbund der Deutschen Kapital- und Kleinrentner (1928-1941), der Vaterländische Frauenverein (1928- 1939), die Hausfrauenschule des Evangelischen Diakonie-Vereins (1928-1941), der Deutsche Sprachverein (1929-1943), das Lehrerkollegium des Städtischen Oberlyzeums, Jacob-Grimm- Schule (1928-1941): Sie verkauften durchgängig jährlich 10 bis 30 korporative Karten für ihre Mitglieder. In der Summe erbrachten die vielen Kleinbeiträge mit 5081 Mark etwas mehr als ein Fünftel des gesamten Beitragsaufkommens von 1927 bis 1943. Das Ziel, den Nutzen für die Mitglieder zu mehren, wurde durch die Möglichkeit, über eine genossenschaftliche Vereinsmitgliedschaft korporatives Mitglied des Kasseler Museumsvereins zu werden und freien Eintritt in sechs museale Häuser zu haben, erreicht, auch wenn keine Erhebungen über die Besucherzahlen bekannt sind. 408 Mitgliedsbuch, S. 22-87 85 3.4.3 Zusammenfassung Man kann feststellen, dass zwei Drittel der Einzel-Mitglieder weiterhin aus dem Wirtschafts- Großbürgertum und der höheren Beamtenschaft kamen; hinzu kam eine größere Gruppe von akademischen Freiberuflern: Journalisten, Rechtsanwälte, Ärzte; sie kann man zur oberen Mittelschicht zählen. Neu war, dass Personen, die vom Kasseler Museumsverein über die korporative Mitgliedschaft erreicht wurden, auch aus dem Bereich der niedrigeren Beamten und Angestellten, also der unteren Mittelschicht, zum Teil aus der Arbeiterschaft stammten. Als Beispiele seien der Gewerkschaftsbund der Angestellten, der Verein der weiblichen Handels- und Büroangestellten, der Verband der Post- und Telegrafengehilfinnen Kassel und der Arbeiter-Fortbildungsverein genannt. Damit unterschied sich die Struktur der Mitglieder in der ersten Phase des Vereins deutlich vom Vorgänger-Verein. Die von Hans SAUTTER angemahnte Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften blieb bis auf zwei Ausnahmen aber nur spärlich. Eine „Diffusion“ der bisher eher gegensätzlichen kulturellen Milieus des Bürgertums und der Arbeiterschaft bzw. der kleinen Angestellten gab es nur in Ansätzen; angesprochen fühlen sollte sich weiterhin das Bildungsbürgertum, die „geistige Schicht“ Kassels, wie es PISSIN im Kulturellen Führer für Kassel formulierte. 3.5 Aktivitäten des Kasseler Museumsvereins e.V. Während Raimund PISSIN vom Herbst 1927 bis Ende März 1930 als Geschäftsführer für den Kasseler Museumsverein tätig war, außerdem von 1928 bis 1930 in Personalunion als Geschäftsführer des Museumsverbands beschäftigt wurde, sind eine Vielzahl von Aktivitäten des Museumsvereins zu verzeichnen. 3.5.1 Kultureller Führer und Kulturelle Mitteilungen Im „Bericht des Geschäftsführers“ berichtete PISSIN409: „Durch die Redaktion und Herausgabe unseres Kulturführers: „Kassel 1928/29 - Die kulturellen Einrichtungen und Verbände in der Stadt und ihre Veranstaltungen“, dessen Vorbereitung bis in das Frühjahr zurückreicht, und durch die Redaktion der mit dem Kulturführer verbundenen 14-tägigen „Kasseler Mitteilungen“ ist nun seit dem Herbst ein näheres und vertrauensvolles Verhältnis zu 48 wissenschaftlichen, künstlerischen, musikalischen und Bildungsvereinen angeknüpft worden, welche sämtlich zum korporativen Anschluss an den Museumsverein aufgefordert wurden und dieser Anregung zum Teil auch schon Folge gegeben haben.“ Mit diesem Kulturführer verband sich der Anspruch des Geschäftsführers des Kasseler Museumsvereins, für die Kasseler kulturelle Szene eine koordinative Funktion zu übernehmen, da er ja auch Geschäftsführer des Museumsverbands war. Der gerade im Jahr 1927 in Kassel niedergelassene Bärenreiter-Verlag, der diesen Kulturführer und die kulturellen Mitteilungen verlegte, wollte auf diese Weise in der Kasseler Bürgerschaft bekannt werden. Und in der Tat: In dem Kulturführer waren die erwähnten 48 Vereine mit ihrem Profil und ihrem Angebot zusammengestellt, was über die Auflistung in den Adressbüchern hinausgeht410. Der Oberbürgermeister der Stadt Kassel, Dr. h. c. STADLER, würdigte den kulturellen Führer „Zum Geleit“ mit folgenden Worten: „Wenn der Kasseler Museumsverein sich auf den folgenden Blättern der Mühe unterzieht, eine Übersicht über die kulturellen Einrichtungen und Verbände in der Stadt Kassel zu geben, so leistet er damit, wie ich glaube, 409 Aktenverzeichnis 1, S. 114-113 [Zählung in umgekehrter Reihenfolge] 410 Kassel 1928/29, Die kulturellen Einrichtungen und Verbände in der Stadt und ihre Veranstaltungen. November – April, Herausgegeben vom Museumsverein im Bärenreiter-Verlag zu Kassel, Stadtarchiv Kassel III N a/8 86 wertvolle Arbeit. Die Reichhaltigkeit der geistigen Anregungen, die Kassel seinen Bürgern bietet, springt in die Augen. Unsere Stadt, der häufig Mangel an geistiger Beweglichkeit vorgeworfen wird, beweist hier durch die Tat die Unrichtigkeit dieses Vorwurfes: Dem, der guten Willens ist, deckt sie den Geistestisch mit einer Fülle nahrhafter Gaben. Ich greife heraus die Vortragsreihen der Kurhessischen Gesellschaft für Kunst und Wissenschaft, des Hessischen Geschichtsvereins, der Pädagogischen Arbeitsgemeinschaft, der Kantgesellschaft u. a., die den Freunden gesammelter Arbeit an geistigen Problemen stärkste Anregung bieten. Ich erwähne die auf breiter Grundlage aufgebaute Bildungsarbeit der Volkshochschule. Ich begrüße unter den Vereinen, die der Pflege und Förderung der Kunst dienen, den zu Weihnachten vorigen Jahres ins Leben zurückgerufenen Kasseler Museumsverein und den zu Ostern entstandenen Museumsverband für Kurhessen und Waldeck. […] Der Museumsverein, dessen Wirken auf Kassel selbst beschränkt ist, füllt in einer Stadt, deren Mauern eine Sammlung vom Rang unserer weltberühmten Gemäldegalerie bergen, eine seit Jahren schmerzlich empfundene Lücke. Er ist in diesem Jahre schon mit Erfolg bemüht gewesen, die Bildungsschätze unserer Stadt zu erschließen.“411 STADLER erwähnte weiterhin den neu belebten „Verein für Heimatschutz in Kurhessen“, die Verwaltungsakademie, die zahlreichen Musik- und Gesangvereine, das gerade erfolgreich beendete 16. deutsche Bachfest. „Der neue Direktor unserer Staatlichen Sammlungen, Professor Dr. Luthmer, hat unlängst das treffende Wort geprägt: „Welches geistige Gesicht eine Stadt zeigt, hängt nicht so sehr von der Kraft der führenden Köpfe ab, als von der Empfänglichkeit der Bürgerschaft“.“412 STADLER wünschte zum Schluss: „Mögen dem ersten [kulturellen Führer] noch erweiterte und verbesserte Jahrgänge folgen!“413 Ein Exemplar des Buches wurde „An die Herren Vorstände und Geschäftsführer der kulturellen Verbände, Vereine und Institute der Stadt Kassel geschickt und erreichte mit einem Anschreiben vom 28. Oktober 1928 auch das Oberpräsidium414. Hieraus geht die geplante Verbreitung der 14-tägigen „Mitteilungen“ hervor: „Da die „Mitteilungen“ in sehr hoher Auflage erscheinen (schätzungsweise 10-12000 Leser) und als Zwei- Wochen-Übersicht lange benützt werden, dürften sie in ihrer Werbewirksamkeit von kaum einer anderen Ankündigung übertroffen werden.“ Am 30. Oktober 1928 berichtete das Kasseler Tagblatt über den kulturellen Führer: „Kassels kulturelle Einrichtungen und Verbände. Unter dem Titel „Die kulturellen Einrichtungen und Verbände der Stadt Kassel und ihre Veranstaltungen“, herausgegeben vom Museumsverein, ist im Bärenreiter- Verlag, Kassel, ein instruktives Büchlein erschienen, das einem offenbar vorhandenen Bedürfnis abhilft. Das Staatstheater, die großen musikalischen und künstlerischen Veranstalter, alle Vereine, Verbände und kulturellen Organisationen sind vom Herausgeber des ca. 110 Seiten starken Buches, Herrn Dr. Pissin, zusammengetragen worden. Besonders begrüßen wird man die genaue Adressangabe der Vereine und ihrer Vorsitzenden, den Arbeitsplan und sonstige nähere Einzelheiten. Ein Geleitwort des Oberbürgermeisters Dr. Stadler leitet das Buch ein, ein vom 25. Oktober ab geführter Terminkalender aller Veranstaltungen schließt es. Wir wünschen dem wertvollen Handbuch eine recht weitreichende Verbreitung in Kassel.“ Die 14-tägigen „Kasseler Mitteilungen“415 konnten mit dem Erwerb des kulturellen Führers bei Einsendung von 1.- Mark in Briefmarken an den Verlag das ganze Winterhalbjahr über kostenlos bezogen werden. „Mitteilungen über Zeit und Art aller kulturellen Veranstaltungen werden kostenlos aufgenommen und sind möglichst frühzeitig zu richten an Dr. Pissin, Wilhelmshöher Platz 6E, Fernruf 7614416. […] Der ausgewählte 411 ebd., S. 3 412 ebd., S. 4 413 ebd., S. 5 414 Staatsarchiv Marburg, wie Anm. 17, Bl. 22 415 Kasseler Mitteilungen, Jahrgang 1, 1928/29, in Verbindung mit 48 kulturellen Verbänden herausgegeben vom Kasseler Museumsverein im Bärenreiter-Verlag zu Kassel. Facsimile, Museumslandschaft Hessen Kassel; Universitätsbibliothek Marburg VIII C 117 bta 1928/29 1-7 u. 9-12 416 Dort befand sich damals die Geschäftsstelle des Museumsvereins und des Museumsverbands. 87 Leserkreis, „die geistige Schicht“ Kassels, die hohe Auflage417 und nicht zuletzt die gediegene Druckausführung garantieren den Erfolg.“418 Welche Veranstaltungen konnte man diesen Mitteilungen entnehmen? Die Kasseler Mitteilungen wollten über Konzerte, Vorträge, Zusammenkünfte, Ausstellungen, Opern- und Theateraufführungen mit Zeit, Ort und Akteuren berichten. Ich greife die Tage vom 17.-25. November 1928 heraus419: Zeit Ort Thema Akteur Veranstalter 17. Sonnabend 16 Stadtpark, Großer Saal Theater der Märchen, „Schneewittchen“ Frau Lissy Nordau 18. Sonntag 11.15 Besichtigung des Staatstheaters B.V.B. [Bühnenvolksbund , Theatergemeinde Kassel]420 11.30 Stadtpark Aus Dichtungen von Sophokles, Goethe, Rudolf Steiner, Albert Steffen Sprechchor des Goethe-anum Dornach (Schw.) Anthrop. [Anthroposophische Gesellschaft in Deutschland, Zweig Kassel] 16 Stadtpark Theater der Märchen, „Schneewittchen“ Frau Lissy Nordau 19. Montag 20 Stadthalle „Kultur und Ethik“ Prof. D. Dr. Albert Schweitzer 20 Hörsaal des Landesmuseums Schubert: „Müller-Lieder“ Franz Schulz Simon 20.15 Gasthaus Demmler, Wilhelmshöher Allee 83 „Über friesische Sprache“ Studienrat Goens Platt.-V. [Plattdütsche Vereenigung Haevernick] 20. Dienstag 20 Saal des Lesemuseums, Ständeplatz „Religion und Werktag“ Pfarrer Lic. Lieberknecht 20 „Herkulesbräu“, Königstr. 30, Grünes Zimmer Zusammenkunft Gebirg. [Hessischer Gebirgsverein] 20.15 Frauenheim, Jahnstr. 17 „Die Sitte in ihrer Bedeutung für das Gemeinschaftsleben“ Pfarrer Scheig 21. Mittwoch 16 Stadtpark, Großer Saal Theater der Märchen, „Schneewittchen“ Frau Lissy Nordau 19.30 Stadthalle Bußtagskonzert, Schubert-Gedächtnisfeier Dirigent Dr. Laugs Simon 20 Alte Akademie Frankfurter Straße 33 „Der Tod im Leben“; Bußtagsfeier, musikalische Darbietg. Dr. Hemleben Christg. [Vortragskreis der Kasseler Gemeinde der Christenge- meinschaft] 22. Donnerstag 20 Hörsaal des Landesmuseums „Philosophie der Gegenwart“, 4. Vortrag Prof. Dr. v. Aster Kurhess. [Kurhessische Ge- sellschaft für Kunst und Wissenschaft] 417 Nach Auskunft von Patrick KAST, Archiv des Bärenreiter-Verlags Kassel, gibt es dort keine Unterlagen mehr über die exakte Höhe der Auflage. 418 ebd. Nr. 1, Veranstaltungen vom 11.-25. November, Titelblatt 419 Kasseler Mitteilungen, 11.-25. November 1928, S. 5-7 420 Die Abkürzungen wurden im kulturellen Führer, wie Anm. 385, S. 90-91 erklärt. 88 20.15 Gemeindesaal, Kl. Rosenstraße 3E „Dostojewski als Verkünder Gottes“ Pfarrer Lic. Preger 20.15 Evangelisches Vereinshaus, Kölnische Str. 17 „Die sozialen Aufgaben der Gemeinden auf dem Gebiet der Wohlfahrtspflege“ Pfarrer Fritsch 20.15 Aula der Luisenschule „Der Erlösungsgedanke“ Pfarrer Theys 20.30 „Herkules“ Hohenzollern- straße Vorlagen und Mitteilungen, u. a. „Volkstypen aus dem ehemaligen Österreich-Ungarn“ mit Lichtbildern H. Schwitzer Natk. [Verein für Naturkunde] 23. Freitag 20 Saal des Evangelischen Vereinshauses Öffentliche Schubertfeier V. B. [Volksbühne Kassel] 24. Sonnabend 16 Stadtpark, Großer Saal Theater der Märchen, „Schneewittchen“ Frau Lissy Nordau 20 Murhardsaal Schülerkonzert R.D.T.M. [Reichsverband Deutscher Ton- künstler und Musik- lehrer] 20 Stadthalle „Das Alsfelder Passionsspiel“ Junghenn 25. Sonntag 10 Besichtigung des Staatstheaters B.V.B. [Bühnenvolksbund , Theatergemeinde Kassel] 20.15 Alte Akademie Frankfurter Straße 33 „Das Leben nach dem Tode“ Dr. Hemleben Christg. [Vortragskreis der Kasseler Gemeinde der Christenge- meinschaft] Auf der Seite 8 dieser Kulturellen Mitteilungen wurde ausführlich über den Vortrag Albert SCHWEITZERs, den Hintergrund der Veranstaltung - SCHWEITZER habe in diesem Jahr den Goethepreis der Stadt Frankfurt erhalten - und die musikalische Umrahmung zum Gedächtnis Franz Schuberts berichtet. Außerdem wurden eine Liste von illustren Einladenden, u. a. „Geh. Dr. Böhlau, Vors. d. Museumsvereins“421 oder der Regierungspräsident Dr. FRIEDENSBURG sowie die Eintrittspreise von 3.-, 2.-, 1.-, 0,50 Mark genannt. Auch die Mitglieder des Kasseler Museumsvereins wurden mit einem Schreiben vom 9. November aufgefordert, den kulturellen Führer und die 14-tägigen Mitteilungen zu beziehen422. STADLERs Wunsch auf Fortsetzung der Kulturellen Mitteilungen ging nicht in Erfüllung. Die Gründe lagen sicherlich in der Schwierigkeit, ein solch ambitioniertes Unternehmen kontinuierlich zu pflegen, und in der in den folgenden Jahren zunehmenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten aufgrund der Weltwirtschaftkrise. Der Misserfolg lag vermutlich auch an der Konkurrenz zu den Tageszeitungen, die Ankündigungen von Veranstaltungen üblicherweise übernahmen und schneller reagieren konnten, und an den Kommunikationsgewohnheiten von Vereinen, die, in der Regel ehrenamtlich geführt, nicht unbedingt ein kontinuierliches 421 In der Öffentlichkeit wurde BOEHLAU als Vorsitzender wahrgenommen! Zu der Zeit war er schon in Pension, und STADLER war Vorsitzender des Museumsvereins. 422 Staatsarchiv Marburg, wie Anm. 17, Bl. 23 89 Veranstaltungs-Management pflegten, abgesehen z. B. von der Kurhessischen Gesellschaft oder dem Verein für hessische Geschichte und Landeskunde. Die unsichere Beschäftigungssituation von Dr. PISSIN, der der Motor dieses Unternehmens war, spielte sicherlich ebenfalls mit. So wurde im Jahr 1929 von H. KATZ eine Wochenschau herausgegeben, die ähnliche Übersichten enthielt, dazu noch Filme, Ausstellungen, Besuchszeiten von Kasseler Sammlungen. Ein Beispiel für die Woche vom 26. Mai bis 1. Juni 1929: 90 91 92 3.5.2 Ausstellungen „Ein neuer Verein muss versuchen, in den ersten Jahren seines Bestehens eine sichtbare, als Werbungsmittel brauchbare Arbeit zu leisten. [… Er muss sich] durch Vorträge, Führungen, Ausstellungen und Publikationen [einführen und beliebt machen.]“423 So hieß es im Tätigkeitsbericht vom 31. März 1930, und unter dieser Perspektive hatte LUTHMER mehrere Ausstellungen organisieren lassen, die unter der Flagge des Museumsvereins segelten. Die erste Ausstellung zeigte Werke des Malers und Zeichners Edward VON STEINLE (2.7.1810 Wien – 18.9.1886 Frankfurt); sie fand vom 22. April bis zum 20. Mai im Hessischen Landesmuseum statt. Im Vorwort des kleinen Ausstellungskatalogs, für dessen Herausgabe der Kasseler Museumsverein zeichnete, schrieb LUTHMER: „Mit seinen Ausstellungen möchte der erst kürzlich neubelebte Kasseler Museumsverein seinen Mitgliedern für die warme Zustimmung danken, die er bei ihnen gefunden hat. […] Unsere Ausstellungen wollen zunächst den privaten Kasseler Kunstbesitz erschließen […]. Der Kasseler Privatbesitz umfasst soviel zum Teil ererbtes, zum Teil aus wahrer Kunstliebe neu zusammengetragenes Kunstgut, dass wir auf lange Jahre hinaus wertvolle Ausstellungen hoffen zeigen zu können.“424 In der zweiten Ausstellung, die vom 11. Juli bis 7. Oktober 1928 stattfand, wurden Sammlungen frühchinesischer Kunst aus den Beständen von Dr. Willy GOTTHILF (29.9.1974 Hammerstein, Kreis Schlochau - 10. Juni 1954 London)425 und Alexander LEWINSOHN (1.8.1880 Graudenz - 13.1.1964 Southhall, England)426 präsentiert. Im Vorwort des kleinen Katalogs427, für dessen Herausgabe ebenfalls der Museumsverein zeichnete, wird erwähnt, dass „Ergänzungsstücke“ von „Frau Prof. Krause und Klara, Luise und Nanni Weipert“ sowie den „Herren Rechtsanwalt Dalberg, Aug. Manss, Dr. Bernhard Melchers, Juwelier Range und Prof. Sautter“ stammten. Die Ausstellungsstücke wurden als dauernde Leihgaben im Museum ausgestellt. Mit der Absicht, Schenkungen und Leihgaben zu erhalten, wurde auch eine dritte Ausstellung geplant. Ich zitiere aus PISSINs Tätigkeitbericht: „Eine dritte Ausstellung „Althessische Kunst im deutschen Kunsthandel“ war für die Wintermonate geplant und hatte lebhafte Zustimmung der beteiligten Kreise gefunden. Es sei gestattet, einige Sätze aus dem Artikel zu zitieren, den der Herausgeber der „Kunstauktion“, Herr Walter Bondy am 26. August d. J. in Nr. 35 über diesen Plan veröffentlichte: „Der Kasseler Museumsverein hat mit dieser Ausstellung einen entschiedenen Schritt nach vorwärts getan. Er regt damit die Sammeltätigkeit des Publikums für die einheimische Kunst an und verpflichtet sich dem Kunsthandel, der sich sicher dem Museum erkenntlich zeigen wird. Zwei Fliegen mit einem Schlag.“ [109] Leider entsprach trotz einer lebhaften Korrespondenz mit über 50 deutschen Kunsthändlern der Erfolg unseren Bemühungen nicht in dem erwarteten Maße, so dass der Plan zurückgestellt werden musste. Zu diesem Entschluss trug nicht unwesentlich die Tatsache bei, dass Herr Direktor Luthmer, der Vater des Gedankens, von schwerer Krankheit kaum genesen, einen Erholungsurlaub antrat. Ganz ohne Nutzen blieben aber auch diese Bemühungen nicht; es konnte eine Anzahl wertvoller Stücke, die für die Zwecke der Ausstellung schon übersandt waren, vom hessischen Landesmuseum erworben werden.“428 423 Aktenverzeichnis 2, S. 11-14, 31. März 1930 424 Kasseler Museumsverein. Der Veröffentlichungen 1. Heft. Edward von Steinle. Nachlasssammlung seiner Werke aus Kasseler Privatbesitz. Ausgestellt im Hessischen Landesmuseum vom 22. April 1928 bis 20. Mai 1928, Zum Geleit 425 Stadtarchiv Kassel, S 1 Nr. 1213; er emigrierte am 16. September 1939 nach England und wohnte bis zu seinem Tode in London; am 11. März 1953 erhielt er den Ehrendoktor der Universität Würzburg. 426 Zu Alexander LEWINSOHN, der Mitglied des Arbeitsausschusses des Museumsvereins war, vgl. oben S. 64; Dr. Willy GOTTHILF war Arzt und wohnte in der Spohrstr. 7; er war ebenfalls Mitglied des Museumsvereins. 427 Kasseler Museumsverein. Der Veröffentlichungen 2. Heft. Alt-China in Kunst und Kunstgewerbe. Aus Kasseler Privatbesitz. Ausgestellt im Hessischen Landesmuseum vom 11. Juli bis 7. Oktober 1928. Der Katalog wurde mit einem Zuschuss der Kurhessischen Gesellschaft für Kunst und Wissenschaft gedruckt; vgl. Vorwort. 428 Aktenverzeichnis 1, S. 110-109 93 Die Ausstellung über die Trachtenbilder des ehemaligen Marburger Professors Ferdinand JUSTI war vom 17. März bis zum 11. April 1929 im Landesmuseum zu sehen. Auch hierzu entstand ein kleiner Katalog429, der allerdings wegen der nicht zustande gekommenen dritten Ausstellung den Titel „4. Ausstellung“ erhielt. Sie wurde im Zusammenhang mit der Trachtenforschung von Dr. HELM bearbeitet und als dauernde Leihgabe von den Erben zugesichert430. Werbung für die Trachtenbilder-Ausstellung431 Mit Schreiben vom 12. März 1929 lud LUTHMER den Geheimrat Prof. Ludwig JUSTI, den Direktor der Berliner Nationalgalerie, zur Eröffnung der Ausstellung der „Trachtenbilder Ihres seligen Vaters“ ein, ebenso dessen Mutter und Bruder in Marburg432. Ob JUSTI anwesend war, kann ich nicht nachweisen. Auf JUSTIs Initiative hin entstand am 18. Juni 1929 der Verein der Freunde der Nationalgalerie, für den er nach dem Konzept Wilhelm VON BODEs die gesellschaftliche Elite mit reichen und kunstsinnigen Personen wie den Wuppertaler Baron Eduard VON DER HEYDT als Vorsitzenden gewinnen konnte; gleichzeitig versprach er sich von ihnen als Sammler, dass 429 Kasseler Museumsverein. Der Veröffentlichungen 3. Heft. Die Hessischen Trachtenbilder von Ferdinand Justi. Aus dem Besitz der Familie. Ausgestellt im Hessischen Landesmuseum vom 17. März bis 11. April 1929. Zu diesem Katalog zahlte der Marburger Museumsverein laut Schreiben von Dr. KIPPENBERGER vom 17.04.1929 einen Zuschuss von 180.- Mark; Aktenverzeichnis 2, S. 244. 430 vgl. Tätigkeitsbericht 1930, S. 4, Aktenverzeichnis 2, S. 14, und Vorwort des Katalogs 431 Inserat aus den Kasseler Mitteilungen vom 11. März 1929 432 Archiv der Museumslandschaft Hessen-Kassel, D 3, Wechselnde Ausstellungen, Bd. 4, Nr. 149 94 er ihre Kunstwerke öffentlich präsentieren könnte, wie es schon im Jahre 1928 mit zwei Ausstellungen zeitgenössischer Kunst „aus Berliner Privatbesitz“ geschehen war433. Eine weitere Ausstellung widmete sich Ende 1929 der Gestaltung des Kasseler Stadtbildes, wozu kein Katalog veröffentlicht wurde, und im Winter 1930/31 wurden Werke der Sammlung der hessischen Malerfamilie Deiker ausgestellt, ebenfalls in Verbindung mit einem Katalog434, der als „der Veröffentlichungen viertes Heft“ des Museumsvereins bezeichnet wurde. Diese Sammlung umfasste meisterliche Handzeichnungen aus vier Jahrhunderten, und zwar holländischer, italienischer und deutscher Provenienz. LUTHMER versprach sich von diesen Ausstellungen aus Privatbesitz – in Anlehnung an die oben erwähnte Praxis JUSTIs - sicherlich Leihgaben oder Schenkungen für das Museum. Inwieweit dies geschehen ist, müsste genauer untersucht werden. Jedenfalls erwähnt LUTHMER in den Tätigkeitsberichten, die er als Schriftführer des Museumsverbands abgab, immer wieder Schenkungen, Nachlässe und Leihgaben, die das Hessische Landesmuseum bereicherten435. Das Landesmuseum und der Museumsverband waren 1928 und 1929 vor allem mit der Planung und Durchführung der Ausstellung „Das Land Waldeck“ beschäftigt: „Mit dem 1. April 1929 wird der Freistaat Waldeck endgültig in den Preußischen Staatsverband aufgehen, ein Ereignis, dem bei aller Geringfügigkeit der Territorialverschiebung doch eine große innerpolitische Bedeutung zukommt. Diesen Anschluss nimmt der Museumsverband für Kurhessen und Waldeck zum Anlass, eine umfassende Darstellung der materiellen und persönlichen Kräfte des neuerworbenen Landes zu versuchen. Er bereitet eine Ausstellung vor, die der inneren Verbindung Waldecks mit dem hessischen Nachbarland dienen soll. Sie wird auch in Berlin möglichst zum Termin der Uebergabe im Gebäude der Akademie der Künste am Pariser Platz gezeigt werden und darf eines weitergehenden Interesses wohl sicher sein. Anschließend soll sie in Frankfurt und Wiesbaden gezeigt werden und damit auch den Verkehrsinteressen des Landes dienen können.“436 Später wurden bis auf eine Ausnahme keine Ausstellungen unter der Flagge des Kasseler Museumsvereins veranstaltet. Die Ausnahme: Am 7. April 1932 findet sich in den Akten ein Brief von Frl. HABERMEHL an Bruno JACOB, dass sie 100.- M aus den Einnahmen der Kostümausstellung des Museumsvereins im Landesmuseum auf das Konto des Museumsvereins eingezahlt habe437. Diese Ausstellung ist im Verzeichnis der Ausstellungen im Hessischen Landesmuseum438 für 1932 nicht enthalten, es sei denn, es sei die Ausstellung von 1931 „Hessische Trachten (Trachtenpuppen und Bilder)“439, die vom 03.05.-31.05.1931 gezeigt wurde, gemeint. Eher kann es sich um Führungen in der am 02.12.1931 in der Tagesordnung der Ausschusssitzung erwähnten „neue[n] Abteilung historischer Kostüme des 17. bis 19. Jahrhunderts“ im Hessischen Landesmuseum440 gehandelt haben. 433 MEYER, wie Anm. 141, S. 56 434 Kasseler Museumsverein. Der Veröffentlichungen IV. Heft. Meisterliche Handzeichnungen aus Privatbesitz. Sammlung Deiker. Ausgestellt im Hessischen Landesmuseum Winter 1930/31 435 Ordner 1 des Museumsverbands, Nr. 98-97. Über diese Ausstellung finden sich in den Akten des Museumsvereins etliche Vorgänge, die eigentlich in die Aktenablage „Museumsverband“ gehören würden. 436 Vgl. Tätigkeitsbericht des Museumsverbands 1932/33, S. 6 f., Ordner 1 des Museumsverbands, ohne Nr. 437 Aktenverzeichnis 2, S. 229-230 438 SCHMIDT, wie Anm. 216, S. 141-143 439 ebd., S. 142 440 Aktenverzeichnis 2, S. 289 95 3.5.3 Vorträge, Führungen und Ausflüge Im Bericht PISSINs über die Vereinstätigkeit von 1928 bis 1930441 wurden folgende Vorträge aufgeführt: Vortragsabende 1928/29: Dr. Luthmer über Neuerwerbungen der Staatlichen Kunstsammlungen Dr. Dippel und Dr. Hallo an einem gemeinsamen Abend über die Kasseler Astronomisch-Physikalische Sammlung und ihren teilweise früheren Standort Dr. Leporini442 über die deutsche Handzeichnung seit Dürer443 Dr. Rudolf HALLO (26.09.1896 Kassel -26.01.1933 Kassel) stammte aus einer eingesessenen jüdischen Familie, die mit der Familie Rosenzweig befreundet war. Er wurde 1922 nach Frankfurt berufen, um Franz Rosenzweig als Leiter und Lehrer an dem Freien Jüdischen Lehrhaus zu vertreten. Im Jahr 1923 wurde HALLO in Göttingen promoviert und war bis zu seinem frühen Tod 1933 Wissenschaftlicher Hilfsarbeiter am Hessischen Landesmuseum in Kassel. Er betreute dort hauptsächlich den Sammlungsbereich der landgräflichen Kunstkammer und leitete später ab 1931 die Kunstbibliothek und das Kupferstichkabinett in der neu eingerichteten Torwache. Die Beschäftigung mit der Biographie von Rudolf Erich RASPE mündete in der Konzeption eines jüdischen Museums, das am 10. April 1927 im Hessischen Landesmuseum eröffnet wurde444. Dr. Heinrich LEPORINI (9.7.1875 Florenz – 22.6.1964 Brixlegg), zunächst Offizier, 1904-1908 in den USA, 1908-1912 Studium der Kunstgeschichte in München und Wien, 1912 Promotion zum Dr. phil., von 1912- 1914 Volontär an der Hofbibliothek, danach von 1914-1918 Soldat. Seit 1919 war er Kustos an der Staatlichen Kunstsammlung Albertina in Wien I, Augustinerbastei 6, während des 2. Weltkriegs vorübergehend ihr Leiter. 1946 trat er in den Ruhestand. Er entfaltete eine reiche Publikationstätigkeit zu Druckgraphik und Handzeichnungen. Sein Vortrag fand wohl erst 1930 statt und wurde mit einem besonderen Schreiben angekündigt und in den Zusammenhang mit der Ausstellung der Handzeichnungen aus der Malerfamilie DEIKER gestellt: „Am Sonntag, den 26. Oktober ds. Js., vormittags 12 Uhr, eröffnet der Museumsverein eine Ausstellung von Handzeichnungen besonders gewählter Art aus Privatbesitz im Hessischen Landesmuseum, Wilhelmshöherplatz 6. Sie enthält schöne Blätter deutscher, italienischer und niederländischer Meister des 16. und 17. Jh., aber auch französische Zeichnungen des Rokoko und deutsche aus dem 19. Jh. (Menzel, Hans von Marées). Der Besuch ist für Mitglieder des Museumsvereins (Nichtmitglieder zahlen 50 Pfg. Eintritt), Angehörige der Kunstakademie gegen Vorzeigung des Ausweises frei. Am gleichen Tag abends 20 (8) Uhr spricht im Hörsaal des Hessischen Landesmuseums auf gemeinsame Einladung von Kunstakademie, Kunstverein und Museumsverein einer der besten Kenner der Handzeichnung, Dr. Leporini, Kustos an der Wiener Albertina, über die Stilentwicklung der Handzeichnung (mit Lichtbildern). Auch zu diesem Vortrag ist für Mitglieder der veranstaltenden Vereine und für die Angehörigen der Kunstakademie der Eintritt frei.“ Im Tätigkeitsbericht heißt es dazu: „Der Vortrag von Dr. Leporini hat hingewiesen auf die Schönheit dieses lange vergessenen Zweiges unserer deutschen Kunst und damit vorbereitet auf die bevorstehende Gründung eines Kupferstichkabinetts in Kassel.“445 Das Honorar betrug 120.- Mark und wurde von den veranstaltenden Einrichtungen anteilig finanziert446. 441 Aktenverzeichnis 2, S. 11-14 442 Vgl. www.deutsche-biographie.de, 15.12.2011 443 Aktenverzeichnis 2, S. 99-100: Für 1928/29 ließ sich kein Vortrag in den Akten finden. Dieser Vortrag fand am 26. Oktober 1930 statt. 444 Vgl. Ekkehard SCHMIDBERGER: Rudolf Hallo und das jüdische Museum Kassel. In: Juden in Kassel 1808- 1933. Eine Dokumentation anlässlich des 100. Geburtstages von Franz Rosenzweig. Ausstellung des Kulturamts der Stadt Kassel 23. November 1986-31. Januar 1987, Kassel 1986, S. 59-68 445 Aktenverzeichnis 2, S.13; 446 Aktenverzeichnis 2, S. 104: Die Sekretärin Emma HABERMEHL bestätigte den Erhalt von 120.- Mark. 96 Ab 1. April 1930 waren die Nutzungsrechte an der Torwache, Wilhelmshöher Platz 6, auf die Staatlichen Kunstsammlungen übergegangen.447 Dort wurden die Kunstbibliothek und das Kupferstichkabinett eingerichtet. Auch der folgende Vortrag wurde mit der Ausstellung „Frühchinesische Kunst“, die allerdings schon 1928 stattgefunden hatte und deren Leihgaben im Landesmuseum verblieben waren, in Verbindung gesehen: Dr. William Cohn448 über ostasiatische Malerei „Der Vortrag von Dr. Cohn fand statt als Vorbereitung zu der Ausstellung „Frühchinesische Kunst“ und hat den Anlass gegeben zu einer erweiterten Vortragsreihe, die die Kurhessische Gesellschaft in diesem Jahre durch ihn veranstalten ließ.“449 Prof. Dr. William COHN (1880 Berlin – 1961 Oxford), „ein deutscher Kunsthistoriker für fernöstliche Kunst, erfuhr im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts aus Fachkreisen hohe Anerkennung für seine vielfältigen Beiträge. Er war auch in einer weiteren Öffentlichkeit präsent. In England, seiner zweiten Heimat nach 1938, wird sein Andenken durch die jährlich stattfindende William Cohn Memorial Lecture im Ashmolean Museum Oxford weiter gepflegt.“ Er studierte in Berlin und Paris Kunstgeschichte und Archäologie und wurde 1904 in Erlangen zum Dr. phil. promoviert. Seit 1907 publizierte er über japanische und chinesische Kunstthemen. Von 1923-1933 war er Wissenschaftlicher Hilfsarbeiter der Berliner Museen, 1938 emigrierte er nach England, 1946 erhielt er von der Universität Oxford das Recht, Vorlesungen über ostasiatische Kunst zu halten. 1946 eröffnete er mit einer bisher vernachlässigten Sammlung indischer Kunstobjekte das „Oxford Museum of Eastern Art“. Die Universität verlieh ihm 1960 den Ehrendoktor für Literaturwissenschaften. Für 1930 berichtete PISSIN über folgende Vorträge: Dr. Möbius über Anfänge antiker Plastik (8. Januar 1930)450 Professor Dr. Hofmeister451 über Ausgrabungen der Altenburg bei Niedenstein (24. Februar 1930)452 Dr. Steinbart über Jan van Scorel und das restaurierte Familienbild unserer Gemäldegalerie (6. März 1930)453 Dr. Hallo über das Kasseler Barock454 (20. März 1930)455 Prof. Dr. Hermann Louis Karl HOFMEISTER (17.5.1878 Hannover – 26.7.1936 Braunschweig) studierte in Marburg Philologie, promovierte 1904, war vor und nach dem 1. Weltkrieg als Lehrer tätig, zuletzt in Lübeck. Nach Auseinandersetzungen wegen seiner rassistischen, antisemitischen Äußerungen schied er 1923 aus dem Schuldienst aus; zurück in seiner Heimatstadt Hannover, stellte er vor- und frühgeschichtliche Studien an. Nach den Ausgrabungen der Altenburg machte er Ausgrabungen der Kaaksburg im Kreis Steinburg. Auf Betreiben 447 Brief LUTHMERs an den Museumsverband für Kurhessen und Waldeck vom 16.09.1930, Aktenverzeichnis 2, S. 62 448 Vgl. www.w-ch-klose.de/html/william_cohn.html vom 15.12.2011 449 ebd.; Prof. Dr. William COHN hielt 1930 auch in der KGKW am 04.,05.,12.,18. und 19.02. eine Vorlesung „Einführung in die Kunst Chinas und Japans“; vgl. GERCKE, wie Anm. 186, S. 15 450 Am 8. Januar erschien die Ankündigung in allen Kasseler Tageszeitungen: „Heute Mittwoch, den 8. Januar, abends 8 ¼ Uhr spricht im Hörsaal des Hessischen Landesmuseums, Wilhelmshöher Platz 5, Kustos Dr. Hans Möbius über: Die älteste statuarische Plastik der Griechen und der Orient. Für Mitglieder ist der Eintritt frei, Nichtmitglieder zahlen 50 Pfg.“ Aktenverzeichnis 1, S. 347; zur Biographie von Prof. Dr. Hans MÖBIUS vgl. S. 65 451 Vgl. Wikipedia, 15.12.2011 452 Am 23. Februar 1930 wurde eine ausführliche Ankündigung des Vortrags am 24. Februar an alle Kasseler Tageszeitungen gegeben: „Ausgrabungen der chattischen Volksveste bei Niedenstein“; HOFMEISTER habe die Ausgrabungen fast seit Beginn geführt. „Der von zahlreichen Lichtbildern illustrierte Vortrag wird zweifellos weites Interesse auch über die Kreise des veranstaltenden Museumsvereins hinaus erregen.“ Aktenverzeichnis 1, S. 382-383; HOFMEISTER war zu diesem Zeitpunkt nicht Professor! 453 Am 4. März 1930 wurde eine Ankündigung über den Vortrag am 6. März 1930 an alle Kasseler Tageszeitungen gegeben: Aktenverzeichnis 1, S. 384; STEINBART war 1931 in Gießen habilitiert worden; Mitteilung vom 5. August 1931, Aktenverzeichnis 2, S. 255 454 vgl. Aktenverzeichnis 2, S. 13 455 Am 17. März wurde eine Ankündigung des Vortrags von Dr. Rudolf HALLO „Kassels Anteil am Deutschen Barock“ am 20. März an alle Tageszeitungen gegeben: Aktenverzeichnis 1, S. 393 97 seines NSDAP-Parteifreunds Dietrich KLAGGES, der 1931 Braunschweigischer Minister des Inneren und für Volksbildung wurde, erhielt Hofmeister einen Lehrauftrag für Vor- und Frühgeschichte sowie „Germanenkunde“ an der Technischen Hochschule in Braunschweig; 1935 öffnete er im Beisein von NS-Größen wie Alfred ROSENBERG und Heinrich HIMMLER die Grablege Heinrichs des Löwen im Braunschweiger Dom, was man propagandistisch verwerten wollte. HOFMEISTERs Fehlinterpretation der Funde, dass Heinrich der Löwe ein Krüppel gewesen sei, ließ das Interesse erlahmen. Dr. Kurt STEINBART (19.9.1890 Groß Lichterfelde bei Berlin – 6.5.1981 Rom) studierte Kunstgeschichte und promovierte 1920 in Greifswald über Jacob Cornelisz van Amsterdam. Er war von 1920-1922 Kommandeur eines Freikorps-Verbands, gehörte dem Stahlhelm an. Er war Mitglied der NSDAP und der SA. Nach seiner Habilitation in Gießen 1931 wirkte er als Privatdozent in Marburg und erhielt ab 1934/35 einen Lehrauftrag für niederländische Kunstgeschichte. 1936 wurde er außerordentlicher, 1939 ordentlicher Professor für Kunstge- schichte in Marburg. Nach seiner Soldatenzeit im 2. Weltkrieg lebte er ab 1945 in Rom als Privatgelehrter. Am 5. Mai endete die Vortragsserie des Museumsvereins mit dem Vortrag von Dr. Karl PAETOW über die Baugeschichte von Wilhelmshöhe456. Dr. Karl PAETOW (19.3.1903 Fürstenwalde - 23.10.1992 Bad Oeynhausen) studierte Germanistik, Kunstgeschichte und Volkskunde in Göttingen, Frankfurt, Köln, Bonn und Berlin, promovierte zum Dr. phil in Leipzig über „Klassizismus und Romantik auf der Wilhelmshöhe“. 1928-1930 war er Wissenschaftlicher Hilfsarbeiter bei den Staatlichen Kunstsammlungen Kassel, Landesmuseum. 1930 wurde er Museumsleiter in Stolp (Pommern), von 1935-1945 arbeitete er als wissenschaftlicher Angestellter der Stadt Kassel. Er gründete 1953 die Schriftstellervereinigung „Die Kogge“ neu, erhielt 1967 deren Sonderpreis und 1981 das Bundesverdienstkreuz. Er war Leiter des Tabak- und Kreismuseums in Bünde und Stifter des Deutschen Märchen- und Wesersagenmuseums in Bad Oeynhausen. Im Tätigkeitsbericht PISSINs wurde über Führungen für die Mitglieder nicht im Einzelnen berichtet: „In Führungen konnten wir viele einzelne Gruppen unserer Mitglieder durch unsere Ausstellungen, auch die nicht vom Museumsverein veranstalteten, und durch die Sammlungen führen. Es darf hervorgehoben werden, dass es gerade gewerkschaftliche Kreise waren, die hier ein lebhaftes Interesse zeigten.“ 457 Für die Sommermonate 1930 wurden aber systematische Führungen durch die hiesigen Sammlungen und Schlösser angekündigt, „für die Einzeichnungslisten an der Kasse der Galerien und des Landesmuseums aufliegen“. Die Führungen für das Winterhalbjahr 1930/31 fanden sich nicht in den Akten des Museumsvereins, sondern in den Akten des Oberpräsidiums der Provinz Hessen-Nassau458. Der Grund liegt sicherlich darin, dass sie nicht als Veranstaltungen des Museumsvereins deklariert wurden, sondern unter der Überschrift „Führungen durch die Kasseler Kunstsammlungen Winter 1930/31“ veröffentlicht wurden. Da sich das Programm nicht wesentlich von den später unter „Veranstaltungen des Kasseler Museumsvereins“ vorgestellten Programmen unterschied, habe ich es der Übersicht über Vorträge und Veranstaltungen (siehe Anhang) hinzugefügt und in die Auswertung der Themen etc. mit einbezogen. Neben den bekannten Mitarbeitern von LUTHMER, MÖBIUS, HALLO tauchen auf: Dr. Ernst DIPPEL, der das astronomisch-physikalische Kabinett vorstellte, Dr. KRAMM – damals noch nicht promoviert –, Dr. VON LEPEL und Fräulein Dr. Hildamarie (?) SCHWINDRAZHEIM, die die Volkskunde vertrat. 456 Die Ankündigung wurde am 2. Mai 1930 an alle Kasseler Tageszeitungen gegeben, am 3. Mai mit der Bitte, die Kunstreferenten zu entsenden, wiederholt: Aktenverzeichnis 2, S. 28 und S. 29; zur Biographie PAETOWs vgl. Wikipedia, 15.12.2011 457 Aktenverzeichnis 2, S. 12 458 Staatsarchiv Marburg, Bestand 150, Nr. 1780, Bl. 271 98 Dr. Hellmut KRAMM (19.02.1910 Kassel – 07.03.1944 Narva) war seit 1933 Mitarbeiter der Kurhessischen Landeszeitung; nach seiner Promotion in Marburg zum Dr. phil. war er ab 1.8.1935 wissenschaftlicher Mitarbeiter der Staatlichen Kunstsammlungen Kassel. Er war mindestens seit 1933 Mitglied der SA und SS, seit 1.5.1937 Mitglied der NSDAP. 1938 wurde er vom Landeshauptmann Wilhelm Traupel zum Schriftführer des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde eingesetzt und war vom 27.08.1938 bis 07.03.1944 Vorsitzender des VHG459. Freiherr Dr. Burkhard VON LEPEL (11.11.1901 Hofgeismar – 31.12.1945, für tot erklärt) war von 1929-1933 Wissenschaftlicher Hilfsarbeiter an den Staatlichen Kunstsammlungen Kassel, leitete vom 5.9.1933-30.6.1935 das Kaiser-Wilhelm-Museum in Krefeld, wo er nach Ablauf seiner Probezeit entlassen wurde460, und wurde 1936 Kustos erneut in Kassel. 1939 wurde er zum Wehrdienst einberufen und 1945 an der Ostfront vermisst. VON LEPEL war später nach Auskunft des Bundesarchivs Berlin Mitglied der NSDAP. 459 vgl. SCHMIDT wie Anm. 216, S. 162, und KAHLFUß, Bd. 4, wie Anm. 35, S. 126 f. 460 Archiv MHK B3, Bd. 5, Nr. 140-146: Dort beschreibt VON LEPEL ausführlich seine Zeit in Krefeld und die Vorgänge, die zu seiner Entlassung führten. 99 3.5.4 Die Kulturelle Arbeitgemeinschaft Schließlich wurde im Tätigkeitsbericht PISSINs 1930 erwähnt, dass die Gründung einer engeren Arbeitsgemeinschaft kultureller Verbände Kassels beabsichtigt sei. Am 17. November 1930 teilte LUTHMER in einem Brief an JACOB die Termine und Themen der Vorträge des Museumsvereins für 1930/31 mit: 30.11.30: Studienrat Heinrich Schäfer-Simmern, Frankfurt/M: Neue Kunsterziehung 100 06.02.31: Prof. Soeder, Staatl. Kunstakademie Kassel: Die Italienreise des modernen Menschen461 18.03.31: Dr. Julius Cahn, Frankfurt/M: Hessische Münzkunde des Mittelalters462 Prof. Hans SOEDER (1891-1962) war von 1923 bis zur Schließung 1932 geschäftsführender Direktor der Kasseler Kunstakademie. Er war Architekt, baute u. a. die Riedwiesensiedlung in Kassel-Kirchditmold. Später lehrte er an der Kunstakademie Düsseldorf, der Werkkunstschule in Wiesbaden und der Technischen Hochschule Darmstadt. Im Gebiet der documenta urbana in Kassel wurde eine Straße nach ihm benannt. Am 27. August 1931 teilte Dr. Hans MÖBIUS, Kustos im Hessischen Landesmuseum, in einem Brief an Dr. Ernst ZEH, Heppenheim, der sich als Spezialist für einen Vortrag über das kürzlich gefundene Oseberger Totenschiff angeboten hatte, mit: „Die Sitzung der Kulturellen Arbeitsgemeinschaft hat jetzt stattgefunden und Ihr Osebergvortrag ist fest in das Programm aufgenommen; auch mit dem Honorar ist der Museumsverein einverstanden.“463 Diese kulturelle Arbeitsgemeinschaft – dazu gehörten 1931 der Verein für hessische Geschichte und Landeskunde, der Verein für Heimatschutz, der Handels- und Gewerbeverein und der Kasseler Museumsverein - plante gemeinsam Vorträge, um sich die Kosten teilen zu können. Im Winter 1932/33 beteiligten sich zusätzlich der Verein für Frauenkultur und der Verein der Architekten und Ingenieure an der Arbeitsgemeinschaft464. Diese Planung diente auch dazu, Vortragsangebote abzulehnen; in einem Brief LUTHMERs an Dr. Heinrich LEPORINI vom 22. Januar 1931 hieß es: „Leider ist es jetzt nicht mehr möglich, einen entsprechenden Abend zu arrangieren. Die in Betracht kommenden Vereine haben im vorigen Jahr eine kulturelle Arbeitsgemeinschaft gegründet, in der die angeschlossenen Vereine nur mit einem rationierten Programm auftreten dürfen. Das Gesamtprogramm ist schon im Sommer aufgestellt worden und kann nicht mehr ergänzt werden. Vielleicht ergibt sich im nächsten Winter Gelegenheit.“ Außerdem wurde für den 8. März 1931 ein Vortrag von Hellmut KRAMM eingeschoben, dessen Thema nicht genannt wurde; Kramm war damals noch Student der Kunstgeschichte.465 Im Winter 1931/32 wurden folgende Führungen angekündigt466: Drei Führungen durch Prof. LUTHMER sowie vier Sonderführungen über „Die Tischbeins“ durch Dr. HALLO, Dr. MÖBIUS467 und Dr. VON LEPEL in der Staatlichen Gemäldegalerie Schöne Aussicht, eine Führung von Dr. VON LEPEL in der Städtischen Gemäldegalerie im Stadtschloss, drei Führungen durch Dr. HALLO bzw. Dr. KRAMM im Kupferstichkabinett im Torhaus Wilhelmshöher Allee, fünf Führungen zur Geschichte des Kunstgewerbes durch Dr. MÖBIUS, Dr. VON LEPEL und Dr. GOTTHILF468, eine Führung durch Prof. LUTHMER im Tapetenmuseum, insgesamt also 17 Führungen. Dazu kamen vier Vorträge: Dr. HALLO über das Kupferstichkabinett, Direktor SCHULZ über die Lichtbildhauptstelle, Dr. VON MASSOW über den Pergamon-Altar und Dr. ZEH über das Oseberg-Schiff. 461 vgl. Wikipedia, 16.12.2011 462 Aktenverzeichnis 2, S. 120; Dr. Julius CAHN (1871-1935) leitete die Frankfurter Münzhandlung Adolph E. Cahn und war ausgewiesener Experte für Münzkunde. 463 Aktenverzeichnis 2, S. 261; das Honorar betrug 150.- Mark; ebd. S. 192; Dr. Ernst ZEH, *1880 in Rehau; er war 1931 in Gießen habilitiert worden; Mitteilung vom 5. August 1931, Aktenverzeichnis 2, S. 255; zu seinem 70. Geburtstag erschien eine Gedenkschrift; vgl. http://books.hoogle.de vom 15.12.2011 464 Abrechnung vom 11. Mai 1933, Aktenverzeichnis 3, ohne Seite 465 Aktenverzeichnis 2, S. 155 466 Aktenverzeichnis 2, S. 255-256 467 zur Biographie siehe S. 65 468 zur Biographie siehe S. 89, Anm. 426 101 102 Die Veranstaltungen wurden bis auf die von Dr. Willy GOTTHILF (Kassel), Dir. Hermann SCHULZ (Kassel), Dr. Wilhelm VON MASSOW (Berlin) und Dr. Ernst ZEH (Heppenheim) von den wissenschaftlichen Mitarbeitern des Landesmuseums durchgeführt. Der - erst 1935 promovierte [!] - Dr. Hellmut KRAMM gehörte zu denen allerdings erst ab 1935. Der Kasseler Museumsverein bezahlte die anfallenden Honorare für die auswärtigen Kräfte, Miete für den Hörsaal und die Kosten für die Bedienung der Lichtbildapparate sowie die Kosten der Aufsichten im Landesmuseum bzw. den anderen Standorten. So erhielt z. B. Dr. Julius CAHN für den Vortrag über die hessische Münzgeschichte 150.- Mark469, Dr. Wilhelm VON MASSOW erhielt 75.- Mark470. Die Kosten z. B. für den Vortrag über das Oseberg-Schiff wurden auf die an der kulturellen Arbeitsgemeinschaft beteiligten Vereine umgelegt. Dies belegen eine Rechnung des Landesmuseums vom 26.01.1932471 und ein Brief LUTHMERs an den Geschäftsführer JACOB vom 12.02.1932472: „Für Bedienung des Lichtbildapparats gelegentlich des Vortrages von Herrn Dr. Zeh, Darmstadt, über das Osebergschiff am 21. d.Mts.. für Aufsichtsdienst, Beleuchtung, Heizung, Reinigung erlauben wir die baren Auslagen mit 15.- Mk. zu berechnen. /Zu verteilen auf: Hess. Gesch.Ver., Ver. F. Heimatschutz, Handels u. Gew.Ver., Mus.Verein / Teilbetrag 3.75 RM/“ Außerdem habe das Museum zunächst die Kosten für den Vortrag von Dr. ZEH über das Osebergschiff am 21.1.1932 übernommen. „Nach den in der Kulturellen Arbeitsgemeinschaft getroffenen Vereinbarungen verteilen sich diese Kosten zu gleichen Teilen unter die nachgenannten Vereinigungen: Geschichtsverein, Verein für Heimatschutz, Handels- und Gewerbeverein und Museumsverein.“ JACOB möge die Vereine um Wiedererstattung des Betrags bitten. Für den Sommer 1932 wurde ein eigenes Programm des Kasseler Museumsvereins geplant. 469 ebd., S. 192 470 Brief LUTHMERs an VON MASSOW am 17.01.1933 mit der Bitte um eine Quittung für die erhaltenen 75.- Mark; Aktenverzeichnis 3, S. 27 471 ebd., ohne Seite 472 Aktenverzeichnis 2, S. 320 103 LUTHMER bat JACOB am 17. Februar 1932, den folgenden Text für ein Rundschreiben an die Mitglieder des Museumsvereins und ggf. für eine Pressenotiz zu verwenden: „Das Programm des kommenden Sommerhalbjahres soll außer einer Reihe von Außenführungen durch Schlösser und Kirchen sowie von Ausflügen auch praktische Vorführungen künstlerischer und kunstgewerblicher Techniken und alten Handwerksgerätes in hiesigen Museen und Werkstätten umfassen.“ […] „Erstmalig wird am 28.2. vormittags 10°° Uhr Frl. Marie Edith v. Villiez über althessische Leinenweberei sprechen und dabei den neu aufgestellten und bespannten Schwälmer Webstuhl im Betrieb vorführen. Im April wird der Posamentiermeister F. Oberlinger die wesentlichen Techniken seines kunstreichen Handwerks zeigen, dann die seit kurzem neu aufgestellte Drechselmaschine des Landgrafen Wilhelm IX. praktisch erläutert werden. […] Leider ist es nicht möglich, zu diesen Vorführungen freien Eintritt zu gewähren. Ein kleiner Unkostenbeitrag wird aber sicherlich gern beigesteuert werden.“473 In Bericht des Museumsverbands für das Geschäftsjahr vom 1. Juli 1932 bis 30. Juni 1933 berichtete LUTHMER auch „Aus dem Geschäftsbericht des Kasseler Museumsvereins E.V. für 1932/33“474: „Im Sommer 1932 wurden auch drei Ausflüge mit günstigstem Erfolge unter sehr starker Beteiligung ausgeführt, nach Schloß Wilhelmsthal, nach Schloß und Park Riede, wobei auch die Kirche von Balhorn mit ihrem interessanten Abendmahlsgerät besichtigt wurde, und nach der Sababurg, Krukenburg, Karlshafen, Burg Gieselwerder und Kloster Bursfelde. Alle Ausflüge wurden durch wissenschaftliche Einführung in die besuchten Stätten lebendig gestaltet.“ Der Ausflug nach Wilhelmsthal fand am 7. Mai 1932 statt. In den Akten findet sich ein ausführlicher Bericht unter dem Titel „Im Banne des Rokoko. Mit dem Kasseler Museumsverein in Wilhelmsthal“475: Mehr als 80 Mitglieder und Freunde fuhren in zwei Autobussen vom Friedrichsplatz nach Wilhelmsthal, wo Bruno Jacob „einen gedrängten Überblick über die Geschichte des Schlosses“ gab. An dem sonst in einer Mansarde verwahrten Modell von Park und Schloss zeigte Dr. Rudolf Hallo die barocke Anlage des Gartens, danach folgte ein Rundgang durch die Räume des Schlosses, denen nach dem Siebenjährigen Krieg Simon Louis du Ry, Johann August Nahl und Johann Heinrich Tischbein ihre Prägung gaben. Im Gartensalon seien die von aufständischen Bauern 1848 beschädigten Figuren der Grotte zusammengestellt gewesen. Der Schlossverwalter Lotz ließ dann die Wasser der Grotte springen. Im Saal des Wirtschaftsgebäudes gab es eine Kaffeetafel, bei der noch Hinweise auf die weitere Arbeit des Vereins gegeben wurden, so auf den geplanten Ausflug zu Schloss und Park Riede und die Tagesfahrt zu den Museen in Rotenburg und Bad Hersfeld. Über die anderen Ausflüge wurde nicht berichtet, die Fahrt nach Rotenburg und Bad Hersfeld fand wohl nicht statt. Außerdem wurde dem Museumsverband berichtet, dass „die Beteiligung unserer Mitglieder an den vier Vorträgen, die die kulturelle Arbeitsgemeinschaft für das Gebiet der Burgenkunde veranstaltet hatte, sehr rege war.“ Den Mitgliedern sei die zweite Auflage der Geschichte des Kupferstichkabinetts als Einführung in diese Sammlung zur Verfügung gestellt worden. „Trotz der Schwere der Zeit war darum auch die Mitgliederbewegung nicht ungünstig zu nennen, wie sich überhaupt eine günstige Aufnahme unserer Arbeit beim Publikum feststellen lässt.“476 Hier schönte LUTHMER den Verlust von über 50, also etwa einem Fünftel der Mitglieder zwischen 1931 und 1933, beträchtlich! Dies tat er auch in einem Brief vom 29. Januar 1931 an Dr. Albrecht KIPPENBERGER, den Kustos des Marburger Museums und Schriftführer des Museumsvereins Marburg, der wegen der gesunkenen Mitgliederzahlen eine Beitragssenkung von 6.- auf 5.- Mark vorschlug und um Einverständnis bat: 473 Aktenverzeichnis 2, S. 321 474 Ordner 1 des Museumsverbands, ohne Seitenzählung; dieser Geschäftsbericht ist in den Akten über den Museumsverein nicht vorhanden. 475 vgl. Aktenverzeichnis 2, S. 335-336 476 Ordner 1 des Museumsverbands, ohne Seitenzählung 104 „[…] In Kassel sind wir bei den 6.- Mk. geblieben, weil die Abwärtsbewegung des Mitgliederbestandes vorläufig nur geringfügig ist. […]“477 Auch von 1930 bis 1931 war der Mitgliederbestand von 200 auf 166, also um 34 gesunken! Für den Winter 1932/33 sind den Akten des Museumsvereins vier geplante Sonderführungen zu entnehmen: - zu der Ausstellung „Hessen-Schweden“ von Dr. Hans VOGEL zum 300jährigen Todestag Gustav Adolfs am 6. November 1932; - zu der Ausstellung „Hessische Kunst“ mit Großaufnahmen des Marburger Kunsthistorischen Seminars von Dr. VOIGT am 13. November; - zu „Zeitgenössische Medaillen“ von Dr. MÖBIUS am 27. November. Dr. rer. pol. und Dr. phil. Hans VOGEL (28. Juli 1897 Stettin – 14.8.1973 Braunlage) war Dozent für Kunstgeschichte an der Kunstakademie in Kassel; wegen der Auflösung der Akademie 1932 trat er aus dem Kasseler Museumsverein aus. 1932-1934 war er Wissenschaftlicher Hilfsarbeiter bei den Staatlichen Kunstsammlungen Kassel für die Gemäldegalerie und das Hessische Landesmuseum. Er wurde nach dem 2. Weltkrieg Direktor der Staatlichen Kunstsammlungen Kassel. Weiter waren im Entwurf geplant478: Ein Vortrag von Dr. Hans VOGEL über „Exotische Elemente in der europäischen Baukunst“ und ein Vortrag von Dr. DECKERT zu „Kunstwissenschaftlichen Prinzipienfragen“, der jedoch schon im Entwurf durchgestrichen war. 14 Führungen sollten stattfinden: Vier in der Gemäldegalerie, noch ohne Thema, davon drei durch Kurt LUTHMER und eine durch Burkhard VON LEPEL; drei im Kupferstichkabinett, zweimal von Rudolf HALLO über „Neuerwerbungen“ und „Wilhelmshöher Porträtbände“, einmal durch Burkhard VON LEPEL über Graphik der Romantik; vier im Landesmuseum, davon zweimal von Hans MÖBIUS über „Antikes Glas“ und „Mittelalterliches Glas und Kristallschnitt“, zweimal von Hans VOGEL über „Deutsches Glas der Renaissance“ und „Barock- und Rokoko-Gläser“; in der Städtischen Galerie sollte MÖBIUS zur „Malerei der Romantik“ führen; zweimal im Naturkundemuseum, einmal Rudolf HALLO „Zur Geschichte des Museums“ und SCHULZ noch ohne Titel. Inwieweit diese Planung umgesetzt wurde, geht aus den Unterlagen nicht hervor. Wegen des plötzlichen Todes von Dr. Rudolf HALLO am 26. Januar 1933 wurde seine für den 12. Februar geplante Führung zur Ausstellung „Altes Spielzeug“ abgesagt. LUTHMER bat am 7. Februar 1933 den Bezirkskonservator Dr. BLEIBAUM in seiner Zeitung unter der Rubrik „Museumsverein“ um folgenden würdigenden Nachruf: „Kasseler Museumsverein Durch das Ableben Dr. Rudolf Hallos, der am 26. Januar im Alter von 36 Jahren plötzlich dahingerafft wurde, hat der Kasseler Museumsverein einen schweren Verlust erlitten. War der Verstorbene doch der zuverlässigste Helfer bei den vom Verein veranstalteten Führungen und Vorträgen, ein gründlicher Kenner heimatlicher Geschichten und Kultur, ein feinsinniger Interpret ihrer Denkmäler in Kunstsammlungen und Schlössern. Auch in diesem Kreise seines selbstlosen Wirkens wird er nicht vergessen werden. Die Ausstellung des vergangenen Sommers „Unbekannte Tischbeins“ hat für die Erforschung der hessischen Malerfamilie wichtige Ergebnisse gebracht, die in einem illustrierten Katalog festgehalten werden sollen. Die Vorbereitung dieses Kataloges ist nunmehr so weit gefördert, dass mit seiner Ausgabe demnächst gerechnet werden kann.“479 477 Aktenverzeichnis 2, S. 311 478 Aktenverzeichnis 2, S. 348, datiert am 12.09.1932 479 Aktenverzeichnis 3, S. 30-32 105 Eine weitere Führung „Das hessische Münzkabinett“ von MÖBIUS scheint Ende Januar 1933 stattgefunden zu haben. An der Finanzierung der gemeinsamen Veranstaltungen der Kulturellen Arbeitsgemeinschaft im Winter 1932/33 beteiligten sich der Verein für Heimatschutz, der Verein für Hessische Geschichte und Landeskunde, der Handels- und Gewerbeverein, der Verband Deutsche Frauenkultur sowie der Architekten- und Ingenieurverein. Eine Abrechnung vom 11. Mai 1933480 wies für den Geschichtsverein einen Vortrag von Dr. Wilhelm HOPF und August WORINGER, für den Verein für Heimatschutz von Dr. TEXTOR und von Dir. SCHULZ als Gesamtkosten 164,76 RM aus, die aufgeteilt wurden. 3.5.5 Führungen und Vorträge in der Regie des Museumsvereins 1934-1940 Mit dem Beginn des „Dritten Reichs“ löste sich wohl die Kulturelle Arbeitsgemeinschaft auf. Für den Winter 1933/34 konnten aus den Akten keine Veranstaltungen entnommen werden. Dafür fand am 24. Juni 1934 ein Ausflug nach Arolsen statt, an dem 12 Personen teilnahmen481. Am 14. August 1934 lud der Regierungspräsident Kassel zu einer Besprechung ein: „Die Klärung des Vortragswesens in der Stadt Kassel zu fördern, insbesondere zu einem reibungslosen Programm für den nächsten Winter zu kommen, lade ich Sie zu einer Besprechung im Sitzungssaale des Regierungs-Gebäudes auf Montag, den 20. August, 16 Uhr, ergebenst ein. gez. Von Monbart“ Diese Besprechung führte wohl zu einer Vereinbarung, dass die NS-Kulturgemeinde für den ganzen Regierungsbezirk Vorträge als Angebot zusammenstellte, die dann auf Anforderung der örtlichen Kulturgemeinden zu noch näher zu bestimmenden Terminen gehalten werden sollten. Für Unkosten sollte es eine kleine Vergütung geben. Aus einem Schreiben LUTHMERs an Dr. KIPPENBERGER in Marburg vom 16.10.1934 wird LUTHMERs Skepsis deutlich: „Ich glaube ja kaum, dass das Programm in dem von der Kulturgemeinde verlangten Umfang überhaupt zur Duchführung kommt. […] Mit deutschem Gruß /gez. Luthmer/“482 Ungeachtet der NS-Kulturgemeinde gab der Kasseler Museumsverein am 6. September 1934 ein Programm für den Winter 1934/35 zum Druck an die Buchdruckerei SCHEEL: 160 Stück kosteten 24,80 RM483. LUTHMER scheint hier recht eigenmächtig gehandelt zu haben, denn am 11.10.1934 schreibt er an den Stadtlandmesser G. RÖSLER, dass er ihn wegen seines Vortrags „Die optische und feinmechanische Industrie Alt-Kassels“ am 25. November nicht mehr gefragt habe. Das Programm484 selbst sah drei Kurzvorträge mit Lichtbildern zum Thema Hessische Kulturgeschichte in zeitgenössischen Bildberichten vor, jeweils sonntags von 17-18 Uhr im Hörsaal des Hessischen Landesmuseums, sieben Kurzvorträge mit anschließender Besprechung am Objekt zum Thema Die Entwicklung altheimischer Industrien, jeweils sonntags um 10 Uhr im Antikensaal des Hessischen Landesmuseums, und fünf Führungen, jeweils sonntags 10 Uhr, davon zwei in der Gemäldegalerie, eine im neuen Landgrafen- museum, das LUTHMER im ehemaligen Galeriepalais Wilhelms VIII. (zwischen Frankfurter Straße, Fünffensterstraße und Schöner Aussicht gelegen) eingerichtet hatte, eine im Henschel- Museum im Stadtschloss und eine im Landesmuseum in der Gips-Abgusssammlung. Die Veranstaltungen wurden mehrheitlich von den wissenschaftlichen Mitarbeitern der Staatlichen Kunstsammlungen durchgeführt; neu waren die Führungen von Prof. Dr. Ludwig 480 Aktenverzeichnis 3, ohne Seite 481 Aktenverzeichnis 3, ohne Seite 482 Aktenverzeichnis 3, S. 173 483 Aktenverzeichnis 3, ohne Seite 484 Aktenverzeichnis 3, Oktober 1934, ohne Seite 106 THORMÄHLEN485, einmal in der Gemäldegalerie und einmal im Stadtschloss zu Werner HENSCHEL als Bildhauer: THORMÄHLEN war neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit selbst aktiver Bildhauer. Prof. Dr. Ludwig THORMÄHLEN ( 24.5.1889 Hanau – 3.5.1956 Bad Ems) studierte Kunstwissenschaft in Berlin, München, Freiburg und Bonn. 1909 stieß er zum Kreis um Stefan George und war fortan ein wichtiges Mitglied dieses Kreises. 1914-1925 wurde er wissenschaftlicher Hilfsarbeiter an der Berliner Nationalgalerie, unterbrochen durch seine Kriegsteilnahme 1915-1916, wobei er schwer verwundet wurde; 1925 wurde er dort Kustos und blieb bis 1933 Mitarbeiter von Ludwig JUSTI. Seit 1933 war er Kustos der Staatlichen Kunstsammlungen Kassel für die Gemäldegalerie und das Kupferstichkabinett. Aus Gesundheitsgründen wurde er zum 1. Juli 1938 in den Ruhestand versetzt. THORMÄHLEN gehörte schon im George-Kreis zu den heftigsten Antisemiten und begrüßte die Machtübernahme der Nationalsozialisten. Er war laut Auskunft des Bundesarchivs Berlin Mitglied der NSDAP. SCHMIDT erwähnt ihn bei den Biographien der Mitarbeiter des Hessischen Landesmuseums nicht, obwohl THORMÄHLEN auch Leiter des Kupferstichkabinetts war. Außerdem gab es Führungen von dem erwähnten Landmesser RÖSLER und zwei von Bruno JACOB, der längere Zeit zum Leinengewerbe und über Mühlen geforscht hatte. Die Mitglieder des Kasseler Museumsvereins hatten freien Zutritt, sonstige Besucher mussten 60 Pfennig bezahlen. Am 4. März 1935 lud der Schulungsleiter der NSDAP, Gau Kurhessen, den Museumsverein zu einer Besprechung über den „Aufbau einer Volksbildungsstätte (Nationalsozialistische Volkshochschule)“ ein486. Ob etwas daraus folgte, ist aus den Akten nicht erkennbar. 485 vgl. Wikipedia, 15.12.2011 486 Aktenverzeichnis 4, S. 19 107 Für den Winter 1935/36 wurden erneut drei Vorträge des Kasseler Museumsvereins im Hörsaal des Landesmuseums zu sehr unterschiedlichen Themen angekündigt; neu war der Referent Paul Adolf KIRCHVOGEL487. Paul Adolf KIRCHVOGEL (04.03.1906 Heiligenstadt – ? 1988 lebte er in Schwalmstadt-Treysa) hatte neben einer praktischen Ausbildung technische Wissenschaften und theoretische Physik studiert, lebte seit 1931 in Kassel und wurde am 1.4.1935 Wissenschaftlicher Hilfsarbeiter der Staatlichen Kunstsammlungen am Landesmuseum, leitete das Astronomisch-Physikalische Kabinett, war gleichzeitig Bibliothekar an der Gewerbehalle, von 1939- 1945 Leiter des Landesamts für Kulturgeschichte der Technik; nach seinem Wehrdienst leitete er das APK wieder ab 1946. Außerdem gab es 12 Führungen in der Gemäldegalerie, dem Kupferstichkabinett, dem Landgrafenmuseum und dem Landesmuseum, wo besonders die neue Ehrenhalle mit der Bildnisgalerie hessischer Heerführer, die im ehemaligen Antikensaal mit dem 487 vgl. Ulrich SCHMIDT: Biographien der wissenschaftlichen Mitarbeiter am Hessischen Landesmuseum 1913- 1988, wie Anm. 216, S. 162 108 „Türkenzelt“ im Zentrum eingerichtet worden war, der „neuen Zeit“ entsprach. Teile der Antikenabteilung wurden in das Landgrafenmuseum verbracht. Ebenfalls als neue Kraft tauchte Dr. Werner RAHMELOW auf. Werner RAHMELOW (4.12.1909 in Düsseldorf - ???) promovierte am 11.07.1934 in Freiburg zum Dr. phil. und war seit 1934 als Volontär bei den Staatlichen Kunstsammlungen Kassel. Dort arbeitete er mit bei der Einrichtung des neuen Landgrafenmuseums. Am 18. Juni 1937 richtete LUTHMER ein Empfehlungsschreiben an den Oberbürgermeister der Stadt Mannheim, in dem er RAHMELOWs Bewerbung um die Kustodenstelle an der Städtischen Kunsthalle befürwortete. Er sei auf allen Gebieten der Sammlungen tätig gewesen; bei der Neueinrichtung des Landesmuseums habe er sich um die volkskundliche und handwerkliche Abteilung gekümmert. Auch habe er in der Kunstbibliothek und im Kupferstichkabinett Erfahrungen gesammelt. Schließlich habe er die Aufstellung des Heimatmuseums in Bad Sooden-Allendorf durchgeführt. RAHMELOW sei äußerst zuverlässig, treu und ehrenhaft.488 Wie aus einem Schreiben vom 25. Juni 1938 hervorgeht, erhielt RAHMELOW diese Stelle als Kustos489. Anfang Februar 1936 wurde den Mitgliedern des Museumsvereins per Postkarte mitgeteilt, dass wegen Umbauarbeiten einige der angesagten Führungen abgeändert bzw. verschoben werden müssten. Stattdessen sollten die Einführungsvorträge im Kupferstichkabinett fortgeführt und erweitert werden. So sollte Dr. iur. et phil. HETSCH490 am 26. Februar 1936 über den altdeutschen Bilddruck vor Dürer sprechen. Sonstige Änderungen würden in den Tageszeitungen bekannt gegeben. Dr. Dr. Rolf HETSCH war wissenschaftlicher Hilfsarbeiter an den Staatlichen Kunstsammlungen Kassel tätig491. In einem Empfehlungsschreiben vom 16. April 1937 für eine Stelle bei den Städtischen Museen in Dresden lobt LUTHMER seine umfassende Allgemeinbildung, seine außerordentliche Emsigkeit in allen Dingen und sein Geschick, mit dem er sich in den erwählten Beruf hineinfinde. Er sei Schüler bei Prof. Dr. PINDER und längere Zeit am Staatlichen Kunstgewerbe-Museum in Dresden tätig gewesen. In Kassel habe sich seine Arbeit auf die Gebiete der Kunstgeschichte in der Gemäldegalerie, der Volkskunde, des Kupferstichkabinetts sowie des Bibliothekswesens erstreckt; außerdem habe er Führungen in allen Sammlungen gemacht und wöchentliche Artikel in der Presse zu einzelnen Objekten verfasst. Der Museumsverband habe ihn mit der Aufzeichnung der Hausinschriften in Kurhessen beauftragt, wobei er zur Zeit den Kreis Hofgeismar in Arbeit habe492. HETSCH erhielt im August 1937 von der Reichskammer der Bildenden Künste den Auftrag zur Katalogisierung und Inventarisierung der beschlagnahmten Werke. Nach Verlagerung der Aktion von der Reichskammer ins Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda wechselte auch Rolf HETSCH ins Ministerium; er war 1939 im Reichspropagandaministerium der „einzige zünftige Kunsthistoriker“ (vgl. OPAC Kunsthistorisches Institut in Florenz, Max-Planck-Institut, 15.12.2011) und der „zur Abwicklung und Verwertung“ der als „Entartete Kunst“ beschlagnahmten Kunstwerke verantwortliche Referent. 1937 trat er, der der modernen Kunst gegenüber durchaus aufgeschlossen schien und 1932 über Paula MODERSOHN-BECKER publiziert hatte, mit Ernennung zum Oberregierungsrat der NSDAP bei. Am 7. März erhielten die Mitglieder die Mitteilung, dass zu einem Lichtbildervortrag von Helmut KRAMM über Deutsche Kunst des 19. Jahrhunderts in Hessen am 12. März im Hörsaal des Landesmuseums eingeladen werde. Einladende waren der Kunstverein zu Kassel, der Kasseler Museumsverein und der Verein für Hessische Geschichte und Landeskunde. 488 Archiv MHK B 3 Bd. 6 Nr. 28-29 489 Archiv MHK B 3 Bd. 6 Nr. 151 490 Vgl. L.I.S.A. Das Wissenschaftsportal der Gerda Henkel Stiftung, 04.05.2010. 491 Archiv MHK B3 Bd. 5 Nr. 210; am 19. Juni 1936 wird die Rückgabe der Steuerkarte erbeten, da HETSCH in den vergangenen drei Jahren keinerlei Einkommen bezogen habe. 492 Archiv MHK B3 Bd. 5 Nr. 284-285 109 So wurde auch in diesem Winter mit 17 Veranstaltungen ein beträchtliches Programm angeboten, das allerdings mit dem Angebot für den Winter 1936/37 noch „überboten“ wurde und - unübersehbar - etliche, das hessische Brauchtum betreffende Veranstaltungen enthielt: Fünf Führungen im Hessischen Landesmuseum, fünf Führungen im Landgrafenmuseum, fünf Führungen in der Gemäldegalerie und fünf Führungen im Kupferstichkabinett. Vorträge wurden allerdings nicht mehr angeboten. 110 Auch im Winterhalbjahr 1937/38 gab es einen umfangreichen Veranstaltungsplan mit 20 Führungen, wobei auf den landeskundlichen Schwerpunkt ausdrücklich verwiesen wurde. Über die für den 29. November 1937 angekündigte Führung von Prof. Dr. THORMÄHLEN wurde am 2. Dezember in einer Tageszeitung ausführlich berichtet493. 493 Aktenverzeichnis 5, ohne Seite, ohne Quellenangabe 111 112 Der Umfang des Programms494 konnte wohl nicht mehr aufrecht erhalten werden: Für den Winter 1938/39 waren nur noch zehn Veranstaltungen vorgesehen, darunter allerdings wieder drei Vorträge. 494 Aktenverzeichnis 5, ohne Seite 113 Als neuer Referent tauchte Dr. Rudolf HELM auf. Dr. phil. Rudolf HELM (22.8.1899 Gießen – 12.7.1985 Vohra) war von 1.8.1937-1.4.1939 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Hessischen Landesmuseum; 1941 bot er noch einen Vortrag über das Hessische Bauernhaus an. Er war laut Auskunft des Bundesarchivs Berlin Mitglied der NSDAP. Über seine Führung am 11. Januar 1939 in der neu geordneten Volkskunde-Abteilung wurde in den Kasseler Neuesten Nachrichten am 17. Januar 1939 berichtet495. Auch die Führung am 25. Januar 1939 von Prof. MÖBIUS über die Geschichte des hessischen Porzellans wurde in der Kurhessischen Landeszeitung gewürdigt496. 495 Aktenverzeichnis 5, ohne Seite 496 ebd. 114 Auch über die Führungen Dr. VON LEPELs am 4. Februar 1939 durch die Räume des 19. Jahrhunderts wurde am 7. Februar in der Kurhessischen Landeszeitung berichtet, ebenso über den Vortrag eines neuen Mitarbeiters, Dr. Eberhard PREIME, am 27. Februar über Rembrandt als Radierer. Dr. Eberhard PREIME (1.3.1912 Bad Hersfeld – 23.9.1941 östlich von Kiew) war ab 1.8.1938 bis Mai 1939, dem Beginn seines Wehrdienstes, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Staatlichen Kunstsammlungen Kassel und mit der Leitung des Kupferstichkabinetts beauftragt. Er war laut Auskunft des Bundesarchivs Berlin Mitglied der NSDAP. Es gelang also, eine hohe Publizität zu erreichen, die sich allerdings, wie wir gesehen haben, in den Mitgliederzahlen nicht widerspiegelte. Für das Frühjahr 1940 waren vier Veranstaltungen des Kasseler Museumsvereins, eine Führung und drei Vorträge497, geplant: 497 Aktenverzeichnis 5, ohne Seite 115 Wegen ihrer Nähe zum NS-Regime aufschlussreich ist eine Mitteilung am 10. März 1940 an die Mitglieder des Museumsvereins durch einen Aushang: „Wegen der heute, Sonntag, den 10. März, um 12 Uhr stattfindenden Übertragung der Führer-Rede fällt der vorgesehene Vortrag von Kustos Dr. Rudolf Helm über: „Hessische Trachten vor 100 Jahren“ aus. Der neue Termin des Vortrages wird durch die Presse bekannt gegeben.“ /Stempel Der Direktor der Staatlichen Kunstsammlungen in Kassel498 1940/41 wurden im Hessischen Landesmuseum, dem Deutschen Tapetenmuseum, dem Naturkundemuseum und der Städtischen Galerie noch öffentliche Veranstaltungen durchgeführt, „während infolge des Krieges leider die Bestände des Landgrafenmuseums und der Staatlichen Gemäldegalerie […] magaziniert sind“, wie Bruno JACOB der Staatsbauschule in der Kölnischen Straße 22 am 9. Dezember 1940 mitteilte499. So gab es am 19. Januar einen Vortrag von Dr. HELM über das Hessische Bauernhaus500. Im Februar 1941 wurde den Mitgliedern des Museumsvereins mitgeteilt, dass die für den 2. und 30. März vorgesehenen Lichtbildervorträge durch die Einberufung von Prof. Dr. LUTHMER501 zum Heeresdienst nicht stattfinden konnten; dafür habe der Direktor des Deutschen Tapetenmuseums Heinrich APELL am 16. und 30. März zwei Führungen zugesagt, von denen die eine einen Gesamtüberblick über das Tapetenmuseum gebe, die andere Restaurierung, Hand- und Maschinendruck, Entwürfe und Neudrucke von Tapeten thematisiere sowie noch nicht ausgestellte Neuzugänge präsentiere. Diese Führungen würden den im Dezember 1940 gehaltenen Lichtbildervortrag ergänzen. Der letzte, in den Akten festgehaltene Vortrag, der am 13. Februar 1943 um 16.30 Uhr im Hörsaal des Hessischen Landesmuseums stattfand, wurde vom Verein für Hessische 498 Aktenverzeichnis 5, ohne Seite 499 ebd. 500 Schreiben des Museumsvereinsam 22. Januar 1941 an N.S.G. „Kraft durch Freude“ mit der Bitte, 2.- Mark für vier Karten für diesen Vortrag einzuzahlen. 501 LUTHMER war schon 1940 einberufen worden. 116 Geschichte und Landeskunde veranstaltet und von Dr. Rudolf HELM gehalten: Bauzeichnungen des Landgrafen Moritz von Hessen. Am 23. März 1943 schrieb Bruno JACOB an die Mitglieder: „Infolge der Kriegsverhältnisse war es uns leider im abgelaufenen Winter nicht möglich, eine Folge von Führungen oder Vorträgen durchzuführen. Trotzdem hoffen wir, dass unsere Mitglieder uns die Treue bewahren. Wir gestatten uns daher, beigehend die Mitgliedskarte für das Jahr 1943 zu überreichen und bitten um frdl. Einsendung des Beitrages. In der Hoffnung, in einem nicht zu fernen Frieden unsere Arbeiten wieder aufnehmen zu können, zeichnen wir /mit deutschem Gruß/ KASSELER MUSEUMSVEREIN E.V.“502 Damit waren die auf die Mitglieder gerichteten Aktivitäten des Kasseler Museumsvereins beendet. 3.6 Zusammenfassung zu den Veranstaltungen 3.6.1 Personen, die Veranstaltungen durchführten Die wissenschaftlichen Mitarbeiter der Staatlichen Kunstsammlungen Kassel – Dr. Rudolf HALLO, Dr. Rudolf HELM, Dr. iur. und Dr. phil. Rolf HETSCH, Paul Adolf KIRCHVOGEL, Dr. Hellmut KRAMM, Freiherr Dr. Burkhard VON LEPEL, Prof. Dr. Kurt LUTHMER, Prof. Dr. Hans MÖBIUS, Dr. Eberhard PREIME, DR. RAHMELOW, Hermann SCHULZ503, Dr. Hildamarie SCHWINDRAZHEIM (?), PROF. DR. LUDWIG THORMÄHLEN, Dr. Hans VOGEL -, boten in den Jahren von 1928 bis 1940 ein umfangreiches Programm der Vermittlung der Kasseler Kunstschätze an und kamen dem Bildungsauftrag von Museen auf diese Weise nach. Sie bedienten sich zur finanziellen Absicherung des Kasseler Museumsvereins e.V., der Honorare für die Vortragenden und sonstige Kosten, die die Veranstaltungen verursachten, trug504. Die Veranstaltungen liefen auch unter dem Namen des Kasseler Museumsvereins, der auf diese Weise seinen Satzungszweck, nämlich „künstlerische Bildung zu verbreiten“, erfüllen konnte. In den ersten Jahren wurde das Programm ergänzt durch auswärtige Referenten wie Dr. Julius CAHN (Frankfurt), Dr. William COHN (Berlin), Prof. Dr. Hermann HOFMEISTER (Hannover), Dr. Heinrich LEPORINI (Wien), Dr. Wilhelm VON MASSOW (Berlin), Dr. Karl PAETOW, Studienrat Heinrich SCHÄFER-SIMMERN (Frankfurt), Privatdozent Dr. Kurt STEINBART (Marburg), DR. VOIGT (Marburg) und Privatdozent Dr. Ernst ZEH (Heppenheim). Hiesige Kräfte wie Heinrich APELL505, Dr. Ernst DIPPEL, Dr. Willy GOTTHILF, Bruno JACOB, Posamentiermeister F. OBERLINGER , Stadtlandmesser RÖSLER, Prof. Hans SOEDER, Marie Edith VON VILLIEZ, Dr. Hans VOGEL, nachdem er städtischer Angestellter war, wurden einbezogen. Unter den Referenten lassen sich jüdische Wissenschaftler wie Julius CAHN und William COHN, dazu der Arzt Willy GOTTHILF ausmachen. Erklärte Anhänger der Nationalsozialisten bzw. NSDAP-Mitglieder waren im eigenen Hause Rudolf HELM, Rolf HETSCH, Helmut KRAMM, Burkhard VON LEPEL, Kurt LUTHMER, Hans MÖBIUS, Eberhard PREIME und Ludwig THORMÄHLEN, also fast alle wissenschaftlichen Mitarbeiter, bei den auswärtigen Referenten 502 Aktenverzeichnis 5, ohne Seite 503 Hermann SCHULZ war wohl Direktor des städtischen botanischen Schulgartens (Adressbuch Kassel 1931) und der Lichtbildstelle; der Hinweis im Mitgliedsbuch, er sei Direktor des Schulmuseums, ließ sich nicht verifizieren; er war jedenfalls Mitglied im Kasseler Museumsverein. 504 Z. B. eine Rechnung von H. KEUSCHER vom 22.02.1932: Für 4 Führungen in der Staatlichen Gemäldegalerie am 25.10., 8.11.1931 und am 31.1., 21.2. 1932 für 2 Aufsichtsbeamte je 3 RM, summa 12 RM; Aktenverzeichnis 2, ohne Seite 505 Heinrich APELL (1870 – 11.6.1957 Kassel) war von 1921 bis 1950 Direktor des Deutschen Tapetenmuseums im Kasseler Stadtschloss am Friedrichsplatz. 117 waren Hermann HOFMEISTER und Kurt STEINBART NSDAP-Parteimitglieder. Zu den anderen Mitarbeitern und Referenten konnte ich keine eindeutigen Aussagen finden. Vorträge bzw. Führungen durch Mitarbeiter der Staatlichen Kunstsammlungen: LUTHMER 26, MÖBIUS 26, KRAMM 16, VON LEPEL 14, THORMÄHLEN 11, HALLO 10, HETSCH 5, HELM 4, VOGEL 3, PREIME 2, SCHWINDRAZHEIM (?) 2, RAHMELOW 1 x; dazu kamen JACOB, der als Wirtschaftsökonom und Geschäftsführer des Museumsvereins herangezogen wurde, mit 4 und SCHULZ mit 2 Führungen. Die auswärtigen Vortragenden traten in der Regel nur einmal auf. Die Themen sind in den abgedruckten Programmen enthalten. Das Programm selbst wurde terminlich und thematisch von LUTHMER bzw. von MÖBIUS gesteuert. LUTHMER war neben seinem Hauptamt bis 1934 noch Schriftführer der Kurhessischen Gesellschaft für Kunst und Wissenschaft und wurde in dieser Funktion von 1934-1942 von MÖBIUS abgelöst. Sie organisierten deren Vorträge. LUTHMER war daneben noch Schriftführer des Museumsverbands für Kurhessen und Waldeck; ab 1. Januar 1937 wurde er auch noch zum „Museumspfleger“ für den Regierungsbezirk eingesetzt506. Dieses Arbeitspensum ließ sich ohne großzügiges Delegieren nicht bewältigen. Deswegen wurden in den späteren Jahren Veranstaltungen den Mitarbeitern auch durchaus auferlegt. 3.6.2 Zeitpunkt der Veranstaltungen Vorträge fanden in der Regel sonnabends um 20.15 Uhr im Hörsaal des Hessischen Landesmuseums statt, 1938 auch montags um 20.00 Uhr; im Jahr 1940, als man schon Verdunklungen eingeführt hatte, wich man auf den Sonntag um 11.30 Uhr bzw. einmal auf den Sonnabend um 16.30 Uhr aus. Kurzvorträge mit Lichtbildern wurden sonnabends von 17-18 Uhr gehalten, ebenfalls im Hörsaal des Landesmuseums; Kurzvorträge mit Führungen bzw. Besprechungen am Objekt wurden sonntags um 10.00 Uhr, 1937/38 auch schon um 9.30 Uhr gehalten. Sonstige Führungen fanden sonntags um 9.30 oder 10.00 Uhr statt; man experimentierte auch mit Nachmittagsführungen, die 1935/36 um 15.00 Uhr, 1936/37 um 15.30 Uhr und 1937/38 um 16.00 Uhr begannen. Um an den Veranstaltungen teilnehmen zu können, musste man sich in Listen eintragen, die im Landesmuseum auslagen. Mitglieder des Kasseler Museumsvereins hatten freien Eintritt, andere Teilnehmer mussten 50 Pfennig Eintritt bezahlen. Mehr als 40 Teilnehmer wurden nicht zugelassen. Leider gibt es bis auf pauschalierende Aussagen wie „die Führung fand lebhaftes Interesse“ keine Zahlen zu den Teilnehmern des Museumsvereins. Auch aus den Zahlen für die sonstigen Besucher, die über den Verkauf von Eintrittskarten zu ermitteln sind507, lassen sich die Zahlen der Besuche der Mitglieder des Museumsvereins nicht ermitteln. 3.6.3 Anzahl und Orte der Veranstaltungen Insgesamt fanden von 1928-1941 etwa 151 Veranstaltungen508 statt: 34 Vorträge und Kurzvorträge mit Lichtbildern, 117 Führungen, darunter auch Sonderführungen zu 506 Erlass „Der Reichs- und Preußische Minister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung“ vom 23. November 1936, V d Nr. 3549; Ordner „Museumspfleger“ des Hessischen Museumsverbands 507 Staatsarchiv Marburg, Bestand 150, Nr. 1811, 1812 und 1779: Dort sind die monatlichen und jährlichen Berichte über die verkauften Eintrittskarten und die Einzahlung der Gelder bei der Regierungs-Hauptkasse verzeichnet. So hatte z. B. im 1. Halbjahr 1921 die Gemäldegalerie 4.882 Besucher, das Landesmuseum 2.737 Besucher; ebd. Bl. 189 und Bl. 213. 118 Ausstellungen oder graphischen und handwerklichen Techniken. In den Jahren 1928-1932 gab es häufiger Vorträge, z. T. gemeinsam mit der Kulturellen Arbeitsgemeinschaft veranstaltet, 1934 nur Führungen bzw. Kurzvorträge mit Führungen, 1930/31 und von 1935- 1941 fast ausschließlich Führungen, die sicherlich weniger aufwändig waren, was Vorbereitung und Kosten anbelangte. So bot LudwigTHORMÄHLEN „zwanglose Rundgänge“ durch die Gemäldegalerie an, bei denen er sicherlich nach Interesse der Teilnehmer auf einzelne Werke einging. 1937/38 gab es im Landgrafenmuseum wegen Umbauarbeiten keine Führungen. Vorträge und Kurzvorträge mit Lichtbildern bzw. mit Besprechungen am Objekt fanden wegen der technischen Voraussetzungen in der Regel im Hörsaal des Hessischen Landesmuseums statt. Im Landesmuseum gab es insgesamt 74 Veranstaltungen: Vorträge, auch zu Sammlungsaspekten der anderen Museen, und Führungen. 29 Führungen gab es in der Gemäldegalerie, dazu eine Führung in Schloss Wilhelmsthal zu Tischbein. Im Kupferstichkabinett, das erst 1931 eingerichtet wurde und im Winter 1931/32 besucht werden konnte, gab es 22 Veranstaltungen. Zehn Veranstaltungen fanden im Landgrafenmuseum statt, das 1934 eingerichtet wurde und im Winter 1934/35 besucht werden konnte; dort war seit 1935 auch die Antikensammlung untergebracht. Die für König Jerôme ausgeführten klassizistischen Anbauten an das alte Palais wurden der Antike zugewiesen. Der Oberlichtsaal nahm die Statuen der antiken Götter auf. Im Antiquarium darunter mit seinen Fenstern gegen den Garten standen Kleinkunst und Skulpturen beieinander. Die untere Glasgalerie enthielt die Werke der römischen Epoche, die obere mit ihren Nebenräumen ausgewählte Werke der griechischen Kunst. Vermehrung der Antiken durch Leihgaben der Hessischen Hausstiftung509. Fünf Veranstaltungen fanden im Tapetenmuseum im Stadtschloss, acht Veranstaltungen in der Städtischen Galerie im Stadtschloss, zwei Führungen im Naturkundemuseum, eine im Kunstverein statt. 3.6.4 Themen der Veranstaltungen Die Veranstaltungen bezogen sich thematisch auf die Inhalte der Sammlungen: Es gab übergreifende Themen wie „Neuerwerbungen der Staatlichen Kunstsammlungen“; 1932/33 gab es im Landesmuseum eine Serie von Führungen über Glas (4), 1936/37 gab es mehrere Veranstaltungen unter Überschriften wie „Hessische Vorgeschichte“ (4), „Renaissancebildnisse“ (5), Höfische Kunstpflege in Kassel (2), „Zeichnung und Graphik als Deutsche Kunst“ (3), 1937/38 „Hessische Ur- und Frühgeschichte“ (2). Solche Bündelungen blieben aber die Ausnahme. Im Vordergrund standen natürlich die Gemäldegalerie mit den berühmten Alten Meistern und der Tischbein-Familie (23, dazu 4 ohne Thema) sowie in der Städtischen Galerie das 19. Jahrhundert (7); Kunst der klassischen Moderne kam nur einmal, zeitgenössische Kunst – wie nicht anders zu erwarten – gar nicht vor. So entzog man sich der Auseinandersetzung mit moderner Kunst oder mied sie aus Überzeugung. Im Kupferstichkabinett wurden Dürers Graphik und altdeutsche Holzschnitte behandelt, daneben graphische Techniken (7), Handzeichnungen von Johann Heinrich Tischbein, Rembrandt als Radierer (2), schließlich Graphik der Romantik und Ludwig Emil Grimm (2). Bemerkenswert war die Überschrift 1936/37: „Zeichnung und Graphik als deutsche Kunst“, besonders vertreten von KRAMM: Der völkische Anspruch des NS-Regimes wurde deutlich. 508 Es ist nicht in jedem Fall festzustellen, ob die geplanten Veranstaltungen auch stattfanden; die Führungen aus dem Winter 1930/31 sind mit einbezogen, obwohl sie nicht ausdrücklich als Führungen des Museumsvereins erschienen. 509 Vgl. Peter GERCKE: Die Antikensammlung. In: Ulrich SCHMIDT, wie Anm. 216, S. 98. 119 Die Antikenabteilung präsentierte ihre Skulpturensammlung, Glas, Keramik, Plastik, Waffen (10). Für die vor- und frühgeschichtlichen Sammlung war natürlich die gerade erfolgte Ausgrabung der Altenburg bei Niedenstein interessant, weitere Fundplätze von vorgeschichtlichen Artefakten und ihre kulturelle Einordnung (10). Im Hessischen Landesmuseum gab es zur Hessischen Geschichte und Volkskunde neben der Ausstellung „Hessen-Schweden“ Vorträge zur Frankenberger Chronik, zum Diarium der Italienreise Landgraf Karls, besonders ab 1936 Führungen zum hessischen Soldatentum, zu hessischen Trachten, zum hessischen Bauernhaus (13). Hier wurde der „deutsch- völkische“ und militärische Zeitgeist, dem man sich anpasste bzw. den man vertrat, sichtbar. Zum hessischen Kunstgewerbe sowie zu Handwerk, Industrie und Technik fanden Vorträge und Führungen zur Hafnerkeramik, zur Fayencen und Porzellanen, auch ostasiatischer und ostindischer Provenienz, zur Glas- und Tonwarenproduktion, zur Leinenweberei mit praktischer Vorführung, zur Drechselmaschine Wilhelms IX., zu Papiermühlen, zur optischen und feinmechanischen Industrie, zum Eisenguss, sogar zur Goldwäscherei in der Eder statt. Dabei kam auch die astronomisch-physikalische Sammlung zur Geltung (17). Schließlich gab es im Landesmuseum noch Veranstaltungen zur hessischen Münzkunde und zu Medaillen (3). Im Tapetenmuseum gab es 5 Führungen, im Naturkundemuseum 2, obwohl beide Einrichtungen nicht zu den Staatlichen Kunstsammlungen gehörte. Eine Ausnahme bildete der Vortrag von Dr. Hermann SCHULZ, dem Direktor der neuen Lichtbildstelle, der seine Einrichtung, die aber von übergreifendem Interesse für alle Vortragenden war, vorstellte. Auch die auswärtigen Vortragenden bezogen sich überwiegend auf die Sammlungen, z. B. Heinrich LEPORINI, der Kustos der Albertina in Wien, der vor der Einrichtung des Kupferstichkabinetts einen Vortrag über deutsche Handzeichnungen hielt, oder Kurt STEINBART, Privatdozent aus Marburg, der über das restaurierte Familienbildnis von Jan van Scorel berichtete. Auch der Vortrag von Wilhelm VON MASSOW Berlin, zum Pergamon-Altar – das Berliner Pergamon-Museum war im Herbst 1932 eröffnet worden – stand im Zusammenhang mit der Antikenabteilung. Aus dem Rahmen fielen die Vorträge von Ernst ZEH über das Oseberg-Totenschiff und von Heinrich SCHÄFER-SIMMERN, Studienrat in Frankfurt, der in einem mit dem Kunstverein zu Kassel veranstalteten Vortrag über „neue Kunsterziehung“ referierte und dort eine Ausstellung mit Schülerarbeiten präsentierte. Man kann annehmen, dass die inhaltliche Ausrichtung des Veranstaltungsprogramms in den Jahren 1928 bis 1933 mit Referenten unterschiedlicher Herkunft und Prägung den bildungsbürgerlichen Ansprüchen und der dominierenden nationalliberalen bzw. national- konservativen Ausrichtung entsprach. Man kann nicht sagen, dass es schon vor oder auch nach 1933 überwiegend deutsch-national oder nationalsozialistisch geprägt war; das Bildungsbürgertum machte zunächst nach 1933 und, nachdem die Juden und die 'Marxisten' ausgeschaltet waren, mit sicherlich verstärkten völkischen und militärischen Akzenten, wie für 1936/37, zum Teil für 1937/38 gezeigt wurde, so weiter wie bisher. Auch die Zeitungsberichte geben nichts anderes her. Die NSDAP-Mitgliedschaft fast aller wissenschaftlicher Mitarbeiter - dazu sogar der Sekretärin LUTHMERs, Emma HABERMEHL - wird den entsprechenden Hintergrund für die Veranstaltungen gebildet haben. Das Veranstaltungsprogramm richtete sich demnach im Wesentlichen nach den Interessen und Veränderungen innerhalb der Institution „Staatliche Kunstsammlungen Kassel“, zum 120 Beispiel zur Präsentation der neuen Einrichtungen 'Kupferstichkabinett' oder 'Landgrafen- museum'. Zum Programm des Kasseler Museumsvereins wurde es durch dessen Schriftführer LUTHMER, nicht durch Wünsche oder Vorschläge der Mitglieder. Der Verein war eher eine Fassade für das von den Interessen der Institution gesteuerte Veranstaltungsprogramm und unterstützte die Legitimation der Institution. Sein Name und Geld wurden hierfür verwendet. Für den Verein selbst war die Tatsache, dass die Veranstaltungen unter seinem Namen liefen, eine Voraussetzung für die Gewährung der Steuerfreiheit510. Neben den von der Institution gesteuerten Aktivitäten gab es kein eigenes 'Vereinsleben'. Die Absicht der 'Väter' der Neubelebung des Vereins 1927, dass die Mitglieder einen größeren Nutzen von der Mitgliedschaft haben sollten, wurde allerdings durch das Veranstaltungsprogramm sicherlich erfüllt. 3.7 Erwerbungen und finanzielle Unterstützung von Einrichtungen der Staatlichen Kunstsammlungen Gegenüber den Ausstellungen und den Veranstaltungen blieb das Ziel des Kasseler Museumsvereins, für die Staatlichen Kunstsammlungen Erwerbungen zu tätigen, letztrangig. Das ursprüngliche Inventarverzeichnis wurde leider nicht fortgeführt, sodass ein Nachweis über Erwerbungen oder Zuschüsse zu solchen nur aus den Akten geführt werden kann. Eine Zusammenstellung findet sich im Teil 2, dem Anhang zu dieser Studie. In der 1. Ausschusssitzung am 11. Januar 1928 wurde eine erste Rate von 1000.- Mark für den Ankauf von Guernieri-Handzeichnungen bewilligt.511 Diese Zeichnungen des Architekten des Herkules-Monuments Giovanni Francesco GUERNIERO (Rom um 1655 – Rom 1745) stammten aus dem Nachlass von Heinrich Christoph JUSSOW und wurden 1927 von den Staatlichen Kunstsammlungen Kassel von Regierungs- und Baurat IHNKEN, Marienwerder, erworben. GUERNIERO entwarf 1712/13 eine Variante mit zwei Pyramiden und zwei Figuren. Das Inventarverzeichnis enthält keinen Hinweis auf diese Handzeichnungen. Vermutlich dürften die bewilligten 1000.- Mark ein Zuschuss zur Erwerbung gewesen sein. Hinweise auf weitere Zuwendungen für diesen Zweck lassen sich in den Akten nicht finden. Für die oben genannten Ausstellungen wurden jeweils kleine Kataloge gedruckt, deren Kosten nicht im Einzelnen ausgewiesen wurden. In der Ausschusssitzung am 11. Januar 1929 wurde berichtet, dass die Hälfte der Druckkosten durch Anzeigen gedeckt sei. Zum Katalog der Ausstellung der Trachtenbilder JUSTIs steuerte der Marburger Museumsverein 180.- Mark bei512. Statt einer Erwerbung wurde am 16. November 1929 eine Städtische Anleihe des Museumsvereins von 100.- Mark in das Depot bei der Dresdner Bank eingetragen. In der Ausschusssitzung am 21. März 1930 wurden 1000.- Mark für die „Errichtung einer Kunstbibliothek im Wachtgebäude“ bewilligt, deren Zustandekommen noch von der Zustimmung des Finanzministeriums abhänge. 510 Vgl. die Aufforderung des Steueramts der Stadt Kassel vom 15.10.1931, das Veranstaltungsprogramm für 1931/32 zuzusenden, da es die Voraussetzung für die Steuerfreiheit sei; Aktenverzeichnis 2, S. 276 511 vgl. Christiane LUKATIS / Hans OTTOMEYER: Mit Pinsel, Feder und Stift. Meisterzeichnungen der Graphischen Sammlung. Hg. von den Staatlichen Museen Kassel, Wolfratshausen 2000, S. 92 – 93. Dort ist eine der beiden vorhandenen Zeichnungen abgebildet. „In seiner Entwurfszeichnung kombinierte der Architekt den Schnitt durch das bereits fertig gestellte Oktogon mit den beiden projektierten Pyramiden.“ 512 Mitteilung des Kunsthistorischen Instituts Marburg, Dr. KIPPENBERGER, vom 17.4.1929, Tgb. Nr. 14, Aktenverzeichnis 1, S. 244 121 In der Übersicht über Einnahmen und Ausgaben des Museumsvereins im Jahr 1931 sind unter „Anschaffungen“ vermerkt: „530.- M (Kostüme und Zirkel Bürgi)“. Die Kostüme dienten sicherlich der Einrichtung der neuen Kostümabteilung im Landesmuseum, die im Anschluss an die Ausschusssitzung am 8. Dezember 1931 ebenso wie die neue Kunstbibliothek in der Torwache besichtigt wurde513. Zum „Zirkel Bürgi“ schreibt der heutige Kustos des Astronomisch-Physikalischen Kabinetts der Museumslandschaft Hessen-Kassel, Karsten GAULKE, am 3.11.2011: „Natürlich haben wir den berühmten Proportionalzirkel von Jost Bürgi in unserer Sammlung, der laut Inventaren definitiv Altbestand ist. Allerdings gibt es mehrere Exemplare, die diesem Zirkel optisch wie technisch sehr ähnlich sind. Ich ging allerdings davon aus, dass auch diese Altbestand sind, kann aber auch nicht mit letzter Sicherheit ausschließen, dass einer dieser Zirkel später angeschafft wurde.“ In den Akten fand sich eine Quittung vom 30. Mai 1933, in der der Erhalt einer Hersfelder Tracht von Frau Margarete Dienemann für 25.- Mark bestätigt wurde. In den zwei vorhandenen Kassenberichten von 1931 und 1932 sind größere Ausgaben für Vorträge (für 1930: 291,48 RM, für 1931: 283,10 RM) und – nur für 1930 – 546,95 RM für die Jahresgabe verzeichnet; 1931 sind 925.- RM für Gehälter verzeichnet. Weitere Erwerbungen sind aus den Akten nicht zu entnehmen. 1941 wurde dagegen eine „große stehende Madonna, südwestdeutsch“ für 15.000.- RM an die Generalverwaltung der Museen im Elsass, z. Händen von Prof. Dr. MARTIN, Karlsruhe, verkauft514. Der Betrag sollte auf das Konto des Museumsvereins bei der Dresdner Bank überwiesen werden. Diese Madonna gehört heute dem Badischen Landesmuseum Karlsruhe und ist als Dauerleihgabe in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe zu sehen515. Ob es sich hier um die vor 1919 statt der Fuldaer Porzellangruppe gekaufte Nürnberger Madonna516 handelte, ist nicht nachzuweisen, aber auch nicht auszuschließen. Seit 1932 lagen keine Kassenberichte mehr vor, aber in den Quellen wird zwischen 1919 und 1941 keine andere Madonna erwähnt, und als Verkäufer wird ausdrücklich der Museumsverein genannt. 3.8 Auflösung des Kasseler Museumsvereins e.V. Die Auflösung des Vereins, die am 20. Juni 1947 mit einem Schreiben von Bruno JACOB an den damaligen Direktor der Staatlichen Kunstsammlungen Kassel Dr. Hans VOGEL begann, wurde am Anfang dieser Studie schon erwähnt. Bruno JACOB übergab auch die Zeichnungsvollmacht für das Konto bei der Dresdner Bank, und VOGEL wurde am 24. Juni 1947 von der Dresdner Bank Filiale Kassel, Kölnische Str. 9-11, jetzt Rhein-Main-Bank Filiale Kassel, Herrn KRUMREI, aufgefordert, seine Unterschrift für die Zeichnungsberechtigung zu leisten.517 In den Akten der folgenden Jahre finden sich immer wieder Kontoauszüge für das Depot des Museumsvereins: 513 Aktenverzeichnis 2, S. 289 514 Rechnung des Museumsvereins vom 24. Januar 1941, Aktenverzeichnis 5, ohne Seite 515 Auskunft von Katharina SIEFERT, Badisches Landesmuseum: Dort wird die Madonna im Inventar unter Nr. V 19063 geführt. Sie ist Dauerleihgabe für die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe und wird dort unter der Nr. Lg. 1086. Publiziert ist die Madonna in: Anja EICHLER / Siegmar HOLSTEN, Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, Katalog der Skulpturen. Karlsruhe 1994, S. 249 und Abb. S. 251 516 siehe oben, S. 51 f. 517 Aktenverzeichnis 6, ohne S. 122 Am 24. Januar 1950 findet sich ein Depotauszug über 1000.- Mark Reichsschatzanweisungen aus dem Januar 1945 in den Akten, die aber gesperrt sind. Am 17. April 1950 meldet Dr. VOGEL dieses Reichsmarkkonto des Museumsvereins nach den geltenden Vorschriften zu Ablieferung an, und mit dem gleichen Datum wird der Betrag von 530.- Reichsmark auf DM umgestellt, sodass das Konto 31,80 DM aufweist. Diese Umstellung wurde am 22. April 1950 genehmigt. 123 Erst am 8. März 1954 beantragt VOGEL die Auflösung des Kontos: „Da der Kasseler Museumsverein seit Kriegsende nicht mehr besteht, bitte ich das Konto Nr. 11039 aufzulösen. Den auf diesem Konto noch stehenden Betrag in Höhe von 32,50 DM bitte ich abzüglich Ihrer Bankspesen an das Kassenbüro der Staatlichen Kunstsammlungen Kassel, z. Hd. von Herrn Regierungsinspektor W. Thiem, Kassel, Wilhelmshöher Platz 5, zu überweisen. Das ferner bei ihrem Bankhaus deponierte Wertpapier Nr. 10060 über 1000.- RM 3,5%ige Deutsche Reichsschätze v/45/I, Depotart 3, bitten wir, weiter in Ihrem Tresor aufzubewahren. Kasseler Museumsverein / Dr. Vogel/ Direktor der Staatlichen Kunstsammlungen“518 Auszüge über diese Reichsschätze finden sich in den folgenden Jahren in den Akten, bis die jetzt wieder Dresdner Bank am 25. Februar 1959 mitteilt, dass nach dem allgemeinen Kriegsfolgengesetz alle Reichsmarkwerte abgelöst worden seien.519 Der Wert betrug jetzt 100.- DM, das Papier wurde verkauft und mit 104,68 DM gutgeschrieben. Ein Kontoauszug mit dem alten Kontostand von 118,18 DM, der auf das Konto der Staatlichen Kunstsammlungen bei der Landeskreditkasse Nr. 54 738 überwiesen wurde, beendete das Bestehen des Kasseler Museumsvereins e.V.. Dr. Hans VOGEL kommentierte dies auf dem Kontoauszug: „Dieser Vorgang ist damit endgültig abgeschlossen.“ 518 Aktenverzeichnis 6, ohne Seite 519 ebd. 124 Literaturverzeichnis Autor/ Herausgeber Titel und Untertitel Erscheinungs- ort und –jahr, Band und Sei- tenangabe Adressbuch von Cassel 1906 Adressbuch von Cassel 1906 sowie Bettenhausen, Kirchditmold, Niederzwehren, Rothenditmold, Wahlershausen und Villenkolonie, Waldau, Wilhelmshöhe und Wolfsanger für das Jahr 1906. Dreiundsiebzigster Jahrgang. Mit einem neu aufgenommenen Stadtplan. Herausgegeben unter Benutzung des Materials des Königlichen Einwohner-Meldeamtes von Gebr. Schönhoven, Buchdruckerei Cassel 1905 Ausstellungs- Katalog 1986 Juden in Kassel 1808-1933. Eine Dokumentation anlässlich des 100. 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Mit Beiträgen von Michael Kalusok, Heidi Schnackenburg-Praël, Rudolf-Alexander Schütte, Meinolf Siemer Kassel und Wolfratshausen 2001 Schmidt, Ulrich (Hg.) 75 Jahre Hessisches Landesmuseum 1913-1988. Darin: Biographien der wissenschaftlichen Mitarbeiter am Hessischen Landesmuseum 1913-1988. In: Kunst in Hessen und am Mittelrhein 28, S. 159-167 Darmstadt 1988 Schütte, Rudolf- Alexander Die Silberkammer der Landgrafen von Hessen-Kassel. Bestandskatalog der Goldschmiedearbeiten des 15.-18. Jahrhunderts in den Staatlichen Museen Kassel, mit Beiträgen von Thomas Richter. Kataloge der Staatlichen Museen Kassel, Bd. 30 Kassel/ Wolfratshausen 2003 Schwander, F. /Franz, E. Repertorien des Staatsarchivs Marburg, Bestand 150. Oberpräsidium der Provinz Hessen-Nassau 1866-1937 (1944), bearbeite im Rahmen der Archivschule Marburg unter Aufsicht von Regierungsrat Dr. F. Schwander, abgeschlossen von Regierungsarchivrat Dr. E. Franz Marburg 1963 Schweizer, Stefan Geschichtsdeutung und Geschichtsbilder. Visuelle Erinnerungs- und Geschichtskultur in Kassel 1866-1914. Göttinger Gespräche zur Geschichtswissenschaft Bd. 22 Göttingen 2004 Seliger, Kerstin Freunde. In: Die Freunde der Kunstsammlungen Chemnitz. Wurzeln, Räume, Inhalte, Werke, Hintergründe, Menschen. Hg. vom Verein Freunde der Kunstsammlungen Chemnitz. Redaktion: Tilo Richter, Kerstin Seliger, Günter Voigt, S. 28-37 Chemnitz 2010 129 Autor/ Herausgeber Titel und Untertitel Erscheinungs- ort und –jahr, Band und Sei- tenangabe Spangenthal, Max Die religiösen und sozialen Verhältnisse in der jüdischen Gemeinde Kassels vor der Katastrophe. In: Juden in Kassel 1803-1933. Eine Dokumentation anlässlich des 100.Geburtstages von Franz Rosenzweig. Ausstellung des Kulturamts der Stadt Kassel, 23. November 1986 - 31. Januar 1987, S. 43-48 Kassel 1986 Stolper, Gustav/ Häuser, Karl/ Borchardt, Knut Deutsche Wirtschaft seit 1870 Tübingen 1964 Thomas, Harry 60 Jahre Hessischer Museumsverband. Eine Chronik 1928-1988 Kassel 1988, 139 S. Thormann, Olaf unter Einbeziehung von Recherchen von Ute Camphausen und Eberhard Patzig Die Gesellschaft der Freunde des Kunstgewerbemuseums zu Leipzig. 1909-1945 (1948). Eine Dokumentation. In: Mitteilungen des städtischen Museums des Kunsthandwerks zu Leipzig/ Grassimuseum und seines Freundes- und Förderkreises e. V. (Hg.), Heft 2 Leipzig 1993 Tieze, Agnes Ausstellungskatalog Marburg 2009: Wege zur Moderne, Richard Hamann als Sammler, hg. vom Museum für Kunst und Kulturgeschichte Marburg 2009 Wannagat, Georg (Hrsg.) Kassel als Stadt der Juristen (Juristinnen) und der Gerichte in ihrer tausendjährigen Geschichte. Kurzbiographien von Karl-Heinz Nickel, Harald Schmidt, Florian Tennstedt, Heide Wunder, S. 367- 537 Köln u. a. 1990 Wegner, Karl- Hermann Kurhessens Beitrag für das heutige Hessen. Hessische Landeszentrale für Politische Bildung. Reihe: Hessen: Einheit aus der Vielfalt, Bd. 5 Wiesbaden 1999 Wienert, Marlis Kasseler Porzellan. Bestandskatalog der Staatlichen Kunstsammlungen Kassel und Katalog der Ausstellung „Kasseler Porzellan. Eine landesherrliche Manufaktur stellt sich vor“. Düsseldorf, Hetjens-Museum 24.2 bis 4.5.1980. Kassel, Hessisches Landesmuseum 18.5. bis 24.8.1980 Kassel 1980 Der Museums-Verein für Hessen-Cassel 1903-1927 und der Kasseler Museumsverein 1927-1947 Eine Studie zur Geschichte des Vereins von Joachim Schröder Teil 2: Dokumenten-Anhang Kassel 2012 Anhang: Verzeichnis der Dokumente 1 Konstituierende Mitgliederversammlung des Museums-Vereins für Hessen- Cassel am 5. Dezember 1903, Abschrift 1 2 Beitrittsaufruf des Museums-Vereins für Hessen-Cassel e.V. von 1903 3 3 Gründung eines Museumsvereins; Kasseler Tagblatt 15.01.1904 5 4 Eintragung in das Vereinsregister 1904 6 5 Satzung des Museums-Vereins für Hessen-Cassel e.V. 7 6 Bericht von Johannes Boehlau 1903-1906 14 7 Mitgliederzahlen von 1903-1927 29 8 Funktionen und Mitgliedschaften in Vereinen für Kunst und Wissenschaft in Kassel 1903-1918, ergänzt an Hand der Datei von Hans-Jürgen Kahlfuß „Historische Mitgliederdatei VHG 1834 bis heute“ 34 9 Vorstände und Ausschussmitglieder 1903 bis 1944 41 10 Werbungsschreiben des Kasseler Museumsvereins e.V. von 1927 45 11 Satzung des Kasseler Museumsvereins e.V. von 1927 47 12 Bericht des Geschäftsführers 1928 54 13 Mitgliedsbuch des Kasseler Museumsvereins e.V., Abschrift 56 14 Mitgliedsbuch des Kasseler Museumsvereins e.V., Abschrift nach Ziffern und alphabetisch sortiert 71 15 Titelblatt des Kulturellen Führers 1928/29 82 16 Titelblatt des Ausstellungskatalogs Edward von Steinle - Nachlasssammlung seiner Werke aus Kasseler Privatbesitz 1928 83 17 Titelblatt des Ausstellungskatalogs Alt-China in Kunst und Kunstgewerbe 1928 84 18.1 Inserat für die Trachtenausstellung 85 18.2 Titelblatt des Ausstellungskatalogs Die hessischen Trachtenbilder des Ferdinand Justi aus dem Besitz der Familie 1929 86 19 Titelblatt des Ausstellungskatalogs Zeichnungen der Sammlung Deiker 87 20 Mitgliederzahlen und Beitragsaufkommen 1928-1945 88 21 Erlass der Reichskammer der bildenden Künste vom 8. Dezember 1933 90 22 Austrittsschreiben von Dr. iur. Kurt Grünbaum vom 21. Dezember 1933 91 23 Vorträge 1930 92 24 Führungen 1930/31 93 25 Veranstaltungen 1931/32 94 26 Mitgliedskarte 1934 96 27 Veranstaltungen 1934/35 97 28 Veranstaltungen 1935/36 98 29 Führungen 1936/37 99 30 Führungen 1937/38 101 31 Führungen 1938/39 103 32 Führungen 1940 104 33 Überblick über Vorträge und Führungen 1928-1941 105 34 Schreiben Bruno Jacobs zur Auflösung des Museumsvereins 20. Juni 1947 109 35 Bankauszug 1.1.1948 111 36 Kontoauszug 17.04.1958 mit Vermerk vom 21.04.1959 111 37 Leihgaben 112 Die CD-Rom enthält eine Übersicht über die Akten des Museumsvereins 1903-1959, 99 Seiten 1 Anhang Protokollbuch des Museums-Vereins für Hessen-Cassel, 5. Dezember 1903 [S. 1] „Konstituierende Mitgliederversammlung des Museumsvereins für Hessen-Cassel Hotel Schirmer. Sonnabend 5. XII. Nachm. 5 ½ Uhr. Anwesende die Herren: Oberpräsident v. Windheim, Regierungspräsident v. Trott zu Solz, Konsistorialpräsident v. Altenbockum, Geheimer Kommerzienrat Pfeiffer, Geheimer Regierungsrat Dr. Knorz, Geheimer Regierungsrat Dr. O. Eisenmann, Oberregierungsrat Obervorsteher v. Baumbach, General Eisentraut, Oberst Kieckebusch, Prof. Dr. v. Drach – Marburg, Oberbürgermeister Müller, Oberbürgermeister Dr. Antoni – Fulda, Kommerzienrat Plaut, Landesrat Dr. Osius, v. Mansbach, Stadtrat Ruetz, Stadtrat Rosenzweig, Stadtrat Eubell, Grosskaufmann Hackländer, Grosskaufmann F. Köhler, Bankier Fiorino, Museumsdirektor Dr. Boehlau. Herr Eisenmann schlägt als Leiter der [2] Sitzung Herrn Knorz vor. Dieser nimmt, da sich kein Widerspruch erhebt, die Wahl an und eröffnet die Sitzung. 1) Herr Boehlau dankt Namens der Museumsverwaltung den Herren, die sich zur Begründung des Museums-Vereins haben bereit finden lassen, schildert die Notlage des Museums und spricht über die Aufgaben des Vereins, als die er die Vervollständigung der Kunsthistorischen Sammlungen und deren Nutzbarmachung für das Publikum durch Vorträge und Führungen bezeichnet. 2) Herr Knorz erklärt mit Zustimmung der Versammlung den Museumsverein für begründet. Er schlägt vor, in die Beratung der Satzung einzutreten und beantragt, den künftig zu wählenden Vorstand zu ermächtigen, kleinere Änderungen selbst vorzunehmen, namentlich solche redaktioneller Art und solche, die notwendig sind, um die Satzung mit den Vorschriften des B.G.B. in Einklang zu bringen. Dies wird angenommen. Bei der Beratung der Satzung bittet zu § 2 Herr Ruetz einzuschreiben: „durch [3] Nutzbarmachung der Sammlungen für die gewerblichen Schulen, für Industrie und Handwerk.[“] Herr Oberpräsident von Windheim betont, die Wichtigkeit der Bildung weitester Kreise des Publikums. Es müssten wie in Berlin regelmässige Führungen stattfinden. Besonders müssten die höheren Schulen geführt werden. Da die Zeit der beiden Museumsdirektoren hierfür nicht ausreiche, müssten späterhin Hilfskräfte in Anspruch genommen werden. Der Antrag Ruetz wird dem Sinn nach angenommen. § 3 wird auf Antrag des Herrn Ruetz [in] der Fassung angenommen: Jedoch behält sich der Verein vor, falls in Cassel …… [ein Landesmuseum oder ein Kunstgewerbemuseum erbaut wird, jenem die hessischen Altertümer, diesem die kunstgewerblichen Gegenstände] unter der gleichen Bedingung zu übergeben. Zu § 6 beantragt Herr Fiorino Annahme des ursprünglich beabsichtigten Beitrags von 50 M. Herr Boehlau bittet auf Grund der gemachten Erfahrungen von der Erhöhung abzusehen, womit die Versammlung sich einverstanden erklärt. § 7 Auf Antrag von Herrn Osius wird dreijährige Amtsdauer des Ausschusses und des Vor[4]standes beschlossen. Über die Dauer der Ersatzwahl soll eine Bestimmung aufgenommen werden. Der Ausschuss soll mindestens 15 Mitglieder stark sein. 2 Zu § 9 beantragt Herr Ruetz in Bezug auf § 2 einzufügen: „Der Ausschuss hat die Befugnis die erforderlichen Massnahmen zu treffen, um die in § 2 vorgesehenen Aufgaben des Vereins erfüllen zu können.“ Man glaubt hiervon absehen zu können, da diese Befugnis in der Bezeichnung „geschäftsführender Ausschuss“ enthalten sei. Zu § 10 beantragt der Herr Regierungspräsident Absatz 1 a)-c) zu streichen, da es unzweckmässig sei, sich die Hände zu binden, und die Hauptaufgabe des Vereins durch § 2 a) gekennzeichnet sei. Der Herr Oberpräsident schliesst sich dem an und weist darauf hin, dass das Publikum durch die Ausschliessung so vieler Sammelgebiete irre gemacht werde. Der Antrag des Herrn Regierungspräsidenten [5] wird angenommen und das Wort „ferner“ im letzten Absatz gestrichen. Diesen letzten Absatz wünscht Herr Rosenzweig zu streichen, oder es solle doch mindestens die Voraussetzung der Gegenseitigkeit gemacht werden. Es wird die Einfügung des Wortes „unter Voraussetzung der Gegenseitigkeit“ beschlossen. In § 11 soll, um ihn mit der neuen Fassung des § 7 in Einklang zu bringen, statt „die Ausschusswahlen“ „die etwa erforderlichen Ausschusswahlen“ gesetzt werden. In § 13 soll eine Bestimmung über Entscheidung bei Stimmengleichheit aufgenommen werden. Zu § 14. Ein Vorschlag des Herrn Ruetz, die Satzungsänderung nicht so sehr zu erschweren, wird allgemein als zu gefährlich bezeichnet, worauf Herr Ruetz seinen Antrag zurückzieht. 3) Nach Beratung der Satzung wird die Wahl des Ausschusses vorgenommen. Herr Eisenmann schlägt vor folgende Herren in den Ausschuss [6] zu wählen: Herrn v. Trott zu Solz, Freiherrn Riedesel zu Eisenbach, v. Schwertzell – Ziegenhain, Müller, Antoni, Pfeiffer, Knorz, Plaut, Vogt, Ruetz, Henschel, Kieckebusch, Heräus-Hanau, und die beiden Museumsdirektoren. Auf Antrag des Herrn Pfeiffer wird beschlossen, auch ein in Marburg wohnendes Mitglied in den Ausschuss zu wählen, und zwar schlägt Herr Knorz, dafür Herrn v. Drach vor. Die anwesenden Mitglieder nehmen die Wahl dankend an. Herr Eisenmann übernimmt es, den Ausschuss zur endgültigen Festsetzung der Satzung demnächst zusammenzurufen. Dr. Knorz / Vorsitzender (ad hoc) / Boehlau / Schriftführer (ad hoc) 3 2 Anhang Beitrittsaufruf zur Gründung des Museums-Vereins für Hessen-Cassel, Abschrift „CASSEL, im Dezember 1903 Hochgeehrter Herr! Die Unterzeichneten wenden sich heute an Sie im Interesse der ehrwürdigen Schöpfung eines hessischen Landgrafen, des Friedrichs-Museums. Es gilt diesem Institute zu frischem Leben zu verhelfen und es wieder zu dem zu machen, was es nach dem Willen seines erlauchten Stifters sein sollte: eine Bildungsstätte für unser Volk. Früher als andere Fürsten erkannte Landgraf Friedrich II den hohen erzieherischen Wert einer öffentlichen Kunstsammlung, und ein Menschenalter eher als z. B. in Berlin nur der Plan zur Gründung eines Museums auftauchte, erhob sich auf das Geheiss des weitblickenden Fürsten der Monumentalbau des Museum Fridericianum. Hier fanden die Kunstschätze und die Merkwürdigkeiten Aufnahme, die seine Vorfahren gesammelt hatten, und die er eifrig vermehrte. Jedermann hatte freien Eintritt zu den Sammlungen, die für die wissenschaftliche Forschung wie für die künstlerische Erziehung der Gebildeten nutzbar sein sollten. In den harten und ernsten Zeiten, die bald nach dem Tode Friedrich II über das Hessenland aufzogen, trat bei seinen Nachfolgern Sinn und Sorge für die Kunstsammlungen in den Hintergrund. Die preussische Regierung griff auf die Gedanken und Absichten Friedrich II zurück. Wieder wurden die Sammlungen dem allgemeinen Besuche geöffnet und in den Dienst der Forschung und Bildung gestellt. Viel geschah seitdem für das Museum, und dankend haben wir die Fürsorge unseres jetzigen Landesherren und seiner Regierung zu rühmen. Aber die Stellung, die das Museum nach den Absichten seines Stifters haben sollte und hatte, hat es noch nicht wieder erreicht. Das Beste der Kunsterzeugnisse aller Zeiten sollte angeschafft und ausgestellt werden, denn nur das Beste kann als Vorbild in Frage kommen, wo es gilt auf unsere Jugend, auf unser Handwerk einzuwirken. Deswegen öffnete Friedrich die Schatzkammer des fürstlichen Hauses, deren Kleinodien noch heute der Stolz unserer Sammlungen sind. Marmorstatuen füllten die Säle, kostbare Gemmen und Bronzen fanden den Weg in das Casseler Museum. Aber seit jener Zeit ist das Gute sehr erheblich im Preise gestiegen, weil zahllose Museen und Privatsammler sich die immer seltener werdenden Stücke ersten Ranges streitig [2] machen. Mit den Mitteln, mit denen man noch vor 40 Jahren kaufen konnte, was Not tat, lässt sich heute die Aufgabe des Museums, wie wir sie oben fassten, nicht erfüllen. Dazu kommt, dass zu diesen alten Aufgaben neue getreten sind: die Sorge für die Altertümer und Kunsterzeugnisse unserer hessischen Heimat. Die Mittel, die der Verein für hessische Geschichte und Landeskunde für diesen Zweck jährlich aufwenden kann, reichen bei weitem nicht aus, um alles zu retten, was durch Verkauf oder Verfall dem Lande verloren zu gehen droht. Seit lange hat deshalb auch das Königliche Museum eingegriffen und in einer Art Arbeitsteilung mit dem Verein diejenigen Landesaltertümer zu erwerben gesucht, die in den Rahmen seiner Sammlung passen. Da jedes Jahr mehr unter dem Bestande unserer Altertümer aufräumt, ist vor dieser dringenden Aufgabe die Erweiterung der kunstgewerblichen Sammlung fast ganz zurückgetreten: trotzdem fanden und finden zahlreiche Erzeugnisse althessischen Kunstfleisses ihren Weg ins Ausland. Wer es wohl mit unserem engeren Vaterlande meint, wird bei dieser Lage der Dinge die Hände nicht in den Schooss legen. 4 Der Staat kommt seinen übernommenen Pflichten gegen unser Museum – das einzige Provinzialmuseum, das von ihm ausschliesslich erhalten wird – in vollem Umfange nach. Letzt bleibt nur der Appell an unsere Mitbürger und Landsleute übrig. Grössere und kleinere Museen haben in ähnlicher Lage den gleichen Schritt getan und reichen Erfolg gehabt. So Berlin, Frankfurt, Hannover, Braunschweig. Was dort gelang, muss auch in Hessen durchzuführen sein. Wir wollen nicht in übel angebrachter Grossmannssucht mit den grössten Museen konkurrieren. Aber wir wollen das Casseler Museum, das kostbare Erbe unserer Landgrafen, ohne Hast, aber auch ohne Rast weiterentwickeln, dass es dauernd seiner hohen Aufgabe gerecht wird, die ihm sein Gründer gestellt hat. Diese Aufgabe hat nicht in Fürstenlaune oder Mode ihre Entstehung, sondern in der Einsicht in die soziale Bedeutung der Kunst. Was lange vor anderen Landgraf Friedrich II, der echte Nachkomme seiner kunstsinnigen Ahnen erkannt hat, ist heute allgemein gewusst. Zeugnis davon sind zahlreiche Museen, die in den letzten Dezennien ohne Beihilfe des Staates von wohlhabenden Gemeindewesen gegründet wurden und mit grossen Opfern erhalten werden. Es gilt nicht ein staatliches Institut zu unterstützen, sondern es gilt mit dem Staate gemeinsam zum Wohle unserer Stadt und unseres Landes zu wirken. Unsere kunstliebende Bevölkerung, unser Anregung suchendes Handwerk soll im eigenen Lande, in der ihnen allen nahen Hauptstadt vorbildliche Erzeugnisse alten Kunstschaffens finden. Vor allem soll hier in möglichst lückenlosen Reihen die alte hessische Kunst vertreten sein. Damit wir diesem Ziele nahe kommen, haben die Unterzeichneten am heutigen Tage nach dem Vorbilde der obengenannten Städte einen Museumsverein für Hessen-Cassel ge- [ 3 ] gründet; die Statuten des Vereins, wie sie in der ersten Versammlung beschlossen worden sind, liegen bei. Die Unterzeichneten wenden sich nun an Sie mit der Bitte, auch an Ihrem Teile mitzuhelfen und Ihren Beitritt zu dem Vereine zu erklären. v. Altenbockum, Konsistorialpräsident; Dr. Antoni, Oberbürgermeister, Fulda; v. Baumbach, Oberregierungsrat a. D., Ritterschaftl. Obervorsteher; Graf v. Berg, Polizeipräsident; Dr. Boehlau, Museumsdirektor; F. Canthal, Stadtverordnetenvorsteher, Handelskammerpräsident, Hanau; Deichmann, Rittergutsbesitzer, Lembach; v. Drach, Professor, Marburg; Dr. Eisenmann, Geh. Reg.-Rat, Museumsdirektor; Eisentraut, Generalmajor a. D.; v. Eschwege, Regierungsrat; Eubell, Architekt, Stadtverordneter; A. Fiorino, Bankier; Dr. Gebeschus, Oberbürgermeister, Hanau; Freiherr v. u. z. Gilsa, Hoftheaterintendant; Dr. Göbel, Geh. Reg.-Rat, Mitglied des Hauses der Abgeordneten, Fulda; Hackländer, Grosskaufmann; Dr. Hahn, Oberlehrer, Frankfurt a. M.; C. Henschel, Fabrikant; Dr. W. Heräus, Fabrikant, Hanau; O. Hosse, Kommerzienrat, Hanau; v. Keudell, Landrat, Eschwege; Kieckebusch, Oberst a. D.; Dr. Knorz, Geh. Reg.-Rat; F. Köhler, Grosskaufmann; E. Küster, Geh. Medizinalrat, Professor, Mitglied des Herrenhauses, Marburg; v. d. Malsburg, Wirklicher Geh. Rat, Schloss Escheberg; v. Mansbach; Müller, Oberbürgermeister; v. Pappenheim-Liebenau, Vorsitzender des Kommunallandtags, Mitglied des Hauses der Abgeordneten; C. Pfeiffer, Geh. Kommerzienrat; G. Plaut, Kommerzienrat, Stadtverordneter; Freiherr Riedesel zu Eisenbach, Landeshauptmann; G. Rosenzweig, Fabrikant, Stadtverordneter; Ruetz, Stadtrat; Salzmann, Fabrikant; v. Scharfenberg, auf Kalkhof bei Wanfried; Dr. Schier, Justizrat, Stadtverordneter; L. W. Schöffer, Gelnhausen; v. Schwertzell, Landrat, Ziegenhain; Dr. Stölting, Konsistorialrat; v. Trott zu Solz, Regierungspräsident; Ulrich, Eisenbahndirektionspräsident; Vogt, Kommerzienrat; Wegmann, Kommerzienrat; v. Windheim, Oberpräsident der Provinz Hessen-Nassau.“ 5 3 Anhang Kasseler Tagblatt, 15.01.1904 6 4 Anhang Eintragung in das Vereinsregister 1904 des Königlich-Preussischen Amtsgerichts Kassel, 29.03.1904 7 5 Anhang Satzung des Museums-Vereins für Hessen-Kassel 8 9 10 11 12 13 14 6 Anhang Bericht von Johannes BOEHLAU 1903-1906 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 7 Anhang Mitgliederzahlen von 1904 - 1927 25.03.1904: 74 Privatpersonen mit 30 Mark Beitrag, 3 Kreise mit 40 und 50 Mark, 3 Vereine mit 30 Mark, der Bezirksverband mit 300 Mark, die Stadt Kassel mit 500 Mark Mitglieder. Man kann also 82 Mitglieder ansetzen. Nr. Mitglied Einzelbeitrag in Mark Summe 1 74 Privatpersonen 30 2220 2 3 Kreise 2 x 40, 1 x 50 130 3 3 Vereine 30 90 4 Bezirksverband 300 300 5 Stadt Kassel 500 500 Summe 1904 3240 09.01.1905: 4 lebenslängliche Mitglieder, 77 Privatpersonen, 4 Kreise, 4 Vereine, Bezirksverband, Stadt Kassel Man kann also 91 Mitglieder ansetzen. Nr. Mitglied Einzelbeitrag in Mark Summe 1 4 lebenslängliche Mitglieder 1000 4000 2 74 Privatpersonen 30 2310 3 4 Kreise 3 x 40, 1 x 50 170 4 4 Vereine 30 120 5 Bezirksverband 300 300 6 Stadt Kassel 500 500 Summe 1905 7400 26.04.1906: Keine Nennung von Mitgliederzahlen; vier weitere Kreise sind beigetreten. In der Ausschuss-Sitzung wurde diskutiert, ob eine Senkung des Beitrags von 30 auf 20 Mark angebracht sei. Es wurde dagegen gehalten, „dass der Verlust von 700 Mark pro Jahr“ durch den Eintritt neuer Mitglieder wohl nicht ausgeglichen werde. Man kann also von 74 Privatpersonen ausgehen; dazu kommen die juristischen Personen. Außerdem wird die Anschaffung einer Fuldaer Porzellangruppe für 5000 Mark beschlossen, die es rechtfertige, die Mittel des Vereins von zwei Jahren aufzuwenden. Im Tätigkeitsbericht von 1903 bis 1. Juli 1906 wird auf S. 5 für den 1. Juli aufgezählt: „Dem Verein traten 15 Verbände und Korporationen und 78 Mitglieder, davon vier „lebenslängliche“ bei. Sein Jahreseinkommen beläuft sich auf rund 3500 M. […] Durch Tod verloren wir die Herren L. W. Schöffer in Gelnhausen und M. Wallach in Cassel, durch Wegzug aus Hessen Exzellenz von Trott zu Solz, Oberpräsident der Provinz Brandenburg, und Graf Berg, Regierungspräsident von Hannover.“ Nr. Mitglied Einzelbeitrag in Mark Summe 1 78 Privatpersonen, davon vier lebenslängliche Mitglieder, die keinen weiteren Beitrag zahlen 30 2220 2 9 Kreise 5 x 30, 3 x 40, 1 x 50 320 30 3 4 Vereine 30 120 4 Bezirksverband 300 300 5 Stadt Kassel 500 500 Summe 1906 3460 Die „lebenslänglichen“ Mitglieder waren (Tätigkeitsbericht 1906, S. 20): - Herr Kommerzienrat S. Aschrott, Berlin - Frau Geheime Kommerzienrat S. Henschel - Herr Kommerzienrat C. Henschel - Herr Richard Müller, Fulda Die Kreise waren (Tätigkeitsbericht 1906, S. 20): Kreis Cassel, Eschwege, Fritzlar, Fulda, Homberg, Rinteln, Schlüchtern, Wolfhagen, Ziegenhain, Residenzstadt Cassel. Mitglieds-Vereine (Tätigkeitsbericht 1906, S. 20): - Handels- und Gewerbeverein Cassel - Verein für Hessische Geschichte und Landeskunde - Kaufmännischer Verein Cassel - Verschönerungsverein Cassel Mitglieder waren (Tätigkeitsbericht 1906, S. 20 ff.): - Konsistorialpräsident C. von Altenbockum, Cassel - Stadtrat C. André - Oberbürgermeister Dr. Antoni, Fulda - Th. Baumann, Cassel - Ritterschaftlicher Obervorsteher und Oberregierungsrat a. D. C. von Baumbach, Cassel - Regierungspräsident Graf P. Bernstorff, Cassel - Museumsdirektor Dr. J. Boehlau, Cassel - Professor C. Brünner, Cassel - Dr. F. Büding, Cassel - Handelskammerpräsident Kommerzienrat Canthal, Hanau - Rittergutsbesitzer Rittmeister E. L. Deichmann, Lembach bei Borken - Herr Ritterschaftlicher Obervorsteher Freiherr H. von Dörnberg zu Hausen, Cassel - Geheimer Regierungsrat Landrat J. von Dörnberg, Cassel - Prof. Dr. A. von Drach, Marburg - Geheimer Regierungsrat Dr. O. Eisenmann, Cassel - Generalmajor z. D. G. Eisentraut, Cassel - A. Endert, Bischof von Fulda (†) - Fabrikant G. Engelhardt, Cassel - Regierungsrat Baron H. von Eschwege, Cassel - Architekt J. Eubell, Cassel - M. Feldstein, Cassel - Bankier A. Fiorino, Cassel - Bergwerksbesitzer Ernst O. Frank, Cassel - Fabrikbesitzer Salomon Fröhlich, Cassel - Hofbuchdruckereibesitzer Gebr. Gotthelft, Cassel - Grosskaufmann F. Hackländer, Cassel - Oberlehrer Dr. A. Hahn, Frankfurt - Grosskaufmann A. Harloff, Cassel - Direktor F. Henkel, Cassel 31 - Dr. W. Heraeus, Hanau - Jos. Hess, Cassel - Kommerzienrat Hosse, Hanau - Bürgermeister H. Jochmus, Cassel - Architekt A. Karst, Cassel - Landrat und Kammerherr A. von Keudell, Eschwege - Oberst a. D. und Rittergutsbesitzer E. von Kieckebusch, Hoof bei Cassel - Geheimer Regierungsrat Dr. iur. L. Knorz, Cassel - Grosskaufmann F. Köhler, Cassel - Geheimer Medizinalrat Prof. Dr. Küster, Marburg - Fabrikbesitzer M. Lieberg, Cassel - Vizemarschall der althessischen Ritterschaft H. v. d. Malsburg, Exzellenz, Dr. iur., Schloss Escheberg bei Zierenberg - Freiherr C. von Mansbach, Cassel - H. Möller, Cassel - Oberbürgermeister A. Müller, Cassel - Maurermeister Ch. Müller, Cassel - Rittergutsbesitzer und Kammerherr Freiherr Rabe von Pappenheim, Liebenau bei Hofgeismar - Geheimer Kommerzienrat L. Pfeiffer, Cassel - Bankier Karl L. Pfeiffer, Cassel - Kommerzienrat G. Plaut, Cassel - Großkaufmann K. Reuse, Cassel - Landeshauptmann und Kammerherr W. Freiherr Riedesel zu Eisenbach, Cassel - A. Rittershausen, Cassel - Kommerzienrat G. Rosenzweig, Cassel - H. Rubensohn, Cassel - Stadtrat C. Ruetz, Cassel - Fabrikbesitzer H. Salzmann, Bettenhausen - Königl. Baurat Aug. Schäffer, Cassel - Rittergutsbesitzer Kammerherr von Scharffenberg, Kalkhof bei Wanfried - Justizrat Dr. H. Schier, Cassel - Ludwig Schnell, Fabrikant, Cassel - G. Schröder, Cassel - Landrat und Kammerherr G. von Schwertzell, Ziegenhain - Stadtältester und Rittergutsbesitzer G. Seidler, Cassel - Fabrikbesitzer E. Sethe, Cassel - A. Sternberg, Cassel - Phil. Stock, Gelnhausen - Konsistorialrat G. Stölting, Cassel - Freiherr W. v. Stumm, Exzellenz, Holzhausen - H. Thorbecke, Cassel - G. H. Trost, Cassel - Eisenbahndirektionspräsident Wirklicher Geheimer Ober-Regierungsrat F. Ulrich, Cassel - Kommerzienrat O. Vogt, Cassel - Kommerzienrat P. Wegmann, Rothenditmold - Oberpräsident L. von Windheim, Exzellenz, Cassel 26.04.1907: Keine Nennung von Mitgliederzahlen, ein weiterer Kreis – Gelnhausen – ist beigetreten. 32 Nr. Mitglied Einzelbeitrag in Mark Summe 1 78 Privatpersonen, davon vier lebenslängliche Mitglieder, die keinen weiteren Beitrag zahlen 30 2220 2 9 Kreise 5 x 30, 3 x 40, 1 x 50 320 3 4 Vereine 30 120 4 Bezirksverband 300 300 5 Stadt Kassel 500 500 Summe 1906 3460 12.06.1908: Keine Nennung von Mitgliederzahlen. Man kann von einem vergleichbaren Betrag wie 1907 ausgehen. 22.02.1910: Keine Nennung von Mitgliederzahlen. Man kann von vergleichbaren Beträgen wie 1907 und 1908 ausgehen. 30.01.1914: Keine Nennung von Mitgliederzahlen. Man kann von vergleichbaren Beträgen wie 1907-1909 ausgehen. Allerdings scheint es einen Rückgang an Mitgliedern gegeben zu haben, da eine neue Werbekampagne empfohlen wird. 04.03.1915: Keine Nennung von Mitgliederzahlen. Man kann von zurückgehenden Zahlen und Beträgen wie zuvor ausgehen. Eine Werbekampagne hat es wegen des Krieges nicht gegeben. Es wird eine Kriegsanleihe von 4000 Mark gezeichnet. 2000 Mark werden als Druckkostenzuschuss für den Antikenkatalog veranschlagt werden. 05.09.1916: Der Verein habe drei Mitglieder durch Tod verloren. 15.07.1919: Im Kassenbuch der Dresdner Bank sind nur die Beiträge von 23 Mitglieder aus der Stadt Kassel (690 Mark), fünf aus der Provinz (180 Mark) und von 12 Vereinen und Corporationen (1150) verzeichnet, insgesamt 2020 Mark. Insgesamt hat der Verein damit wohl nur 28 Privatpersonen und 12 korporative, insgesamt 40 Mitglieder! 16.07.1919: Der Verein habe viele Mitglieder durch Tod und Austritt verloren. Zahlen werden nicht genannt. Die Hinterbliebenen der verstorbenen Mitglieder Rosenzweig, Rubensohn und Salzmann, ebenso Kommerzienrat Wertheim, sollen als Mitglieder gewonnen werden. 31.12.1920 (Kassenbuch-Abschrift): Die Mitgliedsbeiträge betragen insgesamt 1430 Mark. Das lässt auf weiteren Rückgang der Mitgliederzahlen schließen. 31.12.1921 (Kassenbuch-Abschrift): Die Mitgliedsbeiträge betragen nur noch 1370 Mark. Das lässt auf weiteren Rückgang der Mitgliederzahlen schließen. 31.12.1922 (Kassenbuch-Abschrift): Die Mitgliedsbeiträge ohne die Stadt Kassel betragen 1220 Mark; die Stadt Kassel hat 500 Mark zugewendet. Somit sind erneut die Mitgliederzahlen rückläufig gewesen. 28.03.1923: Keine Nennung der Mitgliederzahlen. 33 12.12.1927: Mitgliederversammlung, die über die Satzungsänderung und den neuen Vereinsnamen beschließ; 45 Teilnehmer; ob diese schon alle Mitglieder gewesen sind, ist nicht zu sagen. Die weiteren Mitgliederzahlen ergeben sich aus dem Mitgliedsbuch, das von 1928 bis 1944 geführt worden ist. Die Zahlen sind wieder deutlich angestiegen. 11.01.1928: Herr Boehlau macht Mitteilung über das Ergebnis der bisherigen Werbung: 145 ordentliche Mitglieder; 19 Stifter mit zusammen jährlich M 1050.-; einmalige Stiftung zum Gründungsfonds M 2150.- und bittet um Genehmigung des Ankaufes der Guernieri-Handzeichnungen. Am Ende des Jahres 1928 hat der Verein 255 ordentliche Mitglieder, die höchste Zahl, die erreicht wurde, und 25 genossenschaftliche Mitglieder. 34 8 Anhang Funktionen und Mitgliedschaften in Vereinen für Kunst und Wissenschaft in Kassel 1903-1918, ergänzt an Hand seiner Datei „Historische Mitgliederdatei VHG 1834 bis heute“ Kursiv: Ergänzungen Dr. Kahlfuß am 22.8.2011 Person Museums- verein für Hessen- Cassel / ab 1927 Kasseler Museums- verein Kunstver- ein zu Cassel / Kasseler Kunst- verein Verein für Hessische Geschichte und Landes- kunde Kurhessische Gesellschaft für Kunst und Wissen- schaft Handels- und Ge- werbe- Verein Verschö- nerungs- verein zu Cassel Altenbockum, Karl 1903 Aufruf 1906 Mitglied 1907 Aktionär Nr. 436 Mitglied 1890- 1911(Tod) 1896 Mitglied Andrè, Carl (Karl), 1906 Mitglied 1907 Aktionär Nr. 399 Mitglied 06.1882-um 1919(Tod) 1905 Mitglied 1896 Mitglied Antoni, Georg, Dr. jur. h.c., Fulda, 1903 Aufruf 1906 Mitglied Mitglied 1894/95-um 1933 Aschrott, Sigmund 1906 Mitglied lebenslänglich 1907 Aktionär Nr. 186 1905 Mitglied 1896 Mitglied Baumann, Theodor 1906 Mitglied 1907 Frau Baumann Aktionärin Nr. 1009 Mitglied 09.1880- 1907 (Tod) (and. Pers.) 1905 Mitglied 1896 Mitglied Baumbach- Carl (Karl)von, 1906 Mitglied Mitglied 9.9.1865-1921 (Tod) (1911) 1905 Mitglied Berg-Schönfeld, Kurd Graf 1903 Aufruf Bernstorff, Graf Percy von 1906 Mitglied 1912 Mitglied Boehlau, Johannes, Dr. phil., 1903 Aufruf 1904-1928 Schriftführer 1907-1910 Vorsitzender Mitglied 1892- 23.09.1941 (Tod), 1893- 1928 Konservator des VHG für die Sammlungen des VHG zu Kassel 04.08.1928 Ehrenmitglied des VHG 1911 Mitinitiator 1912-1931 Schriftführer 1905 Mitglied Ausschuss Gewerbeausst. Büding, Friedrich, Dr. jur., 1906 Mitglied Mitglied 1903 bis ?? (1907 nach Frankfurt) Canthal, Friedrich (Fritz), Hanau 1903 Aufruf Deichmann, Ernst August Ludwig Ferdinand, Borken, 1903 Aufruf 1906 Mitglied 1907 Aktionär Nr. 931 Mitglied 1898- nach 1921 durch Tod 1912 Mitglied Dörnberg zu Hausen, Hugo von, Freiherr 1906 Mitglied 1902 Freifrau von Dörnberg 1907 Aktionär Nr. 101, Nr. 275 Mitglied 1886- nach 1921(Tod) (1930) 1912 Mitglied 1896 Mitglied Dörnberg zu Hausen, Julius von, Freiherr 1906 Mitglied 1905 Mitglied 1896 Mitglied 35 Person Museums- verein für Hessen- Cassel / ab 1927 Kasseler Museums- verein Kunstver- ein zu Cassel / Kasseler Kunst- verein Verein für Hessische Geschichte und Landes- kunde Kurhessische Gesellschaft für Kunst und Wissen- schaft Handels- und Ge- werbe- Verein Verschö- nerungs- verein zu Cassel Drach, Alhard von 1903 Aufruf 1906 Mitglied 1914-1915 Vorsitzender des Museumsvereins Mitglied 1872- 30.04.1915 (Tod), 1901-1906 Konservator VHG der Sammlung VHG mittelalterlicher hessischer Altertümer und danach auf Schloß Marburg , 1914 Ehrenmitglied 1914 Ehrenmitglied Ehrenberg, Otto 1907 Aktionär Nr. 16 1905 Mitglied Eisenmann, Oscar 1903 Aufruf 1906 Mitglied 1907 Aktionär Nr. 415 Mitglied 06.1877- 21.08.1933 (Tod), 01.1891-10.1893 Konservator VHG zu Kassel, 1905 Mitglied 1896 Mitglied Eisentraut, Gustav, Dr. phil h.c., 1903 Aufruf 1906 Mitglied 1914 Ausschuss Mitglied 1873- 06.03.1926 (Tod), 10.01.1901- 19.03.1901 Beiratsmitglied VHG, dann 1901-1924 Vorsitzender, 10.08.1924 Ehrenvor- sitzender 1912 Mitglied 1905 Mitglied 1896 Mitglied Engelhardt, Georg 1906 Mitglied 1902 Frau Engelhardt, 1907, Aktio- närin Nr. 725 1907 Aktionär Nr. 219 (and. Person) 1896 Mitglied Eschwege, Hertingk von, Baron, 1903 Aufruf 1906 Mitglied Mitglied 1920-?? (Tod) nach 1930 1896 Mitglied Eubell, Julius, 1903 Aufruf 1907 Aktionär Nr. 41 Mitglied 1887- 1917 (Tod) (1915) 1905 Mitglied 1905 Ausschuss Gewerbe- ausstellung 1896 Mitglied 1906 Vorstand Feldstein, Max 1906 Mitglied Fiorino, Alexander, 1903 Aufruf 1906 Mitglied 1907 Aktionär Nr. 55 1907 Frau Fiorino Aktionärin Nr. 660 Mitglied 1884- nach 1932 (unsicher) 1912 Mitglied 1905 Mitglied 1896 Mitglied Franke/ Francke Ernst O. 1906 Mitglied Mitglied vor 1904 (um 1902)- 1913 (Tod) 1905 Mitglied 1896 Mitglied 36 Person Museums- verein für Hessen- Cassel / ab 1927 Kasseler Museums- verein Kunstver- ein zu Cassel / Kasseler Kunst- verein Verein für Hessische Geschichte und Landes- kunde Kur- hessische Gesell- schaft für Kunst und Wissen- schaft Handels- und Ge- werbe- Verein Verschö- nerungs- verein zu Cassel Fröhlich, Salomon, 1906 Mitglied 1902 Frau Fröhlich 1907 Aktionär Nr. 155 1905 Mitglied 1896 Mitglied Gebeschus, Eugen, Hanau 1903 Aufruf 1912-13 Mitglied Gilsa, Adolf Ludwig Carl Ernst, Freiherr v. u. z. Intendant 1903 Aufruf 1907 Aktionär Nr. 461 Mitglied 1909- nach 1937(unsicher) (and. Person) 1896 Mitglied Gotthelft, Albrecht/ Albert 1907 Aktionär Kunstverein Frau Gotthelft Aktionärin Nr. 593 ? Mitglied 1897- nach 1921, Gotthelft, Carl 1906 Mitglied 1905 Mitglied 1896 Mitglied Gronau, Georg, Dr. phil. 1914 Mitglied des Ausschusses 1910 Vor- sitzender des Kunstvereins Hackländer, Fritz 1903 Aufruf 1906 Mitglied 1902 Frau Hackländer; 1907 Aktionär Kunstverein Nr. 794 1905 Mitglied 1896 Mitglied Harloff, Adolph 1906 Mitglied 1907 Aktionär Nr. 632 1905 Mitglied Harnier, August, Dr. 1907 Aktionär Nr. 31; Frau Harnier Nr. 400 und 543 1912 Mitglied 1914-1916 Vorsitzender Harnier, Eduard, Dr. jur., 1928 Mitglied 1907 Aktionär Nr. 670 Mitglied 1883- 1936 (Tod) 1905 Mitglied 1896 Mitglied Heidelbach, Josef Paul Julius, 1928 Mitglied Mitglied 1905- 1954 Henkel, Friedrich, 1906 Mitglied 1907 Aktionär Nr. 1008 Mitglied 1886- 01.11.1911 (Tod), 1904-1911 Schatzmeister 1905 Mitglied Henschel, Carl Anton Theodor 1903 Aufruf 1906 Mitglied 1905 Kassenprüfer 1907 Aktionär Nr. 167 1912 Mitglied 1905 Mitglied Henschel, Sophie, 1906 Mitglied lebenslänglich 1907 Aktionärin Nr. 166 und 832-839 Mitglied 1895- 1915 (Tod) 1905 Mitglied 1896 Mitglied Hess, Josef, 1906 Mitglied Mitglied 12.1881-nach 1921 Jochmus, Hermann, 1906 Mitglied 1902 Frau Dr. Jochmus, 1907 Aktionärin Nr. 713; 1907 Aktionär Nr. 699 Mitglied 1898- 1916 1912 Mitglied 1905 Mitglied Karst, Anton 1906 Mitglied 1907 Aktionär Nr. 286 1905 Mitglied Kästner, Julie von 1928 Mitglied 1912 Mitglied 37 Person Museums- verein für Hessen- Cassel / ab 1927 Kasseler Museums- verein Kunstver- ein zu Cassel / Kasseler Kunst- verein Verein für Hessische Geschichte und Landes- kunde Kurhessische Gesellschaft für Kunst und Wissen- schaft Handels- und Ge- werbe- Verein Verschö- nerungs- verein zu Cassel Keudell, Alexander 1903 Aufruf 1906 Mitglied 1927 Ausschuss 1907 Aktionär Nr. 181 Mitglied 1891- 24.06.1939 (Tod) 1912 Mitglied Kieckebusch, Ernst (von) , 1903 Aufruf 1906 Mitglied 1907 Aktionär Nr. 313 Mitglied 1906- 1913 (Tod) 1912 Mitglied 1905 Mitglied Knackfuß, Hermann, 1907 Aktionär Nr. 200 Mitglied 1887, richtig 06.1882.17.05.19 16 (Tod) 1912-15 Mitglied Knorz, Ludwig, Dr. 1903 Aufruf 1904-1913 Vorsitzender 1907 Aktionär Nr. 515 Mitglied 1875, richtig 06.1876- 12.04.1911 (Tod), 19.07. 1891 stv. Vorsitzender bis zum Tod 1906 Vorsitzender Koch-Weser, Erich Friedrich Ludwig, Dr 1914 Ausschuss Mitglied 1917 bis nach 1921 1918-1920 Vorsitzender Köhler, Fritz Vorsitzender des Kaufmännischen Vereins 1906 1903 Aufruf 1906 Mitglied 1907 Aktionär Nr. 704 Mitglied 1905 bis nach 1921 (Tod) 1905 Mitglied 1896 Mitglied Lieberg, Moritz, 1906 Mitglied 1907 Frau Lieberg Akti- onärin Nr. 100 1907 Aktionär Nr. 392 Mitglied 1911- nach 1921 (wohl Tod) (1927) 1905 Mitglied Lometsch, Fritz 1927 Mitglied 1907 Aktionär Nr. 369 Mitglied 1902 bis um 1950 (Tod) (and Person) Malsburg, v. d. Hans, Dr., 1903 Aufruf 1906 Mitglied 1902 Mitglied 1902 Frau v. d. Malsburg Mitglied 12.05.1864-1908 (Tod) 1905 Mitglied 1896 Mitglied Mansbach, Carl (Karl) von, Kreis Kassel, 1903 Aufruf 1906 Mitglied 1907 Aktionär Nr. 1032 Mitglied 1900 bis nach 1921 Möller, Hermann (?) 1906 Mitglied Name richtig? 1905 Mitglied 1896 Mitglied Müller, August 1903 Aufruf 1906 Mitglied Mitglied 1890 bis nach 1921 (and. Person: OB Kassel 1900- 1912) 1912 – 1926 Mitglied 1905 Mitglied Müller, Christoph, 1906 Mitglied Mitglied 1905- nach 1921 1905 Mitglied Pappenheim- Liebenau, Karl Rabe von 1903 Aufruf 1906 Mitglied Mitglied 1873- 28.03.1918 (Tod) Hauptinitiator für Hessisches Landesmuseum Kassel 1913 und größere Landesbibliothek Kassel 1913 1912-1914 Vorsitzender Pfeiffer, Carl 1903 Aufruf 1906 Mitglied 1907 Aktionär Nr. 537 Mitglied 1872- 1913 (wohl durch Tod?)(1912) 1912 Mitglied 1905 Mitglied 38 Person Museums- verein für Hessen- Cassel / ab 1927 Kasseler Museums- verein Kunstver- ein zu Cassel / Kasseler Kunst- verein Verein für Hessische Geschichte und Landes- kunde Kurhessische Gesellschaft für Kunst und Wissen- schaft Handels- und Ge- werbe- Verein Verschö- nerungs- verein zu Cassel Pfeiffer, Ludwig 1906 Mitglied 1902 Frau Pfeiffer Mitglied 1913- nach 1921, wohl in Nachfolge seines Vaters (and. Person. siehe Karl Ludwig) 1896 Mitglied Pfeiffer, Karl Ludwig, Dr. Vorstand des Kaufm Vereins 1906 1927 Ausschuss 1907 Aktionär Kunstverein Nr. 95 1924-1935 Vorsitzender 1912 Mitglied 1912-1943 Schatzmeister 1905 Mitglied Plaut, Gustav, 1903 Aufruf 1906 Mitglied 1904-1927 Schatzmeister 1907 Aktionär Nr. 264 Selma Plaut Aktionärin Nr. 265 u. Nr. 465 Mitglied 1898- um 1933 (23.6.1928) 1912 Mitglied 1905 Mitglied Reuse, Carl 1906 Mitglied 1907 Aktionär Nr. 398; 1907 Frau Reuse Aktionärin Nr. 856 1905 Mitglied 1896 Mitglied Riedesel zu Eisen- bach, Wilhelm Giesebert Hermann, 1903 Aufruf 1903 Ausschuss 1906 Mitglied 1907 Ausschuss 1916-18 Vorsitzender Mitglied 1895- 1919 (Tod) 1912 Mitglied 1905 Mitglied 1896 Mitglied Rittershausen, August 1906 Mitglied 1905 Mitglied 1896 Mitglied Rosenzweig, Georg Vorstand des Kaufm. Vereins 1906 1903 Aufruf 1906 Mitglied 1907 Aktionär Nr. 204 Mitglied 1894 bis nach 1921 (Tod) (6.11.1918) 1912 Mitglied 1905 Mitglied 1896 Mitglied Rubensohn, Ernst 1927 Ausschuss 1907 Aktionär Nr. 11 Emil: Mitglied vor 1904 – nach 1921 (and. Person) 1912 Mitglied 1905 Mitglied Rubensohn, Hermann, 1906 Mitglied 1907 Aktionär Nr. 591 Mitglied 1899- nach 1921(Tod) (27.5.1919) 1912 Mitglied 1905 Mitglied 1896 Mitglied Ruetz, Carl 1903 Aufruf 1906 Mitglied 1905 Kassenprüfer 1907 Aktionär Nr. 141 Mitglied 1903/04 bis nach 1921 1912 Mitglied 1905 Vorsitzender 1905 Ausschuss Gewerbe- ausstellung 1896 Mitglied 1906 Schriftführer Salzmann, Heinrich, 1903 Aufruf 1906 Mitglied Mitglied 1899- 1916 (Tod) (3.11.1915) 1905 Mitglied 1896 Mitglied Schäffer, August 1906 Mitglied Mitglied vor 1904-nach 1921 (and. Person) 1905 Mitglied 1896 Mitglied Scharfenberg, Karl Xaver von 1906 Mitglied 1887 VHG Mitglied 1887- 18.04.1922 Schier, Heinrich, Dr. jur. 1903 Aufruf 1906 Mitglied 1907 Frau Schier Aktionärin Nr. 602 1907 Aktionär Nr. 664 1905 Mitglied 1896 Mitglied 39 Person Museums- verein für Hessen- Cassel / ab 1927 Kasseler Museums- verein Kunstver- ein zu Cassel / Kasseler Kunst- verein Verein für Hessische Geschichte und Landes- kunde Kurhessische Gesellschaft für Kunst und Wissen- schaft Handels- und Ge- werbe- Verein Verschö- nerungs- verein zu Cassel Schnell, Ludwig 1906 Mitglied 1907 Frau Schnell Aktionärin Nr. 552 Mitglied 1899 bis zum Tod wohl um 1907 (19.7.1924) 1905 Mitglied 1896 Mitglied Schröder, Georg 1906 Mitglied 1907 Aktionär Nr. 348 Gustav: Mitglied 1900- nach 1921, (and. Person) 1905 Mitglied Schwertzell, Gerhard 1903 Aufruf 1906 Mitglied Mitglied 1883- zum Tod (1.4.1919) 1912 Mitglied Seidler, Georg 1906 Mitglied 1907 Aktionär Nr. 238 Mitglied 1904- nach 1921 (Tod) (26.12.1923) 1912 Mitglied 1905 Mitglied 1896 Mitglied Sethe, Eduard 1906 Mitglied 1907 Frau Sethe Aktionärin Nr. 357 1905 Mitglied Sternberg, Adolf 1906 Mitglied 1902 Frau Elisabeth Sternberg 1907 Aktionär Nr. 495 1896 Mitglied Stölting, Georg, Dr. 1903 Aufruf 1906 Mitglied 1902 Frau Stölting; 1907 Aktionär Nr. 617 1896 Mitglied Stumm, W. von 1906 Mitglied Thorbecke, Friedrich Vorstand des Kaufm Vereins 1906 1906 Mitglied 1902 Frau Thorbecke; 1907 Aktionär Nr. 806 1912 Mitglied 1905 Mitglied 1896 Mitglied Trost, Georg Heinrich 1906 Mitglied Mitglied 1899- 1918 (Tod) (2.4.1917) 1905 Mitglied 1896 Mitglied Trott zu Solz, August Bodo Wilhelm Klemens Paul von, Dres. h.c., 1903 Aufruf 1914 Mitglied bis zum Tode 1938 und Ehrenmitglied 1905 Mitglied Ulrich, Franz 1903 Aufruf 1906 Mitglied 1907 Aktionär Nr. 306 Frau Ulrich Aktionärin Nr. 326 Mitglied 1895 bis nach 1921 (14.10.1914) 1905 Mitglied 1896 Mitglied Vogt, Johanna 1927 Ausschuss 1907 Aktionärin Nr. 172 1913 Mitglied Vogt, Otto, 1903 Aufruf 1906 Mitglied 1927 Ausschuss 1902 Frau Vogt 1907 Aktionär Nr. 307 Mitglied 1886- um 1930 (Tod), (3.11.1932) 1912 Mitglied 1905 Mitglied 1896 Mitglied Waitz von Eschen 1927 Mitglied 1907 Aktionär Nr. 258 Mitglied 1908- 1965 (Tod) Wallach, Martin (verstorben) 1905 Mitglied 1905 Mitglied 1896 Mitglied Wegmann, Peter 1903 Aufruf 1906 Mitglied 1907 Aktionär Nr. 291 und 296; Frau Wegmann Aktionärin Nr. 613 1905 Mitglied 40 Person Museums- verein für Hessen- Cassel / ab 1927 Kasseler Museums- verein Kunstver- ein zu Cassel / Kasseler Kunst- verein Verein für Hessische Geschichte und Landes- kunde Kurhessische Gesellschaft für Kunst und Wissen- schaft Handels- und Ge- werbe- Verein Verschö- nerungs- verein zu Cassel Wertheim, Moritz 1907 Aktionär Nr. 736; Frau Wertheim Aktionärin Nr. 66 Mitglied 1910 bis nach 1921 Windheim, Ludwig Hubert von 1903 Aufruf 1906 Mitglied Mitglied vor 1904-1912 1905 Mitglied Woringer, August 1928 Mitglied Mitglied 12.1880-1945 1904-1924 Schriftführer, 1924-1938 Stv. Vorsitzender 28.08.1930 Ehrenmitglied 31.08.1934 Ehrenmitglied des Gesamtvor- standes 26.08.1938 Ehrenvorsitzende r VHG 1, S. 138: Am 1. Oktober 1904 hatte der VHG 1710 Mitglieder; im Stadtkreis Kassel wohnten allein 538 Vereinsmitglieder. 41 9 Anhang Vorstände und Arbeitsausschuss-Mitglieder 1903-1945 12. Dezember 1903: Die Satzung sah vor, dass die Mitgliederversammlung einen Arbeitsausschuss von wenigstens 15 Mitgliedern wählte. Dieser Ausschuss hatte aus seiner Mitte als Vorstand einen Vorsitzenden, einen Schriftführer und einen Schatzmeister zu wählen. Der Arbeitsausschuss wurde auf der konstituierenden Mitgliederversammlung für drei Jahre gewählt; er bestand aus 16 Mitgliedern, davon satzungsgemäß die Direktoren der Gemäldegalerie und des Museums Fridericianum: Herr v. Trott zu Solz, Freiherr Riedesel zu Eisenbach, v. Schwertzell – Ziegenhain, Müller, Antoni - Fulda, Pfeiffer, Knorz, Plaut, Vogt, Ruetz, Henschel, Kieckebusch, Heräus - Hanau, die Museumsdirektoren Eisenmann und Johannes Boehlau, Herr v. Drach -Marburg. Dr. Knorz / Vorsitzender (ad hoc) / Boehlau / Schriftführer (ad hoc) 18. Dezember 1903 Arbeitsausschuss: Als Vorstand wurden die Herren Knorz als Vorsitzender, Plaut als Schatzmeister, Boehlau als Schriftführer gewählt. 26. April 1907 Der bisherige Ausschuss wurde wieder gewählt, wobei statt des verzogenen Regierungspräsidenten v. Trott zu Solz dessen Nachfolger Graf v. Bernstorff gewählt wurde. Nach Schluss der Sitzung trat der Ausschuss zusammen und wählte aus seiner Mitte den bisherigen Vorstand wieder: Dr. Knorz als Vorsitzender, Plaut als Schatzmeister, Dr. Boehlau als Schriftführer. Graf v. Bernstorff, Freiherr Riedesel zu Eisenbach, v. Schwertzell – Ziegenhain, Müller, Antoni - Fulda, Pfeiffer, Dr. Knorz, Plaut, Vogt, Ruetz, Henschel, Kieckebusch, Heräus - Hanau, die Museumsdirektoren Eisenmann und Johannes Boehlau, Herr v. Drach - Marburg. 15 Ausschuss-Mitglieder Der bisherige Vorstand wird wiedergewählt: Dr. Knorz als Vorsitzender, Plaut als Schatzmeister, Dr. Boehlau als Schriftführer 22.Februar 1910 Arbeitsausschuss: An Stelle des aus dem Verein ausgeschiedenen Herrn Landrats v. Schwertzell wurde Herr Landrat v. Keudell-Eschwege kooptiert. An Stelle des verzogenen Geheimrats Eisenmann trat satzungsgemäß der neue Galeriedirektor Herr Dr. Gronau. Mitgliederversammlung: Der bisherige Ausschuss wurde mit den von Ausschuss schon vorgeschlagenen Änderungen wieder gewählt. Graf v. Bernstorff, Freiherr Riedesel zu Eisenbach, v. Keudell-Eschwege, Müller, Antoni - Fulda, Pfeiffer, Dr. Knorz, Plaut, Vogt, Ruetz, Henschel, Kieckebusch, Heräus - Hanau, die Museumsdirektoren Dr. Gronau und Johannes Boehlau, Herr v. Drach - Marburg. 15 Ausschuss-Mitglieder 42 Arbeitsausschuss: Nach Beendigung der Mitgliederversammlung trat der Ausschuss wieder zusammen und wählte aus seiner Mitte auf Antrag des Herrn Landeshauptmanns v. Riedesel den bisherigen Vorstand wieder: Dr. Knorz als Vorsitzender, Plaut als Schatzmeister, Dr. Boehlau als Schriftführer. 30. Januar 1914 Arbeitsausschuss: Herr v. Drach, an Stelle des Geheimrats Knorz als Vorsitzender kooptiert, eröffnete die Sitzung. Der Ausschuss kooptierte an Stelle des verstorbenen Geheimen Kommerzienrats Pfeiffer Herrn K. L. Pfeiffer, an Stelle des ausgetretenen Stadtrat Ruetz Herrn A. Fiorino. An Stelle des ausgetretenen Herrn Oberbürgermeister Müller sollte der Mitgliederversammlung Herr Oberbürgermeister Koch, an Stelle des verstorbenen Herrn Oberst v. Kieckebusch Herr Generalmajor Eisentraut vorgeschlagen werden. Mitgliederversammlung: Arbeitsausschuss: Geheimrat A. v. Drach, Kommerzienrat G. Plaut, Museumsdirektor Dr. J. Boehlau, Oberbürgermeister Antoni-Fulda, Regierungspräsident Graf Bernstorff, Geheimer Kommerzienrat Dr. ing C. Henschel, Dr. W. Heraeus-Hanau, Landeshauptmann Freiherr W. Riedesel zu Eisenbach, Kammerherr und Landrat v. Keudell-Eschwege, Geheimer Kommerzienrat O. Vogt und Galeriedirektor Dr. O. Gronau, K. L. Pfeiffer, A. Fiorino, Oberbürgermeister Koch und Generalmajor G. Eisentraut. Der Ausschuss besteht somit aus der durch die Satzung vorgeschriebenen Mindestzahl von15 Mitgliedern. Koch wollte dem Verein nicht beitreten, sollte aber gebeten werden, als Vertreter der Stadt Kassel dem Ausschuss anzugehören. Arbeitsausschuss: Nach Schluss der Sitzung trat der Ausschuss zusammen und wählte aus seiner Mitte den bisherigen Vorstand wieder: Geheimrat A. v. Drach als Vorsitzenden, Kommerzienrat G. Plaut als Schatzmeister, Dr. J. Boehlau als Schriftführer. 5. September 1916 Arbeitsausschuss: An Stelle des verstorbenen Geheimen Regierungsrats Dr. v. Drach wurde Herr Landeshauptmann Freiherr v. Riedesel zu Eisenbach als Vorsitzender in den Vorstand gewählt. Der Vorstand bestand darauf aus dem […] Vorsitzenden, Herrn Kommerzienrat Plaut als Schatzmeister und Museumsdirektor Dr. Boehlau als Schriftführer. An Stelle der Herren v. Drach und Eisentraut sollten die Herren Exzellenz Stumm in Holzhausen und Ehrenberg gebeten werden, in den Ausschuss einzutreten. Vorstand: Freiherr v. Riedesel zu Eisenbach als Vorsitzender, Plaut als Schatzmeister und Dr. Boehlau als Schriftführer Mitgliederversammlung: Die Wahl der Herren v. Stumm und Ehrenberg in den Ausschuss wurde genehmigt. Ausschuss: Freiherr v. Riedesel zu Eisenbach, Kommerzienrat G. Plaut, Museumsdirektor Dr. J. Boehlau, Oberbürgermeister Antoni-Fulda, Regierungspräsident Graf Bernstorff, Geheimer Kommerzienrat Dr. ing C. Henschel, Dr. W. Heraeus-Hanau, Landeshauptmann Freiherr W. Riedesel zu Eisenbach, Kammerherr und Landrat v. Keudell-Eschwege, Geheimer 43 Kommerzienrat O. Vogt und Galeriedirektor Dr. O. Gronau wiedergewählt. Bestätigt wurde die Zuwahl von Herrn K. L. Pfeiffer und A. Fiorino, neu gewählt wurden die Herren Oberbürgermeister Koch, Exzellenz Stumm in Holzhausen und Otto Ehrenberg. 16. Juli 1919 Arbeitsausschuss: Der Mitgliederversammlung sollte die Wiederwahl des Ausschusses, an Stelle des verstorbenen Landeshauptmanns v. Riedesel zu Eisenbach die Zuwahl Herrn v. Gehrens, seines Nachfolgers, sowie die Zuwahl Herrn Eisentraut`s empfohlen werden, der wieder dem Verein beigetreten war. Mitgliederversammlung: Wiederwahl des bisherigen Ausschusses. Zuwahl von Landeshauptmann v. Gehren und General Eisentraut. Ausschuss: v. Gehren, Kommerzienrat G. Plaut, Museumsdirektor Dr. J. Boehlau, Oberbürgermeister Antoni-Fulda, Regierungspräsident Graf Bernstorff, Geheimer Kommerzienrat Dr. ing C. Henschel, Dr. W. Heraeus-Hanau, Landeshauptmann, Kammerherr und Landrat v. Keudell-Eschwege, Geheimer Kommerzienrat O. Vogt, Galeriedirektor Dr. O. Gronau, K. L. Pfeiffer und A. Fiorino, Exzellenz v. Stumm in Holzhausen und Otto Ehrenberg. Arbeitsausschuss: Nach Schluss der Sitzung wählte der Ausschuss aus seiner Mitte den Landeshauptmann v. Gehren als Vorsitzenden, Kommerzienrat Plaut als Kassenführer, Museumsdirektor Dr. Boehlau als Schriftführer. 28. März 1923 Arbeitsausschuss: An Stelle des ausgeschiedenen Herrn Grafen Bernstorff wurde Herr Dr. Luthmer vorbehaltlich der Zustimmung der Mitgliederversammlung in den Ausschuss gewählt; er nahm darauf an der Sitzung teil. Mitgliederversammlung: Wahl von Dr. Luthmer in den Ausschuss an Stelle von Graf Bernstorff. Ausschuss: v. Gehren, Kommerzienrat G. Plaut, Museumsdirektor Dr. J. Boehlau, Oberbürgermeister Antoni-Fulda, Geheimer Kommerzienrat Dr. ing C. Henschel, Dr. W. Heraeus-Hanau, Landeshauptmann, Kammerherr und Landrat v. Keudell-Eschwege, Geheimer Kommerzienrat O. Vogt, Galeriedirektor Dr. O. Gronau, K. L. Pfeiffer und A. Fiorino, Exzellenz v. Stumm in Holzhausen, Otto Ehrenberg, Dr. Kurt Luthmer Arbeitsausschuss: Nach Schluss der MV wählte der Ausschuss aus seiner Mitte den bisherigen Vorstand wieder. Dieser bestand somit aus: Landeshauptmann v. Gehren, Vorsitzender Kommerzienrat Plaut, Schatzmeister Museumsdirektor Dr. Boehlau, Schriftführer 12. Dezember 1927 Nach Änderung des Vereinsnamens in Kasseler Museumsverein e. V. blieben die Satzungsbestimmungen im § 7 zur Wahl eines Geschäftsführenden Ausschusses, dem der 44 Direktor und Kustos der Staatlichen Sammlungen kraft Satzung angehörten, und des Vorstands im Wesentlichen bestehen. Die Angehörigen des Vorstands erhielten gegenseitige Vertretungsbefugnis. Folgende Personen wurden in den Ausschuss gewählt: Beichhold, Major a. D., Fabrikant, Humboldtstr. 31 Brunner, Bankdirektor, Dresdner Bank Dietrich, Regierungsrat, Thoméestr. 5 Paul Ehrenberg, Fabrikdirektor, Weinbergstr. 35 Fiorino, Kaiserstr. 13 E v. Keudell, Präsident d. Komm.-Landt. Schloß Wolfsbrunn b. Eschwege Lewinsohn, Rechtsanw. u. Notar, Unt. Königstr. 58 Dr. Luthmer, Professor, Landesmuseum K. L. Pfeiffer, Bankier, Olgastr. ¼ Ernst Rubensohn, Fabrikdirektor, Terrasse 13 Sautter, Professor, Schöne Aussicht Dr. Schellmann, Landesrat, Herrmannstr. 6 Dr. Simons, Oberreg.Rat, Oberpräsidium Dr. Stadler, Oberbürgermeister, Rathaus O. Vogt, Geh. Komm. Rat, Schöne Aussicht 8 Verlagsbuchhändler Vötterle, Rasenallee 77/79 Frl. Stadtrat Johanna Vogt, Ob. Königstr. 47 Zimmermann, Präsident der Handwerkskammer , Friedr. Wilhelmstr. 4 Dr. Boehlau, Dir. D. Staatl. Sammlungen Dr. Möbius, Kustos, Landesmuseum 11. Januar 1928 Ausschuss-Sitzung Nach einem Vorschlag des Herrn Fiorino werden die Herren Oberbürgermeister Dr. Stadler zum Vorsitzenden, Geheimrat Boehlau zum Schriftführer, Bankdirektor Brunner zum Schatzmeister gewählt. 11. Januar 1929 Ausschuss-Sitzung Dr. Kurt Luthmer wird ohne Diskussion als Nachfolger von Dr. Johannes Boehlau zum Schriftführer gewählt. Boehlau wird zum Ehrenmitglied ernannt. 21. März 1930 Ausschuss-Sitzung 8. Dezember 1931 Ausschuss-Sitzung Dr. Herbert Stadler ist den Adressbüchern zufolge – die letzte Eintragung war 1939 - ohne erneute Wahl bis zu seinem Umzug nach Berlin, wo er am 17.2.1943 starb, als Vorsitzender des Museumsvereins geführt worden. Von 1932 an wurde Bruno Jacob als Geschäftsführer des Vereins im Adressbuch erwähnt, Dr. Stadler ab 1934 als Oberbürgermeister i. R. verzeichnet. 45 10 Anhang 46 47 11 Anhang 48 49 50 51 52 53 54 12 Anhang [Aktenverzeichnis 1, ohne Seite, 12.12.1927; Blattzählung von S. 115 bis S. 107 in umgekehrter Reihenfolge!] [115] Bericht des Geschäftsführers des „Kasseler Museumsvereins“ an den Arbeitsausschuss über das Geschäftsjahr 1928 1.Werbung von Mitgliedern Bei der Werbung von Mitgliedern für den Museumsverein stellte sich bereits nach kurzer Zeit heraus, dass die Gewinnung von Einzelmitgliedern, welche auch nur den satzungsgemäßen Jahresbeitrag von M 6.- aufzubringen willens waren, ebenso zeitraubend wie schwierig ist. Die Schwierigkeiten lagen zum Teil in der wirtschaftlichen Depression, welche während des Berichtsjahres in allen Kreisen Kassels immer stärker fühlbar wurde, z. Teil sind sie wohl auch begründet in der Mentalität des Kasseler Bürgers der den Neuerungen jeder Art nur zögernd, ja, mit einem gewissen Misstrauen herangeht. Freiwillige Beitrittserklärungen erfolgten in den seltensten Fällen, schriftliche Bearbeitung einzelner Persönlichkeiten blieb meist erfolglos, auch persönliche Werbung brachte nicht immer den gewünschten Erfolg. So erwies es sich als immer notwendiger, das Schwergewicht auf die Werbung genossenschaftlicher Mitgliedeer im [114] Sinne des § 6 Ziffer 1 unserer Satzung zu legen. Die korporative Werbung von Mitgliedern bezweckt, in immer breiteren Schichten der Bevölkerung Kassels Verständnis für die Aufgaben und Ziele der Museumsarbeit zu wecken. Auch bei dieser Arbeit musste jeder Schritt Boden mühsam erkämpft werden; Aus der Anlage 1 [nicht erhalten] ist ersichtlich, mit welchen Vereinen, Verbänden und Organisationen Verbindung angeknüpft wurde. Durch die Redaktion und Herausgabe unseres Kulturführers: „Kassel 1928/29 Die kulturellen Einrichtungen und Verbände in der Stadt und ihre Veranstaltungen“, dessen Vorbereitung bis in das Frühjahr zurückreicht, und durch die Redaktion der mit dem Kulturführer verbundenen 14 tägigen „Kasseler Mitteilungen“ ist nun seit dem Herbst ein näheres und vertrauensvolles Verhältnis zu 48 wissenschaftlichen, künstlerischen, musikalischen und Bildungsvereinen angeknüpft worden, welche sämtlich zum korporativen Anschluss an den Museumsverein aufgefordert wurden und dieser Anregung zum Teil auch schon Folge gegeben haben. Von Anfang an haben wir in enger Fühlungnahme mit dem Deutschen Beamtenbund, Ortsgruppe Kassel und deren Leiter, Herrn Regierungsrat Dietrich gearbeitet, dem wir für oft und gern erteilten Rat zu danken haben. Auch mit den großen Organisationen der Arbeiter- und Angestelltenverbände ist über den genossenschaftlichen Beitritt erfolgreich verhandelt worden. [113] Ein besonderer Dank gilt hier Herrn Professor Sautter für seine wirksame Vermittlung bei unserem Bemühen, die Gewerkschaften für eine Unterstützung der kulturellen Aufgaben des Museumsvereins zu gewinnen. So haben sich bis jetzt der Zentralverband der Angestellten und der Bund der technischen Angestellten und Beamten, wenn auch nur zunächst mit einem geringen festen Beitrag, korporativ angeschlossen. Der Vorstand des Butab (Bund technischer Angestellten und Beamten) schreibt uns dazu: „Unsere Hauptverwaltung in Berlin hat für diese Mitgliedschaft einen Betrag von M 25.- zur Verfügung gestellt. Die Mitgliedschaft soll ab 1. Januar 1929, dem Beginn des Geschäftsjahres, beginnen. Die weitere Mitgliedschaft wird davon abhängen, welches Interesse unsere Mitglieder dem Museumsverein entgegenbringen, und wie sich dieselbe vorteilhaft auf unsere Mitglieder auswirkt.“ Ebenso hat sich angeschlossen der Deutschnationale Handlungsgehilfenverband, und der Gewerkschaftsbund der Angestellten. Auch Herr Stadtverordneter Braunersreuther [Fritz Braunersreuther war von 1924-1929 Stadtverordneter, von 1927-1929 Fraktionsvorsitzender der SPD] hat seine Mitarbeit für das kommende Jahr in Aussicht gestellt. Langsam gewinnt so in den breiten Schichten das Gefühl an Boden, dass der einzelne Bürger die Verpflichtung hat, neben der Arbeit und neben dem Vergnügen des Alltags sich eine Feierstunde zu schaffen, in der er unter Führung berufener Kenner sich in die Kunstschätze der Vergangenheit und in die künstlerischen und kunstgewerblichen Leistungen der Gegenwart vertiefen kann. [112] Da durch immer erneute Anregung und Aufforderung in immer neuen Kreisen dieses Gefühl ihrer kulturellen Verpflichtung geweckt wird, darf man die Hoffnung aussprechen, dass weitere intensive Werbung den Boden gelockert finden wird, und dass im Jahre 1929 schon einige 1000 genossenschaftliche Mitglieder dem Museumsverein ein festes Rückrat [sic] geben und bereit sein werden, durch eine, wenn auch kleine Gabe, die satzungsgemäßen Aufgaben des Museumsvereins zu fördern. II. Ausstellungen. Zwei zwar wohl gelungene, aber durch die Herausgabe reich illustrierter Kataloge kostspielige Ausstellungen haben die Mittel des Museumsvereins fast über das Maß des Tragbaren beansprucht. Die erste Ausstellung war dem Maler Eduard v. Steinle gewidmet. Die Witwe eines unserer ersten Mitglieder, des leider Anfang des Jahres verstorbenen Polizeipräsidenten von Kassel, Frau Baronin v. Korff, ist eine Enkelin Steinles und hatte die große Freundlichkeit, gemeinsam mit ihrem Herrn Bruder, dem Oberstleutnant Lucius in Düsseldorf, ihre Schätze an Handzeichnungen, Aquarellen, Oelgemälden und großen Kartons dem Museumsverein für die Zwecke einer Ausstellung: „Eduard v. Steinle /Nachlassung seiner Werke aus Kasseler Privatbesitz“ zur Verfügung zu stellen. [111] Die Ausstellung fand statt vom 22. April – Mitte Juni. Einige der größeren Gemälde und die Kartons wurden auf Bitten ihrer Besitzer im Hessischen Landesmuseum magaziniert; 55 den Bemühungen des Berichterstatters gelang es, den Generaldirektor der Städtischen Sammlungen in Köln, Herrn Dr. Buchner, für den Erwerb eines Hauptwerkes Steinlescher Portraitkunst – das schöne Bild seiner jüngsten Tochter Josephine – zu gewinnen und den Herrn Oberbürgermeister von Köln für den Erwerb der Kartons zu interessieren. Diese Kartons behandeln Gegenstände aus der Geschichte oder Legende Köln[s] und aus dem Volksleben dieser Stadt. Die Verhandlungen darüber sind noch im Gange. Es darf gerechnet werden, dass eine dem Werte de Bilder entsprechende Vergütung die Kasse des Museumsvereins in erfreulicher Weise auffüllen wird. Die zweite Ausstellung „Alt-China in Kunst und Kunstgewerbe“ dankt der Museumsverein in erster Linie der Munifizenz [Freigebigkeit] zweier seiner Mitglieder, der Herren Dr. Gotthilf und Rechtsanwalt Lewinsohn. Es ließ sich aus ihren Beständen leicht eine instruktive Reihe schöner, namentlich frühchinesischer Stücke zusammenstellen, wobei Herr Dr. William Cohn vom Ostasiatischen Museum in Berlin mit freundlicher Bereitwilligkeit seinen fachmännischen Rat lieh. [110] Ein mit 25 Tafeln ausgestatteter Katalog, dessen Bearbeitung Herrn Direktor Luthmer zu danken ist, macht das Gebotene wissenschaftlicher Forschung nutzbar. Die Ausstellung fand statt vom 11. Juli bis Ende Oktober, sie musste wegen des lebhaften Interesses, das auch auswärtige Kunstfreunde an ihr nahmen, verlängert werden. Als einen besonderen Erfolg dieser Ausstellung darf der Museumsverein es buchen, dass nach ihrer Beendigung das gesamte Ausstellungsgut der Herren Dr. Gotthilf und Rechtsanwalt Lewinsohn dem Hessischen Landesmuseum als Dauerleihgabe überlassen wurde. Den beiden Herren sei auch an dieser Stelle für den großzügigen Beweis verständnisvoller Mitarbeit verbindlichst gedankt. Eine dritte Ausstellung „Althessische Kunst im deutschen Kunsthandel“ war für die Wintermonate geplant und hatte lebhafte Zustimmung der beteiligten Kreise gefunden. Es sei gestattet, einige Sätze aus dem Artikel zu zitieren, den der Herausgeber der „Kunstauktion“, Herr Walter Bondy am 26. August d. J. in Nr. 35 über diesen Plan veröffentlichte: „Der Kasseler Museumsverein hat mit dieser Ausstellung einen entschiedenen Schritt nach vorwärts getan. Er regt damit die Sammeltätigkeit des Publikums für die einheimische Kunst an und verpflichtet sich dem Kunsthandel, der sich sicher dem Museum erkenntlich zeigen wird. Zwei Fliegen mit einem Schlag.“ [109] Leider entsprach trotz einer lebhaften Korrespondenz mit über 50 deutschen Kunsthändlern der Erfolg unseren Bemühungen nicht in dem erwarteten Maße, so dass der Plan zurückgestellt werden musste. Zu diesem Entschluss trug nicht unwesentlich die Tatsache bei, dass Herr Direktor Luthmer, der Vater des Gedankens, von schwerer Krankheit kaum genesen, einen Erholungsurlaub antrat. Ganz ohne Nutzen blieben aber auch diese Bemühungen nicht; es konnte eine Anzahl wertvoller Stücke, die für die Zwecke der Ausstellung schon übersandt waren, vom hessischen Landesmuseum erworben werden. Wie im vorigen Jahre wurde auch diesmal zu Weihnachten eine heimatgeschichtliche Ausstellung geöffnet, die sich, ähnlich wie die vorigen, des warmen Interesses der Heimatfreunde erfreute. Alte Kasseler Stadtansichten sind in Originalblättern zusammengestellt. Die Pläne und Zeichnungen führen von der Renaissance bis zur Biedermeierzeit und zeigen manchen großartigen, nicht zur Durchführung gelangten Bebauungsplan. Die Ausstellung hatte so nicht nur heimatgeschichtlichen Charakter, sondern gab auch den aktuellen Fragen modernen Städtebaues die lokalgeschichtlichen Unterlagen. Sie wurde am 1. Weihnachtstag eröffnet und dauerte bis zum 4. Januar. [108] III. Zukunftsaufgaben. Für das nächste Jahr ist als erstes eine Ausstellung von etwa 170 Aquarellen aus dem Besitz des Herrn Professors Justi, Marburg/L. geplant. Sein Vater, Ferdinand Justi, hat sie zumeist im letzten Viertel des vorigen Jahrhunderts gezeichnet. Diese Aquarelle stellen oberhessische Trachten, Hausbau, Hausrat jeder Art und landwirtschaftliches Gerät aus der Marburger Gegend und dem Hinterland mit geradezu vorbildlicher Treue und liebevoller Sorgfalt dar. Vor allem bieten seine Trachtenbilder, von denen bis jetzt nur ein geringer Teil veröffentlicht ist, eine unerschöpfliche Fundgrube für den heimatforscher. Mit wissenschaftlicher Exaktheit ist jede kleinste Einzelheit beobachtet. Entwicklung und Verfall der Trachten im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts ist in hundert Einzelbildern festgehalten. Sie zusammen ergeben ein durchaus objektives Bild des bäuerlichen Lebens vor der Industrialisierung und seines heute fast verschwundenen Formenreichtums. Eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben des Museumsvereins wird die Mitarbeit an dem in Aussicht genomme- nen Zusammenschluss der Kultur- und Bildungsvereine sein. [107] Der Museumsverein ist für die Lösung dieser Aufgabe dadurch besonders prädestiniert, dass er bereits mit allen den Gruppen, die einen Kasseler Kultur- verband für notwendig halten, in Fühlung steht, und durch seine Organisation der Verwirklichung dieses Planes die Wege ebnen kann. Dieser Kulturverband der Zukunft wird die in mehr als 40 Vereine und Gesellschaften verstreuten geistigen Energiequanten zusammenballen und so ein machtvolles Zentrum bilden können, in dem sich die führenden Schichten der Bevölkerung Kassels zu gemeinsamer kultureller Arbeit vereinigen, um das geistige Gesicht ihrer Heimatstadt zu formen. Die ersten Schritte auf diesem Wege sollen noch im Laufe des Winters unternommen werden. Weihnachten 1928“ 56 13 Anhang Mitgliederbuch des Kasseler Museumsvereins von 1928 bis 1944 Namen zum Teil ergänzt mit Hilfe der Kasseler Adressbücher 1928 ff. Nr Name Stand Wohn ung 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 1 Korff, Frhr. Fritz v. Pol.Präs. Kaiser- platz 10 10 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 2 Blänkner, Dr. Ernst Oberreg.Rat Kölnische Str. 31 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 3 Walter, Dr. Gotthold Landrabbiner Moltkestr. 7/ Stände- platz 2 6 6 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 4 Volckart, Dr. Hans Vizepräsi- dent Ober- präsidium Humboldt str. 22 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 5 Simons, Dr. Karl Oberreg.Rat Terrasse 16 6 0 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 6 Woringer, August Zolldirekt. i. R. Kölnische Str. 84 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 7 Kühne, Viktor General d. Art. a. D. Jordanstr. 45 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 8 Fiorino, Aexander Bankier Kaiserstr. 13 6 6 7 6 7 7 0 0 0 0 0 0 9 Brechsler, Exz. Generallt. a. D. Kaiserstr. 4 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 10 Boedicker, Friedrich, Exz. Vizeadmiral a. D. Yorckstr. 34 7 7 7 7 0 0 0 0 0 0 0 0 11 Vogt, Otto Kommerzien rat Schöne Aussicht 18 30 30 30 20 20 0 0 0 0 0 0 0 12 Alsberg, Dr. Adolf - Spohrstr. 2 6 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 13 Zimmermann, Wilhelm Präs. der Handwerks- kammer Fried.Wil h. Pl. 4 6 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 14 Cybulla, Artur Apotheken- besitzer Oberste Gasse 50 50 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 15 Hühn, Ernst Kunsthändler Ysenburg str. 35 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 16 Luthmer, Dr. Kurt Direktor St. Kunstslg. Landesmu seum 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 17 Hallo, Dr. Rudolf - Landesmu seum 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 18 Rubensohn, Frau Emmy - Terrasse 13 0 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 19 Langsdorf, Dr. A. - Landesmu seum 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 20 Helm, Dr. Rudolf Landesmu seum 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 21 Plaut, Joseph Bankier Kölnische Str. 45 6 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 22 Rosenstock, Julius Stadtrat a. D. Friedrichs tr. 20 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 23 Rosenzweig, Frau Adele Kommerzien rat Terrasse 1 50 50 50 50 6 25 0 0 0 0 0 0 24 Vogt, Frau Johanna Stadtrat Obere Königstr. 47 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 25 Kästner Frl. Julie v. StV Terrasse 1 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 0 0 26 Harnier, Dr. Ed. Geh. Justizrat Humboldt str. 26 6 6 6 6 6 6 6 0 0 0 0 0 27 Braun, Michael Bez.Direktor Ständepl. 13 II 10 10 10 0 0 0 0 0 0 0 0 0 57 28 Witte, Prof. Kurt Direktor der Kunstakade mie Menzelstr. 15 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 29 Vocke, Alfred Professor Albrecht- str. 37 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 30 Hallo, Franz - Sophien- str. 20/ Spohrstr. ½ 50 6 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 31 Elias, Baruch Bankier Terrasse 28 50 50 50 0 0 0 0 0 0 0 0 0 32 Blaue, Wilhelm Architekt Hohenzoll ernstr. 85 6 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 33 Meyer, Martin? Professor ? Studienrat i.R. Querallee 46 6 6 6 6 0 6 6 0 0 0 0 0 34 Feldstein, Max Fabrikant Olgastr. 11/ Ho- henzolern -str. 223 6 6 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 35 Feldstein, Ernst - Friedrichs -platz 1 6 0 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 36 Dietrich, Erich Reg.Rat Thomée- str. 5 6 6 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 37 Gotthelft, Richard Druckerei- besitzer Sophien- str. 5 6 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 38 Thorbecke, Joh. - Terrasse 2 15 15 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 39 Arnthal, Dr. Ernst Justizrat, RA u. Notar Wilh. Al- lee 26 1/2 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 40 Wertheim, Frau Eugenie Kommerzien rat Terrasse 14 50 50 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 41 Fennel, Dr. Adolf Königstor 16 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 42 Volckmar, Ludwig OberReg.Rat i. R. Kölnische Str. 81 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 43 Lewinsohn, Alexander Rechtsanwalt und Notar Unt. Kö- nigstr. 58 30 30 30 10 0 0 0 0 0 0 0 0 44 Lorentz, Dr. Gottlieb v. Chefarzt, Facharzt für Chirurgie Hohenzoll ernstr. 92 II 6 6 7 7 7 7 0 0 0 0 0 0 45 Beyer, Dr. ing. Bernhard Gen. Direktor Weinberg str. 13 50 50 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 46 Bachrach, Moritz Kaufmann, Direktor Kaiserstr. 11 50 50 50 0 0 0 0 0 0 0 0 0 47 Schulz, Hermann Direktor des Schulmuse- ums Hess. Landes- museum 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 48 Gehren, Dr. Reinhard v. Landeshaupt -mann Stände- platz 8 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 49 Plaut, Gustav Kommerzien rat Kaiserstr. 9 5 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 50 Ehrenberg, Emmi/Emilie (Frau von Paul E.) Rentner Weinberg str. 35 7 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 51 Pfeiffer, Karl Ludwig Bankier Spohrstr. 1/4 50 50 50 0 0 50 20 20 20 20 20 20 52 Abt, N. Großkauf- mann Harles- hausen 12 12 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 53 Anz, Dr. Heinrich Oberlandes- gerichts- präsident Kaiserstr. 46 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 54 Arndt, Dr. med. Arzt Momberg str. 24 5 5 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 55 Atzert, August Wilhelm Kaufmann Schlangen weg 13 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 56 Auffahrt, Theodor Großhand- lung Moltkestr. 8 10 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 57 Ballin, Rudolf Bankier Terrasse 7 20 20 5 8 5 0 0 0 0 0 0 0 58 58 Barth, Paul Großkauf- mann Hedwigstr . 11 50 25 25 10 10 10 10 10 10 10 10 10 59 Baumann, Dr. Ernst Fabrikant Terrasse 18 75 25 25 30 10 10 0 0 0 0 0 0 60 Bähr, Dr. Karl Präsident des Landes- Kirchen- ausschusses Renthof 5 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 61 Behm, Dr. Wolfgang v. Arzt Stände- platz 7 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 62 Beichhold, Robert Fabrikant Humboldt str. 31 50 50 50 0 0 0 0 0 0 0 0 0 63 Below, Otto v. General d. Inf. Friedrich- str. 6 6 6 6 7 7 7 7 7 7 7 7 7 64 Blass, Alfred Buchhändler Theaterstr . 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 65 Breithaupt, Dr. Georg Fabrikant Georgen- str. 1 25 25 26 0 0 0 0 0 0 0 0 0 66 Brocke, Curt von Architekt Wiegands breite 9 6 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 67 Brunner, Heinrich Bankdirektor Dresdner Bank Filiale Kassel Schloß- teichstr. 9 20 20 20 20 10 10 6 6 6 6 6 6 68 Boppenhausen, Wilhelm Dir. i. R. der Kreditkasse Königstr. 1 6 6 8 8 8 0 0 0 0 0 0 0 69 Daltrop, Philipp Landgerichts präsident Jordanstr. 41 6 6 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 70 Dellevie, Dr. Theodor Rechtsanwalt Kölnische Str. 4 6 6 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 71 Delmhorst Dechant Kölnische Str. 55 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 72 Ehrenberg, Paul Fabrikant Weinberg str. 35 75 75 75 75 25 0 0 0 0 0 0 0 73 Ehrenberg, Otto Rentner Querallee 21 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 74 Franke, Arthur Großkauf- mann, Stoffe Friedr.- Wilhelm- Pl. 2 10 10 10 0 0 0 0 0 0 0 0 0 75 Friedensburg, Dr. Ferdinand Regierungs- präsident Kölnische Str. 69 6 6 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 76 Friedrich, Dr. Wilhelm Oberbez. Dir. Virchow- str. 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 77 Fröhlich, Bruno Fabrikant Terrasse 16 20 20 20 20 10 10 0 0 0 0 0 0 78 Fuhse, Richard Kaufmann Steinhöfer -str. 6 1/2 50 50 50 0 0 0 0 0 0 0 0 0 79 Gerpott, Max Kaufmann Ob. Kö- nigstr. 7 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 80 Gotthilf, Dr. med Willy Arzt Spohrstr. 7 9 9 9 9 9 9 9 9 9 0 0 0 81 Has, Carl Friedrich Handelsge- richtsrat Nahlstr. 9 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 82 Hahn, Dr. jur. Gustav Justizrat Kölnische Str. 8 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 83 Henschel, Oskar Fabrikant Weinberg str. 15 100 100 100 100 100 100 100 100 100 100 100 100 84 Herwig, Walter Kaufmann Kaiser- platz 13 10 10 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 85 Hoffa, Otto Bankier Sophien- str. 2 6 6 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 86 Hopf, Dr. Wilhelm Landesbibl.- Direktor Reginastr. 16 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 87 Jagemann, Karl Bankdirektor Hermann- 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 59 Darmst.& Nat.bank str. 2 88 Ikenberg, Max Bankdirektor Kirchweg 82 6 6 6 12 0 0 0 0 0 0 0 0 89 Israel, Dr. Friedrich Bibliotheks- rat Eulenburg str. 19 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 90 Kaiser, Ludwig Regierungs- rat Sophien- str. 4 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 91 Kämpfer, Johannes Geschäfts- führer Volksblatt Bahnhof- str. 10 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 92 Kewe, Prof. Dr. Adolf Oberstudien- direktor Kölnische Str. 78 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 93 Koch, Ferdinand Zeitungs- Verleger Landgraf- Karl-Str. 2 50 50 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 94 Krehler, Ludwig Bankier Bankhaus Schirmer 50 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 95 Laer, Paul von Präsident des Landesfinanz -amtes Kaiser- platz 41 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 96 Legal, Ernst Intendant Staasts- theater 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 97 Letschert, Reinhard Bankdirektor Kreditbank Gilsastr. 7 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 98 Lindner, Willi Schriftleiter Kirchweg 84 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 99 Lüer, Prof. Dr. Hermann Dir. der Kunstgewer- beschule Fr. Wil- helmplatz 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 100 Loewenbaum [?], Kurt Bankier Bank Schirmer Ruhlstr. 5 50 10 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 101 Luckhard, Dr. Fritz Studiendi- rektor Friedrichs- gymnasium Wigandstr . 16 6 6 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 102 Martin, Georg Reichsbahn- dir.- Präsident 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 103 Martin, Dr. Karl Senats- Präsident, Vizepräsi- dent des Landgerichts Aschrott- str. 33 7 7 7 7 7 7 0 0 0 0 0 0 104 Maybaum, Curt Fabrikbesit- zer Weyrauch str. 10 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 105 Möller, Dr. D. Heinrich Ld.-Ober- pfarrer / Ge- neralsuper- intendent Brabanter Str. 31 6 6 6 6 6 6 6 6 0 0 0 0 106 Nierich, Max Haupt- Schriftleiter Volksblatt 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 107 Otten, Dr. med. Carl Arzt Praxis Königstr. 6 6 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 108 Pappenheim, Gottfried Rabe von Landrat Humboldt str. 24 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 109 Pechmann, August Konsul Kölnische Str. 16 10 10 10 0 0 0 0 0 0 0 0 0 110 Pfennig, Hermann Kürschner Hohenzoll ernstr. 80 6 6 7 7 0 0 0 0 0 0 0 0 111 Piepmeyer, Wilhelm Kaufmann Rasenal- lee 13 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 112 Rasch, Ernst Generalstaats -anwalt Parkstr. 37 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 60 113 Reichhardt, Carl F. Konsul Murhard- str. 4 0 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 114 Reinhardt, Walter General d. Inf. Schöne Aussicht 4/5 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 115 Reinhard, Gustav Landeskult. Präsident Wilh. Al- lee 6 1/2 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 116 Rubensohn, Ernst mit Frau Emy Direktor Terrasse 13 50 50 6 12 12 12 0 0 0 0 0 0 117 Salzmann, Frau Minna Kommerzien -rätin Sophien- str. 9 50 50 50 20 0 0 0 0 0 0 0 0 118 Sautter, Prof. Hnas Stadtrat Schöne Aussicht 3 6 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 119 Schafft, Hermann Pfarrer Mönche- bergstr. 28 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 120 Schellmann, Dr. Otto Landesrat Hermann- str. 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 121 Schenk, Walter Präsident Oberpost- direktion Karthäu- serstr. 12 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 122 Schroeder, Dr. Theodor Präsident des Landesver- waltungs- amts Hohenzoll ernstr. 174 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 123 Schwander, Dr. Rudolf Oberpräsi- dent der Provinz 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 124 Schwarzkopf, Dr. Karl Emil Albert Geh. Reg.dir. der Landes- kreditkasse Steinhöfer -str. 7 50 50 50 50 25 25 25 25 25 25 25 0 125 Sondag, Dr. Karl Theodor Vizepräs. d. Prov. Schulkom. Terrasse 17 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 0 0 126 Stadler, Dr. Ernst Oberbürger- meister 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 127 Stahl, Dr. Otto Justizrat Wolfs- schlucht 6 1/2 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 128 Steinhausen, Prof. Dr. Georg Bibl.Dir. Kaiser- platz 17 II 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 129 Streit, Ludwig Bankier Stände- platz 18 50 50 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 130 Strippel, Dr. Karl Rechtsanwalt Königs- platz 36 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 131 Ullmann, Otto Bankier Kaiserstr. 70 10 10 10 10 0 0 0 0 0 0 0 0 132 Waitz von Eschen, Dr. Freiherr - Opern- platz 6 6 6 6 6 8 8 8 8 8 8 8 133 Weber, Richard Dir. der Reichspost Wilh.Platz 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 134 Wolff, Dr. Richard Fabrikbes. Weinberg -str. 11 6 6 7 7 7 7 0 0 0 0 0 0 135 Wolff, Otto Bankdirektor Handelsge- richtsrat Kölnische Str. 99 6 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 136 Zimmerle, Ernst Dir. d. Hess. Heimstätte Jordanstr. 1 Aug. Viktoria- Str. 54 6 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 137 Theobald, Philipp Dir. der Landesbank Johannes- str. 7 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 7 7 138 Suderland, Otto Bankdirektor Deutsche Bank 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 139 Vogt, Heinrich - Neue Mühle 7 7 7 7 7 7 7 7 7 7 0 0 140 Feldstein, Sally Kaufmann Theater- str. 4 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 61 141 Landgrebe, Wilhelm Justizrat, Rechtsanwalt beim Land- gericht und Notar Königs- platz 32/34 6 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 142 Dr. Luthmer, Kurt Professor Landes- museum 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 143 Dr. Pissin, Raimund Geschäfts- führer Landes- museum 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 144 Boehlau, Dr. Johannes Geheimrat - 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 145 Dresdner Bank Filiale Kassel Kölnische Str. 11 50 50 50 50 25 25 25 25 25 25 25 25 146 Hess, Albert Bankier Fiorino & Sohn Murhard- str. 3 10 10 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 147 Sichel, Max Bankier Prinzen- str. 3 10 10 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 148 Gotthelft, Carl Verleger Casseler Tageblatt Kaiserstr. 44 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 149 Gotthelft, Hugo Verleger Casseler Tageblatt Kaiser- Friedr.- Str. 39 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 150 Hoffmann, Simon Direktor Steinhö- ferstr. 4 100 100 100 100 20 20 0 0 0 0 0 0 151 Gaze, Dr. Rudolf Apotheken- bes. Bettenhau sen, Leipziger Str. 113 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 152 Foerster, Frau (Scheel, Frau) Buchdr.bes. Schloss- platz 4 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 153 Mangold, Dr. Ernst Dir. b. Henschel Kölnische Str. 71 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 154 Jordan, Dr. phil. Hedwig - Viktoria- str. 10 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 155 Schmidtsche Heißdampfges. - Rolandstr. 2 100 100 100 100 0 0 0 0 0 0 0 0 156 Heinemann, Herta - Parkstr. 17 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 157 Goldschmidt, Arno Antiquar Kronprinz enstr. 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 158 Tacken, Paul Antiquar Oberste Gasse 15 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 159 Voigt, Dr. Heinrich Dr. ing. h.c. Brabanter Str. 24 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 0 0 160 Echzell Bankbeamter bei Pfeiffer 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 161 Wertheim, Paul Bankier Königs- platz 57 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 162 Samson, Siegfried Residenz- Kaufhaus Amalien- str. 11 50 50 50 50 50 0 0 0 0 0 0 0 163 Höpfner, Dr. ing. h.c. Paul Geheimer Baurat Hohenzoll ernstr. 94 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 164 Rubensohn, Emil - Kölnische Str. 51 50 50 50 10 10 10 0 0 0 0 0 0 165 Sichel, Karl Hermann Dipl. Ing. Reg. Baumeister Kl. Ra- senstr. 1 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 166 Wenzel, Conrad Spediteur Wolfs- schlucht 27 6 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 167 Wunderlich, Luise Vorsteherin Mathilde- Zimmer- Stiftung 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 0 168 Schaumlöffel, Trude Photographin Jordanstr. 53 /Park- str. 44 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 169 Goldschmidt, Dr. David Rechtsanwalt Spohrstr. 1/ Kirch- 6 6 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 62 weg 80 170 Oppenheim, Victor Fabrikant Herkules- str. 6 10 10 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 171 Stegemann, Eduard Senatspräsi- dent i. R. Hinzpeter -str. 8 II 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 172 Mardorf, Paul Apotheker Engel- Apotheke Ob. Kö- nigstr 21 6 9 9 9 9 0 0 0 0 0 0 0 173 Friebe, Rudolf Bauunter- nehmer Stilling- str. 5 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 174 Langenberg, Theodor Architekt Wilh. Allee 1-6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 175 Langenberg, Firma Theodor und Friedrich Architekten Akazien- weg 17 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 176 Schmidtmann, Christian Architekt Karthäu- serstr. 5 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 177 Leister, Eduard Kaufmann Gas- , Wasser- Heizung Große Rosenstr. 7 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 178 Rhein, Paul von Kaufmann Wilhelm- str. 4 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 179 Bleibaum, Dr. Friedrich Konservator Humboldt str. 46 6 6 6 6 8 8 8 8 8 8 8 8 180 Bauer, Fritz Generalma-jor a. D. Kunoldstr. 46 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 181 Thielemann, Dr. Rudolf Augenarzt Hohenzoll ernstr. 4 6 6 6 6 6 6 6 0 0 0 0 0 182 Range, Helmut Juwelier, W. Range Ob. Kö- nigstr. 49 6 6 6 6 6 6 6 0 0 0 0 0 183 Heermann, Dr. Alexander Arzt Hermann- str. 9 6 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 184 Vötterle, Karl Verleger Rasenal- lee 77/79 6 7 7 7 7 7 7 7 7 7 7 7 185 Salzmann, Heinrich Karl Fabrikant Sophien- str. 9 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 186 Kempf, Hans Buchhand- lung Stände- platz 7 6 6 6 6 6 5 7 6 6 6 6 6 187 Kempf, Rose - Stände- platz 7 6 6 6 6 6 5 7 6 0 0 0 0 188 Vaupel, Lorenz Großkauf- mann Rosenstr. 21 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 189 Beck, Heinrich Großkauf- mann Ulmenstr. 21 /Motz- str. 1 6 6 6 6 6 5 7 6 6 6 6 6 190 Simon, Dr. Walter Musikhand- lung Wilhelm- str. 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 191 Mann, Käte Hotel Schirmer 51 51 51 51 0 0 0 0 0 0 0 0 192 Dalberg, Julius Rechstanwalt Hohenzoll ernstr. 1 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 193 Lewinski, Dr. Erich Rechtsanwalt und Notar Büro: Gr. Rosenstr. 3 /Whg. Germania -str. 13 10 10 10 10 6 0 0 0 0 0 0 0 194 Beck, Heinrich siehe Nr. 189 Direktor Kohlenhand- lung „Glückauf“ Kohlen- hdlg. „Glückauf Ulmenstr. 20 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 195 Kunstverein zu Kassel - Stände- platz 20 20 20 0 0 0 0 0 0 0 0 0 196 Kintzel, Anton von Amtsge- richtsrat i. R. Herkules- str. 1/2 6 7 7 7 7 7 7 7 7 0 0 0 63 197 Nussbaum, Seligmann Uhrmacher- meister Hohenzoll str. 5 I 6 6 7 7 7 7 0 0 0 0 0 0 198 Aldag, Louis Stadt- Obersekretär Hupfeld- str. 11 6 7 6 7 7 7 6 6 6 6 6 6 199 Vogt, Louis und Frau - Stände- platz. 12 6 6 6 7 0 6 6 6 7 7 7 7 200 Henschel, Hildegard Frau Geheimrat Weinberg str. 21 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 201 Tannenbaum, Lehmann Kunsthändler Hohenzoll ernstr. 27 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 202 Schöen, Oscar Fabrikant Ob. Kö- nigstr. 22 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 203 Vaupel, Lorenz vgl. 188 Kaufmann Gr. Rosen -str. 21 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 204 Wiegel, A. Bildhauer Gr. Rosen -str. 21 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 205 Schaumlöffel, Dr. Sanitätsrat Schocke- tal b. Kas- sel 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 206 Bettenhausen, Dr. Syndikus Emilien- str. 13 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 207 Sieberg, Fritz Kaufmann Baumwollwe berei Ellrich Weinberg -str. 9 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 208 Finis, Auguste - Kaiser- Friedrich- str. 3 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 209 Polter, Hermann Hotelbesitzer Hotel Pol- ter, Kur- fürstenstr. 2-4 0 6 6 6 6 6 6 0 0 0 0 0 210 Vilmar, Dr. Karl Rechtsanwalt und Notar Kölnische Str. 5 6 6 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 211 Oppenheim, Dr. Martin Buchhand- lung Ob. Kö- nigstr. 41 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 212 Messing, Konrad Kunsthaus Hohenzoll str. 89 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 213 Klippert, Arwed Kaufmann Ruhlstr. 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 214 Brandenburg, Dr. med. Wilhelm Spez.-Arzt Terrasse 3 50 50 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 215 Dünkelberg, Alfred Geh.Reg.Rat Kronprin- zenstr. 17 6 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 216 Melchers, Dr. Bernhard Studienrat Kassel-K- Am Han- ge 19 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 217 Goens, Fritz Studienrat Bunsen- str. 9 III 6 7 7 7 0 0 0 0 0 0 0 0 218 Lindemann, Heinrich Direktor Oberl. Reg.Rat Hohenzoll str. 139/Burgf eldstr. 11 6 6 7 7 7 7 7 7 7 7 7 7 219 Gessner, Dr. ing. Wolfgang Reg.Ober- baurat Lenoirstr. 1 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 220 Appelt, Fritz Kaufmann Karlsplatz 4 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 221 Ruf, Hans Kaufmann Parkstr. 31 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 222 Baermann, Carl Bez.Dir. Menzelstr. 4 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 0 223 - - - 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 224 Grünbaum, Dr. iur. Kurt Kaufmann Wolfha- ger Str. 55 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 64 225 Beyer, Christian Reg. Baurat Aug. Vik- toriastr. 92 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 226 Buchholz, Max Oberbaurat Achen- bachstr. 1 100 100 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 227 Kreisausschuss f.d.Landkreis Kassel - Humboldt str. 24 50 50 50 50 25 25 25 25 25 25 25 25 228 Jacoby, Prof. Emmy - Hohenzoll ernstr. 24 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 229 Scharyanka, Fritz Musikhand- l.ung Hohenzoll ernstr. 25 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 230 Berke, Friedrich Vertr. Schloss- platz 11 20 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 231 Hafer, Max Großkauf- mann Ottostr. 6 7 7 7 7 0 0 0 0 0 0 0 0 232 Zahn, Franz Architekt Kölnische Str. 177 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 233 Boecker, Heinrich Kaufmann (Hettlage) Nahlstr. 3 6 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 234 Selig, Konrad Rektor Weissen- steinstr. 63 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 235 Gontard, Dipl. Ing. Hans von Direktor Ulmenstr. 21 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 236 Heidelbach, Paul Schriftsteller Hohenzoll ernstr. 15 III 0 0 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 237 Manss, August Fabrikant Kassel-B. 50 50 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 238 Engelhardt, Georg Konsul Fabrikant Sedanstr. 10 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 239 Warlich, Willy Konditorei Däche Ob. Kö- nigstr. 4 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 240 Maluvius, Heinrich Kunsthändler Graben 2 6 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 241 Gastrock, Bernhard Kaufmann Parkstr. 24 7 7 7 7 0 0 0 0 0 0 0 0 242 Fürst, Robert Film Weisser Hof 1 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 243 Deiters, Dr. phil Heinrich Oberschulrat Provinzial- schulkolle- gium Herkules- str. 87 0 7 7 7 0 0 0 0 0 0 0 0 244 Stück, Fritz Architekt Richard- weg 2 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 245 Ziegenhain Kreiskom- munalkasse 30 30 30 30 30 30 30 0 0 0 0 0 246 Verkehrsverein Kassel Rathaus 30 30 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 247 Verkehrsverein Kassel Rathaus 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 248 Kassel Stadt Rechnungsa mt Rathaus 150 150 150 100 0 0 100 100 100 0 0 0 249 Muntz, Werner - Annastr: 10 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 250 Hellwig, Wolf Apotheker Unt. Kö- nigstr. 73 6 6 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 251 Schwabe, Willy Antiquitäten Wörthstr. 4 I 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 252 Plaut, Bernhard Kaufmann Parkstr. 11 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 253 Tapeten- Museum, Deutsches Schloss Friedrichs platz 10 10 10 10 10 10 10 10 10 10 10 10 254 Blass, Dr. ing. Georg Privatdozent Hohenzoll ernstr. 31 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 65 255 Hermann, Alfred Dipl. Ing Schmidt- str. 31 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 256 Grau, Dr. Leonhard Oberschulrat Provinzial- schulkolle- gium Jordanstr. 48 6 6 6 6 6 6 7 7 7 0 0 0 257 Bode, Arnold Kunstmaler Schlacht- hofstr. 53 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 258 Fenner, Thea Fräulein Landaustr. 16 II 0 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 259 Leghausen Kunstmaler Schlangen -weg 7 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 260 Katzenstein, Elisabeth Privatlehre- rin Weigelstr. 10 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 261 Paechelmann, Wolfgang Direktor Wilhelms- gymnasium Humboldt str. 1a 7 6 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 262 Wichura, Victor Radio- und Photo- Spezialge- schäft Hohenzoll ernstr. 5 7 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 263 Meyer- Barkhausen, Dr. Werner Stud.-Ass. Luisenstr. 5 1/2 7 7 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 264 Martin, Berta Malerin, Zeichen- lehrerin Emilienstr . 10 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 265 Rogister, Marie- Luise v. Frau Brabanter Str. 31 6 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 266 Scholl, Sophie Frl. /Frau Terrasse 13 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 267 Möller, Ernst Bezirksdirek -tor Leipziger Str. 197 0 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 268 Coupienne, Trudi Frl. Hohenzoll ernstr. 114 II 0 7 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 269 Henkel, Victor Kaufmann Uhlandstr. 2 I /Mur- hardstr. 33 0 6 6 6 6 5 2 2 2 2 2 0 270 Siefart, Hugo Ministerial- direktor i. R. Steinhöfer -str. 7 0 7 7 7 7 7 7 7 0 0 0 0 271 - - - 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 272 Ruwer Studienrat Kronprin- zenstr. 16 0 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 273 Wickede, Fr. v. - Kölnische Str. 17 0 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 274 - - - 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 275 Lanaris, Dr. ing. L. Generaldi- rektor Terrasse 2 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 276 Bretzler, Heinrich Kaplan Friedrichs -platz 16 0 0 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 277 Hartleb, Karl Spediteur Stände- platz 0 0 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 278 Hohenstein, Dr. Adolf Polizeipräsi- dent Weigelstr. 16 0 6 7 7 7 0 0 0 0 0 0 0 279 Hartleb, Ernst Spediteur Stände- platz 0 0 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 280 Schade, Oscar F. Klein Thomée- str. 5 Ob. Kö- nigsstr. 24 0 0 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 281 Franke, Max Ratskeller Rathaus 0 0 7 0 0 0 0 0 0 0 0 0 66 282 Weidle, Fritz Handelshof Kurfür- stenstr. 10 0 0 10 10 10 0 0 0 0 0 0 0 283 Werner, Moritz in Firma L. S. Brinkmann Eschwege Georgstr. 0 0 50 50 50 50 0 0 0 0 0 0 284 Schmidt, Dr. Hans Sanitätsrat Landgraf- Karl-Str. 17 0 0 7 7 7 7 7 7 7 7 0 0 285 Techmer, Karl - Magazin- str. 2 0 0 0 7 7 7 0 0 0 0 0 0 286 Feldmann, Ernst Kaufmann Königs- platz 0 0 0 7 7 6 6 6 6 6 6 6 287 Vogel, Dr. Hans Dozent Kunstaka- demie Kassel 0 0 0 7 0 0 0 0 0 0 0 0 288 Jürgens, C. Fräulein Orleans- str. 32 0 0 0 7 0 0 0 0 0 0 0 0 289 Ortmann, Adelheid Fräulein Opern- platz 35 0 0 0 6 5 6 0 0 0 0 0 0 290 Schneider, Wolfgang Kunstschüler Wilh. Platz 4 I/ Adolf- Hitler-Pl. 4 0 0 0 6 6 6 6 6 6 0 0 0 291 Bättenhausen, G. O. - Steinhöfer str. 11 0 0 0 0 7 7 7 7 0 0 0 0 292 Stoll, Walter Oberregie- rungsrat Hohenzoll ernstr. 176 III. 0 0 0 0 0 6 6 6 6 6 0 0 293 Schacht, Maria Frau Dörnberg- str. 5 II. 0 0 0 0 0 7 7 7 7 7 7 7 294 Wulff, Fritz Major a. D. Herkules- str. 95 0 0 0 0 0 7 0 0 0 0 0 0 295 Schmidt, Andreas Bankier Schanzen- str. 8/ Terrasse 11 0 0 0 0 0 6 6 6 6 0 0 0 296 Hoffmann, Dr. Moritz Syndikus Lessing- str. 12 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 297 Robrik, Rudolf Generalkon- sul Terrasse 28 0 0 0 0 0 6 6 7 7 7 7 7 298 Meyer, Dr. Zahnarzt Königs- platz 36 1/2 0 0 7 0 0 0 0 0 0 0 0 0 299 Fütterer, Dr. Maria Frau Ihrings- hausen 0 0 0 0 0 6 6 0 0 0 0 0 300 Lometsch, Friedrich - Kölnische Str. 5 0 0 0 0 0 0 7 7 7 7 7 7 301 Völker, Dr. Paul Arzt Leipziger Str.. 0 0 0 0 0 0 6 6 7 7 7 7 302 Neurath , Dr. Karl Kasseler Post Wilh. Platz 4c 0 0 0 0 0 0 10 10 10 10 10 10 303 Homburger, Prof. Dr. Kunstinstitut Marburg 0 0 0 0 0 0 6 6 0 0 0 0 304 Heinemann, Dr. Margarete Ministerial- rätin a. D. Germania -str. 22 0 0 0 0 0 0 7 7 7 7 7 7 305 Florschütz Oberregie- rungsrat Menzelstr. 10 0 0 0 0 0 0 0 0 7 7 7 7 306 Pflaumer, Dr. Karl Oberregie- rungsrat Sachsen- str. 3 0 0 7 0 0 0 0 0 0 0 0 0 307 Suermann, Dr. Regierungs- rat Oberprä- sidium Kirchweg 70 0 0 0 0 0 0 0 0 6 6 0 0 308 Wöhler, Dr. Friedrich R. Optische Fabrik Katzen- sprung 0 0 0 0 0 0 7 7 7 7 7 7 67 309 Ripcke, Dr. Leopold Studienrat Herkules- str. 1 I. 0 0 0 0 0 0 7 7 7 7 0 0 310 Negelein, v. Frau Skager- rakplatz 14 0 0 0 0 0 0 7 7 0 0 0 0 311 Oellerich, Friedrich Regierungs- und Veterinärrat Landaustr. 8 0 0 0 0 0 0 0 7 7 0 0 0 312 Rust, August Ingenieur Lilienthal- str. 90 0 0 0 0 0 0 0 6 0 0 0 0 313 Osius Ludwig Major a. D. 0 0 0 0 0 0 0 0 7 7 7 7 Summe der Beiträge 3421 3106 2504 1892 1125 976 832 777 754 612 562 523 Anzahl der Mitglieder 257 241 200 166 132 111 92 87 79 73 66 61 Korporative Mitglieder Nr. Name des Vereins 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 1 Kunstverein zu Kassel 0 21 1 15 13 7 0 0 0 0 0 0 2 Kasseler Hausfrauen-Verein, ab Dez. 34 Reichsgemeinschaft Deutscher Hausfrauen, Ortsgruppe Kassel, Friedrichstr. 29 0 31 19 17 10 1 1 0 0 0 0 0 3 Offizier-Wohlfahrtsgemeinschaft, Ortsgruppe Kassel, Ob Königstr. 2 31 22 12 25 13 18 11 12 18 16 28 13 4 Stenographen-Verein„Stolzana“ e.V., 1. Vors. Kaufmann G. Konrad, Gräfestr. 28 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 5 Reichsbund der Deutschen Kapital- und Kleinrentner, Bismarckstr. 12 23 17 32 40 30 18 15 26 26 15 11 9 6 Preuss. Philologenverband Ortsgr. Kassel, Vorsitzender: Studienrat Dr. Toelle, Wilhelmshöher Allee 123 1/2/ Dr. Dippel, Kunoldstr. 22 59 0 64 31 52 31 7 10 2 0 0 0 7 Töchterheim Elisabethenhaus, Weissensteinstr. 70, Vorsteherin: Frl. L. Wunderlich 80 0 0 0 0 0 0 0 6 6 0 0 8 Volkshochschule Kassel, Leiter: Dr. Pflug, Mauerstr. ¾ /Dir. Graessel, Murhard Bibliothek, Weinbergstr. 2 20 5 4 5 0 0 0 0 0 0 0 0 9 Kasseler Lehrerverein, Vors. Rektor Schräder, Bürgerschule 2 / Lehrer Geck, Ihringshäuser Str. 69 ab 1933: N S. Lehrerbund, Kreis Kassel, Kassel Stadt, Spohrstr. 3 2 0 10 16 0 0 0 0 0 0 0 0 10 Katholischer Männerverein, Vorsitzender Obersekretär Unger, Ludwig-Mohr-Str. 5 23 3 3 2 0 0 0 0 0 0 0 0 11 Reichsverband bildender Künstler, Ortsgruppe Kassel, Vors. Kunstmaler Koch, Parkstr. 27, Geschäftsstelle: Frankfurter Str. 33 17 4 1 3 2 0 0 0 0 0 0 0 12 Kreislehrerverein, Vors. Dr. Berndt, Harleshausen/ Kunoldstr. 5 12 8 1 0 0 0 0 0 0 0 0 0 13 Vaterländischer Frauenverein, 1. Vors. Frau Oberlandesgerichtsrat Schmidt, Humboldtstr. 18/ ab 10.12.38: Kreisstelle des Deutschen Roten Kreuzes, Vorsitzender: Herr DRK- Oberfeldführer Bürgermeister Schimmelpfeng 22 15 18 11 17 19 14 24 18 26 18 14 68 14 Bürgerschule 12, Magazinstr. 23 30 7 10 8 8 4 0 0 0 0 0 0 15 Reichsverband der deutschen Tonkünstler und Musiklehrer e.V., Ortsgruppe Kassel, Frl. Reitz, Harleshäuser Str. 34 IV / ab 24.12.34: Reichsmusikkammer in Kassel, Ortsmusikerschaft Kassel, Geschäftsstelle: Gr. Rosenstr. 9 / Wörthstr. 15 56 18 16 15 12 15 6 4 0 0 0 0 16 Bühnenvolksbund e.V., Geschäftsführer Schilling, Wolfsschlucht 8 c / Gr. Rosenstr. 9 ab 5.12.34: N.S. Kulturgemeinde in der N.S.- Gemeinschaft „Kraft durch Freude“, Ortsverband Kassel 4 17 42 11 10 12 1 0 0 0 0 0 17 Kreisgruppe Kassel der Kommunalbeamten- & Angestellten Preussens e.V., Schriftführer Paul, Rathaus ab Dez. 1934: Reichsbund der Deutschen Beamten e.V., Kreis Kassel-Stadt, Fachschaft „Gemeindeverwaltungen“ (Stadtverwaltung) zu Händen von Herrn Kreisfachschaftsleiter Moog, Rathaus 11 45 66 31 27 15 5 5 6 5 5 10 18 Eisenbahn-Verein e.V.,Vorstand: Oberregierungsrat Volckmar, Köln. Str., Schriftführer Kleinsorg, Eisenbahndirektion / Reichsbahn-Kameradschaft e. V., Kölnische Str. 81 23 11 8 13 0 2 36 17 22 10 11 29 19 Hausfrauenschule des Evangelischen Diakonie- Vereins, Wiederholdstr. 20, Leiterin Frl. Wiederhold / Hauswirtschaftliche Frauenschule, Leierin Frau Bachmann 70 53 23 10 0 20 20 20 10 20 20 22 20 Gewerkschaftsbund der Angestellten, Vors. Fröde, Wolfsschlucht 29 26 50 50 0 0 0 0 0 0 0 0 0 21 Deutschnationaler Handlungsgehilfenverband, Vorsitzender Rothaar, Bremerstr. 2 /Akazienweg ab 1.5.35 Deutsche Arbeitsfront 6 5 20 20 0 0 0 0 0 0 0 0 22 Bund der Inspektoren und Amtsmänner der deutschen Reichspost, Bezirksgruppe Kurhessen, Vors. Ober-Postmeister Diehl, Leipzigerstr. 98 / Ortsgruppe Kassel, z.Hd. v. Herrn Oberinspektor Stehling, Körnerstr. 6 III. 57 12 2 1 10 0 0 0 0 0 0 0 23 Christengemeinschaft e.V., Gemeinde Kassel, 1. Vors. Pfarrer Harald Brock, Rothenditmolder Str. 23 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 24 Anthroposophische Gesellschaft, Zweig Kassel, Dipl. Ing. Alfred Hermanuz, W.-Schmidt-Str. 10 36 17 10 0 0 0 0 0 0 0 0 0 25 Lyzeum mit Studienanstalt, ab 1931 Malvida von Meysenbug-Schule (jetzt staatlich), Ob. Karlsstr. 12, Herr Direktor Becker 11 10 4 1 2 2 7 10 5 3 3 5 26 Βund der technischen Angestellten und Beamten, Herr Kessler, Spohrstr. 6 0 25 25 4 0 0 0 0 0 0 0 0 27 Vortragskreis der Christengemeinschaft, Vors. Pfarrer Dr. Bemleben, Frau General Brendel, Landaustr. 6 18 13 4 4 6 0 0 6 9 5 3 0 28 Knaben-Mittelschule, Frankfurter Str. 26, Herr Lehrer Mäder / (Horst-Wessel-Schule) 0 20 15 18 7 14 12 9 3 0 0 0 29 Verein für Erdkunde, Vors. Rektor Hessler 0 4 1 0 0 0 0 0 0 0 0 0 30 Zentralverband der Angestellten, Ortsgr. Kassel, z. Hd. Herrn Müller, R., Spohrstr. 6 0 5 8 1 1 1 0 0 0 0 0 0 31 Deutscher Sprachverein, Vors. Präsident Burgmer, Kaiserstr. 31 0 20 19 7 9 11 11 10 18 11 10 6 32 Bankhaus H. Schirmer 0 8 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 33 Kantgesellschaft, Schriftführer Herr Emil Rubensohn, Köln. Str. 51 /Stdienrat Leumann, Kaiser-Friedrich-Str. 46 0 1 5 0 0 0 0 0 0 0 0 0 34 Verein für Naturkunde, Schriftführer Veterinär- Rat Dr. Grimme / Herm. Schulz, Schulmuseum 0 44 0 0 1 0 3 3 0 3 0 0 69 in Harleshausen, Lerchenfeldstr. 45 /ab 1.1.37: Dr. med Schütz, Gr. Rosenstr. 7 35 Verein der weiblichen Handels- und Büroangestellten, Wolfhager Str. 6, Vors. Frau Joh. Walscher /ab Januar 1935: Deutsche Arbeitsfront, Spohrstr. 0 8 4 2 4 3 3 0 0 0 0 0 36 Lehrerkollegium d. Städt. Oberlyzeums, Jacob- Grimm-Schule, Ständeplatz 1, Oberstudiendirektor Dr. Friedrich (Dr. Nolda) 22 20 20 17 16 17 15 17 28 27 41 20 37 Hessischer Gebirgsverein, Hauptmann a.D. Steyer, Annastr. 7, Schriftführer 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 38 Arbeiter-Fortbildungsverein, Vors. Stadtschulrat Betting, Rathaus / ab 1931: Verein für Volksbildung 22 18 29 20 17 5 7 1 1 1 3 1 39 Verein für Aquarien- und Terrarienkunde Cassel e.V.,1. Schriftführer: W. Dietrich, Ihringshäuser Allee 93 0 0 5 0 0 0 0 0 0 0 0 0 40 Verkehrsverein Kassel, Vorsitzender: Dr. Wilhelm Rohrbach, Wilhelmshöhe, Sanatorium; Schatzmeister: Bankdirektor Letschert, Gilsastr. 7 (Kreditbank) 0 30 30 0 0 10 0 0 0 0 0 0 41 Verein für Heimatschutz in Kurhessen u. W. Dir. Mier, Schriftführer, Frankfurter Str. 147 / Riedwiesen 0 1 4 0 0 5 0 0 0 0 0 0 42 Mädchen-Mittelschule Luisenschule, Luisenstr. 11, Obmann Lehrer Bückert 0 0 10 11 7 1 0 0 0 0 0 0 43 Mädchen-Mittelschule Amalien-Schule, Wimmelstr. 5, Lehrer Blum 0 0 9 10 6 8 6 6 6 4 10 5 44 Verband der Post- und Telegrafengehilfinnen Kassel, Frl. A. Diebel, Königstr. 57 I. /Parkstr. 31 ½ Wohlfahrtsvereinigung der Deutschen Reichspost- und Telegrafengehilfinnen, Bez. Verein Kassel 0 0 32 0 25 40 17 11 13 9 5 1 45 Offizierskorps, Gruppenkommando 2, Abt. IIa, Regentenstr. 0 0 70 0 70 25 75 0 0 0 0 16 46 Bürgerschule 14, Gräfestr. 0 0 0 0 0 0 7 3 1 0 0 0 47 Bürgerschule 11, Magazinstr. 0 0 0 0 0 0 2 3 3 3 5 5 48 Bürgerschule 8, Sommerweg 1 0 0 0 0 0 0 2 5 1 1 0 0 49 Bürgerschule 4, Königstor 58 0 0 0 0 0 0 11 3 2 2 30 0 50 Realgymnasium I, Paul-von-Hindenburg- Schule, Wilh. Allee 35/39 0 0 0 0 0 0 5 0 13 13 7 0 51 Wilhelmsschule, Humboldtstr. 1 0 0 0 0 0 0 5 10 11 8 3 2 52 Bürgerschule 9, Mauerstr. 8 0 0 0 0 0 0 5 2 3 1 0 0 53 Bürgerschule 15 0 0 0 0 0 0 1 0 0 0 0 0 54 Bürgerschule 30, Hegelstr. 6 (Lehrer Holland, ab 138 in Ruhestand) 0 0 0 0 0 0 2 8 6 3 5 1 55 Bürgerschule 3, (Knaben), Luisenstr. 1 0 0 0 0 0 0 3 0 0 0 0 0 56 Bürgerschule 10 (Mädchen), Untere Karlsstr. 4 0 0 0 0 0 0 4 0 0 0 0 0 57 Realgymnasium II, Schomburgstr. 0 0 0 0 0 0 2 0 0 0 0 0 58 Bürgerschule 1, Sedanstr. 20 0 0 0 0 0 0 4 3 0 0 0 0 59 Deutsche Arbeitsfront, Gauverwaltung, Spohrstr. 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 60 Kommandantur Ob. Königstr. 37 E (früher Gruppenkommando) 0 0 0 0 0 0 0 151 18 86 93 74 61 Bürgerschule 27, Lehrerkollegium, Holländische Str. 111 1/2 9 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 62 Werkgruppe der N.S. Hago, z. Hd. Von Herrn Heinz Förster 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 63 Adolf-Hitler-Oberrealschule, Kölnische Str. 0 0 0 0 0 0 0 0 10 20 7 13 64 Bürgerschule 25, Osterholzstr. 0 0 0 0 0 0 0 0 5 4 0 0 65 Bürgerschule 5 (Knaben), Bernhardistr. 0 0 0 0 0 0 0 0 5 0 0 0 66 Bürgerschule 26, Kassel-B. 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 67 Bürgerschule Kassel-Niederzwehren 0 0 0 0 0 0 0 0 0 5 5 5 70 Summe der Beiträge 690 588 706 369 375 304 325 379 269 307 323 251 Anzahl der genossenschaftlichen Mitglieder 25 34 39 29 25 25 33 26 28 26 21 19 71 14 Anhang Mitgliedsbuch Kasseler Museumsverein alphabetisch 223 - - - 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 271 - - - 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 274 - - - 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 52 Abt, N. Großkauf- mann Harleshau sen 12 12 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 198 Aldag, Louis Stadt- Obersekretär Hupfeld- str. 11 6 7 6 7 7 7 6 6 6 6 6 6 12 Alsberg, Dr.med. Adolf Arzt Spohrstr. 2 6 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 53 Anz, Dr. Heinrich Oberlandes- gerichts- präsident Kaiserstr. 46 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 220 Appelt, Fritz Kaufmann Karlsplatz 4 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 54 Arndt, Dr. med. Johann Arzt Momberg str. 24 5 5 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 39 Arnthal, Dr. Ernst Justizrat, RA + Notar Wilh. Al- lee 26 1/2 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 55 Atzert, August Wilhelm Kaufmann Schlangen weg 13 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 56 Auffahrt, Theodor Großhand- lung Moltkestr. 8 10 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 46 Bachrach, Moritz Kaufmann Direktor Kaiserstr. 11 50 50 50 0 0 0 0 0 0 0 0 0 222 Baermann, Hans Bez.Dir. Menzelstr. 4 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 0 60 Bähr, Dr. Otto Präsident des Landes- Kirchen- ausschusses Renthof 5 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 57 Ballin, Rudolf Bankier Terrasse 7 20 20 5 8 5 0 0 0 0 0 0 0 58 Barth, Paul Großkauf- mann Hedwig- str. 11 50 25 25 10 10 10 10 10 10 10 10 10 291 Bättenhausen, G. O. - Steinhöfer str. 11 0 0 0 0 7 7 7 7 0 0 0 0 180 Bauer, Fritz Generalma-jor a. D. Kunoldstr. 46 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 59 Baumann, Dr. Ernst Fabrikant Terrasse 18 75 25 25 30 10 10 0 0 0 0 0 0 189 Beck, Heinrich Großkauf- mann Kohlenhdl. „Glückauf“ Ulmenstr. 21 /Motz- str. 1 6 6 6 6 6 5 7 6 6 6 6 6 194 Beck, Heinrich siehe Nr. 189 Direktor Kohlen- hdlg. „Glückauf Ulmenstr. 20 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 61 Behm, Dr. Wolfgang v. Arzt Stände- platz 7 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 62 Beichhold, Robert Fabrikant Humboldt str. 31 50 50 50 0 0 0 0 0 0 0 0 0 63 Below, Otto v. General d. Inf. Friedrich- str. 6 6 6 6 7 7 7 7 7 7 7 7 7 230 Berke, Friedrich Vertr. Schloss- platz 11 20 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 206 Bettenhausen, Dr. Syndikus Emilien- str. 13 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 45 Beyer, Dr. ing. Bernhard Gen.- Direktor Weinberg str. 13 50 50 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 225 Beyer, Christian Reg. Baurat Aug. Vik- toriastr. 92 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 2 Blänkner, Dr. Oberreg.Rat Kölnische 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 72 Ernst Str. 88 64 Blass, Alfred Buchhändler Theaterstr . 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 254 Blass, Dr. ing. Georg Privatdozent Hohenzoll ernstr. 31 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 32 Blaue, Wilhelm Architekt Hohenzoll ernstr. 85 6 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 179 Bleibaum, Dr. Friedrich Konservator Humboldt str. 46 6 6 6 6 8 8 8 8 8 8 8 8 257 Bode, Arnold Kunstmaler Schlacht- hofstr. 53 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 233 Boecker, Heinrich Kaufmann (Hettlage) Nahlstr. 3 6 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 10 Boedicker, Friedrich, Exz. Vizeadmiral a. D. Parkstr. 34 7 7 7 7 0 0 0 0 0 0 0 0 144 Boehlau, Dr. Johannes Geheimrat - 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 68 Boppenhausen, Wilhelm Dir. i. R. der Kreditkasse Königstr. 1 6 6 8 8 8 0 0 0 0 0 0 0 214 Brandenburg, Wilhelm, Dr. med. Spez.-Arzt HNO Terrasse 3 50 50 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 27 Braun, Michael Bez.Direktor Ständepl. 13 II 10 10 10 0 0 0 0 0 0 0 0 0 9 Brechsler, Exz. Generallt. a. D. Kaiserstr. 4 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 65 Breithaupt, Dr. Georg Fabrikant Georgen- str. 1 25 25 26 0 0 0 0 0 0 0 0 0 276 Bretzler, Heinrich Kaplan Friedrichs -platz 16 0 0 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 66 Brocke, Curt von Architekt Wiegands breite 9 6 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 67 Brunner, Heinrich Bankdirektor Dresdner Bank Filiale Kassel Schloß- teichstr. 9 20 20 20 20 10 10 6 6 6 6 6 6 226 Buchholz, Max Oberbaurat Achen- bachstr. 1 100 100 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 268 Coupienne, Trudi Frl. Hohenzoll ernstr. 114 II 0 7 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 14 Cybulla, Artur Apotheken- besitzer Oberste Gasse 47 50 50 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 192 Dalberg, Julius Rechtsanwalt Hohenzoll ernstr. 1 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 69 Daltrop, Philipp Landgerichts präsident Jordanstr. 41 6 6 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 71 Dehnhardt ? Dechant Kölnische Str. 55 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 243 Deiters, Dr. phil. Heinrich Oberschulrat Provinzial- schulkolle- gium Herkules- str. 87 0 7 7 7 0 0 0 0 0 0 0 0 70 Dellevie, Dr. Theodor Rechtsanwalt Kölnische Str. 4 6 6 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 36 Dietrich, Erich Reg.Rat Thomée- str. 5 6 6 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 142 Luthmer, Dr. Kurt Professor Landes- museum 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 143 Pissin, Dr. Raimund Geschäfts- führer Landes- museum 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 145 Dresdner Bank Filiale Kassel Kölnische Str. 11 50 50 50 50 25 25 25 25 25 25 25 25 215 Dünkelberg, Alfred Geh.Reg.Rat Kronprin- zenstr. 14 6 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 160 Echzell ? Bankbeamter bei Pfeiffer 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 73 50 Ehrenberg, Emilie/Emmi (Frau v. Paul) Rentner Weinberg str. 35 7 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 73 Ehrenberg, Otto Rentner Querallee 21 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 72 Ehrenberg, Paul Fabrikant Weinberg str. 35 75 75 75 75 25 0 0 0 0 0 0 0 31 Elias, Baruch Bankier Terrasse 28 50 50 50 0 0 0 0 0 0 0 0 0 238 Engelhardt, Georg Konsul Fabrikant Sedanstr. 10 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 286 Feldmann, Ernst Kaufmann Königs- platz 0 0 0 7 7 6 6 6 6 6 6 6 35 Feldstein, Ernst Fabrikant Friedrichs -platz 1 6 0 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 34 Feldstein, Max Fabrikant Olgastr. 11 6 6 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 140 Feldstein, Sally Kaufmann Herren- schneiderei Theater- str. 4 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 41 Fennel, Dr.ing. h.c. Adolf Fabrikant Königstor 16 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 258 Fenner, Thea Fräulein Malerin Landaustr. 16 II 0 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 208 Finis, Auguste Witwe Kaiser- Friedrich- str. 3 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 8 Fiorino, Aexander Bankier Kaiserstr. 13 6 6 7 6 7 7 0 0 0 0 0 0 305 Florschütz, Hermann Oberregie- rungsrat Menzelstr. 10 0 0 0 0 0 0 0 0 7 7 7 7 152 Foerster, Luise Wwe. Des Buchdr.bes. Friedr. Scheel Schloss- platz 4 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 74 Franke, Arthur Großkauf- mann Stoffe Friedr.- Wilhelm- Pl. 2 10 10 10 0 0 0 0 0 0 0 0 0 281 Franke, Max Ratskeller Rathaus 0 0 7 0 0 0 0 0 0 0 0 0 173 Friebe, Rudolf Bauunter- nehmer Stilling- str. 5 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 75 Friedensburg, Dr. Ferdinand Regierungs- präsident Kölnische Str. 69 6 6 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 76 Friedrich, Dr. Wilhelm Oberbez. Dir. Virchow- str. 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 77 Fröhlich, Bruno Fabrikant Terrasse 16 20 20 20 20 10 10 0 0 0 0 0 0 78 Fuhse, Richard Kaufmann Steinhöfer -str. 6 1/2 50 50 50 0 0 0 0 0 0 0 0 0 242 Fürst, Robert Film Weisser Hof 1 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 299 Fütterer, Dr. Maria Frau Ihrings- hausen 0 0 0 0 0 6 6 0 0 0 0 0 241 Gastrock, Bernhard Kaufmann Parkstr. 24 7 7 7 7 0 0 0 0 0 0 0 0 151 Gaze, Dr. Rudolf Apotheken- bes. Bettenhau sen, Leipziger Str. 113 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 48 Gehren, Dr. Reinhard v. Landeshaupt -mann Stände- platz 8 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 79 Gerpott, Max Kaufmann Ob. Kö- nigstr. 7 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 74 219 Gessner, Dr. ing. Wolfgang Reg.Ober- baurat Lenoirstr. 1 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 217 Goens, Fritz Studienrat Bunsen- str. 9 III 6 7 7 7 0 0 0 0 0 0 0 0 157 Goldschmidt, Arno Antiquar Kronprinz enstr. 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 169 Goldschmidt, Dr. David Rechtsanwalt ,Notar Spohrstr. 1/ Kirch- weg 80 6 6 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 235 Gontard, Dipl. Ing. Hans von Direktor Ulmenstr. 21 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 148 Gotthelft, Karl Verleger Casseler Tageblatt und Anzeiger Kaiserstr. 44 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 149 Gotthelft, Hugo Direktor A.G. Druck u. Verlag Kaiser- Friedr.- Str. 39 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 37 Gotthelft, Richard Verlagsdirek tor Casseler Tageblatt Sophien- str. 5 6 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 80 Gotthilf, Dr. med Willy Arzt Spohrstr. 7 9 9 9 9 9 9 9 9 9 0 0 0 256 Grau, Dr. Leonhard Oberschulrat Jordanstr. 48 6 6 6 6 6 6 7 7 7 0 0 0 224 Grünbaum, Dr. Kurt Kaufmann, Ingenieur Wolfha- ger Str. 55 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 231 Hafer, Max Großkauf- mann Ottostr. 6 7 7 7 7 0 0 0 0 0 0 0 0 82 Hahn, Dr. jur. Gustav Justizrat, RA + Notar Kölnische Str. 8 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 17 Hallo, Dr. Rudolf Wiss. Mitarb. Landesm. Köln. Str. 51 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 30 Hallo, Franz Mitinh. D. Fa. Gebr. Hallo, Auto- u. Wagen- lackiererei Köln. Str. 51 50 6 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 26 Harnier, Dr. Eduard Geh. Justizrat Humboldt str. 26 6 6 6 6 6 6 6 0 0 0 0 0 279 Hartleb, Ernst Spediteur Stände- platz 3 0 0 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 277 Hartleb, Karl Spediteur Stände- platz 3 0 0 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 81 Has, Carl Friedrich. Groß- kaufmann Nahlstr. 9 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 183 Heermann, Dr. Alexander Arzt Hermann- str. 9 6 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 236 Heidelbach, Paul Schriftsteller Hohenzoll ernstr. 15 III 0 0 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 304 Heinemann, Dr. Margarete Ministerial- rätin a. D. Germania -str. 22 0 0 0 0 0 0 7 7 7 7 7 7 156 Heinemann, Herta Sekretärin Parkstr. 17 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 250 Hellwig, Wolf Apotheker Unt. Kö- nigstr. 43 6 6 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 20 Helm, Dr. Rudolf wissenschaftl Hilfsarbeiter Terrasse 17 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 269 Henkel, Victor Kaufmann Uhlandstr. 2 I 0 6 6 6 6 5 2 2 2 2 2 0 200 Henschel, Hildegard Frau Geheimrat Weinberg str. 21 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 83 Henschel, Oskar Fabrikant Weinberg str. 15 100 100 100 100 100 100 100 100 100 100 100 100 255 Hermann, Alfred Dipl. Ing Schmidt- str. 31 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 75 84 Herwig, Walter Kaufmann Kaiser- platz 13 10 10 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 146 Hess, Albert Bankier Fiorino & Sohn Murhard- str. 3 10 10 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 85 Hoffa, Otto Bankier Sophien- str. 2 6 6 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 296 Hoffmann, Dr. Moritz Syndikus Lessing- str. 12 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 150 Hoffmann, Simon Gen. Direktor Steinhö- ferstr. 4 100 100 100 100 20 20 0 0 0 0 0 0 278 Hohenstein, Dr. Adolf Polizeipräsi- dent Weigelstr. 16 0 6 7 7 7 0 0 0 0 0 0 0 303 Homburger, Prof. Dr. Kunstinstitut Marburg 0 0 0 0 0 0 6 6 0 0 0 0 86 Hopf, Dr. Wilhelm Landesbibl.- Direktor Reginastr. 16 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 163 Höpfner, Dr. ing. h.c. Paul Geheimer Baurat und Stadt - Oberbaurat Hohenzoll ernstr. 94 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 15 Hühn, Ernst Kunsthändler Ysenburg str. 35 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 88 Ikenberg, Max Bankdirektor Kirchweg 82 6 6 6 12 0 0 0 0 0 0 0 0 89 Israel, Dr. Friedrich Bibliotheks- rat Eulenburg str. 19 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 228 Jacoby, Prof. Emmy - Hohenzoll ernstr. 8 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 87 Jagemann, Karl Bankdirektor Darmst.& Nat.bank Hermann- str. 2 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 154 Jordan, Dr. phil. Hedwig - Viktoria- str. 10 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 288 Jürgens, C. ? Fräulein Orleans- str. 32 0 0 0 7 0 0 0 0 0 0 0 0 90 Kaiser, Ludwig Regierungs- rat Sophien- str. 4 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 91 Kämpfer, Johannes Geschäfts- führer Volksblatt Bahnhof- str. 10 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 103 Martin, Dr. Karl Senats- Präsident Aschrott- str. 33 7 7 7 7 7 7 0 0 0 0 0 0 248 Kassel Stadt Rechnungs- amt Rathaus 150 150 150 100 0 0 100 100 100 0 0 0 302 Kasseler Post Dr. Neurath ? - Wilh. Platz 4c 0 0 0 0 0 0 10 10 10 10 10 10 25 Kästner Frl. Julie v. Schulvor- steherin Terrasse 1 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 0 0 260 Katzenstein, Elisabeth Privatlehre- rin Weigelstr. 10 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 186 Kempf, Hans Buchhand- lung Stände- platz 7 6 6 6 6 6 5 7 6 6 6 6 6 187 Kempf, Rose - Stände- platz 7 6 6 6 6 6 5 7 6 0 0 0 0 92 Kewe, Prof. Dr. Adolf Oberstudien- direktor Kölnische Str. 78 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 196 Kintzel, Anton von Amtsge- richtsrat i. R. Herkules- str. 12 6 7 7 7 7 7 7 7 7 0 0 0 213 Klippert, Arwed Kaufmann Ruhlstr. 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 93 Koch, Ferdinand Zeitungs- Verleger Landgraf- Karl-Str. 2 50 50 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 1 Korff, Frhr. Fritz von Pol.Präs. Kaiser- platz 10 10 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 76 94 Krehler, Ludwig Bankier Bankhaus Schirmer 50 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 227 Kreisausschuss f.d.Landkreis Kassel - Humboldt str. 24 50 50 50 50 25 25 25 25 25 25 25 25 7 Kühne, Viktor General d. Art. a. D. Jordanstr. 45 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 195 Kunstverein zu Kassel - Stände- platz 20 20 20 0 0 0 0 0 0 0 0 0 95 Laer, Paul von Präsident des Landesfinanz -amtes Kaiser- platz 41 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 275 Lanaris, Dr. ing. L. ? Generaldi- rektor Terrasse 2 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 141 Landgrebe, Wilhelm Justizrat, Rechtsanwalt beim Land- gericht und Notar Königs- platz 32/34 6 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 175 Langenberg, Firma Theodor u. Friedrich Architekten Akazien- weg 17 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 174 Langenberg, Theodor Architekt Wilh. Allee 1-6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 19 Langsdorf, Dr. A. ? - Landesmu seum 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 96 Legal, Ernst Intendant Staasts- theater 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 259 Leghausen ? Kunstmaler Schlangen -weg 7 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 177 Leister, Eduard Kaufmann Gas-, Wasser-, Heizung Große Rosenstr. 7 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 97 Letschert, Reinhard Bankdirektor Kreditbank Gilsastr. 7 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 193 Lewinski, Dr. Erich Rechtsanwalt und Notar Büro: Gr. Rosenstr. 3 /Whg. Germania -str. 13 10 10 10 10 6 0 0 0 0 0 0 0 43 Lewinsohn, Alexander Rechtsanwalt und Notar Unt. Kö- nigstr. 58 30 30 30 10 0 0 0 0 0 0 0 0 218 Lindemann, Heinrich Direktor Oberl. Reg.Rat Hohenzoll str. 139 6 6 7 7 7 7 7 7 7 7 7 7 98 Lindner, Willi Schriftleiter Kirchweg 84 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 100 Loewenbaum, Kurt Bankier Bank Schirmer Ruhlstr. 5 50 10 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 300 Lometsch, Friedrich - Kölnische Str. 5 0 0 0 0 0 0 7 7 7 7 7 7 44 Lorentz, Dr. Gottlieb v. Chefarzt Orthopädie Hohenzoll ernstr. 92 II 6 6 7 7 7 7 0 0 0 0 0 0 101 Luckhard, Dr. Fritz Studiendi- rektor Friedrichs- gymnasium Wigandstr . 16 6 6 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 99 Lüer, Prof. Dr. Hermann Dir. der Kunstgewer- beschule Fr. Wil- helmplatz 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 16 Luthmer, Dr. Kurt Professor, Direktor HLM Landesmu seum 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 240 Maluvius Heinrich Kunsthändler Graben 2 6 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 77 153 Mangold, Dr. Ernst Dir. b. Henschel Kölnische Str. 71 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 191 Mann, Käte Hotel Schirmer 51 51 51 51 0 0 0 0 0 0 0 0 237 Manss, August Fabrikant Kassel-B. 50 50 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 172 Mardorf, Paul Apotheker Engel- Apotheke Ob. Kö- nigstr 21 6 9 9 9 9 0 0 0 0 0 0 0 102 Martin, Georg Reichsbahn- dir.- Präsident Viktoriats r. 2 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 264 Martin, Berta Malerin, Zeichen- lehrerin Emilienstr . 10 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 104 Maybaum, Curt Fabrikbesit- zer Weyrauch str. 10 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 216 Melchers, Dr. Bernhard Studienrat Kassel-K- Am Han- ge 19 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 212 Messing, Konrad Kunsthaus Hohenzoll str. 89 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 298 Meyer, Dr. Willi Zahnarzt Königs- platz 36 1/2 0 0 7 0 0 0 0 0 0 0 0 0 33 Meyer, Martin ? Professor , Studienrat i. R. Querallee 46 6 6 6 6 0 6 6 0 0 0 0 0 263 Meyer- Barkhausen, Dr. Werner Stud.-Ass. Luisenstr. 5 1/2 7 7 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 105 Möller, Dr. D. Heinrich Ld.-Ober- pfarrer/Gene ralsuperinten dent / Ober- hofprediger Brabanter Str. 31/ Weinberg str. 13 6 6 6 6 6 6 6 6 0 0 0 0 267 Möller, Ernst Bezirksdirek -tor Leipziger Str. 197 0 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 249 Muntz, Werner - Annastr: 10 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 310 Negelein, v. Frau Skager- rakpl. 14 0 0 0 0 0 0 7 7 0 0 0 0 106 Nierich, Max Haupt- Schriftleiter Volksblatt 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 197 Nußbaum, Seligmann Uhrmacher- meister Hohenzoll str. 5 I 6 6 7 7 7 7 0 0 0 0 0 0 311 Oellerich, Friedrich Regierungs- und Veterinärrat Landaustr. 8 0 0 0 0 0 0 0 7 7 0 0 0 211 Oppenheim, Dr. M.artin Buchhand- lung Ob. Kö- nigstr. 41 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 170 Oppenheim, Victor Fabrikant Herkules- str. 6 10 10 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 289 Ortmann, Adelheid Fräulein Studien- assessorin Jordanstr. 15 0 0 0 6 5 6 0 0 0 0 0 0 313 Osius, Ludwig Major a. D. 0 0 0 0 0 0 0 0 7 7 7 7 107 Otten, Dr. med. Carl Arzt Praxis Königstr. 6 6 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 261 Paechelmann, Wolfgang Direktor Wilhelms- gymnasium Humboldt str. 1a 7 6 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 108 Pappenheim, Gottfried Rabe von Landrat Humboldt str. 24 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 109 Pechmann, August Konsul Kölnische Str. 16 10 10 10 0 0 0 0 0 0 0 0 0 51 Pfeiffer, Dr. h.c. Karl Ludwig Bankier Spohrstr. 1/4 50 50 50 0 0 50 20 20 20 20 20 20 110 Pfennig, Hermann Kürschner Hohenzoll ernstr. 80 6 6 7 7 0 0 0 0 0 0 0 0 78 306 Pflaumer, Dr. Karl Oberregie- rungsrat Sachsen- str. 3 0 0 7 0 0 0 0 0 0 0 0 0 111 Piepmeyer, Wilhelm Kaufmann Rasenal- lee 13 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 252 Plaut, Bernhard Kaufmann Parkstr. 11 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 49 Plaut, Gustav Kommerzien rat Kaiserstr. 9 5 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 21 Plaut, Joseph Bankier Kölnische Str. 45 6 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 209 Polter, Hermann Hotelbesitzer Hotel Polter 0 6 6 6 6 6 6 0 0 0 0 0 182 Range, Helmut Juwelier W. Range Ob. Kö- nigstr. 49 6 6 6 6 6 6 6 0 0 0 0 0 112 Rasch, Ernst Carl Edmund Generalstaats -anwalt Parkstr. 37 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 113 Reichhardt, Carl F. Konsul Murhard- str. 4 0 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 115 Reinhard, Gustav Landeskult. Präsident Wilh. Al- lee 6 1/2 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 114 Reinhardt, Walter General d. Inf. Schöne Aussicht 4/5 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 178 Rhein, Paul von Kaufmann Wilhelm- str. 4 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 309 Ripcke, Dr. Leopold Studienrat Herkules- str. 1 I. 0 0 0 0 0 0 7 7 7 7 0 0 297 Robrik, Rudolf Generalkon- sul Terrasse 28 0 0 0 0 0 6 6 7 7 7 7 7 265 Rogister, Marie- Luise v. Frau des Majors a.D. Brabanter Str. 31 6 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 22 Rosenstock, Julius Stadtrat a. D. Rechtsanwalt Friedrichs tr. 20 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 23 Rosenzweig, Frau Adele Kommerzien rat Terrasse 1 50 50 50 50 6 25 0 0 0 0 0 0 164 Rubensohn, Emil Kaufmann Kölnische Str. 51 50 50 50 10 10 10 0 0 0 0 0 0 116 Rubensohn, Ernst Fabrikdi- rektor Terrasse 13 50 50 6 12 12 12 0 0 0 0 0 0 18 Rubensohn, Frau Emmy - Terrasse 13 0 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 221 Ruf, Hans Kaufmann Parkstr. 31 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 312 Rust, August Ingenieur Lilienthal- str. 90 0 0 0 0 0 0 0 6 0 0 0 0 272 Ruwer ? Studienrat Kronprin- zenstr. 16 0 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 117 Salzmann, Frau Minna Kommerzien -rätin Sophien- str. 9 50 50 50 20 0 0 0 0 0 0 0 0 185 Salzmann, Heinrich Karl Fabrikant Sophien- str. 9 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 162 Samson, Siegfried Residenz- Kaufhaus Kaufmann Amalien- str. 11 50 50 50 50 50 0 0 0 0 0 0 0 118 Sautter, Prof. Hans Stadtrat Schöne Aussicht 3 6 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 293 Schacht, Maria Frau Dörnberg- str. 5 II. 0 0 0 0 0 7 7 7 7 7 7 7 280 Schade, Oscar F. Klein Kaufmann Thomée- str. 5 Ob. Kö- nigsstr. 24 0 0 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 119 Schafft, Hermann Pfarrer Lic. Mönche- bergstr. 28 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 229 Scharyanka, Fritz Musikhand- lung Hohenzoll ernstr. 25 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 205 Schaumlöffel, Dr. Sanitätsrat Schocke- tal b. Kas- 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 79 sel 168 Schaumlöffel, Trude Photographin Jordanstr. 53 /Park- str. 44 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 120 Schellmann, Dr. Otto Landesrat Hermann- str. 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 121 Schenk, Walter Präsident Oberpost- direktion Karthäu- serstr. 12 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 295 Schmidt, Andreas Bankier Schanzen- str. 8/ Terrasse 11 0 0 0 0 0 6 6 6 6 0 0 0 284 Schmidt, Dr. Hans Sanitätsrat Landgraf- Karl-Str. 17 0 0 7 7 7 7 7 7 7 7 0 0 176 Schmidtmann, Christian Architekt Karthäu- serstr. 5 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 155 Schmidtsche Heißdampfges. - Rolandstr. 2 100 100 100 100 0 0 0 0 0 0 0 0 290 Schneider, Wolfgang - Wilh. Platz 4 I 0 0 0 6 6 6 6 6 6 0 0 0 202 Schöen, Oscar Fabrikant Ob. Kö- nigstr. 22 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 266 Scholl, Sophie Frl. /Frau Terrasse 12 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 122 Schroeder, Dr. Theodor Präsident des Landesver- waltungs- amts Hohenzoll ernstr. 44 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 47 Schulz, Hermann Direktor des Schulmuse- ums Hess. Landes- museum 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 251 Schwabe, Willy Antiquitäten Wörthstr. 4 I 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 123 Schwander, Dr. Rudolf Oberpräsi- dent der Provinz 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 124 Schwarzkopf, Dr. Karl Emil Albert Geh. Reg. Dir. der Landes- kreditkasse Steinhöfer -str. 7 50 50 50 50 25 25 25 25 25 25 25 0 234 Selig, Konrad Rektor Weissen- steinstr. 63 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 165 Sichel, Karl Hermann Dipl. Ing. Reg. Baumeister Kl. Ro- senstr. 1 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 147 Sichel, Max - Prinzen- str. 3 10 10 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 207 Sieberg, Fritz Kaufmann Baumwollwe berei Ellrich Weinberg -str. 9 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 270 Siefart, Hugo Ministerial- direktor a. D. Steinhöfer -str. 7 0 7 7 7 7 7 7 7 0 0 0 0 190 Simon, Dr. Walter Musikhand- lung Wilhelm- str. 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 5 Simons, Dr. Karl Oberreg.Rat Terrasse 16 6 0 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 125 Sondag, Philipp Karl Theodor Vizepräs. d. Prov. Schulkom. Terrasse 17 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 0 0 126 Stadler, Dr. Ernst Oberbürger- meister 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 127 Stahl, Dr. Otto Justizrat Wolfs- schlucht 6 1/2 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 171 Stegemann, Eduard Senatspräsi- dent i. R. Hinzpeter -str. 8 II 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 128 Steinhausen, Prof. Dr. Georg Bibl.Dir. Kaiser- platz 17 II 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 292 Stoll, Walter Oberregie- rungsrat Hohenzoll ernstr. 176 III. 0 0 0 0 0 6 6 6 6 6 0 0 80 129 Streit, Ludwig Bankier Stände- platz 18 50 50 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 130 Strippel, Dr. Karl Rechtsanwalt Königs- platz 36 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 244 Stück, Fritz Architekt Richard- weg 2 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 138 Suderland, Otto Bankdirektor Deutsche Bank 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 307 Suermann, Dr. ? Regierungs- rat Oberprä- sidium Kirchweg 70 0 0 0 0 0 0 0 0 6 6 0 0 158 Tacken, Paul Antiquar Oberste Gasse 15 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 201 Tannenbaum, Lehmann Kunsthändler Hohenzoll ernstr. 27 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 253 Tapeten- Museum, Deutsches Schloss Friedrichs platz 10 10 10 10 10 10 10 10 10 10 10 10 285 Techmer, Karl Bauunterneh mer Magazin- str. 2 0 0 0 7 7 7 0 0 0 0 0 0 137 Theobald, Philipp Dir. der Landesbank Johannes- str. 7 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 7 7 181 Thielemann, Dr. Rudolf Augenarzt Hohenzoll ernstr. 4 6 6 6 6 6 6 6 0 0 0 0 0 38 Thorbecke, Joh. Fabrikant Terrasse 2 15 15 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 131 Ullmann, Otto Bankier Kaiserstr. 70 10 10 10 10 0 0 0 0 0 0 0 0 188 Vaupel, Lorenz Großkauf- mann Rosenstr. 21 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 203 Vaupel, Lorenz vgl. 188 Kaufmann Gr. Rosen -str. 21 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 246 Verkehrsverein Kassel Rathaus 30 30 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 247 Verkehrsverein Kassel Rathaus 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 210 Vilmar, Dr. Karl Rechtsanwalt und Notar Kölnische Str. 5 6 6 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 29 Vocke, Alfred Professor Albrecht- str. 37 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 287 Vogel, Dr. Hans Dozent Kunstaka- demie Kassel 0 0 0 7 0 0 0 0 0 0 0 0 24 Vogt, Frau Johanna Stadtrat Obere Königstr. 47 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 139 Vogt, Heinrich - Neue Mühle 7 7 7 7 7 7 7 7 7 7 0 0 199 Vogt, Louis und Frau - Stände- platz. 12 6 6 6 7 0 6 6 6 7 7 7 7 11 Vogt, Otto Kommerzien rat Schöne Aussicht 18 30 30 30 20 20 0 0 0 0 0 0 0 159 Voigt, Dr. Heinrich Dr. ing. h.c. Brabanter Str. 24 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 0 0 42 Volckmar, Ludwig OberReg.Rat i. R. . Kölnische Str. 81 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 4 Volckart, Dr. Hans Vizepräsi- dent Ober- präsidium Humboldt str. 22 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 301 Völker, Dr. Paul Arzt Leipziger Str.. 0 0 0 0 0 0 6 6 7 7 7 7 184 Vötterle, Karl Verleger Rasenal- lee 77/79 6 7 7 7 7 7 7 7 7 7 7 7 132 Waitz von Eschen, Dr. Freiherr Ritterguts- und Bergwerksbe sitzer- Opern- platz 6 6 6 6 6 8 8 8 8 8 8 8 3 Walter, Dr. Landrabbiner Moltkestr. 6 6 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 81 Gotthold 7a 239 Warlich, W.illi Konditorei Däche Ob. Kö- nigstr. 4 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 133 Weber, Richard Dir. der Reichspost Wilh.Platz 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 282 Weidle, Fritz Handelshof Kurfür- stenstr. 10 0 0 10 10 10 0 0 0 0 0 0 0 166 Wenzel, Conrad Spediteur Wolfs- schlucht 27 6 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 283 Werner, Moritz L. S. Brinkmann Eschwege 0 0 50 50 50 50 0 0 0 0 0 0 40 Wertheim, Frau Eugenie Kommerzien rat Terrasse 14 50 50 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 161 Wertheim, Paul Bankier Königs- platz 57 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 0 262 Wichura, Victor Radio- u. Photo-Spe- zialgeschäft Hohenzoll ernstr. 5 7 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 273 Wickede, Fr. v. - Kölnische Str. 17 0 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 204 Wiegel, A. Bildhauer Gr. Rosen -str. 21 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 28 Witte, Prof. Kurt Direktor der Kunstakade mie Menzelstr. 15 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 308 Wöhler, Dr. Friedrich R. Optische Fabrik Katzen- sprung 0 0 0 0 0 0 7 7 7 7 7 7 134 Wolff, Dr. Richard Fabrik- besitzer Weinberg -str. 11 6 6 7 7 7 7 0 0 0 0 0 0 135 Wolff, Otto Bankdirektor Handelsge- richtsrat Kölnische Str. 99 6 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 6 Woringer, August Zolldirekt. i. R. Kölnische Str. 84 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 294 Wulff, Fritz Major a. D. Herkules- str. 95 0 0 0 0 0 7 0 0 0 0 0 0 167 Wunderlich, Luise Vorsteherin Mathilde- Zimmer- Stiftung 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 0 232 Zahn, Franz Architekt Kölnische Str. 177 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 6 245 Ziegenhain Kreiskom- munalkasse 30 30 30 30 30 30 30 0 0 0 0 0 136 Zimmerle, Ernst Dir. d. Hess. Heimstätte Jordanstr. 1 Aug. Viktoria- Str. 54 6 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 13 Zimmermann, Wilhelm Präs. der Handwerks- kammer Fried.Wil h. Pl. 4 6 6 6 6 6 0 0 0 0 0 0 0 82 15 Anhang 83 16 Anhang 84 17 Anhang 85 18.1 Anhang 86 18.2 Anhang 87 19 Anhang 88 20 Anhang Anzahl der Mitglieder und Beitragsaufkommen des Kasseler Museumsvereins 1928 bis 1943 1 2 3 4 5 6 7 Jahr Anzahl der Einzel- Mitglie- der Beiträge RM der Einzel- mitglie- der Genossen- schaftliche Mit- glieder Beiträge RM der genossen- schaftlichen Mitglieder Summe RM Sp. 3+5 Bemerkung 1927 145 870 870 Werbekampagne 1927 19 Stifter 1250 1250 durch Dr.Pissin 1927 einmalige Stiftung 2150 2150 1928 255 3421 25 690 4111 Werbekampagne 1929 239 3106 34 588 3694 Werbekampagne für genossenschaftliche Mitglieder 1930 200 2504 39 706 3210 Austritte aus wirtschaftlichen Gründen 1931 166 1892 29 369 2261 Austritte aus wirtschaftlichen Gründen 1932 132 1125 25 375 1500 Viele Austritte jüdischer Bürger 1933 110 976 25 304 1280 ebenso 1934 91 832 33 325 1157 Beitritt von 13 Schulen 1935 86 777 26 379 1156 1936 80 754 28 269 1023 1937 73 612 26 307 919 1938 66 562 21 323 885 1939 61 523 19 251 774 1940 61 617 13 118 735 1941 58 597 12 71 668 1942 53 597 1 3 600 1943 44 414 1 3 417 Sum me 23579 5081 28660 Den genossenschaftlichen Mitgliedsvereinen wurde ein Kontingent von Mitglieds-Karten zugeschickt, die sie an ihre eigenen Mitglieder für je 1.- RM, z. T. auch für 0,50 RM verkauften. Die nicht verkauften Karten wurden i. d. R. zurückgeschickt, die eingezogenen Beträge auf das Konto des Museumsvereins überwiesen oder bar im Landesmuseum bei Fräulein Erna Habermehl abgegeben. Im Mitgliedsbuch sind die Anzahl der verkauften Karten und die jeweiligen Beträge, die bezahlt wurden, vermerkt. 89 Der Kunstverein zu Kassel zum Beispiel war von 1928 bis 1933 genossenschaftliches Mitglied; seine Mitglieder erhielten Karten als korporative Mitglieder. Einige Einzelmitglieder wechselten in den Status der Mitglieder, die über ihren Verein Mitgliedskarten erhielten. Dies wurde auch für andere Vereine (Bühnenvolksbund, Kommunalbeamte, Offiziersbund, Wilhelmsgymnasium) bei den Einzelmitgliedern vermerkt. Viele Einzelmitglieder, die z. B. einen Beitrag von 7.- RM oder mehr zahlten, erhielten eine oder mehrere so genannte „Beikarten“ für Familienmitglieder; dies wurde ebenfalls im Mitgliedsbuch vermerkt. Bei den Einzelmitgliedern sind die Institutionen, die regelmäßig einen festen Beitrag leisteten, aber keine Karten für korporative Mitglieder erhielten, mitgezählt: Mitgl.-Nr. Institution RM 145 Dresdner Bank Filiale Kassel 25 195 Kunstverein zu Kassel (bis 1930, dann korporatives Mitglied) 20 227 Kreisausschuß für den Landkreis Kassel 25 245 Kreiskommunalkasse Ziegenhain (bis 1934) 30 246 und 247 Verkehrsverein Kassel, Rathaus (bis 1929) 30 248 Stadt Kassel, Rechnungsamt (bis 1942) 100 253 Deutsches Tapetenmuseum (bis 1943) 10 Dr. Luthmer, Dr. Hallo, Dr. Langsdorf, Dr. Helm, alle Mitarbeiter des Landesmuseums, zahlten keine Beiträge; sie sind aber als Einzelmitglieder mitgezählt. Am 21. März 1930 wurde auf der Ausschuss-Sitzung erwähnt, dass der Verein 206 Mitglieder habe. Dies stimmt mit der Zählung im Mitgliedsbuch, das am Ende des Jahres1929 239 Mitglieder verzeichnete, fast überein. 90 21 Anhang 91 22 Anhang 92 23 Anhang 93 24 Anhang 94 25 Anhang 95 96 26 Anhang 97 27 Anhang 98 28 Anhang 99 29 Anhang 100 101 30 Anhang 102 103 31 Anhang 104 32 Anhang 105 33 Anhang Überblick über Vorträge und Führungen, die unter der Flagge des Museumsvereins liefen, in den Jahren 1928-1940 Jahr Staatliche Gemälde- galerie Hessisches Landes- museum Kupfer- stich- kabinett Land- grafen- museum Tape- tenmu- seum Städt. Galerie/ Naturkun- demuseum 1928/ 29 Luthmer: Neuerwerbun- gen der Staatlichen Kunstsammlungen (V) Leporini: Deutsche Hand- zeichnungen seit Dürer (V) Cohn (Berlin): Ostasiatische Malerei (V) Dippel und Hallo: Kas- seler Astronomisch-Physi- kalische Sammlung (V) 1929/ 30 Steinbart (Marburg): Jan Scorel und das restau- rierte Familienbild (V) Möbius: Die älteste statuarische Plastik der Griechen und der Orient (V) Hofmeister (Marburg): Ausgrabungen der Alten- burg bei Niedenstein (V) Hallo: Über das Kasseler Barock (V) 1930/ 31 von Lepel: Frühe deutsche und niederländische Malerei (F) Luthmer: Rubens und van Dijck [sic] (F) Luthmer: Rembrandt (F) Soeder (Kassel): Die Italienreise des modernen Menschen (V) Cahn (Frankfurt): Hes- sische Münzkunde (V) Paetow: Baugeschichte des Schlosses Wilhelmshöhe (V) Kramm: Die Handzeich- nung vom 16.-19. Jahr- hundert (SF) Möbius: Hessische Vorgeschichte I: Stein- und Bronzezeit (F) Möbius: Hessische Vorgeschichte II: Die Funde der Altenburg (F) Möbius: Antike Plastik (F) Hallo: Die Landgräfliche Kunstkammer I (F) Hallo: Die Landgräfliche Kunstkammer II (F) Kramm: Mittelalterliche Plastik und Malerei (F) Dippel: Die astronomisch- physikalische Sammlung (mechanisch-physikalische Apparate, Mikroskope und Teleskope) (F) Gotthilf: Ostasiatische Kunst I: Frühchina (F) Gotthilf: Ostasiatische Kunst II: Kunst der Ming- und Mandschuzeit (F) Frl. Schwindrazheim: Hessische Volkskunst I: Die Trachten (F) Frl. Schwindrazheim: Hessische Volkskunst II: Hausrat und Gerät (F) Luthmer: Die Le- der- und Stofftape- ten des 16.-18. Jahrhun- derts Luthmer: Die euro- päischen Papierta- peten Schäfer- Simmern (Frankfurt): Neue Kunst- erziehung (V) von Lepel: Romantische Malerei (F) Luthmer: Moderne Malerei (F) 106 Jahr Staatliche Gemälde- galerie Hessisches Landes- museum Kupfer- stich- kabinett Land- grafen- museum Tape- tenmu- seum Städt. Galerie/ Naturkun- demuseum 1931/ 32 Luthmer: Tizian und Umkreis (F) Luthmer: Flämische Meister (F) Luthmer: Frans Hals und Rembrandt (F) Hallo: Johann Hein- rich Tischbein (SF) von Lepel: Friedrich August Tischbein (SF) Hallo: Johann Heinrich Tischbein und seine Freunde (Schloss Wilhelmsthal) (SF) Möbius: Antike Keramik (F) Möbius: Antike Tonfigu- ren (F) von Lepel: Hafnerkeramik und Steinzeug der Renais- sance (F) Möbius: Fayencen und Porzellane (F) Gotthilf (Kassel): Ostasiati- sche Keramik (V) Zeh (Heppenheim): Das Oseberger Totenschiff (V) v. Massow (Berlin): Der Pergamon-Altar (V) Schulz (Kassel): Was will die Lichtbild-Hauptstelle? (V) Villiez: Althessische Leine- weberei (SF) Oberlinger: Die Drechsel- masch. Wilhelms IX. (SF) Hallo: Die wich- tigsten Blätter des Kupferstichkabi- netts (F) Kramm: Die graphischen Tech- niken (F) Kramm: Das graphische Werk Dürers (F) Möbius: Johann Wilhelm Tischbein (Der Goethe-Tisch- bein) (SF) Hallo: Wie benutzt man das Kupferstichkabi- nett? (F) Luthmer: Die Ge- schichte der Tapete (F) von Lepel: Hessische Maler (F) 1932/ 33 Voigt (Marburg): Hessische Kunst (SF) Luthmer: Ohne Thema (F) Luthmer: Ohne Thema (F) Luthmer: Ohne Thema (F) v. Lepel: Ohne Thema (F) Vogel (Kassel): Hessen- Schweden (SF) Möbius: Zeitgenössische Medaillen (SF) Möbius: Das hessische Münzkabinett (F) Vogel (Kassel): Exotische Elemente in der europäi- schen Baukunst (V) Das Glas: Möbius: Antikes Glas (F) Möbius: Mittelalterliches Glas und Kristallschnitt (F) Vogel: Deutsches Glas der Renaissance (F) Vogel: Barock- und Rokoko-Gläser (F) Hallo: Neuerwer- bungen (F) Hallo: Wilhelms- höher Porträtbände (F) v. Lepel: Graphik der Romantik (F) Möbius: Malerei der Romantik (F) Naturkun- demuseum: Hallo: Zur Ge- schichte des Museums (F) Schulz: Ohne Thema (F) 1933/34 1934/ 35 Luthmer: Gemälde alter Meister aus Privatbesitz (F) Thormählen: Ausgewählte Bildnisse (F) Thormählen: Plastische Bildnisse – Gipsabgusssammlung (F) Luthmer: Aus dem Leben einer ma. Stadt – Die Fran- kenberger Chroniken des Wigand Gerstenberg (V) Möbius: Das Diarium der Italienischen Reise des Landgrafen Karl (V) Kramm: Biedermeierliche Idyllen: Ludwig Emil Grimms Reisetagebuch (V) Jacob (Kassel): Das Lei- nengewerbe in Hessen (KF) Luthmer: Großalmeröder Glas- und Tonwaren- fabrikation (KF) Möbius: Die keramische Industrie Alt-Kassels (KF) Rösler (Kassel): Die opt. und feinmech. Industrie Alt-Kassels (KF) Kramm: Hessischer Eisenguss Möbius: Die Goldwä- scherei in der Eder (KF) Jacob (Kassel): Papiermühlen (KF) Luthmer: Das neue Landgrafen- museum (F) Thormählen: Werner Henschel als Porträtist (Henschel- Museum) (F) 107 Jahr Staatliche Gemälde- galerie Hessisches Landes- museum Kupfer- stich- kabinett Land- grafen- museum Tape- tenmu- seum Städt. Galerie/ Naturkun- demuseum 1935/ 36 Thormählen: Zwangloser Rundgang (F) Thormählen: Zwangloser Rundgang (F) Luthmer: Die Rembrandt- Ausstellung in Amsterdam (V) Kramm: Gärten und Parks in Hessen (V) Kirchvogel (Kassel): Das Carolinum in Kassel und die physikalische Idee im 18. Jahrhundert (V) von Lepel: Einführung in die graphischen Techniken (F) von Lepel: Einführung in die Bestände des Kabinetts (F) Kramm: Neue und alte Hand- zeichnungen (F) Hetsch: Altdeutscher Bilddruck vor Dürer (F) von Lepel: Räume und Inneneinrich- tungen aus drei Jahrhun- derten (F) Möbius: Die neuen Zu- gänge zur Antiken- sammlung (F) Rahmelow: Die Porzel- langalerie (F) Jacob (Kas- sel): Was al- te Bildnisse erzählen (F) 1936/ 37 Renaissancebildnisse in Einzelbehandlung: Thormählen: Der Oranier von Antonis Mor (F) Luthmer: Der Nürn- berger Schreibmei- ster Neuberger und der Feldhauptmann Hieronymus Kohler von Nikolaus Neufchatel (F) Thormählen: Der „Aquaviva“ des Tizian und der an- gebliche „Garcilaso della Vega“ (F) Luthmer: Die neugehängten Bilder des italienischen Barock und der wiedergefundene Murillo (F) Thormählen: Rembrandt (F) Hessische Vorgeschichte: Möbius: Die Entwicklung vorgeschichtlicher Kul- turen (F) Möbius: Die Hauptfundplätze (F) Möbius: Hessisches Soldatentum (F) Jacob (Kassel): Die Männer und ihre Taten (F) von Lepel: Die Waffen (F) Rahmelow: Volk und Brauch in Hessen (F) Zeichnung und Graphik als deutsche Kunst: Kramm: Ihr Weg und ihre Mittel (F) Hetsch: Das deutsche Bildnis (F) von Lepel: Das deutsche Bilder- buch (F) Alte Graphik als Mittel der Publi- zistik: Hetsch: Der Ein- blattholzschnitt (F) Rahmelow: Matthäus Merian (F) Kramm: Beginn und Entfaltung landschaftlichen Parkstils (F) Höfische Kunstpflege in Kassel: Kramm: Die Land- grafen als Sammler (F) Luthmer: Hofkünstler und Kunst- handwerker (F) Neues aus der Antiken- abteilung. Möbius: Griechische und römi- sche Bild- werke (F) Möbius: Waffen, Gerät und Schmuck (F) Hetsch: Ost- indisches Porzellan (F) 1937/ 38 von Lepel: Mytholo- gie und Sage in den Bildern des Barock (F) Luthmer: Brauch und Sitte im Barock (F) Thormählen: Das Bildnis als Thema des Barock (F) Möbius: Hessische Ur- und Frühgeschichte 2x (F) Hessische Geschichte: Möbius: Die Münze als Ge- schichtsspiegel (F) von Lepel: Spiegel hessi- scher Soldatentugenden (Die Bildnisse der Heer- führer) (F) Kramm: Die geistige Ent- faltung des Landes, gezeigt an Bildnissen berühmter Hessen (F) Jacob und Kirchvogel: Hessens Anteil an der Ent- wicklung von Technik und Industrie (F) von Lepel: Hessische Volkskunst (F) Kramm: Neuerwerbungen des Kupferstich- kabinetts (F) Luthmer: Wohnbe- dürfnis und Raumge- staltung seit 3 Jahrhun- derten (F) Thormählen: Romantik und Biedermeier in Hessen (F) Thormählen: Ausklang und Neubeginn in der zeitgenös- sischen hes- sischen Kunst (F) 108 Jahr Staatliche Gemälde- galerie Hessisches Landes- museum Kupfer- stich- kabinett Land- grafen- museum Tape- tenmu- seum Städt. Galerie/ Naturkun- demuseum 1938/ 39 Luthmer: Vier Jahrhun- derte Kasseler Museums- geschichte (V) Helm: Führung durch die vorgeschichtliche Samm- lung (F) Helm: Führung durch die volkskundliche Sammlung (F) von Lepel: Führung durch die Abteilung hessischer Malerei vom Mittelalter bis zum 18. Jahrhundert (F) Möbius: Führung durch die Sammlungen hessischen Kunstgewerbes des 17. und 18. Jahrhunderts (F) von Lepel: Führung durch die Räume des 19. Jahrhun- derts (F) Preime: Rembrandt als Radierer I (V) Preime: Rembrandt als Radierer II (V) Kramm: Hessische Bildhauer (F) Kramm: Rückblick und Ausblick (F) 1940 Kramm: Die Bedeutung der Kasseler Rubens- sammlung (V) von Lepel: Johann Heinrich Tischbein als Zeichner – Führung durch die Ausstellung (F) Helm: Hessische Trachten vor 100 Jahren (V) Kirchvogel: Das Werden der naturwissenschaftli- chen Weltanschauung von Giordano Bruno bis Kant mit Demonstration von In- strumenten aus der astro- nomisch-physikalischen Sammlung des Landgra- fenmuseums (V) 1941 Helm: Das Hessische Bauernhaus (V) Apell (Kassel): Das Tape- tenmuse- um- Über- blick (F) Apell (Kassel): Restau- rierung, Hand- und Maschi- nendruck, Entwürfe und Neu- drucke, Neuzugän ge V = Vortrag F = Führung KF = Kurzvortrag mit Führung SF = Sonderführung 109 34 Anhang 110 111 35 Anhang 36 Anhang 112 37 Anhang Leihgaben des Museums-Vereins für Hessen-Cassel (1903-1927) und des Kasseler Museumsvereins (1927-1947) Abteilung Kunsthandwerk und Plastik, Inv. B XXII a = MV Die ehemaligen Leihgaben sind nach Auflösung des Kasseler Museumsvereins in das Eigentum der jetzigen Museumslandschaft Hessen Kassel übergegangen. MV Inv-Nr. Bezeichnung der Archiv- Hängemappe Foto oder Negativ-Nr. spätere Inv. Nr. (Auslage- rung 1940, MHK) Beschreibung im Verzeichnis B XXII a, bei Boehlau, in der Hängemappe und in Publikationen Abbildung (soweit vorhanden) MV 1904/1 Neg. Nr. K5 611 Kriegsverlust? Riechflacon mit Pfropfen „ 1904 Riechflacon mit Pfropfen. Casseler Porzellan. Am Fuss und Hals Bronzemontierung. In Meergrün getönte Rocailleumrahmung, jederseits ein Vogelpaar in Landschaft, eisenrot gemalt (Tauben und Hahn und Henne). Marke H.C. und eingeritzt: 82. 9 cm h[och].“ Bericht Boehlau, S. 6: Von Erzeugnissen der Casseler Porzellan-fabrik (1766-1788) wurde das auf S. 5 abgebildete in Grün und Eisenrot bemalte und mit vergoldetem Kupfer gefasste Flacon erworben, technisch wie künstlerisch ein Meisterstück Abb. S. 5 Marlis Wienert, Kasseler Porzellan, Kassel 1977, S. 154: „Kat. Nr. 118; Flakon; H. 9 cm; Farbig bemalt; H C in Uglblau? Ritzzeichen: 82 (= Mnr.; Mnr. 86 wird am 27. April 1771 genannt); Fassung in vergoldetem Kupfer Inv. Nr. MV 1; Neg. Nr. K 5 611 (nach einer alten Platte) Die Angaben sind den untengenannten Veröffentlichungen entnommen. Die Malerei soll in Eisenrot, die Höhung der Reliefteile in Grün ausgeführt gewesen sein. Auf der Rückseite ein Hühnerpaar. In den Glattbrandzetteln werden erstmals am 18. August 1770 2 fassonierte Riechfläschchen genannt. Mitt. [des VHG] Jg. 1904/5, Kassel 1905, auf S. 58. Bericht Dez. 1903 bis 1. Juli 1906 auf S. 5, Text auf S. 6. Die Malerei wohl Pforr zuzuschreiben, siehe den Abschnitt J. G. Pforr.“ MV 1904/2 3 Deckelterrinen; K5 1087 und K5 1086, Foto MHK 2000/79 Terrine mit Deckel und Teller/ Untersatz „Terrine mit Deckel und Teller/Untersatz/ Casseler Porzellan. Die Ränder der Terrine, des Deckels und des Tellers mit reliefiertem breitem Korbflecht-Band verziert, die Wandung bzw. die Fläche des Tellerrandes durch geschwungene Vertikalrippen in Felder geteilt. In diesen Feldern und im Fonds des Tellers Vogelgruppen und Käfer und Schmetterlinge, farbig (braun, daneben gelb, grün, hellblau, violett). Henkel der Terrine als Füllhörner mit aufsteigenden naturalistischen und ornamentalen 113 Gebilden; Deckelknopf aus 2 Blättern gebildet. – Marke: Löwe in Blau. Auf dem Teller darunter kalt aufgemalt: E. Auf der Terrine ist eingeritzt: SP, auf dem Teller P. – Höhe der Terrine: 26 cm; Teller: 39:27,5 cm“ Am Rand: „Aus Samml[ung Alhard] v.[on] Drach.“ Bericht Boehlau, S. 6: … ferner eine Suppenterrine in Rokokoformen Abb. S. 9 Hängemappe: TERRINE MIT UNTERPLATTE, bemalt mit Vögeln Porzellan, bemalt. H. Terrine: 25 cm. Unterplatte: etwa 5,5 cm. Im Brand verzogen. Marke: T.: Löwe, Untergl. Blau, Ritzzeichen: S P Uplatte: Löwe, Untergl. Blau. Ritzzeichen: P Malermarke auf der U-Platte: E in schwarz. Kassel: Datierung des Modells unbekannt. Unbekannter Modelleur. Terrine der Meißner Form Neuozier, bemalt mit bunten Vögeln. Ebenso die Unterplatte. Als Deckelknauf ein muschelartiges Gebilde, violett staffiert. Henkel belegt mit Spargeln und Blumenkohl, naturalistisch staffiert. Terrine: mehrere Sprünge im Unterteil. Brüche an beiden Henkeln, gekittet. Am oberen Rand ein kleines Stück abgeschlagen. Farbe auf der Unterplatte teilweise abgesplittert. Zum Meißener Neuozier vgl. Reinheckel in: Keramos 41/42, 68 p. 76. Abb. 56, keine Terrine in der Literatur abgebildet. Gleiches Modell in kleinerer Ausführung in der Sammlung, Inv. Nr. B IX/CLXXXIV. Maler: Das Malermonogramm E ist bis jetzt nicht aufzulösen. Ob es das Monogramm Eisenträgers ist, ist zweifelhaft. Der gleiche Maler auf dem Teekännchen, gerippt, Inv. Nr. 1918/504. Dieser Maler orientiert sich mit seiner Malerei an einem Maler, der vor 1770 an der Manufaktur tätig war: vgl. das Kännchen mit den gewundenen Asthenkeln. Auffallend der Kontrast der trockenen Brauntöne zu dem glänzenden Grün. 1904 vom Museums-Verein aus der Sammlung von Drach erworben, ist aber im Katalog der Sammlung Drach nicht genannt. Literatur: Bericht des Museums-Vereins für Hessen- Cassel, Dez. 1903-1. Juli 1906, Kassel 1906, p. 9 S. Ducret, Die landgräfliche Porzellanmanufaktur Kassel, Braunschweig 1960, Abb. 99 und 100. Dazu Marlis WIENERT, Kasseler Porzellan, 1980, Kat. Nr. 37, mit Abb. 37 a und 37 b: „Terrine und Unterplatte der Meißener Form Neuozier. Die Henkel als Spargelstangen und Blumenkohl, naturalistisch staffiert, der Knauf violett. Mehrere Sprünge im Unterteil, gekittete Brücke an beiden …gen, Spitze des Knaufs abgebrochen. Die Farben auf der Uplatte teilweise abgesplittert. Zur Malermarke siehe in der Mitarbeiterliste unter E. Vogelmaler.“ S. 104: „E. Vogelmaler. 2 Malermonogramme E sind bekannt (Kat. Nr. 36 und Kat. Nr. 37). Da das Teekännchen das Ritzzeichen 86 S trägt, könnte er gegen 1771 in der Manufaktur gewesen sein. Ob es sich um die Signatur des Sohnes von Eisenträger, Johann Carl, handelt, ist nicht zu beweisen, da nicht sicher ist, wann er eingetreten ist. Ob die etwas schludrigen Vogelmalereien vielleicht von Engell stammen, der 1772 als Maler an der Fayencemanufaktur bezahlt wird, wäre denkbar, ist aber nicht zu beweisen.“ MHK: zwei Farbfotos 27.09.2011 114 MV 1904/3 Zuckerdose mit Genreszenen K5 2168 und Foto 1956/80 Zuckerdose „Zuckerdose. Casseler Porzellan. Als kugliger Napf mit Deckel gestaltet, dessen Griff eine Rosenknospe bildet. Auf Napf und Deckel in zweifarbigen Genredarstel-lungen: Bauernpaar vor Säule; 2 Bauern im Gespräch; Frau mit Kindern und Wiege; essendes Paar. - Marke Löwe. Eingeritzt: S. 82“ Bericht Boehlau, S. 6: … und eine Zuckerdose mit sehr lebendigen Genreszenen bemalt. Hängemappe: „ZUCKERDOSE, bemalt mit bunten Genreszenen Porzellan, bemalt. H. 10 cm. Marke: Löwe, Untergl. Blau, Ritzzeichen S 82 (Massenummer 79 ist für 1769 belegt.) Kassel: Datierung des Modells unbekannt. Vor 1770. Maler: Eisenträger zugeschrieben. Runde Dose auf Standring. Bemalt mit Genreszenen: Frau mit Kind, daneben eine Wiege und ein Bub vor einem Tisch, in einer Baumlandschaft. Auf der anderen Seite: Bäuerliches Paar. Auf dem Deckel je eine Zweiergruppe. Mehrere Stücke am oberen Dosenrand ausgebrochen. Deckel: Je ein Stück am inneren und am äußeren Rand ausgeschlagen. Stiel des Rosenknospenknaufs und Teile der Blätter fehlen. Das Porzellan des Deckels ist verschieden von dem der Dose: gelblicher. Gehören aber wegen der Bemalung zusammen. Modell: Vermutlich handelt es sich bei Ducret Farbtafel nach p. 204 um das gleiche Modell, das die Ritzzahl 38 trägt. Daher kann man das Modell vor 1770 datieren. Maler: Bemalt von Eisenträger Erworben 1904 vom Museumsverein, keine Herkunft angegeben. Literatur: Benannt als Erwerbung in: Bericht des Museums- Vereins für Hessen-Cassel, Dez. 1903-1. Juli 1906, Kassel 1906, p. 6 Außerdem ist vermutlich das obengen. Stück gemeint in: Mitteilungen an die Mitglieder des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde, Jg. 1904/5, Kassel 1905, p. 58“ Marlis WIENERT, Kasseler Porzellan, 1980, Kat. Nr. 66, mit Abb.: „Zuckerdose, H. 10 cm, farbig bemalt, Löwe in Uglblau; Ritzzeichen: S. 82 (Mnr. 79 ist für 1769 belegt; Mnr 86 wird am 27. April 1771 genannt) […] Bemalt mit einer sitzende Frau, die ein Kind auf dem Schoß hält, daneben eine Wiege; dazu ein Bub, der vor einem Tisch steht und trinkt. Auf der Rückseite ein bäuerliches Paar. Auf dem Deckel je eine Zweiergruppe in Baumlandschaft. Mehrere Stücke am oberen Dosenrand ausgebrochen. Im Deckel je ein kleines Stück am inneren und am äußeren Rand angeschlagen. Stiel des Rosenknaufs und Teile der Blätter fehlen. Das Porzellan des Deckels ist, verglichen mit dem Unterteil, gelblich. Die Malerei ist J[ohann]. H[enrich]. Eisenträger zuzuschreiben.“ MHK: zwei Farbfotos 27.09.2011 MV 1904/4 2000/78 Potpourri-Vase „Potpourri-Vase im Stil Ludwigs XVI. Casseler Steingut. Die Vase auf viereckiger Plinthe ruhend hat hohen durchbrochenen Deckel mit Pinienzapfen gekrönt und steile Henkel. Von Henkel zu Henkel geht jederseits eine Girlande. Über diesen jederseits ein 115 Medaillon. Grundfarbe der Vase ist braun. Postament, Henkel, Deckelknauf, Leisten und Ornamente gelblich weiß mit Gold. 12 cm h.“ Bericht Boehlau S. 6: Aus der Steitz-Hillebrechtschen Steingutfabrik in Cassel (Ende des 18. Jahrhunderts) rührt die Vase S. 7 her, die in ihrer Farbenstimmung von ungewöhnlich vornehmer Wirkung ist: der Grund des Vasenkörpers und des Deckels ist ein dunkles Rostbraun, Fussplatte, Henkel, Deckelknopf und alle Verzierungen sind gelblich-weiss, mit Gold gehöht. Abb., S. 7 Dazu: Katalog Aufklärung und Klassizismus in Hessen-Kassel unter Landgraf Friedrich II. 1760-1785, Kassel 1979, Kat. Nr. 194, mit Abb.: „Potpourri-Vase. […] Steingut, braun, Reliefdekor gelblich glasiert und kalt vergoldet. H. 31,8 cm. Steitz, Kassel, nach 1776. Medaillonschmuck wie vorstehende Kat. Nr. [Auf den beiden Medaillons im Relief bärtiger Philosophenkopf und lorbeerbekränzter Frauenkopf, an Bandschleifen hängend]. Deckel ebenfalls mehrfach durchbrochen, um die Öffnungen Blattornament, Artischockenknauf. Unter den Medaillons Laubfestons.“ Abbildung auch in Wolf VON BOTH/ Hans VOGEL, Friedrich II. von Hessen Kassel, 1973, S. 207, Abb. 65 MHK: Farbfoto 28.09.2011 MV 1904/5 Große Deckelterrine K5 1323 und Foto Terrine mit Deckel „Terrine mit Deckel. Flörsheimer Fayence. Der Körper durch Gruppen geschwungener vertikaler Einziehungen gegliedert, ebenso der hohe Deckel, der außerdem noch horizontale Einschnürungen zeigt. Der Knopf ist als Pinienzapfen gebildet. Rokoko Füsse und Henkel. Dekor: deutsche Blumensträusse und Streublumen in Manganviolett, daneben [in] Grün, Gelb und Blau. Marke AA [ligiert]. 29 cm h. Geflickt.“ [Am Rand:] „In Paris erworben“ (Dehé S. 47: Große Deckelterrine mit Längsfurchen und Blumenzweigen auf den Griffen, hoher Deckel mit Frucht als Knauf. Ein in der Form identisches Stück in der Sammlung Riesebieter. S. Riesebieter, Die deutschen Fayencen, Leipzig 1921, S. 53 und Abb. 57, S. 54) Bericht Boehlau S. 6: eine reich mit Blumen bemalte Rokokoterrine, die die Flörsheimer Marke trägt Dazu Karl SCHAFFT, Flörsheimer Fayencen, Darmstadt 1977, S. 136, Abb. 78 b: „Besonders deutlich tritt der Stilwandel [zum Rokoko] bei den Terrinen zutage. Die frühen, z. T. oben bei den plastisch ausgebildeten Geschirrteilen gezeigten Stücke sind einheitlich vom Stil des Rokoko geprägt, wobei alles Funktionelle durch malerischen und plastischen Schmuck verdunkelt oder aufgehoben ist. Die Henkel sind zu dekorativen Blattgebilden geworden, die Knäufe durch Früchtestill[l]eben ersetzt (Abb. 78 a u. b).“ Zur Abb. 78 b: „Terrine mit Deckel. H. 30 cm; Scherben: sandfarben; Glasur: weiß; Bemalung: in Schrffeuerfarben mangan (Rose), ocker, blau grün und zitronengelb; Fabrikmarke in mangan […] Vgl.stücke: i. Deutsche Fayencen im Hetjensmuseum […]“ MHK: Farbfoto 08.09.2011 116 MV 1904/6 Hanauer Fayence 1940/416 = B XXII 6 Alte Inv. Nr. 6360 (Nr. des Muse- umsvereins) [?] Halskrug mit Zinndeckel „Halskrug mit Zinndeckel. Vermutlich Hanauer Fayence. Weiss mit Darstellung des Crucifixus mit Messias u. Johannes in Blau.“ [Am Rand:] „In Gudensberg erworben.“ Hängemappe: „Enghalskrug, blau bemalt, mit Zinndeckel H. ohne Deckel 26 cm Hanau, 2. V. 18. Jh. 1940 ? gekauft von M. Kramer, nach dessen Angaben aus der Gegend von Gudensberg stammend. Hs.: 1904 vom Museumsverein Auf der Vorderseite Kreuzigungsgruppe auf Grassockel in Blaumalerei. Flacher Henkel mit Druckstelle am Ansatzpunkt. Auf dem Zinndeckel eingeritzt G. S. Fuß bestoßen, Zinnknauf auf dem Deckel verbogen.“ Bericht Boehlau 1906, S. 8: ein Hanauer Halskrug aus dem Ende des 17. Jahrhunderts mit Darstellung des Crucifixus zwischen Maria und Johannes. MHK: Farbfoto 15.09.2011 MV 1904/7 Korb „Flacher achteckiger Korb mit 2 geflochtenen Henkeln. Nürnberger Fayence. Die aufgehenden Wandungen und ein Ring im Boden um das Mittelfeld sind durchbrochen = gegittert. Die Kanten durch Rippen mit plastischen Spiralverzierungen verstärkt, die oben und unten in kugelförmige Knöpfe auslaufen, von denen die oberen verziert sind, die unteren als Füsse dienen. Kleisterblauer Grund mit reichem dunkelblauem Dekor: im Mittelfeld des Bodens gekröntes Wappen (Fuchs nach links laufend), auf den Kanten ausgesparte Ranken. 5,4 cm h, 27 cm Dm.“ Bericht Boehlau 1906, S. 8: ein durchbrochener Korb MV 1904/8 Halskrug „Ringförmiger Halskrug mit gedrehten Wandungen und Flechthenkel. Nürnberger Fayence. Die Öffnungen auf jeder Seite mit einem achtspitzigen Sterne geschlossen. Blauer Dekor: Blumenkorb, Ranken, Vögel. 26,5 cm hoch“ Bericht Boehlau 1906, S. 8: ein sog. Sternkrug, dessen ringförmiger Körper jederseits durch eine à jour gearbeitete sternförmige Rosette geschlossen ist. MV 1904/9 MHK 2000/81 Schüssel „Grosse Schüssel. Meissener Porzellan. Auf dem weissen Fond japanische Blumen. Der Rand zerlegt in spitz abgeschlossene weiße Felder mit japanischen Blumen und kuppelförmig abschließende blaue mit roten und goldenen Ornamenten. Rand außen mit Ranken belegt. Marke [Meißner Schwerter, Punktmarke] - Alt, geflickt und nachgemalt auf den Brüchen. Ein Stück Rand ergänzt.“ [Am Rand:] „Aus Samml.[ung] Habich“ Bericht Boehlau 1906, S. 8: eine grosse Schüssel mit japanischem Blumendekor MHK: zwei Farbfotos 27.09.2011 117 MV 1904/10 MHK 1956/77 Schälchen „Schälchen für den Puderquast. Meissener Porzellan. Innen vergoldet. Aussen auf dem Boden Winterlandschaft, an den Seiten Hafenlandschaft und Streublümchen. 7,6 cm Dm.“ [Am Rand:] „desgl.[eichen]“ Bericht Boehlau 1906, S. 8: ein Schälchen für den Puderquast mit fein ausgeführten Seelandschaften, ein Kabinet[t]stück der Porzellanmalerei. MHK: zwei Farbfotos 27.09.2011 MV 1904/11 Cölner Steinzeugkrug „Cölner Steinzeugkrug, bauchig mit kurzem Hals und Zinndeckel. Auf dem Bauche aufgelegte Zweige mit Eichenblättern, in der Gabelung vorn Eule. Auf dem Hals gothische Rosetten. 14,7 cm h.“ In Boehlaus Bericht nicht erwähnt MV 1904/12 MHK B VIII. 191 vier Farbfotos 08.11.2011 Pallas „Bronzefigur der Pallas mit Panzer, Mantel, Helm, in der Linken den (fehlenden) Speer, die Rechte auf den Rococoschild gestützt, der unter dem Fürstenhut das Monogramm Landgraf Carls und der Maria Amalie trägt. 32,4 cm hoch.“ Am Rand: „Angeblich aus dem Waberner Schloß stammend (Cramer), S.[ammlung] Habich.“ BVIII. 191: Bronzestatuette. Minerva mit Brustpanzer + Helm. Auf dem Schild Monogramm von Maria Amalie. Gegossener Sockel mit plastischen Festons. Umkreis Grupello. Erworben aus der Slg. Habich, Auction M. Cramer 15.04.1901 (Kat. Nr. 963) Bericht Boehlau 1906, S. 8: Erwähnen wir noch die Bronzestatuette der Pallas, auf deren Schild das Monogramm der Maria Amalia, Gemahlin Landgraf Carls, eingraviert ist, ein altes gutes Ausstattungsstück aus dem Schlosse in Wabern […. ] 118 Abb. 8a Minerva, MHK Inv. Nr. MV 1904/12 – B VIII.191, recto Abb. 8b Minerva, MHK Inv. Nr. MV 1904/12 – B VIII.191, links Abb. 8c Minerva, MHK Inv. Nr. MV 1904/12 – B VIII.191, verso Abb. 8d Minerva, MHK Inv. Nr. MV 1904/12 – B VIII.191, rechts MV 1904/13 hs.: Befindet sich in der Abt. Astro- nomie und Tech- nikgeschichte MHK Inv. Nr. APK U 111 Taschenuhr „Taschenuhr von Will[e] in Heidelberg mit vergoldetem Ziffernblatt mit Monden-, Monats-, Datums- und Wochentags-angaben. Dazu silberne vergoldete Kapsel mit reichem flach erhabenem Barock-Ornament auf geperltem Grunde.“ Bericht Boehlau 1906, S. 8: Schliesslich, der durch Landgraf Wilhelm IV. begründeten bedeutenden Uhrensammlung des Museums sich einfügend, eine silbervergoldete Taschenuhr aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts von Wille in Heidelberg, mit reich ziseliertem Deckel. MHK: Farbfoto Gaulke, 13.10.2011 119 MV 1904/14 Dose „Schildpattdose mit reichem Rococoschloss (vergoldete Bronze). Im Deckel Brustbild Landgraf Wilhelms VIII im Harnisch, rotem Mantel, blaues Ordensband und Allongeperücke. 3,6 cm hoch, 7 cm Dm. Bericht Boehlau 1906, S. 8: Von besonderem Interesse für Cassel ist sodann eine Dose aus Schildpatt, in deren Deckel ein sehr gutes Miniaturbrustbild Wilhelms VIII., des feinsinnigsten unserer kunstliebenden Landgrafen, des Begründers unserer Gemäldegalerie, angebracht ist. MV 1905/ 1906/15 Fuldaer Gruppe „1905-1906 Fuldaer Porcellangruppe: schlafende Schäferin an kahlem Baumstamm, neben ihr Junge, der einen geöffneten Brief aus ihrem Schosse nehmen will. Dabei ein Hündchen. Marke: Kreuz“ [Am Rand:] „Aus Hildesheim“ Bericht Boehlau 1906, S. 8: Von den Anschaffungen der Jahre 1904-1906 ist vor allem die reizvolle Gruppe aus der berühmten Fuldaer Porzellanmanufaktur (1765-1790) zu erwähnen, deren Abbildung S. 3 bringt. Sie ist durch die naive Anmut der Komposition und die Feinheit der Bemalung gleich ausgezeichnet. Es ist unser besonderes Anliegen, die Erzeugnisse unserer alten hessischen keramischen Fabriken zu sammeln, und es gereicht uns zu besonderer Genugtuung, wenn wir so hervorragende Stücke, wie es die erworbene Gruppe ist, mit unseren Mitteln dem Lande erhalten können. Ein Jahr vor der Gründung des Vereins musste die Museumsdirektion eine ihm [sic] angebotene kostbare Fuldaer Porzellangruppe aus Mangel an Mitteln einem auswärtigen Sammler überlassen. Abb. S. 3 Im Protokollbuch S. 17 ist für Anfang 1906 angegeben, dass die Gruppe 5000.- Mark koste. Die Wichtigkeit des Stückes rechtfertige, dass der Verein die Mittel von zwei Jahren aufwende. Protokollbuch S. 41 f. : Am 05.09.1916 wird auf Antrag des Schriftführers [Boehlau] beschlossen, die im Jahre 1906 für einen Preis von 5000 M erworben ist, zu veräußern, falls ein Preis von mindestens 20.000 M dafür [42] erzielt werden kann. Diese Summe soll zur Verfügung stehen, um bei Gelegenheit eine künstlerisch wertvolle Plastik zu beschaffen. Protokollbuch S. 44, 16. Juli 1919: Die 1916 beschlossene Veräußerung der Fuldaer Gruppe und Beschaffung einer deutschen Skulptur ist erfolgt. Die Besichtigung wird für nach Schluß der Mitgliederversammlung vorgesehen. Eine Begründung wird nicht gegeben! MV 1905/ 1906/16 Holzfigur „Holzfigur: Madonna mit dem Leichnam Christi auf dem Schosse. 52,9 cm h. (mit modernem Untersatz) Aus einer Fritzlarer Kirche stammend. Aus Sammlung Schneider erworben.“ Bericht Boehlau 1906, S. 8: Ein Werk der grossen Kunst ist eine Holzgruppe der Madonna mit dem Leichnam Christi, die aus einer Fritzlarer Kirche stammt. Wir erwarben sie in diesem Jahre auf der Versteigerung der Schneiderschen Sammlung nicht nur ihrer Herkunft wegen, sondern weil sie wohl geeignet ist, von dem Pathos der Kunst des Barocks und von deren Formensprache einen Begriff zu eben. Die Gruppe bildet den Anfang zu einer Sammlung von Holzskulpturen, die in unserem Museum bislang fast gänzlich fehlen, ein Mangel, der zur Zeit nicht aufzufinden 120 durch keine noch so grosse Zahl von Abgüssen ausgeglichen werden kann. MV 1905/ 1906/17 Martina Lüdicke am 21.12.2011: In der Abt. Volkskunde kein Hinweis Eichenhochschrank „Einflügeliger Eichenhochschrank - Sakristei- Schränkchen – auf Kugelfüssen ruhend. Unter dem Schranke Schubladen. In der Tür zwei Felder mit reichem Ornament in Hochrelief (Knorpel=Werk) umrahmt. An der Seite neben der Tür hängende Festons. Neben der Schublade zwei Masten. aus Wiechdorf b.[ei] Niedenstein durch Schreiner Grimel gekauft, von diesem an † Maler J. Kleinschmidt weiter verkauft.“ [Am Rand:] „Von Frau J. Kleinschmidt, Münden“ zur Zeit nicht aufzufinden MV 1905/ 1906/18 Winter- und Jah- reszeiten-Gruppe K5 1066 und Foto MHK 2000/80 Porzellangruppe „1907 Casseler Porcellangruppe. Der Winter aus der Serie der Jahreszeiten. Ein bärtiger Mann, ein Löwenfell umgehängt, sitzt auf einem Baumstumpf vor einem Feuer. Unter seiner Linken ein Knabe mit (abgebrochenem) Gegenstand i. d. Rechten. Dahinter ein Hund. Bez. H.C. und eingeritzt: Pl.+ Weiss.“ [Am Rand:]„Von Frau Manz - Wiesbaden.“ Hängemappe: „Wintergruppe aus einer Jahreszeitenreihe. Porzellan, glasiert. H. 20,2 cm Marke: H.C., Unterglasurblau. Ritzzeichen: Pl + Modell: 2. Hälfte 1770 oder Anfang 1771 Modelleur der Jahreszeiten. Alter Mann mit Löwenfell und ein Kind, die sich am Feuer wärmen. Rückwärts ein Hund. Linker Daumen und Zeigefinger des Winters fehlen. Was das Kind in der Linken hielt, ist nicht mehr zu erkennen, da ein Teil abgebrochen ist. Die Ikonographie des Winters hier abweichend von der in der Porzellanplastik sonst üblichen Form: als alter Mann mit langem Bart, der frierend ein Tuch um sich hält. Auffallend hier das lächelnde Gesicht, das Löwenfell und der kurze Bart. Ikonographisches Vorbild könnte ein Herkules gewesen sein. Datierung des Modells: Die Wintergruppe wird in den Akten nicht genannt. Da aber die Herbstgruppe am 15.9.1770 in den Brandzetteln genannt wird und die Sommergruppe im Oktober 1770 fertig ist, wird der Winter anschließend entstanden sein, entweder Ende 1770 oder Anfang 1771. 1907 vom Museumsverein von Frau Menz/Wiesbaden gekauft. Als Erwerbung genannt in: Mitteilungen an die Mitglieder des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde, Jahrgang 1905/6, Kassel 1906, p. 88 S. Ducret, Die landgräfliche Porzellanmanufaktur Kassel, Braunschweig 1960, Abb. 135 […]“ Dazu Marlis WIENERT, Kasseler Porzellan, 1980, Kat. Nr. 99, mit Abb.: „Wintergruppe. H. 20,2 cm. H.C. in Uglblau. Ritzzeichen: Pl + […] Linker Daumen und Zeigefinder des Winters abgebrochen. Was das Kind in der Hand gehalten hat, ist unklar, weil ein Teil abgebrochen ist. Die Herbstgruppe war am 15. September 1770 erstmals im Glattbrand; bis zum 31. Oktober 1770 war auch die Sommergruppe fertig, denn zu diesem Zeitpunkt wurde sie an den Hof geliefert. Bald danach müssen die Winter- und die Frühlingsgruppe entstanden sein. Vom „Modelleur der Jahreszeiten und der Pferdezwinger“. Siehe Ritzzeichen in Verbindung mit P. Mit großer Wahrscheinlichkeit von Plunnecke bossiert. Laut Preis-Courant für Steinfayence von 1776 gab es die 4 Jahreszeitengruppe auch in Steingutausformungen.“ 121 Abb. auch in Wolf VON BOTH/ Hans VOGEL, Friedrich II. von Hessen-Kassel, 1973, S. 211, Abb. 67 MHK: vier Farbfotos 27.09.2011 MV 1905/ 1906/19 Unbeschriftete Mappe: Kasseler Porzellan K 3582 K 3583 und Fotos Gehört jetzt der Stadt Kassel, Nr. 2228 Fliese „Porcellan-Tableau mit dem Brustbild Friedrich II (nach Tischbein) in Uniform, mit Hermelinmantel. Der Rand abgebrochen. Bez. mit Hessischem Löwen und Signatur Eisenträgers 1769.“ [Am Rand:] „Aus Auktion Fischer, Cöln“ Hängemappe: „Fliese, bemalt mit dem Portrait Friedrichs II. LZH Porzellan, bemalt und vergoldet. H. 17 cm, B. 12,3 cm Marke: Löwe, Emailblau mit schwarzen Konturen. Ritzzeichen: 79 P. Malermonogramm in Violett: JHE (ligiert), dazu fec. Und Zahlen, die nicht mehr gut zu erkennen sind, aber vermutlich als 1769 zu lesen sind. Kassel: Datierung des Fliesenmodells unbekannt. Modell vielleicht von Paland, nach Fürstenberger Vorbild, bemalt von Eisenträger. Fliese, deren Rahmen abgeschlagen ist. Bemalt mit der Halbfigur Landgraf Friedrichs. Zu erkennen auf dem Rahmen Reste von Blumengirlanden. Die innere reliefierte Rahmenleiste und die Blumen vergoldet. Fliesenmodell: Nach Fürstenberger Vorbild. Vgl. Ducret, Fürstenberger Porzellan, Braunschweig 1965, Abb. 54, 64, 66, 67, 68, 70. Vergleichsstück: Ducret a.a.O. Abb. 60. Dort die Blumengirlanden gut zu erkennen. In Kassel gab es ein weiteres Fliesenmodell, bei dem in den Ecken die Blüten fehlen. Modelleur: 122 Geht aus den Akten nicht hervor. Da aber Paland Modellmeister und Oberdreher war und außerdem von Fürstenberg nach Kassel gekommen war, kann man ihm das Modell zuschreiben. Maler: Bemalt von Eisenträger, der sich ebenfalls an Fürstenberger Vorbildern orientiert. Vgl. Ducret a.a.O. 68 und 70, zum Vergleich: Auf Abb. 68 der geraffte Vorhang und die Stupfmanier. Als Vorlage diente wahrscheinlich ein Stich von W. C. Mayr nach Tischbein, veröffentlicht im Staats- und Address Calender von 1768. War bis zum 2. Weltkrieg im Besitz des Landesmuseums mit Inv. Nr. Museumsverein 19. 1957 von den Städtischen Sammlungen angekauft. Zur Zeit als Leihgabe in Schloss Fasanerie. Literatur: Smlg. Fischer/Dresden. Versteigerungskatalog Heberle Köln 1906, Nr. 1009. Dort wegen der Marke als Frankenthal. Mitteilungen an die Mitglieder des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde, Jahrgang 1905/6, Kassel 1906, Abb. P. 91 J.W. Berrer: Johann Heinrich Eisenträger und sein Tätigkeit an der landgräflich Hessen-Kasselschen Porzellanfabrik. In: Der Cicerone. Leipzig 1919, Jg. 11, Abb. 2“ Dazu Marlis WIENERT, Kasseler Porzellan, 1980, Kat. Nr. 55, mit Abb.: „Tableau. Als Leihgabe in Schloß Fasanerie. […] Farbig bemalt und vergoldet. […] Inv. Nr. Städtische Sammlungen Kassel Nr. 2228. Foto: Bildarchiv Schloss Fasanerie. Von J. H. Eisenträger bemalt mit der Halbfigur des Landgrafen Friedrich II. von Hessen-Kassel, mit dem blauen Band des Elefan- tenordens, mit Bruststern des Hosenband-ordens und Kreuz des von ihm gestiftete Orden Vertu Militaire. Als Vorlage diente ein Stich von W. C. Mayr nach Tischbein, den der Adreßkalender veröffentlichte. Noch in Fürstenberg hatte E. in K. um den Adresskalender mit dem Wappen und Brustbild des Landgrafen gebeten, d. h. E. hatte sich schon in F. mit diesem Fach beschäftigt. Auf den Rahmenresten bunte Blumengirlanden. Die inneren Rahmenteile und die Blütenreliefs in den Ecken der Malfelder vergoldet. […] Das Modell von Fürstenberg übernommen, in K. viell. von Paland modelliert. […] In K. gab es ein weiteres Modell ohne die Reliefblüten, vgl. dazu die beiden folgenden Kat.Nrn. […] War bis zum 2. Weltkrieg im Besitz des Hess. Landesmuseums mit Inv. Nr. MV 19; 1957 von den Städtischen Sammlungen erworben, da es bei der Auslagerung offensichtlich entwendet worden war. […]“ MV 1908/20 Schrank 1908 „Kl. Stollenschrank“ zur Zeit nicht aufzufinden 123 MV 1909/10 /21 Schrank „1909/10 Eingelegter Schrank von Münzenberg“ Protokollbuch S. 25, 22.02.1910: Die Anschaffungen – oberhessischer Schrank von 1604, Casseler Wanduhr von Nettmann und Flörsheimer Fayenceterrine werden genehmigt. Ekkehard SCHMIDBERGER/Thomas RICHTER, Schatzkunst 800 bis 1800. Kunsthandwerk und Plastik der Staatlichen Museen Kassel im Hessischen Landesmuseum. Mit Beiträgen von Michael KALUSOK, Heidi SCHNACKENBURG-PRAËL, Rudolf-Alexander SCHÜTTE, Meinolf SIEMER, Kassel und Wolfratshausen 2001, Kat. Nr. 80, S. 191-193; dort ausführliche Beschreibung der vermuteten Provenienz und der Gestaltung. MV 1909/10 /22 Vermutlich im APK Wanduhr „Casseler Wanduhr. Nettmann“ Protokollbuch S. 25, 22.02.1910: Die Anschaffungen – oberhessischer Schrank von 1604, Casseler Wanduhr von Nettmann und Flörsheimer Fayenceterrine werden genehmigt. Inv. Nr. U 100 124 MV 1909/10 /23 1940/452 Nr. der Kriegs- auslagerung Deckel- Terrine K 5 1322 Terrine „Flörsheimer Fayenceterrine“ Hängemappe: Terrine, 27,5 cm hoch, Deckelkopf mit Früchtestillleben; Dehé S. 45, Stöhr Abb S. 119, Nr. 54, Text S. 117 Protokollbuch S. 25, 22.02.1910: Die Anschaffungen – oberhessischer Schrank von 1604, Casseler Wanduhr von Nettmann und Flörsheimer Fayenceterrine werden genehmigt. Dazu: Karl Schafft, Flörsheimer Fayencen, Darmstadt 1977, S. 187 und Abb. 151, S. 188 S. 187: „Schon früh hat man aber neben den Scharffeuerfarben auch gerade bei der Blumenmalerei den Muffeldekor verwendet. […] Wie die Terrinen in Kassel (Abb. 152 und 54) […] mit der plastischen Verzierung und Muffelbemalung noch den Stempel des Rokoko tragen, […] MHK: Farbfoto 28.09.2011 … MV 1909/10 /33 1956/68 Neg. Nr. K5 2375 und K5 2190 zwei Farbfotos 27.09.2011 Kaffee-Kännchen „Porzellan-Kaffeekännchen darauf Bäuerin mit Spinnrad und Krämer. Kassel Löwenmarke und +A“ Hinweis MHK: Eisenträger Johann Henrich, Porzellanmanufaktur Kassel Dazu Marlis Wienert, Kasseler Porzellan, Kassel 1980, S. 133: „Kat. Nr. 68 Kännchen mit Brillenhändler Farbabb. 42, H. 14,3 cm, farbig bemalt, Löwe in Uglblau; Ritzzeichen: + A (wohl Massebezeichnung), Inv. Nr. MV 33 Die Landschaften auf dem Deckel und auf der Schnauze sind verschieden. Außerdem passt der Deckel nicht, obwohl er eingeschliffen ist. Er gehört nicht dazu. Am Stiel der Rosenknospe kleine Teile abgebrochen. Die Malerei ist J. H. Eisenträger zuzuschreiben. Berrer, Eisenträger 1919, Abb 6; Kat. Kassel 1979, Kat Nr. 122 q“ 125 Im Inventarverzeichnis fehlen: 1 Augsburger Silberpokal mit dem Wappen von Schmalkalden und der Wappen der Bürgermeister und zweier Ratsherren Erwähnt am 5. September 1916, Protokollbuch S. 40- 42 Kein Foto vorhanden; zur Zeit nicht aufzufinden. Bei Rudolf-Alexander Schütte: Die Silberkammer der Landgrafen von Hessen-Kassel. Bestandskatalog der Goldschmiedearbeiten des 15.-18. Jahrhunderts in den Staatlichen Museen Kassel, mit Beiträgen von Thomas Richter. Kataloge der Staatlichen Museen Kassel, Bd. 30. Kassel/ Wolfratshausen 2003, nicht enthalten. 2 Nürnberger Madonna 1919 anstelle der Fuldaer Porzellangruppe gekauft; am 16.07.1919 laut Protokollbuch S. 44 nach der Mitgliederversammlung des Museumsvereins besichtigt Kein Foto vorhanden; vgl. Nr. 7 3 Guerniero-Handzeichnungen Laut Protokollbuch am 11. Januar 1928, S. 56, wurde eine Rate von 1000.- Mark bewilligt. Eine weitere Rate wurde später nicht erwähnt. Ob beide im Online-Katalog der Graphischen Sammlung der MHK, Architekturzeichnungen des 17.- 20. Jahrhunderts, vorhandenen Zeichnungen des Giovanni Francesco Guerniero aus dem Jahr 1713 mit diesem Betrag erworben werden konnten, ist nicht nachzuweisen. Vgl. Christiane Lukatis / Hans Ottomeyer: Mit Pinsel, Feder und Stift. Meisterzeichnungen der Graphischen Sammlung. Herausgegeben von den Staatlichen Museen Kassel, Wolfratshausen 2000, S. 92 – 93. Dort ist eine der beiden vorhandenen Zeichnungen abgebildet. „In seiner Entwurfszeichnung kombinierte der Architekt den Schnitt durch das bereits fertig gestellte Oktogon mit den beiden projektierten Pyramiden.“ MHK, GS 9734 Datierung: 1713 Graphit, Feder in Braun, grau und hellrosa laviert; 33,4 x 47,6 cm (Blattmaß); oben links: "Nro 13" (Feder in Braun); unten rechts: "Mi oblicho fare la sudeta piramida comiciando dall / la letra A Sino ala letra O terminero il sudeto lavore / i(n) conformita alla Schritura stabilta e mi soto / schrivo Gio Francesco Guernieri / Casell 9. Stenbre ano 1713" (Feder in Braun) Provenienz: Regierungs- und Baurat Ihnken, Marienwerder Literatur: Paetow 1934, Abb. 6; Reuther 1976, S. 52, Abb. 3; Sander 1981, Anhang 13, Abb. 19; Hannwacker 1992, S. 182-189, Abb. 25; Katalog Kassel 1997/1, Kat.Nr. 58, S. 156, Abb. 88; Becker/Karkosch 2007, S. 41, Abb. 19 MHK, GS 5547 Datierung: 1713 Graphit, Feder in Schwarz und Grau, grau laviert; Papier; 65,5 x 48,3 cm (Blattmaß); unten rechts: "Original Zeichnung von Guernieri" (Graphit) verso: "Brouillons de dessins et / mesures du Carlsberg ou Winterkasten" (Feder in Braun) Provenienz: Regierungs- und Baurat Ihnken, Marienwerder Literatur: Paetow 1934, Abb. S. 16, Abb. 7; Reuther 1976, S. 56, Abb. 4; Hannwacker 1992, S. 183f., Abb. 24; Katalog Kassel 1997/1, S. 15, Kat.Nr. 57, Abb. 87; Katalog Kassel 2000/3, S. 92, Nr. 39; Becker/Karkosch 2007, S. 41, Abb. 18 Inv. Nr. GS 9734 Inv. Nr. GS 5547 4 Kostüme Aktenverzeichnis 2, S. 289: „530.- Mark (Kostüme und Zirkel Bürgi)“ Kein Foto vorhanden 126 5 Zirkel Bürgi Aktenverzeichnis 2, S. 289 Zum „Zirkel Bürgi“ schreibt der Kustos des Astronomisch-Physikalischen Kabinetts der Museumslandschaft Hessen-Kassel, Karsten GAULKE, am 3.11.2011: „Natürlich haben wir den berühmten Proportionalzirkel von Jost Bürgi in unserer Sammlung, der laut Inventaren definitiv Altbestand ist. Allerdings gibt es mehrere Exemplare, die diesem Zirkel optisch wie technisch sehr ähnlich sind. Ich ging allerdings davon aus, dass auch diese Altbestand sind, kann aber auch nicht mit letzter Sicherheit ausschließen, dass einer dieser Zirkel später angeschafft wurde.“ 23.02.2012: „Aufgrund der vom Land [Hessen] in Gang gesetzten Inventur dekam er [der der Proportionalzirkel ähnliche Zirkel] die Nummer „VO 7“, was soviel heißt wie „Vorläufige Nummer 7“. Die Abbildung ist eine Aufnahme des Original- Proportionalzirkels von Jost Bürgi. Der vom Museumsverein angeschaffte war diesem Exemplar sicherlich sehr ähnlich. MHK: Foto Arno Hensmanns 6 Hersfelder Tracht Quittung vom 30. Mai 1933: „von Frau Margarete Dienemann für 25.- Mark“ Martina Lüdicke, MHK, Abt. Volkskunde, am 30.01.2012: „Bei der Hersfelder Tracht handelt es sich um die sog. "Hubbeltracht", bei der die Haube lange schwarze Bänder besitzt. Interessant ist bei dem Datum 1933, dass in diesem Zeitraum auch eine Trachtenerhebung in Hessen stattgefunden hat, die der damalige Leiter der Sammlung Volkskunde, Dr. Rudolf Helm, durchgeführt hat. Unterlagen dazu sind vorhanden. […] An neuerer Literatur kann ich Ihnen empfehlen: Brunhilde Miehe: Der Tracht treu geblieben. Studien zum regionalen Kleidungsverhalten in Hessen. 3. Aufl. 1995, S. 37 ff. "Als die Frau noch unter die Haube kam..." 1995, S. 79 f.“ Bemerkungen zur neben stehenden Haube: „Verzierung: satinbezogener Boden, Kopfteil breit gefasst mit durch spitz zulaufwende Abnäher geformtem Band. Doppelt umgelegtes, gestecktes Band; hinten zur Schleife mit langen Schlaufen mit lang herabhängenden Enden fixiert. Angesteckte Kinnbänder. Material: Haube: schwarzer Seidenatlas Futter: naturweißes Leinen, leinenbindig Einfass-Umlegeband: schwarzer Seidenrips, moriert, Pikots B: 8,5; Schlaufen H: 27; Enden L: 63 Kinnbänder: schwarzer Seidenrips, moiriert, Pikots B: 10,L: 85 Foto: M. Erichson, Kassel“ Foto einer Haube zu einer Hersfelder Tracht aus Hattenbach, die bis 1930 getragen wurde. Inv. Nr. 34 A 530 127 7 Madonna „große, stehende Madonna, südwestdeutsch“ am 24. Januar 1941 für 15.000 Mark an die Generalverwaltung der Museen im Elsaß für die Staatliche Kunsthalle in Karlsruhe, Prof. Dr. Martin, verkauft Heute: Badisches Landesmuseum Inv. Nr. V 19603, seit 1959 als Dauerleihgabe in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe, Inv. Verzeichnis Lg. 1086 Auskunft von Dr. Holger Jacob-Friesen, Staatliche Kunsthalle Karlsruhe: vgl. Eichler, Anja / Holsten, Siegmar: Staatliche Kunsthalle Karlsruhe (Hg.), Katalog der Skulpturen, bearbeitet von Anja Eichler und Siegmar Holsten, Karlsruhe 1994, S. 249 mit Abb. auf S. 251 (der beschreibende Text hier mit Skulptur P 56 verwechselt!): S. 249: „Lg. 1086 Ostschwäbisch, Ende 15. Jh. Maria mit dem Kind auf der Mondsichel, eine Weintraube haltend. Lindenholz, Reste einer Fassung. H. 152,5 Br. 54 T. 37 cm. Unbezeichnet. Erworben 1941 vom Kunstverein [sic!] Kassel durch das Badische Landesmuseum. Seit 1959 als Leihgabe in der Staatlichen Kunsthalle“. Beschreibung von P. 56: S. 250: „P 56 Südostdeutsch, um 1480 Maria mit dem Kind, das eine Weintraube hält. Lindenholz, farbig gefasst. H 137,4; Br. 46,5; T 28,6 cm. Unbezeichnet“ Ob es sich hier um die vor 1919 statt der Fuldaer Porzellangruppe gekaufte Nürnberger Madonna handelte, ist nicht nachzuweisen, aber auch nicht auszuschließen. Akten-Übersicht des Museumsvereins für Hessen-Cassel ab 1903, ab 1927 Kasseler Museumsverein Jahr Seite Jahr Seite Jahr Seite 1903 1 1927 17 1943 93 1904 2 1928 20 1944 94 1905 4 1929 23 1947 94 1906 6 1930 34 1948 94 1907 7 1931 48 1949 94 1908 8 1932 55 1950 95 1910 8 1933 61 1951 95 1912 9 1934 68 1952 95 1914 9 1935 73 1953 95 1915 11 1936 78 1954 95 1916 13 1937 82 1955 96 1919 14 1938 85 1957 96 1920 15 1939 89 1958 96 1921 15 1940 90 1959 96 1922 16 1941 92 1923 16 1942 93 Datum Vorgang, Beteiligte Inhalt Quelle 1903 28.01. 1903 Geh. Regierungsrat Dr. Ei- senmann und Museumsdi- rektor Dr. Böhlau: Brief- entwurf an den Regierungs- präsidenten in Cassel I.N. 2444 In diesem Brief wird die Absicht kundgetan, ein Comité für die Gründung eines Museumsvereins für Hessen-Cassel zu bilden. „Solche Museumsvereine sind mit gutem Erfolge von der Leitung staatlicher und städtischer Museen gegründet, in erster Linie auch vom Königlichen Museum zu Berlin, und ihr Wirken ist ein überaus segensreiches. Mehr als andere Anstalten hat unser Museum es nötig, dass ein solcher Verein zu Hilfe kommt.“ Die Unterzeichner bitten um Prüfung des Gründungsaufrufs und um die Erlaubnis zu weiterem Handeln. Aktenverz.1 S. 1 03.02. 1903 Der Regierungspräsident I.N. 2450, B. N° 1508 Maurer an Eisenmann Der Regierungspräsident billigt das Vorhaben einer Vereinsgründung „in vollem Maße“ und fordert dazu auf, wegen der geschäftlichen Behandlung der Angelegenheit mit der Abteilung für Kirchen und Schulwesen in Verbindung zu treten. Aktenverz.1 S. 10 16.04. 1903 Beschluss des Landesaus- schusses I.N. 2574 an Herrn Geheimen Regierungsrat Dr. O. Eisenmann Beschluss des Landesausschusses: „Der Bezirks-Verband des Regierungsbezirks Cassel tritt dem Museums-Verein für Hessen-Cassel mit einem Jahresbeitrag von „Fünfzig Mark“ als Mitglied bei und erklärt sich bereit, bei beabsichtigten größeren Anschaffungen des Vereins besondere Beiträge zu gewähren. […] Der Vorsitzende / i. V./ gez. von Pappenheim“ „Cassel, den 27. April 1903 / Abschrift zur gefälligen Kenntnisnahme des Landes- Aktenverz.1 S. 17 [Der Bezirksverband trat also schon vor der Gründung des Vereins bei! von Pappenheim war Vorsitzender des Kommunallandtags.] 2 hauptmanns / i. V. Dehn-Rothfelser 19.11. 1903 Schreiben des Königlichen Amtsgerichts, Abt. 13, Az. 13 VI 45/03 an Museums- direktor Dr. Boehlau Das Amtsgericht gibt einige Hinweise zu der eingereichten Satzung des Museumsvereins, so zu den Bestimmungen über den Ein- und Austritt, zur Festsetzung des Beitrags, die Voraussetzungen, unter denen die Mitgliederversammlung einzuberufen ist, und die Form der Einberufung und über die Beurkundung der Beschlüsse mit Bezug auf den § 58 Abs. 1 des BGB. Außerdem verweist das Schreiben auf die Bedingungen für die Eintragung in das Vereinsregister. Aktenverz.1 S. 18, 19 Dez. 1903 Beitrittsaufruf zum Museumsvereins Gedruckter Aufruf für die Öffentlichkeit Aktenverz.1 ohne S. Abschrift liegt vor 05.12. 1903 Konstituierende Versamm- lung des Museumsvereins Hotel Schirmer Sitzungsleiter: Geheimer Regierungsrat Dr. Knorz, Schriftführer: Dr. Boehlau Beratung der Satzung; Wahl des Ausschusses Protokollbuch S. 1-6 Abschrift liegt vor 14.12. 1903 Kasseler Tagblatt Positiver Bericht über die Gründung des Museumsvereins für Hessen Kassel; Erwäh- nung von Dr. Knorz, Dr. Boehlau und Plaut Aktenverz.1 S. 20 Scan 18.12. 1903 1. Ausschuss-Sitzung des Museumsvereins Hotel Schirmer Anwesende: Landeshauptmann Freiherr Riedesel zu Eisenbach, Geheimer Regierungsrat Dr. Knorz, Oberst Kiecke- busch, Kommerzienrat Plaut, Professor v. Drach, Stadtrat Ruetz, Museumsdirektor Dr. Boehlau In der Sitzung werden nur zwei Punkte behandelt: 1. Die redaktionellen Änderungen der Satzung, vorgeschlagen von Herrn Knorz, werden durchgesehen und genehmigt. 2. Als Vorstand werden die Herren Knorz als Vorsitzender, Plaut als Schatzmeister, Boehlau als Schriftführer gewählt. Protokollbuch S. 6/7 [Von 15 gewählten Mitgliedern waren also nur 7 anwesend!] 1904 15.01. 1904 Kasseler Tagblatt Gründung eines Museumsvereins: „Der Verein hat sich die Förderung unserer Sammlungen und deren Erschließung zur Aufgabe gemacht.“ Erwähnung der Unterstützung durch den Oberpräsidenten von Windheim, den Regie- rungspräsidenten, den Landeshauptmann und den Kommunallandtag. Aufforderung zur Unterstützung bei der Mitgliederwerbung. Aktenverz.1 S. 20 Scan 03.03. 1904 Landrat des Landkreises Cassel Mitteilung über den Beschluss des Kreisausschusses, dem Museumsverein „für Hessen-Nassau“ mit einem jährlichen Beitrag von 50 Mark beizutreten. Aktenverz.1 S. 25 14.03. 1904 Landrat des Landkreises Fritzlar Mitteilung über den Beschluss, dass der Kreis Fritzlar für einen jährlichen Beitrag von 40 Mark dem „Museumsverein für Hessen in Cassel“ beigetreten ist. Aktenverz.1 S. 28 Verzeichnis der dem Ger- manischen Nationalmuseum aus Privatmitteln gespen- deten, im Jahre 1904 neu Boehlau hat sich offensichtlich das Nationalmuseum zum Vorbild genommen Aktenverz.1 S. 31-35 3 angemeldeten Jahresbei- träge 25.03. 1904 1. ordentliche Mitgliederversammlung im Kaufmannshaus Anwesend sind: Excellenz von Windheim, Landrat von Dörnberg, Oberbürgermeister Müller, Geheimrat Knorz, Stadtältester Seid- ler, Oberst Kieckebusch, Kommerzienrat Plaut, Stadtrat Ruetz, Bankier Fiorino, Direktor Henschel, Museumsdirektor Boehlau. Tagesordnung: 1. Knorz: Verweis auf die Notwendigkeit der MV gemäß § 11 der Satzung; Mitteilung, dass der Verein zur Eintragung beim Amtsgericht angemeldet worden sei. 2. Boehlau: Aufforderung zum Beitritt an 244 Privatpersonen, 9 Vereine in Cassel und 21 Kreise verschickt. Bisher seien 74 Privatpersonen mit 30 Mark, 3 Kreise mit 40 und 50 Mark, 3 Vereine mit 30 Mark, der Bezirksverband mit 300 Mark und die Stadt Cassel mit 500 Mark Mitglieder. Summe: 3310 Mark. Geplante Führungen: Für Lehrer der höheren Schulen (Antiken): 33 Anmeldungen; für Volksschullehrer (Antiken und Gemäldegalerie). Geplanter Cyklus von 5 Vorträgen über antike Plastik im Winter d. J. 3. Diskussion um die Interpretation der Aus- drücke „hessische Altertümer“ und „nicht- hessische Kunstgegenstände“ (§ 15) sowie im § 3 der Satzung: Der MV 1905 sei eine authentische Interpretation der Ausdrücke vorzulegen, in dem Sinne, dass diese gleich- wertig seien, und in einer späteren Satzungs- änderung sollten diese beiden Worte durch ein gleich lautendes in Aussicht genommen werden. Protokollbuch S. 7-10 [11 Mitglieder!] 26.03. 1904 Kgl. Preuss. Amtsgericht Cassel (Siegel) Der Verein Museums-Verein für Hessen- Cassel in Cassel ist heute unter N° 40 in das Vereinsregister des Königlichen Amtsge- richts zu Cassel eingetragen worden. Cassel, den 26. März 1904 Königliches Amtsgericht Abt. 13 Eingang beim Vorsitzenden Dr. Knorz am 30.03.1904. Aktenverz.1 S. 13-16 Scan 23.09. 1904 2. Ausschuss-Sitzung Hotel Schirmer Anwesend die Herren: Landeshauptmann v. Riedesel, Geheimrat Knorz, Geheimrat Eisen-mann, Stadtrat Ruetz, Direktor Boehlau. Entschuldigt fehlen die Herren: Oberbürgermeister Müller, Oberbür- germeister Antoni, Professor v. Drach, Kommerzienrat Plaut, Kommerzienrat Vogt, Oberst Kiekebusch. Herr Knorz konstatiert die Beschlussfähig- keit. Herr Boehlau berichtet über die für 1904 zur Anschaffung verfügbaren Mittel; er schlägt die Gegenstände vor und erläutert sie und nennt die Preise. [S. 11] „Die Vorschläge finden den Beifall der Anwesenden.“ Die Anschaffung wird beschlossen, der Schriftführer mit der Protokollbuch S. 10-12 [ 5 Personen anwesend, kein „Auswärtiger“!] [Preise sind im Inventarverzeichnis nicht angegeben.] 4 Anlegung eines Inventars beauftragt, das in künftigen Versammlungen aufliegen soll. Das Verzeichnis der angeschafften Gegenstände s. Inventar I S. 1 Nr. 1-14. Vorschlag Knorz: Nach Vorbild anderer Vereine sollen auch fremde Kunstgelehrte von Ruf zu Vorträgen herangezogen werden. Vorbild: Städelscher Museumsverein in Frankfurt. von Riedesel: Aufruf der Societé des amis de Louvre; 20 Francs Beitrag, ca. 2000 Mitglieder. Der Aufruf wird dem Schriftführer zu den Akten des Vereins gegeben. [Von dem geplanten „Vortragscyklus“ ist keine Rede mehr.] [In den Akten nicht vorhanden!] 19.12. 1904 Ankündigung eines Vortrags für 09.01.1905 im Evangelischen Vereinshaus Professor Dr. Carl Neumann, Kiel: Landschaftsmalerei und Naturgefühl. Mitglieder erhalten zwei Karten kostenlos; weitere Karten für 1 Mark. Aktenverz.1 ohne S. 1905 09.01. 1905 3. Ausschusssitzung im Evangelischen Vereinshause Anwesend: Oberst Kieckebusch, C. Hen- schel, Geheimrat Eisenmann, Kommerzienrat Plaut, Stadtrat Ruetz, Museumsdirektor Boehlau. Entschuldigt: Geheimrat Knorz, Dr. Heräus 1. Boehlau leitet i. V. die Sitzung, verliest das Protokoll und erstattet Bericht über das verflossene Vereinsjahr. Mitglieder: 4 lebenslängliche Mitglieder; 77 Mitglieder; 4 Kreise; 4 Vereine; Bezirksverband; Stadt Kassel 2. Keine Vorträge 1904, dafür 2 Führungen von je 7 Stunden in der Antikensammlung. Anschaffungen lt. Protokoll der 2. Aus- schusssitzung; Jahresrechnung von Kom- merzienrat Plaut verfasst, von C. Henschel und Ruetz geprüft. 3. Antrag an die Mitgliederversammlung: Ausdrücke „Altertümer“ und „Kunstge- genstände“ seien gleichbedeutend. 4) Nachträgliche Billigung des Vortrags von C. Neumann. 5) Boehlau beantragt für März eine Ausstellung der wertvollen Sammlung vorderasiatischer alter Teppiche von Haus Ihmsen/Constatinopel und R. Holstein/Berlin auf Kosten des Vereins. Kieckebusch: Mehr Wert auf Erwerbungen legen! Boehlau: Nur Kosten von 150-200 Mark! Exceptioneller Fall! Antrag wird angenommen. In der Gemäldegalerie könne kein Eintritt erhoben werden. 6) Ruetz beantragt, dass der Museumsverein auf der Gewerbeausstellung einen Schrank mit Erwerbungen ausstellt. Die Stadt werde sich mit Altertümern aus ihrem Besitz beteiligen. Wird angenommen. Ende der Sitzung: 8 Uhr. Die MV schließt sich an. Protokollbuch S. 13-15 [ Diese Mitglieder zahlen 1000 Mark Beitrag.] [Die Ausstellung fand im Fridericianum statt.] 09.01. 1905 2. Ordentliche Mitglie- derversammlung im großen Saal des Evangelischen 1. Herr Boehlau begrüßt die erschienenen Mitglieder, Gäste und sonstigen Anwesenden. Er berichtet über die Protokollbuch S. 16 5 Vereinshauses Eintragung in das Vereinsregister. Herr Plaut gibt eine Übersicht über die Finanzlage des Vereins. 2. Der Antrag des Ausschusses, die Ausdrücke „Altertümer“ und Kunstgegenstände“ als gleichbedeutend anzusehen. Der Antrag wird angenommen. Nach Schluss der Versammlung: Vortrag von Prof. Dr. C. Neumann über Naturgefühl und Landschaftsmalerei. [ Zahlen nicht im Protokoll] 09.01. 1905 Prof. Dr. C. Neumann Vortrag über Naturgefühl und Landschafts- malerei. Protokollbuch S. 16 11.01. 1905 Bitte des Ausschusses für die Gewerbe-Ausstellung 1905 Der Stadtsyndikus Brunner bittet den Vorstand des Museumsvereins um Mittel für einen oder mehrere Preise zur Prämierung von Ausstellungsgegenständen der im Juli und August in der Orangerie und Umgebung stattfindenden Gewerbeausstellung. Aktenverz.1 ohne S. 25.01. 1905 Brief des Vorsitzenden Knorz an die Vorstands- und Ausschussmitglieder Knorz übermittelt den Wunsch um Finanzie- rung von Preisen für die Gewerbeausstellung, hat aber Bedenken aufgrund der Satzung § 2. Die Mehrheit ist gegen die Bewilligung. Regierungspräsident Trott zu Solz schlägt vor, ein geeignetes Ausstellungsstück anzu- kaufen. Aktenverz. ohne S. 31.01. 1905 Brief von Richard Holstein, Berlin, Teppichhaus, an Boehlau Boehlau hatte am 28.01. angefragt. Holstein bietet seine Sammlung antiker Teppiche für eine Ausstellung in Kassel an. Aktenverz.1 ohne S. 28.02. 1905 Brief von Richard Holstein, Berlin, Teppichhaus, an Boehlau Ankündigung der Sendung antiker Teppiche, Versand in 3-4 Teilen, um das Risiko zu mindern. Aktenverz.1 ohne S. 08.03. 1905 Brief von Richard Holstein, Berlin, Teppichhaus, an Boehlau Liste der nach Kassel abgesandten Teppich- rollen. Aktenverz.1 ohne S. 10.03. 1905 Brief von Richard Holstein, Berlin, Teppichhaus, an Boehlau Liste der nach Kassel abgesandten Teppich- rollen. Aktenverz.1 ohne S. 13.03. 1905 Brief von Richard Holstein, Berlin, Teppichhaus, an Boehlau Liste der nach Kassel abgesandten Teppich- rollen. Aktenverz.1 ohne S. 18.03. 1905 Hamburg-Bremer Feuer- Versicherungs-Gesell-schaft in Hamburg, Generalagentur Cassel Versicherungspolice N° 121 als Nachtrag zur Police 437: Alte und historische Teppiche und Brokate M. 350.000.- 20.03. 1905 Brief von Richard Holstein, Berlin, Teppichhaus, an Boehlau Liste der nach Kassel abgesandten Teppich- rollen. Die Versicherung gegen Feuer kostete 87,50 Marke, gegen Einbruch 175,00 Mark, das Wach- und Schließinstitut 20,00 Mark, Stempel und Polizeigebühren 12,00 Mark, sodass der Museumsverein 297,00 für die Teppichausstellung bezahlen musste. Aktenverz.1 ohne S. 04.04. 1905 Anzeige in der Casseler Allgmeinen Zeitung Museums-Verein für Hessen-Cassel. Ausstellung altpersischer u. alttürkischer Teppiche u. Brokate im Friedrichs-Museum. Geöffnet Dienstag und Mittwoch 3-5, Donnerstag bis Sonnabend 10-1 Uhr. Aktenverz.1 ohne S. 6 09.04. 1905 Brief von Richard Holstein, Berlin, Teppichhaus, an Boehlau Es muss einen Brief der Firma Ihmsen & Co an Henschel gegeben haben, der bei Holstein Erstaunen ausgelöst habe. Holstein wolle die – nicht näher genannte – Angelegenheit erst mündlich besprechen. Aktenverz.1 ohne S. 13.04. 1905 Brief von Richard Holstein, Berlin, Teppichhaus, an Boehlau Frage nach der Dauer der Ausstellung. Hinweis auf die Transportversicherung. Aktenverz.1 ohne S. 27.04. 1905 Brief von Richard Holstein, Berlin, Teppichhaus, an Boehlau Bestätigung, dass Teppiche und Stoffe wieder wohlbehalten in Berlin eingetroffen seien. „Schade nur, dass sich kein Liebhaber gefunden hat, der die Teppiche großmütig ihrem Museum geschenkt hätte.“ Jetzt erst wird erwähnt, dass die Teppichsammlung angeblich Henschel von Max Ihmsen hinter dem Rücken von Holstein angeboten worden sei. Henschel sei aber nur auf die schöne Sammlung aufmerksam gemacht worden. Die Angelegenheit sei erledigt. Aktenverz. ohne S. Folgende Seiten mit Listen der Teppiche und Stoffe, dazu Preislisten sowie eine hs. Übersicht über Teppichmotive: Tierteppiche, Blumenteppiche, Vasenteppiche, Gebetsteppiche etc. 31.12. 1905 Jahresbericht des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg Aktenverz.1 S. 36-39 1906 26.04.1906 4. Ausschuss-Sitzung im Bureau der Gemäldegalerie Anwesend die Herren: Geheimrat Knorz, Landeshauptmann Riedesel zu Eisenbach, Geheimrat Eisenmann, Kommerzienrat Plaut, Stadtrat Ruetz, Dr. Boehlau. 1. Der Schriftführer erstattet unter Verlesung des Protokolls des letzten Ausschusses und der Mitgliederversammlung Bericht über die Tätigkeit des Vereins im verflossenen Jahr und über den Stand des Vereins. Über den Kassenbestand berichtet Herr Plaut. 2. Die Herabsetzung des Beitrags wird nach längerer Debatte auf Antrag Knorz weiterer Überlegung empfohlen. Die Mehrzahl der Mitglieder war nicht der Überzeugung, dass der Verlust von 700 Mark pro Jahr durch Herabsetzung auf 20 Mark durch den Eintritt neuer Mitglieder ausgeglichen werde. 3. Zur Anschaffung wird eine Fuldaer Porzellangruppe im Preis von 5000 Mark durch Boehlau vorgeschlagen. Die Wichtigkeit der Stücke rechtfertige, dass der Verein die Mittel von zwei Jahren aufwende. Die Anschaffung wird vorbehaltlich der Zustimmung der Mitgliederversammlung beschlossen. „4) Auf Antrag Ruetz wird der Museums- direktor ermächtigt, auf den bevorstehenden Auktionen der Sammlungen Eisenmann und Schneider nötigenfalls auf Rechnung des Vereins geeignete hessische Altertümer zu erwerben.“ 5. Boehlau wird auf seinen Antrag hin beauftragt, einen gedruckten Jahresbericht nach dem Muster des vorgelegten Berichts des Städelschen Museumsvereins vorzubereiten. Protokollbuch S. 17-19 [Ein Datum ist nicht angegeben. 5 Mitglieder!] [Keine inhaltlichen Angaben!] Inv.Verz. 1905-1906 Nr. 15: Fuldaer Porzellan- gruppe: schlafende Schäferin an kahlem Baumstamm, neben ihr ein Junge, der einen geöffneten Brief aus ihrem Schoss nehmen will. Dabei ein Kind- chen. Aus Hildesheim. 27.04. Briefe des Vorsitzenden Dr. Nochmalige Bitte, dass der Kreis dem Muse- Aktenverz.1 7 1906 Knorz an die Landkreise Fulda, Hersfeld, Gelnhausen, Schlüchtern, Wolfhagen, Eschwege umsverein beitreten wolle. Aus den Jahres- berichten des Germanischen Museums [Nürnberg] ersehe man, dass der Kreis dorthin einen jährlichen Beitrag zahle. Das Museum der Provinz habe allerdings einen noch größeren Anspruch auf Unterstützung. „Zählt es doch zu seiner wichtigsten Aufgabe, alle Erzeugnisse hessischen Kunstfleisses zu erwerben und in der Hauptstadt des Landes zu einem Bilde der hessischen Kunst- und Kulturentwicklung zusammenzustellen. Der Neubau des Museums steht bevor […]. Wollen wir nicht hinter anderen deutschen Ländern und Landesteilen in beschämender Weise zurückstehen, so gilt es alle Mittel daran- zusetzen, um von den viel gefährdeten und in ihren Beständen bereits stark gelichteten Altertümern unserer Heimat zu retten was zu retten ist, damit die historische Abteilung des neuen Museums die Vergangenheit des Hessenlandes in würdiger Weise darstelle.“ ohne S. [ Randbemerkung: Fulda, Gelnhausen, Schlüchtern, Wolfhagen, Eschwege beigetr.] 04.05. 1906 3. Ordentliche Mitglie- derversammlung im kleinen Saal des Kaufmannshauses „1) Herr Knorz begrüßt die erschienenen Mitglieder und bittet um Indemnität wegen des späten [S. 20] Termins der Versammlung, die satzungsgemäss in den drei ersten Monaten des Jahres hätte zusammenberufen werden müssen. Dienstliche Abhaltungen einiger Vorstandsmitglieder hätte die Einhaltung des Termins verhindert. 2) Der Schriftführer erstattet Bericht über die Tätigkeit des Vereins und seines Bestandes. 3) Der Kassenführer legt den Kassenbericht vor. Um Prüfung werden die Herren Ruetz und Fiorino gebeten. 4) Die Anschaffungen werden gutgeheissen. Darauf Schluss der Sitzung. Dr. Knorz. Boehlau“ Protokollbuch S. 19-20 16.05. 1906 Königliches Landratsamt Wolfhagen J.-No. 644 A an den Vorsitzenden des Muse- umsvereins Mitteilung über den Beschluss des Kreisausschusses, dem Museumsverein mit 30 Mark beizutreten Aktenverz.1 S. 41 11.06. 1906 Der Landrat Fulda II.3403 an den Vorstand des Museumsvereins Erklärung des Beitritts mit 30 Mark Aktenverz.1 S. 40 [!] 14.06. 1906 Der Vorsitzende des Kreis- ausschusses Schlüchtern J. No. 1720 K.A. an den Vorsitzenden des Museums- vereins Mitteilung über den Beschluss des Kreisausschusses, dem Museumsverein mit 30 Mark beizutreten Aktenverz.1 S. 42 20.06. 1906 Der königliche Landrat Eschwege J.Nr. 1949 K.A. an den Museumsdirektor Dr. Böhlau Mitteilung über den Beschluss des Kreisausschusses, dem Museumsverein mit 30 Mark beizutreten Aktenverz.1 S. 43 1907 15.01. 1907 Formschreiben Hiermit wird eine erste Schrift über die Tätigkeit des Museumsvereins für Hessen- Cassel überreicht. [Die Schrift ist nicht in den Akten.] 20.01. Brief mit Prägestempel Reaktion auf die Zusendung des Aktenverz.1 8 1901 Königliche Museen Berlin an vermutlich Boehlau Jahresberichts [Inhalt schwer zu lesen; Unterschrift: Bode] ohne S. 16.04. 1907 Kreisausschuss des Kreises Gelnhausen J. No. 889 an den Vorsitzenden des Museumsvereins Mitteilung über den Beschluss des Kreistages, dem Museumsverein mit 30 Mark beizutreten Aktenverz.1 S. 44 26.04. 1907 5. Ausschuss-Sitzung im kleinen Saal des Kaufmannshauses Anwesend die Herren: Geheimrat Knorz, Geheimrat Eisenmann, Kommerzienrat Plau, Kommerzienrat Henschel, Direktor Boehlau 1.Boehlau: Berichterstattung über die Vereinstätigkeit; Plaut: Kassenbericht. 2. Boehlau legt die zur Anschaffung empfohlenen Stücke „teils im Original, teils in Photographien“ vor; die Anschaffung wird genehmigt. Protokollbuch S. 21 [Keine Inhalte] [keine Nennung der Stücke] 26.04. 1907 4. Ordentliche Mitgliederversammlung im kleinen Saal des Kaufmannshauses 1. Knorz bittet wieder um Indemnität wegen des verspäteten Termins. 2. Boehlau erstattet Bericht über die Vereinstätigkeit. 3. Plaut legt die Buchungen vor, Fiorino und Ruetz werden um Prüfung gebeten. 4. Die Anschaffungen werden genehmigt. 5. Der bisherige Ausschuss wird wiedergewählt, wobei statt des verzogenen Regierungspräsidenten v. Trott zu Solz dessen Nachfolger Graf v. Bernstorff gewählt wird. Nach Schluss der Sitzung tritt der Ausschuss zusammen und wählt aus seiner Mitte den bisherigen Vorstand wieder. Protokollbuch S. 22-23 [Kein Hinweis auf die Zahl der Teilnehmer] 07.06. 1907 Königliches Amtsgericht VR, Abt. 3 Mitteilung, dass die Vorstandsmitglieder Knorz Plaut Boehlau erneut bestellt worden sind. Eintrag ins Vereinsregister Nr. 40 Aktenverz.1 S. 45 1908 12.06. 1908 Ausschuss-Sitzung und 5. Ordentliche Mitglie- derversammlung im Kleinen Saale des Kaufmannshauses 1. Knorz bittet wieder um Indemnität wegen des verspäteten Termins. 2. Boehlau erstattet Bericht über die Vereinstätigkeit und gibt in Vertretung des Kassenführers eine Übersicht über die finanzielle Lage. 3. Die Anschaffungen werden genehmigt. Knorz Boehlau Protokollbuch S. 23-24 [Keine Inhalte, kein Hinweis auf Anzahl der Erschienenen] 30.10. 1908 Brief des geschäftsführen- den Ausschusses des Museumsvereins an das Vereinsregister [?] 13 VR 40 Abschrift Der § 8 der Satzung [Der Vereinsvorstand und seine besonderen Aufgaben] sei nach Auffassung der Ausschussmitglieder und der Mitgliederversammlungen so zu verstehen, dass die Amtsdauer des Vorstands ebenso wie die des Ausschusses drei Jahre betrage. Aktenverz.1 S. 45 1910 22.02. 1910 6. Ausschusssitzung im Kaufmannshaus, 4 ½ Uhr 1. In Vertretung des erkrankten Vorsitzenden eröffnet der Schriftführer [Boehlau] die Sitzung. Er bittet um Indemnität für das Nichteinberufen des Ausschusses und der Mitgliederversammlung im Jahr 1909 und entschuldigt es mit der Krankheit des Vorsitzenden und der eigenen Überbürdung mit Geschäften, da er als Vertreter des Galeriedirektors den Vorsitz im Kunstverein zu übernehmen gehabt, außerdem die Pläne für das Landesmuseum vorzubereiten gehabt Protokollbuch S. 24-26 [Keine Inhalte, kein Hinweis auf Anzahl der Erschienenen] 9 habe. 2. Er erstattet Bericht über den Mitgliederbestand und die Vereinstätigkeit. 3. Der Schatzmeister [Plaut] gibt eine Übersicht über die finanzielle Lage des Vereins. Ruetz und Fiorino: Prüfung. 4. Die Anschaffungen – oberhessischer Schrank von 1604, Casseler Wanduhr von Nettmann und Flörsheimer Fayence - werden genehmigt. 5. An Stelle des aus dem Verein ausgeschiedenen Herrn Landrats v. Schwertzell wird Herr Landrat v. Keudell- Eschwege kooptiert. An Stelle des verzogenen Geheimrats Eisenmann tritt satzungsgemäß der neue Galeriedirektor Herr Dr. Gronau. Boehlau später ges. Dr. Knorz [Keine Zahlen] [Eisenmann war 1908 nach Karlsruhe gegangen] 22.02. 1910 6. Ordentliche Mitglie- derversammlung im Kaufmannshause, 5 Uhr 1. Berichte des Schriftführers und des Schatzmeisters werden entgegengenommen. Justizrat Scheffer regt erneute Propaganda für den Verein an. Herr Rubensohn weist auf Gewinnung von Mitgliedern aus den Kreisen der Gewerbetreibenden durch Vorträge hin. Herr Ruetz rät bis zur Fertigstellung des Landesmuseums zu warten. Auf Anregung von Herrn Plaut wird in Aussicht genommen, schon jetzt einzelne Herren für den Verein zu gewinnen unter Hinweis auf das Ziel und die Bedürfnisse des neuen Museums, die Dr. Boehlau nach der Bewilligung der ersten Baurate durch das Abgeordnetenhaus in einer geeigneten Zeitschrift (Hessenland) darlegen werde. 2. Anschaffungen werden genehmigt. 3. Der bisherige Ausschuss wird mit den von Ausschuss schon vorgeschlagenen Änderungen wiedergewählt. Die anwesenden Ausschussmitglieder nehmen die Wahl an. Protokollbuch S. 26-28 22.02. 1910 Ausschussitzung im Kaufmannshause Nach Beendigung der Mitgliederversamm- lung tritt der Ausschuss wieder zusammen und wählt aus seiner Mitte auf Antrag des Herrn Landeshauptmanns v. Riedesel den bisherigen Vorstand wieder. Die anwesenden Vorstandsmitglieder nehmen die Wahl an. Boehlau, Schriftführer ges. Knorz Protokollbuch ohne S. 22.03. 1910 Postkarte des Königlichen Amtsgerichts Cassel, Vereinsregister Abt. 13 Nr. 40 des Registers: Die bisherigen Vorstandsmitglieder sind erneut bestellt. Aktenverz.1 ohne S. 1912 02.05. 1912 Kunstausstellung Im Protokollbuch lose eingelegt befinden sich Aufzeichnungen der Sitzungen eines Gesamt-Ausschusses sowie eines geschäftsführenden Ausschusses der Deutschen Kunstausstellung, die [zum 1000- jährigen Stadtjubiläum] 1913 in der Orangerie stattfinden soll. Protokollbuch ohne S. 10 1914 30.01. 1914 7. Auschusssitzung um 5 ¾ Uhr im Hotel Schirmer Anwesend die Herren: v. Drach, Plaut, v. Riedesel, Gronau, Fiorino und Boehlau. 1) Der Vorsitzende Herr v. Drach, an Stelle des Geheimrats Knorz kooptiert, eröffnet die Sitzung und bittet um Indemnität für die dreijährige Unterbrechung der Sitzungen, die sich durch Geheimrat Knorz´ und seine eigene Krankheit erklären. 2) Der Schriftführer erstattet den Geschäftsbericht über die Jahre 1911-1913. Zuvor erklärt er, dass die Schuld an der vom Vorsitzenden erwähnten Unterbrechung zum großen Teil ihn (den Schriftführer) selber treffe, da er durch die Einrichtung des neuen Museums in ungewöhn- [32] licher Weise in Anspruch genommen gewesen sei. Auf Antrag des Schriftführers wird die Genehmigung der von den laufenden Mitteln erfolgten Anschaffungen auf eine demnächst in das Museum einzuberufende Ausschusssitzung verschoben, da die betreffenden Gegenstände (zum Teil Möbel) nur im Museum besichtigt werden können. 3) Der Herr Schatzmeister gibt eine Übersicht über die finanzielle Lage des Vereins. Um die Prüfung der Rechnungen werden die Herren Fiorino und Ruetz ersucht. 4) Der Schriftführer berichtet über die Veränderungen im Mitgliederbestand und der durch Tod und Austritt notwendig gewordenen Wahlen. Der Ausschuß hat an Stelle des verstorbenen Geheimen Kommerzienrat Pfeiffer, Herrn K. L. Pfeiffer, an Stelle des ausgetretenen Stadtrat Ruetz Herrn A. Fiorino kooptiert. An Stelle des ausgetretenen [33] Herrn Oberbürgermeister Müller soll der Mitgliederversammlung Herr Oberbürgermeister Koch, an Stelle des verstorbenen Herrn Oberst v. Kieckebusch Herr Generalmajor Eisentraut vorgeschlagen werden. 5) Der Schriftführer berichtet über die Unternehmungen des Jahres 1914. Er schlägt vor 1) Führungen der Mitglieder des Vereins und ihrer Angehörigen im Museum im Sommer zu veranstalten. Dem wird zugestimmt. 2) Einen Cyklus von Vorträgen über das moderne Kunstgewerbe halten zu lassen. Auch darauf wird zugestimmt. Über die Einrichtung dieser Vorträge, speziell über das Eintrittsgeld, wird ausführlich beraten. Man ist der Meinung, dass die Mitglieder und ihre Angehörigen freien Eintritt haben sollen, daß Karten für den auf 12 Vorträge [34] berechneten Cyklus zu 3 Protokollbuch S. 31-34 [neue Schrift, wohl nicht von Boehlau!] 11 M verkauft werden, dass aber an die Handwerker und die Schüler der Akademie, der Kunstgewerbe und der […]Werkschule durch Vorstellung der zuständigen Organisation Karten zu 1 M (für den ganzen Cyklus) abgegeben werden sollen. Als Zeit wird die zweite Hälfte April und der Mai bestimmt. 30.01. 1914 7. Ordentliche Mitglie- derversammlung 6 ½ Uhr im Hotel Schirmer 1) Die Versammlung nimmt den Bericht des Schriftführers und des Schatzmeisters entgegen. Eine neue Propaganda, wie sie schon 1910 Herr Justizrat Scheffer angeregt hat, wird wiederholt anempfohlen. 2) Wahl des Ausschusses Es werden die Herren Geheimrat A. v. Drach, Kommerzienrat G. Plaut, [35] Museumsdirektor Dr. J. Boehlau, Oberbürgermeister Antoni-Fulda, Regierungspräsident Graf Bernstorff, Geheimer Kommerzienrat Dr. ing C. Henschel, Dr. W. Heraeus-Hanau, Lan- deshauptmann Freiherr W. Riedesel zu Eisenbach, Kammerherr und Landrat v. Keudell-Eschwege, Geheimer Kommerzienrat O. Vogt und Galleriedirektor [sic] Dr. O. Gronau wiedergewählt. Bestätigt wird die Zuwahl von Herrn K. L. Pfeiffer und A. Fiorino, neugewählt werden die Herren Oberbürgermeister Koch und Generalmajor G. Eisentraut. Der Ausschuss besteht somit aus der durch die Satzung vorgeschriebenen Mindestzahl von15 Mitgliedern. 3) Die vorgeschlagenen Unternehmungen für 1914 werden genehmigt. Herr Kommerzienrat Rosenzweig schlägt jedoch vor, den Eintritt für alle der bis zum 1. April sich Meldenden auf 1 M. festzusetzen. Dies wird nach längerer Debatte beschlossen. Nach Schluß der Sitzung tritt der Ausschuß zusammen und wählt aus seiner Mitte den bisherigen Vorstand wieder. Herr Geheimrat A. v. Drach als Vorsitzenden, Herrn Kommerzienrat G. Plaut als Schatzmeister, Herrn Dr. J. Boehlau als Schriftführer. Der Schriftführer/Boehlau Der Vorsitzende /Drach Protokollbuch S. 34-36 31.01. 1914 Postkarte des Königlichen Amtsgerichts Cassel, Vereinsregister Abt. 13, VR 40 Tg. 4 Wortlaut: „Das Vorstandsmitglied Knorz ist ausgeschieden; an seine Stelle ist Geheimrat A. v. Drach Cassel gewählt. Die Vorstandsmitglieder Plaut u. Boehlau sind erneut bestellt. Aktenverz.1 ohne S. 1915 04.03. 1915 8. Ausschusssitzung 5 Uhr Hotel Schirmer Anwesend die Herren v. Drach, v. Riedesel, Fiorino, Plaut und Boehlau 1) Protokollverlesung „2) Der Schriftführer erstattet Bericht über die Unternehmungen des Jahres 1914, die zum größten Teil durch den Krieg verhindert worden sind. Das betrifft in erster Linie die Abhaltung eines Cyklus von Vorträgen über Protokollbuch S. 37-39 12 das moderne Kunstgewerbe. Herr Museums- direktor Dr. Schäfer-Lübeck war hierfür gewonnen, und die Besprechungen mit Gewerkschaften und Vereinen wegen Besuch der Vorlesungen hatten schon begonnen, als der Krieg ausbrach. Auch die in der vorigen Mitgliederversammlung gewünschte Agitation für den Verein mußte des Krieges wegen unterbleiben. Die Führungen im Museum sind durch den Schriftführer und [38] Herrn Direktor Lüer von der Kunstgewerbeschule abgehalten worden. Die Rechnungen sind durch die Herren Ruetz und Fiorino geprüft und richtig befunden worden. 3) Da Oberbürgermeister Koch zunächst noch nicht dem Verein beizutreten wünscht, soll er gebeten werden, als Vertreter der Stadt dem Ausschuß beizutreten. 4) Es wird vorgeschlagen, im kommenden Jahr a) 2000 M für die Unterstützung der Herausgabe des großen Katalogs der Casseler Antiken zu verwenden. b) 1000 M für den nach Beendigung des Krieges abzuhaltenden Vortragskurs über modernes Kunstgewerbe bereitzuhalten, ebenso c) 600 M für Ausgabe eines gedruckten und mit Abbildungen versehenen Berichts für die Mitglieder, der gleichzeitig als Werbemittel dienen soll. d) den verfügbaren Rest der Jahreseinnahmen für etwa sich bietende Anschaffungen zu verwenden. Dem wird zugestimmt. Zu a) wird der Wunsch geäußert, den Mitgliedern den [39] Katalog für einen Vorzugspreis zur Verfügung zu stellen. Der Schriftführer wird beauftragt mit dem Verleger in Verhandlung darüber einzutreten, ob er den vor Erscheinen des Katalogs sich meldenden Mitgliedern einen Vorzugspreis von 10 M (statt 30 M) zugestehen will. Danach Schluß der Sitzung. Boehlau Drach“ [ Keine Angaben über Inhalte, Zahl und Anzahl der Teilnehmer] 04.03. 1915 8. ordentliche Mitglie- derversammlung 6 Uhr im Hotel Schirmer Die Mitgliederversammlung nimmt die Berichte des Schatzmeisters und des Schriftführers entgegen und stimmt der Verwendung der Mittel für 1915 zu. Protokollbuch S. 39 [ Das Protokoll besteht aus zwei Sätzen] 31.03. 1915 Brief Dr. Boehlaus an v. Drach, Plaut, Fiorino, Riedesel Boehlau berichtet, dass der Verleger G. Braun, Marburg, den Katalog der antiken Skulpturen und Bronzen, der im Buchhandel 30 M kostet, den Mitgliedern für 20 M anbieten könne. Er bittet um Einverständnis, den Beschluss vom 4.3.1915, den Mitgliedern einen Vorzugspreis von 10 M zu gewähren, insofern aufrecht zu erhalten, als die fehlenden 10 M aus der Vereinskasse bezahlt werden und aus dem Fonds für Aktenverz.1 ohne S. 13 Werbezwecke entnommen werden. Die Angeschriebenen stimmen zu. 15.09. 1915 Schreiben von Plaut an Boehlau Boehlau hatte vorgeschlagen, 4000.- M Kriegsanleihe zu 5% zu zeichnen. Plaut ist damit einverstanden und bittet um telefonischen Rückruf, da er keine Verbindung zu Boehlau erhalten konnte. Aktenverz.1 ohne S. 10.11. 1915 Brief Boehlaus an die Besteller des Antiken- Katalogs Er übersendet den Katalog und bittet um Einzahlung mittels beigelegter Zahlkarte an die Dresdner Bank Kassel. Aktenverz.1 ohne S. 11.11. 1915 Brief Boehlaus an die Dresdner Bank 21 Mitglieder haben den Katalog bestellt. Er bittet nach deren Einzahlung um Absendung von 420 M an die Firma N. G. Elwert (Inh. G. Braun). Aktenverz.1 ohne S. 11.11. 1915 Abrechnungsblatt für den Antikenkatalog Besteller: Dr. Boehlau; Joh. Coening, Herkulesstr. 18, Gust. Schröder, Marienstr. 10; H. Salzmann, Weinbergstr. 13 II; Alexander Fiorino, Rohnstr. 21; General Eisentraut, Luisenstr. 10; Kommerzienrat Rosenzweig, Terrasse 1; F. H. Thorbecke, Terrasse 2; v. Riedesel zu Eisenbach, Ständeplatz 12; Kommerzienrat Plaut; Kaiserstr. 9; Justizrat Scheffer, [Waldstraße ?] 3; M. Lieberg, Kölnische Str. 65; Oberpräsident Hengstenberg, Oberpräsidium; Reg. Präs. Bernstorff; Karl L. Pfeiffer, […] 4; E. Sethe, Kronprinzenstr. 26; Landrat von Keudell, Wolfsbrunn bei Eschwege; Exzellenz v. Stumm, Holzhausen bei Kirchhain; Geh.R. Eisenmann, Karlsruhe, Weinbrennerstr.; insg. 210 M Verzeichnet sind auch einige Widmungsexemplare, so an Professor Delbrück, Berlin, Prof. Dragendorff, Berlin, Dr. Schröder, Berlin, Königl. Museum, Direktor Dr. Weyand, ebd., Prof. Dr. Amelung, Berlin, Prof. Paul Herrmann, Dresden, Königl. Museum Albertinum. Aktenverz.1 S. 48 1916 04.09. 1916 Abschrift der Kontoüber- sicht für 1915 bei der Dresdner Bank Filiale Cassel Erste Kontoübersicht in den Akten. Die Übersicht ergibt: 9 persönliche Beiträge, 12 öffentliche Zuschüsse, davon Cassel mit 1010 M am meisten. Die Einzahlungen von 10 M sind die Kosten der Antikenkataloge. Aktenverz.1 S. 49-50 Scan 05.09. 1916 Handschriftliches Vorbereitungsblatt zur Mitgliederversammlung Die MV hat am 5. September stattgefunden. Aktenverz.1 S. 49-50 05.09. 1916 9. Ausschusssitzung 5 Uhr im Zimmer des Landesausschusses im Ständehaus Anwesend die Herren: v. Riedesel, Graf Bernstorff, Fiorino, Gronau, Kommerzienrat Plaut, Boehlau. 1) Das Protokoll der vorigen Sitzung wird verlesen. 2) An Stelle des verstorbenen Geheimen Regierungsrats Dr. v. Drach wird Herr Landeshauptmann Freiherr v. Riedesel zu Eisenbach als Vorsitzender in den Vorstand gewählt. Der Vorstand besteht darauf aus dem […] Vorsitzenden, Herrn Kommerzien- rat Plaut als Schatzmeister und Museums- direktor Dr. Boehlau als Schriftführer. 3) An Stelle der Herren v. Drach und Eisen- traut sollen die Herren Exzellenz Stumm in Holzhausen und Ehrenberg gebeten werden, in den Ausschuß einzutreten. [41] 4) Der Schriftführer erstattet den Bericht über das Jahr 1915. Der Verein hat 3 Mitglieder durch den Tod verloren, nämlich, Geheimrat v. Drach, Frau Geheimrat Henschel und Geheimrat Aschrott. Ausgetreten ist Herr General Eisentraut. Als Protokollbuch S. 40-42 14 Unterstützung für die Herausgabe des großen Katalogs des Casseler Antiken sind 2000 M bezahlt worden. Von dieser Vergünstigung haben 22 Mitglieder Gebrauch gemacht. - Die Erwerbung eines Augsburger Silberpo- kals mit dem Wappen von Schmalkalden und der Wappen der Bürgermeister und zweier Ratsherren von Schmalkalden wird auf Antrag des Vorstandes gut geheißen. 5) Der Schatzmeister erstattet den Kassen- bericht. Die Herren Fiorino und Ruetz sollen um Prüfung der Rechnungen gebeten werden. 6) Auf Antrag des Schriftführers wird be- schlossen, die Fuldaer Gruppe, die im Jahre 1906 für einen Preis von 5000 M erworben ist, zu veräußern, falls ein Preis von mindes- tens 20.000 M dafür [42] erzielt werden kann. Diese Summe soll zur Verfügung stehen, um bei Gelegenheit eine künstlerisch wertvolle Plastik zu beschaffen. Danach Schluß der Sitzung. Boehlau Frhr. Riedesel 05.09. 1916 9. ordentliche Mitglie- derversammlung 5 ¾ Uhr im Zimmer des Landesausschusses im Ständehaus 1) Die Versammlung nimmt den Bericht des Schatzmeisters und des Schriftführers entgegen. 2) Die Wahl der Herren v. Stumm und Ehrenberg in den Ausschuß wird genehmigt. 3) Die eventuelle Veräußerung der Fuldaer Gruppe wird genehmigt. der Schriftführer: / Boehlau der Vorsitzende: Frhr. Riedesel Protokollbuch S. 42 [ Keine Liste der Teilnehmer] 06.09. 1916 Benachrichtigung über die Eintragung ins Vereinsregister „Das Vorstandsmitglied, Geheimrat A. v. Drach, ist gestorben. An seiner Stelle ist Landeshauptmann Freiherr von Riedesel zu Eisenbach, Cassel, gewählt. Eingetragen am 6. September 1916.“ Aktenverz.1 S. 52 1919 15.07.1919 Kassenbericht der Dresdner Bank Filiale für das Jahr 1918 Bestand am 1.1.1918: 1317 Mark Bestand am 31.12.1918: 3568,25 Die Rechnung ist überprüft und richtig befunden. Alexander Fiorino, Cassel, 15. Juli 1919 Aktenverz.1 S. 53-54 Scan 16.07. 1919 10. Ausschusssitzung 5 Uhr im Büro des Museums Anwesend die Herren: Plaut, Fiorino, Weber (als Vertreter des Herrn Oberbürgermeisters), Boehlau 1) Das Protokoll der vorigen Sitzung wird verlesen. Der Mitgliederversammlung soll die Wiederwahl des Ausschusses, an Stelle des verstorbenen Landeshauptmanns v. Riedesel zu Eisenbach die Zuwahl Herrn v. Gehrens, seines Nachfolgers, sowie die Zuwahl Herrn Eisentraut`s empfohlen werden, der wieder dem Verein beigetreten ist. 2) Der Schriftführer berichtet über die Jahre 1916 bis 1918. Eine Sitzung hat 1917 und 1918 nicht stattgefunden, teils der Zeitverhältnisse wegen, teils weil keine wichtigeren Angelegenheiten vorlagen. Der Protokollbuch S. 43-44 15 Verein hat durch Tod und Austritt viele Mitglieder verloren. Zu jetziger Zeit scheint eine Werbetätigkeit aussichtslos, doch soll versucht werden, die Hinterbliebenen der verstorbenen [44] Mitglieder Rosenzweig, Rubensohn und Salzmann als Mitglieder zu gewinnen, ebenso Herrn Kommerzienrat Wertheim. 3) Der Schatzmeister erstattet den Kassenbe- richt, die Herren Fiorino und Ruetz haben die Rechnungen geprüft und richtig befunden. 4) Die 1916 beschlossene Veräußerung der Fuldaer Gruppe und Beschaffung einer deut- schen Skulptur ist erfolgt. Die Besichtigung wird für nach Schluß der Mitgliederversammlung vorgesehen. Weitere Anschaffungen sind nicht gemacht worden. Es soll auch weiterhin gespart werden, um im gegebenen Falle eine größere Summe zur Anschaffung eines wichtigeren Gegenstandes zur Hand zu haben. Danach Schluß der Sitzung. Der Schriftführer: Boehlau / Der Vorsitzende: J.W. v. Gehren Scan liegt vor 16.07. 1919 10. ordentliche Mitglie- derversammlung, nachmittags 5 ½ Uhr, im Büro des Landesmuseums Kenntnisnahme der Berichte. Wiederwahl des bisherigen Ausschusses. Zuwahl von Landeshauptmann v. Gehren und General Eisentraut. Der Ausschuß besteht aus 10 Mitgliedern. Die erworbene deutsche Skulptur, Nürnber- ger Madonna, wird besichtigt. Darauf Schluß der Sitzung. „Nach Schluß der Sitzung wählt der Aus- schuß aus seiner Mitte den Landeshaupt- mann v. Gehren als Vorsitzenden, Kommer- zienrat Plaut als Kassenführer, Museumsdi- rektor Dr. Boehlau als Schriftführer. Der Vorsitzende: J. W. v. Gehren Der Schriftführer Boehlau Protokollbuch S. 44-45 06.09. 1919 Brief an die Mitglieder des Ausschusses „Museumsverein für Hessen-Cassel / Cassel, 6. September 1919 Der Handels- und Gewerbeverein beabsich- tigt, im hiesigen Museum Führungen junger Handwerker zu veranstalten, die durch aus- gesuchte Fachleute zum Teil auswärtiger Lehranstalten in die Technik der Möbel, Eisenarbeiten und anderer kunstgewerblicher Erzeugnisse in längeren Kursen eingeführt werden. Es sind dafür erhebliche Geldaufwendungen erforderlich. Nach § 2 c unserer Satzung fällt die Unterstützung solcher Einrichtungen in den Bereich unserer Aufgaben. Nachdem der Krieg unseren Verein zu längerer Untätigkeit genötigt hat, scheint es mir doppelt wichtig, diese Gelegenheit zu ergrei- fen, um uns zu betätigen. Wir beantragen daher die Ermächtigung, dem Handels- und Gewerbeverein eine Unterstützung bis zu 1500 M zur Veranstaltung dieser Kurse zur Aktenverz.1 S. 55 16 Verfügung stellen zu dürfen. Die Mitwirkung des Museumsvereins wird in den Ankündigungen zum Ausdruck gebracht werden. Auf Grund des § 10 der Satzungen bringen wir den Antrag zur schriftlichen Abstimmung. Fall[s] wir binnen 8 Tagen keine Nachricht erhalten, nehmen wir an, dass Sie dem Antrage zustimmen. Der Vorsitzende: v. Gehren / Der Kassenführer: Plaut / Der Schriftführer: Boehlau“ 10.10. 1919 Brief an den Handels- und Gewerbeverein Mitteilung, dass der Museumsverein eine Summe bis zu 1500 M zur Veranstaltung von Führungen junger Handwerker im Museum durch technische Sachverständige zur Verfügung stellt. Aktenverz.1 S. 56 13.10. 1919 Brief des Handels- und Gewerbevereins e.V. Cassel Bestätigung und Danksagung. Der Vorsitzende Scheel Aktenverz.1 S. 57 1920 21.05. 1920 Brief des Handels- und Gewerbevereins e.V. Bestätigung, dass der Kursus von Professor Niebel-Münster über die Gestaltung und Dekorierung von Schreinerarbeiten stattgefunden habe, das regste Interesse gefunden habe und als erfolgreich und in jeder Hinsicht gelungen bezeichnet werden könne. Es fanden etwa 15 Führungen und Vorträge statt. Die Honorarforderung von 1500 M sei schon angewiesen worden. Der Verein bittet darum, 1200 M zur Verfügung zu stellen. Aktenverz.1 S. 58 1921 31.12. 1920 und 1921 Kassenbuch Museums- verein für Hessen-Cassel Der Verein verfügt am 31.12. über einen Betrag von 7.966,25 M gegenüber 5.738.- M am 01.01.1920. 1.430.- M sind Mitglieds- beiträge. Verausgabt wurden 1200.- M an den Handels- und Gewerbeverein, sonst nur unbeträchtliche Beträge für Porti etc. 3 Führungen für Mitglieder haben wohl stattgefunden, da 30.- M für Mitteilung an die Mitglieder an B. Krapp verausgabt wurden. Am 31.12.1921 verfügt der Verein über 8.945,55 M. 1.370.- M sind als Mitgliedsbeiträge hinzugekommen; die Ausgaben betrugen nur 16,55 M. Aktenverz.1 S. 59-60 Scan 1922 07.12. 1922 Brief des stv. Museums- direktors Dr. Luthmer an die Stadthauptkasse „Der Stadthauptkasse lasse ich heute in bar M 3.000.- (Dreitausend Mark) als Zuschuss des Museumsvereins Cassel zu den Kosten der Reise hiesiger Gewerbetreibender zur Gewerbeschau nach München dieses Sommers zugehen. Der Museumsdirektor / i.V. Dr. Luthmer“/ Empfangsbestätigung vom 8. Dezember Aktenverz.1 S. 63 [Dieser Betrag ist im Kassenbuch von 1922 noch nicht vermerkt.] 31.12. 1922 Kassenbuch Museums- verein für Hessen-Cassel Am 31.12.1922 verfügte der Verein über 11.109,25 M. An Mitgliederbeiträgen sind 860.- M zu verzeichnen, aus verschiedenen kommunalen Kassen 360.- M, als Zuschuss der Stadt Kassel immer noch 500.- M. Ausgaben 89,50 M. Aktenverz.1 S. 61-62 Scan 17 Prüfvermerk Alexander Fiorino vom 28. März 1923 1923 10.04. 1923 Mitteilung von Henschel &Sohn Cassel im Auftrage von Geh. Kommerzienrat Dr. ing. Karl Henschel An Herrn Geh. Regierungsrat Boehlau, Cassel „Cassel, den 10. April 1923 Wir teilen Ihnen ergebenst mit, dass wir auf Anregung des Herrn Otto Ehrenberg der Dresdner Bank, Filiale, Cassel, zu Gunsten des hiesigen Museums-Vereins als einmalige Zuwendung M 20.000 überwiesen haben. Hochachtungsvoll pr. pa. Henschel & Sohn G.m.b.H.“ Aktenverz.1 S. 64 [Im Februar 1923 kostete ein US-Dollar 40.000 Mark! Am 1. Juli 1914 kostete er 4,20 Reichsmark, im Dezember 1918 acht Reichsmark. Der Index der Geldentwertung, gemessen an Großhandelspreisen: Januar 1923: 2.785; die Spende entsprach also de facto nicht einmal 10 RM von 1914! Stolper, S. 99, Tabelle 11 28.03. 1923 11. Ausschusssitzung nachm. 5 ¼ im Geschäftszimmer des Museums Anwesend die Herren: Ehrenberg, Eisentraut [hs. Bleistift-Ergänzung + ], Fiorino, Plaut, Boehlau, später Dr. Luthmer 1. Das Protokoll der vorigen Sitzung wird verlesen. 2. An Stelle des ausgeschiedenen Herrn Grafen Bernstorff wird Herr Dr. Luthmer vorbehaltlich der Zustimmung der Mitgliederversammlung in den Ausschuß gewählt; er nimmt darauf an der Sitzung teil. 3. Der Schriftführer bittet unter Darlegung der Ursachen um Indemnität für den Ausfall der Sitzungen 1920-1922 und erstattet den Geschäftsbericht und Kassenbericht. Der Rechnungsabschluß ist durch Herrn Fiorino geprüft und richtig befunden. 4. Es wird nach langer Aussprache be- schlossen, den Mitgliedsbeitrag auf 100.- Mark zu erhöhen und in möglichst großem Umfange nur Mitglieder zu werben, die, um eine Erhöhung der Beiträge auf Selbst- einschätzung gebeten werden. Der Betrag für die lebenslängliche Mitgliedschaft wird auf 5000 M festgesetzt. Dies ist nicht als Änderung der Satzung anzusehen, da die Erhöhung nur der Entwertung des Geldes entspricht. Die Werbung hat durch Zuschriften zu erfolgen, die die bisherige Tätigkeit der Kommission erwähnen. Die anwesenden Herren erklären sich auch zu persönlicher Werbung bereit. Herr Fiorino meldet Herrn Szager mit einem Jahresbeitrag von 500.- M an. Hierauf Schluß der Sitzung. Der Vorsitzende [nicht unterzeichnet] Der Schriftführer Boehlau Protokollbuch S. 46 [Dieser Beitrag entsprach de facto, gemessen am Index der Geldent- wertung von Groß- handelspreisen, 3,5 Pfennig von 1914!] [Im Juni 1923 kostete in den Berliner Markthallen ein Pfund Schweinefleisch 9000- 10500 Mark, 1 Pfund Zucker 1400-1550 Mark: nach Michaelis, Herbert und Schraepler, Ernst: Ursachen und Folgen, Bd. IV, S. 532 f.]] Kassel. Januar/Juni 1923: 1 Pfd Roggenbrot 136/555 Mark; 1 Pfd Schweinefleisch 1650/11200 Mark; 1 Pfd Zucker 350/1600 Mark Hermsdorff 2005, S. 84 29.03. 1923 11. Ordentliche Mit- gliederversammlung Übliche Kenntnisnahme der Berichte. Wahl von Dr. Luthmer in den Ausschuß an Protokollbuch S. 47 18 in den Geschäftsräumen des Landesmuseums Stelle von Graf Bernstorff. Billigung der Erhöhung der Mitgliedsbeiträge, bedingt durch die Geldentwertung. „Nach Schluß der MV wählt der Ausschuß aus seiner Mitte den bisherigen Vorstand wieder. Dieser besteht somit aus: 1. Herrn Landeshauptm v. Gehren als Vorsitzenden 2. Herrn Kommerzienrat Plaut als Schatzmeister 3. Herrn Museumsdirektor Dr. Boehlau als Schriftführer“ 1927 24.11. 1927 12. Ausschusssitzung im Hause von Herrn Ehrenberg, Querallee 21 „Anwesend die Herren: Boehlau, Ehrenberg, Fiorino, K.L.Pfeiffer, Otto Vogt. Der Schriftführer berichtet über den Plan des Vorstandes, den Museums-Verein, der seine Tätigkeit während des Krieges, der Inflation und der Deflation hatte einstellen müssen, wieder neu ins Leben zu rufen. – vergl. Protokoll der 11. Ausschußssitzung. – Er führt aus, dass der Verein auf eine neue Basis gestellt werden müsse, insofern als 1.) die Kosten der Mitgliedschaft erheblich herabgesetzt werden; 2.) den Mitgliedern größere Vorteile aus der Mitgliedschaft entstehen müssten. Er schlägt vor einen Aufruf, den er im [49] Konzept vorlegt, an eine größere Anzahl Kasseler Persönlichkeiten zu versenden, diese dann persönlich aufzusuchen und für den Verein gewinnen zu lassen. Gleichzeitig müsse eine Mitgliederversammlung einberufen werden, die über die notwendige Satzungsänderung zu beschließen habe. Der Schriftführer bittet, das Guthaben des Vereins bei der Dresdner Bank Filiale Kassel in der Höhe von etwa 800.- RM. für die Kosten der Werbung, der Drucksachen usw., zu verwenden, den Vorstand zu ermächtigen; 3.) es auch notwendig sei, den Namen des Vereins zu ändern, da er nach Gründung des Marburger Museumsvereins und der wahrscheinlich bevorstehenden Gründung anderer hessischer Vereine seine Tätigkeit nicht mehr auf den ganzen Regierungsbezirk erstrecken, sondern sie im Wesentlichen auf die Stadt [50] Kassel und ihre Umgebung beschränken müsse. Nach ausführlicher Aussprache genehmigt der Ausschuß die Anträge des Vorstandes. Schluß der Sitzung 6 Uhr. Der Vorsitzende [nicht gezeichnet] Der Schriftführer Boehlau“ Protokollbuch S. 48-50 [Das Kassenbuch von 1922 wies einen Bestand von 11.900 RM auf; die danach aufgelaufenen Mitgliedsbeiträge sind nicht festzustellen; der Bestand wurde nach der Einführung der Rentenmark am 15. Nov. 1923 und der Einführung der Reichsmark am 1. Januar 1924 wohl mit 800.- Mark bewertet.] 24.11. 1927 Einladung zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung „Museumsverein für Hessen-Kassel / Geschäftsstelle: Landesmuseum / Kassel, d. 24. Nov. 1927, Wilhelmshöherplatz 5. Euer Hochwohlgeboren werden hierdurch zu einer am 8. Dezember Protokollbuch S. 50 eingeklebtes Blatt 19 ds. Js., abends 6 ½ Uhr, im Antikensaal des Hessischen Landesmuseums stattfindender ausserordentlichen Mitgliederversammlung mit der Tagesordnung „Aenderung des Namens und der Satzung des Vereins“ ergebenst eingeladen. Nach § 14, Absatz 2 der Satzung ist in einer ausserordentlichen Mitgliederversammlung, welche die Aenderung der Satzung beschliessen soll, die Anwesenheit von mindestens dreiviertel sämtlicher Vereinsmitglieder erforderlich. War jedoch diese Zahl nicht anwesend, so ist eine neu zu berufende Versammlung ohne Rücksicht auf die zahl der Erschienenen beschlussfähig. Da nun aller Wahrscheinlichkeit nach damit zu rechnen ist, dass die oben einberufene ausserordentliche Mitgliederversammlung beschlussunfähig wird, laden wir Ew. Hoch- wohlgeboren hiermit vorsorglich zu einer zweiten Versammlung am gleichen Tage um 7 ½ Uhr, ebenfalls in den Antikensaal des Landesmuseums ein, welche nunmehr ohne Rücksicht auf die Zahl der Erschienenen beschlussfähig ist. Der Vorstand: I. A. Boehlau Kassel, den 1. Dezember 1927 Mit Rücksicht auf einen am 8. Dezember ds. J. stattfindenden Vortrag Professor Hamanns findet die Mitgliederversammlung erst am Montag, dem 12. Dezember 1927 abends 6 bezw. 6 ½ Uhr statt. I. A.: Boehlau 12.12. 1927 12. außerordentliche Mitgliederversammlung. Am Montag, 18 h im Antikensaal des Landesmuseums. „Anwesend die Herren: Boehlau, A. Fiorino, Luthmer, O. Vogt, Woringer. Da nach § 14, Abs. 2 der Satzung die Anwesenheit von drei Vierteln sämtlicher Mitglieder, d. h. mindestens 21 Mitgliedern erforderlich wäre, um eine Satzungsänderung zu beschließen, so ist die Versammlung beschlußunfähig. Der Vorsitzende [nicht gezeichnet] Der Schriftführer: Boehlau Laut beigefügter Einladung ist für diesen vorausgesehenen Fall eine 2. außerordent- liche Mitgliederversammlung einberufen worden, welche nunmehr ohne [52] Rücksicht auf die Zahl der Erschienenen beschlussfähig ist. An ihr nehmen außer den genannten Herren 40 Damen und Herren teil, deren Namen in eine besondere Anwesenheitsliste eigenhändig eingetragen werden. Diese 13. außerordentliche Mitgliederversammlung wurde um 18 Uhr 40 von Herrn Geh. Rat Boehlau eröffnet und begrüßt. Sie beschloß einstimmig die Änderung des Namens des Vereins in „Kasseler Museumverein“ und die Änderung der Satzung laut beigefügter Niederschrift. Die in unmittelbarem [53] Protokollbuch S. 51 Protokollbuch S. 51-54 [Die Liste ist nicht in den Akten.] [Diese Satzung ist in das Protokoll- buch eingeklebt worden. Auf der S. 7 des maschinen- 20 Anschluß nunmehr tagende 1.Mitgliederversammlung des „Kasseler Museumsvereins“ wählt in den neu zu begründenden Arbeitsausschuß einstimmig folgende Damen und Herren: Beichhold, Major a.D., Fabrikant, Humboldtstr. 31 Dr. Boehlau, Dir. D. Staatl. Sammlungen [nachträgliche Änderung: ausgestr. Dafür eingetr. Verlagsbuchhändler Vötterle, Rasenallee 77/79] Brunner, Bankdirektor, Dresdner Bank Dietrich, Regierungsrat, Thoméestr. 5 Paul Ehrenberg, Fabrikdirektor, Weinbergstr. 35 Fiorino, Kaiserstr. 13 E V. Keudell, Präsident d. Komm.-Landt. Schloß Wolfsbrunn b. Eschwege Lewinsohn, Rechtsanw. u. Notar, Unt. Königstr. 58 Dr. Luthmer, Professor, Landesmuseum K. L. Pfeiffer, Bankier, Olgastr. ¼ Ernst Rubensohn, Fabrikdir., Terrasse 13 Sautter, Professor, Schöne Aussicht Dr. Schellmann, Landesrat, Herrmannstr. 6 Dr. Simons, Oberreg.Rat, Oberpräsidium Dr. Stadler, Oberbürgermeister, Rathaus O. Vogt, Geh. Komm. Rat, Schöne Aussicht 8 Frl. Stadtrat Joh. Vogt, Ob. Königstr. 47 Zimmermann, Präsident der Handwerkskammer , Friedr. Wilhelmstr. 4 Dr. Möbius, Kustos, Landesmuseum [54] Da erst ein Teil der gewählten Auschuß- Mitglieder die Wahl angenommen hat, sollen die übrigen Mitglieder sogleich benachrichtigt und um ihre Zustimmung ersucht werden. Eine Sitzung des Arbeits- Ausschusses, in welcher der neue Vorstand zu wählen ist, soll möglichst noch in diesem Jahre, nach den Weihnachtsfeiertagen, stattfinden. Schluß der Sitzung: 19.40 h In Vertretung des bisherigen Vorstandes: Der Schriftführer: Boehlau schriftlichen Exem- plars: Vorstehende Satzung in das Vereinsregister eingetragen. Kassel, den 6. Juni 1928. Preuss. Amtsgericht Cassel] [ Die Adressen sind nachträglich mit Bleistift eingefügt] 12.12. 1927 Satzung des Kasseler Museumsvereins E.V. Gedruckte Fassung Aktenverz.1 ohne S. Scan 12. 1927 Kasseler Museumsverein an div. Personen Werbungsschreiben für den Kasseler Museumsverein e.V. Akt.Verz. nach der Satzung Scan 1928 09.01. 1928 Erlass des Preussischen Ministers für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung U IV Nr. 29 Berlin W 8 „Ich genehmige, dass den Mitgliedern des Kasseler Museumsvereins freier Eintritt in die Staatlichen Sammlungen zu Kassel gewährt wird. Ich ersuche ergebenst, den Direktor des Hessischen Landesmuseums und der Gemäldegalerie entsprechend zu ermächtigen und den Museumsverein zu benachrichtigen. Im Auftrage / gez. Nentwig/ An den Oberpräsidenten in Kassel / Der Oberpräsident Kassel, den 11. Januar 1928 Nr. 306 Abschrift auf den Bericht vom 21. November v.Js. – 896/27 – zur gefälligen Kenntnisnahme und weiteren Veranlassung, insbesondere auch Benachrichtigung des Museumsvereins. Aktenverz.1 ohne S. 21 gez. Dr. Schwander An den Direktor der Staatlichen Sammlungen, hier hiervon Abschrift am 24. August 1929 an die Herren der Oberrechnungskammer gegeben. 11.01. 1928 1. Ausschuss-Sitzung am Mittwoch, dem 11. Januar 1928, 18,30 Uhr in der Bibliothek des Landes- museums Anwesend die Damen und Herren: Boehlau, Dietrich, P. Ehrenberg, Fiorino, Legal, Lewinsohn, Luthmer, Pfeiffer, Reichhard, Schellmann, Simons, Stadler, Frl. Joh. Vogt Es fehlen mit Entschuldigungen die Herren: Brunner, Zimmermann Herr Boehlau eröffnet mit einer kurzen Begrüssung die Sitzung und verliest das Protokoll der letzten Mitgliederversammlung vom 12. Dezember 1927. 1. Wahl des Vorstandes: Nach einem Vorschlag des Herrn Fiorino werden die Herren Oberbürgermeister Dr. Stadler zum Vorsitzenden, Geheimrat Boehlau zum Schriftführer, Bankdirektor Brunner zum Schatzmeister gewählt. 2. Herr Boehlau macht Mitteilung über das Ergebnis der bisherigen Werbung: 145 ordentliche Mitglieder 19 Stifter mit zusammen jährlich M 1050.- einmalige Stiftung zum Gründungsfonds M 2150.- und bittet um Genehmigung des Ankaufes der Guernieri- Handzeichnungen. Herr Luthmer äussert sich über ihren künstlerischen und lokalhistorischen Wert, Geheimrat Boehlau erörtert die allgemeine Lage der Museen: wertvolle Dinge müssen in schärfster Konkurrenz erworben werden. Er zeigt anhand ausgestellter Beispiele die Richtung der Erwerbsarbeit. Es wird eine Rate von M 1000.- bewilligt. 3.Anschluss an den Museumsverband für Kurhessen und Waldeck Herr Luthmer erläutert den Stand der Ver- handlungen und bittet um Anschluss. Nach längerer Aussprach, an deren Schluss Herr Lewinsohn hervorhebt, dass jede Gelegenheit benützt werden müsse, neue Fäden zwischen Stadt und Land zu knüpfen, wird dem Anschluss an den Museumsverbandes [sic!] zugestimmt. [57] 4. Werbemittel: Herr Boehlau berichtet über die Verwendung der dem Fonds des „Museumsvereins für Hessen- Kassel“ entnommenen M 800.-, welche an Herrn Dr. Pissin für seine Tätigkeit in den Monaten November und Dezember v. J. gezahlt worden sind. Er erhielt: M 500.- für den Monat Dezember und einen Zuschuss von 300.- [für den Monat Dezember], da er in dieser Zeit seinen dauernden Aufenthalt in Kassel nehmen musste. Und dadurch zur Führung eines doppelten Haushaltes Protokollbuch S. 55-58 22 gezwungen war. Herr Boehlau bittet ferner um nachträgliche Genehmigung weiter entstandener Auslagen in Höhe von M 230,30 (Lieferung von: 1000 Satzungen, 1500 Rundschreiben, 1000 Briefbogen und Couverts, 6500 Mitglieds-Karten). Diese Anträge werden angenommen. Ferner beantragt Herr Boehlau, Herrn Dr. Pissin zunächst für die Monate Januar bis März gegen eine monatliche Vergütung von M 300.- als Geschäftsführer anzustellen und weitere M 50.- monatlich für das Büro zu bewilligen; auch dieser Antrag wird mit einer Stimmenthaltung angenommen, nachdem in [58] in einer längeren Diskussion eine evt. Gemeinsame Geschäftsführung (Bürogemeinschaft) mit dem Museumsverband behandelt und als erwünscht bezeichnet werden. Schluss der Sitzung 10 ¼ Uhr. Boehlau 12.01. 1928 Anlage eines Mitgliederbuchs MGl-Buch 09.02. 1928 Brief an den Vorstand des Vereins ehemaliger Hessen in New York „Sehr geehrter Herr! Wir hoffen, dass Sie Ihre einstige hessische Heimat noch in gutem und getreuem Andenken bewahren. Darum wenden wir uns an Sie mit der Bitte, unseren neubegründeten „Kasseler Museumsverein“ zu unterstützen, d.h., ihm durch eine einmalige Spende über die schwierige Anfangszeit hinweg zu helfen. Der „Kasseler Museumsverein“ hat sich zum Ziel gesetzt, die Staatl. Sammlungen Kassels, das Hessische Landesmuseum und die weltberühmte Gemäldegalerie zu betreuen; er will, wie Sie aus der beigefügten Satzung ersehen, dazubeitragen, dass das Hess. Landesmuseum in Kassel seinen Aufgaben: wichtige Erzeugnisse der alten Hessischen Kunst im Lande zu erhalten, die Wissenschaft zu fördern, künstlerische Bildung zu verbreiten, immer besser und vollständiger entsprechen kann. Helfen Sie uns nach Kräften, diesem Ziel näher zu kommen und nehmen Sie, meine sehr geehrten Herren, unseren herzlichen Dank im Voraus dafür entgegen. Mit treu deutschem Gruss! i.A. Geschäftsführer Aktenverz.1 S. 70 [Der Geschäfts- führer taucht hier erstmals auf; es muss wohl Dr. Pissin gewesen sein, der sein Amt probeweise ab 1. April 1928 übernommen hat.] 09.02. 1928 Brief an den Generalkonsul v. Daehne in New York Anschreiben mit der Bitte, den Brief dem Vorsitzenden des Vereins ehemaliger Hessen in den USA zuzuleiten. Aktenverz.1 S. 71 16.03. 1928 Voranschlag für das Geschäftsjahr 1928 des Kasseler Museumsvereins Auf Grund der Erfahrungen des 1. Quartals 1928 werden 400 ordentliche Mitglieder zu je 6.- M Jahresbeitrag und 60 Stifter zu je 50.- M Jahresbeitrag, dazu 3000 genossenschaftliche Mitglieder zu je 1.- M und 2000 zu je 0,50 M, insgesamt 9.400 M an Einnahmen kalkuliert; Unkosten für Aktenverz.1 S. 73-74 23 Werbung und Büro würden 4.200 M betragen, sodass 5.200 M verfügbar blieben. Ein eigenes Büro sei mindestens für die ersten Jahre unentbehrlich. Für den Gründungsfonds seien bis zum 16.3.28 3.500 M eingegangen; 6.000 .- M würden für das Jahr erwartet. Schon damit sei ein Werbebüro finanziert. [ S. 73] „Frühestens nach Abschluss des 1. Geschäftsjahres wird sich herausstellen können,ob der Etat des Museumsvereins die Belastung mit dem Gehalt eines Geschäfts- führers tragen kann. Bei der Erwägung dieser Frage wird der Gesichtspunkt im Vordergrund stehen müssen, dass die Tätigkeit des Museumsvereins sich nicht in der Heranschaffung von Geldmitteln erschöpft, sondern dass eine seiner wichtigsten Aufgaben darin besteht, durch Veranstaltung von Vorträgen, und Ausstellungen, nicht zum wenigsten durch persönliche Werbung nach und nach alle für kulturelle und museale Fragen interessierte Personen in seinen Kreis zu ziehen. Aus diesem Kreise wird dann in besonders wichtigen Fällen die Leitung der Staat. Sammlungen sich Hilfsquellen erschließen, die ihr sonst schwer zugänglich blieben. Die enge Verbindung vom „Kasseler Museumsverein“ und „Museumsverband für Kurhessen und Waldeck“ soll auch äusserlich dadurch dokumentiert werden, dass die praktische Geschäftsführung beider Vereinigungen durch Personal-Union verbunden wird und dass beide Vereinigungen eine Bürogemeinschaft in den Räumen des Landesmuseums haben. Von dem gedeihlichen Ausbau des „Museumsverbandes für Kurhessen und Waldeck“ hängt zu einem Teil auch die Entwicklung des Etats des „Kasseler Museumsvereins“ ab. Es liegt daher auch im Interesse des Museumsvereins, den Geschäftsführer wirtschaftlich so zu stellen, dass er in der Lage ist, seine ungeteilte Arbeitskraft und Zeit der Leitung und Förderung beider Vereinigungen zu widmen.“ 08.06. 1928 Lieferschein von W. Range, Hofjuwelier Königstraße 49 Lieferung von altchinesischen und altjapani- schen Objekten Aktenverz.1 S. 91 28.09. 1928 Brief des Preußischen Minister des Innern Berlin NW 7, Unter den Linden 72-74 an Boehlau Herrn Direktor Boehlau aus Kassel z. Zt. Berlin Er könne ihn am Sonnabend nicht sprechen, ebenso wenig könne er sagen, wann er Herrn Dr. Pissin sprechen könne. Er müsse gemeinsam mit dem Kultusminister dafür kämpfen, vom Finanzminister den mit Boehlau verabredeten Zuschuss von 15.000 Mk. zu erhalten. Aktenverz.1 S. 101 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 27.12. Einladung an den Änderung der Adresse des Vereins: Aktenverz.1 24 1928 Arbeitsausschuß für den 11. Jan. 1929 Wilhelmshöher Platz 6 OB Stadler lädt die Ausschussmitglieder ein. S. 104 29.12. 1928 Brief an die Dresdner Bank Filiale Kassel „Der bisherige Schriftführer des Kasseler Museums-Vereins und –Verbandes, Herr Geheimrat Dr. Joh. Boehlau, hat mit Ablauf des 15. ds. Mts. sein Amt niedergelegt. An seine Stelle ist mit dem genannten Tage Herr Direktor Dr. Kurt Luthmer getreten. Hochachtungsvollst [gez. Pissin?] Aktenverz.1 S. 105 24.12. 1928 Bericht des Geschäftsfüh- rers des Kasseler Museums- vereins an den Arbeitsaus- schuss über das Geschäfts- jahr 1928 Abschrift liegt vor Aktenverz.1 S. 107-115 1929 11.01. 1929 Ausschuss-Sitzung des Kasseler Museumsvereins am 11. Januar 1929 in der Bibliothek des Landesmuseums Anwesend die Herren: Brunner, Fiorino, Lewinsohn, Luthmer, Schellmann, Simons, Stadler, Vötterle. Entschuldigt fehlen die Herren: Dietrich, v. Keudell. 5.15 Uhr Eröffnung durch Herrn Stadler. 1. Neuwahl des Schriftführers Luthmer ohne Diskussion als Nachfolger von Boehlau gewählt. 2. Bericht über das Geschäftsjahr, erstattet von Herrn Luthmer a) Werbung von Mitgliedern: besonders korporative Mitglieder. b) Ausstellungen: Steinle; Alt-China; Alt- Kasseler Stadtbilder. c) Herausgabe eines Führers durch die kulturellen Kasseler Einrichtungen; 14- tägige Kasseler Mitteilungen, durch die Geschäftsstelle redigiert. d) Kassenbericht: Fehlbetrag von 462,49 RM. Kosten der Ausstellungskataloge zum größten Teil aus Inseraten gedeckt. Diskussion um Hebung der Einnahmen des Vereins; die Hälfte der bisherigen Einnahmen einmalig und künftig wegfallend. Verschiedene Vorschläge; Übergabe der Diskussion an Kommission Brunner, Luthmer, Pissin. 3.Vertrag mit dem Geschäftsführer Keine Festanstellung möglich, Besoldung im bisherigen Umfang nicht aufrecht zu erhalten; Dr. Pissin mit Monatsgehalt von 150.- Mk einverstanden, wenn die restlichen 150.- Mk vom Museumsverband übernommen würden. Die finanzielle Lage des Museumsverbandes auch sehr bedrängt. Brunner: Museumsverein sei ohne die volle Kraft einer werbenden Persönlichkeit nicht lebensfähig. Luthmer: Ein junger Fachmann des Museums, unterstützt von einer Schreibkraft, könne wohl die Werbung übernehmen. 4. Mitglieder-Versammlung Solle im Frühjahr bei der Eröffnung der nächsten Ausstellung einberufen werden. Protokollbuch S. 59-63 maschinenschriftl. Fassung: Aktenverz. S. 116-118 Sie wurde mit Schreiben vom 23. Januar 1929 an die Ausschuß- Mitglieder verschickt.] 25 5. Geplante Veranstaltungen Ausstellung hessischer Trachtenzeichnungen von Ferdinand Justi „Ausserhalb der Tagesordnung bittet Herr Stadler den Vorstand um Einwilligung zu der Absicht, der Mitgliederversammlung die Wahl des Herrn Boehlau zum Ehrenmitglied vorzuschlagen.“ Allgemeine Zustimmung. Schluss um 6.30 Uhr 25.01. 1929 Briefkopf Staatliche Kunstsammlungen / Hessisches Landesmuseum Brief an den Präsidenten Schmieding in Arolsen Nachträge zur Liste des Ehrenausschusses für die Ausstellung „Das Land Waldeck“ gez. Luthmer Aktenverz.1 S. 141 [eigtl. zur Akte Museumsverband] 29.01. 1929 Liste eines Ehrenaus- schusses für die Ausstellung „Das Land Waldeck“ Die Liste enthält wichtige Personen aus Berlin, Kassel, Marburg, Arolsen, Corbach, Wildungen, Mengeringhausen, Massen- hausen, Fulda, Hanau, Homburg v. d. Höhe Kassel: Oberpräsident Dr. Schwander, Exzellenz; Regierungspräsident, Dr. Frie- densburg; Landeshauptmann Dr. h. c. v. Gehren; Oberbürgermeister Dr. h. c. Stadler; Präsident der Handelskammer Dr. h.c. K. Pfeiffer; Präsident der Landesversicherungsanstalt Thöne; Oberlandesgerichtspräsident Dr. Anz; Präsident der Landwirtschaftskammer v. Keudell; Präsident des Landesfinanzamts Dr. Lotholz; Geheimrat Schwartzkopf, Direktor der Landeskreditkasse; Reichsbahndirektionspräsident Martin; Oberpostdirektionspräsident Orth; Oberbefehlshaber der Artillerie Freiherr Kress v. Kressenstein; Professor Sautter; Präsident des Landeskulturamts Reinhard; Dr. Hopf, Direktor der Landesbibliothek; Professor Witte, Direktor der Kunstakademie; Präsident der Handwerkskammer Zimmermann; Geh. Regierungsrat Dr. Boehlau; Präsident i. R. Dr. Schröder Aktenverz.1 S. 156 [eigtl.zur Akte Museumsverband] 28.01. 1929 ohne Kopf Notizen zur Mitarbeit von Herrn Dr. Martin zur Darstellung der Laut- und Wortgeo- graphie in Waldeckischen; Notizen zur Arbeit des Instituts für Landeskundliche Forschung, für das Herr Dr. Brauer unter Leitung von Prof. Stengel Karten zur historischen Entwicklung Waldecks entwirft: verwaltungsgeschichtliche, kirchengeschichtliche, wirtschaftsgeschichtliche, landwirt- schaftliche Bodennutzung, Waldbesitz, Volksdichte, Karten der kommunalen Entwicklung von Corbach und Arolsen etc. Aktenverz.1 S. 161-162 [eigtl. zur Akte Museumsverband] 28.01. 1929 ohne Kopf Notizen zu den Kosten für den Druck eines Katalogs in 1500 Exemplaren zur Waldeck- Ausstellung: 2500.- Mk Aktenverz.1 S. 163 [eigtl. zur Akte Museumsverband] 28.01. 1929 ohne Kopf Notizen zum Inhalt eines Katalogs zur Waldeck-Ausstellung, 96 S., 4 Tafeln Aktenverz.1 S. 164-165 26 28.01. 1929 ohne Kopf Notizen zur „Propaganda“ für die Waldeck- Ausstellung: Plakate, Bahnhofsreklame, Städtereklame, insgesamt 2000.- Mk Aktenverz.1 S. 166 [eigtl. zur Akte Museumsverband] 28.01. 1929 Paul Ehrenberg, Weinbergstr. 39 Nachträgliche Entschuldigung für das Fern- bleiben bei der Ausschusssitzung am 11.01. Aktenverz. S. 169 29.01. 1929 Direktion der Städtischen Sammlungen Freiburg im Breisgau, Augustinermuseum Brief an Dr. Luthmer Wegen Überlassung „unseres Tischbein“ als Leihgabe für die Waldeck-Ausstellung; Versicherungswert 4000.- M. / unten paraphiert z.d.A Mus.Verbd./ Aktenverz.1 S. 170 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 30.01. 1929 Briefkopf Staatliche Kunstsammlungen / Hessisches Landesmuseum Brief Dr. Luthmers An diverse Personen, denen die Abschrift der Ausschuss-Sitzung vom 14. d. M. zugeleitet wird. / unten paraphiert z.d.A.Mus.Verbd./ Aktenverz.1 S. 171 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 31.01. 1929 Briefkopf Staatliche Kunstsammlungen / Hessisches Landesmuseum Brief Dr. Luthmers an Herrn Wilhelm Mann, Sachsenberg bei Corbach Wegen einer Truhe als Leihgabe für die Waldeck-Ausstellung. Die Ausstellung solle im April in Arolsen und im November in Corbach gezeigt werden. / unten paraphiert z.d.A.Mus.Verbd./ Aktenverz.1 S. 172 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 31.01. 1929 Briefkopf Staatliche Kunstsammlungen / Hessisches Landesmuseum Brief Dr. Luthmers an Herrn Pfarrer Winkler in Sachsenberg bei Corbach Bitte, sich für die Ausleihe einer Truhe zu verwenden. Außerdem bittet er um die Ausleihe einer Ofenplatte von Soldan für die Waldeck-Ausstellung. / unten paraphiert z.d.A.Mus.Verbd./ Aktenverz.1 S. 173 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 31.01. 1929 Briefkopf Staatliche Kunstsammlungen / Hessisches Landesmuseum Brief Dr. Luthmers an Dr. Kippenberger, Kunsthistorisches Institut Marburg/Lahn Wegen des Katalogs zur Justi-Ausstellung zur Trachtengeschichte: Er wolle den Vorstand der Kurhessischen Gesellschaft um einen Druckkostenzuschuss bitten und fragt an, ob der Marburger Museumsverein 250.- Mk hinzugeben könnte. / unten paraphiert z.d.A.Mus.Verbd./ Aktenverz.1 S. 174 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 01.02. 1929 Briefkopf Kunsthistorisches Institut der Universität Marburg, Tg. Nr. 444 Kippenberger antwortet auf Dr. Luthmers Bitte hinhaltend: Nächste Ausschuss- Sitzung sei abzuwarten. /unten paraphiert Mus.V./ Aktenverz.1 S. 175 [eigentlich zur Akte Museumsverband ?] ohne Datum Visitenkärtchen Dr. med. Leonhard Weiss Auf der Rückseite: Mitteilung, dass das Tischbein-Bild nicht ausgeliehen werden könne. / unten paraphiert z.d.A.Mus.Verbd./ Aktenverz.1 S. 176 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 31.01. 1929 Briefkopf Staatliche Kunstsammlungen / Hessisches Landesmuseum Brief Dr. Luthmer an Weiss als Bestätigung / unten paraphiert z.d.A.Mus.Verbd./ Aktenverz.1 S. 176 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 30.01. 1929 ohne Briefkopf/ M.Kaulbachstr. 12 Pinder, handschriftlicher Brief an Dr. Luthmer: Hochverehrter Herr Kollege, offen gestanden: es wäre mir ganz außer- ordentlich lieb, wenn Sie auf die Ausstellung des Portraits von Sophie Müller verzichten könnten – aber mir würde es außerordentlich schwer, auf dieses Bild auch nur vorüber- gehend zu verzichten. Es bedeutete den Ruin (so ziemlich) eines wichtigen Raumes. Verachten Sie mich nicht! Inzwischen: Alles Gute, viel Glück zu Ihrer neuen Stellung! Ihr sehr ergebener / Pinder / unten paraphiert z.d.A.Mus.Verbd./ Aktenverz.1 S. 178 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 27 06.02. 1929 Briefkopf Staatliche Kunstsammlungen / Hessisches Landesmuseum Brief an den Oberfischer- meister Dr. Lowartz, Kassel, Oberpräsidium Dr. Luthmer bittet Dr. Lowartz dringlich, einen Artikel über die Ederfischerei für den Katalog der Waldeck-Ausstellung selbst zu übernehmen. Er sei dafür der richtige Mann! /unten paraphiert Mus.Verein/ Aktenverz.1 S. 183 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 03.02. 1929 Brief von Wilhelm Mann, Unterste Butzmühle, Post Sachsenberg i. Waldeck an Staatliche Kunstsammlungen Kassel Zustimmende Antwort auf die Bitte vom 31.01., die Truhe für die Waldeck- Ausstellung auszuleihen. Unten mit Bleistift: Anwortschreiben- Entwurf / für Dr. Pissin /unten paraphiert Mus.Verein./ Aktenverz.1 S. 185 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 07.02. 1929 Briefkopf Staatliche Kunstsammlungen / Hessisches Landesmuseum An den Oberbürgermeister Dr. Mueller, Marburg/L. Hinweis Dr. Luthmers auf die nächste Sitzung, die erst in 14 Tagen stattfinden werde. / unten paraphiert z.d.A.Mus.Verbd./ Aktenverz.1 S. 187 [eigentlich zur Akte Museumsverband; es muss sich um eine Sitzung des Museumsverbands gehandelt haben] 07.02. 1929 Briefkopf Staatliche Kunstsammlungen / Hessisches Landesmuseum An Ministerialrat Dr. Gall, Berlin W.8. Unter den Linden 4, Kultusministerium Dr. Luthmer dankt für die telephonisch zugesicherten 5000.- Mk jährlichen Beitrags für den Museumsverein. Dadurch werde auch ein weiterer Ausbau des Verbandes ermöglicht. „Wir haben in diesem Jahr größere Aufgaben vor: eine ganze Reihe von Heimatmuseen wird von uns neu aufgesellt werden; die Kataloge von einigen derselben haben wir bereits in Arbeit. Ebenso gehen wir jetzt daran, die ersten Hefte unserer hessischen Trachtengeschichte vorzubereiten.“ /unten paraphiert z.d.A. Mus.Verein/ Aktenverz.1 S. 189 [Luthmer hat sicherlich den Museumsverband gemeint, denn am 15.04. 1929 ist von 5000.- M für den Museumsverband die Rede!] 14.02. 1929 Brief von Fritz Wolf Bauer, Marburg, an Dr. Luthmer Er habe im Waldeckischen Kabinetts- Archiv, Abt. 95, Nr. 2801, einige Brief von Johann Heinrich Tischbein aus den Jahren 1756-58 und 1764 gefunden und bittet, dass Luthmer selbst den Antrag auf Zustellung für die Waldeck-Ausstellung veranlasst. / unten paraphiert Betr. Waldeck-Ausstellg/ Mus.Verbd./ Aktenverz.1 S. 191 [eigentlich zur Akte Museumsverband] [15.02.1929] Kunsthistorisches Museum der Universität Marburg Tgb Nr. 461 Handschr. Brief von Dr. Kippenberger an Dr. Luthmer mit der Ankündigung, er habe „keinerlei Bedenken, dass ein Beitrag zu den Druckkosten des Justi-Kataloges bewilligt wird.“ Bleistift-Randnotiz Dr. Luthmer: 1) Frl. Schaumlöffel sofort benachrichtigen bezgl. der Anmerkung 2) Dank an Dr. Kippenberger 3) Dr.Pissin z.d.A. /unten paraphiert z.d.A. Mus.Verbd/ Aktenverz.1 S. 191 25.02. 1929 Briefkopf Staatliche Kunstsammlungen / Hessisches Landesmuseum Herrn Professor Ortloff, Bad Wildungen Bitte Dr. Luthmers um Überlassung von Erzdrusen für die Waldeck-Ausstellung /unten paraphiert z.d.A.Mus.Verbd/ Aktenverz.1 S. 196 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 26.02. 1929 Briefkopf Staatliche Kunstsammlungen / Hessisches Landesmuseum Bitte Dr. Luthmers um Material zum Waldeckschen Militär /unten paraphiert z.d.A.Mus.Verbd/ Aktenverz.1 S. 197 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 28 14.03. 1929 Briefkopf Museumsverein An Exzellenz den Oberpräsidenten Dr. Schwander, Kassel, Oberpräsidium Mitteilung Dr. Luthmers wegen der Eröffnung der Ausstellung der Justi´schen Trachtenblätter „am Sonnabend dieser Woche, 4 1/2 Uhr“ Aktenverz.1 S. 215 18.03. 1929 Briefkopf Staatliche Kunstsammlungen / Hessisches Landesmuseum Briefe an Oberregierungsrat Dr. Simons und Vice- Präsident Dr. Volckart Oberpräsidium „Ich gestatte mir, in der Anlage ein Exemplar des Katalogs zur Justi- Ausstellung, die vom Kasseler Museumsverein veranstaltet worden ist, zu überreichen. Mit ergebenem Gruß“ /paraphiert Lu/ Aktenverz.1 S. 216 und 217 31.03. 1929 Briefkopf Staatliche Kunstsammlungen / Hessisches Landesmuseum Brief an den Herrn Lan- deshauptmann Dr. von gehren, Kassel, Ständehaus Übersendung eines Katalogs und der Rede zur Justi-Ausstellung /unten paraphiert z.d.A.Mus.Verbd/ Aktenverz.1 S. 221 23.03. 1929 Nationalgalerie Berlin C 2 An die Staatlichen Kunst- sammlungen Hessisches Landesmuseum Kassel Postschließfach 378 Mitteilung, dass das Selbstbildnis Friedrich August Tischbeins wegen einer Neuordnung der Bildnis-Sammlung nicht verliehen werden könne. Der Direktor Justi Aktenverz.1 S. 222 26.03. 1929 Nationalgalerie Berlin C 2 An die Staatlichen Kunst- sammlungen Hessisches Landesmuseum Kassel Mitteilung, dass der größte Teil der vom Rauch-Schinkel-Museum erbetenen Leihgaben für die Ausstellung zur Verfügung gestellt werden könne: Marmorbüste, Gipsbüsten, Gipsentwürfe, Rundmedaillen, Medaillen. Versicherungsfragen. /unten paraphiert z.d.A.Mus.Verbd/ Aktenverz.1 S. 223 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 02.04. 1929 ohne Kopf Herrn Dr. Pissin, Kassel, Museumsverein „Sehr geehrter Herr Doctor! Herr Direktor Dr. Luthmer lässt Sie bitten, bis zum Sonnabend dieser Woche eine Abrechnung über Einnahmen und Ausgaben sowie eine Aufstellung der noch offen stehenden Verpflichtungen über die Waldecker Ausstellung ihm vorzulegen. Mit sehr schönem Gruss Ihre /paraphiert Ha[bermehl] /unten paraphiert z.d.A.Mus.Verbd/ Aktenverz.1 S. 231 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 10.04. 1929 Kunstgeschichtliches Seminar der Universität Marburg M/K Einladung zur Sitzung des Arbeitsausschusses des Marburger Museums-Vereins e. V. für den 12. April 1929 im Magistratssitzungssaal des Rathauses Rechnungsbericht für 1928, Verteilung des Etats für 1929 Aktenverz.1 S. 237 15.04. 1929 Kasseler Museumsverein Vertrag mit Herrn Elsbach über die Werbung von Inseraten für die Festschrift gelegentlich der Reichstagung deutscher Juweliere in Kassel 1929 /unten paraphiert für den Museumsverein Luthmer/ Der Werber /Elsbach/ Aktenverz.1 S. 239 15.04. 1929 ohne Kopf Herrn Landesrat Dr. Schellmann, Kassel, Ständehaus Das Schreiben Dr. Luthmers handelt von den Zuschüssen für den Museumsverband: des Kultusministeriums von 5.000.- M, Magistrat und STVV Kassel 5.000.- M, Kommunal-Landtag 10.000.- M; von den beteiligten Kreisen und Städten Aktenverz.1 S. 242 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 29 weitere Zusagen zu erwarten, sodass der Verband über rund 25.000 M verfügen könne. „Mit dieser Summe lässt sich namentlich dann, wenn unser Büro, wozu ja bereits durch die Kündigung von Herrn Dr. Pissin der Anstoss genommen ist, möglichst beschränkt wird, das Programm […] gut durchführen.“ Der Verband sei sehr anerkannt und werde den anderen Provinzen empfohlen. 17.4. 1929 Kunsthistorisches Museum der Universität Marburg Tgb Nr. 14 Mitteilung von Dr. Kippenberger an Professor Luthmer, dass der Marburger Museumsverein 180.- M zum Druck des Justi-Katalogs zusteuert. /unten paraphiert Mus.Verbd/ Aktenverz.1 S. 244 20.04. 1929 ohne Kopf Anweisung an das Bankhaus L. Pfeiffer, Kassel Dr. Luthmer weist an, auf das Konto des Bärenreiter-Verlages, Herrn K. Vötterle, Kassel-W. Rasenallee 77/79, beim dortigen Bankhaus 1000.- Mk. zu unseren Lasten zu überweisen. /oben paraphiert: Mus. Verbd/ /unten paraphiert: gez. Lu Der Betrag ist dem Konto Mus. Verbd. belastet worden. / Aktenverz. S. 328 [! sicherlich falsche Bezifferung] [eigentlich zur Akte Museumsverband] 11.03. 1929 Inserat aus Kasseler Mitteilungen Kasseler Museumsverein / 4. Ausstellung / Die hessischen Trachtenbilder / von Ferdinand Justi/ aus dem Besitz der Familie / Ausgestellt im Hessichen Landesmuseum vom 17. März bis 11. April Besichtigung täglich (außer Montag) von 9- 15 Uhr, Sonntags von 11-13 Uhr/ Eintritt: 20 Pfennig/ Mitglieder des Museumsvereins haben freien Eintritt Aktenverz.1 S. 246 Scan liegt vor 25.04. 1929 Rhein-Mainische Forschung des Geographischen Instituts der Universität Frankfurt a. M. Mertonstr. 17 An die Leitung der Ausstellung „Das Land Waldeck“, Arolsen „Im „Hannoverschen Kurier“ vom 17. ds. Mts. haben wir gelesen, dass Sie eine schöne Wanderausstellung über das Land Waldeck eröffnet haben. Die Rhein-Mainische Forschung interessiert sich für Waldeck und Begrüßt, dass seine Eigenart einmal in einer Ausstellung der Allgemeinheit vor Augen geführt wird. Aus dem Zeitungsbericht geht hervor, dass die Ausstellung im Laufe des Sommers bis nach Hanaukommen soll. Wir glauben, dabei bemerken zu dürfen, dass ein mindestens ebenso großes Interesse wie in Hanau auch in Frankfurt a/M für Waldeck zu finden sein wird. Deshalb möchten wir hierdurch die Anfrage an Sie richten, ob Sie Ihre Ausstellung nicht auch in Frankfurt a/M zeigen wollen? Wenn Sie von uns einen Ratschlag haben wollen, so stehen wir dazu gerne zur Verfügung. Vielleicht haben Sie die Freundlichkeit, uns zur näheren Orientierung einen Ausstellungskatalog in 1-2 Exemplaren zur Verfügung zu stellen. Aktenverz.1 S. 247 30 Mit vorzüglicher Hochachtung gez. Dr. Joachim H. Schultze 02.05. 1929 Herrn Oberbürgermeister Dr. Blaum, Hanau a/Main / Rathaus Dr. Luthmer äußert sich bekümmert darüber, dass über das Zustandekommen der Waldeck-Ausstellung in Hanau immer noch keine endgültige Entscheidung getroffen sei, weil die Finanzschwierigkeiten in Hanau so groß, dass der Zuschuss für die Transport- kosten fraglich sei, außerdem der Saal in der Stadthalle noch gar nicht freigegeben sei. Er bittet um günstige Entscheidung. Aktenverz.1 S. 245 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 08.05. 1929 ohne Kopf Herrn Dr. Joachim H. Schultze / Frankfurt a. M./ Mertonstr. 17 Dr. Luthmer bietet die Waldeck-Ausstellung für Juni an, da Hanau noch nicht entschieden sei, sonst für Herbst oder Winter. Aktenverz.1 S. 248 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 02.05. 1929 Handschriftlicher Brief von Dr. Dingeldey, Leipzig, Weinligstr. 13 I an Dr. Luthmer Dingeldey bedankt sich für den Brief vom 22. Februar mit dem Angebot, die Stelle als Geschäftsführer des Museumsverbands und des Museumsvereins zu übernehmen. Er lehnt ab: Er sei jetzt im Verlagsbuch- handel beschäftigt und verdiene jetzt so viel, wie er ab 1. Oktober in Kassel zu erwarten hätte. Außerdem gebe es keine Gewähr, dass die Kasseler Stelle lange bestehen bleibe, und es gebe genug ar- beitslose Kunsthistoriker. Er reflektiert ausführlich die schlechte wirtschaftliche Lage im Reich und den Ländern. – Er bedankt sich für Zusendung von Tischbein-Fotos. /unten paraphiert Mus.Verbd/ Aktenverz.1 S. 249-250 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 09.05. 1929 ohne Kopf Brief von Dr. Luthmer an Dr. Dingeldey, Leipzig Dr. Luthmer äußert Verständnis für Dingeldeys Entscheidung. /unten paraphiert Mus.V./ Aktenverz.1 S. 251 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 10.05. 1929 Postkarte von Benno Sturm an Dr. Luthmer Ankündigung einer Sendung Aktenverz.1 ohne S: 14.05. 1929 Briefkopf Staatliche Kunstsammlungen / Hessisches Landesmuseum Brief an Kunstmaler Benno Sturm, Corbach i. Waldeck Dr. Luthmer bedankt sich für die Zusendung eines Blattes: Er werde den „Kopf“ noch in die Waldeck-Ausstellung einfügen. Aktenverz.1 S. 253 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 16.05. 1929 Briefkopf Staatliche Kunstsammlungen / Hessisches Landesmuseum An die Redaktionen der Kasseler Zeitungen Bitte um Aufnahme der folgenden Notiz in die Pfingstausgabe des Blattes: „Der starke Zudrang zur Ausstellung „Das Land Waldeck“ die in den Räumen des Hessischen Landesmuseums Wilhelmshöher Platz 5 gezeigt wird, macht es notwendig, dass an den Pfingstfeiertagen die Ausstellung schon von 9 Uhr vormittags ab bis 1 Uhr und am Pfingstmontag auch nachmittags von 5-7 Uhr geöffnet wird.“ /unten paraphiert Mus.V./ Aktenverz.1 S. 255 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 16.05. 1929 Rhein-Mainische Forschung des Geographischen Instituts der Universität Frankfurt a. M. Mertonstr. 17 Hinweis von Dr. Joachim Schultze an Dr. Luthmer, sich wegen einer Waldeck- Ausstellung in Frankfurt direkt an die Ausstellung- und Messegesellschaft in Frankfurt a./M. in Verbindung zu setzen. Aktenverz.1 S. 255 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 21.05. Antwort Luthmers an Luthmer erwarte Schultze am 23. Mai, damit Aktenverz.1 31 1929 Schultze, z. Zt. in Magdeburg er sich selbst ein Bild von der Waldeck- Ausstellung machen könne. S. 257 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 23.05. 1929 Postkarte Schultzes an Luthmer Er könne erst später kommen und werde sich telephonisch melden. Aktenverz.1 S. 258 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 01.06. 1929 ohne Kopf Brief Luthmers an Landes- hauptmann von Gehren und den Oberbürgermeister Stadler Luthmer übersendet an beide eine Abschrift der gegenüber Dr. Pissin ausgesprochenen Kündigung. Aktenverz.1 S. 259 u. 260 [Die Kündigung selbst nicht i.d.A.] 07.06. 1929 Postkarte des Kunstgesch. Seminars Marburg an Dr. Luthmer Einladung zur Sitzung des Arbeitsaus- schusses des Marburger Museumsvereins am 10. Juni 1929 Aktenverz.1 S. 261 08.06. 1929 Brief an das Kunstgesch. Seminar Marburg Absage wegen Dienstreise Dr. Luthmers Aktenverz.1 S. 262 Anfang Juni 1929 Kopfpapier Kasseler Museumsverein Konto Dresdner Bank Filiale Kassel Fernsprecher 7614 Kassel, den Anfang Juni 1929 Wilhelmshöher Platz 6 Brief an die Mitglieder Mitteilung über die Jahresgabe 1929 Hessenkunst Jahrbuch für Kunst- und Denkmalpflege in Hessen und im Rhein- Main-Gebiet 23. Jahrgang 1929 Die Jahresgabe konnte sonntags an der Kasse des Landesmuseums abgeholt werden. Gleichzeitig wird mitgeteilt, dass ein vom Museumsverband für Kurhessen und Waldeck aufgenommener Kulturfilm „Das Land Waldeck“ am so. 9. Juni im Hörsaal des Landesmuseums vorgeführt werde. Karten gab es für 30 Pfg., welche auch zum Besuch der Ausstellung berechtigten. Der Vorstand. I.A. Dr. Pissin /unten paraphiert: Frl. Habermehl /Mus.V./ Aktenverz.1 S. 263 12.06. 1929 Dr. P./G. An den Herrn Landes- hauptmann v. Gehren/ Kassel/Landesdirektion Da die Waldeck-Ausstellung am 24. Juni abgebaut, am 25. Juni verladen und am 30. Juni in Fulda eröffnet werden solle, bittet Dr. Pissin um Terminierung der Vorstandssitzung vor dem 23.6. oder nach dem 1.7. Aktenverz.1 S. 264 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 24.06. 1929 Brief der Stadtkanzlei Frankfurt a./M. Mitteilung, dass die Anfrage an den Oberbürgermeister wegen der Wanderausstellung „Das Land Waldeck“ wegen dessen Kuraufenthalt an den zuständigen Dezernenten, Stadtrat Dr. Michel, weitergeleitet worden sei. /unten paraphiert Mus.Verbd/ Aktenverz.1 S. 278 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 27.06. 1929 Herrn Schreinermeister Hermann Schneider, Fulda, Adalbertstr. 30 Auftrag, zusätzliche Ausstellungswände und Ständer herzustellen. /unten paraphiert Mus.Verbd/ Aktenverz.1 S. 294 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 26.06. 1929 Brief an Karl Vötterle, Kassel-W., Rasenallee 77/79 Bitte um Druck einer Annonce - 1/8 Seite des Waldeck-Katalogs – mit 300 Expl. /unten paraphiert Mus.Verbd/ Aktenverz.1 S. 296 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 20.06. 1929 Handschr. Brief von Dr. Kurt Steinbart, Marburg, an Prof. Luthmer Steinbart, Privatdozent der Kunstgeschichte in Marburg, reicht sein Winter- Vortragsprogramm ein und bittet um Vermittlung, einen Vortrags über Jan van Scorel halten zu können. Aktenverz.1 S. 297 [Das Vortragspro- gramm mit 26 The- men ist als Akten- blatt 300 vorhan- 32 den.] 22.06. 1929 Brief Dr. Luthmers an Dr. Kurt Steinbart Marburg/ Lahn, Marbach 67 „Es wird nicht leicht sein, Ihre Vorträge hier zu placieren. Die Kurhessische Gesellschaft für Kunst und Wissenschaft wird in diesem Jahre wohl kaum an ein kunsthistorisches Thema herangehen, da in den letzten Jahren andere Disziplinen zu Gunsten der Kunstgeschichte vernachlässigt werden mussten. Ich selbst würde natürlich für den Museumsverein gern auf den Vortrag von Scorel reflektieren. Ich darf Sie bitten, uns die Bedingungen mitzuteilen.“ Aktenverz.1 S. 298 26.06. 1929 Brief von Dr. Kurt Steinbart, Marburg, an Prof. Luthmer Steinbart verlangt 100.- RM plus 20.- M Reise- und Übernachtungsspesen. Aktenverz.1 S. 299 28.06. 1929 Brief Dr. Luthmers an Dr. Kurt Steinbart Marburg/ Lahn, Marbach 67 Luthmer erklärt sich mit Steinbarts Bedingungen einverstanden und schlägt einen Termin im Oktober vor. Aktenverz.1 S. 301 29.06. 1929 Brief von Dr. Kurt Steinbart, Marburg, an Prof. Luthmer Steinbart bittet um Terminfestlegung. /paraphiert Vorl. F. Mus.Verein Sitzung Juli/ Aktenverz.1 S. 302 02.07. 1929 Brief Luthmers an M. Friedrich „Videa- Organisation“ /Mannheim, Käfertalstr. 162 „Die Entscheidung, dass die Begleichung Ihrer Rechnung vom 23. März ds.Js. über 216.- Mk. für den Museumsverband - für Kurhessen und Waldeck – durch das Landesmuseum erfolgen soll, ist mir erst seit etwa 8 Tagen bekannt.“ Mitteilung, dass der Betrag angewiesen ist. Aktenverz.1 S. 304 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 05-07.1929 ohne Kopf Brief Luthmers an „den hochwürdigsten Herrn Bischof / Fulda“ „Hochwürdigster Herr Bischof! Mit ganz besonderer Freude hat es mich vorgestern erfüllt, dass Ew. Bischöfliche Gnaden zur Ausstellungseröffnung zu kommen geruht haben. Ich möchte nicht verfehlen, dem Gefühl aufrichtigen Dankes nochmals Ausdruck zu geben. Mit der Versicherung meiner dankbaren Ergebenheit /paraphiert gez. Lu./ Aktenverz.1 S. 307 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 05.07. 1929 ohne Kopf Brief Luthmers an Professor Dr. Vonderau /Fulda/ Waides Dankesbrief für die Mithilfe bei der Waldeck-Ausstellung Aktenverz.1 S. 308 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 03.07. 1929 Brief von Dr. Joachim Schultze, Rhein-Mainische Forschung des geograph. Instituts des Universität Frankfurt an Luthmer Mitteilung, dass weder die Frankfurter Zeitung noch die Frankfurter Nachrichten Platz für einen Artikel über die Waldeck- Ausstellung hätten. Deswegen werde er auch keinen Artikel schreiben. Aktenverz.1 S. 310 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 06.07. 1929 Ergebnis der Sitzung des Museumsverbands Bewilligungen im Etatsjahr 1929 laut Protokoll der Vorstandssitzung am 6. Juli 1929 „RM 1000.- Stadt Marburg Beitragserlaß pro 1930? (für 1930 Marburg bezahlt RM 200.-, behält RM 800.- zurück). Zuschüsse für Museumsvereine Hünfeld RM 1000.- /Marburg 2000.- / Kassel 2000.- / Eschwege 450.-/ Fulda 450.- / Hersfeld 450.-/ Schmalkalden 450.-/ Rinteln 200.- Unterstützung von Arbeiten: Aktenverz.1 S. 315 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 33 Herrn Prof. Merhard zur Errichtung einer Werkstätte in Marburg RM 1500.- / Herrn Prof. Merhard für Forschungsfahrten RM 1000.- / Komitee Rinteln zur Ausgrabung der Heisterburg RM 400.- / Für die Wiederherstellung des Altargemäldes Netze RM 500.- 05.07. 1929 Handschr. Brief von Prof. Dr. G. Klatt, Detmold, Bachstr. 44, an Luthmer Anfrage wegen Vorträgen im Kasseler Museumsverein; Themen: „Künstlerische Behandlung von Metallen, Glas und Tonwa- ren“; „Das Regelmäßige in der Landschaft“, jeweils mit Lichtbildern. Die Vorträge seien schon in einigen Museums- und Kunst- vereinen gehalten worden. Aktenverz.1 S. 313 08.07. 1929 Brief Dr. Luthmers an Prof. Dr. G. Klatt, Detmold, Bachstr. 44 Abschlägige Antwort: Der Kunstverein veranstalte keine Vorträge, „die Gesellschaft für die Kunst“ musste infolge schwieriger finanzieller Lage ihre Vortragsveranstal- tungen einstellen. Aktenverz.1 S. 314 [Die KGKW führte im Winter 1929/30 fünf Vorlesungsreihen zu je 3-5 Vorlesungen durch; Einzelvorträge wurden darüber hinaus nicht gehalten; s. Gercke, S. 15] 16.06. 1929 Handschr. Brief von Luise Hellenthal, Arolsen, Kasernenplatz an Dr. Luthmer Sie beschwert sich über die Behandlung durch Herrn Rudloff und Herrn Dr. Pissin beim Abbau der Waldeck-Ausstellung in Arolsen. Aktenverz.1 S. 315 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 08.07. 1929 Brief Dr. Luthmers an Frau Hellenthal Er bedankt sich bei ihr für die treue Behütung der Waldeck-Ausstellung und bittet, die Differenzen nicht so tragisch zu nehmen. Er legt 5.- M bei und verspricht, mit einem Blumenstöckchen bei ihr in Arolsen vorbei zu kommen. /unten paraphiert Mus.Verbd/ Aktenverz.1 S. 316 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 08.07. 1929 Postkarte des Schlossmuseums Weimar an Luthmer Mitteilung von Köhler, dass es ihm leid tue, „dass ich Ihnen das Tischbein-Bild nehmen muss; aber Sie werden verstehen, dass ich mich nicht wohl über eine ministerielle Bestimmung hinwegsetzen kann.“ Aktenverz.1 S. 317 29.07. 1929 Brief an Herta Heinemann, Kassel, Parkstr. 17 II Sehr geehrtes, liebes Fräulein Heinemann! Wir müssen Sie tausendmal um Entschul- digung bitten, dass wir Ihnen erst heute das von Ihnen gewünschte Zeugnis übersenden. Hoffentlich haben Sie inzwischen schon etwas Annehmbares gefunden. Ich habe mich verschiedenfach umgehört, aber leider ohne Erfolg. /paraphiert Ha/ Aktenverz.1 S. 324 29.07. 1929 An Bankhaus L. Pfeiffer, Kassel, Spohrstraße Anweisung einer Auszahlung von 300.- Mk. an den Kunstmaler Karl Leyhausen für einen Plakatentwurf /paraphiert oben und unten Mus.Verbd./ Aktenverz.1 S. 325 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 22.07. 1929 Postkarte des Schlossmuseums Weimar Bestätigung, dass das Tischbein-Gemälde Lady Hervai unversehrt eingetroffen sei. /paraphiert Mus.Verband./ Aktenverz.1 S. 326 [eigentlich zur Akte Museumsverband] Vgl. S. 317 19.07. 1929 Handschr. Brief von Luise Hellenthal, Arolsen Sie fragt an, ob der Brief vom 8. Juli wirklich von Herrn Prof. sei, denn die angesagten 5 Mark seien nicht angekommen. Aktenverz.1 S. 329 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 34 11.09. 1929 Brief an Luise Hellenthal „Sehr geehrte Frau Hellenthal! Durch ein Versehen unseres Büros ist es leider bisher unterblieben, Ihnen die restlichen 5.-Mk. zuzustellen, was wir zu entschuldigen bitten. Der Betrag geht Ihnen heute mit gleicher Post zu durch Postanweisung. Mit vorzüglicher Hochachtung / Stempel/Paraphe/ (Geld von Herrn Direktor Luthmer privat für Frau H. erhalten) Aktenverz.1 S. 330 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 02.10. 1929 Stadt Frankfurt am Main Amt für Wissenschaft Kunst u. Volksbildung Tg. Nr. 111/192 an Luthmer Man sei grundsätzlich einer Herziehung der Wanderausstellung „Das Land Waldeck“ nicht abgeneigt, verspreche sich aber von der Durchführung der Ausstellung als Einzelveranstaltung nicht den rechten Erfolg. Man werde darauf zurückkommen, wenn in Frankfurt wieder einmal eine größere Verkehrsschau oder auch Heimatschau abgehalten werde. /paraphiert Michel/ Aktenverz.1 S. 333 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 04.10. 1929 An den Herrn Stadtrat der Stadt Frankfurt am Main, Am für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung, Frankfurt a. M., Paulsplatz 1 Dank für das Schreiben vom 02.10.1929. Man werde die Ausstellung „Das Land Waldeck“ bei entsprechender Gelegenheit gern zur Verfügung stellen. Aktenverz.1 S. 334 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 25.10. 1929 Wegen Schreinermeister Meyer Schreinermeister Meyer, Kassel, sei berechtigt, die nicht mehr benötigten Wechselrahmen der Waldeck-Ausstellung in Empfang zu nehmen. Aktenverz.1 S. 335 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 12.11. 1929 Brief an Bankdirektor Brunner, Kassel, Dresdner Bank „Sehr verehrter Herr Bankdirektor! In Sachen des Museumsvereins werden wir wohl demnächst zu einer Sitzung wieder zusammentreten müssen. Ich wäre dankbar, wenn Sie mir gelegentlich einen Termin nennen wollten, der Ihnen genehm ist. Heute darf ich Ihnen einen Empfangsschein überreichen über Stücke der Deutschen Kommunal-Sammelablösungsanleihe. Da wir Rechtsnachfolger des alten Museumsvereins sind, hatten wir seinerzeit im Umtausch der alten diesem gehörigen Stadtschuldbuch-Anleihestücke gebeten. Ich darf bitten, das Weitere gütigst veranlassen zu wollen. Mit vorzüglicher Hochachtung /unten paraphiert Mus.Verein/ Aktenverz.1 S. 336 16.11. 1929 Kopf Dresdner Bank an Luthmer, betr. Kasseler Museumsverein Bestätigung des Empfangs über im Stadtschuldbuch der Stadt Kassel unter Konto-Nr. 7 eingetragene RM 100.- Nennwert = RM 500.- Rückz.Wert Deutsche Kommunal-Sammelablösungsanleihe nebst Auslösungsscheinen, der für den Museumsverein ins Depot genommen werde. Aktenverz.1 S. 337 10.11. 1929 Institut für geschichtliche Landeskunde von Hessen und Nassau , Marburg, Kugelgasse 10, Stengel Bitte um Bestätigung des Eigentumsrechts an den vom Institut zur Waldeck- Ausstellung beigesteuerten Karten; eine Antwort auf den Brief vom 7. Sept. fehle Aktenverz.1 S. 338 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 35 30.09. 1929 Kunsthistorisches Museum der Universität Marburg, Tgb. Nr. 152 „Bescheinigung Drei Skizzen in Oel von Johann Friedrich August Tischbein als Leihgabe der Staatlichen Sammlungen in Kassel für das Kunsthistorische Museum der Universität Marburg einer zwischen Herrn Direktor Professor Dr. Luthmer und Herrn Prof. Dr. Hamann getroffenen Vereinbarung entsprechend von der Ausstellung „Das Land Waldeck“ zurückbehalten zu haben, bescheinigt /Krippenberger/ Die drei Oelskizzen sind: I). Inv. Nr. 8502 (803) 2). Inv. Nr. 544 b (794), Skizze zu einem Porträt des Frl. v. Sander 3). Inv. Nr. 544 a (849)“ Aktenverz.1 S. 340 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 21.11. 1929 Kopf Dresdner Bank Filiale Kassel Bankdirektor H. Brunner an Luthmer Der Empfangsschein über Stücke der Deutschen Kommunal-Sammelablösungs- Anleihe sei im gewöhnlichen Geschäftsgang erledigt worden. Vorschlag für einen Sitzungstermin nächste oder übernächste Woche. Aktenverz.1 S. 342 18.11. 1929 Dresdner Bank Filiale Kassel Empfangsschein über im Stadtschuldbuch der Stadt Kassel unter Konto-Nr. 7 eingetragene RM 100.- Nennwert = RM 500.- Rückz.Wert Deutsche Kommunal- Sammel-Auslosungsscheine + 1/5 Ablösungsanleihe D. Gruppe 178. Nr. 2729=1/100. D.Nr. 574729=1/100 Aktenverz.1 S. 341 Scan 19.12. 1929 Dr. Luthmer an Landesrat Dr. Schellmann /Kassel /Ständehaus/Ständeplatz Vorschlag, die Sitzung [des Museumsver- bands!] wie dies auch für den Museumsverein vereinbart wurde, auf Anfang Januar zu verlegen. Aktenverz.1 S. 345 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 20.12. 1929 Kasseler Rundschau 1. Jg. H. 5, Sonderdruck Lichtreklame Aufsatz von Dr. Luthmer über Lichtreklame; anlässlich der Lichtreklame-Ausstellung im Hessischen Landesmuseum Aktenverz.1 ohne S. 1930 1930 Dr. Rudolf Hallo, Alte Zimmermannskunst Aufsatz „Alte Zimmermannskunst. Zur Ausstellung im Hessischen Landesmuseum“ Von Dr. Rudolf Hallo, 4 Seiten [ohne Quellenangabe] Aktenverz.1 ohne S. 1930 Dr. Freiherr von Lepel, Altchinesische Kunst in Kassel Erste Seite eines Aufsatzes zur altchinesi- schen Kunst in Kassel, mit Verweis auf die 1928 vom Kasseler Museumsverein veranstaltete Ausstellung „Alt-China aus Kasseler Privatbesitz“. „Die beiden bedeutendsten der damals gezeigten Sammlungen, die des Herrn Dr. med. Gotthilf und des Herrn Rechtsanwalts Lewinsohn sind seit kurzem als langfristige Leihgabe dem hessischen Landesmuseum angegliedert und damit dem Publikum zur Besichtigung zugänglich gemacht.“ Aktenverz.1 ohne S. [Randparaphe 1930 2 Räume] 08.01. 1930 Kasseler Museumsverein, Annonce „Heute Mittwoch, den 8. Januar, abends 8 ¼ Uhr spricht im Hörsaal des Hessischen Landesmuseums, Wilhelmshöher Platz 5, Kustos Dr. Hans Möbius über: Die älteste statuarische Plastik der Griechen und der Orient. Für Mitglieder ist der Eintritt frei, Nichtmitglieder zahlen 50 Pfg.“ Aktenverz.1 S. 347 07.01. 1930 Kasseler Museumsverein an Kass. Tagblatt und Kass. Post Bitte um zweispaltige Anzeige in der morgigen Ausgabe des Blattes. Aktenverz.1 S. 348 36 25.01. 1930 Postkarte von Prof. Dr. H. Hofmeister, Hannover, Nienburgerstr. 9 Frage nach dem endgültigen Termin seines Vortrags „Die Ausgabung der Chattenhauptstadt“ Aktenverz.1 S. 350 18.01. 1930 Brief der Nationalgalerie Berlin an die Staatlichen Kunstsammlungen Kassel J.-Nr. 387/29 Mitteilung, dass die für die Waldeck- Ausstellung geliehenen Kaulbach-Blätter sämtlich hierher zurückgelangt seien; allerdings z. T. mit Beschädigungen. Es wird gebeten, diese bei der Versicherung anzuzeigen und die Restaurierung zu veranlassen, ggf. auch in der Nationalgalerie selbst. Der Direktor /Paraphe Justi/ Aktenverz.1 S. 352 [Randparaphe: erl. v. Dr. Pissin] [eigentlich zur Akte Museumsverband] 01.01. 1930 Brief von Privatdozent Dr. Kurt Steinbart, Marburg, Ortenbergstr. 9 an Luthmer Anfrage wegen seines Vortrags über Jan van Scorel. Aktenverz. S. 355 [Der Vortrag war eigentlich für Oktober zugesagt.] 23.01. 1929 Kasseler Museumsverein Brief an Dr. Kurt Steinbart Mitteilung, dass der Vortrag für den 25. Februar festgesetzt sei. /paraphiert Ha/ Aktenverz.1 S. 356 30.01. 1930 Der Oberpräsident / =.P. Nr. 166 II/30 an den Kasseler Museums- verein z.H.d. Herrn Direktors Luthmer / Hier/ Landesmuseum „Auf den dortigen Antrag … teile ich ergebenst mit, dass ich den Herrn Minister für Volkswohlfahrt gebeten habe, die beantragte Lotterie mit einem Reinertrag von 3000 RM mit den für das ganze Staatsgebiet zugelassenen Sammellotterien auszuspielen. Über den voraussichtlichen Zeitpunkt der Ausspielung wird Ihnen von Herrn Minister weitere Mitteilung zugehen. Im Auftrage /Paraphe/ Aktenverz.1 S. 357 02.2. 1930 Postkarte von Prof. Hof- meister, Hannover, Nienburger Str. 9 Bestätigung, dass er vom 23. Februar an für den Vortrag zur Verfügung stehe. Aktenverz.1 S. 370 11.02. 1930 Brief Dr. Luthmers an Prof. Hofmeister, Hannover, Nienburger Str. 9 Vorschlag für den Vortrag: 24. Februar Aktenverz.1 S. 371 11.02. 1930 Brief Dr. Luthmers an den Studienrat Dr. Ernst Dippel /Kassel/Kunoldstr. 22 Ausdruck des Bedauerns über den Ausfall des Vortrags am gestrigen Abend. Angebot, ihn zwischen dem 15. und 31. März zu halten. Aktenverz.1 S. 372 12.02. 1930 Brief im Auftrag Dr. Luthmers an Dr. Pissin/ Kassel/ Museumsverein Übersendung eines Briefes mit Rechnung des Moebus-Zeiss, Marburg/L.; die Angelegenheit sei von Prof. Stengel, Marburg, direkt zu erledigen. Aktenverz.1 S. 373 25.01. 1930 Postkarte von Privatdozent Dr. Kurt Steinbart, Marburg, Ortenbergstr. 9 an Luthmer Mitteilung, dass für den Scorel-Vortrag der Termin 25. Februar gut passe. Bitte um Mitteilung, wann er beginnen solle. Aktenverz.1 S. 375 19.02. 1930 Brief Luthmers an Dr. Kurt Steinbart Der Vortrag müsse erneut verschoben werden, evtl. auf den 20. März. Aktenverz.1 S. 376 13.02. 1930 Brief von Prof. Hofmeister, Hannover, Nienburger Str. 9, an Dr. Luthmer Der 24. Februar passe ihm als Termin für den Vortrag. Bitte um endgültige Bestätigung. Aktenverz.1 S. 377 19.02. 1930 Brief Dr. Luthmers an Prof. Hofmeister, Hannover, Nienburger Str. 9 Endgültige Bestätigung des 24. Februar. Aktenverz.1 S. 378 19.02. Postkarte von Privatdozent Erneute Anfrage, wann er sich am 25. Aktenverz.1 37 1930 Dr. Kurt Steinbart, Marburg, Ortenbergstr. 9 an Luthmer Februar wo einfinden solle. S. 379 20.02. 1930 Brief von Privatdozent Dr. Kurt Steinbart, Marburg, Ortenbergstr. 9 an Luthmer Steinbart reagiert auf die erneute Verschie- bungsmitteilung und bittet um den Termin 25. Februar für seinen Vortrag. Aktenverz.1 S. 380 22.02. 1930 Brief Luthmers an Dr. Kurt Steinbart Bestätigung der telephonischen Verabre- dung, dass der Vortrag nun am 6. März im Hörsaal des Hessischen Landesmuseums stattfinde. Aktenverz.1 S. 381 23.02. 1930 An die Redaktion sämtlicher Kasseler Zeitungen un Aushang in der Murhard- und in der Landesbibliothek. Ausführliche Ankündigung des Vortrags von Prof. Dr. Hofmeister über die Ausgrabungen der „chattischen Volksveste Altenburg bei Niedenstein“. Hofmeister habe die Ausgrabungen fast seit Beginn geführt. „Der von zahlreichen Lichtbildern illustrierte Vortrag wird zweifellos weites Interesse auch über die Kreise des veranstaltenden Museumsvereins hinaus erregen.“ Bitte um Veröffentlichung am 24. Februar. Aktenverz.1 S. 382-383 01.03. 1930 Brief Dr. Luthmers an Herrn Heinrich Wenzel /Kassel/ Wolfsschlucht Er bittet um Vorlage der Versicherungspolice der Steinle`schen Bilder. Der Vorstand des Museumsvereins habe sich inzwischen mit der Sache beschäftigt und werde sich unter dem Vorsitz des Herrn Oberbürgermeisters am 6. März erneut damit befassen. Aktenverz.1 S. 384 01.03. 1930 An die Redaktionen aller 5 Zeitungen in Kassel: Tagblatt, Volksblatt, Neueste Nachrichten, Post, Kurier Ankündigung des Vortrags von Dr. Kurt Steinbart über das Familienbild des Jan van Scorel, den der Kasseler Museumsverein am 6. März veranstalte. Bitte um Aufnahme in das Blatt. Aktenverz.1 S. 384 Scan 04.03. 1930 An die Redaktionen aller 5 Zeitungen in Kassel Erneute Ankündigung des Vortrags von Dr. Kurt Steinbart mit Hinweis auf das nach Berlin für die Rembrandt-Aus- stellung ausgeliehene Bild, Rembrandts Jakobssegen, das möglicherweise für R. Vorbild gewesen sei. Bitte um Aufnahme in das Blatt. Aktenverz.1 S. 386 Scan 04.03. 1930 Anschreiben an die Redaktionen aller 5 Zeitungen in Kassel Bitte um Aufnahme der Ankündigung in das Blatt. Aktenverz.1 S. 387 05.03. 1930 Brief im Auftrage Dr. Luthmers an Dr. Pissin/ Kassel /Museumsverein Bitte, die Einladungen zur Sitzung des Museumsvereins für den 18. März zu versenden. /Paraphe Ha/ Aktenverz.1 S. 388 [Die Sitzung fand erst am 21. März statt.] 05.03. 1930 Brief an Dr. Pissin/ Kassel /Museumsverein „Sehr geehrter Herr Doktor! Herr Rektor Rückert war gestern Nachmittag bei mir und hat 19.- Mk. für Mitgliedskarten für die Mittelschullehrer-Vereinigung bei mir deponiert. Ich darf Ihnen diesen Betrag durch Herrn Stieglitz übermitteln. […] Mit sehr schönem Gruss /Ha/ Aktenverz.1 S. 389 05.03. 1930 Quittung von Dr.Pissin „Quittung! Von Fräulein Habermehl 19 .— Mk., in Worten: Neunzehn Mark, --- Mitgliedsbeitrag der Mittelschullehrer- Vereinigung heute erhalten zu haben bescheinigt Kassel, den 5. März 1930 / Aktenverz.1 S. 390 38 Stempel: KASSELER MUSEUMSVEREIN /Hessisches Landesmuseum/ Dr. Pissin 08.03. 1930 Staatliche Kunstsamm- lungen /Gemäldegalerie zum Vortrag zu Scorels Familienbildnis Ohne speziellen Adressaten Es handelt sich um eine Art Richtigstellung, dass die Zuschreibung des restaurierten Familienbilds von Jan van Scorel eine Neuentdeckung sei. Das Bild sei aber den freunden der Gemäldegalerie schon seit mehreren Jahren im neuen Zustand vertraut. Aktenverz.1 S. 391 17.03. 1930 An die Redaktionen aller 5 Zeitungen in Kassel Ankündigung eines vom Kasseler Museumsverein veranstalteten Vortrags von Dr. Rudolf Hallo am 20. März über Kassels Anteil am Deutschen Barock. Aktenverz.1 S. 393 21.03. 1930 Ausschuss-Sitzung des Kasseler Museumsvereins am 21. März, 11 Uhr vormittags im Direktorzimmer des Landesmuseums Anwesend: Frau Vogt und die Herren Fiorino, Luthmer, Möbius, Sautter, Schellmann, Simons, Stadler, Vötterle, Zimmermann Entschuldigt fehlen die Herren: Brunner, Ehrenberg, v. Keudell, Lewinsohn. Herr Luthmer berichtet über die Tätigkeit des Ver[65]eins im abgelaufenen Jahr, besonders über die veranstalteten Ausstellungen, Vorträge und Führungen. Der Mitgliederbestand beträgt zurzeit 206; es wurde besonderer Wert auf die Werbung korporativer Mitglieder gelegt. Der anschließende Kassenbericht ergab als Einnahmen M [Angabe fehlt] als Ausgaben M [Angabe fehlt] Für das Rechnungsjahr 1929 ergibt sich mithin ein Etat von M [Angabe fehlt]. Die Rechnung wurde nach Mitteilung von Herrn Brunner von einem seiner Beamten geprüft und richtig befunden. Eine längere Diskussion entspinnt sich über den Antrag des bisheri-[66]gen Geschäfts- führers Dr. Pissin, ihm eine Entschädigung von M 500.- zu gewähren. Der Antrag wird angenommen. Herr Sautter weist besonders darauf hin, dass Herr Pissin in keiner Sozial-versicherung eingetragen sei und beantragt, nachträglich durch Einzahlung der Beträge die Aufnahme in die Arbeitslosenfürsorge zu erwirken. Herr Simons schlägt vor, von den M 500.- , die zur Entschädigung für Herrn Pissin bestimmt sind, M 300.- so-fort bei seinem Ausscheiden auszubezahlen, die übrigen M 200.- zur Aufbringung der Versicherungsbeiträge zu verwenden. Da diese Summe voraussichtlich nicht genügen wird, soll der Rest vom Museumsverband aufgebracht werden. Herr Stadler sagt zu, sich für die nachträgliche Bewirkung der Sozialversicherung bei [67] dem Arbeitsamt einsetzen zu wollen. Die Weiterführung der Geschäfte soll nach einem Vorschlag Herrn Luthmers einer ständigen billigen Bürokraft und einem von Fall zu Fall zu beauftragenden Hilfsarbeiter des Museums anvertraut werden. Betreffs der Verwendung der vorhandenen Protokollbuch S. 64-69 [Mit dieser Eintragung endet das Protokollbuch] Aktenverz. 2 enthält auf S. 3-5 eine maschinenschr. Abschrift. 39 Mittel beantragt Herr Luthmer M 1000.- für die Errichtung einer Kunstbibliothek im Wachtgebäude auszuwerfen, deren Wesen und Bedeutung er umreißt. Herr Simons berichtet über den Stand dieser Angelegenheit, deren Gutheißung noch von dem Herrn Finanzminister abhängt, und teilt mit, dass dem Verein die genannte Summe aus dem Erlös einer Sammellotterie überwiesen werden soll. Gegenüber [68] den von den Herren Schellmann und Fiorino geäußerten Bedenken betont Herr Luthmer, dass die Bibliothek gesichert sei, sowohl was den Bestand der vorhandenen als auch den Etat für die neu anzuschaffenden Bücher betrifft. Durch Öffnung in den Abendstunden, Übersichtlichkeit und leichte Zugänglichkeit wird die Bibliothek die vorhandenen wirksam ergänzen. Um die lebendige Wirksamkeit des Museumsvereins zu heben, wünscht Herr Sautter stärkere Fühlungnahme mit den Arbeiterorganisationen jeder Art und Richtung. Herr Luthmer stimmt zu und teilt mit, dass bereits bei Führungen und ähnlichen Gelegenheiten sich [69] erfreuliche Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften ergeben hat. Um 11.30 Uhr schließt Herr Stadler die Sitzung. /Luthmer/ 21.03. 1930 Aktennotiz Brief Hch. Wenzel, Kassel, vom 21. März 1930 nebst einem Vordruck Allgemeine Bedingungen am 21. März im Original an Hern Oberregierungsrat Dr. Simons weitergegeben. (betr. die am 31.10.28 aufgegebenen 2 Kisten mit Gemälden nach Köln mit 10.000.--Mk. versichert. Am 10. November ging Wenzel vom Museumsverein die Mitteilung zu, dass eine Glasscheibe zerbrochen angekommen sei etc.) Aktenverz. 2 S. 1 20.03. 1930 [ohne Datum] Postkarte Kasseler Museumsverein an div. Personen Mitteilung, dass die Ausschusssitzung auf Wunsch von OB Stadler noch einmal auf den 21. März, 11 Uhr, verschoben worden sei. Aktenverz. 2 S. 2 21.03. 1930 Protokoll der Ausschuss- sitzung des Kasseler Museumsvereins Maschinenschriftliche Abschrift des Protokolls s. o., auch ohne Zahlenangaben Aktenverz. 2 S. 3-5 24.03. 1930 Briefentwurf an die AOK Kassel siehe Brief vom 26.03.1930 Aktenverz. 2 S. 6 26.03. 1930 Brief an die AOK Kassel, Schöne Aussicht 12 Die Anmeldung des Geschäftsführers des Kasseler Museumsvereins, Dr. Pissin, der gleichzeitig Geschäftsführer des Museums- verbandes für Kurhessen und Waldeck sei, sei versehentlich unterblieben. Dr. Pissin habe am 1. April 1928 die Geschäftsführung zunächst probeweise übernommen, und der Abschluss eines Angestelltenvertrags sei in Aussicht genommen worden. „Infolge der ungünstigen Wirtschaftslage wurde dann schließlich von der endgültigen Anstellung Aktenverz. 2 S. 8 und 9 40 eines hauptamtlichen Geschäftsführers Ab- stand genommen und Dr. Pissin nur vorläufig weiter beschäftigt, um vor allen Dingen die Arbeiten für die vom Museumsverband unternommene Ausstellung „Das Land Wal- deck“ durchzuführen. Dr. Pissin hat für seine Tätigkeit als Geschäftsführer des Museumsverbandes und des Museumsvereins zusammen eine monatliche Vergütung von M 600.- bezogen, die allerdings vom 1. Januar 1930 ab mit Rücksicht auf die verminderte Arbeit für den Museumsverein auf M 500.- gekürzt worden ist. Da am 1. September 1928 durch Erhöhung der Versicherungsgrenze [9] auf M 700.- das Gehalt in den Bereich der Versicherungspflicht fiel, sind also die Beträge von diesem Termin an nachzuzahlen. In der An-lage wird die Anmeldung Dr. Pissins über-reicht. Der hiernach fällige Betrag für die Arbeitslosenfürsorge mit (6 x 9= 144.-; 3 x 10.50 = 31,50) M 175.50 wird überwiesen werden. /Paraphe: Für Dir. Prof. Dr. Luthmer / Dr. M. Möbius, Kustos 31.03. 1930 Überblick über die Vereinstätigkeit 1928-1930 (vermutlich noch von Dr. Pissin) Vortragsabende 1928: Dr. Luthmer über Neuerwerbungen der Staatlichen Kunstsammlungen Dr. Dippel und Dr. Hallo an einem gemeinsamen Abend über die Kasseler Astronomisch-Physikalische Sammlung und ihren teilweisen früheren Standort Dr. Leporini über die deutsche Handzeichnung seit Dürer Dr. William Cohn über ostasiatische Malerei [13] „Der Vortrag von Dr. Cohn fand statt als Vorbereitung zu der Ausstellung „Frühchinesische Kunst“ und hat den Anlass gegeben zu einer erweiterten Vortragsreihe, die die Kurhessische Gesellschaft in diesem Jahre durch ihn veranstalten ließ. Der Vortrag von Dr. Leporini hat hingewiesen auf die Schönheit dieses lange vergessenen Zweiges unserer deutschen Kunst und damit vorbereitet auf die bevorstehende Gründung eines Kupferstichkabinetts in Kassel.“ Vortragsabende 1929: Dr. Möbius über Anfänge antiker Plastik Professor Dr. Hofmeister über Ausgrabungen der Altenburg bei Niedenstein Dr. Steinbart über Jan van Scorel und das restaurierte Familienbild unserer Gemäldegalerie Dr. Hallo über das Kasseler Barock. Für April 1930 vorgesehen: Aktenverz. 2 S. 11-14; Duplikat S. 15-18 Scan [Prof. Dr. W. Cohn (Berlin) Einführung in die Kunst Chinas und Japans; 04.,05.,12.,18. und 19.02.1930] Gercke, S. 15 41 Zwei weitere Vorträge von Dr. Dippel über den möglichen Ausbau unserer physikalisch- historischen Sammlung zu einem technischen Museum und einer von Dr. Luthmer über Bauopfer und Grundsteinlegung, der das Interesse an unserer volkskundlichen Forschung dartun will. Alle Vorträge gut, zum Teil überaus gut besucht. [12] „In Führungen konnten wir viele einzelne Gruppen unserer Mitglieder durch unsere Ausstellungen, auch die nicht vom Museumsverein veranstalteten, und durch die Sammlungen führen. Es darf hervorgehoben werden, dass es gerade gewerkschaftliche Kreise waren, die hier ein lebhaftes Interesse zeigten.“ Ausstellungen 1928: -Arbeiten Eduard von Steinle`s -Ausstellung frühchinesischer Kunst, „deren Bestände mit zahlreichen Neuerwerbungen inzwischen von den Besitzern, Herrn Dr. Gotthilf und Rechtsanwalt Lewinsohn,als dauernde Leihgaben im Museum Aufstellung gefunden haben. -Trachtenzeichnungen von Ferdinand Justi, Marburg, [11] als dauernde Leihgabe von den Erben zugesichert -Entwicklung des Kasseler Stadtbildes Beabsichtigt: Kasseler Privatbesitz an alter Kunst und Kunstgewerbe zu Ausstellungen heranziehen (Grimmradierungen). Hinweis auf andere Ausstellungen und auf die Gründung einer engeren Arbeitsge- meinschaft kultureller Verbände Kassels 31.12. 1930 Kassenberichte Kasseler Museumsverein Drei Übersichten für 1930: 1. Quartal, 2.-4. Quartal, Gesamtbestand; zwei Übersichten für 1931: 1.-4. Quartal, Übersicht über Guthaben und Schulden Aktenverz. 2 ohne S. Scans 03.04. 1930 Brief an das Postamt Kassel, Königsplatz Bitte um Zusendung der Post für den Kasseler Museumsverein an das Hessische Landesmuseum, Wilhelmshöher Platz 5 Aktenverz. 2 S. 21 14.04. 1930 Brief Dr. Luthmers an Felix Pusch, Bad Wildungen Rücksendung der Karten für die Waldeck- Ausstellung und Entschuldigung für die lange Verzögerung. Aktenverz. 2 S. 25 23.04. 1930 Briefkopf Heinrich Wenzel, Möbeltransport, Kassel, Wolfsschlucht 25/27 an Dr. Luthmer Wenzel geht von Richtigkeit seiner Transport-Prämienberechnung aus, vergleicht mit anderen Prämienberechnungen und bittet um weiteres Wohlwollen. Aktenverz. 2 S. 26 28.04. 1930 An Redaktion der Kasseler Morgenzeitung, Sonntagsausgabe Absage des Vortrags von Dr. Karl Paetow über „Neue Forschungen über Wilhelmshöhe“ wegen Erkrankung Aktenverz. 2 S. 27 02.05. 1930 An Redaktionen Kasseler Zeitungen Ankündigung des Vortrags von Dr. Karl Paetow über die Baugeschichte von Wilhelmshöhe. Schluss der Vortragsserie des Museumsvereins. In den Sommermonaten aber systematische Führungen durch die hiesigen Sammlungen Aktenverz. 2 S. 28 42 und Schlösser, „für die Einzeichnungslisten an der Kasse der Galerien und des Landesmuseums aufliegen“. 03.05. 1930 An die Redaktion der Kasseler Zeitungen Bitte um Entsendung des Kunstreferenten zum Vortrag von Dr. Karl Paetow Aktenverz. 2 S. 29 05.05. 1930 An die Redaktionen der Kasseler Tageszeitungen Erneute Ankündigung des Vortrags von Dr. Karl Paetow Aktenverz. 2 S. 30 13.05. 1930 Brief von Frl. Habermehl an Bruno Jacob, Kassel, Museumsverein, Wilhelmshöher Platz 6 „Sehr geehrter Herr Jacob! In der Anlage übersende ich Ihnen die zwischen meinen Aktensachen gefundenen Banküberweisungen sowie eine gestern hier eingelaufene Rechnung über eine Zeitungsannonce. Mit freundlichem Gruss /Paraphe: Ha/ Aktenverz. 2 S. 31 [Offensichtlich ist jetzt Bruno Jacob Geschäftsführer des Museumsvereins] 15.05. 1930 Brief von Frl. Habermehl an Buchbindermeister Ritzmann, Kassel, Wilhelmshöher Allee 8, III Bitte um Übernahme von einigen Stunden Heftarbeit. Bruno Jacob sei z. Zt. Geschäftsführer vom Museumsverein. Aktenverz. 2 S. 33 03.06. 1930 Brief Dr. Luthmers an den Konkursverwalter der Weigel`schen Hof- & Regierungsbuchdruckerei, Arolsen Es handelt sich um die Rückforderung einiger Bestände, die ohne genaue Liste übernommen worden seien. Eine Kiste sei beim Verpacken übersehen worden, ihr Inhalt werde zugeschickt. Weder Dr. Pissin, der inzwischen ausgeschieden sei, noch die an der Verpackung der Waldeck- Ausstellung beteiligten Beamten könnten sich an das genannte Blattmaterial erinnern. Luthmer lehnt eine Haftung ab, da die Reklamation erst jetzt nach einem dreiviertel Jahr eingegangen sei. Aktenverz. 2 S. 36 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 04.06. 1930 Brief des Kirchenvorstands Mengeringhausen an den Museumsverband für Kurhessen und Waldeck, Kassel, Professor Dr. Luthmer Bestätigung des Eingangs eines Verrech- nungsschecks über 200 Mk. als 1. Rate für das überlassene Altargemälde, das jetzt in der Sakristei der Kirche aufbewahrt werde. Er wiederholt das Angebot des Kirchenvor- stands, dem Museumsverein das Altarge- mälde für 1000.- Mk zu verkaufen, damit die wertvolle Kunst im Lande bleibe und nicht in Privatbesitz gehe. Es wird erwähnt, dass der betreffende Händler 1200.- Mk. bieten würde. „Wir sind mit der Ausmalung unserer Kirche beschäftigt. Durch die [37] Auffindung alter vom Herrn Landeskonservator als wertvoll beurteilter Bildnisse unter dem abgeschlagenen Putz entstehen für uns große Schwierigkeiten.“ Man brauche das Geld, wolle aber nicht „drängeln“. Unterschrift: Fueldner Aktenverz. 2 S. 38-37 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 08.04. 1930 Brief des Postamts Kassel, Königsplatz 61, an die Staatlichen Kunstsammlungen Die Sendungen für den Kasseler Museums- verein werden jetzt Wilhelmshöher Platz 5 zugestellt. Sendungen aus dem Postschließ- fach 378 können durch eine hinterlegte Abholungserklärung, die vom Vorstand des Kasseler Museumsvereins unterschrieben werden müsse; die Unterschriften müssten beglaubigt werden. Es müsse jemand ausdrücklich zur Abholung bevollmächtigt werden. Formblätter lägen bei. Aktenverz. 2 S. 39 17.06. Brief des Postamts Kassel, Dieselbe Angelegenheit: Zur Vertretung des Aktenverz. 2 43 1930 Königsplatz 61, an die Staatlichen Kunstsammlungen Museumsverbandes für Kurhessen und Waldeck seien der jeweilige Landeshaupt- mann oder der jeweilige Oberbürgermeister, z. Zt. OB Stadler berechtigt. „Den Vorstand des Kasseler Museums-Vereins bilden die Herren Geheimrat Boehlau, Oberbürger- meister Stadler und Bankdirektor Brunner. Die anliegende Abholungserklärung und Postvollmacht, die Herr Professor Kurt Luthmer unterschrieben hat, sind hiernach nicht rechtsverbindlich unterzeichnet. Wir fügen deshalb neue Formblätter bei und bitten, das Erforderliche umgehend zu veranlassen. In Vertretung/Kratzenberg/ S. 40 [Offensichtlich hat der neue Museums- verein Dr. Luthmer nicht als Schriftführer im Vereinsregister eintragen lassen.] [eigentlich zur Akte Museumsverband] 02.07. 1930 Der Oberpräsident an den Direktor der Staatlichen Kunstsammlungen Anweisung, einen Betrag beim Museumsverband einzuziehen und an die Städtischen Werke einzuzahlen. Aktenverz. 2 S. 41 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 07.07. 1930 Brief Dr. Luthmers an den Konkursverwalter der Weigel`schen Hof- & Regierungsbuchdruckerei, Arolsen Bitte um Empfangsbestätigung der unter dem 07.06.1930 übersandten Drucke der Weigel`schen Buchdruckerei. Handschriftliche und maschinenschriftliche Listen i. d. Akten S. 42-44 Aktenverz. 2 S. 46 mit S. 42- 45 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 11.07. 1930 Postkarte des Konkurs- verwalters der Weigel`schen Hof- & Regierungsbuch- druckerei, Arolsen Bestätigung des Empfangs Aktenverz. 2 S. 49 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 22.08. 1930 Brief Dr. Luthmers an OB Stadler Übersendung eines Führungsprogramms, um die Mitglieder des Museumsvereins mit den hiesigen Sammlungen vertrauter zu machen. Bitte um Stellungnahme und Veröffentlichung, Druck für die Mitglieder des Vereins Aktenverz. 2 S. 51 19.08. 1930 Brief von Pfarrer Zick aus Külte an Dr. Luthmer Beschwerde, dass die zugesagte „gründliche Wiederherstellung“ des Schnitzaltars, der für die Waldeck-Ausstellung überlassen worden war, noch nicht erfolgt sei, und Aufforderung, sich darum zu kümmern. Aktenverz. 2 S. 53 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 25.08. 1930 Antwort Dr. Luthmers an Pfarrer Zick, Külte /Waldeck Ankündigung, dass der Restaurator Rudloff „am kommenden Mittwoch“ nach Külte kommen und alles notwendige Gerät mitbrin-gen werde, um alsbald mit der Arbeit zu beginnen. Aktenverz. 2 S. 53 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 25.08. 1930 Brief von Dr. Heinrich Leporini, Kustos der Staat- lichen Kunstsammlung Albertina, Wien I., Augusti- nerbastei 6, an Dr. Luthmer Angebot, vom 15.-31. Oktober oder 15.-31. März in Kassel einen Vortrag mit Lichtbildern zu halten. Auswahl von vier Themen. Honorar: 120 Mark inklusive aller Spesen. Aktenverz. 2 S. 55 29.08. 1930 Antwort Dr. Luthmers an Leporini Luthmer zieht die Zeit ab 15. Oktober vor. Zur Zeit gebe es eine Ausstellung alter Handzeichnungen aus Privatbesitz, die ihn auch interessieren könnten. Luthmer lädt ihn ein, privat bei ihm zu wohnen: In einem der schönen alten Torwachthäuser vor dem Mu- seum habe er viel Platz. Mit den finanziellen Forderungen sei er einverstanden. Aktenverz. 2 S. 56 29.08. 1930 Postkarte von J. Jacob, Deutsches Tapetenmuseum im Schloß am Friedrichsplatz Mitteilung, dass die Mitglieder des Museumsvereins „bei dieser Gelegenheit“ [?] freien Eintritt hätten. Aktenverz. 2 S. 57 44 28.04. 1929 Handschr. Brief von Peter Hellenthal an Dr. Luthmer Beschwerde über Dr. Pissin im Zusammen- hang mit der Waldeck-Ausstellung und Bitte, ein Zeugnis seiner Frau zurückzuschicken. Aktenverz. 2 S. 58 [Falsch eingeordnet, siehe Korrespon- denz aus 1929] [eigentlich zur Akte Museumsverband] 01.09. 1930 Brief von Dr. Luthmer an Luise Hellenthal, Arolsen, Kasernenplatz Übersendung des seinerzeit so gesuchten Zeugnisses. Aktenverz. 2 S. 59 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 03.09. 1930 Postkarte von Dr. Leporini, Wien, an Dr. Luthmer Bitte um genauen Vortragstermin. Aktenverz. 2 S. 60 12.09. 1930 Brief von Dr. Luthmer an Dr. Leporini, Wien Vorschlag: 26.-31.10.; er möge einen Tag bestimmen. Aktenverz. 2 S. 61 16.09. 1930 Brief von Dr. Luthmer an den Museumsverband für Kurhessen und Waldeck Nutzungsrecht des südlichen Torwachen- gebäudes, Wilhelmshöher Platz 6, sei auf die Verwaltung der Staatlichen Kunstsamm- lungen übertragen worden. Deswegen sei auch die Miete ab 1. April an auf das Konto Staatliche Kunstsammlungen, „Kunstbü- cherei“, bei der Deutschen Bank, Filiale Kassel, Spohrstraße, zu zahlen. Miete für April und Mai 30 je 64,32 Mk, für Juni-Sept. je 66,24 Mk., dazu jährlich 18,60 Mk. für Kanalbenutzung und Müllabfuhr. Aktenverz. 2 S. 62 17.09. 1930 Brief an Restaurator Rudloff, z. Zt. Ungedanken b. Fritzlar, bei Gastwirt Gutheim Anfrage von Bruno Jacob, wer der Empfänger des Waldeck-Reliefs sei. Aktenverz. 2 S. 63 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 17.09. 1930 Brief von Leporini an Dr. Luthmer Vortragstermin: 26. Oktober Aktenverz. 2 S. 64 20.09. 1930 Antwort von Dr. Luthmer an Dr. Leporini Zustimmung zum 26. Oktober Aktenverz. 2 S. 65 22.09. 1930 Handschr. Brief von Privatdozent Dr. Ernst Zeh, Heppenheim a.d. Bergstraße, an Luthmer Anfrage wegen Vortrag zum Spezialgebiet „Volkskunst“. Aktenverz. 2 S. 66 24.09. 1930 Brief an Dr. Zeh, Heppenheim Hinhaltende Antwort Dr. Luthmers Aktenverz. 2 S. 67 01.10. 1930 Brief von Dr. Luthmer an Direktor Apell, Tapetenmuseum Bitte, dass auch das Tapetenmuseum mit einem Betrag von 20.- M dem Museumsverband, der sich die Aufgabe gestellt habe, die Museen im Bezirk nach Kräften zu unterstützen, beizutreten. „Unser Geschäftsführer, Herr Bruno Jacob, wird sich erlauben, Ihnen die Drucksachen des Verbandes zuzusenden.“ Aktenverz. 2 S. 68 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 02.10. 1930 Notiz zur Einrichtung der neuen Wiesenbauschule des Kreises Gersfeld. Aktenverz. 2 S. 69 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 02.10. 1930 Notiz zur Verwertung der Filme des Waldecker Landes etc. Aktenverz. 2 S. 70 [eigentlich zur Akte 45 Museumsverband] 03.10. 1930 Brief von Möbius an Dr. Pissin, Humboldtstr. 6 Bitte um Äußerung zu einer nicht genannten „fraglichen Angelegenheit“ [vermutlich die S. 82-84 ergangene Anzeige gegen Frau Gerling wegen Unterschlagung bei der Waldeck-Ausstellung mit der Stellungnahme Dr. Raimund Pissins]. Aktenverz. 2 S. 75 04.10. 1930 Handschr. Brief von Studienrat Schäfer, Frankfurt, an Dr. Luthmer Vorschlag für einen Vortragstermin zum Thema „Neue Kunsterziehung“ Aktenverz. 2 S. 77 04.10. 1930 Postkarte von Dr. Leporini an Dr. Luthmer Terminbestätigung für seinen Vortrag am 26. Oktober Aktenverz. 2 S. 79 09.10. 1930 Brief von Dr. Luthmer an Dr. Leporini Bitte um Mitteilung, wann er komme. Aktenverz. 2 S. 80 09.10. 1930 Brief von Dr. Luthmer an Studienrat H. Schäfer- Simmern, Frankfurt a. M., Eckenheimer Landstraße 146 I Bitte um Verschiebung des Vortragstermins auf Ende November, Anfang Dezember Aktenverz. 2 S. 81 14.09.- 06.10. 1930 Abschrift einer Blattsammlung der Staatsanwaltschaft zu Kassel gegen Gerling wegen Unterschlagung Bei der Ausstellung „Das Land Waldeck“ in der Kaserne in Arolsen hat eine Frau Gerling die Kasse geführt. Dabei soll es zu Unregelmäßigkeiten gekommen sein, indem Frau Gerling einen höheren Betrag verlangt habe als auf der Eintrittskarte aufgedruckt. Beschuldigt wurde sie von Herrn Ferdinand Sievers, als Zeugen werden Peter und Helene Hellenthal, mit denen 1929 mehrfach korrespondiert worden war, genannt; sie waren mit Hilfsarbeiten beim Aufbau und mit der Reinigung beschäftigt. Dr. Pissin bestätigt, dass die Tätigkeit von Frau Gerling ohne Beanstandungen war. Aktenverz. 2 S. 82-84 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 11.10. 1930 An die Mitglieder des Kasseler Museumsvereins Entwurf für die Ankündigung einer Ausstellung wertvoller Handzeichnungen aus Privatbesitz und eines Vortrags von Dr. Leporini, Albertina Wien, zum Thema „Stilentwicklung der Handzeichnung“. Hinweis auf die bevorstehende Eröffnung des neuen Kupferstichkabinetts im linken Torwachthaus. Aktenverz. 2 S. 86 16.10. 1930 Brief Dr. Luthmers an Studienrat Schäfer-Simmern Terminvorschlag: 30. November; vormittags Ausstellung der Schülerarbeiten im Kunstverein für eine Woche; abends Vortrag. Aktenverz. 2 S. 87 16.10. 1930 Brief Dr. Luthmers an Landesrat Dr. Schellmann, Ständehaus Übersendung einer Abschrift des Berichts über die Grabungen auf der Heisterburg 1930. [Bericht fehlt] Aktenverz. 2 S. 88 13.10. 1930 Brief an Leporini Angabe des Vortragsthemas: „Stilentwicklung der Handzeichnung“. Aktenverz. 2 S. 89 18.10. 1930 Handschr. Brief von Studienrat Schäfer, Frankfurt, an Dr. Luthmer Einzelheiten zur Schüler-Ausstellung und zum Vortrag. Aktenverz. 2 S. 91 20.10. 1930 Brief Dr. Luthmers an Studienrat Schäfer-Simmern Genügend Wechselrahmen vorhanden. Aktenverz. 2 S. 92 21.10. 1930 Briefkopf: Kasseler Muse- umsverein e.V. Kassel, „Am Sonntag, den 26. Oktober ds. Js., vormittags 12 Uhr, eröffnet der Aktenverz. 2 S. 94 46 Wilhelmshöher Platz 6 Museumsverein eine Ausstellung von Handzeichnungen besonders gewählter Art aus Privatbesitz im Hessischen Landesmuseum, Wilhelmshöherplatz 6. Sie enthält schöne Blätter deutscher, italienischer und niederländischer Meister des 16. und 17. Jh., aber auch französische Zeichnungen des Rokoko und deutsche aus dem 19. Jh. (Menzel, Hans von Marées). Der Besuch ist für Mitglieder des Museumsvereins (Nichtmitglieder zahlen 50 Pfg. Eintritt) Angehörige der Kunstakademie gegen Vorzeigung des Ausweises frei. Am gleichen Tag abends 20 (8) Uhr spricht im Hörsaal des Hessischen Landesmuseums auf gemeinsame Einladung von Kunstakademie, Kunstverein und Museumsverein einer der besten Kenner der Handzeichnung, Dr. Leporini, Kustos an der Wiener Albertina, über die Stilentwicklung der Handzeichnung (mit Lichtbildern). Auch zu diesem Vortrag ist für Mitglieder der veranstaltenden Vereine und für die die Angehörigen der Kunstakademie der Eintrritt frei.“ 21.10. 1930 Deutsches Tapetenmuseum in Kassel an Professor Luthmer Beitrittserklärung zum Museumsverband mit 20.- RM. Heinrich Apell, Direktor des Deutschen Tapetenmuseums Unten: handschr. Entwurf des Bestätigungs- schreibens Aktenverz. 2 S. 95 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 21.10. 1930 Herrn Direktor Heinrich Apell, Kassel, deutsches Tapetenmuseum Friedrichsplatz, Schloß Bestätigungsschreiben zum Beitritt zum Museumsverband Aktenverz. 2 S. 96 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 20.10. 1930 Adolph E. Cahn, Münzenhandlung, Frankfurt am Main, Niedenau 55 an Luthmer Anfrage, ob er einen Vortrag „in Ihrem Museumsverein“ über die hessische Münzkunde des Mittelalters halten könne. unten und Rückseite: handschr. Antwortbrief Aktenverz. 2 S. 97 21.10. 1930 Brief an Dr. Adolph E. Cahn, Frankfurt a. M., Niedenau 55 Vortrag würde sich am besten im Februar oder März 1931 unterbringen lassen, „da wir bis dahin unsere Münzsammlung wieder aufgestellt haben werden und dann hoffentlich auch die 1866 uns entfremdete Sammlung hessischer Münzenstempel (600 Stück), die wir zu unserem 350jährigen Museumsjubiläum im November von Berlin zurückerbeten haben, vorführen können.“ Aktenverz. 2 S. 98 21.10. 1930 Brief mit Aushang an Direktor Professor Witte, Kunstakademie, Menzelstraße Bitte um Aushang des Hinweises auf die Handzeichnungs-Ausstellung und den Leporini-Vortrag am 26. Oktober. Aktenverz. 2 S. 99-100 23.10. 1930 Brief mit Aushang an Prof. Dr. Koselleck, Direktor der Pädagogischen Akademie, Kassel Bitte um Aushang des Hinweises auf die Handzeichnungs-Ausstellung und den Leporini-Vortrag am 26. Oktober. Aktenverz. 2 S. 101 und 102 23.10. 1910 Ankündigungsblatt Handzeichnungs- Ausstellung Erläuterung der Rolle der Handzeichnung; Ankündigung der Ausstellung und des Leporini-Vortrags Aktenverz. 2 S. 103 26.10. 1930 Honorar-Bestätigung von Dr. Leporini „Vom Kasseler Museumsverein, Kunstverein und der Staatlichen Kunstakademie habe ich heute als Aktenverz. 2 S. 104 47 Honorar für den Vortrag „Stilentwicklung der Handzeichnung RM 120.- - Einhundertzwanzig – erhalten. Kassel, den 26.10.1930 gez. Dr. Leporini unten handschr. Für die Richtigkeit der Abschrift Habermehl 30.10. 1930 Brief Luthmers an den Museumsverein Bitte um Erstattung des anteiligen Betrags zum Leporini-Vortrag mit 40.- M Aktenverz. 2 S. 105 30.10. 1930 Brief Luthmers an Prof. Witte, Kunstakademie Bitte um Erstattung des anteiligen Betrags zum Leporini-Vortrag mit 40.- M Aktenverz. 2 S. 106 30.10. 1930 Brief Luthmers an Richard Kumm, Kunstverein Bitte um Erstattung des anteiligen Betrags zum Leporini-Vortrag mit 40.- M Aktenverz. 2 S. 107 23.10. 1930 Brief von Adolph E. Cahn, Münzenhandlung, an Luthmer Dank an Luthmer für die Vortragsplanung. Aktenverz. 2 S. 108 31.10. 1930 Postkarte aus Darmstadt an Luthmer Dort werde eine riesige Plakatausstellung aufgebaut. Aktenverz. 2 S. 109 11.11. 1930 Brief Luthmers an den Museumsverein Bitte um Begleichung von zwei Rechnungen über 11,50, wohl für den Wasserverbrauch im Haus Wilhelmshöher Platz 6 Aktenverz. 2 S. 110 11.11. 1930 Brief Luthmers an das Städtische Wasserwerk A.G. Mitteilung, dass die Rechnungsbeträge für den Wasserverbrauch angewiesen worden sind. Aktenverz. 2 S. 112 06.11. 1930 Brief von Dir. Kurt Wehlte, Berlin-Charlottenburg, Eo- sanderstr. 1, an Dr. Luthmer Im ersten Teil geht es um die Frage der röntgenologischen Untersuchung von Gemälden, die auf einer internationalen Konferenz in Rom behandelt worden sei und für die in Deutschland ein Patent bei Dr. Faber, Weimar, liege. Im zweiten Teil schlägt Wehlte einen Vortrag über „murale Maltechnik“, einschließlich in Pompeji, vor. Aktenverz. 2 S. 114 12.11. 1930 Antwort von Dr. Luthmer an Kurt Wehlte in Berlin Er schlägt einen Vortrag über die Entwicklung der Maltechnik vor, Februar oder März 1931. „Im übrigen werden landauf, landab in deutschen Kranken- häusern Bilder durchröntgt; da scheint das Weimarer Patent auch unbekannt zu sein.“ Aktenverz. 2 S. 115 13.11. 1930 Brief an Bruno Jacob Im Auftrag von Dr. Luthmer bittet Frl. Habermehl, bei der Benachrichtigung der Mitglieder des Museumsvereins über den am 30.11. stattfindenden Vortrag des Studienrats Schäfer-Simmern noch hinzuzufügen, dass die für den 30. 11, angesetzte Führung Dr. Kramms durch die Handzeichnungs-Ausstellung auf den 7.12. verschoben werden müsste. Aktenverz. 2 S. 116 03.11. 1930 Brief Dr. Luthmers als Schriftführer an HLM Übersendung des Verrechnungsschecks über 40.- RM wegen des Leporini-Vortrags. Aktenverz. 2 S. 117 04.11. 1930 Handschr. Brief von Dr. Kurt Steinbart, Marburg, an Dr. Luthmer Anfrage wegen eines Vortrags „Das Rätsel um Matthias Grünewald“ und Bitte um Festlegung eines Termins. Aktenverz. 2 S. 118 17.11. 1930 Brief von Dr. Luthmer an Dr. Steinbart Zurückstellung des Vortrags „da bei der schlechten Lage unserer Vereinsfinanzen noch nicht zu übersehen ist, wann wir wieder das nötige Geld in der Kasse haben werden.“ Aktenverz. 2 S. 119 17.11. Brief an Bruno Jacob Mitteilung der Termine und Themen der Vorträge des Kasseler Museumsvereins: Aktenverz. 2 48 1930 30.11.30: Studienrat Heinrich Schäfer- Simmern, Frankfurt/M: Neue Kunsterziehung 06.02.31: Prof. Soeder, Staatl. Kunstakademie Kassel: Die Italienreise des modernen Menschen 18.03.31: Dr. Julius Cahn, Frankfurt/M.: Hessische Münzgeschichte S. 120 Scan 17.11. 1930 Brief an Prof. Soeder, Staatl. Kunstakademie Kassel Mitteilung, dass der Termin seines Vortrags am 06.02.31 fest notiert sei. Aktenverz. 2 S. 121 17.11. 1930 Brief an Dr. Cahn, Frankfurt Mitteilung, dass der Termin seines Vortrags auf den 18. März festgelegt sei. Aktenverz. 2 S. 122 17.11. 1930 Quittungszettel Bruno Jacob notiert, dass er 34.- RM von der Stadt Großalmerode als Beitrag für den Museumsverband erhalten habe. Aktenverz. 2 S. 123 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 26.10. 1930 Quittung Dr. Leporini bestätigt, dass er vom Kasseler Kunstverein 120.- RM für seinen Vortrag erhalten habe. Aktenverz. 2 S. 124 30.10. 1930 Brief von Dr. Luthmer an Dir. Prof. Witte, Kunstakademie Bitte um anteiligen Beitrag zum Leporini- Vortrag. Aktenverz. 2 S. 125 13.11. 1930 Brief des Bezirkskon- servators an Dir. der Staatl. Kunstsammlungen, Tgb. Nr. D 2119 Begrüßt die Absicht, den Wurmfraß am Schnitzaltar der Kirche in Külte beseitigen zu lassen. Photographische Dokumentation, wenn äußere Wiederherstellungsmaßnahmen gemacht werden sollen. Aktenverz. 2 S. 126 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 18.11. 1930 Brief Dr. Luthmers an den Bezirkskonservator im Regierungsbezirk Kassel, Kassel, Hinter dem Museum Mitteilung, dass der Külter Altar von Privatdozent Dr. Maier-Barkhausen ausgezeichnet photographiert worden sei. Die Fassung bedürfe keiner Wiederherstellungs-maßnahmen. Nur der Wurmfraß solle durch Verharzung beseitigt werden. Aktenverz. 2 S. 127 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 16.11. 1930 Handschr. Brief von Schäfer-Simmern an Dr. Luthmer Er bittet um einen Grundriss für die geplante Ausstellung im Kunstverein und wünscht bestimmte Personen einzuladen, die er vor der offiziellen Ausstellung führen könne. Aktenverz. 2 S. 128 18.11. 1930 Antwort von Dr. Luthmer Vortrag sei angekündigt, die Presse komme, die Einladungen gingen pünktlich raus. Aktenverz. 2 S. 129 22.11. 1930 Postkarte des Kunsthistorischen Instituts Marburg, Kippenberger Einladung für Dr. Luthmer zur Vorstandssitzung des Marburger Museumsvereins Aktenverz. 2 S. 132 28.11. 1930 An die Redaktionen sämtlicher Kasseler Tageszeitungen „Auf Einladung von Kunst- und Museumsverein“: Vortrag des Malers und Studienrat Schäfer-Simmern am 30.11. über moderne Kunsterziehung, besonders Zeichenunterricht. Aktenverz. 2 S. 133 02.12. 1930 Brief an Firma Guhl Co, Frankfurt/Main, Ludwigstr. 31 Auftrag für Klischees von vier Handzeichnungs-Blättern (Beccafumi, Tiepolo, Bloemaertz, Boucher). „Die Rechnung ist dem Kasseler Museumsverein, Wilhelmshöher Platz 6, einzureichen.“ Aktenverz. 2 S. 134 05.12. 1930 Erneuter Brief an Firma Guhl Co, Frankfurt/Main, Ludwigstr. 31 Dasselbe Anliegen Aktenverz. 2 S. 135 49 25.11. 1930 Postkarte von Adolph E. Cahn, Münzenhandlung, Frankfurt, an Dr. Luthmer Zustimmung zum Termin 18. März für seinen Vortrag zur Münzgeschichte. Aktenverz. 2 S. 136 16.12. 1930 Der Oberpräsident O.P. Nr. 12446 an den Kasseler Museumsverein Nach Mitteilung des Ministers für Volkswohlfahrt würden die Vorschläge des Oberpräsidenten über die Beteiligung an dem Reinertrag der Sammellotterie im Februar 1931 berücksichtigt werden. Aktenverz. 2 ohne S. 31.12. 1930 Brief v. Richard Fuhse, Steinhöferstr. 6 ½, an den Kasseler Museumsverein Abmeldung, „da die außerordentlich traurigen Zeiten und der katastrophale Rückgang der Wirtschaft mich zu diesem Schritte zwingen.“ /unten paraphiert: Nr. 78 abgemeldet/ Aktenverz. 2 ohne S. 1931 04.01. 1931 Postkarte von Viktor Kühne an den Kasseler Museumsverein Mitteilung, dass er am 24.1.30 wegen seines bevorstehenden Umzugs nach Berlin seinen Austritt erklärt habe. [Mitgl. Nr. 7] Aktenverz. 2 ohne S. 01.01. 1931 Postkarte von Landesrat Dr. Schellmann an den Kasseler Museumsverein Austrittserklärung: „Zugleich sehe ich mich genötigt, aus finanziellen Gründen meinen Austritt aus dem Verein mitzuteilen.“ /N° 120/ Aktenverz. 2 ohne S. 05.01. 1931 Brief von Konsul C. F. Reichhardt, Kassel, Murhardstr. 4 „Ich empfing ihr Rundschreiben vom Dezember 1930 [nicht in den Akten] und habe heute den Beitrag für 131 mit M 6.- auf Ihr Konto bei der Dresdner Bank Filiale eingezahlt. Ich bitte Sie gleichzeitig, mich zum nächstmöglichen Termin aus Ihrer Mitgliederliste zu streichen.“ /Nr. 113 not./ Aktenverz. 2 ohne S. 19.01. 1931 Brief von Fritz Sieberg an den Museumsverein Wohnsitz nach Ellrich verlegt /Nr. 207 not./ Aktenverz. 2 ohne S. 27.01. 1931 Brief Luthmers an Dr. Strübing, Mannheim, Städtische Kunsthalle Dank für die Mühewaltung wegen des Kaulbach`schen Porträts. „Ihr Gutachten deckt sich mit der Meinung des [sic] hannöverschen Kollegen, die gleichfalls eine Wertminderung in Abrede gestellt haben.“ /unten: z.d.A. Mus.Verband/ Aktenverz. 2 S. 139 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 27.01. 1931 Brief mit Fragebogen an den Lehrer in Densberg, Kreis Fritzlar Umfrage des Landesmuseums zu den gegenwärtigen Trachtengrenzen in der Schwalm und Oberhessen. /oben: Mus. Verband / Aktenverz. 2 S. 140-141 Scan [eigentlich zur Akte Museumsverband] 21.02. 1931 Handschr. Brief von Dr. Helm an Luthmer Zur Trachtenumfrage in verschiedenen Kreisen und zur Gestaltung des Katalogs Aktenverz. 2 S. 144 [eigentlich zur Akte Museumsverband ] 22.02. 1931 Handschriftliche Notizen Beiträge der Städte und Kreise zum Museumsverband Aktenverz. 2 S. 149-151 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 18.02. 1931 Quittung 10.- Mk Beitrag für 1931 von der Amalienschule Kassel durch Frl. Habermehl erhalten. Bruno Jacob Aktenverz. 2 S. 152 24.02. 1931 Quittung 42.- Mk vom Bühnenvolksbund für 1930 erhalten. [stimmt mit Mitgliedsbuch überein] Aktenverz. 2 S. 154 24.02. 1931 Brief von Luthmer an Bruno Jacob Bitte, den Mitgliedern die Verschiebung des Vortrags von Dr. Kramm auf den 8.3 mitzuteilen. Vortrag Dr. Cahn: 18.3. Aktenverz. 2 S. 155 50 24.02. 1931 Brief von Frl. Habermehl an Dr. Cahn, Frankfurt Terminbestätigung 18.3., Hörsaal HLM, 8 Uhr abends. Lichtbilderapparat werde von Restaurator Rudloff bedient. Aktenverz. 2 S. 156 24.02. 1931 Brief an Kunstmaler Döbel, Kassel, Wilhelmshöher Platz 6 Einforderung der Mietschulden von 20.- M für November. Aktenverz. 2 S. 157 07.02. 1931 Abschrift eines Briefs des Landeshauptmanns in Hessen, Az. A.II.17 an den Oberpräsidenten in Kassel „Der Hessische Kommunallandtag hat bei seiner letzten Tagung für den Museums- verband 5.000 RM bereitgestellt. Die Auszahlung dieses Betrages soll indes nur erfolgen, wenn auch seitens des Staates, sowie seitens der Stadt Kassel die für den Museumsverband in Aussicht gestellten Zu- schüsse gezahlt werden. Ich bitte deshalb ergebenst um Mitteilung, ob der Zuschuß des Staates bereits gezahlt ist, oder in nächster Zeit gezahlt werden wird.“ Bitte um Nachricht, ob auch im nächsten Jahr mit einem Zuschuß zu rechnen sei, weil der Kommunallandtag nur unter dieser Bedingung Mittel einstelle. Gez. Schellmann Aktenverz. 2 S. 158 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 13.02. 1931 Oberpräsidium Nr. 1624 an Dr. Luthmer Bitte um umgehende Äußerung zum beigefügten Vorgang. Aktenverz. 2 S. 159 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 24.02. 1931 Antwort Dr. Luthmers an Oberpräsidium Für 1929 war vom Preuß. Min. für Wissens- chaft, Kunst und Volksbildung 5000.- RM bewilligt und überwiesen worden, aber ohne Übernahme einer dauernden Verpflichtung; für 1930 von dort kein Zuschuss. Stadt Kassel habe 2000.- von zugesagten 3000.- RM bezahlt. Aktenverz. 2 S. 160 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 10.03. 1931 Bericht für die Mitglieder- versammlung des Museumsverbands für Kurhessen und Waldeck 1930: Tod des 1.Vorsitzenden, Landeshaupt- mann v. Gehren. Zuschüsse: MWKuV kein Zuschuss, Bezirksverband nur zur Hälfte, Stadt Kassel nur noch 1500.- RM (statt 3000.- RM). Einnahmen: 12.848, 50; Ausgaben: 10.078, 34 Mit Außenständen: 6.991,10 (Beiträge) mit Schulde: 5.400,80 Zur Verteilung: 4.360,46 Büro: Ab 1. Mai 1930 „der bekannte hessische Historiograph Bruno Jacob, der seit langem ein treuer Helfer war“, für 100.- RM pro Monat für die Korrespondenz tätig. „Der Museumsverein leistet für die von ihm mitgeleistete Arbeit einen Zuschuß von M 50.-.“ Der Geschäftsführer des Kunstvereins, Herr Kumm, führt für M 300.- pro Jahr die Bücher. Aktenverz. 2 S. 175-176 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 12.03. 1931 Postkarte Kunsthistorisches Museum Marburg, Kippen- berger, an Dr. Luthmer Einladung zu einer Vorstandssitzung des Marburger Museumsvereins am 16.03.31 Aktenverz. 2 S. 186 18.03. 1931 Quittung 11.- M vom Vaterländischen Frauenverein erhalten Aktenverz. 2 S. 188 17.03. 1931 Brief Kunsthist. Museum Marburg an Dr. Luthmer Bitte um Enschuldigung für Verzögerung des Protokolls. Aktenverz. 2 S. 190 51 27.03. 1931 Brief von Dr. Julius Cahn an Dr. Luthmer Bedauern, dass Luthmer beim Vortrag am 18.03. nicht Anwesend sein konnte. Lob des Epidiaskops für die Münzpräsentation im Hörsaal des HLM. Nachfrage, ob es in Kassel zu einer numismatischen Vereinigung kommen werde. Bitte um Überweisung des Honorars. Nicht allzu viele Zuhörer! Aktenverz. 2 S. 191 28.03. 1931 Brief von Dr. Luthmer an Dr. Julius Cahn, Frankfurt/ Main, Niedenau 55 Bedauern, dass Luthmer den ausgezeich- neten Vortrag nicht hören konnte. Beilage eines Verrechnungsschecks über 150.- M seitens des Museumsvereins. Aktenverz. 2 S. 192 31.03. 1931 Brief von Luthmer an Professor Soeder, Kassel, staatliche Kunstakademie Menzelstraße Übersendung eines Verrechnungsschecks von 100.- M als Honorar seitens des Kasseler Museumsvereins. Aktenverz. 2 S. 193 28.03. 1931 Handschr. Brief des Geh. Regierungsrat a. D. von Harling, Wiesbaden, Martinstr. 1, an Dr. Luthmer Es geht um den Transport von Bildern von Friedrich Kaulbach. Aktenverz. 2 S. 195 [eigentlich zur Akte Museumsverband ] 31.03. 1931 Brief an den Geh. Kommerzienrat Otto Vogt, Kassel, Schöne Aussicht 8 „Sehr geehrter Herr Kommerzienrat! Von Ihrem uns übermittelten Wunsche, aus dem Ausschuss des Kasseler Museums- vereins ausscheiden zu dürfen, nehmen wir mit dem Ausdruck herzlichen Bedauerns Kenntnis. Wenn wir uns auch der Berech- tigung Ihres Wunsches nicht verschließen, so möchten wir uns doch bei dieser Gele- genheit erlauben, Ihnen für Ihre Mühe- waltung um das Gedeihen des Kasseler Museumsvereins aufrichtig zu danken und geben uns der angenehmen Hoffnung hin, dass Sie auch künftig Ihr Wohlwollen uns bewahren werden. Genehmigen Sie , hochverehrter Herr Kommerzienrat, die Versicherung unserer vorzüglichsten Hochachtung ergebenst Kasseler Museumsverein e.V. i.V. /L/“ Aktenverz. 2 ohne S. 02.04. 1931 Brief an Geh. Regierungsrat v. Harling, Wiesbaden, Martinstr. 1 Das Bild [von Kaulbach] sei abgesandt worden. Der Schaden sei von der Restauratorin Dr. Ewald-Schübeck behoben worden. Aktenverz. 2 S. 196 [eigentlich zur Akte Museumsverband ] 02.04. 1931 Brief von Dr. Julius Cahn, Frankfurt, an Dr. Luthmer Bestätigung des Empfangs des Honorars seitens des Museumsvereins. Anregung, gelegentlich eine Numismatische Ausstellung hessischer Münzen zu machen. Aktenverz. 2 S. 197 28.04. 1931 Brief von Bankhaus Damms & Streit an Museumsverein Überweisung von 6.- M Beitrag für 1931 und Erklärung des Austritts von Ludwig Streit. /Nr. 129 not./ Aktenverz. 2 ohne S. 28.04. 1931 Brief von Dr. Schaumlöffel an den Museumsverein Austrittserklärung mit ausführlicher Begründung: Rheuma-Erkrankung, Augenoperation, Berufsaufgabe, teure Busfahrt nach Kassel, keine Teilnahme an Aktenverz. 2 ohne S. 52 Vorträgen etc. mehr möglich. /Nr. 205 not./ 01.04. 1931 Brief von Dr. Luthmer an Dr. Schaumlöffel Bestätigung der Kündigung; Abmeldungen für das laufende Jahr grundsätzlich nicht möglich, aber ausnahmsweise wegen der besonderen Umstände berücksichtigt. Aktenverz. 2 ohne S. 04.05. 1931 Brief von Max Franke, Ratskeller/ Weinrestaurant/ Austernhandel/ Stadtküche an den Museumsverein Wegen Betriebsaufgabe am 1. Juni ds. Js. Bitte um Anerkennung der Kündigung der Mitgliedschaft in Anbetracht der außerordentlich schlechten wirtschaftlichen Lage“ /Nr. 281 not./ Aktenverz. 2 ohne S. 09.05. 1931 Brief der Henschel- Verwaltung an den Museumsverein Überweisung des Jahresbeitrags von 6.- M und Austrittserklärung. /not. 200/ Aktenverz. 2 ohne S. 18.05. 1931 Gewerkschaft der Angestellten, Geschäftsstelle Kassel, Wolfsschlucht 29, an den Museumsverein „Da die Not der Angestellten diesen nicht mehr gestattet, auch die kleinsten Ausgaben für kulturelle Dinge aufzubringen, müssen auch wir aus dieser Erkenntnis die Konsequenzen ziehen und unsere Vereinbarung, an Sie jährlich einen Pauschalbetrag von M 50.—zu zahlen, kündigen.“ /50.- für 30 bezahlt 2.6.31/ Aktenverz. 2 ohne S. 20.05. 1931 Brief von ? Vilmar an den Vors. d. Kasseler Museumsvereins OB Stadler Hinweis auf die Ausstellung hessischer Trachten und Trachtenpuppen im Landesmuseum. Angebot einer Führung, auch für die Mitglieder des Vereins. Aktenverz. 2 S. 209 10.06. 1931 Notiz von Dr. Melchers „Der Gehaltsabbau zwingt mich, Sie zu bitten, mich zum nächsten Jahr von Ihrer Mitgliederliste zu streichen. /Nr. 216 notiert/ Aktenverz. 2 ohne S. 26.05. 1931 Brief von Frau Dr. Ewald- Schübeck an Dr. Luthmer Dreiseitiger hs. Brief zur „Kaulbach- Affäre“ [vgl. Brief von v. Harling, 02.04.) Aktenverz. 2 S. 207 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 28.05. 1931 Brief ders. an dens. Zweiseitiger Brief in ders. Angelegenheit. Aktenverz. 2 S. 208 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 29.06. 1931 Brief von Frl. Habermehl an Bruno Jacob, Museumsverband Bitte um Ausstellung einer Rechnung des Museumsverbands an das Landesmuseum in Höhe von 350.- M für Photos etc. zur Waldeck-Ausstellung. „Nach Erledigung vernichten Sie bitte diesen Brief.“ Aktenverz. 2 S. 211 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 07.07. 1931 Brief von Kippenberger, Kunsthist. Inst. Marburg, Tgb. Nr. 203, an Dr. Luthmer Brief wegen einer Besprechung zu Wander- ausstellungen von geeigneten Photographien allgemeinen und heimatlichen Interesses bei den Hess. Museen; Dauerausleihung von doppelten Stücken unserer Sammlung an die kleineren Museen Aktenverz. 2 S. 216 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 23.02. 1931 25.03. 1931 Abschrift aus der Deutschen Allgemeinen Zeitung ds. Datums, Nr. 37, Beiblatt; Abschrift aus der Neunkirchener Zeitung ds. Datums Pergamon und die hellenistisch-römische Kunst Pergamon, Babylon und Heliopolis; Vortrag von Prof. Dr. Kern Aktenverz. 2 S. 250 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 21.01. 1931 Abschrift aus dem Politischen Tageblatt, Aachen, Nr. 33 Die Aachener in Berlin. Der Altar von Pergamon. Ein Vortrag von Professor Dr. G. J. Kern [Bezug zu dem im Herbst 1930 eröffneten Pergamon-Museum in Berlin] Aktenverz. 2 S. 251-252 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 53 27.07. 1931 Brief von Direktor Jage- mann, Darmstädter und Na- tionalbank, Hermannstr. 2, an Museumsverein, Salzmannstr. 2 Austrittserklärung ab 1932 /87, für 1931 bezahlt, notiert/ [Geschäftsstelle des Museumsvereins ist wohl jetzt die Privatadresse von Bruno Jacob] Aktenverz. 2 ohne S. 05.08. 1931 Postkarte von Dr. Adolf Fennel, Königstr. 16, an die Geschäftsstelle, Salzmannstr. 2 Austrittserklärung ohne Begründung /41, für 1931 ist bezahlt, notiert/ Aktenverz. 2 ohne S. 27.08. 1931 Brief von Möbius? an Dr. Wilhelm v. Massow, Kustos an den Staatl. Museen Berlin, Altes Museum Anfrage, ob man einen Prof. Dr. G. J. Kern einen Vortrag über den Pergamon-Altar halten lassen könne. [Deswegen wohl die Abschriften vom 23.02. etc. zu Vorträgen von Kern] Aktenverz. 2 S. 253 10.10. 1931 Entwurfspapier Museumsführungen im Winter 1931/32 in der Gemäldegalerie (Luthmer); Landesmuseum: Keramik und Glas (Möbius, Hallo); Kupferstichkabinett (Schwindrazheim, von Lepel); Städtische Galerie (Kramm), Tapetenmuseum (Luthmer); Die Tischbeins (Hallo, Luthmer, Möbius) Aktenverz. 2 S. 254 18.08. 1931 Postkarte an den Museumsverein von ? Austrittserklärung im Blick auf die gegenwärtige Lage und die damit verbundene Einschränkung Aktenverz. 2 ohne S. 24.01. 1931 Handschr. Brief von Dr. Ernst Zeh, Heppenheim a.d.B., an Dr. Luthmer Angebot, einen Vortrag über „Volkskünstlerische Gestalten“ oder „Das Totenschiff von Oseberg“ zu halten. Aktenverz. 2 S. 255 19.07. 1931 Handschr. Brief von Dr. Ernst Zeh, Heppenheim a.d.B., an Dr. Luthmer Erneutes Angebot, einen Vortrag über „Volkskünstlerische Gestalten“ oder „Das Totenschiff von Oseberg“ oder „Der Isenheimer Altar und die italienische Malerei“ zu halten. Aktenverz. 2 S. 255 05.08. 1931 Handschr. Brief von Dr. Ernst Zeh, Heppenheim a. d. B., an Dr. Möbius Erneute Anfrage wegen eines Vortrags über „Das Totenschiff von Oseberg“ zu halten. Er sei inzwischen in Gießen habilitiert, musste aber seine Vorlesungen aus wirtschaftlichen Gründen einstellen. Aktenverz. 2 S. 255 13.08. 1931 Brief von Dr. Möbius an Dr. Zeh, Heppenheim Bekundet Interesse an dem Vortrag „über das Verhältnis des germanischen zum skythischen Tierstil“. Vorträge des Museumsvereins seien noch nicht festgelegt. Bitte um Honorarforderung. Aktenverz. 2 S. 258 15.08. 1931 Handschr. Brief von Dr. Ernst Zeh, Heppenheim a. d. B., an Dr. Möbius Als Honorar fordert Zeh 100.- M; bittet darum, einen Anschlussvortrag zu organisieren. Einige Fragen zur Münzenberger Truhe im Landesmuseum. Aktenverz. 2 S. 259 Presseberichte Dr. Ernst Zeh hat seinem Brief Abschriften von Presseberichten zu seinem Vortrag „Das Oseberger Totenschiff, die Grabstätte einer Wikingerkönigin und die germanische Kunst und Kultur“ beigefügt. Aktenverz. 2 S. 260 27.08. 1931 Brief von Dr. Möbius an Dr. Zeh, Heppenheim „Die Sitzung der Kulturellen Arbeitsge- meinschaft hat jetzt stattgefunden und Ihr Osebergvortrag ist fest in das Programm aufgenommen; auch mit dem Honorar ist der Museumsverein einverstanden.“ Aktenverz. 2 S. 261 30.08. 1931 Postkarte von Dr. Volckart „Da ich heute Kassel verlasse, melde ich hiermit meinen Austritt aus dem Museumsverein .. an.“ /Nr. 4 notiert/ Aktenverz. 2 ohne S. 54 26.09. 1931 Brief Dr. G. Steinkamm, Zahnarzt, an den Museumsverein Austritterklärung ohne Begründung, unter- zeichnet von Erna Steinkamm. /Korporativ, da nicht als ordentliches Mitglied geführt/ Aktenverz. 2 ohne S. 02.10. 1931 Brief von Dr. Luthmer an den Bürgermeister Lah- meyer, Kassel, Rathaus „Der Schriftsteller Bruno Jacob, Bettenhau- sen, Salzmannstraße 2, feiert am kommenden Sonntag, den 4. Oktober, seinen 50. Geburtstag. Sie werden den Namen zweifellos aus den fast Sonntag für Sonntag in den verschiedenen Kasseler Zeitungen wiederkehrenden fleißigen und immer geschickt geschriebenen Darstellungen aus der heimatlichen Geschichte kennen. Bruno Jacob darf zweifellos als der fleißigste Publizist und Interpret heute gelten. Ich glaube, dass schon dies genügen dürfte, um ein kurzes Glückwunschschreiben an ihn zu rechtfertigen. Aber ich möchte auch darauf aufmerksam machen, dass er lange der Geschäftsführer, sowohl vom Museums- verband wie Museumsverein gewesen ist und noch ist, in deren Leitung der Herr Oberbürgermeister führend tätig ist. Ich würde mich freuen, wenn Sie der Anregung entsprechen wollten.“ Aktenverz. 2 S. 262 12.09. 1931 Postkarte von Dr. Ernst Zeh, Heppenheim a. d. B., an Dr. Möbius Anfrage wegen Anschluß-Vortrags in Hersfeld und Münden Aktenverz. 2 ohne S. 09.10. 1931 Postkarte von Dr. Ernst Zeh, Heppenheim a. d. B., an Dr. Möbius Anfrage wegen des Vortragstermins und eines Anschluß-Vortrags Aktenverz. 2 S. 269 03.10. 1931 Artikel im Hessischen Kurier „Ein treuer Sohn seiner Heimat / Bruno Jacob 50 Jahre alt/“ Charakterisierung: einer der treuesten Söhne unseres Hessenlandes; für ein freies und echt föderalistisch aufgebautes Deutschland; Feuilleton des Hess. Kuriers, „Heimatborn“; von tiefer Heimatliebe erfüllt, tiefes und vielseitiges Wissen, im Hessenlande verwurzelt. Als junger Mann Mitglied der Hessischen Rechtspartei, „um seiner oppositionellen Stellung zur preußischen Annektion Ausdruck zu verleihen“; politischer Schüler des Pfarrers Hopf und des Kabinettsrates Schimmelpfeng; Anlehnung an die föde- ralistischen Ideen des Konstantin Frantz: Herausgeber der kleinen, aber beachteten Zeitung „Das ganze Deutsch-land“. Nach dem Krieg Gründer des „Hessischen Volks- bunds“ zu Förderung der föderalistischen Ideen Ab 1923 wieder Wohnsitz in Kassel. Herausgabe der „Neuen hessischen Blät- ter“ mit kurzer Lebensdauer. Hauptarbeits- gebiet: hessische Wirtschaftsgeschichte, hessische Heimats- und Landeskunde. Aktenverz. 2 S. 263 10.10. 1931 Übersicht über Veranstaltungen Veranstaltungen des Kasseler Museumsvereins im Winterhalbjahr 1931/32 Aktenverz. 2 S. 265-266, dass. 267-268 Scan 16.10. 1931 Brief von Dr. Möbius an Dr. Zeh, Heppenheim Mitteilung über den Vortragstermin 21. Jan 1932. „Wegen der angesprochenen Aktenverz. 2 S. 270 55 Anschlussvorträge in Hersfeld und Münden habe ich mit Prof. Luthmer gesprochen, aber er meint, man solle erst warten, ob die augenblickliche Panikstimmung sich nicht wieder bessert. In Eschwege z.B., das sonst auf allen kulturellen Gebieten äußerst rührig war, hat man völlig den Kopf verloren, dass man sogar die dort geplante Generalver- sammlung des Hessischen Geschichtsvereins abgesagt hat.“ 21.10. 1931 Brief von Frl. Habermehl an Bruno Jacob Aufforderung zur Begleichung einer Rechnung durch den Museumsverein Aktenverz. 2 S. 271 15.10. 1931 Magistrat der Stadt Kassel, Stadtsteueramt, Kölnische Str. 73, an den Kasseler Museumsverein Aufforderung, das Veranstaltungsprogramm für das Winterhalbjahr 1931/32 zuzusenden; Voraussetzung für die Gewährung der Steuerfreiheit. Aktenverz. 2 S. 276 27.10. 1931 Museumsverein an Magistrat Zusendung des Veranstaltungsprogramms Aktenverz. 2 S. 277 27.10. 1931 Postkarte von Dr. Ernst Zeh, Heppenheim a. d. B., an Dr. Möbius Zusage zum Vortrag am 21. Januar 1932 27.10. 1931 Brief von Dr. Möbius an Dr. Zeh, Heppenheim Mitteilung, dass der Vortrag im Hörsaal des HLM stattfinde; gutes und billiges Hotel „Zur Krone“, Frankfurter Str. 36 Aktenverz. 2 S. 279 01.11. 1931 Postkarte an Museumsverein Austrittserklärung Otto Ullmann /notiert Nr. 131/ Aktenverz. 2 ohne S. 05.11. 1931 Brief an Museumsverein Austrittserklärung Otto Ullmann /Nr. 92 notiert/ Aktenverz. 2 S. 279 09.11. 1931 Brief von Frl. Habermehl an Bruno Jacob Bitte um Korrektur einer Überweisung Aktenverz. 2 S. 281 12.11. 1931 Brief von Frl. Habermehl an Bruno Jacob Bitte um 10 Mitgliedskarten für Lehrer der Luisenschule Aktenverz. 2 S. 282 17.11. 1931 Brief von Frl. Habermehl an Bruno Jacob Mitteilung über Einnahmen von Führungen Aktenverz. 2 S. 283 17.11. 1931 Quittung 11.- M für Führungen Aktenverz. 2 S. 284 25.11. 1931 Brief von Habermehl an Dr. Zeh, Heppenheim Rücksendung eines Heftchens „Hildesheims kulturelles Leben 1927/28“ Aktenverz. 2 S. 285 26.11. 1931 Brief von Dr. Möbius an Dr. Massow, Berlin C., Altes Museum Bitte um Terminmitteilung für Vortrag Aktenverz. 2 S. 286 28.11. 1931 Brief von Dr. Luthmer an Fritz von Unruh, Oranien b. Diez, Unterlahn-Kreis Arbeitsgemeinschaft der kulturellen Vereine plant zum Goethe-Jubiläum 1932 eine Feier. „Ich erinnere mich mit besonderem Vergnügen Ihrer schönen Goethe-Ansprache in Frankfurt.“ Bitte um Mitwirkung. Aktenverz. 2 S. 287 30.11. 1931 Brief von Paul Wertheim, S.J. Werthauer Jr. Nachfolger, Bankgeschäft, Kassel, Königsplatz 57, an den Museumsverein Austrittserklärung zum 1. Januar 1932 /Nr. 161 notiert/ Aktenverz. 2 ohne S. 56 02.12. 1931 Briefkopf Kasseler Museumsverein E.V., Salzmannstr. 2 Einladung zur Ausschuß-Sitzung des Kasseler Museumsvereins am Dienstag, 8. Dez., vormittags 11.45 im Lesesaal des Kupferstichkabinetts Wilhelmshöher Platz 6 Tagesordnung: 1. Jahresbericht 1930/31 2. Rechnungslegung 3. Verschiedenes „Vor Beginn der Sitzung soll 11 Uhr 30 im Landesmuseum erstmals die neue Abteilung historischer Kostüme des 17. bis 19. Jahrhunderts besichtigt werden, nach Schluß auf Wunsch die Einrichtung des Kupferstichkabinetts und der Kunstbibliothek.“ Der Vorsitzende Aktenverz. 2 S. 289 07.12. 1931 Brief von ? Hoffmann, Schmidt´sche Heißdampfgesellschaft, Kassel-Wilhelmshöhe an den Museumsverein Austrittserklärung „infolge der jetzigen wirtschaftlichen Verhältnisse“ Aktenverz. 2 ohne S. 08.12. 1931 Brief von Paul Ehrenberg an den Herrn Vorsitzenden des Kasseler Museums-Vereins Sagt Teilnahme an der Sitzung ab, da er vormittags nicht könne. Aktenverz. 2 S. 290 14.12. 1931 Brief an Dr. Becker, Kassel, Ständeplatz 17 Überweisung von 50.- M an Herrn Studiendirektor Dr. Schoof, Hersfeld, für die dortige Museumsarbeit Aktenverz. 2 S. 293 [eigentlich zur Akte Museumsverband] 16.12. 1931 Brief des Museumsvereins an die Knaben-Mittelschule, z. Hd. von Herrn Lehrer Mäder, Frankfurter Str. 26, Kassel Dank für die Abrechnung der Mitgliedskarten Aktenverz. 2 ohne S. 27.12. 1931 Brief von Georg Blass an den Museumsverein Austrittserklärung /Nr. 254 notiert/ Aktenverz. 2 ohne S. 27.12. 1931 Brief von Goens, Studienrat, an Museumsverein Austritt „infolge der bevorstehenden neuen Gehaltskürzung“ /notiert Nr. 217/ Aktenverz. 2 ohne S. 28.12. 1931 Brief von Dr. Anz, Ober- landesgerichtspräsident, an Museumsverein „Zu meinem lebhaften Bedauern zwingen mich die wirtschaftlichen Verhältnisse, meinen Austritt aus dem Museumsverein zu erklären.“ /Nr. 53 notiert/ Aktenverz. 2 ohne S. 07.01. 1932 Postkarte von Frl. C. Jürgens an den Museumsverein Schickt Mitgliedskarte zurück, da sie ab 1. Juni 1931 über den Bühnenvolksbund Mitglied sei. Aktenverz. 2 ohne S. 07.01. 1932 Brief von Dr. v. Behm an den Museumsverein Austrittserklärung wegen der Wirtschaftskrise /Nr. 61 notiert/ Aktenverz. 2 ohne S. 1932 08.01. 1932 Brief von Eugenie Wertheim, S.J. Werthauer Jr. Nachfolger Bankgeschäft, Königsplatz 57, an den Museumsverein Mitgliedsbeitrag für 1932 sei überwiesen. Austritt mit Ende des Jahres. /Nr. 40 2x notiert/ Aktenverz. 2 ohne S. 08.01. 1932 Brief von Lorenz Vaupel, Gr. Rosenstr. 21, an den Museumsverein Abmeldung /Nr. 188 notiert/ Aktenverz. 2 ohne S. 11.01. 1932 Brief von Ernst Immerle, Direktor der Hessischen Heímstätte, Jordanstr. 1, an den Museumsverein Austritt „infolge der schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse“. /Nr. 136 notiert/ Aktenverz. 2 ohne S. 11.01. Brief der Schmidt´schen Erneuter Brief mit Verweis auf den vom Aktenverz. 2 57 1932 Heißdampfgesellschaft, Kassel-Wilhelmshöhe, Rolandstr. 2, an den Museumsverein 07.12.1931 /Nr. 155 notiert/ ohne S. 12.01. 1932 Brief von Blastrock, Kleiderfabrik Max Deutsch, an den Museumsverein Er wisse nicht, wie er zu der Mitgliedschaft gekommen sei. Er zahle 7.- M als Spende, aber nicht als Mitgliedsbeitrag. /Nr. 242 notiert/ [unter dieser Nr. steht im Mitgliedsbuch ein Robert Fürst!] Aktenverz. 2 ohne S. 12.01. 1932 Postkarte von Dr. Richard Wolff, Weinbergstr. 11, an den Museumsverein Mitgliedsbeitrag für 1932 bezahlt, aber Austrittserklärung. / notiert unter Nr. 134/ Aktenverz. 2 ohne S. 13.01. 1932 Brief von Frl. Habermehl an Bruno Jacob Mitteilung über zurückgegebene Karten des Bühnenvolksbundes und der Volkshochschule. „Außerdem füge ich 2 Mitgliedskarten der Freiinnen Waitz von Eschen bei; um Erneuerung und Rückgabe der letzteren bis Ende dieser Woche ist gebeten worden.“ Aktenverz. 2 S. 294 14.01. 1932 Brief von Dr. Möbius an Studienrat Dr. Freytag, Münden Anfrage wegen eines Vortrags in Münden von Dr. Zeh über das Osebergschiff Aktenverz. 2 S. 296 15.01. 1932 Notiz für die Redaktionen des Kasseler Volksblatts und der Kasseler Neuen Nachrichten Ankündigung eines Kurzvortrags mit anschließender Führung von Dr. Hallo im Rahmen des Kasseler Museumsvereins: „Wie benützt man das Kupferstichkabinett?“ Mitglieder haben freien Eintritt, Nichtmitglieder zahlen 50 Pfennig Aktenverz. 2 S. 297 16.01. 1932 Brief von Frl. Habermehl an Bruno Jacob mit Anlage Bitte darum, das Kündigungsschreiben von Dr. Hans Vogel, Dozent für Kunstgeschichte an der Kasseler Akademie, zu akzeptieren: „Infolge der geplanten Auflösung der Kunstakademie hat Herr Dr. Vogel mit Wirkung vom 1.4. ds.Js. gekündigt bekommen. /Nr. 287 notiert/ Aktenverz. 2 S. 298 17.01. 1932 Brief der Anthroposophischen Gesellschaft an den Museumsverein Aufgabe der korporativen Mitgliedschaft; Rückgabe der Karten. Aktenverz. 2 ohne S. 15.01. 1932 Postkarte von Dr. Zeh, Heppenheim, an Dr. Möbius Wegen Anschluss-Vortrag in Münden Aktenverz. 2 S. 300 23.01. 1932 Postkarte von Dr. Zeh, Heppenheim, an Dr. Möbius Wegen Anschluss-Vortrag in Münden Aktenverz. 2 S. 299 19.01. 1932 Brief von Dr. Möbius an Dr. Zeh, Heppenheim Noch nichts wegen Anschluss-Vortags ergeben. Aktenverz. 2 S. 301 20.01. 1932 Brief von Dr. Leporini, Wien, Kustos der Albertina Anfrage wegen eines Vortrags im März oder April, mit verschiedenen Themenvorschlägen Aktenverz. 2 S. 302 20.01. 1931 Postkarte von Dr. Martin Freytag, Münden, an Dr. Möbius Ablehnung eines Vortrags von Dr. Zeh, da augenblicklich eine Fülle heimatkundlicher Vorträge gehalten werde. Aktenverz. 2 ohne S. 20.01. 1931 Brief von Bankdirektor Otto Wolff, Handelsgerichtsrat, an den Museumsverein Beendigung der Mitgliedschaft zum Ende des Jahres 1932. /Nr. 135 notiert/ Aktenverz. 2 ohne S. 22.01. 1931 Brief von Dr. Luthmer an Dr. Heinrich Leporini, Albertina, Wien I, Augustinerbastei 6 „Leider ist es jetzt nicht mehr möglich, einen entsprechenden Abend zu arrangieren. Die in Betracht kommenden Vereine haben im vorigen Jahr eine kulturelle Arbeitsgemeinschaft gegründet, in der die angeschlossenen Vereine nur mit einem Aktenverz. 2 S. 303 58 rationierten Programm auftreten dürfen. Das Gesamtprogramm ist schon im Sommer aufgestellt worden und kann nicht mehr ergänzt werden. Vielleicht ergibt sich im nächsten Winter Gelegenheit.“ 26.01. 1931 Rechnung der Staatl. Kunstsammlungen für den Museumsverein „Für Bedienung des Lichtbildapparats gelegentlich des Vortrages von Herrn Dr. zeh, Darmstadt, über das Osebergschiff am 21. d.Mts.. für Aufsichtsdienst, Beleuchtung, Heizung, Reinigung erlauben wir die baren Auslagen mit 15.- Mk. zu berechnen.“ /Zu verteilen auf: Hess. Gesch.Ver., Ver. F. Heimatschutz, Handels u. Gew.Ver., Mus.Verein / Teilbetrag 3.75 RM/ Aktenverz. 2 ohne S. 26.01. 1931 Mitteilung des HLM an Museumsverein Einzahlung von 10.- Mk von der hauswirtschaftlichen Frauenschule des Ev. Diakonievereins auf das Konto des Museumsvereins mit Quittung Aktenverz. 2 S. 305-306 26.01. 1931 Brief von Frl. Habermehl, HLM, an Geheimrat Herm. Bormann, Brabanter Str. 8 Zusendung von Mitgliedskarten zum Kasseler Museumsverein, obwohl er sie eigentlich als korporatives Mitglied durch den Kunstverein beziehen müsste. Aktenverz. 2 S. 307 27.01. 1931 Brief von Dr. Luthmer an Else Seelig, Kassel, Mozartstr. 1, III. L. bittet Frau Seelig, die durch irgendeine Korporation Mitglied im Museumsverein werden möchte, sich an einen Verein – Kunstverein oder Hausfrauenverein – zu wenden. Aktenverz. 2 S. 308-309 27.01. 1931 Brief von Dr. Kippenberger, Kunsthist. Museum der Universität Marburg, an Dr. Luthmer, Tgb. Nr. 519 „Infolge der geänderten wirtschaftlichen Verhältnisse erscheint auch eine Anpassung der Mitgliederbeiträge für den Museumsverein [Marburg] an diese zweckmäßig zu sein. Wir möchten daher vorschlagen, den bisherigen Beitrag für ordentliche Mitglieder von 6 M auf 5 M herabzusetzen.“ Bitte um Einverständnis. Aktenverz. 2 S. 310 29.01. 1931 Antwort von Dr. Luthmer an Dr. Kippenberger „Lieber Herr Kippenberger! Mit dem Vorschlag zur Senkung des Mitgliederbetrages bin ich einverstanden. In Kassel sind wir bei den 6.- Mk. geblieben, weil die Abwärtsbewegung des Mitgliederbestandes vorläufig nur geringfügig ist. […]“ Aktenverz. 2 S. 311 27.01. 1931 Handschr. Brief von Dr. Zeh an Direktor Luthmer Zeh bittet um Fürsprache für einen Vortrag zum Isenheimer Altar. Aktenverz. 2 S. 312 29.01. 1931 Antwort von Dr. Luthmer an Dr. Ernst Zeh Der Vortrag sei in einer Sitzung der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Verbände positiv verhandelt worden. Aktenverz. 2 S. 313 28.01. 1931 Der Standort-Älteste Oberstleutnant ? an Dr. Luthmer „Für den von Euer Hochwohlgeboren am 26.1.32 vor dem Offizierskorps des Standortes gehaltenen Vortrag über „Tracht und Mode in ihren Wechselbeziehun- gen“ wird das Standortkommando vereinba- rungsgemäß RM. 70.- als Beitrag für die korporative Mitgliedschaft des Offizierskorps des Standortes beim Kasseler Museumsverein […] überweisen.“ Bitte um Rücksendung der Quittung, am 29.01. erfolgt. Aktenverz. 2 S. 314-315 12.02. Brief von Dr. Luthmer an Major Breithaupt, Kassel, Übersendung eines Exemplars des Programms der Kulturellen Aktenverz. 2 59 1932 Milchlingstr. 5 Arbeitsgemeinschaft für das Winterhalbjahr S. 318 22.01. 1932 Quittung von Dr. Zeh Quittung für Honorar 100.- Mk. und Unterbringung im Hotel Krone 11,91 M. Aktenverz. 2 S. 319 12.02. 1932 Brief von Dr. Luthmer an Bruno Jacob Das Museum habe die Kosten für den Vortrag von Dr. Zeh über das Osebergschiff am 21.1.1932 übernommen. „Nach den in der Kulturellen Arbeitsgemeinschaft getroffenen Vereinbarungen verteilen sich diese Kosten zu gleichen Teilen unter die nachgenannten Vereinigungen: Geschichtsverein, Verein für Heimatschutz, Handels- und Gewerbeverein und Museumsverein.“ Jacob möge die Vereine um Wiedererstattung des Betrags bitten. Aktenverz. 2 S. 320 17.02. 1932 Brief von Dr. Luthmer an Bruno Jacob L. bittet, den folgenden Text für ein Rundschreiben an die Mitglieder des Museumsvereins und gg.für eine Pressenotiz zu verwenden: „Das Programm des kommenden Sommerhalbjahres soll außer einer Reihe von Außenführungen durch Schlösser und Kirchen sowie von Ausflügen auch praktische Vorführungen künstlerischer und kunstgewerblicher Techniken und alten Handwerksgerätes in hiesigen Museen und Werkstätten umfassen.“ [ Beginn nach Ostern] „Erstmalig wird am 28.2. vormittags 10°° Uhr Frl. Marie Edith v. Villiez über althessische Leinenweberei sprechen und dabei den neu aufgestellten und bespannten Schwälmer Webstuhl im Betrieb vorführen. Im April wird der Posamentiermeister F. Oberlinger die wesentlichen Techniken seines kunstreichen Handwerks zeigen, dann die seit kurzem neu aufgestellte Drechselmaschine des Landgrafen Wilhelm IX. praktisch erläutert werden. […] Leider ist es nicht möglich, zu diesen Vorführungen freien Eintritt zu gewähren. Ein kleiner Unkostenbeitrag wird aber sicherlich gern beigesteuert werden.“ Aktenverz. 2 S. 321 22.02. 1932 Rechnung von H. Keuscher für den Museumsverein Für 4 Führungen in der Staatlichen Gemäldegalerie am 25.10., 8.11.1931 und am 31.1., 21.2. 1932 für 2 Aufsichtsbeamte je 3 RM, summa 12 RM. Aktenverz. 2 ohne S. 22.02. 1932 Brief von Geh. Regierungsrat Dünkelberg an Museumsverein Austrittserklärung zum Jahresende /notiert Nr. 215/ Aktenverz. 2 ohne S. 19.02. 1932 Wilhelm Zimmermann & Co, Baugeschäft, Hardenbergstr. 18 Bitte um Streichung in der Mitgliederliste, da er den Verpflichtungen gegenüber dem Verein nicht mehr nachkommen könne. /Nr. 13 not./ /Da ist leider nichts zu machen/ Aktenverz. 2 ohne S. 23.02. 1932 Brief von Luthmer an Oberregierungsrat Spindler, Landgraf-Karl-Str. 40 Hinweis auf den Vortrag von Dr. v. Massow, Berlin, am 25.02. Aktenverz. 2 S. 322 26.02. 1932 Brief von Frl. Habermehl an Bruno Jacob Diverse Mitteilungen über Einnahmen und Ausstellung von korporativen Mitgliedskarten; Quittungen über Einzahlungen Aktenverz. 2 S. 323-324 60 02.03. 1932 Brief von Luthmer an Bruno Jacob Einzelheiten zur Werkvorführung alter Posamenttechniken als Anlage [nicht beigefügt] Aktenverz. 2 S. 325 03.03. 1932 Mitteilung an Dr. v. Massow, Berlin Honorar sei angewiesen. Zeitungsrezensionen schicke Herr Jacob gesondert zu. Aktenverz. 2 S. 326 29.02. 1932 Postkarte von Kippenberger, Marburg, an Dr. Luthmer Einladung zur Vorstandssitzung des Marburger Museumsvereins im Rathaus am 4. März, 4 Uhr Aktenverz. 2 S. 327 02.03. 1932 Rechnung an den Museumsverein 15.-- Mk. für Auslagen beim Vortrag von Dr. Massow über das Pergamon-Museum Aktenverz. 2 ohne S. 07.03. 1932 Brief von Frl. Habermehl an Stadtkassendirektor Wiegand, Königstor 16 Übersendung von Mitgliedskarten Aktenverz. 2 S. 328 07.04. 1932 Brief von Frl. Habermehl an Jacob 100.- Mk. aus den Einnahmen der Kostüm-Ausstellung des Museumsvereins im Landesmuseum eingezahlt. 12.- Mk. für Aufsichtsdienst Keuscher [s. 22.02.] ausgelegt; mit Quittung Aktenverz. 2 S. 329-330 30.05. 1932 Brief von Käte Mann, Hotel Schirmer an Museumsverein Austritt zum 31.12.1932 /Nr. 191 not./ Aktenverz. 2 ohne S. 30.05. 1932 Handschr. Notizen über den Museumsverband Aktenverz. 2 S. 331-333 [eigentlich zur Akte Museumsverband ] 30.05. 1932 Anfrage Dr. Becker an Prof. Luthmer Abschrift aus der Fuldaer Zeitung über ein Dermbacher Rhön-Heimatmuseum; Anfrage, ob das Museum aufgefordert werden solle, dem Museumsverband beizutreten. Antwort Luthmers: Erstmal Prof. Vonderau, Fulda, fragen, ob sich das lohne. Aktenverz. 2 S. 334 [eigentlich zur Akte Museumsverband ] 10.05. 1932 Bericht über Führung in Wilhelmsthal „Im Banne des Rokoko. Mit dem Kasseler Museumsverein in Wilhelmsthal.“ Ausführlicher Bericht über eine Exkursion am 07.05., sicherlich von Bruno Jacob. Aktenverz. 2 S. 335-336 15.06. 1932 Brief von E. Habermehl an Bruno Jacob Mitteilung über noch fehlende Abrechnung der Kostüm-Ausstellung. Aktenverz. 2 S. 340 19.06. 1932 Brief des Geh. Regierungs- rats Dünkelberg an den Museumsverein Austrittserklärung mit Begründung: „Die fortgesetzte steigende Verminderung der Dienstbezüge der Berufsbeamten durch die bekannten Notverordnungen zwingt auch mich wie so viele andere Beamte, alle nicht unbedingt gebotenen Ausgaben zu unterlassen.“ /doppelt s. auch am 22.2.32 abgemeldet/ Aktenverz. ohne S. 02.08. 1932 Quittung für Museumsverein 100.- Mk. Kostüm-Ausstellung Aktenverz. 2 S. 344 24.08. 1932 Mitteilung von Dr. Becker Museumsverband Angabe des neuen Dienstzimmers, Ständehaus, Ständeplatz 8 Aktenverz. 2 S. 345 06.08. 1932 Postkarte von Rudolf Ballin & Co an Museumsverein Mitteilung über den Tod von Rudolf Ballin /Nr. 57, not./ Aktenverz. ohne S. 11.09. 1932 Handschr. Brief von Dr. Zeh Vorschlag für einen Vortrag „Der Isenheimer Altar und die Gesetzmäßigkeit Aktenverz. 2 S. 347 61 an Dr. Möbius deutscher Liedkunst“. 12.09. 1932 Museumsverein Vorschläge für 2 Vorträge und 14 Führungen Aktenverz. 2 S. 348 13.09. 1932 Postkarte von M. Schacht an den Museumsverein Bitte um Aufnahme; Nebenkarte für Emma Siebrecht Aktenverz. 2 ohne S. 22.08. 1932 Brief von Hohenstein an den Museumsverein „Da ich dieser Tage von Kassel fortziehen werde, melde ich hiermit meinen Austritt zum 31. Dezember 1932 an.“ /Nr. 278 not./ Aktenverz. 2 ohne S. 27.09. 1932 Rechnung der Staatlichen Kunstsammlungen an den Museumsverein Auflistung der Einnahmen für und Forderun- gen der Museen an den Museumsverein seit Januar 1932: Gesamtforderung 440,31 Mk. dabei 184.- M an den Museumsverband. Aktenverz. 2 ohne S. 01.10. 1932 Handschr. Brief von Max Hafer an den Museumsverein Austrittserklärung aus wirtschaftlichen Gründen /Nr. 231 not./ Aktenverz. 2 ohne S. 03.10. 1932 Brief von Justizrat Landgrebe an Museumsverein Austrittserklärung: „Notwendige Einschränkungen in meinen Ausgaben […] zwingen mich dazu, meine Beitragspflicht für den Museumsverein zu beendigen.“ /Nr. 141 not./ Aktenverz. 2 ohne S. 03.10. 1932 Brief von Ernst Feldstein an den Museumsverein Kündigung der Mitgliedschaft zum Jahresende. /Nr. 35 not./ Aktenverz. 2 ohne S. 05.10. 1932 Brief von Heinrich Wenzel an den Museumsverein Meldet sich und seinen Mitinhaber Conrad Wenzel ab. /not. Nr. 166/ Aktenverz. 2 ohne S. 05.10. 1932 Brief der Kohlenhandlung Piepmeyer & Co. an den Museumsverein Mitteilung, dass W. Piepmeyer verstorben sei. /Nr. 111 not./ Aktenverz. 2 ohne S. 05.10. 1932 Brief von Heinrich Boecker, Nahlstr. 3, an den Museumsverein Austrittserklärung /Nr. 233 not./ Aktenverz. 2 ohne S. 05.10. 1932 Postkarte von Major Wulff an den Museumsverein Aufnahmeantrag; Beikarte für seine Frau Aktenverz. 2 ohne S. 06.10. 1932 Postkarte von Max Gerpott an den Museumsverein Mitteilung, dass er über den Kunstverein korporatives Mitglied sei Aktenverz. 2 ohne S. 08.10. 1932 Brief von Frl. Habermehl an Bruno Jacob Dr. Luthmer habe Herrn Prof. M. Meyer, Querallee 46, und seiner Tochter für 1932 eine Freikarte des Museumsvereins ausgehändigt. Meyer will keinen Mitgliedsbeitrag zahlen. Aktenverz. 2 ohne S. 17.10. 1932 Brief von Richard Gotthelft, Sophienstr. 5, an den Museumsverein Gotthelft ist Mitglied des Aufsichtsrats der Aktiengesellschaft für Druck und Verlag, vorm. Gebr. Gotthelft. Kassel, Verlag des Kasseler Tageblatts. Austrittserklärung. /Nr. 37/ Aktenverz. 2 ohne S. 18.10. 1932 Notiz „Herr Erich Grimm, Kassel, hat zu den Veranstaltungen des Kasseler Museums- vereins Kassel freien Eintritt. Die Direktion der Staatlichen Kunstsammlungen: I.A. /Ha/ Aktenverz. 2 S. 357 20.10. 1932 Brief von Frl. Habermehl an Bruno Jacob Einnahmemitteilung: 1.- M für Führungen von Dr. Hallo und Dr. v. Lepel und Quittung der Einzahlung Aktenverz. 3 S. 1-2 21.10. 1932 Brief von Dr. Erich Lewinski an den Museumsverein Kündigung der Mitgliedschaft zum 31.12.1932 /Nr. 193/ Aktenverz. 3 ohne S. 24.10. 1932 Abschrift eines Briefes des Museumsvereins an den Museumsverband für „Im August 1931 legte der Kasseler Museumsverein für Rechnung des Museumsverbandes RM 100.-- Honorar Aktenverz. 3 ohne S. 62 Kurhessen und Waldeck pro August für Geschäftsführer Jacob vor, der zum 1. Juli noch nicht gekündigt war und der im Hinblick auf die zur Bearbeitung in Aussicht genommene Mühlen-Statistik auf den September- Gehalt verzichtete. Mit der Bitte, um tunlichst baldige Rückvergütung des obigen Betrages auf unser Konto bei der Dresdner Bank zeichnen wir mit vorzüglicher Hochachtung KASSELER MUSEUMSVEREIN E.V.“ 27.10. 1932 Brief von Dr. Heinrich Leporini, Wien, Kustos der Albertina, an Dr. Luthmer Angebot, in der Zeit vom 5.-20. Dezember oder 10.-31. März einen Vortrag zu halten. Fünf Themenvorschläge zur Auswahl. Aktenverz. 3 S. 4 01.10. 1932 Notiz C. v. Brocke an den Kasseler Museumsverein Austrittserklärung /Nr. 66/ Aktenverz. 3 ohne S. 03.11. 1932 Antwort von Dr. Luthmer an Dr. Leporini, Wien Das Vortragsprogramm stehe seit dem Spätsommer fest und sei in Druck gegeben; ein Vortrag sei in diesem Jahr nicht möglich. Aktenverz. 3 S. 5 05.11. 1932 Notiz von Prof. Sautter, Schöne Aussicht 3, an Museumsverein Einzahlungsquittung über 12.- M für 1931 und 1932 und Austrittserklärung. /Nr. 118/ Aktenverz. 3 ohne S. 07.11. 1932 Postkarte von Dr. A. Heermann an Museumsverein Austrittserklärung /Nr. 183 not./ Aktenverz. 3 ohne S. 10.11. 1932 Postkarte von Helm, z. Zt. Germ. Nationalmuseum Nürnberg, an Dr. Luthmer Es geht um einen Fragebogen und die Bezahlung eines Artikels durch den Museumsverband. Aktenverz. 3 S. 6 [eigentlich zur Akte Museumverband] 23.11. 1932 Brief von Frl. Habermehl an Bruno Jacob Bitte um Übersendung der Mitgliedskarten an Frl. Frieda Buchholz, Hausdame von Alexander Fiorino, Kassel, Kaiserstr. 13 Aktenverz. 3 S. 13 23.11. 1932 Brief von Paul Mardorf, Engel-Apotheke, Ob. Königstraße 21, an den Museumsverein Austrittserklärung zum 01.01.1933. /Nr. 172 not./ Aktenverz. 3 ohne S. 28.11. 1932 Postkarte von Frl. Habermehl an Bruno Jacob Bankier Andreas Schmidt, Terrasse 11, wünscht, als Mitglied aufgenommen zu werden. /Nr.295/ Aktenverz. 3 ohne S. 28.11. 1932 Brief von Dr. Luthmer an Syndikus Dr. Hoffmann, Lessingstr. 12 Übersendung der Mitgliedskarte für 1933 für ihn und seine Frau. /Nr. 296/ Aktenverz. 3 ohne S. 26.11. 1932 Abschrift eines Briefes von Dr. Vonderau, Fulda, an HLM Die Lokalfrage für die Hamann-Ausstellung löse sich. Die Landesbibliothek, Dir. Dr. Theele, stelle in ihrem Neubau den Ausstellungssaal zur Verfügung. Aktenverz. 3 S. 15 06.12. 1932 Brief von Frl. Habermehl an Bruno Jacob Abrechnung der Kulturellen Arbeitsge- meinschaft. „Hoffentlich bekommen wir nun auch bald das verauslagte Geld vom Museumsverein zurück; der Betrag fehlt uns sehr. Ich habe noch eine ganze Anzahl Rechnungen liegen, die ich erst zur Anweisung bringen kann, wenn wir die dem Museumsverein vorgestreckten Gelder zurückerhalten haben.“ Aktenverz. 3 S. 16 13.12. 1932 Brief des Bärenreiter- Verlags an den Museumsverein Druckerei-Rechnung vom 05.01.1931 im Betrage von 431 M sei noch nicht beglichen. Aktenverz. 3 ohne S. 16.12. 1932 Postkarte von Prof. Dr. Fr. Babinger, Bregenzer Str. 4, Bedauern über das Nichtzustandekommen eines Vortrags. Angebot an einem Stich der Aktenverz. 3 S. 18 63 Berlin W.15, an Dr. Möbius beiden persischen Gesandten in Kassel 51600 für 20 RM. „Eigentlich gehören sie in Ihr Museum!“ 29.12. 1932 Rechnung von Ernst Feldmann, Kohlenhandlung, Königsplatz 59, an Bruno Jacob Rechnung über 10 Ztr. Eierbriketts und 30 Ztr. Braunkohlen Räte für 52,30 M Aktenverz. 3 ohne S. 31.12. 1932 Brief von Oscar Schade, Thoméestr. 5, an Museumsverein Kündigung der Mitgliedschaft /Nr. 280/ Aktenverz. 3 ohne S. 31.12. 1932 Brief von Frl. Habermehl an Bruno Jacob Übersendung eines Schreibens der Kulturellen Arbeitsgemeinschaft [nicht in den Akten]. Erinnerung an Zeitungsnotiz über Führungen von Möbius am 08.02.33 und von Hallo am 12.02.33 durch die Ausstellung „Altes Spielzeug“, die ja nicht stattfinden wird. Aktenverz. 3 S. 23 1933 04.01. 1933 Brief von F. Langenberg an Museumsverein Am 6.1.32 Austritt wegen Mangel an Mitteln. Erneute Rücksendung der Mitgliedskarte. / Nr. 175 notiert/ Aktenverz. 3 ohne S. 04.01. 1933 Brief von Hotel-Restaurant etc. „Handelshof“, Fritz Weidle, an Museumsverein Für 1932 bezahlt. Austrittserklärung und Rücksendung der Mitgliedskarten. /Nr. 282 not./ Aktenverz. 3 ohne S. 04.01. 1933 Kasseler Museumsverein an Generalkonsul Rudolf Robrik, Terrasse 28 Übersendung der Mitgliedskarte. Freier Eintritt in das Hessische Landesmuseum, die Staatliche und Städtische Gemäldegalerie, Tapetenmuseum und Naturkundemuseum sowie zu allen Sonderausstellungen darin und allen Führungen und Vorträgen der Kulturellen Arbeitsgemeinschaft. /neu 297/ Aktenverz. 3 ohne S. 05.01. 1933 Brief von Bruno Jacob, Museumsverein, an die Luisenschule Übersendung der neuen korporativen Mitgliedskarten für 1933. Aktenverz. 3 ohne S. 05.01. 1933 Der Regierungspräsident, Kassel, Schlossplatz 2, P. Nr. A 59-1 B., an den Museumsverein Mitteilung, dass Dr. Friedensburg die hiesige Regierungshauptkasse angewiesen habe, den Mitgliedsbeitrag für 1933 in Höhe von 6.- RM auf das Postscheckkonto Nr. 860 – Postscheckamt Frankfurt a./M – zu überweisen. Aktenverz. 3 ohne S. 08.01. 1933 Brief des Museumsvereins an Zahnarzt Dr. Meyer, Königsplatz 36 ½ Begrüßung als neues Mitglied. [Im Mitgliedsbuch: Nie geantwortet, gestrichen] Aktenverz. 3 ohne S. 10.01. 1933 Handschr. Brief des Reichsverbands bildender Künstler, Bezirksgruppe Kassel, e.D., an den Museumsverein Rücksendung von 18 korporativen Mitgliedskarten; nur 2 ausgegeben. Werbung wenig vielversprechend, „da die meisten Künstler sich in einer so schlechten wirtschaftlichen Lage befinden, dass sie von allen nicht unbedingt notwendigen Ausgaben abzusehen genötigt sind.“ Der Vorstand i. A. Ferd. Koch Aktenverz. 3 ohne S. 11.01. 1933 Quittung, unterschrieben von Frau Berneburg Mk. 7.- für den Museumsverein von Frl. Habermehl für Beitrag des Herrn Uhrmacher Nussbaum für 1933 erhalten. Aktenverz. 3 S. 24 11.01. 1933 Quittung Mk 3,80 (Drei Mark 80 Pfg) vom Museumsverein für Kartenverkauf von Mk 38.- erhalten (10 %). /Unterschrift Grohn/ s. fol. 36 / [= Tonkünstler-Verband] Aktenverz. 3 ohne S. 13.1. Brief des Deutschen Abrechnung für 1932 Aktenverz. 3 64 1933 Offiziersbunds, Ortsgruppe Kassel, Ob. Königstr. 2 ohne S. 14.01. 1933 Brief von Dr. Luckhard, Direktor des Staatlichen Friedrichsgymnasiums Er sei Mitglied für die Anstalt geworden; Mittelknappheit der Anstalt zwinge zu den strengsten Sparmaßnahmen; Kündigung ab 1934 Aktenverz. 3 ohne S. 17.01. 1933 Empfangsbescheinigung des Dresdner Bank Für den Museumsverein habe Dr. Luthmer 1,30 RM eingezahlt. Aktenverz. 3 S. 26 17.01. 1933 Brief von Dr. Luthmer an Dr. Wilhelm von Massow, Berlin-Halensee, Nestorstr. 16 Bitte an M., eine Quittung für den Erhalt des Honorars für den Vortrag über den Pergamon-Altar von 75.- Mk auszustellen. Aktenverz. 3 S. 27 19.01. 1933 Brief des Reichsverbands Deutscher Tonkünstler und Musiklehrer e.V., Ortsgruppe Kassel, Kölnische Str. 33, an den Museumsverein Empfangsbestätigung der 20 Mitgliedskarten für 1933 und Rücksendung von 8 Karten für 1932. „Wir sind stets um die Werbung von korporativen Mitgliedern bemüht; die wirtschaftliche Not macht sich aber im Musiklehrerberuf in besonders erschreckender Weise bemerkbar. i.A. F.L. von Meibom, Schriftführerin Aktenverz. 3 ohne S. 20.01. 1933 Brief von Frl. Habermehl an Bruno Jacob Übersendung der gewünschten Quittung von Dr. von Massow. Hinweis auf eine Zeitungsnotiz für die Führung von Dr. Möbius. Aktenverz. 3 ohne S. und S. 28 23.01. 1933 Brief von Frl. Habermehl an Bruno Jacob Bitte um Erwähnung in der Zeitungsnotiz für die Führung von Dr. Möbius „Das hessische Münzkabinett“, dass sie im Hörsaal des HLM stattfinde. Die am 17.01. eingezahlten 1,30 M seien durch eine Sonderführung durch die Kostüm- Ausstellung vereinnahmt worden. Aktenverz. 3 S. 29 mit Durchschrift 25.01. 1933 Brief des Verbands der weiblichen Handels- und Büroangestellten e. V., Sitz Berlin, Geschäftsstelle Kassel, Kurfürstenstr. 6, an den Museumsverein Empfangsbestätigung über 10 Mitgliedskarten. Von den 30 Karten für 1932 seien 7 für 3,50 MK verkauft worden, der Rest gehe zurück. Aktenverz. 3 ohne S. 26.01. 1933 Notizzettel Anmeldung von Frau Dr. Maria Fütterer, Ihringshausen /Nr. 299/ Aktenverz. 3 ohne S. 07.02. 1933 Brief an den Bezirkskonservator Dr. Bleibaum, Kassel, Hinter dem Museum Ankündigung des Beitrags für die Rubrik Kasseler Museumsverein für seine Zeitschrift. Beigefügt ein Nachruf über Dr. Rudolf Hallo. „Kasseler Museumsverein Durch das Ableben Dr. Rudolf Hallos, der am 26. Januar im Alter von 36 Jahren plötzlich dahingerafft wurde, hat der Kasseler Museumsverein einen schweren Verlust erlitten. War der Verstorbene doch der zuverlässigste Helfer bei den vom Verein veranstalteten Führungen und Vorträgen, ein gründlicher Kenner heimatlicher Geschichten und Kultur, ein feinsinniger Interpret ihrer Denkmäler in Kunstsammlungen und Schlössern. Auch in diesem Kreise seines selbstlosen Wirkens wird er nicht vergessen werden. Die Ausstellung des vergangenen Sommers Aktenverz. 3 S. 30-32 65 „Unbekannte Tischbeins“ hat für die Erforschung der hessischen Malerfamilie wichtige Ergebnisse gebracht, die in einem illustrierten Katalog festgehalten werden sollen. Die Vorbereitung dieses Kataloges ist nunmehr so weit gefördert, dass mit seiner Ausgabe demnächst gerechnet werden kann.“ 20.03. 1933 Brief des Präsidialbüros der Regierung Kassel an den Museumsverein „Herr Regierungspräsident Dr. Friedensburg sieht sich infolge seines Ausscheidens aus dem Amt als Regierungspräsident leider genötigt, die Mitgliedschaft zu kündigen. Es wird auftragsgemäß gebeten, dementsprechend das Weitere zu veranlassen. gez. Kurz /Stempel Regierung Kassel, Kanzlei/ Nr. 75 not./ Aktenverz. 3 ohne S. 31.01. 1933 Brief des Standort-Ältesten an Prof. Luttmer [sic] Bitte um eine Quittung über 25.- RM für einen im März vorgesehenen Vortrag. /Betrag an Museumsverein weiterleiten/ Aktenverz. 3 S. 33 21.02. 1933 Brief von Luthmer an den Standort-Ältesten, Schöne Aussicht Übersendung der erwünschten Quittung; Bitte um Überweisung des Betrags auf das Konto des Museumsvereins 21.02. 1933 Sammlung des Schriftverkehrs mit Kunstmaler Deiker, Braunfels Der Bärenreiter-Verlag hatte dem Museumsverein am 5.1.1931 für eine Überschreitung des Druckumfangs von 4 Seiten sowie einen Bildteil, insgesamt 2 Bogen für den Druck der Kataloge „Meisterliche Handzeichnungen“ eine Rechnung von 431.- M gestellt. Am 25. März mahnte der Verlag die Zahlung an. Dem Kunstmaler Deiker, dessen Sammlung in diesem Katalog gedruckt worden war, stellte der Museumsverein am 25. 01.1931 eine Rechnung von insgesamt 543,90 Mk. Am 17. Juni 1931 wird Deiker gemahnt. Am 21.12.1932 wird er mit Einschreiben erneut gemahnt, zumindest eine Teilzahlung zu leisten. Wenn das nicht erfolge, werde der Betrag gerichtlich zwangsweise beigetrieben. Am 08.01.1933 wird eine Teilzahlung von 75.- Mk bestätigt, und es wird eine Ratenzahlung über je 75.- M im Februar, April, Juni, August, Oktober und der Rest im Dezember angeboten. Notiz am 1. Nov. 1933: Deiker schuldet noch RM 468,90. Am 25.01.1933 wird eine Einzahlung von RM 236.- bestätigt. Von den 250.- M, die Deiker Luthmer am 22.08.1932 bezahlt habe, seien im Museum 14.- M verbraucht worden, 200.- M habe Luthmer an Jacob gezahlt, 36.- M von Frl. Habermehl. Aktenverz. 3 ohne S. 07.03. 1933 Brief von Frl. Habermehl an Bruno Jacob Weiterleitung von 20 Karten vom Katholischen Männerverein Aktenverz. 3 S. 37 11.03. 1931 Brief des Direktors der Staatlichen Schlösser und Gärten, Berlin C 2, Schloss, an den Museumsverein Anforderung der Ablösungsgebühr für den unentgeltlichen Besuch der Städtischen Galerie durch Mitglieder des Museumsvereins von 50 RM. /bez. 14.3./ Aktenverz. 3 ohne S. 16.03. Brief von Bruno Jacob an Herrn Fabrikbesitzer Oskar Jacob trägt vor, dass er seit 20 Jahren Material für eine Wirtschaftsgeschichte Aktenverz. 3 66 1933 Henschel, Kassel Kurhessens zusammengetragen habe. Seine gesamte Arbeit sei verloren, wenn ihm nicht geholfen werde, da er durch die Inflation sein Vermögen verloren habe und ihn ein schweres Augenleiden an den Rand der Blindheit geführt habe. Er bittet darum, ihm für ein bis zwei Jahre ein Existenzminimum zu sichern, damit er die Arbeit durchführen könne. S. 123 [Warum dieses Privatschreiben in den Akten ist, bleibt fraglich.] 18.03. 1933 Brief von Dr. Möbius an den Regierungspräsidenten auf die Vfg. Vom 7. ds. Mts. A.VI.A. IIIa. „Ein Gemälde des Schlosses Waldeck ist in den Beständen der Gemäldegalerie nicht vorhanden, also auch nicht an die Regierung ausgeliehen. Nach telephonischer Rück- sprache stellt Herr Regierungsrat Körber fest, dass das fragliche Bild durch Herrn Regierungspräsidenten Friedensburg bei der Einverleibung von Waldeck in Preußen aus dem Behördenhaus in Arolsen nach Kassel überführt sei. Damit dürfte die Angelegenheit für uns erledigt sein. Der Direktor der Staatlichen Kunstsammlungen In Vertretung /Möbius/ Aktenverz. 3 S. 40 21.03. 1933 Buchungsbeleg der Dresdner Bank Mitgliedsbeitrag von Kaufmann Karl Techmer; Austrittserklärung von Techmer Aktenverz. 3 ohne S. 25.03. 1933 Brief von Bruno Jacob an Karl Techmer Bestätigung des Austritts. Bitte darum, bei einsetzender Wirtschaftsbelebung durch Maßnahmen der derzeitigen Reichsregierung wieder Mitglied zu werden. /Nr. 285/ Aktenverz. 3 ohne S. 03.04. 1933 Karte von Regierungsrat Dietrich an den Museumsverein Nicht mehr in der Lage, den Mitgliedsbeitrag zu entrichten. Aktenverz. 3 ohne S. 03.04. 1933 Karte von Dr. Alsberg an den Museumsverein Austritt aus wirtschaftlichen Gründen /Nr. 12 not./ Aktenverz. 3 ohne S. 19.04. 1933 Brief von Franz Hallo, Spohrstr. ½ , an Museumsverein Austrittserklärung /Nr. 30/ Aktenverz. 3 ohne S. 02.05. 1933 Brief von S. Samson an den Kasseler Museumsverein Austrittserklärung /163/ Aktenverz. 3 ohne S. 23.05. 1933 Brief von Moritz Werner, Eschwege, an den Museumsverein Austritt /Nr. 283/ Aktenverz. 3 ohne S. 12.05. 1933 Brief von Frl. Habermehl an Bruno Jacob Abmeldung von Franz Hallo Aktenverz. 3 ohne S. 02.02. 1933 Mehrere Rechnungen der Buchdruckerei Friedrich Scheel, Kassel, Schloßplatz 4 Diverse Rechnungen an den Kasseler Museumsverein für Mitgliedskarten und Beikarten, Vortragspläne der Kulturellen Arbeitsgemeinschaft, Postkarten für die Ausstellung Hessen-Schweden (Juni 1932) zum 300. Todesjahr Gustav Adolfs; Briefumschläge Aktenverz. 3 ohne S. 22.05. 1933 Brief des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde, Kassel, Friedrichsplatz 1 Aufforderung zur Begleichung des Kosten Anteils von 27,46 M für die Vorträge der Kulturellen Arbeitsgemeinschaft 1932/33, Unterzeichnet von Boppenhausen Aktenverz. 3 ohne S. 11.05. 1933 Kulturelle Arbeitsgemeinschaft an den Museumsverein Anschreiben und Abrechnung über die Vorträge im Winter 32/33: Verein für Heimatschutz, Verein für Hessische Geschichte und Landeskunde, Kasseler Museumsverein, Handels- und Aktenverz. 3 ohne S. Scan 67 Gewerbeverein, Verband Deutsche Frauenkultur, Architekten- und Ingenieurverein. 11.05. 1933 Kulturelle Arbeitsgemeinschaft Gemeinsame Vorträge im Winter 1932/33 Bestätigung der Aufstellung durch Luthmer. Vier Vorträge: Geschichtsverein Dr. Hopf, Woringer; Verein für Heimatschutz: Dr. Textor, Dir. Schulz; insgesamt 164,76 RM Aktenverz. 3 ohne S. Scan 30.05. 1933 Quittung „RM zwanzigfünf für Hersfelder Tracht richtig erhalten zu haben bescheinigt hiermit Kassel, den 30. Mai 1933 RM 25.- Frau Margarete Dienemann“ Aktenverz. 3 ohne S. 10.06. 1933 Brief von Dr. Becker, Ständeplatz 8, an die Direktion des Landesmuseums Urlaubsmitteilung Aktenverz. 3 S. 42 13.06. 1933 Brief von Bruno Jacob an Dr. Luthmer Übersendung einer Denkschrift zur Mühlenforschung. Kostenberechnung für Kartei und Kästen für insgesamt 120 Mk. Aktenverz. 3 S. 43 27.06. 1933 Brief von Dr. Martin, Vizepräsident des Landgerichts, an den Museumsverein Austritt wegen Versetzung nach Kiel Aktenverz. 3 ohne S. 30.06. 1933 Brief von Dr. Walter [Landrabbiner] an den Museumsverein Abmeldung zu Jahresende Aktenverz. 3 ohne S. 10.07. 1933 Brief von Frl. Habermehl an Bruno Jacob Einzahlung von 50.- Mk. aus Kartenverkauf für Kostümausstellung. Rücksendung von Karten der Luisenschule. /nicht eingegangen; Betrag im Museum verwandt/ Aktenverz. 3 ohne S. mit Duplikat 11.07. 1933 Brief von Dr. Vilmar, Rechtsanwalt und Notar, Kölnische Str. 5 an den Museumsverein Hierdurch erkläre ich meinen Austritt zum 31. Dezember 1933. Hochachtungsvoll /Vilmar/ Rechtsanwalt Aktenverz. 3 ohne S. 11.07. 1933 Brief des Rechtsanwalts und Notars Dr. Mangold, Justiziar der Fa. Henschel, Friedrichsstr. 2, an Bruno Jacob Mangold bezieht sich auf Jacobs Bitte an Oscar Henschel, „in Gemeinschaft mit anderen Industriellen und Kaufleuten usw. die Mittel zusammenzubringen, die Sie instand setzen, ungehemmt durch die drängendste Not des Tages Ihre wissenschaftliche Arbeit durchzuführen“. Anregung, über eine geeignete Person eine Aktion für diesen Zweck einzuleiten. „Wenn das geschieht, würde ich der Firma Henschel & Sohn A.G. empfehlen, sich mit einem angemessenen Beitrag zu beteiligen.“ Henschel könne von sich aus eine solche Aktion nicht durchführen. Aktenverz. 3 S. 124 Scan 21.07. 1933 Brief von Dr. Luthmer an Dr. Mangold Bestätigung der wissenschaftlichen Vorarbeiten und Teilergebnisse, die Bruno Jacob geleistet habe. „Ein Detailgebiet – die Untersuchung der hessischen Mühlen und Wehre, der wassergetriebenen Eisenhämmer und dgl. und damit der Wasserrechte - bearbeitet Herr Jacob z. Zt. zusammen mit einem Architekten Dr. ing. Stolberg, der die notwendigen Aufnahmen und Risse fertigt im Auftrage des Museumsverbandes für Kurhessen und Waldeck.“ Luthmer schlägt Aktenverz. 3 S. 125 Scan [eigentlich zur Akte Museumsverband] 68 vor, dass dem Museumsverband für die Wirtschaftsgeschichte Mittel zur Verfügung gestellt werden, aus dem die Arbeit des Herrn Jacob gefördert und ihre Publikation ermöglicht werden könnte. Beilage: Das erste Heft der Trachten, die der Museumsverband erforsche. 04.08. 1933 Notiz von Dr. Luthmer Herr Dr. Schombardt sei Mitglied des Museumsvereins; es werde ihm deswegen gestattet, die Sammlungen zu besuchen. [Im Mitgliederbuch ist Herr Dr. Schombardt nicht verzeichnet; vielleicht war er korporatives Mitglied.] Aktenverz. 3 S. 48 12.08. 1933 Notiz für Dr. Becker von Habermehl Hinweise auf Abbildungen von Trachten Aktenverz. 3 S. 51 Abschrift für ein Forschungsvorhaben Empfehlung, eiszeitliche Relikte von aufzuspüren Aktenverz. 3 S. 59 und 60 06.09. 1933 Handschr. Brief von Adelheid Ortmann an den Museumsverein Austrittserklärung aufgrund dringender geldlicher Verpflichtungen /289/ Aktenverz. 3 ohne S. 15.09. 1933 Brief von Dr. von Lorentz an den Museumsverein Austrittserklärung Aktenverz. 3 ohne S. 19.09. 1933 Brief von Dr.Luthmer an Dr. Mangold, Henschelverwaltung, Henschelstr. 2 Erinnerung an das Schreiben, Bruno Jacob und die hessische Wirtschaftsgeschichte betreffend Aktenverz. 3 S. 79 20.09. 1933 Postkarte von Daltrop, Landgerichtspräsident, an den Museumsverein Austrittserklärung mit „Rücksicht auf meine Versetzung nach Frankfurt“ Aktenverz. 3 ohne S. 29.09. 1933 Postkarte von B. Fröhlich an den Museumsverein Austrittserklärung /77/ Aktenverz. 3 ohne S. 29.09. 1933 Postkarte von Emil Rubensohn, Köln. Str. 51 an den Museumsverein Austrittserklärung /164/ Aktenverz. 3 ohne S. 09.10. 1933 Brief von Ernst und Emy Rubensohn an den Museumsverein Austrittserklärung [ohne Begründung] Aktenverz. 3 ohne S. 10.10. 1933 Brief von Max Feldstein an den Vorstand des Kasseler Museumsvereins „Als Nichtarier fühle ich mich gezwungen, hierdurch meinen Austritt aus Ihrem, von mir hochgeschätzten Vereine, zu erklären. Ich bedaure dies umsomehr, als ich schon seit langen Jahren die Ziele und Bestrebungen Ihres Vereins stets gern und freudig unterstützt habe. Hochachtungsvollst Max Feldstein Aktenverz. 3 ohne S. 13.10. 1933 Brief von Rechtsanwalt und Notar Dr. David Goldschmidt, Spohrstr. 1, Austrittserklärung [ohne Begründung] Aktenverz. 3 ohne S. 18.10. 1933 Brief von Buchdruckerei A. Bernecker, Melsungen, Buch Nr. 1959, an den Museumsverein Mahnung, dass noch RM 120,80 an Rechnungen offen stehen. [Zusammensetzung siehe 23.10.Scan] Aktenverz. 3 ohne S. 21.10. 1933 Brief von Bruno Jacob an Bernecker Bitte um Aufschlüsselung der Mahnung, da sie mit den eigenen Buchungen nicht übereinstimme Aktenverz. 3 ohne S. 23.10. 1933 Brief von Buchdruckerei A. Bernecker, Melsungen, Buch Nr. 1959, an den Museumsverein Zusammensetzung der Rechnung [siehe 18.10.] und Rechnungen vom 31. Mai und 14. September Aktenverz. 3 ohne S. Scan 69 20.10. 1933 Brief von Emilie Ehrenberg an den Museumsverein „Im Auftrag meines Sohnes teile ich Ihnen in Beantwortung Ihrer gef. Zuschrift mit, dass er von Kassel weggegangen ist, daher aus Ihrem Verein ausgetreten ist und keinerlei Beiträge mehr zahlt. Hochachtungsvoll Frau Emilie Ehrenberg“ Aktenverz. 3 ohne S. 26.10. 1933 Brief von Dr. Luthmer an den Museumsverband für Kurhessen und Waldeck Antwort auf die Aufforderung hin, RM 184.- als Beitrag für 1933/34 zu zahlen: Luthmer gesteht zu, dieses Jahr noch bei dem Betrag zu bleiben, obwohl er der zurückgegangenen Mitgliederzahl nicht mehr entspreche, und rechnet RM 160.- für zwei technische Mühlenaufnahmen im Rahmen der Mühlen- forschung, die für den Museumsverband ausgelegt worden seien, dagegen. Verrechnungsscheck über RM 24 .- als Anlage. Aktenverz. 3 ohne S. 02.11. 1933 Quittung des Landeshaupt- manns in Hessen, Museumsverband, i. A. Dr. Becker Empfangsbestätigung über den Mitgliedsbeitrag des Museumsvereins zum Museumsverband Aktenverz. 3 ohne S. 03.11. 1933 Brief des Museumsverbands an den Museumsverein Rückgabe des Verrechnungsschecks. Die „angeforderten 160.- RM für Zwecke der Mühlenforschung“ seien „im Haushaltplan des Museumsverbandes nicht vorgesehen und können daher auch nicht verausgabt werden.“ „Der Jahresbeitrag des Museumsvereins für 1933/34 ist an der ersten Teilzahlung des Museumsverbandes an das Hessische Landesmuseum in Abzug gebracht worden. Im Auftrage: Dr. Becker“ Aktenverz. 3 ohne S. mit Duplikat 30.11. 1933 Brief von Bruno Jacob an die Buchdruckerei Friedrich Scheel Begleichung der Rechnungen vom 6. Juli und 10. Oktober, zuzüglich 12.- M für den Ausgleich der Beiträge 1932 und 1933. [d.h. diese Beiträge sind Scheel erstattet worden!] Aktenverz. 3 ohne S. mit zwei rechnungen 10.12. 1933 Brief von Apother Wolf Hellwig, Einhorn-Apotheke, Unt. Königstr. 73, an den Museumsverein Austrittserklärung, unterzeichnet mit Heil Hitler /Nr. 250/ [Erster so unterzeichneter Brief] Aktenverz. 3 ohne S. 08.12. 1933 Abschrift eines Schreibens der Reichskammer der bildenden Künste an den Museumsverein Marburg, Az. I.40./8.12 Tgbch. Nr 1183/33. Das Schreiben betrifft Museumsvereine nach § 4 der Verordnung zur Durchführung des Reichskulturkammergesetzes vom 1. November 1933 (RGBL. I, S. 797): Aufforderung, zur Prüfung der Aufnahme in die Reichskulturkammer Unterlagen einzureichen. Aktenverz. 3 S. 97 Scan 15.12. 1933 Brief von Frl. Habermehl an Bruno Jacob Übersendung des Inventarisationsberichts über Mühlen im Reg. Bez. Kassel von Dr. Stolberg. Aktenverz. 3 ohne S. 18.12. 1933 Postkarte von Dr. Schroeder, Präsident i.R., Hohenzollernstr. 174, an den Museumsverein Austrittserklärung [ohne Begründung] [Für Schroeder sind keine Beitragseingänge verzeichnet; er war vermutlich als Präsident des Landesverwaltungsamts Mitglied ohne Beitrag] /Nr. 122/ Aktenverz. 3 ohne S. 19.12. Brief von Max Ikenberg, Kirchweg 82, an den Austrittserklärung; er habe sich schon vor längerer Zeit abgemeldet. /Nr. 88/ Aktenverz. 3 70 1933 Museumsverein ohne S. 21.12. 1933 Brief von Dr. iur. Kurt Grünbaum, Wolfhager Str. 55, an den Museumsverein „Ich bedauere, Ihnen die mir frdl. übersandte Mitgliedskarte für 1934 anliegend wieder zurückgeben zu müssen. Da nach wiederholten Auslassungen der massgeblichen Stellen ein Jude weder das Recht noch die Fähigkeit hat, sich um Dinge des deutschen Kulturlebens zu kümmern, sehe ich keine Möglichkeit, meine Mitgliedschaft im Museumsverein aufrecht zu erhalten. Dass für mich wie für die Mehrzahl der deutschen Juden gleichwohl der Anteil an der deutschen Kultur unverlierbarer Besitz ist, vermag an diesem Tatbestand lei-der nichts zu ändern. Mit vorzüglicher Hochachtung! Dr. Kurt Grünbaum Anlage /Nr. 224/ Aktenverz. 3 ohne S. Scan 21.12. 1933 Brief von Oberstudien- direktor Paeckelmann, Wilhelmsgymnasium, an den Museumsverein Bitte, ihn in der Mitgliederliste für 6.- M zu streichen; stattdessen nehme er für sich und seine Frau zwei korporative Karten über das WG. „Heil Hitler!“ [Zweiter so unterzeichneter Brief] Aktenverz. 3 ohne S. 22.12. 1933 Brief von Dipl. Ing. S. Hoffmann, Generaldirektor der Schmidt`schen Heißdampfgesellschaft, an den Museumsverein „Die von Ihnen gesandte Mitgliedskarte für 1934 gebe ich anbei zurück. Herr Hoffmann ist ins Ausland verzogen und hat fast alle deutschen Mitgliedschaften aufgehoben. U. a. hat er Weisung erteilt, dass dem Kasseler Museumsverein keine Zahlung zu leisten ist.“ /Nr. 150/ Aktenverz. 3 ohne S. 29.12. 1933 Brief von Paul Heidelbach, Hohenzollernstr. 15, an den Museumsverein Er habe in den letzten Jahren die Mitgliedskarte für 1.- M durch die Kommunalbeamtenvereinigung bezogen; er könne wegen der Unterstützung erwerbsloser Angehöriger mit monatlich über 130.- M keinen höheren Beitrag leisten. /236/ Aktenverz. 3 ohne S. Verzeichnis ohne Datum Anmeldungen zum Museumsverein von Nr. 291 bis 313 (bis 1937) Aktenverz. 3 ohne S. 1934 09.01. 1934 Verband der weiblichen Angestellten, Kurfürstenstr. 6, an den Museumsverein [Neu: Hakenkreuz im Briefkopf] Eingangsbestätigung der korporativen Mitgliedskarten; von 10 3 zurück „Heil Hitler!“ Aktenverz. 3 ohne S. 29.01. 1934 V. H. Hanner, Bonn, an den Museumsverein Anfrage, ob Steinle-Verehrer bekannt seien, da er drei Bilder von Steinle verkaufen wolle. Aktenverz. 3 S.100 29.01. 1934 Notiz von G. Bättenhausen an Museumsverein Scheck über Beitrag für 1934 und Austrittserklärung /291/ Aktenverz. 3 ohne S. 02.02. 1934 Brief von Dr. Luthmer an V. H. Hanner, Bonn, Adolfstr. 47 Weitergabe der Anfrage wegen der Steinle- Bilder an Dr. Pissin, Humboldtstr. 6 Aktenverz. 3 S.101 06.02. 1934 Brief von Dr. Möbius an Th. Hoffmeyer, Ziegengasse 28 Bitte um Besprechung wegen gemeinsamer Führung Aktenverz. 3 S.103 10.02. Brief von Sophie Schmidt Mitteilung, dass sie von den 30 Karten für Aktenverz. 3 71 1934 vom Vaterländischen Frauenverein vom Roten Kreuz, Humboldtstr. 18, an den Museumsverein 1934 nur 14 unterbringen konnte ohne S. 22.02. 1934 Brief von Berta Martin, Studienrätin an der Malwida-von-Meysenbug- Schule, Kaiser-Friedrich- Str. 48, an den Museumsverein Mitteilung über drei verkaufte Karten mit Einzahlungsquittung Aktenverz. 3 ohne S. 28.02. 1934 Standortkommando an den Museumsverein Mitteilung der Überweisung von 75.- M für die Mitgliedskarten Aktenverz. 3 ohne S. 06.03. 1934 Der Direktor der Staatlichen Schlösser und Gärten Rechnung über Ablösungsgebühr von RM 50.- für den unentgeltlichen Besuch der Städtischen Galerie in Berlin durch Mitglieder des Museumsvereins. /überwiesen 26.3.34/ Aktenverz. 3 ohne S. 23.03. 1934 Brief des Bärenreiter- Verlags an den Museumsverein z. Hd. Prof. Dr. Luthmer Mahnung, dass für die Rechnung vom 5.1.31 immer noch 331.- M ausstehen. 100.- M seien am 13.12.1932 zugestellt worden. Teilbetrag erbeten. /RM 100.- angewiesen am 27.3.34 L./ Aktenverz. 3 ohne S. 07.04. 1934 Postkarte des Stadtge- schichtlichen Museums Leipzig an den Ring deut- scher Heimatmuseen, hier Landesmuseum Einladung zur 18. Tagung in Erfurt am 6. Mai 1934 durch die Vereinigung mitteldeutscher Ortsmuseen Aktenverz. 3 S.107 17.04. 1934 Brief von Dr. Luthmer an Prof. Dr. Waldschmidt, Bad Wildungen Mitteilung, dass beim Besuch des Wildunger Museumsvereins einer der Teilnehmer eine Fahrkarte verloren habe. Er könne sie am Hauptbahnhof abholen. „Mit freundlichem Gruß und Heil Hitler!“ [Erster Brief Luthmers, der so unterzeichnet ist] Aktenverz. 3 S.108 04.05. 1934 Brief von W. Range, Hofjuwelier, Königstr. 49, an den Museumsverein Austrittserklärung „Mit deutschem Gruß“ /182/ Aktenverz. 3 ohne S. 22.05. 1933 Brief von v. Scheele, Major und Adjutant beim J.Vü.V an Dr. Luthmer Bitte um Unterzeichnung der Quittung für den Beitrag an den Museumsverein Aktenverz. 3 S.109 09.05. 1934 Brief von Dr. Luthmer an den V. d. F. Berlin Bitte um Sonderdrucke des Aufsatzes von Prof. Matschoss für die dem Museums- verband angeschlossenen Heimatmuseen. In Gemeinschaft mit Herrn Dr. Lindner vom Reichsbund für Volkstum und Heimat sei eine genaue Aufnahme aller alten boden- gebundenen Handwerke im Hessenlande durchgeführt worden. „Heil Hitler!“ /gez. Lu/ Aktenverz. 3 S.116 [eigentlich zur Akte Museumverband] 08.06. 1934 Brief des Geh. Justizrats Adolf Dunker, Hannover, Sedanstr. 9, an das Landesmuseum Bezug auf das Vorhaben Dr. Luthmers, hessische Familienbildnisse nachzuweisen und zu inventarisieren. Er bittet um Aufnahmezettel, da er 5 Ölgemälde, 2 Kasselbilder, 2 Miniaturen und einige Stiche besitze. Aktenverz. 3 S.117 09.06. 1934 Antwort von Dr. Luthmer an Adolf Dunker Übersendung einiger Kartothekblätter. Bitte um Fotos aus der hessischen Verwandtschaft. Aktenverz. 3 S.118 Liste ohne Datum 28 bodenständige hessische Aktenverz. 3 72 Handwerksbetriebe S.119 18.06. 1934 Brief von Adolf Dunker, Hannover, a Dr. Luthmer Übersendung der ausgefüllten Karteiblätter. Aktenverz. 3 S.122 24.06. 1934 Ausflugsliste Ausflug nach Arolsen, Waldeck, Weidelsburg , 12 Teilnemer Aktenverz. 3 ohne S. 02.07. 1934 Rechnung der Buchdruckerei Scheel an den Museumsverein Rechnung für 90 Stück Postkarten, einen Vortrag zur Geweihausstellung betreffend Aktenverz. 3 ohne S. 28.07. 1934 Brief von W. Range, Hofjuwelier, Königstr. 49, an den Museumsverein Begründung des Austritts: Firma sei bei 30 bis 35 Vereinen Mitglied. Aktenverz. 3 ohne S. 03.08. 1934 Brief von Dr. Luthmer an Major Sethe, in F. Salzmann Co, Bettenhausen Dank für die Mitteilungen über die hiesigen Firmen der Textilbranche. Beschränkung auf den Regierungsbezirk, ohne oberhessische Betriebe, wird begründet. Aktenverz. 3 ohne S. 08. 1934 Liste Folgende hessische bodenständige Handwerksbetriebe sind noch aufzunehmen: 28 Betriebe mit Wohnorten von Töpferei bis Knopfmacher Aktenverz. 3 S.129 und 130 14.08. 1934 Der Regierungs-Präsident A.VI.2460, an den Kasseler Museumsverein z. Hd. des Herrn Professors Dr. Luthmer „Die Klärung des Vortragswesens in der Stadt Kassel zu fördern, insbesondere zu einem reibungslosen Programm für den nächsten Winter zu kommen, lade ich Sie zu einer Besprechung im Sitzungssaale des Regierungs-Gebäudes auf Montag, den 20. August, 16 Uhr, ergebenst ein. gez. Von Monbart“ Aktenverz. 3 S.136 16.08. 1934 Postkarte des Magistrats der Landeshauptstadt Linz a. D. Dank für die zugesandten Berichte des Museumsverbandes für Kurhessen und Waldeck Aktenverz. 3 S.133 20.08. 1934 Rechnung der Buchdrucke- rei Scheel für den Museumsverein Rechnung für 200 Begleitkarten und 200 gr. Versandtaschen für 10,60 RM /Beitrag für 1934 RM 6.- abziehen/ Aktenverz. 3 ohne S. 21.08. 1934 Brief von Dr. Luthmer an Sanitätsrat Dr. Wagner- Pauli, Altona Dank für die Fragebogen zur hessischen Bildnisaufnahme Aktenverz. 3 S.134 21.08. 1934 Brief von Dr. Luthmer an Prof. Dr. Waldschmidt, Bad Wildungen Dank für die Fragebogen zur hessischen Bildnisaufnahme Aktenverz. 3 S.135 23.08. 1934 Brief von Friedrich und Fritz Lometsch, Kölnische Str. 5, an Museumsverein Anmeldung an den Museumsverein /300/ Aktenverz. 3 ohne S. 28.08 1934 Brief an Dresdner Bank Tätigung von Überweisungen für Bruno Jacob, Bärenreiter-Verlag, Bernecker, Summe 159,20 RM Hochachtungsvoll Kasseler Museumsverein e.V. i.V. /gez. Luthmer/ Aktenverz. 3 ohne S. 29.08. 1934 Brief von Hermann Polter, Hotel Kasseler Hof, Kurfürstenstr. 2-4, an den Museumsverein Austrittserklärung zum Jahresende /209/ Aktenverz. 3 ohne S. 06.09. 1934 Rechnung Buchdruckerei Scheel an Museumsverein 160 Stck Programm der Veranstaltungen 1934/35, 24,80 RM Aktenverz. 3 ohne S. 11.09. 1934 Postkarte an den Museumsverein Abmeldung aus zwingenden Gründen /299/ Aktenverz. 3 ohne S. 20.09. 1934 Brief an Dr. H. Völker, Leipziger Str. Übersendung der Mitgliedskarte und einer Beikarte Aktenverz. 3 ohne S. 73 05.10. 1934 Brief des Magistrats der Stadt Linz G.Z. 1461/34 an Direktor Luthmer Dank für die Übersendung der Tätigkeits- berichte und Veröffentlichungen.Lob der außerordentlichen und vorbildlichen heimatkundlichen Leistungen. Aktenverz. 3 S. 160 [eigentlich zur Akte Museumverband] 11.10. 1934 Brief von Dr. Luthmer an den Stadtlandmesser G. Rössler, Hansteinstr. 54 Programm des Museumsvereins für den Winter 1934/35 sei schon ausgegeben, ohne ihn noch mal zu fragen wegen seines Vortrags „Die optische und feinmechanische Industrie Alt-Kassels“ am 25. Nov. Aktenverz. 3 S. 159 12.10. 1934 Brief an den Magistrat der Stadt Linz von Dr. Luthmer Übersendung des Tätigkeitsberichts des Museumsverbandes 1934, außerdem ein Heft mit einer Reihe von Bestandsaufnahmen von Handwerksbetrieben Aktenverz. 3 S. 161 [eigentlich zur Akte Museumverband] 13.10. 1934 Brief von Bruno Jacob an Dr. Karl Neurath, Kasseler Post „Sie hatten die Liebenswürdigkeit, sich als Mitglied des Kasseler Museumsvereins bei unserem Geschäftsführer, Herrn Prof. Dr. Luthmer, anzumelden.“ Übersendung der Mitgliedskarte etc. /Nr. 302/ Aktenverz. 3 ohne S. 16.10. 1934 Brief von Luthmer an Dr. Albrecht Kippenberger, Kunsthist.Museum, Biegenstraße „Im Programm der N.S. Kulturgemeinde, die für den ganzen Regierungsbezirk Vorträge zusammenstellt, habe ich auch für Sie einen Vortrag über Friedrich Kunkel, der Hauptmeister der deutschen Glasmacher und seine Schrift, die „ars vitraria“ (mit Bildern seiner Arbeiten) vorgeschlagen. Die Sache ist so gedacht, dass auf Anforderung der einzelnen örtlichen Gemeinden etwa Frankenberg, Hersfeld usw. die Vortragenden an noch näher zu bestimmenden Terminen sich bereithalte. Ein kleiner Beitrag zur Vergütung von Unkosten ist vorgesehen. Hoffentlich sind Sie mit dem Vortrag einverstanden. Ich glaube ja kaum, dass das Programm in dem von der Kulturgemeinde verlangten Umfang überhaupt zur Duchführung kommt. […] Mit deutschem Gruß /gez. Luthmer/“ Aktenverz. 3 S. 173 15.10. 1934 Briefkopf Kasseler Museumsverein e.V. an Dr. Rudolf Braun, Präsident der Industrie- und Handelskammer Kassel, Schloßstr. 474, Melsungen Luthmer trägt als Geschäftsführer des Kasseler Museumsvereins die Bitte vor, eine Ausarbeitung von Bruno Jacob über die Geschichte des hessischen Leinengewerbes mit 500 bis 1000 RM zu finanzieren. Man hätte sich schon an fünf Kasseler Firmen gewandt, aber Salzmann habe Einwendungen gemacht, dass man auch die kleinen Firmen des Schlitzer Landes etc. einbeziehen müsste. Er bittet Dr. Braun, mit den fünf Schwertextilfirmen in Kassel in Verbindung zu treten, um eine für unser Gebiet wichtige historische Grundlage des Gewerbes zu schaffen, und hofft auf seine Vermittlung. [Brief nicht abgschickt, vgl. Brief vom 18. Okt.] Aktenverz. 3 S. 174-175 18.10. 1934 Brief Kasseler Museums- verein e.V. an Dr. Rudolf Braun, Präsident der Industrie- und Handels- kammer Kassel, Melsungen Brief mit demselben Anliegen, Duplikat Aktenverz. 3 S. 176-177 74 18.10. 1934 Brief von Dr. Luthmer an Gustav Weiffenbach, den stellv. Obermeister der Photographen-Innung, Kleine Rosenstraße Erläuterung der Praxis der Auftragsvergabe an Photographen Aktenverz. 3 S. 178 18.10. 1934 Brief an den Bürgermeister Stückrath, Biedenkopf Zusage von 100.- RM für den Verein in Biedenkopf. [sicherlich ein Zuschuss seitens des Museumsverbands] Aktenverz. 3 S. 181 [eigentlich zur Akte Museumverband] 17.10. 1934 Brief von Dr. Margret Heinemann, Ministerialrätin a. D., Germaniastr. 22, an Luthmer Bitte um Zusendung der Satzung, damit sie Mitglied im Museumsverein werden könne. /Nr. 304/ Aktenverz. 3 ohne S. 18.10. 1934 Brief von Dr. Luthmer an Dr. Margret Heinemann, Ministerialrätin a. D., Germaniastr. 2 Übersendung der Vereinssatzung, Möglichkeit, sie für den Museumsverein zu gewinnen. Aktenverz. 3 S. 182 20.10. 1934 Bitte an Jacob, Mitgliedskarte und Satzung zuzusenden. ohne Datum Programm der Veranstaltungen des Kasseler Museumsvereins e.V. im Winter 1934/35 Aktenverz. 3 ohne S. Scan 21.10. 1934 Brief von M. Heinemann an Dr. Luthmer Dank für den schönen Vortrag über Frankenberg. Bitte um persönliche Vorsprache. Aktenverz. 3 S. 183 25.10. 1934 Brief von Rößler an Dr. Luthmer Bereitschaftserklärung für den Vortrag ; bitte um nähere Angaben Aktenverz. 3 S. 184 31.10. 1934 Brief von Dr. Luthmer an Stadtlandmesser Rößler, Hansteinstr. 54 Antwort, Angaben zum Vortrag, Instrumente nach seiner Wahl Aktenverz. 3 S. 185 26.10. 1934 Brief der Industrie- und Handelskammer Kassel/ Mühlhausen, Sitz Kassel, Hauptgeschäftsstelle an Prof. Dr. Luthmer Bezug auf den Brief vom 18. Okt.; Absage, „weil die Firmen durch Spenden aller Art bereits so überlastet sind“, dass der Präsident grundsätzlich eine Einwirkung auf die Firmen unterlässt. Aktenverz. 3 S. 186 31.10. 1934 Brief an Bruno Jacob Abschrift des IHK-Bescheids Aktenverz. 3 S. 187 31.10. 1934 Brief von Kippenberger, Kunsthistorisches Museum der Universität Marburg, Jubiläumsbau, Tgb. Nr. 559/34, an Dr. Luthmer Antwort auf den Brief vom 16. Okt.: Da er der hiesigen Kulturgemeinde schon vier Vorträge zugesagt habe, könne er keine weiteren für die dortige N.S.- Kulturgemeinde übernehmen. Aktenverz. 3 S. 188 ohne Datum Vorträge des Krefelder Museums-Vereins im Wintersemester 1934/35: sechs Vorträge von Dr. Alois Schardt, Berlin, über „Künstlerbekenntnisse“ sowie ein Vortrag von Prof. Dr. Pinder, München Aktenverz. 3 S. 189 Nov. 1934 Quittung über Abschrift und Reinschrift von Berichten über das volkstümliche Handwerk in Hessen 50.- RM /gez. Berneburg/ Aktenverz. 3 S. 194 [eigentlich zur Akte Museumverband] 21.11. 1934 Brief von Trampen, Abteilungspräsident am Landesfinanzamt, Kirchweg 84, an Prof. Luthmer Bezug: Vortrag im Winterprogramm des Museumsvereins von Dr. Kramm über biedermeierliche Idyllen; auch das Tagebuch seines Onkels Nalop „Aus unseren vier Wänden“ solle behandelt werden. Er werde sich bemühen, es von seiner Tante, der es gewidmet sei, zu Aktenverz. 3 S. 195 75 erhalten. Bitte um Einladung an diese Tante Else Koch, Oberzwehren, Rengershäuser Str. 30 01.12. 1934 Antwort Luthmers an Trampen Einladung werde verschickt. Aktenverz. 3 S. 196 01.12. 1934 Brief an Else Koch, Oberzwehren Einladung zum Vortrag Aktenverz. 3 S. 197 09.12. 1934 Handschr. Brief von Else Koch an Luthmer Dank für die Einladung; sie könne wegen schlechter Augen wohl kaum kommen. Das Interesse des allgemeinen Publikums an dem Erinnerungsbuch ihres Vaters werde sicherlich nur oberflächlich sein. Aktenverz. 3 S. 199 03.12. 1934 Rechnung Buchdruckerei Scheel an Museumsverein Nachdruck Winterprogramm 34/35; 1000 Briefumschläge: 13,75 RM Aktenverz. 3 ohne S. 09.12. 1934 Handschr. Brief von Ed. v. Harnier, Geh. Justizrat, an den Museumsverein Austrittserklärung aufgrund schlechter finanzieller Verhältnisse Aktenverz. 3 ohne S. 20.12. 1934 Postkarte von M. Meyer, Querallee 46, an den Museumsverein Austrittserklärung wegen hohen Alters und aus Gesundheitsrücksichten. „Meinen Beitrag für 1934 hat Herr Direktor Luthmer übernommen.“ /Nr. 33/ [Luthmer hat bezahlt und ihn ausbuchen lassen] Aktenverz. 3 ohne S. 21.12. 1934 Quittung Reisekosten-Quittung über 37,30 RM, Luthmer Aktenverz. 3 S. 199c 24.12. 1934 Brief von Bruno Jacob an Prof. Luthmer Übersendung der Arbeit über Rothenditmold mit einer Abschrift des Briefs des Ober- bürgermeisters, der die kritischen Bemer- kungen von Dr. Hopf, Direktor der Landesbibliothek, der sie im Auftrag des Oberbürgermeisters gelesen hatte, enthält: 1.Zu breite, zu detaillierte Darstellung; große Linie geht dem Leser verloren 2. Diktatstil teilweise kein mustergültiges Deutsch 3. Unvollständige Literaturnachweise Jacob empfindet den Angriff als eine bewußte und raffinierte Gemeinheit. Er könne seit sieben Jahren nur diktieren! Aktenverz. 3 S. 200-201 29.12. 1934 Briefe von Luthmer an Jacob Er schickt ihm eine kleine offiziell gedachte Beurteilung der Arbeit, in der er die Behandlung der mittelalterlichen Geschichte als zu breit ansieht, sonst aber ein gelungenes Heimatbuch erwartet. Aktenverz. 3 S. 202-203 1935 03.01. 1935 Brief der Deutschen Angestelltenschaft in der Deutschen Arbeitsfront, Kassel, Akazienweg 22, an den Museumsverein Wegen des Einbaus in die Deutsche Arbeitsfront dürfen die Mitgliedskarten für die korporative Mitgliedschaft nicht mehr verkauft werden. Aktenverz. 3 ohne S. Scan 15.01. 1935 Handschr. Brief von Prof. Dr. E. Waldschmidt, Bad Wildungen, Adolf-Hitler- Str. 64 Mitteilung, dass er Quellen zu Mühlen im Bereich der Wilde gesammelt habe, vor allem aus Kirchenbüchern. Die Mühlengeschichten würden in der Zeitschrift Mein Waldeck abgedruckt. Aktenverz. 3 S. 204 [eigentlich zur Akte Museumverband] 17.01. 1935 Brief von Luthmer an Prof. Dr. E. Waldschmidt, Bad Wildungen, Adolf-Hitler- Str. 64 Dankesantwort und Hinweis auf Bruno Jacobs Arbeit Die Geschichte der hessischen Papiermühlen sowie eine Beschreibung der Wasserkunstanlagen des Schlosses Marburg. Aktenverz. 3 S. 205 [eigentlich zur Akte Museumverband] 76 22.01. 1935 und 06.01. 1934 Felix Pusch, Vorstands- mitglied der Bad Wildunger Museumsgesellschaft, an Regierungspräsidenten Abschrift eines Briefes zu einem Porträt des Fürsten Friedrich Karl von Waldeck, Leihgabe des jüdischen Viehhändlers Jungheim, 1750 gemalt, auf Kosten der Gesellschaft restauriert. Bild wird von einem Familienmitglied aus Amerika reklamiert. Nachfrage, ob für ein lokalgeschichtlich wichtiges Kunstwerk eine Ausfuhrerlaubnis rtteilt werden würde. Rückseite: Nachfrage des Regierungspräsi- denten an Prof. Dr. Luthmer, ob ein Antrag auf Aufnahme in das Verzeichnis der national wertvollen Kunstwerke gestellt werden solle. Aktenverz. 4 S. 6 und 7 Scan 09.02. 1935 Luthmer an Regierungspräsidenten Luthmer werde sich in Bad Wildungen das Bild ansehen und auch den Bezirkskonser- vator Bleibaum hinzuziehen. Es komme wohl nicht in Frage, das nur lokal bedeutsame Bild auf die Liste der nationmal wertvollen Kunstdenkmäler zusetzen. Man solle eine private Einigung mit dem Eigentümer herbeiführen. Aktenverz. 4 S. 8 23.01. 1935 Reichsbund der Deutschen Beamten e.V. Kreis Kassel- Stadt, Fachschaft „Gemeindeverwaltungen“ an den Museumsverein Von 40 Mitgliedskarten nur 5 abgesetzt, Rest zurück. Aktenverz. 3 ohne S. 29.01. 1935 Bruno Jacob an Prof. Dr. H. Möbius Dank von Dr. Paul Hoffmann und Prof. Thormaehlen für die Feststellung der Tischbein`schen Bilder in Oldenburg. Bitte um Hilfe für die Feststellung eines Gemäldes aus dem Louvre. Aktenverz. 3 S. 206 30.01. 1935 Möbius an Jacob Keine Möglichkeit der Feststellung bzgl. des Louvre-Gemäldes. Rat, sich direkt an den Louvre zu wenden. Aktenverz. 3 S. 207 ohne Datum Eine Teilnehmerliste [? wofür] Aktenverz. 3 ohne S. 13.02. 1935 Deutsches Rotes Kreuz, Humboldtstr. 18, an den Museumsverein 15 Karten verkauft, Geld eingezahlt. Aktenverz. 3 ohne S. 14.02. 1935 Rechnung von dem Hessischen Landesmuseum, Adolf-Hitler-Platz 5, an den Museumsverein Bitte, RM 10,80 für 10 Photoaufnahmen und 22 Dias gelegentlich des Vortrags von Dr. Walter Kramm am 9. Febr. direkt an Photographen Karl Kreß, Adolf-Hitler-Platz 5 zu überweisen Aktenverz. 3 ohne S. 04.03. 1935 NSDAP Gauleitung Kurhessen, Wilhelmshöher Allee 7, Der Gauschulungsleiter, Sch. 993/35, an den Museumsverein Einladung zu einer Besprechung am 07.03.35 abends 8 ½ Uhr im Gildehaus, Holländische Straße, über den Aufbau einer Volksbildungsstätte (Nationalsozialistische Volkshochschule) Aktenverz. 4 S. 19 Scan 12.03. 1935 Quittung Einzahlung RM 7.- Aktenverz. 4 ohne S. 27.05. 1935 Eisenbahnverein an Museumsverein 16 Karten verkauft, 24 zurückgegeben. Aktenverz. 4 ohne S. 12. 07. 1935 Handschr. Brief von Dr. Werner Rahmlow, z.Zt. Fritzlar, an Prof. Luthmer Bitte um Überlassung der Leica fürAufnahmen bei der Inventarisierung im Dommuseum. Aktenverz. 4 S. 64 [eigentlich zur Akte Museumverband] 77 13.07. 1935 Luthmer an Rahmlow in Fritzlar Er bekomme die Camera. Aktenverz. 4 S. 65 12.07. 1935 Handschr. Brief von August Gandert, z. Zt. Eschwege, an Luthmer Bericht über Aufnahme von Berufen, z.B. Korbmacher in Witzenhausen, Fischer in Sooden-Allendorf , Schnitzer , Petschenmacher, Stockmacher etc. Aktenverz. 4 S. 66 [eigentlich zur Akte Museumverband] 13.07. 1935 Luthmer an Gandert, Sontra Dank für den Bericht; in Großensee solle er den Töpfer der kleinen Tierspielzeuge ausfindig machen. Aktenverz. 4 S. 66 [eigentlich zur Akte Museumverband] 14.07. 1935 Bescheinigung und Liste Liste mit 45 Teilnehmern an einer Führung durch die Ausstellung im Kasseler Kunstverein, Bescheinigung über RM 4,50 für Eintritsgelder für Nicht-Mitglieder des Museumsvereins Aktenverz. 4 ohne S. 24.07. 1935 Handschr. Brief von August Gandert, z. Zt. Schmalkalden, an Luthmer Bericht über die Aufnahme weiterer Handwerksberufe, z. B. Seiler und Lohgerber in Sontra, Ofenschmied in Schmalkalden etc. Aktenverz. 4 S. 68 [eigentlich zur Akte Museumverband] 30.07. 1935 Brief an Bruno Jacob Rücksendung von 29 Mitgliedskarten der Wohlfahrtsvereinigung der Deutschen Reichspost Aktenverz. 4 ohne S. 07.08. 1935 Handschr. Brief von August Gandert, z. Zt. Steinau, an Luthmer Ausführlicher Bericht über die Aufnahme weiterer Handwerksberufe Aktenverz. 4 S. 69 [eigentlich zur Akte Museumverband] 07.08. 1935 Brief von Sophie Schmidt, Deutsches Rotes Kreuz, Zweigverein Kassel-Stadt, an den Museumsverein Bitte um zwei Karten zu 1.- RM mit der Aufschrift „Schwester vom Roten Kreuz“, die die Schwestern in unserem Altenheim benutzen dürfen. Aktenverz. 4 ohne S. 09.08. 1935 Brief von R. Kumm, Kunstverein zu Kassel, an den Museumsverein Abrechnung der Mitgliedskarten seit 1932 Aktenverz. 4 ohne S. Scan 13.08. 1935 Brief von Luthmer an A. Gandert, z. Zt. Gelnhausen Bitte an Gandert, Herrn Rektor Kaufmann wegen der Peitschenmacher in der Gegend aufzusuchen Aktenverz. 4 S. 70 [eigentlich zur Akte Museumverband] 21.08. 1935 Handschr. Brief von August Gandert, z. Zt. Fronhausen, an Luthmer Ausführlicher Bericht über die Aufnahme weiterer Handwerksberufe Aktenverz. 4 S. 75 [eigentlich zur Akte Museumverband] 23.08. 1935 Brief von Luthmer an A. Gandert, z. Zt. Kirchhain Bitte, den Zeichenlehrer Falk vom städtischen Museum in Hersfeld aufzusuchen. Aktenverz. 4 S. 76 [eigentlich zur Akte Museumverband] 29.08. 1935 Brief von Dr. Möbius an Bruno Jacob Übersendung des von Luthmer und Möbius aufgestellten Programms des Museumsvereins Aktenverz. 4 S. 77 01.09. 1935 Handschr. Brief von August Gandert, z. Zt. Schenk- lengsfeld, an Luthmer Aufnahme der „Götzmühle“ in Schenklengsfeld; weitere Handwerksberufe Aktenverz. 4 S. 78 [eigentlich zur Akte Museumverband] 05.09. 1935 Postkarte von August Gandert, z. Zt. Ziegenhain, an Luthmer Aufenthaltsmitteilung Aktenverz. 4 S. 79 [eigentlich zur Akte Museumverband] 09.09. 1935 Quittung Abrechnung von Einnahmen durch Herrn Grohn, Landesmuseum, mit Museumsverein, für Führungen, Beikarten, Aktenverz. 4 ohne S. 78 korporative Karten: 50,70 RM 13.09. 1935 Export-Valuta-Erklärung 1 Paket mit einem Buch einer Schweizer Bibliothek für 20 RM entliehen Aktenverz. 4 S. 80 [eigentlich zur Akte Museumverband] 23.09. 1935 Einschreiben mit Rückschein von Museumsverein an den Kunstmaler Deiker, Braunfels Bezug auf das Schreiben vom 13. August 1934, nach dem 250.- RM bezahlt worden waren; Mitteilung über Restschuld von 232,90 RM; letzte Mahnung vor gerichtlichem Einzug. Aktenverz. 4 ohne S. 28.09. 1935 Brief des Generalsuperin- tendenten D. Möller, Brabanterstr. 31, an den Museumsverein Ausführliche Begründung seines Austritts Aktenverz. 4 ohne S. 28.09. 1935 Brief des Architekten Claus Mehs, Frankfurt, Eschersheimer Landstr. 181, an Luthmer „Mein lieber Vetter Kurt!“ Bericht über die Aufnahme von historischen Mühlen in der Gelnhäuser Gegend, Bieberbachtal Aktenverz. 4 S. 96 [eigentlich zur Akte Museumverband] 08.10. 1935 Der Reichs- und Preußische Minister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, Reg.Rat r. v. Oppen, Berlin, Unter den Linden 4, an Prof. Luthmer Dank für das vorbildliche Buch „Heimat- Museen in Kurhessen und Waldeck“ Aktenverz. 4 S. 90 [eigentlich zur Akte Museumverband] 30.09. 1935 Handschr. Brief von Lothar von Carlshausen, k. württ. Kammerherr, und Oberstleutnat a. D., Altenhasslau, an Prof. Luthmer Bezug auf Gärten der Heimatlandschaft und Beschreibung des sog. „Großen Gartens“ mit dem Pavillon von Jussow; Fotos des Pavillons Aktenverz. 4 S. 94 [eigentlich zur Akte Museumverband] 08.10. 1935 Reichskammer der bildenden Künste, Der Landesleiter, Kurhessen, Az. 617/35 K/Dl, an den Museumsverein Mitglieder des früheren Reichsverbandes der bildenden Künstler könnten heute, wo an Stelle dieses Verbandes die Reichskammer der bildenden Künste als Reichsbehörde getreten sei, nicht mehr korporative Mitglieder des Museumsvereins sein. Einzelmitgliedschaft sei selbstverständlich möglich. gez. Dersch Aktenverz. 4 ohne S. Scan 17.10. 1935 Brief von Luthmer an Lothar von Carlshausen, k. württ. Kammerherr und Oberstleutnat a. D., Altenhasslau, Dank für den Bericht über den Garten und das Tempelchen; Dr. Helmut Kramm werde vorbeischauen. Aktenverz. 4 S. 95 [eigentlich zur Akte Museumverband] 22.10. 1935 Postkarte von Dr. Becker, Museumsverband, an Luthmer Bitte um Unterlagen für den Jahresbericht zum Landesmuseum und Landgrafenmuseum Aktenverz. 4 S. 98 [eigentlich zur Akte Museumverband] 23.10. 1935 Postkarte von Architekt Claus Mehs an Landesmuseum Bitte um Zusendung von Aufnahmeblättern für weitere historische Mühlen Aktenverz. 4 S. 100 [eigentlich zur Akte Museumverband] 26.10. 1935 Brief von Luthmer an das Stadtarchiv Hanau Bitte um Unterlagen für eine Geschichte des Seilerhandwerks in Hanau Aktenverz. 4 S. 101 [eigentlich zur Akte Museumverband] 26.10. 1935 Brief des Majors a. D. Hermann Joost, Eisenach, Marienthal 38 a, an das Landesmuseum Er bittet um Aufnahmezettel für den Nachweis und die Inventarisierung alter hessischer Familienbildnisse, da er alte Fotos besitze und seine Familie aus Kassel stamme. Aktenverz. 4 S. 104 [eigentlich zur Akte Museumverband] 29.10. Brief des Vereins für Rücksendung der nicht abgesetzten Aktenverz. 4 79 1935 Volksbildung an den Museumsverein Mitgliedskarten für 1934 (40 von 50) und 1935 (56 von 70); der Verein zahlte nur 0,50 RM pro Karte. ohne S. 08.11. 1935 Brief von Luthmer an den Major a. D. Hermann Joost, Eisenach, Marienthal 38 a Dank für das Anerbieten und Übersendung von Aufnahmezetteln für Familienbildnisse Aktenverz. 4 S. 105 [eigentlich zur Akte Museumverband] 13.11. 1935 Brief von Luthmer an Zolldirektor Woringer, Köln. Str. 84 Rücksendung eines Briefs des HGeschichtsvereins. Aktenverz. 4 S. 110 14.11. 1935 Brief von Frl. Habermehl an Bruno Jacob Bitte, die Satzung des Museumsvereins an Dr. Friedrich Wöhler, Weinbergstr. 27, zuzusenden Aktenverz. 4 S. 111 14.11. 1935 Brief von Bruno Jacob an das Landesmuseum, Frl. Habermehl Übersendung von 50 korporativen Mitgliedskarten zur Ausgabe nach Bedarf Aktenverz. 4 S. 112 18.11. 1935 Postkarte des Stadtarchivs Hanau Antwort auf die Anfrage vom 26.10.: In Hanau sei das Seilerhandwerk in den Handwerksakten nicht erwähnt. Sonst nichts weiter bekannt. Aktenverz. 4 ohne S. 26.11. 1935 Museumsverein Aufstellung Konto Landesmuseum Abrechnung von Soll und Haben bezgl. des Landesmuseums Aktenverz. 4 ohne S. Scan 28.11. 1935 Milchwirtschaft Hessen, Frankfurt am Mai, Viktoria- Allee 8-10, der Vorsitzende Birkenholz an das Landesmuseum Anfrage wegen Material für einen kunsthistorischen Aufsatz zur 3. Reichsnährstandsausstellung in Frankfurt 1936 auf dem Gebiete der Milchwirtschaft: Ausschnitte aus Chroniken, Fotografien von Geräten etc. Aktenverz. 4 S. 121-122 01.12. 1935 Museumsverein an Bürgerschule 9, Mauerstr. 8 Übersendung von 5 korporativen Mitgliedskarten; Verweis auf den Arbeitsplan Aktenverz. 4 ohne S. 02.12. 1935 Luthmer an den Vorsit- zenden des Milchwirt- schaftsverbandes Hessen Anfrage vom 28.11. wird im Wesentlichen negativ beantwortet. Aktenverz. 4 S. 123 06.12. 1935 Rechnungen des Buchdruckerei Scheel Vier Rechnungen verschiedener Daten aus dem Jahr 1935 Aktenverz. 4 ohne S. 07.12. 1935 Brief von Luthmer an Major Osius, Harleshausen, Haus Tanneck Übersendung von zwei Beikarten für den Museumsverein Aktenverz. 4 S. 128 12.12. 1935 Brief von Jacob an die Buchdruckerei Scheel Übersendung eines Barschecks zur Begleichung der Rechnungen 1935 Aktenverz. 4 ohne S. 17.12. 1935 Museumsverein, Jacob, an Landesmuseum Übersendung eines Barschecks über 55.- RM, nicht unterschrieben, Beleg mit Angabe des Zwecks zuschicken Aktenverz. 4 S. 133 18.12. 1935 Deutsches Rotes Kreuz, Sophie Schmidt, an Museumsverein, Bruno Jacob Rücksendung von 2 der 20 zugesandten Mitgliedskarten mit Angabe der Namen der Karteninhaberinnen Aktenverz. 4 ohne S. 03.12. 1935 Abschrift eines Besichtigungsprotokolls Fritzlar Es geht um den Ausbau des alten Kelterraumes zu einem Dommuseum Aktenverz. 4 S. 135 [eigentlich zur Akte Museumverband] 17.12. 1935 Empfangsbestätigung Das Winterhilfswerk bestätigt eine Spende des Museumsvereins von 10.- RM. Aktenverz. 4 ohne S. 19.12. 1935 Rechnung an den Museumsverein 18.- RM für die Bedienung des Licht- bildapparataes, Hörsaal-Aufsicht, Bedienung der Heizungsanlage und Reinigung bei den Aktenverz. 4 ohne S. 80 Vorträgen von Prof. Dr. Thormaehlen, 26.10., und Dr. Kramm, 23.11. 29.12. 1935 Hans Kempf an den Museumsverein Mitteilung, dass die Tochter Rose Kempf längst verstorben sei. /187/ Aktenverz. 4 ohne S. 30.12. 1935 Oberschulrat Dr. Grau an Museumsverein Austrittserklärung wegen Ruhestand und Wohnsitzverlegung /256/ Aktenverz. 4 ohne S. 30.12. 1935 Prof. Dr. Homburger an Museumsverein Austritt [mit der Bemerkung Halbjude] Aktenverz. 4 ohne S. 1936 06.01. 1936 Bürgermeisteramt Oberzwehren an den Landeshauptmann, den Landrat und Herrn Prof. Dr. Kurt Luthmer Bitte um Zuschuss zu den erwarteten Druckkosten von 1200.- RM für die Geschichte der Gemeinde Oberzwehren von Bruno Jakob, die 190 Schreibmaschinenseiten umfasst. Aktenverz. 4 S. 145 12.01. 1936 Dr. jur. Hermann Steinmetz an Landesmuseum Bitte um Übersendung von Aufnahmekarten für hessische Familienbildnisse Aktenverz. 4 S. 137 [eigentlich zur Akte Museumverband] 29.01. 1936 Prof. Dr. Luthmer Positive Stellungnahme zur Geschichte Oberzwehrens von Bruno Jacob. Aktenverz. 4 S. 146 und 147 20.01. 1936 Dresdner Bank an Museumsverein, Jacob Empfangsschein über im Stadtschuldbuch der Stadt Kassel eingetragene RM 100.-- Deutsche Komm. Ablös.Anleihe + Auslosungsschein Aktenverz. 4 ohne S. 29.01. 1936 Museumsverein an Dresdner Bank Anweisung einer Überweisung von 54,40 RM an Deutsche Bank für Rechnung Bruno Jacob Aktenverz. 4 ohne S. 30.01. 1936 Der Oberpräsident, Verwaltung des Bezirksverbandes Hessen, Ständeplatz 8, Landesrat Schellmann, an den Bürgermeister in Oberzwehren Abschrift : Keine Beihilfe für die Druckkosten der Geschichte Oberzwehrens möglich, da keine überörtliche Bedeutung vorliege und die Mittel begrenzt seien. Aktenverz. 4 S. 148 30.01. 1936 Der Oberpräsident, Verwaltung des Bezirksverbandes Hessen, Ständeplatz 8, Landesrat Schellmann, an Landesmuseum Für die Geschichte der Gemeinde Oberzwehren kein Druckkostenzuschuß möglich Aktenverz. 4 S. 149 ohne Befragungszettel Reichsgemeinschaft der deutschen Volksforschung, Abt. Volkskunde, Berlin: Allgemeine Feststellungen zur Sammlung der Hausinschriften Aktenverz. 4 S. 150 Febr. 1936 Drucksache Mitteilung an die Mitglieder des Museumsvereins, dass infolge von Bauarbeiten einige angesagte Führungen abgeändert oder verschoben werden müssen. Aktenverz. 4 ohne S. 05.02. 1936 Museumsverein an Bankier Andreas Schmidt Bitte darum, seinen Austritt für 1936 zu überdenken. Mitteilung, dass er satzungsgemäß erst zum Ende des laufenden Jahres austreten könne. Aktenverz. 4 ohne S. 22.02. 1936 Pfarrer Grimmel, Gesell- schaft für Familienkunde in Kurhessen und Waldeck, Kassel, Kaiserstr. 44, an Prof. Luthmer Bitte um Übersendung der Grundsätze für die familienkundliche ikonograpische Sammlung Aktenverz. 4 S. 166 [eigentlich zur Akte Museumverband] 81 28.02. 1936 Baron Reinhard von Eschwege, Rittergut Aue b. Eschwege, an Prof. Luthmer Übersendung der ausgefüllten Formulare der Familienbildnisse. Für das Bild von Windhausen möchte die Gräfin Schlieffen 100 Mark haben Aktenverz. 4 S. 170 [eigentlich zur Akte Museumverband] 02.03. 1936 Luthmer an Baron Reinhard von Eschwege, Rittergut Aue b. Eschwege Dank für die Zusammenstellung von Porträts aus Aue und Reichensachsen. Stadt Kassel sei geneigt, das Bild von Windhausen zu kaufen. Aktenverz. 4 S. 169 [eigentlich zur Akte Museumverband] 06.03. 1936 Luthmer an Baron von Urff, Niederurff, Post Zimmersrode Rücksendung der Sihouette der Frau von Donop, geb. Duhamel. Bitte um Aufnahme des Bildnisbestands der ritterlichen Familien. Aktenverz. 4 S. 171 [eigentlich zur Akte Museumverband] 07.03. 1936 Mitteilung Lichtbildervortrag von Helmut Kramm über Deutsche Kunst des 19. Jahrhunderts in Hessen am 12. März im Hörsaal des Landesmuseums. Eintritt frei. Einladung durch Kunstverein zu Kassel, Dr. Heilig, und Kasseler Museumsverein Dr. Luthmer, Verein für Hessische Geschichte und Landeskunde, Dr. Hopf Aktenverz. 4 S. 172 ohne Liste über Familienbildnisse Bildnisse in Hanau, 5 x Museum des Geschichtsvereins und 14 x Schloss Philippsruhe Aktenverz. 4 S. 173 [eigentlich zur Akte Museumverband] 16.03. 1936 Luthmer an das Staatsarchiv Marburg, Schloss Bitte um Daten für einen Vortrag des Zolldirektors Woringer im Rahmen des Museumsvereins Aktenverz. 4 S. 174 24.03. 1936 Hanfwerke Füssen- Immenstadt A.-G., an Staatl. Kunstsamlungen Informationen, die Geschichte des Seiler- handwerks betreffend, mit Anbaugebieten, Produktionsmengen, Hanfsorten und Hanfproben Aktenverz. 4 ohne S. 02.04. 1936 Aktennotiz Über eine Auszahlung von 49,65 RM an einen L. Möbius bzw. Otto Obermann. Aktenverz. 4 ohne S. 06.04. 1936 Handschr. Brief und Abschrift eines Ludwig Möbius an Herrn Gandert Aufklärung der Auszahlung dieses Betrags an Otto Obermann für gelieferte Töpferwaren Aktenverz. 4 ohne S. 08.04. 1936 Der Regierungspräsident A VII Az. H-I.179 an Dir. d. St. Kunstsammlungen Übersendung eines Empfehlungsschreibens zur Förderung der Aufnahme bodenständiger Handwerksbetriebe und ihrer Arbeitsmethoden durch den Techniker Gandert. Empfehlung, auch die hiesige Handwerkskammer um Unterstützung zu bitten. Aktenverz. 4 ohne S. 09.04. 1936 An die NSDAP, Gauleitung Kurhessen, Gauwirtschaftsberater, Hohenzollernstr. 46 Abschrift des Briefes von L. Möbius vom 06.04. zur Klärung der Sachlage. Aktenverz. 4 ohne S. 14.04. 1936 Kreisausschuß des Landkreises Kassel, Humboldtstr. 24, an Landesmuseum Bezug zum Schreiben vom 26.01.: Druckkostenzuschuß für die Geschichte des Dorfes Oberzwehren nicht möglich. Aktenverz. 4 ohne S. 14.04. 1936 Kreisausschuß des Landkreises Kassel, Humboldtstr. 24, an Landesmuseum Abschrift für Bruno Jacob Aktenverz. 4 ohne S. 20.04. 1936 Brief von Luthmer an die Hanfwerke Füssen- Immenstadt A.G. Empfangsbestätigung über das Schreiben und die Hanfproben Aktenverz. 4 ohne S. 22.04. 1936 Postkarte von K.-A. Schimmelpfeng, Bad Bitte um Übersendung von 100 Karten zum Ausfüllen für die Bilderkartei [hessische Aktenverz. 4 ohne S. 82 Sooden-Allendorf, an Prof. Luthmer Familienbildnisse] [eigentlich zur Akte Museumverband] 23.04. 1936 Antwort von Luthmer an Schimmelpfeng Übersendung der Karteiblätter; Aufnahme von Bildern, Zeichnungen und Photos. Aktenverz. 4 ohne S. [eigentlich zur Akte Museumverband] 23.04. 1936 Brief des Kunstvereins an den Museumsverein Rechnung über Kosten der Werbeveranstaltung am 12. März 1936, anteilig 10.- RM Dr. Heilig Aktenverz. 4 ohne S. 15.05. 1936 Brief von Luthmer an den Fabrkanten Rob. Reichhold, Major a.D., Humboldtstr. 31 Dank für die Übersendung von Fragebogen zur Bildnisaufnahme Aktenverz. 4 ohne S. [eigentlich zur Akte Museumverband] 23.05. 1936 Der Bürgermeister der Gemeinde Rotterode, Kreis Schmalkalden, an Landesmuseum Ausführliche Erläuterungen zum Handwerk der Nagelschmiede Aktenverz. 4 ohne S. [eigentlich zur Akte Museumverband] 25.05. 1936 Notizzettel von Prof. L. Bach für A. Gandert Anfrage wegen eines Grabsteins eines Professors Johannes Degen Aktenverz. 4 ohne S. [eigentlich zur Akte Museumverband] 28.05. 1936 Luthmer an Prof. L. Bach, Obere Karlstr. ¼ Dank für den Hinweis Aktenverz. 4 ohne S. [eigentlich zur Akte Museumverband] 30.05. 1936 Brief von K.-A. Schimmelpfeng, Bad Sooden-Allendorf, an Prof. Luthmer Übersendung von zwei Karteiblättern zu Familienbildnissen; Nachfrage, ob sie korrekt seien. Aktenverz. 4 ohne S. [eigentlich zur Akte Museumverband] 03.06. 1936 Antwort von Luthmer an Schimmelpfeng, Bad Sooden-Allendorf, Westerburgstr. 6 Danksagung; Anregung, im Ort eine Bildnisausstellung zu machen; Rücksendung eines Karteiblatts Aktenverz. 4 ohne S. [eigentlich zur Akte Museumverband] 16.06. 1936 Notiz 20.- RM von der Stadtkasse Homberg erhalten. Dr. Becker [wohl für den Museumsverband] Aktenverz. 4 ohne S. [eigentlich zur Akte Museumverband] 19.06. 1936 Luthmer an Jacob Rückgabe der überzähligen Mitgliedskarten des Museumsvereins für 1935 Aktenverz. 4 ohne S. 29.06. 1936 Der Vorsitzende des Kreisausschusses Ziegenhain an den Museumsverein Beschluss des Kreises Ziegenhain,dem Museumsverband für Kurhessen und Waldeck beizutreten; Kündigung der Mitgliedschaft im Museumsverein. /Nr. 245/ Aktenverz. 4 ohne S. 30.06. 1936 Staatl. Kunstsammlungen in Kassel, Adolf-Hitler-Platz 5, an div. Bürgermeisterämter Übersendung eines Fragebogens zum Seilerhandwerk an 25 Gemeinden Aktenverz. 5 ohne 1-3 [eigentlich zur Akte Museumverband] 06.07. 1936 Brief von A. Gandert, z. Zt. Neukirchen, an Luthmer Er sei mit der Aufnahme des bodenständigen Handwerks im Schwälmer Gebiet fertig geworden. Er werde sich jetzt Wetter, Cappel und Fronhausen vornehmen. Aktenverz. 5 ohne S. [eigentlich zur Akte Museumverband] 18.07. 1936 Brief von Luthmer an Lehrer Oskat Trümper, Langenhain über Eschwege Dank für schöne Fingerzeige. Aktenverz. 5 ohne S. [eigentlich zur Akte Museumverband] 20.07. 1936 Brief von Luthmer an Fabrikanten Dr. Fr. Wöhler, Weinbergstr. 37 Übersendung der Mitgliedskarte und einer Beikarte; Bitte um Überweisung des Betrags von 7.- RM. „Heil Hitler! Der Schriftführer:“ /gez. Luthmer/ Aktenverz. 5 ohne S. 83 25.07. 1936 Brief an Walter Gruneberg, Mönchebergstr. 36 Übersendung der ausgefüllten Fragebogen zum Seilerhandwerk mit einer Graphik „Der Hanf und seine Verwendung“ Aktenverz. 5 ohne S. [eigentlich zur Akte Museumverband] 14.09. 1936 Quittung Landeskreditkasse bescheinigt den Empfang von 2,30 RM für den Museumsverband Aktenverz. 5 ohne S. [eigentlich zur Akte Museumverband] 30.09. 1936 Mitteilung an Luthmer Übersendung der Abschrift eines Briefes, den Hanfbau und die Förderung des Seilerhandwerks betreffend Aktenverz. 5 ohne S. [eigentlich zur Akte Museumverband] ohne Bericht von Prof. Luthmer Tätigkeitsbericht [vermutlich für 1935/36] für den Museumsverband oder Museumsverein [?] über den Umbau und die Neuaufstellung des Landesmuseums: astronomisch-physikalische Sammlung, besonders die neue hessische Heeressamm- lung mit dem „Türkenzelt“ im Zentrum des ehemaligen Antikensaales, Abteilung für Volkskunde; Bericht über Leihgaben für die Reichs-Handwerks-Ausstellung Frankfurt a. M., 1200 Jahrfeier Hersfeld, Ausstellung Deutsche Landschaftsmalerei in Wiesbaden; Landgrafen-Museum mit Vermehrung der Antikensammlung durch Geschenke und Leihgaben; Erneuerung und Neuaufstellung Gemäldegalerie; Kupferstich-Kabinett und Kunst-Bibliothek; 10 Sonderführungen für die Mitglieder des Museumsvereins im Kupferstich-Kabinett. Bildnis-Aufnahme hessischer Familien-Bildnisse und photographische Aufnahme von Bildnis- Grabsteinen; im Landesmuseum eine Galerie von Bildnissen hessischer Generale und Truppenkommandeure. Aktenverz. 5 ohne S. [eigentlich zur Akte Museumverband] 13.10. 1936 Brief von Dr. Kramm an Stadtarchivar Dr. Mehler, Fulda, Adalbertstr. 42 Bitte um Gespräch wegen Erforschung der Parkanlagen in der Provinz Hessen-Nassau Aktenverz. 5 ohne S. [eigentlich zur Akte Museumverband] 13.10. 1936 Brief von Dr. Kramm an die landgräflliche Verwaltung Kesselstadt bei Hanau Er sei mit der Erforschung der hessischen Parkanlagen, die die Staatlichen Kunstsammlungen Kassel und der Museumsverband durchführen lassen, beauftragt worden. Er bittet, die Schlösser und Parkanlagen in Rumpenheim, Philippsruh und Adolfseck bei Fulda besichtigen zu dürfen. Aktenverz. 5 ohne S. [eigentlich zur Akte Museumverband] 13.10. 1936 Brief von Dr. Kramm an den Stadtarchivar Dr. Rudolf Berges, Stadtbibliothek, Hanau Bitte um Gespräch wegen Erforschung der Parkanlagen in der Provinz Hessen-Nassau Aktenverz. 5 ohne S. [eigentlich zur Akte Museumverband] 16.10. 1936 Postkarte von Paula Schlink an die Gemäldegalerie Bitte um Vormerkung für die Führung am 16.10.36; sie sei Mitglied des Museumsvereins Aktenverz. 5 ohne S. 20.10. 1936 Brief und Quittung 16.- RM vom Hess. Landesmuseum für Museumsverein, div. Mitgliedskarten Aktenverz. 5 ohne S. 20.10. 1936 Karte von Wolfgang Schneide, Kunstschüler, an Museumsverein Austrittserklärung; da die Kasseler Kunstakademie seit Jahren geschlossen sei, erfordere seine Berufsausbildung hohe Ausgaben. /Nr. 290/ Aktenverz. 5 ohne S. 84 1.11. 1936 Notizzettel von August Rust an den Museumsverein Beitrittserklärung /312/ Aktenverz. 5 ohne S. 24.11. 1936 Brief von v. Kintzel an den Museumsverein Austrittserklärung; bleibt korporatives Mitglied Aktenverz. 5 ohne S. 27.11. 1936 Brief von K.A. Schimmelpfeng, Bad Sooden-Allendorf, an Luthmer Übersendung weiterer Karteiblätter für Familienbildnisse Aktenverz. 5 ohne S. [eigentlich zur Akte Museumverband] 08.12. 1936 Luthmer an K.A. Schimmelpfeng, Bad Sooden-Allendorf Danksagung Aktenverz. 5 ohne S. [eigentlich zur Akte Museumverband] 17.12. 1936 Handschr. Brief von Walter Gruneberg, Mönchebergstr. 36 Ausführliche Erörterung zu einer Arbeit über Hanfanbau in Hessen; Richtlinien in Berlin: Hessen solle Flachs hervorbringen. Bericht über ein Gespräch mit Dr. Greve von der Landesbauernschaft. Kontakt zu Seilermeister Gold in Marburg; Beginn einer Kartothek über familiengeschichtliche Forschungen zu Seilern der letzten 300 Jahre; Bitte um Nennung eines Übersetzers aus dem Italienischen; Bitte um Unterstützung zum Weihnachtsfest wegen seiner schlechten finanziellen Lage. 24.12. 1936 Brief von K.A. Schimmelpfeng, Bad Sooden-Allendorf, an Luthmer Übersendung weiterer Karteiblätter für Familienbildnisse Aktenverz. 5 ohne S. [eigentlich zur Akte Museumverband] 29.12. 1936 Brief von Frl. Habermehl an Dr. Becker, Ständeplatz 10 Übersendung einer Abschrift des Ministerial-Erlasses über den Aufgabenkreis der Museumspfleger etc. [nicht bei den Akten] Aktenverz. 5 ohne S. [eigentlich zur Akte Museumverband] ohne Arbeitsplan 1935/36 Kasseler Museumsverein e.V.: Übersicht über drei Vorträge und 12 Führungen in der Gemäldegalerie, dem Landgrafen- museum, dem Kupferstichkabinett, dem Landesmuseum Aktenverz. 5 ohne S. Scan ohne Bericht von A. Gandert Bericht über die Ausstellung Vergessenes Handwerk vom 16.12.1934-03.02.1935 im Hessischen Landesmuseum Aktenverz. 5 ohne S. [eigentlich zur Akte Museumverband] 1937 02.01. 1937 Brief von Woringer, Stellv. Vors. des Vereins für Hess. Geschichte und Landeskunde Abschrift eines Briefes: Woringer empfiehlt Bruno Jacob für die Abfassung einer Geschichte der Stadt Kassel Aktenverz. 5 S. 4 06.01. 1937 Brief von Heinrich Vogt, Neue Mühle, an den Museumsverein Kündigung der Mitgliedschaft zum Jahresende /Nr. 139/ Aktenverz. 5 ohne S. ohne Bruno Jacob Liste über Abmeldungen von 1931-1938 Aktenverz. 5 ohne S. Scans ohne Vermutlich Bruno Jacob Entwurf einer neuen Satzung mit Umbenennung in „Rembrandt- Vereinigung (Kasseler Museumsverein)“ Aktenverz. 5 ohne S. Scans 09.01. 1937 Dr. Ulrich Lampert, Loreleystr. 3, an Prof. Luthmer Anfrage, ob die Sammlung der hessischen Bilder auch solche der angeführten Pastorenfamilien enthalte. Aktenverz. 5 S. 10 [eigentlich zur Akte Museumverband] 85 15.01. 1937 Antwort von Luthmer an Dr. Lampert Nur von den Familien Biskamp und Grau seien bisher Bildnisse nachgewiesen. Auffordeung zur Mithilfe; Nachweis in den Anlagen Aktenverz. 5 S. 11-13 [eigentlich zur Akte Museumverband] 24.01. 1937 Brief von Frau Siefart, Steinhöferstr. 7, an den Museumsverein Mitteilung, dass ihr Mann, Ministerialdirek- tor i. R. Hugo Siefart am 5. d. M. verstorben sei. Sie kündigt ihre Mitgliedschaft. /Nr. 270/ Aktenverz. 5 ohne S. 28.01. 1937 Brief von Luthmer an den OB Lahmeyer Unterstützung der Empfehlung von Zolldirektor Woringer, Bruno Jacob mit der neuen Stadtgeschichte zu beauftragen: „… alles, was wir über Kassels Geschichte besitzen, [sei] veraltet, durch neuere Forschungen überholt oder [genüge nicht mehr] der gestigen Einstellung den An- sprüchen heutiger Geschichtsbetrachtung“. Aktenverz. 5 S. 14 09.02. 1937 Brief von Luthmer an den OB Lahmeyer Unterstützung des Gesuchs von Herrn Gruneberg auf Zuschuss zu einer Arbeit über das Seilerhandwerk. Das Landes- museum und der Museumsverband könnten keinen Zuschuss leisten. Aktenverz. 5 S. 15 [eigentlich zur Akte Museumverband] 09.02. 1937 Brief von K.A. Schimmelpfeng, Bad Sooden-Allendorf, an Luthmer 11 weitere Bildnis-Karteikarten Aktenverz. 5 S. 20 [eigentlich zur Akte Museumverband] 01.03. 1937 Karte von K.A. Schimmelpfeng, Bad Sooden-Allendorf, an Luthmer 3 weitere Bildnis-Karteikarten Aktenverz. 5 S. 21 [eigentlich zur Akte Museumverband] 03.03. 1937 Der Oberbürgermeister der Stadt Kassel – XXXV.- an Luthmer Eine städtische Unterstützung der Arbeit von Herrn Gruneberg sei zur Zeit nicht möglich. Vorrang habe die neue Stadtgeschichte. Aktenverz. 5 S. 15 [eigentlich zur Akte Museumverband] 09.03. 1937 Luthmer an den OB der Stadt Kassel, Amt für Kunst und Volksbildung Bitte um Überweisung der für den Museumsverein bewilligten 100.- RM. gez. Luthmer , Schriftführer Aktenverz. 5 S. 18 11.03. 1937 Möbius an Luthmer Stichworte in der Anlage. Aktenverz. 5 S. 19 05.07. 1937 Karte von K.A. Schimmelpfeng, Bad Sooden-Allendorf, an Luthmer Anfrage, ob Bildnisse von Landräten des Kreises Witzenhausen vorhanden seien. Liste mit Landräten ist beigefügt. Aktenverz. 5 S. 30-31 [eigentlich zur Akte Museumverband] 15.07. 1937 Luthmer an K.A. Schimmelpfeng, Bad Sooden-Allendorf Antwort auf eine nicht erhaltene Nachfrage zu etlichen Familien-Bildnissen Aktenverz. 5 S. 29 [eigentlich zur Akte Museumverband] 15.07. 1937 Brief von K.A. Schimmelpfeng, Bad Sooden-Allendorf, an Luthmer Weitere Bildnis-Karteikarten Aktenverz. 5 S. 32 [eigentlich zur Akte Museumverband] ohne Handschr. Brief von Geheimrat Thomée, Altena i. Westfalen, Bismarckstr. 28, an Luthmer Auskünfte über den Amtsgerichtsrat Engelhardt, des vermuteten Besitzers eines Bildes des Landrats Heuser, dazu Randnotizen Luthmers für eine Antwort Aktenverz. 5 S. 37 [eigentlich zur Akte Museumverband] 24.07. 1937 Luthmer an K.A. Schimmelpfeng, Bad Sooden-Allendorf Mitteilung der Antwort von Geheimrat Thomée, Altena, Aktenverz. 5 S. 38 [eigentlich zur Akte Museumverband] 24.07. 1937 Brief von Luthmer an Geheimrat Thomée, Altena i. Westfalen, Bismarckstr. Dank für die Auskunft Aktenverz. 5 S. 39 86 28 [eigentlich zur Akte Museumverband] 01.08. 1937 Handschr. Brief von Frieda Diemer an Staatl. Kunstsammlungen Auskunft über die Lebensdaten einer auf einem Bildnis dargestellten Verwandten Aktenverz. 5 S. 41 [eigentlich zur Akte Museumverband] 03.08. 1937 Brief an Frieda Diemer, Hohenzollernstr. 72 Danksagung für die Auskunft Aktenverz. 5 S. 42 [eigentlich zur Akte Museumverband] ohne Arbeitsbericht von Dr. Hellmut Kramm Kramm berichtet über seine Untersuchungen der Urkunden und Pläne der niederhessi- schen, fuldischen und hanauischen, schmal- kaldischen, waldeckischen Parkanlagen sowie von Bad Nenndorf; Liste der unter- suchten Parkanlagen; mehrere Exemplare Aktenverz. 5 S. 46-53 [eigentlich zur Akte Museumverband] ohne Handschr. Brief von Frau E. von Arnim, geb. von Geyso, Oldenburg, Taubenstr. 18, an Dr. von Lepel Mitteilung über sieben Bildnisse der Familie Geyso in Hannover Aktenverz. 5 S. 58 [eigentlich zur Akte Museumverband] 06.09. 1937 Brief von Dr. Karl Th. Sondag, Terrasse 17, an den Museumsverein Austrittserklärung, da er Kassel verlässt. /Nr. 125/ Aktenverz. 5 ohne S. Brief von Dr. von Lepel an Frau E. von Arnim, geb. von Geyso, Oldenburg, Taubenstr. 18 Danksagung für die Bildnis-Inventarzettel Aktenverz. 5 S. 59 [eigentlich zur Akte Museumverband] 25.10. 1937 Bruno Jacob an Frl. Habermehl Übersendung von 20 korporativen Mitgliedskarten für 1938 Aktenverz. 5 ohne S. ohne Handschr. Entwurf Führungen des Kasseler Museumsvereins im Winterhalbjahr 1937/38 Aktenverz. 5 S. 61-63 21.10. 1937 Postkarte von Oberregerungsrat Stoll an Luthmer Austritt aus dem Museumsverein wegen seiner 6 unversorgten Kinder Aktenverz. 5 ohne S. 05.11. 1937 Notizzettel Abmeldung von Sanitätsrat Schmidt /Nr. 284/ Aktenverz. 5 ohne S. 09.11. 1937 Brief des Museumsvereins an Major Osius Übersendung einer Mitgliedskarte und einer Beikarte, insg. 7.- RM, mit Quittung der Einzahlung Aktenverz. 5 ohne S. ohne Bericht über Bildnisforschung Luthmer berichtet, dass die Nachweiskartei historischer Bildnisse im verflossenen Berichtsjahr vor allem durch systematische Durchsicht der Literatur abermals um etwa 2000 Blatt vermehrt worden sei. „Von un- seren Freunden sind hauptsächlich Fabrikant Breithaupt in Kassel zu nennen, der ein sehr reiches Material aus den verschiedenen Zweigen seiner Familie übergeben hat, und Herr Schimmelpfeng in Bad Sooden-Allen- dorf, der ganz regelmäßig neu auf- genommene Karteiblätter uns zusendet.“ Demnächst Veröffentlichung. Aktenverz. 5 S. 74 [eigentlich zur Akte Museumverband] 11.11. 1937 Empfangsschein der Druckerei Milkert 200 Schriftstücke für den Museumsverband Dr. Becker Aktenverz. 5 S. 75 [eigentlich zur Akte Museumverband] 22.11. 1937 Brief von K.A. Schimmelpfeng, Bad Sooden-Allendorf, an Luthmer 7 Karteikarten von Bildern aus dem Besitz von Frau General Ribbentrop, Bad Sooden- Allendorf. Aktenverz. 5 S. 76 [eigentlich zur Akte Museumverband] 87 24.11. 1937 Abschrift einer Notiz für Herrn Stelljes an Dr. Becker, Museumsverband Betr. Sammlung von Hausinschriften Aktenverz. 5 S. 77 [eigentlich zur Akte Museumverband] 27.11. 1937 Quittung A. Gandert habe 50.- M für Ausstellung erhalten. Aktenverz. 5 ohne S. 28.11. 1937 Postkarte Mitteilung an den Museumsverband Aktenverz. 5 S. 78 [eigentlich zur Akte Museumverband] 01.12. 1937 Brief an den Seilermeister Fritz Gold, Wettergasse 29 in Marburg Bitte um Zustellung der zugesagten alten Seilergeräte an die Staatlichen Kunst- sammlungen, Adolf-Hitler-Platz 5 Aktenverz. 5 S. 79 [eigentlich zur Akte Museumverband] 02.12. 1937 Quittung 10.- RM für Museumsverein eingezahlt bei Dresdner Bank Aktenverz. 5 ohne S. 02.12. 1937 Zeitungsausriss „Das Bildnis im Barock. Eine Führung im Museums-Verein“ von Prof. Thormaehlen am 28. November Aktenverz. 5 ohne S. Scan ohne Notizzettel für Frl. Habermehl Mitteilung an Dr. Becker Aktenverz. 5 S. 80 [eigentlich zur Akte Museumverband] 24.11. 1937 Brief von Reg. Rat Dr. Suermann an den Museumsverein Austrittserklärung zum 31.12.37 /Nr. 307/ Aktenverz. 5 ohne S. 25.11. 1937 Der Fachbeauftragte des Deutschen Heimatbundes (Deutscher Bund Heimatschutz) Berlin S 42, Prinzessinnenstr. 3-6, W. Lindner, an Dr. Luthmer Demnächst Abschluss der großen Arbeit über die alten Handwerke und Gewerbe. Bitte um Zusendung von Fotos. Aktenverz. 5 S. 82 [eigentlich zur Akte Museumverband] 06.12. 1937 Abschrift des vorigen Schreibens an Dr. Becker, Ständeplatz 10 Bitte um Zusendung der Großphotos und der Liste der aufgenommenen Betrieb an den Deutschen Heimatbund Aktenverz. 5 S. 83 [eigentlich zur Akte Museumverband] 14.12. 1937 Abschrift eines Reiseberichts zum Dom in Fritzlar Es geht erneut um die Einrichtung eines Dommuseums im Kreuzgang und der ehemaligen Kelter im Stiftsgebäude; Kostenschätzung: 60.000 RM Aktenverz. 5 S. 86 [eigentlich zur Akte Museumverband] 18.12. 1937 Notizzettel für Frl. Habermehl Literaturangabe zur Weitergabe Aktenverz. 5 S. 87 03.12. 1937 Der Bürgermeister von Homberg/Efze , Jr.Nr. I. 4272 an Prof. Luthmer Einrichtung eines Kreismuseums in Homberg: Er wolle das historisch bedeutende Stiftsgebäude in der Schulstraße für ein Museum für den Kreis Fritzlar- Homberg zur Verfügung stellen. Aktenverz. 5 S. 88 [eigentlich zur Akte Museumverband] ohne Listen der Mitglieder des Museumsvereins Liste der Mitglieder 1937 alphabetisch 1- 2 Liste der korporativen Mitglieder Liste der Mitglieder mit Berufen und Adressen alphabetisch 3-4 Aktenverz. 5 ohne S. Scans ohne Listen Geschäftsvorgänge Registratur der Foto-Aufnahmen vom 22.02.1937 bis 15.04.1937 mit Notiz zu den Formaten für Prof. Luthmer, Prof. Möbius, Dr. Rahmlow, Dr. Voigt, Dr. Hetsch Aktenverz. 5 ohne S. 1938 27.01. Prof. Möbius an Bruno Jacob Referat über seine gestrige Führung über Bewertung und Handhabung des Geldes im Aktenverz. 5 88 1938 Mittelalter, bes. in Hessen seit 1100 S. 92-93 25.01. 1938 Röm.-Germ. Zentral- Museum Mainz, Tgb. Nr. 37/2308 an die Staatl. Kunstsammlungen Kassel Rechnung über die Gesamtnachbildung des Grabfundes von Neuses für das Heimat- Museum Gelnhausen 58.- RM Aktenverz. 5 S. 94 [eigentlich zur Akte Museumverband] 10.02. 1938 Dr. v. Lepel an Forstmeister Busold, Korbach Zusendung von Inventarzetteln zur Bildnisinventarisation Aktenverz. 5 S. 100 [eigentlich zur Akte Museumverband] 10.02. 1938 Dr. v. Lepel an Fräulein Kuntze, Bad Pyrmont, Seibstraße Durch Forstmeister Busold, Korbach, erfahren, dass sich einige gute alte Familienbildnisse in ihrem Besitz befänden. Beschreibung des Forschungsziels und der interessierenden Objekte Aktenverz. 5 S. 101 Scan [eigentlich zur Akte Museumverband] 10.02. 1938 Dr. v. Lepel an Frau Kirchenrat Gottheis, Arolsen/Waldeck Dieselbe Anfrage Aktenverz. 5 S. 102 Akte Museumverband] 10.02. 1938 Dr. v. Lepel an Frau Hofrat Krüger, Bad Wildungen Dieselbe Anfrage Aktenverz. 5 S. 103 [eigentlich zur Akte Museumverband] 27.02. 1937 Dra. Rosa Pérez Velasco, Luis Estévez 48, Santa Clara, Cuba an Sr. Director des Museo RealCassel, Alemania Anfrage wegen der Handwerks- Untersuchung Aktenverz. 5 S. 107 Scan [eigentlich zur Akte Museumverband] 03.03. 1938 Dr. v. Lepel an Dr. Schmitt, Landesgewerbe-Museum Stuttgart, Schloßstraße Anfrage nach einem Bildnis des Verteidigers des Hohentwiels im 30jährigen Krieg, Konrad Wiederhold, eines gebürtigen Hessen. Aktenverz. 5 S. 108 [eigentlich zur Akte Museumverband] 08.03. 1938 Luthmer an Rektor Georg Hassenpflug, Hohenzollernstr. 52 Verspätete Übersendung der [korporativen] Mitgliedskarte Aktenverz. 5 ohne S. 10.03. 1938 Handschr. Brief von Else Krüger, Bad Wildungen, an Dr. v. Lepel Zusendung von Inventarzettel für das Bildnis-Verzeichnis Aktenverz. 5 S. 112 n [eigentlich zur Akte Museumverband] 14.03. 1938 Dr. v. Lepel an Else Krüger, Bad Wildungen Danksagung, weiteres Interesse Aktenverz. 5 S. 113 [eigentlich zur Akte Museumverband] 14.05. 1938 Dr. v. Lepel an Oberstudiendirektor Kneuper, Akazienweg 21 Anfrage wegen schöner Familienbildnisse und Übersendung von Inventarzetteln Aktenverz. 5 S. 124 [eigentlich zur Akte Museumverband] 18.05. 1938 A. Gandert, z. Zt. Neukirchen, an Dr. Luthmer Bericht über die Aufname von Handwerksberufen in der Schwalm Aktenverz. 5 S. 127 [eigentlich zur Akte Museumverband] 30.06. 1938 Bericht der Staatlichen Kunstsammlungen Kassel Bericht über die Entwicklung der Staatlichen Kunstsammlungen Kassel vom 1. Juli 1937 bis 30. Juni 1938: Allgemeines, Ausstellung der Gau- Propagandastelle „Aus kurhessischen Familien“; Leihgaben für etliche andere Ausstellungen; Personalien: Prof. Dr. Aktenverz. 5 S. 132-142 [eigentlich zur Akte Museumverband] 89 Thormaehlen zum 1. Juli in den Ruhestand versetzt; Hilfe durch einen cand. phil. Schönberger, Dr. Preime und Dr. Wenzel als Volontäre; Einrichtung des Landesmuseums; Neuordnung der Gemäldegalerie und Herausgabe von Publikationen; Landgrafen- museum: Neuordnung; Kupferstichkabinett: Anschaffungen, Schenkungen. Tagung des Internationalen Museumsverbands im Oktober in Kassel! 30.06. 1938 Bericht Dr. v. Lepels Bericht zur Bildnis-Inventarisation in Hessen 1937/38: Beschreibung der Ausstellung „Aus kurhessischen Familien“; Versuch, die bedeutendsten hessischen Künstler- und Gelehrtenfamilien des 18. und 19. Jhs. zu zeigen: Tischbein, Nahl, Böttner, du Ry, Grimm Aktenverz. 5 S. 160-161 [eigentlich zur Akte Museumverband] 05.09. 1938 Notiz an Dr. Becker, Ständeplatz 8 Übersendung einer Publikation Aktenverz. 5 S. 167 [eigentlich zur Akte Museumverband] 19.09. 1938 Staatl. Kunstsammlungen Entwurf der Führungen und Vorträge Aktenverz. 5 S. 174 28.09. 1938 Ahnenbilder-Kartei der deutschen Adelsgenos- senschaft, Breslau, Agathstr. 11, an Prof. Luthmer Frage nach Informationen über Familienbildnisse von Landgütern Aktenverz. 5 S. 165 [eigentlich zur Akte Museumverband] 03.10. 1938 Prof. Luthmer an Ahnen- bilder-Kartei der deutschen Adelsgenos-senschaft, Breslau, Agathstr. 11 Dilatorische Antwort wegen Arbeitsaufwand Aktenverz. 5 S. 176 [eigentlich zur Akte Museumverband] 06.10. 1938 Berneburg an Jacob Übersendung einer Satzung des Vereins der Freunde und Förderer des Museums des Siegerlandes Aktenverz. 5 S. 177 09.10. 1938 Karte von Else Kurzrock an Frl. Habermehl Bitte um Zusendung des Programms des Museumsvereins Aktenverz. 5 ohne S. 10.10. 1938 Ahnenbilder-Kartei der deutschen Adelsgenos- senschaft, Breslau, Agathstr. 11, an Prof. Luthmer Dank für die Übersendung des Heftes Kurfürst Wilhelm I. von Hessen und seine Generäle Aktenverz. 5 S. 178 14.10. 1938 Abschrift für Dr. Becker Bitte an Louis Schulze, Graveur, Sängerweg 4, Kassel-Wolfsanger, eine Rechnung erneut für den Museumsverband für Kurhessen und Waldeck auszustellen Aktenverz. 5 S. 179 eigentlich zur Akte Museumverband] 18.10. 1938 Postkarte von Sommer, Schlitz, an Frl. Habermehl Mitteilung, dass weder im Heimatmuseum noch in der Gräfl. Familie nachgefragte Bildnisse befänden. Aktenverz. 5 S. 180 [eigentlich zur Akte Museumverband] 15.10. 1938 Abschrift eines Entwurfs Vorträge, Abendführungen und Sonntagmorgenführungen für 1938/39 mit der Bitte an Bruno Jacob, die Daten einzusetzen Aktenverz. 5 S. 181 03.11. 1938 Museum der Universität, Marburg, Kippenberger, Tgb. Nr. 338/38, an Prof. Luthmer „Lieber Herr Professor! Nach meiner Rückkunft vom Soldatendienst erfahre ich von Dr. Becker von der unerwarteten Bedrohung aller Aktenverz. 5 S. 183 [eigentlich zur Akte Museumverband] 90 unserer Museen durch das Kulturhaus und die Pläne dafür. Es erscheint ja doch widersinnig, dass ein Gegenunternehmen aufgetan werden soll. Ganz allgemein möchten wir heute nur vorschlagen, dass wir uns gemeinsam wehren, und unsere Bereitschaft dazu übermitteln. /Inzwischen viele Grüße und Heil Hitler/ Ihr /Kippenberger /Der Museumsleiter 11.11. 1938 Kurhessisches Landesamt für Vor- und Frühgeschichte Marburg, Jubiläumsbau, Tgb. Nr. 336/38, an Prof. Möbius Dank für die Satzung, die zurückgeschickt wird. Aktenverz. 5 S. 184 18.11. 1938 Prof. Möbius an Bruno Jacob Übersendung des Programms des Museumsvereins, ferner ein Programm der Kurhessischen Gesellschaft; einige Informationen zur Vor- und Frühgeschichte Aktenverz. 5 S. 185-192 [Scan der gedruckten Fassung] 21.11. 1938 Jacob an Else Kurzrock, Luisenstr. 6 Das Programm sei noch nicht herausgekom- men; nach Druck sendet er ihr ein Exemplar. Aktenverz. 5 S. 193 30.11. 1938 Jacob an Else Kurzrock, Luisenstr. 6 Übersendung des gedruckten Exemplars des Programms des Museumsvereins Aktenverz. 5 S. 194 30.11. 1938 Jacob an Rudolf Seyfarth Übersendung des gedruckten Exemplars des Programms des Museumsvereins Aktenverz. 5 S. 195 06.12. 1938 Jacob an Aufseher Bornemann, Kunsthaus Ständeplatz Übersendung gedruckter Exemplare des Programms des Museumsvereins Aktenverz. 5 S. 196 03.12. 1938 Brief von Adelheid Voigt, Frankfurt, Nibelungenallee 20, an Prof. Möbius Diverse Familien-Mitteilungen Aktenverz. 5 S. 197 und 198 [eigentlich zur Akte Museumverband] 06.12. 1938 Prof. Möbius an Adelheid Voigt, Frankfurt, Nibelungenallee 20 Dank für die Mitteilungen, Bitte um Lebensdaten des Vaters und seiner Schwester Aktenverz. 5 S. 200 [eigentlich zur Akte Museumverband] 23.11. 1938 Abschrift Drei Rechnungen für die Staatl. Kunstsammlungen Aktenverz. 5 S. 201-203 [eigentlich zur Akte Museumverband] 03.11. 1938 Handschr. Brief von Else A.M.Rosenthal, Gluckstr. 5, Hanau, an Landesmuseum Bitte um Auskunft über Angehörige des Geschlechts Bardeleben und Rosenthal Aktenverz. 5 S. 206 [eigentlich zur Akte Museumverband] 12.12. 1938 Dr. v. Lepel an Else A.M.Rosenthal, Gluckstr. 5, Hanau Auskunft: Zu Rosenthal nichts, aber etliche Bardeleben. Aktenverz. 5 S. 207 [eigentlich zur Akte Museumverband] 13.12. 1938 Handschr. Notiz an Dr. Becker, Ständeplatz 8 Oberhessisches Museum und Gailsche Sammlungen Gießen treten zum 1.7.1938 dem Museumsverband mit 50.- RM bei Aktenverz. 5 S. 208 [eigentlich zur Akte Museumverband] 10.12. 1938/ 15.12. 1938 Aktennotiz Anfrage von Bruno Jacob, wo das geweihte Schwert und das Barett des Landgrafen Wilhelm I. liegen; Landgafenmuseum? Antwort: Barett nicht mehr vorhanden, Schwert im Landgrafenmuseum. Aktenverz. 5 S. 210 06.12. 1938 Handschr. Mahnung von Battenberg aus Schönberg an Dir. Luthmer B. mahnt die Bezahlung von 126 M für eine Lieferung an. Aktenverz. 5 S. 212 91 13.12. 1938 Carl Baermann, Bezirksdirektor, an Museumsverein Austrittserklärung wegen Versetzung nach Frankfurt /not. 222/ Aktenverz. 5 ohne S. 14.12. 1938 Quittung Dresdner Bank Beitrag Studienrat Ripke für Museumsverein 1939 Aktenverz. 5 S. 209 14.12. 1938 Brief von Oellerich, Oberregierungs- und Veterinärrat a. D. an Museumsverein Austrittserklärung wegen Umzug nach Elgershausen /not. 311/ Aktenverz. 5 ohne S. 14.12. 1938 Brief von Wunderlich an Museumsverein Rücksendung der Mitgliedskarte, da er jetzt im Ruhestand sei und die kleine Pension keine Sonderausgaben erlaube. Aktenverz. 5 ohne S. 29.12. 1938 Notiz von Bruno Jacob an Frl. Habermehl „Liebes Frl. Habermehl! Beifolgenden Brief nebst Scheck und Quittung für ein neues Scheckheft lassen Sie bitte unterschreiben, auch das Geld und das Scheckheft bei der Bank abholen. Letzteres scheint mir auch besser, als wenn es wieder als Einschreibbrief gesandt wird. – Auch hat Prof. L. eine ganze Reihe Abhebungen bei der Dresdner Bank vorgenommen, vielleicht können Sie jetzt bequem noch feststellen, wofür und mir Beleg beschaffen. Besten Dank im Voraus. Für das neue Jahr die herzlichsten Wünsche. Ihr Bruno Jacob“ Aktenverz. 5 S. 216 ohne Programm 1938/39 Kasseler Museumsverein Vorträge, Abendführungen durch das erleuchtete Landesmuseums, jeweils mittwochs bzw. Sonnabends 20 Uhr, Sonntagmorgenführungen in der Städtischen Galerie, 9.30 Uhr Aktenverz. 5 ohne S. Scan 1939 03.01. 1939 Mehrere Notizen für Dr. Helm, Dr. v. Lepel, Prof. Dr. Möbius Festsetzung von Führungen Aktenverz. 5 ohne S. 06.01. 1939 Notiz Möbius an Adelheid Voigt, Frankfurt Bedauert, dass er in Frankfurt nicht bei ihr vorbeikommen konnte. Aktenverz. 5 ohne S. 10.01. 1939 Notiz Museumsverein an Frau E. Weber Aufgrund ihrer Karte vom 29.12.1938 Zusendung des Programms und der korporativen Mitgliedskarte Aktenverz. 5 ohne S. 14.01. 1939 Empfangsbescheinigung Dresdner Bank Für Mitgliedsbeiträge 8.- M Aktenverz. 5 ohne S. 17.01. 1939 Zeitungsartikel Kasseler Neueste Nachrichten Hessische Volkskunde. Museumsräume neu geordnet. Bericht von der Führung des Museumsvereins durch Dr. Helm Aktenverz. 5 ohne S. Scan 27.01. 1939 Zeitungsartikel Kurhessische Landeszeitung Altes Kasseler Porzellan. Professor Möbius führte durch das Landesmuseum Aktenverz. 5 ohne S. Scan 06.02. 1939 Dr. K. Wehn, Berlin- Tempelhof, Berliner Str. 3, an Staatl, Kunstsammlungen Anfrage wegen Bildnissen der Familien Wehn und Braun aus Biedenkopf Aktenverz. 5 ohne S. [eigentlich zur Akte Museumverband] 07.02. 1939 Zeitungsartikel Kurhessische Landeszeitung Dolmans und Bisquit-Porzellan erzählen. König Jeromes Zeit wurde lebendig / Führung Dr. von Lepels Aktenverz. 5 ohne S. Scan 10.02. Luthmer an Dr. K. Wehn, Berlin-Tempelhof, Berliner Antwort: Keine der Familien in der Kartei; Bitte um Hinweise. Aktenverz. 5 92 1939 Str. 3 ohne S. [eigentlich zur Akte Museumverband] 20.02. 1939 Frl. Habermehl an Bruno Jacob Übersendung einer Reihe von Durchschlägen für seine Akten sowie eine Rechnung der Kasseler Post über 5,40 RM Aktenverz. 5 ohne S. 01.03. 1939 Frl. Habermehl an die Kasseler Post Bitte um Zusendung der Post für den Kasseler Museumsverein an Jacob, Kassel- bettenhausen, Salzmannstr. 2 Aktenverz. 5 ohne S. 01.03. 1939 Zeitungsartikel Kurhessische Landeszeitung Der „Altersstil“ beim Graphiker Rembrandt. Aufschlussreicher Lichtbildervortrag beim Kasseler Museumsverein. Bericht über den Vortrag von Dr. Preime Aktenverz. 5 ohne S. Scan 15.03.11 1939 Luthmer an Elisabeth Beckmann und Else Kurzrock Übersendung der korporativen Mitgliederkarten Aktenverz. 5 ohne S. 07.08. 1939 Frl. Habermehl an Bruno Jacob Übersendung einiger Duplikate von Bankanweisungen Aktenverz. 5 ohne S. 16.09. 1939 Dr. Mangold an den Museumsverein Austrittserklärung /not. Nr. 153/ Aktenverz. 5 ohne S. 09.12. 1939 Frl. Habermehl an Bruno Jacob Übersendung einiger Duplikate von Bankanweisungen Aktenverz. 5 ohne S. 31.12. 1939 Gesellschaft für Familienkunde in Kurhessen und Waldeck, Pfarrer Grimmel, Kaiserstr. 74, an Prof. Luthmer Übersendung von Karten für die Bildniskartei; Frage nach einem Heft über Tischbein Aktenverz. 5 ohne S. [eigentlich zur Akte Museumverband] 1940 04.01. 1940 Prof. Luthmer an Pfarrer Grimmel, Kaiserstr. 74 Dank für die Übersendung; Tischbeinheft vergriffen Aktenverz. 5 ohne S. [eigentlich zur Akte Museumverband] 05.01. 1940 Bruno Jacob an Frl. Habermehl Brief für die Dresdner Bank und das Winterhilfswerk zur Unterschrift für Luthmer. Mitgliederverzeichnis. Er sei drei Wochen im Sanatorium Aktenverz. 5 ohne S. 13.01. 1940 Frl. Habermehl an Bruno Jacob Weiterleitung der Briefe, Dank für das Mitgliederverzeichnis Einzelmitglieder und korporative Mitglieder Aktenverz. 5 ohne S. Scan 19.01. 1940 Die Deutsche Arbeitsfront, N-S Gemeinschaft Kraft durch Freude, Gau Kurhessen, Gaudienststelle Akazienweg 22 Abt. Deutsches Volksbildungswerk Übersendung der Richtlinien der Reichsarbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung [nicht bei den Akten] Aktenverz. 5 ohne S. 06.02. 1940 Habermehl an Dr. Becker, Ständeplatz 8 Rücksendung der Arbeit Beckers „Die Deutschen in Antwerpen und der Anteil der Deutschen am Antwerpener Wirtschaftsleben“ Aktenverz. 5 ohne S. 06.02. 1940 Entwurf Programm Vorträge und Führungen im Winter 1939/40: Vier Veranstaltungen Februar und März 1940 Aktenverz. 5 ohne S. Scan 08.02. 1940 Buchdruckerei Wilhelm Bremer an Museumsverein Rechnung über den Druck von 200 Expl. Vorträge und Führungen: 15,25 RM Aktenverz. 5 ohne S. 08.02. 1940 Museumsverein an Dresdner Bank Auszahlungsanweisung über 2,61 RM und Quittung Aktenverz. 5 ohne S. 93 08.02. 1940 Museumsverein an Dresdner Bank Auszahlungsanweisung über 15,25 RM für rechnung Programme und Führungen Aktenverz. 5 ohne S. 24.02. 1940 Notiz Übersendung von 4 Programmen an Bruno Jacob Aktenverz. 5 ohne S. 02.03. 1940 Habermehl an Dr. phil Hrch. Otto und Georg Goeckel Übersendung der korporativen Mitgliedskarten für 1940 Aktenverz. 5 ohne S. 03. 1940 Museumsverein an die Mitglieder Übersendung der Mitgliedskarten für 1940; Mitteilung der Kündigung Studienrat i. R. L. Ripke /not. Nr.309/ Aktenverz. 5 ohne S. 03. 1940 Museumsverein an die Mitglieder Frau von Negelein / not. Nr. 310/ von Kassel verzogen Aktenverz. 5 ohne S. 03. 1940 Museumsverein an die korporativen Mitglieder Formschreiben mit Übersendung der Mitgliedskarten: „Die außergewöhnlichen Verhältnisse des Winters 1939/40 haben eine Vortrags- und Führungstätigkeit leider nur in sehr beschränktem Umfange ermöglicht. Trotzdem geben wir uns der Hoffnung hin, die alten Freunde uns zu erhalten, und auch neue zu werben.“ Aktenverz. 5 ohne S. 05.03. 1940 Handschr. Brief von Viktor Henkel, Murhardstr. 33, an Herrn Jacob Austritt aus wirtschaftlichen Gründen. /not. Nr. 269/ Aktenverz. 5 ohne S. 1940 Empfangsbestätigung des Museumsverbands, Becker Zinnpokal der Schuhmacherzunft in Grebenstein in gutem Zustande erhalten Aktenverz. 5 ohne S. 10.03. 1940 Aushang „Wegen der heute, Sonntag, den 10. März, um 12 Uhr stattfindenden Übertragung der Führer-Rede fällt der vorgesehene Vortrag von Kustos Dr. Rudolf Helm über: „Hessische Trachten vor 100 Jahren“ aus. Der neue Termin des Vortrages wird durch die Presse bekanntgegeben.“ /Stempel Der Direktor der Staatlichen Kusntsammlungen in Kassel/ Aktenverz. 5 ohne S. 29.03. 1940 Bruno Jacob an Frl. Habermehl Überweisungen und Bank-Anerkenntnisse zur Unterschrift für Luthmer Aktenverz. 5 ohne S. 29.04. 1940 Bruno Jacob an Frau Berneburg Bankbrief zur weiteren Veranlassung Aktenverz. 5 ohne S. 17.08. 1940 Bruno Jacob an Prof. Luthmer Bericht über ein Gespräch mit Dr. Schnurre über eine hessische Wirtschaftgeschichte. Aktenverz. 5 ohne S. 30.09. 1940 Brief von Frl. Habermehl an W. Bremer, Buchdruckerei, Orleansstr. 4 Entwurf für das diesjährige Programm des Kasseler Museumsvereins, diesmal in Frakturschrift. Bitte um Korrekturfahne Aktenverz. 5 ohne S. 11.10. 1940 Brief von Frl. Habermehl an W. Bremer, Buchdruckerei, Orleansstr. 4 Druckauftrag für 1000 Expl. des Programms. Rechnung zu Lasten des Museumsvereins Aktenverz. 5 ohne S. 25.10. 1940 Luthmer an Jacob Lebensdaten von Knackfuß und Scheurenberg Aktenverz. 5 ohne S. 31.10. 1940 Zeitungsartikel Kurhessische Landeszeitung Ludwig Emil Grimm, Zeichner der Biedermeierzeit. Erster Vortrag im Kasseler Museumsverein /Lehrer an der Kunstakademie Aktenverz. 5 ohne S. 23.11. 1940 Frl. Habermehl an Herrn Weber, Bücherei des Oberfinanzpräsidiums, Skagerrakplatz 43/45 Übersendung von 40 Programmen des Museumsvereins m. d. B. um Verteilung. Eine Anzahl Programme der Kurhessischen Gesellschaft schon zugestellt. Aktenverz. 5 ohne S. 09.12. Bruno Jacob an die Staatsbauschule, Kölnische Kostenlose Zulassung zu beiden Vorträgen nicht möglich. Karten zum einfachen Preis Aktenverz. 5 94 1940 Str. 22, Akt. Nr. 2401 von je 50 Pfg. oder korporative Mitgliedskarten zu je 1.- RM für 1941. „Sie hätten dann den Vorteil, mit diesen Karten alle Vorträge und etwaige Führungen im Jahre 1941 zu besuchen und gleichzeitig freien Eintritt in das Hess. Landesmuseum, das Deutsche Tapetenmuseum, das Naturkundemuseum und die Städt. Galerie, während infolge des Krieges leider die Bestände des Landgrafenmuseums und der Staatlichen Gemäldegalerie […] magaziniert sind.“ ohne S. 14.12. 1940 Jacob an Habermehl Übersendung von 5 Hauptkarten und 30 korporativen Karten für 1941. „Für 1938, 1939 und 1940 liegt noch keine endgültige Abrechnung vor, die Sie frdl. bald tätigen wollen. Mit deutschem Gruß KASSELER MUSEUMSVEREIN E.V. i.A. Bruno Jacob“ Aktenverz. 5 ohne S. 17.12. 1940 Habermehl an Jacob Einnahmen für die Vorträge gelegentlich der Veranstaltungen des Museumsvereins. 27.10.: 3,40RM, 17.11.: 9,20 RM; Staatsbauschule 17,75 RM, insgesamt 33,55 RM, mit Einlieferunsschein; außerdem 6.- RM für RA. Strippel.. „Herr Direktor Luthmer wird voraussichtlich am kommenden Sonnabend, den 21. ds. Mts., auf Weihnachtsurlaub nach Kassel kommen. Für den Fall, dass Sie irgendetwas mit ihm zu besprechen haben, können Sie ihn dann in den Tagen vom 22. bis 26. ds. Mts. telephonisch erreichen.“ Aktenverz. 5 ohne S. 12. 1940 Brief von Jacob, Museumsverein, an Paul von Hindenburgschule, ilhelmshöher Allee 35/39 und Verein für Naturkunde, Dr. med Schütz, Große Rosenstr. 7 Übersendung von je 10 korporativen Mitgliedskarten zu je 1.- RM. Bitte um Abrechnung der vergangenen Jahre. Aktenverz. 5 ohne S. 1941 17.01. 1941 Postkarte von Willy Warlich an Museumsverein Mitteilung, dass er 12.- M überwiesen habe und Austrittserklärung zum Jahresende. /not. Nr. 239/ Aktenverz. 5 ohne S. 22.01. 1941 Jacob, Museumsverein, an N.S.G. „Kraft durch Freude“, Gaudienststelle, z. Hd. V. Herrn Sinning, Akazienweg 22 Bitte um Überweisung von 2.- RM für 4 Karten zum Vortrag von Dr. Rudolf Helm am 19.01. Das Hessische Bauernhaus Aktenverz. 5 ohne S. 24.01. 1941 Rechnung des Kasseler Museumsvereins für die Generalverwaltung der Museen im Elsaß, z. Hd. von Prof. Dr. Martin, Karlsruhe, Staatliche Kunsthalle, Hans-Thoma- Str. 2 „Für eine käuflich dorthin abgegebene große stehende Madonna, südwestdeutsch = 15.000.- RM. Wir bitten, den Betrag auf unser Konto bei der Dresdner Bank, Filiale Kassel, Kölnische Strasse 11, zu überweisen.“ Aktenverz. 5 ohne S. 01.02. 1941 Nordstern Allgemeine Versicherungs- Aktiengesellschaft Betr. Generalpolice Nr. 2160, Prämienrechnung über 30,90 RM Aktenverz. 5 ohne S. 95 Bezirksdirektion Kassel, Königsplatz 34, an die Direktion der Staatlichen Kunstsammlungen 06.02. 1941 Empfangsbescheinigung der Dresdner Bank Einnahme 4,50 RM für Vortrag Dr. Helm am 19.01.1941 Aktenverz. 5 ohne S. 02. 1941 Postkarte an die Mitglieder des Museumsvereins Da Prof. Luthmer zum Heeresdienst einberufen sei, könnten seine Vorträge nicht statfinden; dafür zwei Führungen von Heinrich Apell, Deutsches Tapetenmuseum Aktenverz. 5 ohne S. Scan 25.02. 1941 Brief von Dr. Bleibaum, Provinzialkonservator von Hessen-Nassau, Marburg, an den Museumsverein Austrittserklärung, da von Marburg aus ein Besuch der Veranstaltungen des Kasseler Museumsvereins nicht möglich sei. /Nr. 179 not./ Aktenverz. 5 ohne S. 03.03. 1941 Brief von Frl. Habermehl an Bruno Jacob Übersendung einer Bankanweisung für Henschel über 9000.- RM. Prämienrechnung für den Transport der Holzplastik der Nordstern-Versicherung [siehe 01.02.41]; die Hälfte solle der Museumsverein, die andere Hälfte die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe tragen. Aktenverz. 5 ohne S. 1942 13.01. 1942 Anfrage von Auffarth, Berlin SW 29, Lilienthalstr. 8, an Landesmuseum Anfrage wegen der Bildnis-Kartothek Aktenverz. 5 ohne S. 13.01. 1942 Antwort von Luthmer an Auffarth Keine der angegebenen Personen in der Bildnis-Kartei gefunden. Aktenverz. 5 ohne S. 29.01. 1942 Postkarte von F. Delmhorst, Hildesheim, an den Museumsverein Umzug nach Hildesheim; Abmeldung /Nr. 71 not./ Aktenverz. 5 ohne S. 17.03. 1942 Brief Jacob an Frl. Habermehl Übersendung von 10 korporativen Mitgliedskarten des Museumsvereins Aktenverz. 5 ohne S. 18.03. 1942 Notiz von Frl. Habermehl Mitgliedskarte für Dr. phil. Heinrich Otto, Kassel, Geröderweg 20, RM 1.- erhalten. Ha. persönlich Aktenverz. 5 ohne S. 28.04. 1942 Brief von Frl. Habermehl an Amtsgerichtsdirektor Georg Goeckel, Amalienstr. 7 Übersendung einer korporativen Mitgliedskarte Aktenverz. 5 ohne S. 13.05. 1942 Postkarte von G. Goeckel an Museumsverein wegen Mitgliedskarte Aktenverz. 5 ohne S. 22.05. 1942 Brief von Frl. Habermehl an G. Goeckel Nach Zusendung der Karte alles erledigt. Aktenverz. 5 ohne S. 14.09. 1942 Kreisstelle für Sippenforschung für den Kreis Witzenhausen in Bad Sooden-Allendorf, H. A. Schimmelpfeng, an das Landesmuseum Er habe in den Jahren 1935-1939 ein Verzeichnis ihm bekannter Gemälde und Zeichnungen gegeben, aber keinen Durchschlag erhalten. Er bittet um ein einfaches Verzeichnis davon. Aktenverz. 5 ohne S. 02.10. 1942 Frl. Habermehl, Staatl. Kunstsammlungen, an H. Schimmelpfeng, Sooden- Allendorf Sie sendet ihm i. A. von Prof. Luthmer 22 ausgefüllte Bild-Kartothek-Zettel m. d. B. um Rückgabe. Aktenverz. 5 ohne S. 06.10. 1942 Brief von Frl. Habermehl an Bruno Jacob, Musuemsverein Mitteilung, dass sich Herr Bibliotheksrat Dr. F. Israel, Kassel, Eulenburgstr. 19, aus dem Museumsverein abgemeldet habe, da er nach Marburg versetzt sei. Aktenverz. 5 ohne S. 1943 96 09.02. 1943 Mitteilung des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde Vortrag von Dr. R. Helm: Bauzeichnungen des Landgrafen Moritz von Hessen 13. Febr. 1943, 16.30 Uhr, Vortragssaal des Landesmuseums Aktenverz. 5 ohne S. 23.03. 1943 Formbrief an die Mitglieder des Museumsvereins „Infolge der Kriegsverhältnisse war es uns leider im abgelaufenen Winter nicht möglich, eine Folge von Führungen oder Vorträgen durchzuführen. Trotzdem hoffen wir, dass unsere Mitglieder uns die Treue bewahren. Wir gestatten uns daher, beigehend die Mitgliedskarte für das Jahr 1943 zu überreichen und bitten um frdl. Einsendung des Beitrages. In der Hoffnung, in einem nicht zu fernen Frieden unsere Arbeiten wieder aufnehmen zu können, zeichnen wir /mit deutschem Gruß/ KASSELER MUSEUMSVEREIN E.V.“ Aktenverz. 5 ohne S. ohne Notizen Verzeichnis der Abmeldungen 1939-1943 Aktenverz. 5 ohne S. ohne Notizen offene Beiträge 1941-1943 Aktenverz. 5 ohne S. ohne Brief von Dr. Strippel, z. Zt. Krakau, an Museumsverein Austrittserklärung: „Ich bin seit der Zerstörung meiner Kasseler Wohnung durch engl. Flieger außerhalb von Kassel und schon seit Monaten für längere Zeit hier in Krakau tätig.“ Aktenverz. 5 ohne S. 31.10. und 30.11. 1943 Quittungen „Vom Kasseler Museumsverein E. V. für Schreibhilfe im Monat Oktober RM 25.- (Zwanzigfünf) richtig erhalten. Kassel, 31. Oktober 1943 Martha Kohlmann“ Dasselbe im November Aktenverz. 5 ohne S. 10.12. 1943 Bankanweisung Von unserem Konto 11039 bitten wir zu überweisen der Deutschen Bank hier für Rechnung Bruno Jacob (Konto 9035) RM 75.- (siebzigfünf RM). Mit deutschem Gruß KASSELER MUSEUMSVEREIN E.V. i. V. /Jacob/ Ausstellung: Dezember-Honorar B. J. 50.-- Schreibhilfe 25.-- Aktenverz. 5 ohne S. 1944 09.06. 1944 Brief von Schimmelpfeng, Kreisstelle für Sippenforschung für den Kreis Witzenhausen, an Staatl. Kunstsammlung Rücksendung der am 2. Oktober 1942 zugeschickten Karteikarten zur Bildnis- Kartothek. Aktenverz. 5 ohne S. 1947 20.06. 1947 Kasseler Museumsverein e.V., Goethestr. 68, von Bruno Jacob an den Museumsdirektor Dr. Hans Hans Vogel Vorläufiger Abschluss der Geschäfte des Kasseler Museumsvereins zum 30. Juni 1947. Übergabe der Materialien und der Zeichnungsvollmacht für die Kassengeschäfte bei der Dresdner Bank. Aktenverz. 6 ohne S. Scan 24.06. 1947 Dresdner Bank Filiale Kassel, Kölnische Str. 9-11, jetzt Rhein-Main-Bank Filiale Kassel, Krumrei, an Kasseler Museumsverein e.V., Goethestr. 68 Bitte um Unterschrift zur Zeichnungsberechtigung von Dr. Hans Vogel Aktenverz. 6 ohne S. Scan 23.06. Kasseler Museumsverein Übersendung von unbenutzten Mitgliedskar- Aktenverz. 6 97 1947 e.V., Goethestr. 68, von Bruno Jacob an den Museumsdirektor Dr. Hans Hans Vogel ten, hauptsächlich für korporative Mitglieder, und des Vereinsstempels. Scheckbuch gibt Jacob persönlich bei der Bank ab. ohne S. 1948 31.01. 1948 Rhein-Main-Bank Tagesauszug für den Museumsverein Aktenverz. 6 ohne S. Scan 23.01. 1948 Rhein-Main-Bank Betr. Depotauszüge; das Depot habe seit dem 31.12.1946 keine Veränderungen erfahren. Aktenverz. 6 ohne S. 1949 21.11. 1949 Tätigkeitsbericht des Direktors Dr. Vogel Das Hessische Landesmuseum von 1939- 1949; Räumlichkeiten, Ausstellungen ab 1946 Aktenverz. 6 ohne S. Scan ohne Notizzettel Staatl. Kunstsammlungen Entwurf für Führungen [wohl 1940!] Aktenverz. 6 ohne S. 26.11. 1949 Aufruf bei Anlaß der Einrichtung eines Hugenottenmuseums in Karlshafen Aktenverz. 6 ohne S. 1950 17.04. 1950 Rhein-Main-Bank für Museumsverein Tagesauszug mit Umstellung auf DM Aktenverz. 6 ohne S. Scan 24.01. 1950 Rhein-Main-Bank an Kasseler Museumsverein, z.Hd. Herrn Dr. Hans Vogel Depot-Auszug des Kontos Nr. 11309 vom 31.12.1949 über 1000.- RM deutsche Reichsschatzanweisung Aktenverz. 6 ohne S. Scan 03.05. 1950 Brief von Dr. Hans Vogel an die Rhein-Main-Bank Übersendung des Genehmigungsbescheides des Finanzamts wegen Altgeldguthaben des Museumsvereins Aktenverz. 6 ohne S. Scan 1950 Landesmuseum Korrespondenz mit Bildhauer Taubert, Treysa, Im Kalkhaus 16 Korrespondenz und Bericht von Dr. Helm zur Ausgrabung einer mittelalterlichen Töpferei in der Gemarkung Michelsberg (Knechtebach) Aktenverz. 6 ohne S. 13.11. 1950 Rhein-Main-Bank an Kasseler Museumsverein Erneuter Depotauszug über 1000.- RM, weiterhin gesperrt. Aktenverz. 6 ohne S. 1951 02.01. 1951 Rhein-Main-Bank an Kasseler Museumsverein z. Hd. Herrn Dr. Hans Vogel, Hess. Landesmuseum Abschluß-Rechnung des Kontos 11039 des Museumsvereins mit 32,50 DM Aktenverz. 6 ohne S. Scan 14.01. 1951 Taubert an Landesmuseum Ausführlicher Grabungsbericht zum Eulerofenfeld bei Michelsberg, Kreis Ziegenhain und weitere Korrespondenz zu de Grabung Aktenverz. 6 ohne S. 24.02. 1951 Dr. Vogel, Landesmuseum Tätigkeitsbericht für 1950 mit Ausstellungen und Besucherzahlen Aktenverz. 6 ohne S. 1952 1951 1952 Taubert, Landesmuseum, Museumsverband Weitere diverse Korrespondenz mit und zu Taubert, u.a. dessen Vorschlag für ein Keramik-Museum in Homberg Aktenverz. 6 ohne S. 02.01. 1952 Rhein-Main-Bank an Kasseler Museumsverein z.Hd. Herrn Dr. Hans Vogel Abschluß-Rechnung für Konto 11039: 32,50 DM Aktenverz. 6 ohne S. 98 29.01. 1952 Rhein-Main-Bank an Kasseler Museumsverein z.Hd. Herrn Dr. Hans Vogel Erneuter Depot-Auszug über RM 1000.- Aktenverz. 6 ohne S. 20.03. 1952 Tätigkeitsbericht des Direktors Dr. Vogel Tätigkeitsbericht für 1951 mit Ausstellungen, z. T. gemeinsam mit Kunstverein und Kunstakademie - und Besucherzahlen Aktenverz. 6 ohne S. 1953 02.01. 1953 Rhein-Main-Bank an Kasseler Museumsverein z.Hd. Herrn Dr. Hans Vogel Abschluß-Rechnung für Konto 11039: 32,00 DM Aktenverz. 6 ohne S. 02.01. 1953 Rhein-Main-Bank an Kasseler Museumsverein z.Hd. Herrn Dr. Hans Vogel Depot-Auszug RM 1000.- Aktenverz. 6 ohne S. 1954 02.01. 1954 Rhein-Main-Bank an Kasseler Museumsverein z.Hd. Herrn Dr. Hans Vogel Abschluß-Rechnung für Konto 11039: 31,50 DM Aktenverz. 6 ohne S. 08.03. 1954 Dr. Hans Vogel für den Kasseler Museumsverein an Rhein-Main-Bank, Kölnische Str. 11 Bitte um Auflösung des Kontos 11039, da der Kasseler Museumsverein seit Kriegsende nicht mehr bestehe. Betrag von 31,50 DM an das Kassenbüro der Staatlichen Kunstsammlungen Kassel. Depotkonto über Reichsschätze sollen weiter aufbewahrt werden. Aktenverz. 6 ohne S. Scan 29.04. 1954 Zeitungsartikel Hessische Nachrichten Bericht zum Tod von Bruno Jacob Aktenverz. 6 ohne S. Scan 1955 02.01. 1955 Rhein-Main-Bank an Kasseler Museumsverein z.Hd. Herrn Dr. Hans Vogel Depotauszug RM 1000.- Aktenverz. 6 ohne S. 1957 21.01. 1957 Rhein-Main-Bank an Kasseler Museumsverein z.Hd. Herrn Dr. Hans Vogel Depotauszug RM 1000.- Aktenverz. 6 ohne S. Scan 1958 31.12. 1958 Dresdner Bank an Kasseler Museumsverein e.V. Depotauszug RM 1000.- Aktenverz. 6 ohne S. 1959 25.02. 1959 Dresdner Bank an Kasseler Museumsverein z.Hd. Herrn Dr. Hans Vogel Konto Nr. 11806 Allgemeines Kriegsfolgengesetz: RM-Werte seien abgelöst; Kontoauszug über 9,50 DM beigefügt Aktenverz. 6 ohne S. Scan 03.03. 1959 Dr. Hans Vogel für den Museumsverein an die Dresdner Bank Bitte um Verkauf der Schatzanweisungen Kenn-Nr. 100 600 des Museumsvereins über DM 100.- zu verkaufen. Aktenverz. 6 ohne S. 18.03. 1959 Dresdner Bank Verkaufsbeleg; Wert 104,68 DM Aktenverz. 6 ohne S. Scan 19.03. 1959 Dresdner Bank Kontoauszug 11806 über 114,18 DM Aktenverz. 6 ohne S. 01.04. 1959 Dresdner Bank Kupon-Gutschrift über 4,00 DM Aktenverz. 6 ohne S. 03.04. Dresdner Bank Kontoauszug 11806 über 118,18 DM Aktenverz. 6 99 1959 ohne S. 15.04. 1959 Dr. Hans Vogel für den Museumsverein an die Dresdner Bank Bitte um Auflösung des Kontos 11806 und Überweisung auf das Konto des Museumsvereins bei der Landeskreditkasse Nr. 54 738 Aktenverz. 6 ohne S. 17.04. 1958 Dresdner Bank Kontoauszug 11806 über 118,18 mit Vermerk: „Eingang des Betrages auf Konto 54 738 b. d. LKK ist erfolgt. Dieser Vorgang ist damit endgültig abgeschlossen. 21/4/59 V“ Aktenverz. 6 ohne S. Scan